EMlt aMM Der DMEVEd suchke WO«- rich Sie.rumänische Regierung zum Angriff auf But, garten für den Fall zu verpflichten, daß dieses gegen Griechenland die Feindseligkeiten beginnen würde wenn Griechenland Serbien militärische Hilfe brächte'
Der ,A. L.-A." berichtet aus Wien: Hofort Lach- dem die Nachricht eingelaufen war, daß Belgrad ge- fallen sei, beries öer rumänische Ministerpräsident die Mitglieder der Regierung zu einem Ministerrat zusam- men. Dieser sprach sich in einem einstimmige» Beschluß dahin aus, daß die Besetzung Belgrads durch die österreichisch-ungarischen Armee die bisherige Haltung der Autzenpolitfk Rumäniens in keiner Weise beeinflusien ^kä^^r Beschluß wurde der Presse amtlich mitge- teilt. Nach dem Ministerrat besuchte der Präsident den österreichisch-ungarischen und den deutschen Gesandten.
Ein Protest der bulgarischen Presse.
Sofia, 9. Dezember. (WTB.) Die Presse protestiert gegen die Verhinderung der Durchfuhr für Bul- gartm bestimmter Waren durch Rumänien.
Gute Aussichten im Kaukasus.
Die Entwicklung der Ereignisse im Kaukasus, wohin sich jetzt mehr als auf die anderen Teile der kriegerischen Operatiouen unserer türkischen Verbündeten die Aufmerksamkeit konzentriert, scheint nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." aus Konstantinopel bald wichtige Entscheidungen bringen zn wollen. Man erwartet in einigen Tagen den Fall von Batum, einen der wichtigsten Stützpunkte Rußlands am Schwarzen Meere.
Begrütznngsartikel für Marschall v. d. Goltz.
Zu der bevorstehenden Ankunft des Generalfeldmarschalls Freiherr» v. d. Goltz Pascha, der vom Kaiser Wilhelm dem Sultan als Generaladjutant beigegeben wurde, in Konstantinopel, bringen die Blätter Begrü- tzungsartikel und betonen, daß Freiherrn v. d. Goltz Berufung eine Kundgebung der gegenseitigen freundschaftlichen Gesinnungen zwischen den beiden Herschern sei. Der Generalfeldmarschall werde mit den herzlichsten Gefühlen empfangen, zumal er Jahre hindurch seine Kräfte dem Fortschritt und der Hebung der türkischen Armee gewidmet habe.
Kaiserliche Ansprache an die Kämfer
im Osten
Brösln«, 9. Dezember. (L.-A.) Der Chef des Generalstabes der Armeeabteilung Woyrsch übermittelte der „Schles. Ztg." mit der Bitte um Veröffentlichung folgende Ansprache, die der Kaiser am 3. Dezember vor den Abordnungen der zur Armeeabteilung Woyrsch gehörenden Truppenteile und der österreichi
schen Truppen gehalten hat:
Kameraden! Ich habe mir Deputationen der im Osten kämpfenden Truppen hierher bestellt, weil es mir nicht möglich ist, Euch alle vorn in den Schützengräben begrüßen zu können. Ueberbringt Euren vorn kämpfenden Kameraden meine herzlichsten Grütze, sowie meinen kaiserlichen Dank und den Dank des Vaterlandes für Eure heldenhafte Haltung und Ausdauer, die Ihr in den letzten drei Monaten der russischen Uebermacht bewiesen habt. Bei nns zu Hause spricht man mit Recht, daß jeder im Osten kämpfende Mann ein Held sei. Ihr habt die Ehre, Schulter an Schulter mit dem Heere Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef, meines Frenndes und geliebten Vetters, zn kämpfen für eine gerechte Sache, für die Freiheit, für die Existenzberech» tignng einer Nation nnd einen zukünftigen langen Frieden. Wenn es auch noch lange dauern kann, wir dürfen dem Feinde keine Ruhe lassen. Wir werden weiter kämpfen mit Erfolg wie bisher, denn der Himmel ist anf Unserer Seite. Mit Gott werden wir nns einen langen Frieden erkämpfen, denn unsere Nerven sind stärker als
die unserer Feinde. , ,
Mein kaiserlicher Freund hat mir schon mehrfach die Tapferkeit der mit unseren österreichischen Brüdern znsammenkämpfenden Truppen hervorgehoben, »nd wie ich sehe, Euch durch allergnadigste Verleihung von Arszeichnungen seinen Dank gezollt. Wenn Ihr jetzt zurückkehrt in Eure Stellungen, nehmt Euren Kameragen meine herzlichsten Grütze mit nnd sagt ihnen, datz, wenn ich auch wieder nach dem Westen mntz, meine Gedanken stets bei Ench find und meine Augen stets anf Euch rnhen, als wenn ich hinter Euch starke. Und nun zum Schluß laßt uns unseren brüderlichen Gefühlen Ausdruck geben, indem wir rufen: Seine Majestät Kaiser Franz Josef und sein Heer: Hurra, Hurra,
Hurra!
