Rr°°E'"d«'-k>>''a an der fl-n«r!,«-tt Küste her.
Es 'liegen jetzt zuverlässige Angaben über die Ver- Wte yot. Sie bic englische Handelsflotte im Nauk? kpa Monats November erlitten hat. Es handelt firbh^Ä ausschließlich um solche Schiffe, die entweder au Minen
»V»
Ȁ
»leielÄ.1 9 dn '°>E'»°S 5«»wu« ver-
Der Kreuzer „Dresden" mit Kohlen versorgt.
sich der
.., ** Hannover, 16. Dezernber. Aus dem Haag läßt sich der „Hann. Kur. melden: Reuter kabelt aus Neu- hör«*^«^ ^!^dungen aus Callao in Peru hat der detttsche Dampfer „Rhakotis" dort die Besatzung des ena- ttschen Kohlendampfers „Northwales" ausgeschifft, der durch den dentschen Kreuzer „Dresden" in Grund ge, bohrt wurde, nachdem dieser die gesamte Kohlenladung des englischen Dampfers übernommen hatte. H
Die Opfer des Dampfers „Pogor".
Bordeaux, 16. Dezember. (WTB.) Von der Beiatzungdes bei Mindello untergegangenen Dampfers „Pogor" sind der Kapitän und 33 Mann ertrunken, 4 Mann wurden gerettet.
Die Folgen des Heiligen Keieges.
Der „T. R." zufolge meldet der Madrider „Jm- pareial", daß aufständische Truppen von Muselmanen in Marakesch (Marokko) eingerückt sind» das von den Franzosen geräumt sei. Den Mailänder Blättern zufolge verkündete Efsad Pascha den Heiligen Krieg in Albanien, dessen Folge der Einfall von 25 000 Albaniern m Serbien ist.
Aus Barcelona wird gemeldet, daß ein spanisches Geschwader nach Marokko entsandt worden sei. Augenblicklich herrsche noch Ruhe in der spanischen Zone. Der Aufruhr der Eingeborenen drohe aber dorthin überzu- greifen. Die Lage der Franzosen sei äußerst schwierig und werde mit jedem Tage schwieriger.
Auslandsreise des Khediven.
^ Konstantinopel, 6. Dezember. (T.-U.) Der Khe- dive ist nach Wieu abgereist, um dort mit den leitenden Kreisen Fühlung zu nehmen. An unterrichteten Stellen hält man es auch für nickt unwahrscheinlich, daß der Khe- dive im Anschluß an seinen Wiener Aufenthalt sich auch nach Berlin begeben werde. Der Auslandsreise wird allgemein wichtige politische Bedeutung beigemessen.
Krieg und Wirtschaftsleben.
Jves Guyo, ein berühmter Volkswirtschaftler, veröffentlicht in einer englischen Zeitschrift eine Untersuchung über die bisherigen Wirkungen des Krieges auf bett Welthandel und das Völkerleben. Nach einem Bericht der „D. T." rechnet er aus, daß etwa 18 Millionen Kämpfer täglich 380 Millionen Mark Kosten verursachen, abgesehen von dem Verlust, der durch den Abgang dieser Arbeitskräfte erfolgt. Alle früheren Erwartungen bezüglich der Folgen des Krieges seien aber grundfalsch. Man habe beispielsweise vorhergesagt, es werbe eine solche Preissteigerung eintreten, daß es unmöglich''sein werde, das Dasein weiterzuführen. Das sei ein starker Irrtum: die meisten Preise seien gesunken. In England habe man mit der Beschlagnahme des Zrickers ein spvu'cylechtes Geschäft gemacht. Die deutsche Industrie arbeite befriedigend weiter. Die wirtschaftliche Organisation Deutschlands sei mustergültig und nicht »mzu- bringe«. Wirkliche Verluste hätten nur Belgien und Frankreich erlitten, jenes mindestens fünf Milliarden. Bon diesen Verlusten seien nur die zerstörten Kunstwerke unersetzlich, alles übrige werde schöner aufgerichtet werden. Guyo schließt mit folgender Warnung: Deutschland kann unmöglich ausgehungert und so dem Ruin entgegengeführt werden. Die Entscheidung liegt ausschließlich beim Glück der Waffen. Deutschland wird aber selbst nach einem unglücklichen Friedensschluß so stark sein, daß es die größte Kriegsentschädigung aushalten kann. Die Verbündeten wurden also so oder so die Kosten decken müssen.
kriegsallerlei.
