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Zur Seeschlacht bei den Falklandsinseln

Admiral Graf von Spee mit der „Scharnhorst" untergegangen?

Privatmeldungen zufolge wächst die Befürchtung in England, daß auch die englische Flotte Schisse bei dem Kampf mit dem deutschen Auslandsgeschwader verloren hat. Zu diesen Befürchtungen trägt sehr viel bei eine Meldung der Londoner halbamtlichen „Westminster Gazette", die besagt, daß die englische Admiralität vor- dussichtlich bis zum Ende des Krieges die Namen der englischen Schiffe und die Zusammensetzung des Falk- lauö-Jnsel-Geschwaders nicht veröffentlichen wird. Ueber die Seeschlacht liegen im übrigen-folgenöe

neuen

Nachrichten vor:

^ London, 12. Dezember. (WTB.) Daily Tele­graph versichert, daß Admiral Graf Spee mit der „Scharnhorst"' untergegangen sei. Laut Neuyork Herald hätte dieser bis zum letzten Augenblick gekämpft, kein Mann ihrer Besatzung konnte gerettet werden. Die Lon­doner Blätter begrüßen den britischen Seesieg als Re­vanche für die Niederlage von Chile. Es sei klar, daß Graf Spee beabsichtigte, unter dem Schutz des Winter­nebels über den atlantischen Ozean nach Kiel zu gelan- gen.

Auch Kreuzer „Nürnberg" gesunken.

^ Berlin, 11. Dezember. (Amtlich. WTB.) Nach weiterer amtlicher Reutermeldisng ans London ist es den verfolgenden englischen Kreuzern gelungen, anch

S. M. S. „Nürnberg" zum Sinken zu bringe».

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes.

- gez. Behncke.

Englisches Schweigen.

®ä#> London, 11. Dezember. (T. u.) Die englischen Blätter bringen vorläufig erst noch wenige Einzelhei­ten. Sowohl „Times" wie „Daily Telegraph" drücken die Ansicht aus, daß im Gegensatz zur Seeschlacht bei! Coronet, wo die Deutschen siegreich waren, diesmal die Engländer die Uebermacht hatten. Beide Blätter be­tonen jedoch, daß vorerst die Zusammensetzung des eng­lischen Geschwaders geheimgehalten werden müsse. Die gesamte Presse bringt unter großen Lobsprüchen den Lebenslauf des in der Seeschlacht befehligenden enqli-l schen Admirals Sir Frederic Surdee, der in der letzten Flottenliste noch als Chef des Admiralstabes geführt wurde und inzwischen unter größter Hermlichkeit zum Chef des Geschwaders ernannt worden war, das jetzt den Sieg errungen hat. Die Blätter erklären, der Sieg sei durch keinen Zufall hervorgerufen worden, sondern er sei der Erfolg eines großzügig angelegten strategischen Planes.

Mailand, 12. Dezember. (L.-A.) Nach der fran­zösischen Ausgabe deö „New York Herald" telegraphiert der Korrespondent der Zeitung „Prensa" in Bueno Aires, daß die Seeschlacht in den Gewässern bei Argen­tinien begonnen habe und sich bis zu den Falklands- luseln fortsetzte. „Scharnhorst", „Gneisenau", „Leipzig" und nach längerer Verfolgung auch die „Nürnberg" worden in den Grund gebohrt. Zwei Kreuzer ver­folgen noch die „Dresden". Die englischen Verluste an Toten seien niedriger als hundert Mann. Die engli­schen Schiffe seien nicht ernstlich beschädigt.

Aufregung in Dover.

Nach einer Neutermeldung herrschte Donnerstag mittag im Kriegshafen von Dover große Anfregung, weil lebhaftes Geschützfeuer ertönte. — Die englische Admiralität lehnt es ab, nähere Auskunft zu geben, ebenso wollte die Admiralität die vom Publikum be­gierig verlangten Einzelheiten über die Vernichtung der vier deutschen Kreuzer zurückhalten.

Zwei englische Dreadnonghts bei den Falklandsinseln.

^ Amsterdam, 12. Dezember. (WTB.) Unter den englischen Schiffen bei den Falklandsinseln befanden sich zwei Dreadnoughts, die vor etwa vier Wochen Sonthampton verließen.

