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^ÄMLMMRe Südafrikanische Union.

Eine amtliche deutsche Erklärung.

- Amtlich wird aus Berlitt gemeldet: Auf eine An- frage von burischer -weite an die kaiserliche Regierung um Abgabe einer Erklärung über die Stellung Deutsch- lands zur Südafrikanischen Union während des gegen- wartigen Krieges hat Staatssekretär Dr. Solf eine Er­klärung abgegeben, in der es u. a. heißt:

linr den in reiner Weise provozierten Einfall eng­lischer Trnppen in Deutsch-Südwestafrika zu entschnl- oisen hätten Mitglieder des Ministeriums und der Südafrikanischen Umvn behauptet, die deutsche Regie- runa wolle Südafrika zu einer deutschen Kolonie machen Auch hatten deutsche Streitkräfte den Angriff provoziert und, falls man keine Gegenmatzregeln ergriffen hätte wurde Deutsch-Südwestafrika als Basis für Operationen Wen die britischen Schiffe, die den Verkehr zwischen Südafrika und Europa besorgten, benutzt werde? Die «FMe Regierung habe uedoch niemals das Gebiet der Südafrikanischen Union vorübergehend oder dauernd besetzen wollen. Auch ist das Territorium der Union vor dem Angriff auf Deutsch-Südwestafrika weder zu Wasser noch zu Lande angegriffen worden. Deutsch- «Ä^^-^erzeugt, daß die Kriegsursache in keiner Weise Südafrika berühre. Deutschland wünsche vielmehr die Feindseligkeiten einzustellen, falls die Union ebenfalls von weiterem Borgeben gegen deutsches Territorium Abstand nehme und die besetzten Gebiete räume. In diesem Falle würden keinerlei Feindseligkeiten von Deutsch-Sudwestafrika aus unternommen werden. Sollte es den Südafrikanern gelingen, einen unabhängi­gen Staat zu errichten, so würde die deutsche Regierung ihn anerkennen und seine Unabhängigkeit respektieren.

kciegsallerlei.

v. d. Goltz in Konstantinopel.

DerFrkf. Ztg." wird aus Konstantinopel telegra­phiert: Feldmarschall Freiherr von der Goltz trifft zur Uebernahme seiner neuen, ehrenvollen Stellung am Dienstag hier ein. Dem verdienten Freiherrn wird ein besonderer Empfang bereitet. Der Sultan hat seinem deutschen Generaladjutanten eine fürstliche Wohnung einräumen lassen.

Marschall von Hindenburg und die Bierprobe.

Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde kürz­lich von der Felsenkellerbrauerei Lichtenfels in Ober­franken um die Zustimmung gebeten, daß sie eine be­stimmte Art ihres GebräusHindenburg-Siegestropfen" benennen dürfe. Der große Feldherr und Russenjäger gab hierzu gern seine Erlaubnis unter der Bedingung, daß ihm eine Bierprobe für die Leute gesandt werde. Die Brauerei sandte darauf unverzüglich 3 Hekto­liter ab.

Auszeichnung der türkischen Prinzen im Großen Hauptquartier.

DerReichsanzeiger" berichtet: Der Kaiser verlieh den türkischen Prinzen Osman Fuad, Abdul Rahtm und Abdul Halim den Roten Adlerorden 1. Klasse.

Serbien will Mazedonien bis zum Wardar abtreten.

o-^ Konstantinopel, 8. Dezember. (WTB.) Laut Tanin" erklärte der serbische Gesandte in Sofia jetzt die Bereitschaft, Mazedonien bis zum Wardar abzu- treten.

Unterbrochene telegraphische Verbindung nach Petersburg.

o-£ London, 8. Dezember. (T. UJ Nach einer Pe­tersburger Meldung ist die telegraphische Verbindung mit Petersburg seit Donnerstag unterbrochen. Die Ur­sache dieser Störung ist wie dieRhein. Wests. Ztg." erfährt, unbekannt.