Ueberslutz au Petroleum in Rumänien.
Nach Mitteilungen des „Moniteur du Petrol" vermehren sich die Vorräte an Petroleum in Rumänien ins Ungeheuere. Gegenwärtig beträgt der Preis für 100 Kilogramm 1 Franken.
1500 Eiserne Kreuze sür Aerzte.
* Wie außerordentlich bedeutend und tiefgreifend die Tätigkeit unserer Sanitätsoffiziere in diesem Kriege bisher gewesen ist, geht aus der hoben Zahl der ihnen verliehenen Auszeichnungen am deutlichsten hervor. Nicht weniger als 1500 Eiserne Kreuze haben sich unsere Militärärzte durch ihre aufopferungsvolle Arbeit erworben.
Verurteilung eines belgischen Schwätzers.
Wie die „Kölnische Zeitung" aus Duisburg meldet, hatte das Kriegsministerium wegen Beleidigung von Angehörigen der deutschen Armee gegen öen^chnwoe- ÄÄ % »ÄSÄ »Ä» ««««
ÄUM^er^ U°r.-W »u.
„ ^ ÄÄ^ «
Wasser, da die Newa-Wasierlettung g ^ Teehäuser Fabriken müssen die Arbeit einstellen. .^^^en. Die und die öffentlichen Badeanstalten sind Bahnhöfe sind in Dunkel gehüllt.
--Di^Prinzesii« als W«hnEsma^
Der „Köln. Ztg." ruMge Erde den verteil ^
Matrosen der Reserve v?m Ltmeniwu! ^n um- große Freude bereitet. Es eine fangreiches Paket ein, das außer uy _.b^ Geheck- Menge Spielzeug und einen mit dAtographie der ten Tannenzweig enthielt, an dem vw ^ ^u Widmung Geschenkgeberin jener Pakete mit folgen i f Ihnen befestigt war „Gesegnete „Wecknacht Prinzessin Aval- M 3»“^Ä »Ä Ä w »«“ 'E°°-
und Ihrer werten u^ -ä _„r bert von Preußen". Jüngst wur.
stellt, wer von den Matrosen Kinder habe, und zwar auf Veranlassung der Gattin des der Marine angehörenden Karsersohnes, die den Matrosenkindern eine Weihnachtsfreude bereiten wollte.
Englische Flieger über Seebrügge.
Drei englische Flieger warfen am Montag fünf Bomben auf den Hafen von Seebrügge in der Absicht, du: deutschen Marinewerkstätten zu vernichten. Die Ge- verfehlten aber ihr Ziel. Auf der Rückkehr fielen die Flieger ins Meer und wurden durch den holländischen Dampfer „Zeeland" gerettet.
Die Beschießung von Kirchtürmen.
m .In der „Times" schreibt ein Artillerieoffizier: Die Beschießung von Kirchtürmen und allen hohen Gebäuden ist unerläßlich. Es ist unsinnig, sich über die Zerstörung von großen Gebäuden zu beklagen, gleichgültig ob es Rathäuser, Kirchen oder Fabriken sind. Wir beschießen sie geradeso wie die Deutschen. Die Offiziere beider Parteien bentttzen sie für Beobachtungszwecke. Jetzt gZchieht es in Frankreich, später kann es dem Kölner Dom ebenso ergehen. Wir sollten lieber die lauten Klagen vermeiden, um nicht später für Scheinheilige zu gelten.
Reicher Ertrag der Kollekte für die Ostpreußen.
Die von dem Evangelischen Oberkirchenrat ange- ordnete und am diesjährigen Erntedankfest zur Linderung der durch den Krieg hervorgerufenen Notstände in Ostpreußen eingeleitete Kollekte hat allein in den älteren Provinzen Preußens die stattliche Summe von 420 000 .//. ergeben. Der Betrag der Sammlung für den gleichen Zweck in den neueren Provinzen und den übrigen Bundesstaaten steht zahlenmäßig noch nicht fest, dürfte jedoch als ein reicher bezeichnet werden.
Frommer Wunsch aus dem australischen Busch.
Nach einer Reutermeldung hat der Generalgouver- neur von Australien bei der Ueberreichung der Fahnen an ein nengebildetes australisches Kontingent den frommen Wunsch geäußert: „Mögen Euch diese Fahnen siegreich nach Berlin geleiten." — Im Berliner Zeughaus ist noch Platz für eine Menge Fahnen.