F

u.

Aus dem großen Hauptquartier

oa£ Großes Hauptquartier, 11. Dezember. (Amtlich. WTB.) In Flandern machten wir Fortschritte. West­lich und östlich der Argonnen wurden feindliche Artil­leriestellungen mit gntem Erfolge bekämpft. Französi­sche Angriffe im Bois de Pretre westlich Pont-a-Mousson wurden abgewiesen.

Oestlich der Masurischen Seenlinie keine Verände­rungen.

In Nordpolen schritt unser Angriff vorwärts. Ans Südpolen nichts Nenes.

Oberste Heeresleitung.

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Im fernen Osten.

Roman von O. EI st e r.

(Nachdruck verboten.)

„Da wird es dann mit unserer schönen, behaglichen Ruhe hier vorüber sein, und wenn ich nicht meinen Garten und meine Rosen hier hätte, die mir an das Herz gewachsen sind, so würde ich mir ein anderes, stilles Plätzchen für meine letzten Jahre suchen."

„Die Fabriken sind auch verkauft?"

„Ja — ein Konsortium, an dessen Spitze der frü­here erste Prokurist, Herr Menge, steht, hat die Fab­riken übernommen, und nun fabrizieren sie allen mög­lichen billigen Schund und sollen ja dabei ein ganz gutes Geschäft machen. Aber das großartige Geschäft, das feine Zweige Wer die ganze Welt erstreckte, ist es nicht mehr. Der alte Diesterweg war doch ein ganz anderer Kerl."

mann^zu^n"^ ^*m mir auch ein tüchtiger Geschäfts- it^d^L — so sagt man. Er soll ja jetzt große Unternehmungen da im fernen Osten planen."

glaube, daß es ihm gelingen wird, Vater. Du müßtest nur unsere neue Kolonie in Kiautschou se- schmutzigen Chinesendorf Tsing-

ist eine hübsch moderne Stadt geworden, in der xandeluud Verkehr blühen. Noch einige Jahre, und DstugMu wird ein Handelsplatz ersten Ranges."

„Glaub s schorr. Die Deutschen haben ja endlich » ^^^^k^K0 ttt Jet Welt noch manches zu ök^ L^n ^ ^ den Engländern nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Ich wollt' td) könnt' noch einmal mit hinaus in die Welt."

^ h^noch^e?n^ Vielleicht gehe

doch noch einmal nach dem fernen Osten," saate ituL ^^ ^ue Augen schwoften gedankenvoll in die

Neue Kämpfe in Flandern.

Der deutsche Generalstabsbericht meldete am Frei­tag wieder Fortschritte in Flandern. Daß dort eine leb­haftere Tätigkeit eingesetzt hat, verrieten die ausländi­schen Berichte. Der Kampf scheint von deutscher Seite wieder mit größerer Energie ausgenommen worden zu sein und sich durchaus nicht nur auf die Abwehr feind­licher Vorstöße zu beschränke«. Vor allem scheinen un­sere Truppen an der Küste Boden gewonnen zu haben, worauf die Beschießung des Dorfes Ostdünkirchen Hin- deutet, das vier Kilometer westlich von Nieuport liegt. Im Ueberschwemmungsgebiet, das bis Dixmuiden reicht, scheint dagegen noch Ruhe zu herrschen. Heute vorliegende ausländische Meldungen besagen noch:

^ Paris, 12. Dezember. (T. U.) Der New York Herald" meldet über die Lage in Flandern folgendes: Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß trotz der Kämpfe in Polen eine ungeheure Zahl deutscher Kern- trnppen zum Angriff bereit in Westflandern steht. Der Punkt jedoch, wo der Sturm einsetzen soll, bleibt nach wie vor auf das sorgfältigste verborgen. Die Opera­tionen müssen unmittelbar bevorstehen, denn die Deut­schen haben direkt hinter ihrer Front neue riesige Ver­bandplätze und Verwundetenbaracke» errichtet, die augenblicklich noch leer stehen. Wahrscheinlich hat nur der ungeheure Platzregeu der letzten Tage die Ausfüh­rung der deutschen Pläne verschoben.