Skiegsallerlei.
Witterungsumschlag in Ostpreußen.
W Königsberg, 9. Dezember. (WTB.) Jn cianz Ostpreußen ist gestern ungewöhnlich milde Witterung eingetreten.
Ein englischer Dampfer in den Grund gebohrt.
Laut einer Reutermeldung aus Santiago deEmle hat der deutsche Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich bei Corral den englischen Dampfer „Charcas in den Grund gebohrt. Er landete oie Besatzung in Papndo bei Val. paraiso.
Unruhen in Portngal. _,.
$e* Genf, 9. Dezember. (T. U.) Genfer Blätter veröffentlichen nach der „Dtsch. Tagesztg. Madnder Drahtmeldungen, wonach in ganz Portugal sie Verb f. tungen von Monarchisten fortdanern sv^ lamente haben stürmische Szenen si^tgefunden wegen der verfehlten Auslandspolitik der Regierung, msbe- sondere wegen der Mobilisierung. Die Bevölkerung zeigt wenig Begeisterung für den Krieg. BtSver uno zwei Schiffe mit 3000 Mann unter dem Kommando eines
Majors nach Afrika abgegangen.
Zwei deutsche Heldeu. _
Ausländische Blätter erzählen. von einer Helden-
&Ä Sie rückhaltlos Mwun-
wW^ S »i? »Ä» sich die hitzigsten Einzelkampfe. So wurden an einer Stelle deutsche Schützengraben von überlegenen ei g^ lischen Kräften, von indischen Truhen und zwei mw tischen Regimentern, angegriffen. Die Deutschen ten sich zurückziehen, denn dasStück des ine ^ auf dem sie stritten, war völlig abgeschlonem un reine Hilfe konnte ihnen von ihren Truppen Ä^ önf ftitr^fpn stellten sie sich Schulter an Schulter auf L br-uchK ^ -t»-- '- «MÄ EntIchl°!I-nS->t, daß sieM Jet mJSff“fÄ ten. Keine Zurufe, daß sie sich ergeben sollten, t 1 bei ihnen Gehör: sie Mienen fest entschlossen, an g und Stelle zu sterben. Immer naherrückten.die.AMU schon waren ihnen die Helme vom Kopfe gesch^gen, u zahlreiche Bajonette richteten sich gegen ihre Brust. Da sprang im lrtztM MLMÄ M ötßuf«« OflW/ sem
Mete üvMneüschNche Tapferreu DeMNidmmg elüflöNe, dazwischen, und rettete ihr Leben. 8
Die brave Tat eines deutschen Offiziers.