Dreizehn Söhne im Felde.

Ein Arbeiter aus der Nähe von Jserlohn (Wests.) hat von seinen 13 Söhnen bislang 12 ins Feld geschickt. Von diesen sind 4 verwundet und 3 haben das Eiserne Kreuz erhalten. Nunmehr ist auch der 13. Sohn zu den Waffen einberufen worden.

Die Reise einer Granate wurde in Dirschau am vergangenen Samstag beendet. ~ * ^ war auf einer Eisscholle vom Kriegsschau­en die Weichsel hinabgeschwommen und lan- n Weichseluser. Durch Sprengen wurde das

Das Geschoß platz in Pole.. . dete nun am Weichselufer. Geschoß unschädlich gemacht.

Der Schatz im Backofen.

Einen guten Fund machte lautMagdeb. Ztg." .auf französischem Boden der im Landsturmbatcnllvn Bautzen stehende Landsturmmann Otto Welke aus Kamenz. In St. Lampert fand er in einem Backofen siebzig Stuck goldene und silberne Medaillen, die dem unbekannten Besitzer für gute Erzeugnisse im Weinbau und in der Landwirtschaft verliehen worden waren. Daneben lag ein Bündel, das für 11000 ^ russische und französuche Staatspapiere und eine Menge silberner Messer, Ga­beln und Löffel enthielt. Der ganze Schatz hat einen Wert von etwa 18 000 Der Finder lieferte den Schatz der Vorschrift gemäß seinem Kompagniechef ab, der dem Landsturmmann eine besondere Belohnung in Ausucht stellte. Seiner Kompagnie wurde vom Etappenkomman- deur ein Faß Wein überwiesen.

So geschieht's ihm recht!

Das Reichsgericht verwarf die Revision des Wem- Händlers Schnurr aus Rastatt (Baden), der vom Land­gericht Karlsruhe am 8. Oktober d. J. zu einer Gesang- E'^Kg«« S'ÄMÄ

verpflegt hatte.

Minen am Blissinger.Badestrand.

Am Sonntag explodierte eine angesch^ Mine am Badestrand,- eme große Menge Fensterscheioen ist zersprungen. Zwei andere Minen, die angespult wurden, werden militärisch bewacht.

Die Pariser Modefarbe.

In derBerlingske Tidenöe" erzählt der dänische Journalist Franz von Jessen ein Erlebuis m der Pa­riser Untergrundbahn. Er fuhr abends mit einem ver mundeten französischen Offizier und zwei Damen, d sich über Toiletten unterhielten, zusannnen. Er ve lauschte dabei folgendes Gespräch.Jchsage Dlr.ft BiÄä &£uS^ damals."Das finde ich unalau^^ ,,Uebrigenv sag mal, da Du sonst so gut Bescheid wußtest, was für Iar ben wird man diesen Winter tragen? , s6ä &»$ ®8®s » M°«ÄZ ««« schwarz."

Ein unerhörter Borfall

r t sich, wie derTäal. Rösch." aus Görlitz berichtet r im dortigen Gefangenenlager zugetragen. Man

?'SS?^ folgende Bekanntmachung Kenntnis:

Zangen Damen, welche sich bewogen geNthlt haben, dem russischen Kriegsgefangenen Eiuiähria- ^rElwilligen Unteroffizier Hirschberg ihre Photographie "^l^fam werden ersucht, sich dieselben aus dem ümerÄÄ^ Kommandantur des Gefangenes Kaserne, Zimmer 51, abzuholen,

Born Musketier zum Leutnant.