Vernichtung der französischen Pferdezucht.
„Petit Journal" beschuldigt den „Baseler Nachrichten" zufolge die Militärverwaltung, durch unsinnige Requisition der Pferde die ganze Nachzucht vernichtet zu haben. Hunderte solcher Stuten verendeten schon in den ersten Wochen des Feldzuges. Der Verlust gehe in die Hunderte von Millionen.
Aus Aachtpoflen im Zserkanal.
Ein Feldpostbrief.
Ort der Handlung: W. im schönen Lande Flandern, der Schulhof. Handelnde Personen: Dragoner Fischer, im Begriff, mit der Axt bett Kleiderschrank des Kantors in Brennholz zu verwandeln (unter dem Jubel und der Beihilfe der zusehenden Dorfjugend). Der Wachtmeister tritt auf: „Fischer, Brühn hat sich krank gemeldet, da müssen Sie heute mit nach vorn. In zehn Minuten sind Sie fertig!" Ab. Aus dem Holzhacker und Kartoffelschäler Fischer ist plötzlich ein Held geworden. Während er hastig nach Karabiner und Patronentaschen greift, sich die Feldflasche, die schon den Sturm bet Mes- sines mitgemacht hat, mit Kaffee füllt und alles Eßbare und Rauchbare aus deu Satteltaschen in die Manteltaschen umfüllt, satteln die anberett Unteroffiziere W.'s „Nonne". Fertig, ausgesessen und zum Sammelplatz zur Gefechtsbagage geritten. Dort begrüßt man mit Hallo und Scherzwort die Kameraden,, die heute mit nach vorn retten, verabredet sich mit dem einen oder anderen, daß man auf dem Wege nebeneinander retten will. Dann tritt Sergeant K. vor die Tür, und man reitet einzeln heran, um Brot, Speck, Wein und Zigarren zu em-
geht's endlich los. Die Ausreitenden verhöhnen die Zurückbleibenden, „Muß i denn" wird an- gestimmt, und die herbeigeströmtell Dörfler setzen eine sauersüße Miene auf .... Die „Nonne" ist faul und muß sporniert werden, gehorcht aber im übrigen der leisesten Zügelführung. Ueberhaupt em prachtvolles Retten, ohne Lanze und Packtaschen. In G., der nächsten Stadt, ist ein deutsches Feldpostamt, da wird schnell noch ein Brief nach Berlin und eine Karte nach Alle ab- aeaeben. Dann geht es durch die Dörfer Z. und St. P. K und in 1% Stunden ist man da. Die Pferde nehmen die Pferdehalter, wir Schützen treten aus der Dorfstraße an dicht an den zerschossenen Häusern, denn bis hierher fliegt noch gelegentlich eine englische Granate. Es wird Rauchen verboten", und dann geht s weiter zu Fuß, zwei zu zwei, ohne Tritt, auf die dunkle, schlammige S™^^ Wesen ^ ins Ueberschwemmungsgebiet, bald durch Knietiefen Schlamm, bald durch blankes Wasser. Me keuchen, viele fallen hin, ich dreimal. Einmal hielt ich ein Stück Brot in der Hand und fuhr damit bis sum Handgelenk in die Schlammsuppe. Endlich kommen wir an die ziemlich breite Äser Die Brücke besteht aus Fastern mit öarü- bergelegten Brettern, darf nur von fünf Mann ht weitem Abstand betreten werden und schwankt sehr. „Im ^unavark kostet der Spatz 50 Pfennig", sagt der „deut- U^^noo" Bei jedem Schwanken leuchtet das Wasser tickend Funken auf, ein wundervolles Schauspiel, aber die Ursach? st traurig: es rührt von den vielen vielen Leichen her, die im Wasser verwesen. Ein grotzes Serben ist die weitere Folge davon . . . Endlich sind alle alück ich auf der anderen Seite angelangt, und E einen endlosen, schmalen Dammweg eu - lana ^Ku beiden Seiten unabsehbare Waßerslachen, die B1 BN oewcn schwach durch das Dunkel leuch- ^n und die Sterne widerspiegeln. Das Glitschen und Stolvern gebt von neuem los. „Achtung, daß keiner vom Stenael fallt'" Endlich führt der Weg durch einen frönen großen Torbogen in die „große Henne" ein, ffnnJSit®imelbof, der wie eine trutzige Was- serburg^rttigs von Gräben'umgeben, daliegt. Die Ge- Läude und vollständig zerschossen, und wir rutschen in den Keller hinab Tort liegen wir die Nacht über auf Stroh und wechseln uns beim Postenstehen ab,- denn wir halten hier die am