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Kitchener orakelt.
^ÄL^XVP.W dem „B. L.-A." gemeldet« """" " ~ r ' )e Kriegsminister
Krreg von einem nord-
Zltm erstenmal ließ jetzt der englisch Lord Kitchener sich Ar den «g v.„ „„ amerikanischen Berichterstatter interviewen. Er'"er- klärte, daß die Deutschen in einenr Punkte recht hntiptt üblich in ihrer Auffassung, H der Krie/L ein Jahr dauern würde. Sie hatten aber unreMt ibidem sie glaubten, daß sie siegen würden ^ im Westen sei ein Mißerfolg nnd E werden. Die Deutschen im Westen erschöpften sich, weil ihre Armee, die vor Monaten ihre größte Stärke und ha^ES hatte, nunmehr auf allen wich- tigen Punkten Gelände verliere und in einer endlosen Kette von Schützengräben liege. Selbst wenn Paris genommen würde, sollte der Krieg noch fortgesetzt wer- den. ,.Ja selbst wenn Deutschland die franMchenKa- Wlitadie erobere und in England einbräche, würde der Krieg fortdauern, so lange bis Deutschland besiegt wor- öen sei. Der Berichterstatter fragt schließlich, wie lange dEr.I^ieg nach Kitcheners Meinung noch dauern sollte. „Nicht weniger als drei Jahre war die Antwort. — Es und Widerspruchsvoll, M Kitchener den &Sd^ Paris, die Küsten- stadte und selbst englisches Territorium zn besetzen.
Der Dank des „Gefallenen".
In einem kleinen Orte bei Nordbansen sollte eine bekannte Ortspersönlichkeit, ein Reserve-Hauptmann, im Me gefallen sein. Das Lokalblatt brächte einen herzlichen Nachruf, der allen Leuten überaus wohl ge- rel und sogar das uneingeschränkte Lob des „Gefallenen" fand. Aus einem Lazarett erhielt nämlich die Redaktion folgende anerkennende Zuschrift: „Tiefbewegt habe ich ceben den mir gewidmeten Nachruf gelesen. Nun weiß ich doch wenigstens, was ich im Leben wert gewesen Bin. Hauptmann . . . zurzeit verwundet."
Würden das die deutschen Barbaren tun?
, Einer Feldpostkarte aus der Gegend westlich von Renns entnehmen die „Hamburger Nachr." folgendes: Vorgestern mittag hat englische schwere Artillerie in die Studie unseres Dorfes geschossen, da sie uns beim Gottesdienst wähnte, der aber 20 Minuten vorher beendet war. Solche Schufte! Wir würden das nie tun!
Verhaftung von Spionen in Konstantinopel.
Die Polizei in Konstantinopel hat sieben Japaner festgenommen, die in verschiedenen übelberüchtigten Gasthäusern gehaust hatten. Angeblich sind es Händler.
Sie geben an, Chinesen zu sein. Sie hatten auch chinesische, von der chinesischen Botschaft in Paris ausgestellte Pässe. Merkwürdig ist, daß diese „Händler" als einzige fremde Sprache nur die deutsche beherrschen und ferner, daß sie alle im Besitz von geographischen Karten waren.
Strafe für einen falschen Roten-Kreuz-Sammler.
Die Strafkammer in Cöln verurteilte den Schneider
Louis Escher zu zwei Jahren Gefängnis und vier
Wochen Haft, weil er als angebliches Mitglied des Roten Kreuzes mit falschen Papieren zahlreiche Leute zu Zahlungen und Beiträgen für das Rote Kreuz veranlaßte, die er dann für sich verwandte.
Das Schicksal des Burenführers Beyers.
Amtlich wird aus Pretoria gemeldet: Es ist noch unsicher, ob General Beyers, der Führer der Buren in
Transvaal, der nach einer Johannisburger Meldung von einer Kugel getroffen worden war, den Tod gefunden hat. Während eines scharfen Gefechts am Ufer des Baal-Flusses wurde Beyers mit einigen anderen beschossen, und man sah, wie Beyers vom Pferde stürzte und stromabwärts getrieben wurde. Er verschwand bald darauf im Wasser.
