Kreise Insterburg hatten die Kosaken alle männlichen Einwohner von Burbeln, Kreis Jnsterburg, zusamuwn- getrieben, um sie nach Rußland zu verschleppen als plötzlich ein Luftschiff auftauchte. Sofor rannte Äs ganze Russenpack in die nächsten Läufer, um nicht sehen zu lassen. Das sah aus, wie wenn ein Habicht i einen Taubenschwarm stößt. Inzwischen waren auch schon die ersten flüchtenden Rüsten von Jnsterburg her angekommen, barfuß, um besser laufen zu können. Hier und da hatte mancher, der bis dahin noch gestiefelt war die Fußbekleidung nur .1° !°rIg°,chl-nk-N. dam"es schneller ging als bei den „Pruß", die ihnen im Nacken saßen. Ein fürchterliches Rennen ging los, voran ein Offizier, der einige Tage vorher die paar Meilen nach Berlin hatte machen wollen, um Kaiser Wilhelm zu be- sucheu. In dieser begreiflichen Aufregung hat man vergessen, die gefangenen Burbelner mrtzunehmen.
Weihnachtsgaben an die Front.
Planmäßige Weihnachtszüge, wie sie für die Ar- meen im Westen infolge Erlasses des Generalquartiermeisters aus den von den Abnahmestellen gelieferten Waggons bei den Sammelstationen zusammengestellt worden sind, gelangten am Sonnabend auf allen Linien zur Abfertigung. Weitere Weihnachtszüge folgen in den nächsten Tagen. Die Zuführung der Gaben zu den Truppen ist von den zuständigen Militärbehörden vorbereitet. Betreffs der Versorgung der Armeen im Osten werden in der nächsten Woche die gleichen Maßnahmen getroffen. Einlieferung weiterer Weihnachtsgaben an die Abnahmestellen zur allgemeinen Verwendung ist auch jetzt noch dringend erwünscht.
Ein einzig Volk von Brüdern!
Die „Hamburger Nachrichten" veröffentlichen folgenden Brief eines Kriegsteilnehmers, der bis zum Kriege einer der bekanntesten Vorkämpfer für die Gewerkschaftsbewegung in Hamburg war: „Geehrter Herr Chef! Nehmen Sie bitte meinen herzlichsten Dank für Ihre edle Hilfe mir und meiner lieben Frau gegenüber wie auch für Ihre liebe Karte und Zrgarrensendung. Ich glaube in Ihrem Willen gehandelt zu haben, wenn ich die Zigarren unter meine Kameraden verteilte. Der Zufall will es nämlich, daß ich Nichtraucher bin. In Ihrem Sinnen und Denken über alles, was unser geliebtes Vaterland angeht, bin ich mit Ihnen eins,- das elende Gebaren unserer Feinde, der Lug und Trug, mit dem sie uns so viele Jahre sozusagen nasführten, alles soll sich bitter rächen. Der Feind hat keine ausein- andergetriebenen Parteien gefunden, sondern ein einzig Volk von Brüdern. Die Tatsachen redendes gibt keine großen Debatten, wenn es sich darum handelt, mitzu- wirken an der Linderung der Not (ich habe die Bürgerschaftssitzungen im Auge, an denen ja auch Sie so hervorragend beteiligt sind), und auch 4m Privatleben suchen Sie wie viele Vereinigungen zu helfen. Ein glückliches, leichtes Gefühl ruft alles dies bei meinen Kameraden und mir selbst hervor,' mit Mut und Stolz aber geht wohl ein jeder ins Feuer, um den Feind in seine Schranken zu weisen und unserem Vaterlande zum würdigen Frieden zu verhelfen. . . .Ein ungestörter Friede wird dann wohl unseren Steg (dieser wird als Selbstverständlichkeit bei allen Kameraden auf- gefatzt) frühen. . . ."
Ein ritterlicher Akt der Franzosen.
Schnelle Sühne haben die Franzosen jüngst nach einer Greueltat walken lassen, der einer unserer Soldaten znm Opfer gefallen war. Am 4. Dezember d. J. war ein zur Bewachung eines Drahthindernisses aufgestellter deutscher Posten mit abgeschnittenen Ohren, durch Kopfschuß getötet, ausgefunden worden. Schon am nächsten Tage erschien bei den an jener Stelle Uegen- den deutschen Sicherungen ein Offizier des französischen 165. Infanterie-Regiments und bat, mit verbundenen Augen zu dem Kommandierenden General geführt zu werden Hier gab der französischen Offizier die Erklärung ab, daß sein Truppenteil mit dem der Verübung der Greueltat schuldig Befundenen keine Gemeinschaft habe. Der Mann fei wegen des von ihm begangenen Verbrechens am gleichen Tage, dem 5. Dezember, erschossen worden.