weitesten vorge,chobene Stel- lung besetzt, und ein paar hundert Meter vor uns steht '^^ De? Doppelposten, den wir ablösen, hat eine rauc^nde belgische Patrouille gesehen, die bis zu dem Wasteraraben gekommen ist, der vor dem Schober stießt. Dn konnten sie nicht herüber und haben sich wieder ent- Rnt ohne von der Anwesenheit des deutschen Postens etwas zu merken. Wir lehnen uns also mit dem Wkfwt ^aeaen den Schober und horchen, lugen und füh- Nn d?eKchatwnw?lt vor uns. Die Nacht ist leidlich hell' bis auf fünfzig Meter kann man noch deutlich Baum und Busch unterscheiden. Ueberall rauscht, knackt und knistert es in der Natur, Gras und Weiden bewegen sich im Winde: Feinde überall -»wenn man sich nickt mit ernstem Willen zu ruhiger Beobachtung und
nüchterner Beurteilung der Dinge zwingt. Mal die Füße bischen vertreten! Ich schultere den Karabiner Jtttb gehe aus dem Schatten des Schobers heraus, -w zwanzig Schritte bis zum Grabenrand vor. Der Erfolg ist verblüffend. Ein Platschen und Klatschen im Wasser, eilt Fortbewegen durch das Schilf, und — eine Ente streicht ab. Mein Herzschlag setzt wieder ein, und vom Schober her sächselt es: „Du, was war das?" „Ach, ä Wasserveechle", tönt es in gleichem Tonfall zurück. Gerade bin ich in den Schatten zurückgetreten inib denke wieder ganz harmlos an friedliche Zeiten, da konnnt erst die Hauptsache. Plötzlich steht drüben über beut Graben ein Mann auf und rennt haste was kanuste auf leisen Sohlen von uns weg in die Nacht hinein. Im nächsten Augenblick ist er ein Schatten, und schon hat um das alles gleichmachende Dunkel aufgesogen. Das war nun der erste Feind, mit dem ich sozusagen doch in nähere Berührung gekommen bin.
(Berl. Tgbl.)
Vermischtes.
General Bronsart v. Schellendorf f. In Marien« Hof bei Krakow in Mecklenburg ist, wie die „Kreuzztg." meldet, der ehemalige preußische Kriegsminister und Generaladjutant des Kaisers Dr. Walter Bronsart von Schellendorf am Sonntag gestorben. atm ihm ist einer der bedeutendsten Nachfolger Roons dahingegangen, der auch im Parlament seine Stellung bei aller Schärfe doch mit sicherem Takt zu wahre« wußte.
Bodenloser Leichtsinn. Bomben ltnd Patronen brachten zwei Arbeiter, die bei Namur beschäftigt ge- weseit waren, ivohlverpackt in ihren Handkoffern mit nach Ohligs. Die Polizei nahm ihnen die gefährlichen Gegenstände ab und ließ sie in der Heide von einem Feuerwerker aus Cöln zur Explosion bringen.
Feuer im Elektrizitätswerk. Durch einen Brand, der am Montag früh 7 Uhr in dem Kabelkeller des Elektrizitätswerkes der Niederrheinischen Licht- und Kraftwerke A.-G. in Rheydt ausbrach, wurde der Stratzen- bahnbetrieb für einige Stunden lahmgelegt. Auch die Fabrikeu, die mit elektrischem Strom arbeiten, standen eine Zeitlang in Rheydt und Odeitkirchen still.
Eine „öffentliche Brandmarkung" erläßt der Kommandant der Festnng Diedenhofen gegen das unu'ür- dige Treiben einiger Pflegerinnen. Man hätte annch- men sollen, daß es nur eines Hinweises bedurft hätte, um Frauen, die als Krankenpflegerinnen tätig sind, genügend vor Augen zu führen, wie unwürdig es ist, französischen Verumndeten eine bevorzugte Pflege an» gebethen zu lassen und dadurch ihre eigenen Landsleute zurückzusetzen. Unerhört ist es aber, weint dentsche Pflegerinnen ihre an sich anzuerkennende Tätigkeit dazu mißbrauchen, französischen Verwundeten soweit entge- genzukommen, daß diese es wagen durften, sie sogar als ihre Verlobte zu bezeichnen, wie es bei den Krankenpflegerinnen Ceeilie S. von Diedenhofen und Marie M. aus Hayingen der Fall gewesen ist. Solche Elemente müssen so schnell wie möglich aus der Krankenpflege entfernt werden, damit die Hochachtltng, deren sich der hohe Beruf der deutschen Krankenpflegerinnen erfreut, nicht in den Schmutz gezogen wird.