Ein Stoßseufzer aus dem Schützengraben
ging dieser Tage dem deutschen Zentral-Komitee vom Roten Kreuz in Gestalt folgenden poetischen Ergusses zu:
Viel Steine gibt's und wenig Brot,
Ein Reservist leid't bitt're Not. Dieweil im Krieg zu jeder Frist Der Hunger doch das Schlimmste ist.
Sollt stich nicht finden dort ein Mann, Der Wurst und Schinken machen kann? Und der dann noch mildtätig wär'
§u geben ein klein wenig her?
s bittet herzlichst drum als Christ
Ein armer, armer _ .
Reservist.
Selbstverständlich wurde für den „armen, armen Reservisten" sofort eine „Futterkiste" gepackt und ab- gesandt.
Sewets Schicksal
Zei
Die Nachricht von der Gefangennahme des Burenführers Dewet durch die Engländer beziehungsweise die Unionstruppen hat naturgemäß gerade in dem stammverwandten Holland sehr schmerzliche Gefühle geweckt. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant erzählt, daß nach der Veröffentlichung der Meldung in der Z tung ein Leser sofort telephonisch das Abonnement auf das Blatt abbestellte, da er nicht länger eine Zeitung lesen wolle, die die Meldung von der Gefangennahme Dewets überhaupt veröffentlicht. Im Übrigen knüpft das Blatt an die Meldung selbst noch folgende Betrach-
Dewet auf der Farm umzingelt war, ttber- gab er sich, ohne einen Schuß zu tun. Hatte ^in Kommando vielleicht keine Patronen mehr, ww öie ,,Emden , als sie, auf den Kokosinseln gestrandet, den Kumpf aus Mangel an Munition einstellen lnußte? Das ist sehr wohl möglich. Aus verschiedenen Berichten scheint sich zu ergeben, daß die Aufständischen an Munitionsmangel leiden. Auch hat die Erklärung sehr viel für sich, daß Dewet nach der humanen Art, die die Buren auch m ihrem Kriege gegen die Engländer so vft.bewiesen haben, kein unnötiges Blutvergießen verursachen wollte, da die Situation doch verloren war. So wurdedenn der einst von den Engländern nicht zu fassende Mann gefangen, und zwar durch einen fncheren Burcwkom Mandanten, den jetzigen englischen Obersten Brus, ge fangen durch Buren. Die Ortsangabe kommt uns n dem Telegramm etwas sonderbar vor. Hundert eng lische Meilen östlich von Mafekmg gelegen, ist der Ort Waterburg hiervon weiter ab als von Pratoria uno Krügersdorp. Warum wurde Mafekwg genannt uno wurde dazu gemeldet, daß Dewet westwärts zog? «ome etwa (von den Engländern) der Eftrdruck erweckt wer den, daß Dewet auf dem Wege nach'Deutschsüdwestvoau
Welches wird nun Dewets Los sein? Wir ver wüten, daß die Regierung der Union in einiger Ber legenheit ist. Sie hat den Mstandischen, Heimgingen, Straflosigkeit zugestchert, Er die Anführer davon ausgenommen. Bestraft sie aber die Anführe , dann kann sie Dewet nicht unbestraft lassen. AVer stelle man sich einmal vor, daß Smuts über Dewet zu Gericht sitzen soll! Und was sollte die Strafe setn.Et- wa die Kugel? Ganz undankbar. Die Buren lieben es
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auch sticht, gleich zum Aeußersten zu greisem Kann man sich aber Dewet im Gefängnis vorstellen? Begnadigung
Helden aus dem Burenkriege wurde
?rb sAede^ schwierig sein, ohne sie auszudehnen auf die bereits gefangenen Führer, die sich schon alle mehr hnftpn0 grEn Freiheitskriege bervorgetan haben. Soll aber die Regierung ihre politischen Gea- "er so einfach laufen lassen? Sie ist in der Tat in einer schwierigen Lage. Aber wie mag Dewet selbst zu Mute ,ein? sicherlich, er ist ein frommer Mann und ein Mann von eisernem Charakter, er wird auch in der Erniedrigung groß sein."
