Lodz von unseren Truppen genommen
Schwere Verluste der Russen bei Tschenstochau
[ Aus dem großen Hauptquartier ]
Großes Hanptquartier, 5. Dezember, vormittags. (Amtlich. WTB.) In Flandern und südlich Metz wurden gestern französische Angriffe abgewiesen. Bei La Bassee, im Argonnerwald nnd in Gegend südwestlich AltkiM) machten unsere Truppen Fortschritte.
Bei den Kämpfen östlich der Masurischen Seen ist die Lage günstig. Kleinere Unternehmungen brachten dort 1200 Gefangene.
In Polen verlaufen unsere Operationen regelrecht.
Oberste Heeresleitung.
* * *
»s# Großes Hauptquartier, 6. Dezember, mittags. (Amtlich. WTB.) Heute nacht wurde der Ort Vermelles südwestlich Bethune, dessen weiteres Festhalten in dauernden französischen Artilleriefeuer unnötige Opfer gefordert hätte, planmäßig von uns geräumt. Die noch vorhandenen Baulichkeiten waren vorher in die Luft gesprengt worden. Unsere Truppen besetzten ansgetzaute Stellungen östlich des Ortes. Der Feind konnte bisher nicht folgen.
Westlich und südwestlich Altkirch erneuerten die Franzosen ihre Angriffe mit erheblicheren Kräften ohne Erfolg. Sie erlitten starke Verluste. Im übrigen im Westen keine nennenswerten Ereignisse.
Auf dem Kriegsschauplatze östlich der masurischen Seenplatte verhielt sich der Gegner ruhig. Der Verlauf der Kämpfe um Lodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen. In Südpolen keine Aenderung.
Oberste Heeresleitung.
In der Umgebung von Bethune hat der Feind seit einigen Tagen seine Artillerie mit aller Macht eingesetzt. Unsere Heeresleitung hat, um unnötige Opfer an dieser Stelle zu vermeiden, die westlich vor unserer Nordsüdfront liegt, den Ort Vermelles geräumt, nachdem er zur Verteidigung unbrauchbar gemacht worden war. Man wird dieser Maßnahme, die übrigens rein lokale Bedeutung hat, nur zustimmen und sich darüber freuen können, daß unsere Heeresleitung darauf bedacht ist, unsere Truppen vor unnützen Verlusten möglichst zu bewahren. — Der schon am Freitag gescheiterte Angriff der Franzosen, der damals nordwestlich Altkirch vorgetragen werden sollte, wandelt sich immer mehr in eine empfindliche Schlappe für die Angreifer um. Der Versuch nordwestlich Altkirch mißlang zunächst unter großen Verlusten für den Feind. Der Sonnabend-Bericht meldete dann Fortschritte unserer Truppen südwestlich Altkirch,' diese Fortschritte werden von privater schweizer Seite bestätigt und dahin ergänzt, daß unsere Truppen in den äußersten Südwestzipfel des Elsaß, also dorthin, wo die deutsche, schweizer und französische Grenze zu- sammenstotzen, vorgerückt sind. Jetzt haben nun die Franzosen bei einem erneuten Vorstoß westlich und südwestlich Altkirch mit erheblichen Kräften ansetzten, neue starke Verluste erlitten, ohne daß ihnen irgendein Erfolg beschieden war. — Oestlich der masurischen Seen scheint den Russen einstweilen die Lust vergangen zu sein, eine für sie aussichtslose und dabei verlustreiche Offensive zu unternehmen. Der Verlauf der Kämpfe um Lodz, also der derzeitigen Hauptkämpfe im Osten, entspricht nach Angabe unserer Obersten Heeresleitung ihren Erwartungen. Man kann danach den weiteren Ereignissen gerade an dieser Schlüsselstellung der Kampffront in Polen mit Ruhe entgegensehen. In Westgali- zien haben die verbündeten deutsch-österreichisch-ungarischen Truppen nach dem Generalstabsbertcht unseres Verbündeten die russischen Streitkräfte erfolgreich ange- Öen und ihnen 2200 Gefangene abgenommen. Das der günstigen Kriegslage im West und Ost erscheint auch durch folgende Meldung im hellsten Lichte:
Lodz genommen.
** Großes Hauptquartier, g. Dezember. (Amtlich.
WTB.) Lodz wurde heute nachmittag von unseren Trnppen genommen. Die Russen befinden sich nach schweren Verlusten jetzt im Rückzüge.
Oberste Heeresleitung.
Schwere russische Verluste vor Tschenstochau
Amtlich meldet WTB. aus Berlin: Die in dem russischen Communique vom 29. November enthaltene
3m fernen Osten.
Roman von O. Elster.
41) (Nachdruck verboten.)
Auf dem Deck saßen die Kameraden in verschiedenen Gruppen umher; die einen lasen, die anderen spielten Karten oder plauderten von ihren kriegerischen Abenteuern oder der Heimat. Sie alle waren froh und glücklich; sie lachten und plauderten und blickten der Heimat hellen Auges entgegen.
Plötzlich schrak Heinz leicht zusammen. Ueber das Deck kam zögernden Schrittes die schlanke Gestalt einer Dame geschritten, die sich suchend umsah. Heinz erkannte Ellen; er errötete, sein Herz pochte in lebhaften Schlägen; suchte Ellen ihn?