Ueber die Heldentat eines preußischen Kürassieroberleutnants, die verdient, in weiteren Kreisen bekannt ^.werden, wird berichtet: Bet dem Zurückgehe» einer ^vmpagnie vori Schirmindt waren einige Schwerver- "undete zurückgelassen worden. Erst später bemerkte Mn ihr gehlen. Da aber die verlassenen Stellungen im heftigsten ruffischen Gewehr- und Schrapnellfeuer Wen, erschien es unmöglich, die Verletzten zuritckzu- Msfen. Da gelang es dem mutigen Beispiel des Grafen Mielzynsry, Oberleutnant der Reserve im Bres- K»u»-Ä «kürasfier-Regiment, der sich zufällig in der Schützenlinie befand, und sich erbot, die Verwundeten zu holen, einige beherzte Leute empvrzureißeu. Trotz-
die Russen ihr Feuer noch verstärkten, kroch die kleine Schar unter Führung des Grafen M. den Hang hinauf, auf dem die Verletzten lagen. Auf dem Rücken liegend, wurden sie zunächst in Deckung geschleift, dann auf Zeltbahnen gelegt und so nach einem Häuschen ge- tragen. Selbst mit Hand anlegeno, vermochte Graf M. auf diese Weste mit seiner Freiwilligenschar alle Ver- wundeteu in Sicherheit zu bringen. — Es mag noch er- wähnt sein, daß Graf M. bereits vorher durch das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet wurde.
_ Ein englisches Hurra auf die „Emden".
Ein schwedischer Entdeckungsreisender, der kürzlich von einer Forschungsreise nach Ostasien zurückgekehrt ist, erzählt von der „Emden", daß ein norwegischer Seekapitän ihm erzählt hatte, wie er von dem Fahrzeug benutzt wurde. Der Kommandant Kapitän von Müller kam selbst an Bord und wollte Proviant kaufen. Das bekam er. v. Müller, der rvährend der ganzen Zeit angenehm und fein in seinem Auftreten war, fragte nun, ob der Norweger einige gefangene Engländer von einem Fahrzeug, das die „Emden" versenkt hatte, mit sich nelj= men wollte. Da diese Nichtkombattanten waren, antwortete der norwegische Kapitän: „Ja, wenn sie den gewöhnlichen Fahrpreis zahlen." v. Müller bezahlte, und nun kam eine ganze Schar Engländer an Bord. Sie waren alle in gemütlichster Stimmung. „Das deutsche Bier gefällt ihnen," lächelte v. Müller. Unö als die „Emden" davonbampfte, stellteri sich alle die früheren Kriegsgefangenen au die Reelings und brachten der „Emden" ein dreifaches Hoch aus auf ihre abenteuerliche Fahrt. Im übrigen war v. Müller der Held des Tages wohin er kam in den englischen Kolonien.
„Wie ich das Kreuz bekam."
Aus einem Feldpostbrief.
„Ich soll Euch, geliebte Eltern, genau erzählen, w« es war, als ich das Eiserne Kreuz bekam? Also hört:
Am 22. vorigen Monats ging cch gerade vorn Stabsquartier zum Quartier des Feldwebels neben dem Brunnen, wo auf steinernem Postament die eiserne Jungfrau von Orleaus steht. Am Brunnen stand mein Kompagniechef, Hauptmann C., jetzt Führer des 1. Bataillons. Ehe ich noch meine Ehrenbezeigung machen konnte, rief er mich an und sagte:
Guten Tag, mein lieber P., ich gratuliere Ihnen herzlichst!"
Zögernd ergriff ich seine Hand und sagte:
„Wozu denn, Herr Hauptmanrl, wenn ich fragen darf?"
„Zum Eiserneu Kreuz."
„Das habe ich doch gar nicht!"
„Doch, mein Lieber! Heute morgen, als ich in D. fortritt, kam gerade der Divisionsbefehl, und ich hätte Ihnen gern das Kreuz selber mitgebracht und Ihnen übergeben. Das geht aber alles seinen Dienstweg. Ich wünsche Ihnen von Herzen, 5nß der liebe Gott sie weiter beschützen möge und Sie das Kreuz ihrem Vater nach Hause bringen können!" r .