Das Blatt meint, daß von den großen Burenführern M nur noch Beyers übrig ist, den die Engländer zu Mgen suchen. Semen Anhang hält das Blatt nach der Gefangennahme Dewets nicht mehr für groß.
tz von den großen Burenführern
Kleine Iladiriditen.
Raubmord an einem Landsturmmann. Der Land- r FWnann Löcker von der 1. Kompagnie des Landsturm- bataillons Krefeld, der sich in Löwen befindet, ist in der Nacht $um Sonntag in einem Hohlwege, den er bei der Rückkehr von feinem Posten passieren mußte, erschlagen worden. Die sofort nach Bekannuverdeu des Verbrechens am Tatort vorgenommene Untersuchung hat ergeben, daß es sich um einen Raubmord handelt.
Ein ganzes Vermögen verloren. Die „B. Z. am Mittag" meldet: Ein Opfer des wegen Betrügereien in Dresden verhafteten Mirbt aus Schöneberg ist ein im Norden Berlins wohnender Arzt geworden, der sein ganzes Vermögen von 28 000 Mark eingebüßt hat. Aus Schwermut darüber hat er sich mit Morphium vergiftet.
Ein Franzose im deutschen Blinde,rasyl. Aus Schwablsch-Gmünd wird berichtet: Im hiesigen Blin- denasyl befindet sich seit kurzem ein erhlindeter Franzose, ein Bauernbursche aus Südfrankreich, dem durch einen Kopfschuß der Sehnerv zerstört wurde. Nach längerem Aufenthalt in mehreren Lazaretten wurde er jetzt dem Blindenasyl überwiesen, um hier das Korbflechten zu erlernen. Die sämtlichen Unkosten werden von der Militärverwaltung bestritten. Der unglückliche Blinde ist für die ihm zuteil werdende Fürsorge sehr dankbar.
Vermischtes.
Das Brautbukett vom Kriegsschauplatz. Eil, Braut- bukett nicht alltäglicher Art erhielt die Bahnverwalterstochter Lina Huber in Haidhof (Opf.) am 26. November, eine Stunde vor ihrer Hochzeit vom Kriegsschailplatz, gepflückt unter Kanonendonner und schwerem feiitdlichen Granatfeuer von ihrem Vetter Kammleiter aus Regerls- burg. Das Sträußchen ist gewunden aus Cypressen, Preitzelbeergrün, Jlex und Ginster, darunter zwei feindliche Geschosse. Dazu schrieb der Gratulaiit u. a.: Leider kann ich Dir momentan kein anderes Geschenk zur Hochzeit machen, als dieses kleine, von mir selbst gepflückte Sträußchen, verziert der Zeit entsprechend mit einigen uns manchmal verhängnisvoll geworbenen Kugeln. Unter feindlichem Granatfeuer, am 23. November in
L., nachmittags 3 Uhr 15 Minuten." — Das einzigartige Brautbukett wurde von der Hochzeitsgesellschaft gebührend bewundert.
Die bestraften Gefaugeuenbesucher. Aus dem Ge
fangenenlager Friedrichsfeld bei Wesel schreibt man der „Bergischen Arbeiterstimme": Das Gefangenenlager übt eine große Anziehungskraft auf die Bewohner des angrenzenden Industriegebiets aus. Besonders sind es die Vertreterinner, des „schwächeren Geschlechts", die ihre Neugier nicht büttdigen können und mit aller Gewalt „persönliche Verbindungen" mit den Kriegsgefangenen suchen. AbgLichnüteue Uniformknöpfe sind ein beliebtes Handelsobjekt, und manche „Dame" schätzt sich glücklicher im Besitz eines belgischen, französischen oder englischen Kommißknopfes, als wenn ihr eine glo- dene Brosche verehrt würde. Der Zutritt zum Gefangenenlager ist Unbefugten streng untersagt. Eine militärische Postenkette sorgt für Jnnehaltung des Verbots. Als sich nun vor einigen Tagen besonders aufdringliche Damen an die Kriegsgefangenen heranmachen wollten, den Wachtposten festgenommen und dem
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sich glücklicher im
erlins, in
wurden sie von U„ —„._, ,_ , wachthabenden Offizier vorgeführt. Der Offizier fällte folgendes salomonische Urteil: Die verhafteten Frauensleute sind in die Lagerküche zu führen, allwo sie zur
Strafe 3 Stunden Kartoffeln schälen müssen!