«Süd Christiania, 12. Dezember. (T. u.) Der „Afton- posten" wird nach dem „B. T." ans Paris telegraphiert: Die Offensive der Alliierten in Flandern nimmt täglich an Stärke zu. Die französisch-englische Flotte nahm ge­stern das Bombardement auf die belgische Küste zwischen Nieuport und Ostende wieder auf. Die Deutschen haben umfangreiche Maßnahmen getroffen, um eine Landung der Alliierten zn verhindern. Die Sanddünen sind teil­weise unterminiert. Die Lage der belgischen Küstenbe- wohner ist bedauerlich.

Die Stärke der feindlichen Kräfte.

e und noch

Die französisch-englischen Streitkräfte an der Yser besitzen nach der Brüsseler Zeitung „La Belgigue" eine Gesamtstärke von 600 000 Mann. Zahlreiche Zuschriften an die Brüsseler Zeitungen sprechen nach der „Magde­burger Zeitung" ihre Entrüstung darüber aus, daß Bel­gien in den Kämpfen an der User ausschließlich im eng­lischen Interesse die Hälfte seiner Streitmacht geopfert hat, während die Engländer zur Verteidigung von Ant­werpen bloß 8000 unausgebildete Freiwillig dazu drei Tage vor dem Fall entsendet hab«

Der Spezialkorrespondent der „Daily Mail" in Nordfrankreich spendet der deutschen Feldartillerie hohes Lob, der es möglich sei, stets an den bedrohten Punkten rechtzeitig zu erscheinen und mit ein oder zwei Batte­rien den Eindruck zu erwecken versteht, als sei eine un­geheure Anzahl Geschütze dort postiert.

en.

Das unfehlbare englische Werbemittel.

^ London, 12. Dezember. (T. U.) Das englische Kriegsministerium hat in allen Tageszeitungen große, über eine ganze Seite gehenden Inserate veröffentlicht, in denen eine Reihe von Namen dekorierter Soldaten aufgezählt sind und die jungen Leute aufgefordert wer­den, sich anwerben zu lassen, um sich in dem Kriege auch das Viktoria-Kreuz zu erwerben und sich den Dank des Vaterlandes zu sichern. Die Zeitungen, die sich mit der nüchternen Art der Werbereklame nicht einverstanden erklärten, hoffen von dieser Maßnahme wirksameren Erfolg.

Angriffsversuch englisch-französischer Flieger.

o-^Antwerpen, 12. Dezember. (T.-U.) Der „Tele- graaf" meldet aus Sluis: Englische und französische Flieger versuchten wiederholt die deutschen Benztnöe- pots zu bombardieren. Da die Deutschen nur einen ge­ringen Benzinvorrat in Belgien zur Verfügung haben, müssen sie fortwährend während der Nachtstunden die Stellung ihrer Benzinöepots verändern, um den not­wendigen Betriebsstoff vor den feindlichen Angriffen zn sichern.

Eine englische Darstellung der Kämse um Lodz.

Die „Politiken" gibt, nach der „Nationalzeitung", eine Schilderung der Kämpfe bei Lodz wieder, wie sie der Korrespondent der „Daily Chroniele" seinem Blatt in London telegraphiert. Er schreibt: Erst jetzt, wo der Kampf vorüber ist, kann man sich einen Begriff machen von seiner Heftigkeit und gewaltigen Ausdehnung. Süd­lich und östlich von Lodz wurden die deutschen Streit­kräfte von dem Hauptheer abgeschnitten: dagegen rück­ten die Deutschen westlich von Lodz ungehindert vor und

„Na, darüber läßt sich ja später noch sprechen," meinte der Alte. —

Eine Weile schwiegen sie. Dann fragte der Ka­pitän:

„Weißt Du, wo die Diesterwegs sich jetzt aufhalten?"

„In Berlin, Vater, wo Fred Diesterweg seine ge­schäftlichen Pläne verfolgt. Das Auswärttge Amt soll sich für seine Pläne sehr interessieren."

„Wünsche dem jungen Herrn alles Glück. —Na, und Fräulein Ellen?" fragte er mit einem Seitenblick auf Heinz.

Diesen: stieg das Blut in die Wangen. „Es geht Ellen gut, Vater," entgegnete er kurz.

„Sie soll ja wieder verlobt sein . . ."