Der Hauptmann schüttelte mir nochmals die Hand, und ebenso der Reihe nach die herumstehenden Offiziere, Feldwebel und fast die halbe Kompagnie, die sich während des Gesprächs mit dem HaWtmann hinzugefunden hatte. Ich war ganz rot geworden und mir brannte das Gesicht. Und als die Gratulationscour vorbei war, unterhielt sich Hauptmann C. noch lange mit mir.
Am nächsten Tage waren wir Ordonnanzen zum Befehlsempfang im Bataillons-Geschäftszimmer, und in gewohnter Reihenfolge kamen allerlei Befehle und chließlich Regimentsbefehle:.....Durch Verfügung der . . Infanteriedivision vom 12. 10. Abt. II Nr. 481 sind folgende Kreuze zweiter Klasse verliehen worden: Hauptmann G„ Leutnants . . . . „ Gefreiter Ler Reserve P.I Hurra, das war also lch, wirklich ich! — —
Drei Tage später, als wir wieder in D. waren, saß ich in unserer Bude auf dem Stroh und rieb mir die Fitße mit Franzbranntroein ab, da rief mich von nebenan der Bataillonsschreiber in das Bataillons-Geschafts- zimmer. Ich hopste auf einem Bein, das andere nackt, in Hemdärmel hinein, und der Sergeant gab mir das ^",Eben sÄ die Kreuze angekommen, ich kann Ihnen das Ihrige gleich geben und gratuliere Ihnen noch-
steckte das Kreuz in die Hosentasche, brächte meinen Anzug in Ordmrng und legte das Kreuz auf den Tisch, an dem die Kameraden faßen. Das Kreuz war in starkes rotes Papier eingepackt, dann kam sei- denpapter und dazwischen lag das wetß-schwarz-weiße oenpapwr ^erad schnitt ein Stück davon ab, und Nwar es mit Hilfe der ebenfalls beilieaendeli Sicher- h? tsnadA im Knopfloch befestigt. Dann schnallte ich - f/u ^m Ausrücken aus der Garnison zum ersten Male das ^Seitengewehr ohne Patronentasche um, setzte den
$eInMfÄd6tW "wohlverwahrt im Brustbeutel _ ustd Gott gebe, daß der Wunsch meines Hauptmanns in Erfüllung gehe und ich es Dir, lieber Vater, tiber- geben kann! . . • @uer treuer Sohn Hans."
Vermischtes.
«Rätsel für die Feldpost. Ein Münchener Blatt bringt eine Anzahl von Postadressen, um zu zeigen, wie schiver d„r 8 wird, der raschen Beförderung aller sen- duimen Rechnung zu tragen. So wurde für die „Fuhr- n^rmnnne" ein Paket abgeliefert. Für Artillerie wendet einer die vereinfachte Schreibweise „Atolari" an.
auch für das „Zunobile Landw. Rat" 00?* £?e Munitionskolonne taufte eine Adressen-
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M's'tzt aÄ — „Regrutendebo" und „Recharuden- IUabt Rgt. ,^omberni", - „Cefala-Rgt." und „Cho- ^nsöreaement". — Manche Adressen kann man wenia- tens erra!en, andere geben allerdings unlösbare Rat- eI suf- ovs-rroilliger Hauswirt. In den Straßen Eens wurden kürzlich Zahlreiche schwarzgelbe Plakate ^aÄmaen vor denen sich die Passanten oft in ganzen Mrm anlannnelten. Hochruftz auf den Verfasser wur