-..Einen wohl einzig dastehenden Erfolg hat ein «ohn eines ehemaligen Zollauf- durch ein Heldenstück gehabt, welches den Ausgang einer ganzen Schlacht hat mitbesiegeln helfen.

junge Held, der einen Gefangenentransport vom Westen nach Deutschland geführt und 14 Tage Urlaub erhalten hat, schilderte derKreuzzeitung" zufolge, seine eigenartigen Erlebnisse wie folgt:

Im Herbst 1912 beim 1. Bataillon in Krossen ein= freien, ruckte er mit der 3. Kompagnie nach dem wefb Men Kriegsschauplatze ab. Dort würbe er bald beför­dert und konnte bereits vor etwa zwei Monateil, nach­dem er am Fuße leicht verwundet war, mit einem Ge- fangenentransport nach Deutschland zurückkehren und die alte Garnisonstadt besuchen. Als er wieder von Köln aus ins Feld gehen wollte, brächte es der Zufall mit sich, daß er öer Bahnhofskommandant wies ihn auf einen Zug mit dem Bedeuten, daß dieser auch ins Feld gehe nach dem östlichen Kriegsschauplatze ab­geschoben wurde. Er schloß sich hier einem beliebigen Truppenteile an und erhielt vor vier Wochen, in den Kämpfen bet Suwalki den Auftrag, einen Patrouillen- gang mit zwei Mail« auf ein Gehöft auszuführen, um zu erkunden, ob dasselbe von Feinden frei sei. Als sie dabei vor einem Wassergraben, etwa 30 Schritte vor einer Brücke lagen, 800 Meter hinter sich die russischen Schützenlinien bemerkten sie einen Trupp es waren 18 Mann Russen, die einen älteren öster­reichischen Offizier brachten. Sofort wurden die Feinde aufs Korn genommen und es gelang unsrer Patrouille, 9 Russen abzuschießen. Da ein weiteres Feuer den ge­fangenen Offizier, um den sich die übrigen neun Russen dicht gruppiert hatten, gefährdet haben wurde, so be­fahl Fricke, vorzugehen. Einer feiner Leute rief:Herr Unteroffizier, das ist unser Tod!" Fricke drohte aber jeden zu erschießen, der nicht seinem Befehle folgen würde. Und so gingen die drei Mann vor. Als sie den Russen näher kamen, hoben die Feiglinge die Hände und riefen:Nicht schießen, Familienväter!" und erga­ben sich als Gefangene. Nur einer der Russen versuchte noch seinen Revolver zu ziehen, wurde aber von Fricke mit dem Bajonett erstochen. Jetzt erst begann man aus der russischen Schützenlinie auf die Gruppe zu feuern: man hatte dort wohl vorher geglaubt, die 18 Russen würden allein mit den drei Deutschen fertig werden, und unter diesem Feuer brächte Fricke mit seinen Leuten den österreichischen General denn ein solcher war der Gefangene und die acht gefangenen Russen, zeitweise auf dem Boden kriechend, hinter die deutsche Front in Sicherheit. Der Haupterfolg dieses Heldenstückleins war aber der, daß mit dem österreichischen Korpskom­mandeur K. das war der General, der mit seinem Automobil in die Hände der Russen gefallen war, wäh­rend seine beiden Begleitoffiziere sich noch retten konn­ten, auch sämtliche Schlachtpläne und Aufmarschlinien der verbündeten deutschen und österreichischen Oberbe­fehlshaber von den Russen erbeutet waren unb ihnen von Fricke wieder abgenommen wurden. Welche Wen­dung hätte die Situation wohl genommen, wenn das alles in die Hände der russischen Heeresleitung gekom­men wäre! ,

Fricke wurde dem Generalfeldmarschall von Hinöen- burg vorgeführt und von diesem beglückwünscht und zum Feldwebel befördert. An Auszeichnungen wurden ihm das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse verliehen und noch dazu die österreichischen Tapferkeitsmedaillen 1. und 2. Klasse. Der heldenmütige Krossener wurde bald darauf nach dem Westen abkommandiert, wo ihm die Ehre zuteil wurde, zu dem Kaiser befohlen zu werden. Der Kaiser reichte ihm die Hand und sagte:Mein Sohn, nun sprich zu mir, als ob ich Dein Vater wäre!" Fricke stattete genauen Bericht ab. Die Kaiser klopfte ihm auf die Schulter und sagte: Das hast Du brav ge­macht, mein Junge!" Der Kaiser reichte dem Glück­lichen eine Zigarre und entließ ihn huldvollst. Als sich Fricke bei dem Korpskommandanten meldete, dem er fortan überwiesen ist, wurde ihm die Freude zuteil, daß ihm seine Ernennung zum Leutnant mitgeteilt wurde.