„Das ist nicht wahr, Vater!"

„Nun, Du mußt es ja wissen — hast ja neulich einen Brief von ihr erhalten . ♦ ."

Der Alte ging in das Haus, um sich eine neue Pfeife zu stopfen. Auch Heinz erhob sich und begab sich langsam nach dem hinteren Teil des Gartens, der so manche liebe, freundliche Eririnerung für ihn umfaßte.

Aber auch hier war es anders geworden. Wo frü­her sich eine blühende grüne Ligusterhecke zwischen den beiden Nachbargrundstücken hingezogen, da erhob sich jetzt kalt und grau eine hohe Mauer, die noch dazu durch eine Lage spitzer Glasscherben gekrönt wurde, damit nur ja niemand sie überklettern konnte. Der alte Wallrmtz- baum, der ehrwürdigeZeuge ihrer Kindersreundschaft und ihrer Jugendliebe, war dieser kalten, gleichgültigen, häß­lichen Mauer zum Opfer gefallen, und wüst war der Platz, an dem einst Ellens warme Lippen ihn geküßt. Ueber der Mauer hinweg aber sah man die neuen Bau­ten der Mietskasernen emporsteigen, die ihrer Fertig­stellung entgegengingen. Lärm und Gepolter war da drübnr, wo früher weihevolle, vornehme Ruhe geherrscht- die schönen Rasenplätze waren zerstampft, hie farbigen XMiiii verschWnndem bis orächttamr Es Bünmö

richteten die Beschießung gegen die Stadt. Die isolier­ten beiden deutschen Armeekorps wandten sich gegen Norden und versuchten, bei der kleinen Stadt Brzeziny die russischen Streitkräfte zu durchbrechen, um in Ver- bindlmg mit den deutschen Truppen zu treten, die auf Bei dem Orte

der Linie Zgierz-Brzeziny standen. Brzeziny selbst dauerte der Kampf ne

Brzeziny selbst dauerte der Kampf neun Stunden. Die Stadt ist gänzlich vernichtet und die Verluste sind auf beiden Seiten recht erhebliche gewesen. Das Artillerie­feuer, war mörderisch. Zu Beginn des Monats Dezem­ber richteten die Deutschen heftige Angriffe auf Lodz, das zu dieser Zeit fast vollkommen von den deutschen Heeren umzingelt war. Die Beschießung war so gewaltig, baß große Verheerung in der Stadt Lodz angerichtet wurde. Viele Bewohner wurden getötet, und ein Teil der Stadt ist in Schutt und Asche zerschossen worden. Das Feuer war hauptsächlich gegen die Eisenbahn und den Bahnhof gerichtet. Die russische Artillerie war nicht imstande, die Stellung der deutschen Kanonen ausfindig zu machen, um sie zum Schweigen zu bringen- erst einem Erkun- digungsflieger ist es gelungen, einen Teil der Stellung aufzuklären. In der Nacht des 4. Dezember hatten die Angriffe der Deutschen ihren Höhepunkt erreicht: 70 Ka­nonen spien zu der Zeit auf beiden Seiten ihr Feuer, und schrecklich war der Kanonendonner, der viele Mei­len hin die Luft durchtönte. Darauf erfolgte ein gewal­tiger Angriff der deutschen Truppen, die unter dem mörderischen Feuer der russischen Artillerie, von den elektrischen Scheinwerfern beleuchtet, vorgingen. Eines Tages wurde im Kriegsrat beschlossen, Lodz den Dent» schen preiszngeben, da man es auf die Deuer nicht halten zu können glaubte, und es auch bedeutungslos (natür­lich!) für die weiteren Kämpfe sei. Aber am nächsten Tage stieß der Generalstab seine Order wieder um. Lodz durfte nicht geräumt werden. Etliche Tage später richteten sich die deutschen Angriffe gegen Lodz und die Schlacht hatte sich so gewendet, daß man sie dem Gegner überlassen konnte.

Fortschreiten der ukrainischen Bewegung.