Die Zigarre des Kaisers.
Wie holländische Blätter melden, wurde in London am Freitag eine Zigarre, die Kaiser Wilhelm II. einst dem Lord Lonsdale angeboten hat, versteigert. Anläßlich eines Besuches hatte der Kaiser dem Lord die Zigarre aus seiner Tasche überreicht. Dieser bewahrte sie auf und schenkte sie später einem Gutsbesitzer in Ham- bledon. Diese Zigarre wurde nun am Freitag zugunsten des Roten Kreuzes versteigert. Sie erreichte den Preis von 14 Lstrl. 10 Shilling (rund 300 M und ging darauf in das Eigentum einer Großschlächterer über.
Die Behandlung unserer Kriegsgefangenen.
In einem Erlaß des Ministers des Innern wird mitgeteilt, daß den Kriegsgefangenen die Benutzung der Telegraphen- und Fernsprechanlagen in keinem Falle zugestanden werden kann. Dagegen ist die Möglichkeit des Postanweisungsverkehrs der Kriegsgefangenen nunmehr dahin erweitert worden, daß von letzt ab auch n der Richtung aus Großbritannien Postanweisungen an britische Kriegsgefangene in Deutschland oder von deutschen Kriegsgefangenen in England «M Deutichland durch Vermittlung der niederländischen Postverwaltung zugelassen sind. „ . „
Zum Untergänge unseres Krettsergeschwaders erinnert die „Tgl. Rdsch." an ein Gedicht von Otto An thes, das in der „Jugend" eÄen, Ä kis Flotte bei Tsuschima nach Verwundung des^ersien Führers von Admiral Nebogatow den. Japanern ramm los überliefert wurde. In tenem Gedichte heißt es.
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?mrM1^ die folgenden Stellen aus dem Feld- Ebriek eines in Frankreich kämpfenden Landwehr- «Mir Landwehrleute", heißt es da, „wurden meist zur Besetzung eroberter Plätze verwendet. Zetzt waren wir aber Über drei Wochen im Gefecht. Bei MMer^Witterung lagen wir Tag und Nacht im Freien. Da hattest Du uns kümpfen sehen sollen. Wir gingen trotz französischer Uebermacht drauf wie die Jun- gen. -renn wir denken daran, wie es bei uns aussehen wurde, wenn diese Gesellschaft nach Deutschland käme. Wir haben es ja an der russischen Grenze gesehen. Die Belgier und Franzosen können genug des Leidens auch von ihren eigenen Landsleuten erzählen. Wenn die Franzosen zurückgeschlagen wurden, plünderten sie die Läufer ihrer eigenen Landsleute, nehmen Geld, Silber und demolieren, was sie nicht mitnehmen können. Bei S. rasteten wir in einem Park, in dem sich eine Villa befand. Darin sah es grauenvoll aus. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Ein alter Diener erzählte uns, daß die Villa von französischer Infanterie besetzt war, und daß, als die Deutschen kamen, von den abziehenden Franzosen alles geplündert wurde. Was diese Bande nicht mitnehmen konnte, wurde zertrümmert. Sämtliche Schränke waren durchwühlt. Oelgemälde, Spiegel und Nippsachen lagen auf dem Boden . . . Die Ortschaften, durch welche wir kommen, sind fast vollständig verlassen. Nur Greise und Weiber sieht man hier und da. Uns Deutschen ist das Plündern streng verboten... Mitten im Feuer bringen wir die verwundeten Franzosen ebensogut zur Verbandsstation wie unsere eigenen Kameraden, und mancher brave Deutsche hat schon beim Zurückbringen eines verwundeten Feindes aus dem Gefecht sein Leben lassen müssen. Unser Major wurde im Gefecht verletzt und dann von den Franzosen zusam- mengestochen, was ich mit eigenen Augen sah. Und solche Fälle kommen massenhaft vor . . ."
Wie Zemd und Freund berichlen.