Eine Erbschaft, die andere verinbeln. Leutnant Sch. in Cöln machte Weihnachten voriges Jahr eine Erbschaft von 53 000 Mark. Das Geld lag in seinem Sekretär in recht guten Wertpapieren. Während der Leutnant mit feinem Burschen im Manöver weilte, wurde das Geld gestohlen. Der Bursche hatte die Bekanntschaft der Kaffeeköchin Therese Hort gemacht und dieser redselig von dem Schatze erzählt. Die Hort teilte das Gehörte dem Schuhmacher Peter Karkowz mit, der noch einige andere in das Geheimnis zog. Die Bande, bewerkstelligte dann den Raub. Man setzte einige tausend Mark in Cöln ab, zog aber mit dem meisten Gelde nach Antwerpen. Als bei Krieasbeginn die Ausweisung kam, wurde die Polizeibehörde der Täter habhaft. Der bestohlene Offizier erhielt fast nichts mehr von dem Gelde zurück. Die Strafkammer verurteilte die Betrü- ^ giÄS?« der Mark. In der siegreichen Generalfeldmarschall Äinöenbura nennen möchten, ist es nicht unintere ant, daß wir schon lang,t eine Ortschaft in der weiteren Umgebung Berlins in der Mark besitzen. Sie hat 249 Einwohner und liegt in der Uc^ermark im Regierungsbezirk Potsdam. Aber auch wüst ist der Name Hindenburg noch mehrmals ver- tre^m^So liegt ein Ort dieses berühmten Namens im Kreise Templin, zwei andere liegen in Pommern und in der Provinz Sachsen. Der Name unseres Siegers von den Masurischen Seen und Lodz dürfte alw so leicht "^SSÄ '•mT' . SW«»«»««. Der Qriea zeitiat merkwürdige Ergebnisse. Zu den seltsamsten Äeschehnftsen dürfte aber eine Kindesaussetzung aeüören, die jüngst in einem Schützengraben in der tfahe von Vrzemysl von einem Oberleutnant Mtgestellt wurde Es war in der Nähe der Hügel von Magtera.
dem Feldpostbriefe, in dem der Oberleutimut um Spenden für das Kind bittet, das den Namen „Maglera- ttnd" erhalten hat, berichtet er in der österrelchnchen Volkszeitung folgendes: Am Nachmittag des 25. Okto- be? war es als einer der Verteidiger, ein bosmscher Jn- iantE in einem Schützengraben ein Knablem fand. Woher war es gekommen? Niemand wußte es. Ein Semdlein als Kleidung, zwei in Papier gewickelte Zehn- oellerstücke als Kapital, das war alles, was das Knab- kein bei sich hatte. So lag es hier inmitten der Gefahr und des Todes Nichtsayneud von den Gefahren, die -s umaeben lächelte es die Soldaten, denen es sehr zu- aetaTSen freundlich an. Als sich der Abend über Lg hsutiae Feld senkte, brächte ein Soldat das Kind nach ?Mem^HerrenSau;" am Fuße der Magiern, wo das Kommando Quartter hatte. In liebevollster Weise nahmen ück> die Herren des Verlassenen an; eine Sammlung ergab 170 Kronen. die es ernröalichten, das Kind mit dem
Notwendigsten auszustatten. Der Rest wurde des
Stadtgemeinde Przemysl, lvohin das Kirtd vorläufig ist
Pflege gettommetl ivltrtze, übergeben.____________________
Aus der portugiesischen Alollenchronik?