Vermischtes

Der gefangene Riese. Unter den Flüchtlingen, die in Singen in Baden aus Frankreich anfamen, befand sich ein Mann, der einen solchen Körperumfang hatte, daß er die Bahnsteigsperre nicht passieren konnte. Es war der 36jährige Riese Egon Camron, der sich vor dem Kriea wegen seines Körperumfanges in Frankreich hatte sehen lassen Er ist ein geborener Cölner, 1,92 Meter groß und wiegt 298 Kilogramm, also 596 Pfund, sein Hntfrnm beträgt 2,48 Meter. Der Bedauernswerte

C den Ofen Holz zum Trocknen gr­ünd durch die starte Rauchentwick-

HnHana beträgt 2,48 Meter. ____ _. mußte st: der Gefangenschaft auch Not leiden und so kam es daß sein Körpergewicht stark herabgesunken ist. Wie sein Impresario nämlich mitteilte, betrug dieses früher 738 Mvei^Kinder erstickt. Während der Abwesenheit der Mutter sind Freitagabend in Nürnberg in der Bärenschanzstraße ein fünfjähriger Knabe und ein zwei- Ihriges Mädchen des Arbeiters Leonhard er,tickt. Die Mutter hatte hinter den Ofen Holz zum Trocknen ge- lea? das ankohlte und durch die starke Rauchentwick­lung den beiden Kindern den Tod brächte. Der Vater * De?Name des. In Amerika, das so weit vom Schusse liegt, hat man Zeit und Miiße, sich über Dinae den Kopf zu zerbrechen, die uns heute in Europa ^niaermanen überflüssig vorkommen, eo hat es ein amerikanststhes Blatt für nötig gehalten, ein Preisaus- fSciben au erlassen, um auf diese Weise für deu gegen­wärtigen Weltkrieg die treffendste Bezeichnung zu er- mstteln Das Ergebnis war ein Dutzend Namen, die w aendermaßen lauteten: Der europäische Krieg: Der nn^ Krieg des Dreiverbandes,' Kaiser WstÄlms Krieg,' Der slawisch-deutsche Krieg: Der Welt- Äea-Der Völkerkrieg; Der englisch-franzousch-russstch- deuttcke Krieg: der Krieg der europästchen Machte: Der Arnfip QnnHtft' ^er Krieg: Der letzte Krieg. DasAl- aemeen Sande'löblad", das diese Blütenlese mitteilt, sagt Zam- Ä?nn wir zu wählen hätten so würden wir uns für tenle«r «amen enWelten."

Aus französischen Aeldpostbriesen.

Nach seinen bisherigen Siegeshymnen und Helden- ^sänaen veröffentlicht derTemps" auch Solbaten- U ef? die viel bescheidener, ia fast entmutigt lauten. So

schreibt ein französischer Soldat, der an den Gefechten ht Nordfrankreich teilnimmt:

Das Leben in den Schützengräben ist schaitderhaft, Erdhöhlen, in denen man ißt, schläft und vor allem wacht! Herauszugehen, zu welchem Zweck es auch immer sei, wäre allzu unvorsichtig, denn die Deutschen schießen im Abstand von 500600 Meter aus ihren Laufgräben, deren Ort wir nicht kennen, ebensowenig wie sie den unsern, Gott sei Dank! Trvtzdein kommen noch genug Granaten heran. Dann verbergen wir uns so gut wie möglich in den Höhlen, und plötzlich hört man die Ver­wundeten stöhnen. Alle zwei, drei, höclistens alle fünf bis sechs Tage werden wir abgelöst. Das geht dann nachts in aller Stille vor sich; sobald die Deutschen es hören oder vermuten, lassen sie Kugeln auf uns hageln. Nachts versucht man auch Lebensmittel in die Lauf­gräben zu bringen, etwas Brot, ein Stückchen gekochtes Fleisch und Kaffee, der natürlich kalt anlangt. Krieg ist Mühe, ist abscheulich. Selbst der Mut hört auf, wenn mau so ruhig liegen muß. Seit dem Tage, da ich die erste Feuertaufe erhielt und wie! habe ich an ganz verschiedenartigen Kämpfen teilgenommen, ich bin gräß­lich beschossen worden, habe den Sturm auf ein aller­liebste kleines Dörfchen in Belgien mitgemacht und einen Zugriff auf einen feindlichen Laufgraben: mein Regimeizt erlitt schwere Verluste. Bei aHebern besam ich zcvoa) nur ein einKges Mal Deutsche vor Augen, nämlich bei einer Aufklärung, die ich ausführte. «Krau schimmerten sie hinter einer Hecke, auf etwa 100 Meter Abstand. Es ist der unsichtbare Tod: die Kugeln pfeifen einem ihr Todeslied um die Ohren, Granaten fliegen ge­räuschvoll durch die Luft und richten fürchterliche Ver­wüstungen an. Wer seine Nerven in der Gewalt hat, mag seine Angst verbergen, aber es handelt sich um passiven Mut, und der ist schwer aufzubringeu."

In einem anderen Briefe, der das Motto:Wir führen den Krieg wie Ameisen" trägt, lesen wir:Wir stecken wie Mönche in klösterlicher Einsamkeit, deren Grenzen durch die Feuerlinieu bezeichnet werden, istie- mand geht aus dieser Einsamkeit heraus, ohne alle Hoff­nung fahren zu lassen: nach vorne hin auf das Leben, nach rückwärts auf die Ehre. Der Offizier, der lustige Eiufälle ausheckt, um die dem Tode geweihten Soldaten aufznheitern, ist wahrlich ein mutiger Mann, energisch, tüchtig unb frisch in seinen kindlichen Scherzen. Ich sah ihn mitten im Feuer keck mit einem General, dem er Aufträge zu überbringen hatte, plaudern. Fünfzig Meter von uns entfernt fielen die Granaten, und ich wäre zweifellos lieber irgendwo anders gewesen. Wir waren jedoch in demselben Automobil, und so mußte ich warten. Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich mein Un­behagen verbiß, während er in seinem Gespräch mit dem General kein Ende fand.

was unsere Stieflet leisten

Ein hervorragendes Beispiel für den Offensivgeist unserer Krieger da draußen, bereit ParoleRan an den Feind" ist, ist der F-eldpvslbrtef eines bekannten Berliner Fliegers, der im Osten kämpft, an seine in einem Vorort der Reichshauptstadt wohnenden Eltern. In dem Schreiben heißt es nach der Straßb. Post unter andern::