den laut, itnö der Name des Wackeren war in wenige« Stunden stadtbekannt. Ein Wiener Hausbesitzer, der Selchermeister Johann Gahsamas. hat den hochherzigen Entschluß gefaßt, den Parteien in seinem Hause den Mietzins für den Monat Januar 1916 als Weihnachtsgeschenk zugute kommen zu lassen. Es heißt in dem Plakat u. a.: „Meine sehr geehrten lieben HanSherren- kollegen und Hausfrauen von Wien! Es ist Pflicht und guter Wille eines jeden Hausherrn und jeder Hausfrau, ihren Hausparteien in der jetzigen schweren Not- läge fröüliclie Weihnachten zu bereiten. Daher sehe ich mich veranlaßt, an meine lieben Haltsherrenkollegen und Hausfrauen sämtlicher 21 Bezirke Wiens das Ersuchen zu stellen, meine gutgemeinte patriotische Wohltätigkeit zu llnterstützen und womöglich nach besten Kräften unseren lieben Hausparteien samt Geschüftslellten die Sorge um den Zins für den Monat Januar 1915 zu erleichtern. Mein Patriotismus und meine Wohltätigkeit geherr dahin, daß ich mich als erster zeichne, sämtlichen etwa 40 Parteien samt Geschäftsleuten meines Hauses den ganzen Mietzins für den Monat Januar 1915 als Weihnachtsgeschenk zugute kommen ah lassen, um es zu ermöglichen, den zumeist armen Kindern doch ein kleines Christbänmchen aufbauen zu können nn6 ihre Eltern von der Sorge um den Mietzins von diesem Monat zu befreien. Außerdem sind in meinem Hause etwa zehn Parteien in zwei- bis dreimonatigem Rück- stand, welchelt ich gleichzeitig für nichtschuldig auerkenne.
3m Wald und aus der Heide.
Aus einem Feldpostbrief.
Nachdem wir am .... abwechselnd mit einem anderen Batailloir im Schützellgraben und in Alarmqnar- tieren lagen, wo sich im großen ganzen wenig ereignete und wir ziemlich viel Ruhe hatten, atlig am 28. 9. mittags die Marschiererei los. Wir sollten aktive Truppen ablösen, die an anderer Stelle nötig waren. Um unsere neue Stellung zu erreiche«, hatten wir drei Marschtage nötig von je 30 bis 35 Kilometer. Für nns eine ungewohnte Sache, da wir seit August keine größeren Märsche mehr hatten. Am.... abends erreichten wir unser Ziel und wurden in der Dunkelheit in eicge Erd- löcher gesteckt, so gut es ging. Wir mußten die Nacht halb stehen, halb sitzend verbringen. Weil wir hier längere Zeit bleiben sollten, gaben wir uns schon beim ersten Morgengrauen daran, neue bequeme Wohnungen zu bauen, die ich ja schon verschiedentlich auf meinen letzten Karten beschrieben habe. Gleich am ersten Tage stellten sich auch prompt die ersten frattzösischen Granaten ein, die aber keinen Schaden anrichteten. Wir blieben hier weiter unbehelligt, nur die beiderseitige Artillerie wechselte alle Tage ihre Visitenkarte aus. An die ewige Bumseret haben wir uns aber schnell gewöhnt und regt uns das nicht mehr weiter aus. Wenn einmal eine etwas nahe an uns herankam, hörte man allgemein ein „oho" oder „langsam Männeken".
In der letzten Zeit wurde die Sache hier doch etwas lebhafter, so fanden auf unserem rechten Flligel nachts regelmäßig heftige Gefechte statt, wobei wir jedoch nicht beteiligt waren. Am .... versuchten sie einen Durchbruch weiter links unserer Stellung gegenüber. Wir wurden nachts gegen 2 Uhr alarmiert, konnten uns aber nach einer halben Stunde wieder aufs Ohr legen, da die in den Schützengräben liegenden Truppen allein mit dem Feinde fertig wurden. Morgens hatten diese 600 tote Franzmänner vor ihrer Stellung liegen. Wieviel Verwundete die Franzosen noch hatten, ist uns nicht bekannt geworden, nach der Anzahl der Toten geschätzt, werden es wohl immerhin 500—800 fein. Auf unserer Seite hatten wir nur 2 Tote und 14 Leichtverwundete.