Seit der päpstliche Machtspritch vom 6. Mai 1493 die Kolonialwelt zwischen Portugal und Spanien aufteilte, ist das kleine Reich im äußersten Westen Europas nach kurzer Blütezeit schnell 31t politischer Ohnmacht verab- aesnnken und in der seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Abhängigkeit von England and) wirtschaftlich ruiniert worden. Heute ist das portugiesische Heer bedeutungslos. die kleine Schiffsumcht nur eine Operetteu- flotte. Wie es in dieser Hinsicht steht, mögen ein paar Vorkommnisse zeigen.
Die an der Delagoabai strategisch so widjtig gelegene Stadt Lourenco Dtarques ist nach der treffenden Bemerkung eines weltbefahrenen Mannes der Feder, des vor einigen Jahren verstorbenen Stechn v. Atoüc, „in der Theorie portttgiesisch, in der Praxis britisch". Die Gonvernenre sind natürlich, um die äußere Form zu wahren, portugiesisch, und das bleibt für alle, die an kolonialem Humor ihre Freude haben, sehr er* wünscht. Gewiß ist es traurig, daß unter der Wirtschaft dieser Herren das fruchtbare Hinterland nnerjdjloffen bleibt und mit den Naturschätzen und Eingeborenen Raubbau getrieben wird wie nur je im Konavstnatej dafür aber liefern die edlen SenoreS unerschöpflichen Stoff für den Klistenklatsch und sorgen dafür, daß die afrikanische Langeweile erträglich wird. Lag da eines Tages ein portugiesisches Kanonenboot im Hafen, ein alter Kasten, der aber völlig ausreichend die Wlirbe des Heimatstaates repräsentierte. Es war gerade ein Fest, und die Offiziere und die ga»>ze Mannschaft waren aus diesem erfreulichen Atilaß natürltd) an Land. Als sie
diesem erfreulichen Anlaß ...........,
nach vielen fröhlichen Stunden an Bord znrückkehreu wollten, fanden sie ihr schönes Schiff gekapert. Ein Abenteurer namens White hatte mit einer Rotte Spießgesellen das Kanonellboot als gute Prise erklärt und es sich darauf bequem gemacht,« 20 000 .#, eigentlich ziemlich bescheiden, verlangte der Brave für die Zurückgabe. Der Golwerneur drohte, mit den alten Kanonen der Strand- batterie auf das Boot zu bölleru. Aber der Pirat ent* gegnete kühl, seine Geschütze seien schließlich die besseren, und er könne jederzeit seine Position ändern, die Stadt aber nicht!.....Was der Gouverneur, Tenor Machaelo, einsah. Er schickte die 20 000 .// an Bord, worauf Meister White und Genossen in einem gleichfalls aefaperten Kutter das Weite suchten. Als der Komnmn- öant des Kallouenbootes sich pflichtschnldtast an die Verfolgung der Piraten machen wollte, nuthre er die unangenehme Entdeckung madjen, daß diese klugerweise alle Ventile und Dampfhähne abgeschraubt und mitgenommen hatten.
Gut ist eine Geschichte, die sich in Mozambtque ab- spielte und so merkwürdig ist, daß sie ausdrücklich auf die Verantwortung des oben genannten Autors hin er-
. „ en genannten Autors hin er
zählt sei. Als der Dampfer „Gouverneur" vvu der Deutschen Ostafrika-Linie vor Mozambtque einmal ein* traf, lag gerade das vortitgiesische Geschwader im Hafen. Wie das so üblich ist, lud der Kapitän den Admiral und
die ranghöchsten Offiziere, etwa zwanzig an der Zahl, zu einem Festessen ein, war aber ebenso erstaunt wie entrüstet, als nur der Höchstkommandterende mit zwei
Adjutanten erschien, die im übrigen die gebotenen Tafelfreuden mit vollem Verständnis würdigten. Als man es sich beim Nachtisch gemütlicher madite und der gute Wein seine forgcnbred)cnbe Schuldigkeit tat, wurde die rätselhafte Sache aufgeklärt. Die Marilleoffiziere hatten bei der gewolinheitsmüsiigen Leere der portugiesischen Staatskasse seinen Sold mehr bekommen, und als die Einladung kam, stellte es sich heraus, daß die Uniformen recht abgetragen waren und aus den Garderoben des ganzen Offtzterkorps nur drei einwandfreie Galauntforlnen zusamlllenaestellt werben konnten. Die eine nahm natürlich der Admiral, die beiden anderen wurden ausgelost. .. . (Mü. N. N.)