Unser Flugbetrieb hat trotz des miserablen Wetters in den letzten Wochen kaum eine Unterbrechung erlitten. Durch meine früheren Fahrten bei scharfer Kälte war ich auf den Winter vorbereitet und schlitzte meinen bra­ven Motor in der bewährten Weise. Trotzdem aber dringt die Kälte doch durch, und es heißt vor altem, den Vergaser vor Einfrieren zu schlitzen. Erst vor we= tilgen Tagen habe ich ein kleines Abenteuer erlebt, das bet unserer Truppe große Heiterkeit erregte und uns ein Lob eingetragen hat. Leutnant M . . . und ich hat­ten den Anftrag, eine etwa 80 Kilometer entfernte feind­liche Stellung zu erkunden, und so segelten wir denn am Vormittag los. Während der Nacht hatte es wieder geschneit und das Thermometer zeigte sechs Grad unter Null. Also angenehmes Flugwetter. Kleinen Motor bate ich schon am Abend schön warm eingewickelt unb so konnten wir ohne Schwierigkeiten losbrummen. Das Wetter war mettwürbigerwetje klar, und so konnten wir unsern vorgeschriebenen Weg ohne große Schwie­rigkeiten finden. Ueber den feindlichen Stellungen be- kamen wir, wie stets, einenfreundtichen Empfang", bestehend aus Jnfanteriefeuer, das uns in unserer Hohe nur belustigte, und wenige Augenblicke später pfiffen uns auch die Schrapnells um die Ohren. Wüster einigen Lufterschütterungen, an die man sich schon längst ge­wöhnt hat, betauten wir aber nichts ab und konnten unsern Auftrag glatt erlediget:.

Nach etwa einer Stunde wendete ich unb steuerte mit Vollgas unseren Linien zu. Wir waren gehörig ausgefroren und ich freute mich schon im Voraus auf einen steifen Grog, den ich mir aus den Resten meiner Rum-Liebesgabe zu bereiten gedachte. Aber so schnell wie sonst ging es diesmal nicht. Wir besamen nämlich einen Schneesturm, an den ich denken werbe. Du rü­den scharfen Luftzug flogen uns die halbgefrorenen Flocken ins Gesicht, daß die Haut schmerzte. Wir ver­krochen uns so gut als möglich in die Karosserie und weiter gings, immer im 120 Kilometer-Tempo. Plötz­lich schreckte ich auf. Der Motor hatte eben für einen Augenblick ausgesetzt, verlangsamte fest: Tempo. Zwar erholte er sich wieder, aber die Erstickungsanfälle lehr­ten nach einigen MKnuten wieder. Die Tourenzahl der Maschine ging langsam, aber stetig zurück. Alle Wetter, da konnten wir in eine schöne Patsche geraten. In Ordnung war die Maschine von oben bis unten, also mußte der Vergaser bocken.

Richtig. Auch Leutnant M-, der Motorenverstand besitzr, wiu aunnertjam geworoen und beugte sich weit vornüber, um zu sehen, was es gäbe. Samt kritzelte er etwas nieder und reichte mir einen Zettel:Eis am Vergaser." Wir konnten unmöglich weit von unseren Stellungen sein und so schleppten wir uns weiter. Die Maschine hatte keine bedeutende Höhe mehr, doch war das gleichgültig, da die Russen uns in dem Schneetrei­ben kaum bemerken konnten. Schließlich aber trat der gefürchtete Augenblick ein. Der Motor stand und wir mußten landen. Kaum hielten wir auf der Erde, als sich uns ein Trupp von etwa 30 Russen unter der Füh­rung eines Unteroffiziers nahte. Obwohl die Leute ei­gentlich keinen sehr feindlichen Eindruck machten, zogen wir die Revolver, um unser Leben so teuer als möglich zu verkaufen. Es kam aber anders. Der Unteroffizier grüßte militärisch und erklärte uns in gebrochenem Deutsch, daß er mit seinen Leuten sich ergeben wolle, wenn wir ihnen das Leben garantieren unb vor allen Dingen etwas zu essen geben würden. Da sich unsere Vorposten kaum zwei Kilometer weiter entfernt befan­den, machten wir uns mit unserenGefangenen" auf den Weg und trafen bald darauf mit den Burschen wohlbehalten im Lager ein, wo unser Erscheinen mit demAnhängsel" unter lautem Halloh begrüßt würbe Eine Stunde später machten wir uns auf den Weg., na unsere Maschine zu holen, die ich denn schließlich wohl­behalten nach Hause bringen konnte. Jedenfalls ist itbq unser Abenteuer an diesem und am nächsten Tage viel gesprochen und gelacht worden.