^ Bukarest, 12. Dezember. (T.-U.) In Rußland wurden bisher gegen 600 hervorragende Führer der ukrainischen Bewegung in aller Stille teils verhaftet, teils in entlegene Gegenden geschickt. Das weitere Er« scheinen aller ukrainischen Zeitungen wnrde verboten. Sämtliche ukrainischen Vereine sind aufgelöst worden. Trotzdem schreitet die revolutionäre Bewegung fort.

Zwei russische Munitionszüge zusammengestoßen.

®s* Berlin, 12. Dezember. (WTB.) Auf einen ni* tzilistischen Anschlag wird der Zusammenstoß zweier rus» sischer Munitionszüge zurückgeführt, deren 71 Wagen laut „B. L.-A." ber der Explosion in die Lust flogen.

Französische Zugeständnisse.

^ Paris, 12. Dezember. (T.-U.) Ludovic Naubeau, der Spezialkorrespondent des „Journal" in Petersburg gibt jetzt zu, daß die anfänglichen Erfolge der Rnsien in der Nähe von Lodz nur eine lokale Episode geweieu sind.

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Vom österr.-ungar. Generalstab

In Galizien noch keine Entscheidung.

^ Wien, 11?Dezember. wlr«^emekbel^

Unsere Operationen in den Karpathen verlanfen plan­mäßig. Der Feind leistete gestern zumeist nur Nach, hntenwiderstand, welcher geworfen wurde. In Galt» zien ist noch keine Entscheidung gefallen. Wo die Ruf» sen angriffen, wurden sie unter schweren Verlusten zu» rückgewiesen. Die Rnhe an unserer Front in Polen hielt auch gestern an. Przemysl ist vom Gegner nur ein­geschlossen, nicht angegriffen worden. Die stets unter» nehmungsfreubige Besatzung beunruhigt die in ach­tungsvoller Entfernung vom Fortsgttrtel sich halten» den Einschlietznngstrnppen fast täglich dnrch kleinere und größere Ausfälle.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabeö. v. Höfer, Generalmajor.

Vom serbischen Kriegsschauplatz.

Wien, 11. Dezember. Vom südlichen Kriegsschau­platze wird amtlich gemeldet:

Auf dem südlichen Kriegsschauplätze keine wesent­lichen Vorfälle. Die angeordneten Verschiebungen voll­ziehen sich im allgemeinen ohne größere Kämpfe mit dem Gegner.

gefällt, und Sandberge, Kies- und Kalkgruben an ihr« Stelle getreten.

Heinz seufzte unwillkürlich leicht auf.

Ja, — alles war anders geworden — auch sein Le­ben hatte sich verändert, auch sein Leben muhte auf einem anderen Grund neu aufgebaut werden.

Seine Laufbahn als Seemann konnte er nicht wei­ter verfolgen, das fühlte er sehr wohl. Die Arbeit auf hoher See, in Wind und Wetter, in Sturm und Regen, Kälte und Nässe, vermochte er nicht mehr zu leisten. Ein leicht wühlender Schmerz in seiner durch das Geschoß zerrissenen Brust mahnte ihn stets daran, daß seine Kraft nicht mehr ausreichen würbe, das rauhe Leben des Seemanns weiterzuführen.

Aber was sollte denn aus ihm werden? Sein gan­zes Leben lang konnte er doch nicht „vor Anker liegen", er war doch noch zu jung, um in lässiger Untätigkeit - dahinzuleben, es verlangte ihn nach Tätigkeit, nach Ar­beit da draußen in der weiten Welt, die sich mehr und mehr dem deutschen Unternehmungsgeist, dem deutschen Handel und Verkehr geöffnet hatte — es war eine Lust zu leben in dieser Zeit des Aufschwunges, wo der deutsche Aar stolz seine Schwingen selbst im fernen Osten ent­faltete, um Ruhm und Ehre zu erringen, um Wohl­stand und Reichtum für das Vaterland zu erwerben.

Und er sollte untätig dasitzen, ein armseliger Inva­lide? So sann und grübelte er, und wußte keinen Aus­weg für seine Sehnsucht und für — seine Liebe.

Ja, auf seine Liebe, die ihm unter Sturm und Wet­ter so herrlich erblüht war, mußte er Verzicht leisten- Was konnte er Ellen sein, — was konnte er ihr bieten, als ein armseliges Leben in dem kleinen, elterlichen Hause?,

Fortsetzung folgt.).