von den letzten Taten der „Emden".
Die englischen Zeitungen brnefen eine Depesche des Reuterschen Spezialdienstes ab, die mit der Bemerkung versehen ist: „Ueber die letzten Tage der Emden". Diese Depesche ist scharf zensuriert worden. Nach einem Reu- tertelegramm hat einer der gefangenen Schiffsoffiziere der „Emden" folgende Einzelheiten gegeben:
Einige Wochen vor dem Untergänge war die „Em- öen" von jeder Verbindung mit der deutschen Regierung abgeschnitten und sonnte sich nur durch aufgefangene gunksprüche orientieren. Auch an Bord der gekaperten chiffe gefundene Zeitungen dienten zur Information.
Den dort enthaltenen Schiffsnachrichtell entnahm sie die Abgangszeiten der Schiffe und kaperte sie dann an einem bestimmten Punkte, den die Schiffe passieren niußten. Die „Emden" konnte verschiedene Passagierdampfer fa= pern, tat es jedoch nicht, mit Rücksicht auf die Frauen und Kinder an Bord. Die von der englischen Presse verbreitete Nachricht, daß die „Emden" ben russischen Kreuzer „Temtschuk" unter japanischer Flagge angegriffen habe, wird bestritten. Die „Emden" hat nur erfahren, daß ein Kreuzer mit vier Schornsteinen in der Nähe fei und maskierte sich infolgedessen mit bem vierten Schornstein, um von anderen Fahrzeugelt für das feindliche Schiff gehalten zu werden. Die Einfahrt in ben Hasen, wo die „Temtschilk" lag, war sehr schwierig, da die „Emden" keine Lotsen an Bord hatte. Als die „Emden" nahe genug herankam, eröffnete sie sofort das Feuer auf ihn und beendete ihr Vernichtungswerk mit zwei gut gezielten Torpeboschüfsen.
Der Offizier erzählt, daß die Kapitäne der gekaperten Dampfer in der furchtbarsten Weise fluchten, namentlich einer, dem von den Behörden versichert worden war, daß die „Etüden" miltdestens 3000 Meilen von Kolombo entfernt sei, und er eine Stunde darauf gekapert wurde. Als die „Emden" sthließlich bei Kee- ling Island von der „Sydney" angegriffen wurde, wußte ' sie nicht, daß die australischen Truppentransporte in so unmittelbarer Nähe gewesen waren. Sie glaubte, daß sie mindestens zwei Tagesreisen entfernt seien. In dem
Kampf mit der „Sydney" waren die ersten Schüsse des australischen Kreuzers wirkungslos, während die ersten
Schüsse der „Emden" trafen. Die schweren Geschütze der „Sydney" brachten die „Emden" jedoch zum Sinken. Der Offizier erklärte noch, daß er außerordentlich bedauere, daß sie nicht gewußt hätten, daß die australischen Transporte so in der Nähe gewesen seien, sonst wären sie sicher darauf losgegangen, auch wenn sie gewußt hätten, daß die völlige Vernichtung Ihrer harre.
Weitere Drahtnachrichten.
Der Nachfolger Scmlers im Reichstage.
w= Wtlhelmshaven, 10. Dezember. lT. U.) Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Aurich- Wittmund wurde nach dem „B. L.-A." für den verstorbenen Abg. Dr. Seniler (Hamburg) sein nationalliberaler Parteigenosse, der frühere Reichstagsabgeordnete Sttesemann gewählt.