Das alte Spiel beginnt von neuem, das Lügenspiel unserer Feinde im West und Ost. Wenn ihnen Erfolge allzu lange fehlen, dann stellt sich bei ihnen jedesmal die Lüge ein. Nicht blos die zierlich-glatten Franzosen, sondern auch die täppisch-vierschrötigen Russen suchen sich selbst mit Lügen Mut zu machen und bet den Neutralen mit erdichteten Erfolgen „E ndruct zu schinden". Nicht umsonst haben sie ihren Lügeumeister rm englsichen Gentleman gefunden. Schis sverluste, die dem Briten unangenehm sind, werden standhaft totgeschwlegen, solange als die amtlichen Kreise nichts oder nichts Genaueres darüber wissen. Von der Seeschlacht bei den Falklandsinseln wird englischerseits ein so geringer Verlust gemeldet, daß man den Widersoruch -mischen dem fünfstündigen Geschützkampf und der unbedeutenden Einbuße, welche die englische Uebermacht erhalten hat, nur mit dem üblichen Lug und Trug erstarrn kann.
Als gelehriger Schüler John Bulls fabelt der im Rügen doppelt plumpe russische Bar von seiner Offensive südöstlich Krakau im allgemeinen von der Erneu- tuna deutscher Geschütze und Maschinengewehre sowie ooit zweitausend Gefangenen im besonderen. Tatsach- ikh ist aber dort, wie der letzte deutsche. Tagesbericht feststellt nicht ein Mann, nicht ein Geschütz oder Ma- swinenaewehr in russische Hände gefallen. Wollt aber hat Rußland in den Kümpfen in Nordpolen schwerer Ncrluite erlitten als bei — Tannenberg, und zu bin annn Gefnnaenen die neulich gemeldet wurden, haben sich inzwischen nach der Räumung von Lodz 5000 weitere
in allerletzten Kämpfen 11000 neueste ge11Kt, v cbt zu vergessen daß die Beute an Geschützen und Maschinengewehren schneller wächst, als der mmümm- Ee Koloß L ihren
^ortaanaJ TW schlich e Hfudenburg-Meldung sagt ge- £ S gerade nicht langsamen Tempo geht die Auf- Sifttet, sein M°» M °m M "°°/ Un° und Schmerzen und Wunden tletscyt er ^^nsive. Aber Äuef« SVunÄ^ und fiel, selbst 6er«.
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terie vernichtet, und in ^euxttono^^ Batterien von
Les-Hattonchatel sind sogar zwei ocu iw ^ eine Fina- ihm zerstört Mvden, eine groß! 9 ^arde im Lande zeug abwehrende, auch ein -»iocrouu ^Täßen ebenda der Phantasie FsprenM nd ^eyr^ erklärt zerstört. Alle ^ÄS und bie Neutralen bündig unsere Oberste KE^Ä„üf^ in die Augen, schauen zweifelnd ven veldei , j^mmbreii Eduards des Aber die Sache hat r oie ^ verließ Siebenten noch eine erwtere ^'Zermalmende Riesen- MaKÄB^ liessen für sich kampsen, mmc. Schlachten, und die Rügen gewinnt man leooai girüche wenn sie von i^'S^B® ä-
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Vermischtes.
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Ehrgefühl. Der f^K^ in der Rathe-
Otto, der bet einem Kolomatwarcnv rouröe in dem nowerstratze in Berlin Zimmer am Bettpfosten neben dem Laden belesenen ^ ^ konnte erhängt aufgeMnöen. ^ einem hinterlas enen nur noch den Tech felMeuen ränktem Ehrgefühl be- s-tt-l ?°t O. die Tat ?u^aa?sK 20 Mari ,-!-«» Ä* K jL? M°nn 6lnterläf>l eine »ernntoete
^ ».-,-> »“ fj» M et?Ä Schwindler und D^teureippp i^^ feldgrauer,
Eisernen Kreuz ^ und iimn u > ^ Injanterie- d« MuSlZI-r »U--W aus D--M-^ °^ ,^g«rer Zeit Regiment Nr. IWangeyortg, ^unte und als einen in Landsberg lWarthej veooaw geleistet haben Helden, der wohl Auuergewoyin^^ u ^ er aud) mußte, bewunderte. In ^iner H ^ ihm infolge ®rofieS geteiltet, Erholungsurlaub um meh- einer Krankheit bewtMgtei^^ ^ Eiserne Kreuz rere Wochen überschritt ch ^wi ^^rofftzier machte. ll-^?«l?/ unae Lanösberg^ Damen betörte und sowie einige junge n»m^afte Geldbeträge ab- iNudAte Er wurde jetzt festgenommen und nach
Graudens überführt, wo er seiner Murtenung entgegen- ’ 1 ’ Der „Familientag" der Warenhans-Diebesfamilie.