Tollkühner Nuchlverfuch eines Denkschen.
Ueber den gemeldeten tollkühnen Fluchtversuch eines jungen, deutschen Leutznants in einem Koffer aus dem englischen (Gefangenenlager in Dorchefter berichtet die „Times" folgende Einzelheiten:
Der Koffer würbe mit dem übrigen Gepäck der Fremden übergeführt, die aus dem Konzentrationslager Dorchester entlassen worden waren. Diese Leute hatten alle das dienstpflichtige Alter überschritten und wurden unter militärischer Bedeckung nach Tilbury geschickt, um von dort mit dein holländischen Schiff „Batavia" nach Rotterdam übergeführt zu werben, von wo sie die Möglichkeit haben sollten, nach Deutschland zllrückzukehren. Vor dem Bahnhof in Tilbury würben sie an Bord des Schiffes durch das Transporlschiff „Katherine" gebracht. Erst bei der Ueberführung der Koffer trat die merkwürdige Entdeckung zutage. Nichts an dem Koffer erregte Verdacht: es war einer jener gewöhnlichen für den Versand von Sireichhölzerll benutzter Koffer. Er trug die Aufschrift „Noupoisonous Safety Matches". Er hatte auch die vorschriftsmäßige Grütze und war mit einem billigen Hängeschloß versehen. Der Koffer würbe mit dem übrigen Gepäck in den (Güterwagen bis nach dem Bahnhof Tilbury versandt und dann auf dem Transport heruntergeworfen, wo er etwa sechs Fuß tief herunterfiel. Man sah, wie der Koffer bei dieser Behandlung sich überschlug und sehr heftig auf den Boden aufstieß, aber kein Laut verriet, daß in dem Koffer ein lebendes Wesen sei.
Aus dem Trausporthof wurde eine Menge anderer Gepäckstücke auf den Koffer gestellt, und das blieb so, bis man die „Batavia" erreichte. Zwei Arbeiter zogen ihn nun auf die „Batavia". Bei dieser Gelegenheit ging der Koffer auseinander, und zum großen Erstaunen der Arbeiter kamen der Kopf und ein Arni eines Mannes zum Vorschein. Er wurde rasch herausgenommen und aus der Lage befreit, in der er so viele Stunden zuge- bracht hatte. Er konnte nicht mehr stehen und war vollständig erschöpft. Es dauerte einige Zeit, bis er wieder imstande war, zu reden. Der Kapitän stellte sofort eine Untersuchung an, und der Flüchtling gab an, Otto Kühn zu heißen. Er habe sich aus der „Potsdam" eingeschifft, um von Amerika aus nach seinem Negi.nent in Deutschland zurückzukehren, wo er Leutnant sei. Das Schiff wurde unterwegs angehalten und nach Southanip- ton gebracht, von wo er als Gefangener nach Dorchester transportiert wurde. Er hatte 15 Stunden im K mfer zugebracht. Der Kapitän nahm den Flüchtling wieder an Bord des Transportbootes und übergab ihn der Polizei.
Eine Untersuchung des Koffers stellte fest, daß sich darin zwei mit Wasser gefüllte Flaschen befanden, eine Flasche mit Fleisckextrakt und etwa ein Dutzend Bananen. Die zwei Ecken des Koffers waren mit Schlingen versehen, um die Arme darin festzuhalten. Eine dieser Schlingen war gerissen, in der anderen hatte der Flüchtling noch seinen Arm, als die Entdeckung erfolgte. Am meisten überraschte ein mit Sauerstoff gefülltes Kautschukkissen, das offenbar dazu dienen sollte, die Luft in dem kleinen Raum des Koffers zu ersetzen.
Weitere Drahtnachrichten.
Die Abreise des Fürstenpaares Bülow nach Rom.
o-t Berlin, 16. Dezember. (WTB.) Zur Abreise des Fürstenpaares Bülow nach Rom waren gestern abend auf dem Bahnhof erschienen der italienische Botschafter, der Minister des Innern und andere.