Am .... tobte bis gegen Abend ein heftiger Artilleriekamps, wie ich ihn nie gehört hatte. Wir sagten uns sofort: „da stimmt etwas nicht," und wir hatten uns nicht getäuscht. Die rechts von uns liegende Brigade hatte einen französischen Radfahrer abgefangen, welcher eine Meldung bei sich trug, wonach abends 10 Uhr ein Angriff der Franzosen mit allen zur Verfügung stehenden Truppen auf unsere Stellung erfolgen sollte. Wir hatten nun Zeit genug, die nötigest Vorkehrungen zu treffen. Die Artillerie konnte noch bei Tage ihre Geschütze einstellen auf die richtigen Entfernungen und unsere Schützenlinien wurden nach Möglichkeit verstärkt. Heute durfte auch unser Bataillon mitkämpfen. Mit Einbruch der Dunkelheit war alles erledigt und wir lagen in einer Spannung in unseren Schützengräben und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Endlich gegen 11 Uhr bewegte sich etwas schwarzes gegen unsere Stellung heran. Die äußerste Ruhe herrschte in unseren Reihen. Du hättest die Leute einmal sehen sollen, wie sie den Atem anhielten, alle warteten gespannt auf das verabredete Zeichen zum Feuern. Die Franzosen waren auf Händen und Füßen Herange- rrochen bis auf 100 Metr. Jetzt noch einen Augenblick und — ein Pfiff — mit einem Schlage ging ein Geknalle und Geknatter los, das jeder Beschreibung spottet. Gleichzeitig setzte auch unsere Artillerie ein, die das ganze Gelände vor uns mit Granaten uüd Schrapnells überschüttete.
Diesen Höllenlärm zu beschreiben, dazu fehlen mir die Worte. Die Wirkung des Gewehr-, Maschinengewehr- nnd Artilleriefeuers war furchtbar. Die Franzosen fielen hin, als wenn man eine Schachtel Streich- Hölzer auf die Erde schüttet. Haufenweise lagen sie aufeinander. Die .sterle waren so baff, daß sie das Schießen ganz vergessen hatten und diejenigen, welche noch von keiner Kugel erreicht waren, suchten ihr Heil in eiliger Flucht. Da ich als Zugführer selbst nicht mit totesten konnte, hatte ich Gelegenheit, mir dieses schaurig-schöne Bild in aller Ruhe anzusehen. Das schönste Feuerwerk ist nichts gegen so ein Nachtgefecht. Durch andauerndes Krepieren der Geschosse und das Aufleuchten der Gewehrschüsse war es fast taghell. Dieses Bild werde ich in meinem Kelten nicht vergessen. Die ganze Geschichte dauerte etwa % Stunden, da war das Drama zu Ende gespielt. Den ganzen Verlirst, den unser Bataillon zu beklagen hatte, war sage und schreibe ein Leichtverwllndeter, der einen Streifschuß am Kopfe durch eine französische Schrapnellkugel erhielt. Die französischen Schrapnells gingen alle zu wett, wahrscheinlich hatten sie es auf unsere Verstärkungstruppen abgesehen, die aber ruhig gefechtsbereit in ihren Deckungen lagen. Auch unsere Artillerie hat keinen Schaden gelitten, trotzdem die Franzosen feste drauf geknallt hatten.
Ueber den Anblick, der sich uns nach dem Gefecht im Morgengrauen bot,will ich lieber hinweggehen, den magst Du Dir selbst ausmalen. Wir verließen unsere Stellung gegen 6 Uhr und haben uns gründlich ausge- schlafen. Seitdem haben wir wieder Ruhe gehabt: ein Zeichen, daß die Rothosen sich die Hörner ordentlich etn- gerannt haben. Trotz der ernstlichen Lage in der man sich befand, muß man doch oft ein Lachen verkneifen. Dafür sorgen unsere „Kölsche Junge".
In der Nacht von Montag auf Dienstag werden wir abgelöst und müssen unsere Höhlen, wo wir uns die letzte Zeit so heimisch fühlten, verlassen. Wo wir jetzt hinkommen, weiß ich nicht, jedenfalls werden wir auf jedem Platz unsere Pflicht voll und ganz tun.
iFrkft. Genexalanz.j