Eine Kleptomanen-Familte, in der fast sämtliche Kinder bis hinauf zu der 70jährigen Mutter und selbst der 90jährigen Großmutter wegen DiebstahlS vorbestraft sind, hatte vor den Moabtter Strafrichtern in Berlin eine Art „Familicutag". Vor der sechsten Strafkammer des Landgerichts i war die 70jährige Witwe Süllich und deren Tochter, die eheverlassene Blusen- arbeiterin Margarete Paul angeklagt. Die angeklagte Witwe ist nicht weniger als neunmal wegen Warenhausdiebstahls vorbestraft. Vor einigen Wochen beobachtete eine in einem Warenhause tätige Privatdetek- tivin eine alte, gebrechliche Frau, die mit einer ungewöhnlichen Geschicklichkeit zwei Paar Damenstiefel und ein Paar Herrenstiefel unter ihrem weiten Umhang verschwinden ließ. Es war dies die jetzige Angeklagte, die in Begleitung ihrer Mitangeklagten Tochter ihrem verbrecherischen Triebe nachgab. — Der Staatsanwalt beantragte sechs bezw. vier Monate Gefängnis. Das Gericht ging jedoch erheblich über diesen Antrag hinaus, da es sich hier um gewerbsmäßige Berbr-cherinnen handele, die streng bestraft werden müssen. Das Ur= teil lautete deshalb gegen Frau Süllich auf ein Jahr drei Monate Zuchthaus, drei Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht und gegen ihre Tochter auf neun Monate Gefängnis.
Die Tragödie eines Gntsbesisiers. In Sulzbach bei Weinheim an der Bergstraße spielte sich auf dem Gute „Zum Sulzbacher Hof" ein Familiendrama ab. Dieses Gut hatte der 39 Jahre alte Gutsbesitzer Schowalter im März 1913 für 65 000 Mark gekauft, hatte aber bisher nur eine verhältnismäßig sehr geringe Anzahlung gemacht. Schowalter geriet in Schulden, besonders, da er von der Landwirtschaft nichts verstand. Da sein finanzieller Zusammenbruch unmittelbar bevorstand, beschloß er seinem Leben ein Ende zu machen. Um jedoch seine Mutter, die ihm den Haushalt führte und au der er mit großer Liebe hing, nicht unversorgt znrttck- sulassen, beschloß er, auch diese zn töten. Ohne äußeren Anlaß feuerte er deshalb auf seine 62 Jahre alte Mutter- drei Revolverschüsse ab, durch die die Frau am Kopf und an der rechten Hand schwer verletzt wurde. Darauf ver- übte er Täter Selbstmord, indem er sich in einer Scheune erhängte. Der Mann war Witwer und hinterläßt drei unmündige Knaben.
Baron MUnchhanse« in Amerika. Jiu „New Aork Herald" wird folgende wundersame Iagdgeschichte erzählt: „Der bekannte irische Jäger John Benham hatte den Auftrag bekommen, für einen Privatwildpark das größte Stück Wild lebend einzufangen, das je in Wisconsin gesichtet worden war. Es handelte sich nur einen sechsgabeligen Bock, der ein Gewicht von drei Zentnern hatte. Kurz entschlossen begab sich Benham zu einem Drogisten und bat diesen, ihm aus Gummiarabikum, Mehlpasta und Opium Kugeln herzustellen. Es gelang ihm, den Bock zu Gesicht zu bekommen und ihm eine volle Ladung von der eigenartigen Munition auf den Pelz zu brennen. Dann begab er sich auf die Suche nach dem geflüchteten Wild und fand es zwei Stunden später im süßen Schlaf hinter eitlem Busch. Als der Bock erwachte, sah er sich in einem wohlumzäunten Gatter!" — MÜnchhausen reist also jetzt unter dem Namen Ben- Ham.
Das unterbrochene Konzert. Wie der „Corrtere" zu berichten weiß, hatte kürzlich in einem Vorort von Reims eine französische Militärkapelle eine Musikanf- * sührung in einer zum Konzertlokal gewandelten Halle veranstaltet. Die Aufführung wurde von einem Konzertmeister des Pariser Opernorchesters geleitet, der zurzeit in der Kompagnie dient. Als Zuhörer wohnte dem Konzert eine Anzahl höherer Offiziere und der Brigade- kömmanSEr bei. Gerade als die Musiker ein gewaltiges Forttssimv in schwungvoller Ausführung zu einem künstlerischen Höhepunkt herauSarbeiteten, schlug eine Granate in das aus einem Zementwatt gebildete Podium und begrub die Musiker unter den Trümmern. Sie kamen zwar alle heil davon, aber die Lust zum Fort- setzen des Konzertes war ihnen vergangen.
Acht Deutsche gegen 1051 Russen!
Obergendarm Szeppat von der.... Reserve- division (früher Gendarmeriewachtmeister in Wr. Lap- pienen, Kreis Niederung) erzählt in einem Feldpostbrief folgendes Reiterstückchen, für das er das Eiserne Kreuz erhalten hat:
angen icuten.
„ ... Es gelang mir durch einen Trick mit sieben
Marnr 22 russische Offiziere und 1029 Mann gen zu nehmen und dazu 7 Maschinengewehre zu erb Der Vorfall spielt sich wahrheitsgetreu wie folgt ab:
Auf meinem Patrvuillenritt erfuhr ich, daß in dem Dorfe St. sich zirka 60 bis 80 Russen aufhalten sollten. Ich war der Ansicht, daß es sich nur um versprengte Heinere Abteilungen handeln könne und entschloß mich, sie gefangen zu nehmen. Mit meinen zwei Feld- gendarmen und fünf hinzugezogenen Jägern marschierte ich nach der genannten Ortschaft. Das Gelände eignete sich zu meinem Vorhaben ausgezeichnet. Die Jäger stellte ich, als ob sie die Spitze darstellten, auf Sehweite vor dem betreffenden Gehöft auf. Nun sprengte ich mit meinen zwei Feldgendarmen auf das Gehöft. Im ersten Augenblick sah die Sache sehr kritisch für mich aus, denn der Hof wimmelte wie ein Ameisenhaufen von Russen, auch die Scheunen und Ställe schienen mit Russen gefüllt. Ich behielt kalt Blut. Auf meine energische Frage, ob ein Offizier da ist, der deutsch kann, trat ein Hauptmann vor und sagte: „Jawohl, Herr Kapitän, ich kann deutsch." Darauf meine Antwort: „Erklären Sie Ihren Offizieren und Mannschaften folgendes: Unser Infanterieregiment im Anmarsch hierher. Spitze (auf die Jäger deutend) soeben jene Höhe besetzt, Artillerie daihnter in Stellung. Ich gebe Ihnen den einzigen Rat, sofort die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben, andernfalls das Feuer gegen Sie sofort eröffnet wird.
Vorläufig habe ich verboten zu schienen, fällt hier aber ein Schuß, so ist dies ein Zeichen, daß ich beschossen werde, und Sie werden sofort in Grund und Boden geschossen." Die Wirkung war großartig. Die Offiziere legten die Waffen ab und traten auf meine Anordnung sofort vorne an, die Mannschaften folgten, worauf der Ab marsch begann. Als ich mit der Spitze etwa 100 Meter hinter dem Gehöft war, kamen aus der rechten Flanke, etwa 150 Meter entfernt, 50 bis 60 bewaffnete Russen, die mich in eine sehr gefährliche Lage bringen konnten. Ich zwang jedoch den russischen Hauptmann, die Leute durch Zeichen zum Niederlegen der Waffen zu veranlassen, worauf sich diese der Kolonne anschlossen. Man hatte mich anfänglich für einen preußischen Offizier gehalten, so daß meine Befehle sofort und aufs genaueste Als die Russen jedoch sahen, daß sie
befolgt wurden. Als die Russen jedoch sahen, dass sie nur von mir irregeführt waren und ich keine Truppen
zur Verfügung hatte, mußte ich recht wachsam und euer» gisch sein, um die große Zahl der Gefangenen mit 7 Bealeitmannschasten den zirka 7 Kilometer langen Weg zu^ühren. In M. erhielt ich etwa 40 Begleitmanm schaften, und es gelang mir darauf, den Transport in später Abendstunde nach G. zu bringen .. ."