Er wollte ihr nicht begegnen, wollte sich in das Innere des Schiffes zurückziehen, doch schon hatte sie ihn besehen und kam mit ausgestreckten Händen auf ihn zu. Auf ihrem schönen Gesicht lag ein froher Glanz, in ihren Augen ichrmmerte es feucht.
^^ glücklich bin ich, Dich wieder-
sanken schlaff herab, als Heinz keine Miene machte, sie zu ergreifen.
„Fräulein Ellen — das ist sehr freundlich von unch aufzusuchen", sagte er und stand vor ihr, so kühl und fremd, als hätten sie nicht einst Hand in oand unter dem alten Nutzbaum t^er elterlichen Gär- unter dem alten Nutzbaum ihrer elterlichen Gär- ^ hEtt sich ihre Lippen niemals im Kutz der Liebe zusammengefunden.
„Heinz Du — Sie wußten, datz wir auf dem Dautpfer waren — weshalb sind Sie da nicht gekommen, um uns zu begrüßen?"
.... „Ich SeWtz nicht in die Räume der ersten Ka- litte » »«
Erfolglose Angriffe der Franzosen
Behauptung, daß bei Tschenstochau ein deutscher Angriff unter schweren Verlusten gescheitert sei, ist falsch. Wahrheit ist das Gegenteil. Ein Angriff des 17. russischen Armeekorps, der bis auf sechzig Meter an uns heran- kam, wurde an dem betreffenden Tage unter außerordentlich schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen. Die Russen ließen eine sehr große Anzahl Toter und Verwundeter zurück und waren gezwungen, ihre Stellungen weiter rückwärts zu verlegen.
Derartige faustdicke Lügen und grobe Entstellungen sind geeignet, den russischen Berichten den Rest von Kredit zu rauben, den sie bisher noch gehabt haben.
Das russische Volk darf die wahre Lage auf den Kriegs
schauplätzen nicht erfahren.
Gs* Petersburg, 7. Dezember. (T. u.) Die Preß- zensur wird im ganzen Reiche mit drakonischer Strenge .ausgeübt, um zu verhüten, daß das Volk die wahre Lage aus dem polnischen Kriegsschauplatz erfährt. Da von sozraldemokratischer Seite geheime Flugblätter mit wahren Kriegsberichten verbreitet werden, so befürchtet die Regiernng, wenn auch die Presse noch unerwünschte Nachrichten veröffentlicht, einen Volksaufstand. Die deutsche Presse ist unterdrückt.
Dom österr.-ungar. Generalstab
2700 Russen gefangen. oh* Wien, 6. Dezember, mittags. Amtlich wird mitgeteilt:
Die Schlacht in Polen nimmt einen für die Waffe» der Verbündeten günstigen Fortgang. Die nach West- galizien vorgerückten rnsstschen Kräfte wurden gestern von nnseren nnd deutschen Trnppen vom Süden her angegriffen. Die Verbündeten nahmen 2200 Russen gefangen und erbeuteten einige feindliche Trains.
In den Karpathen fanden Teilkämpfe statt. Der in die Beskidstellung eingebrochene Gegner wurde zurück- geworfen und verlor 500 Gefangene.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabes.
v. H o e f e r, Generalmajor.
Die Kriegsberichterstatter der Wiener Blätter melden übereinstimmend, daß die Entscheidnng der bisherigen Kriegsphase in Rnssisch-Polen zu erwarten ist. Die Kämpfe irr Mittelgalizien und in den Karpathen seien von untergeordneter Bedeutung. In Rnssisch-Polen mußten die Russen ihren Plan, die Linie der Verbiin» deten zu durchbrechen, aufgeben. Ebenso wurden die Rnssen in Galizien zu Defensivmaßnahmen gezwuugen.
Nach den fortgesetzten Mißerfolgen auf der ganzen Linie herrscht jetzt tiefe
Niedergeschlagenheit in Petersburg.
Bisher war man im allgemeinen zuversichtlich, aber die Nachrichten, die jetzt, trotzdem die Zensur alles mögliche tut, um sie geheimzuhalten, bekannt geworden sind, haben einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Man weiß, daß die Operationen in Polen, auf die man so viele Hoffnungen setzte, als fehlgeschlagen betrachtet werden müssen, und die Einberufung der Reichswehr gibt zu den pessimistischsten Vermutungen Anlaß. Die Abberufung des Generals Rennenkampf, der, wie es heißt, vor ein Kriegsgericht gestellt werden soll, weist darauf hin, daß grobe Fehler in der Heeresleitung gemacht wurden und man zweifelt allgemein daran, ob sich diese Niederlage noch gut machen läßt.
Nach der Einnahme Belgrads.
Wien, 6. Dezember. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet:
Südlich Belgrad gewannen unsere Truppen Raum. Westlich Arandjelowatz und Gotnij Milanowatz hat der Gegner neue Verstärkungen herangezogen und setzt seine vehementen Angriffe gegen Westen fort. In die von unseren Truppen okkupierten serbischen Gebietsteile, die fast völlig verödet angetroffen wurden, beginnen allmählich die geflüchteten Einwohner zurückzukehren. Ungefähr 15 000 Einwohner verblieben in Belgrad. Eine neu eingesetzte Stadtverwaltung übt bereits ihre Fnnk- tionen aus.
An der Nordfront im Westen.
** Rotterdam, 6. Dezember. (T. U.) Da die Kriegsberichterstatter der holländischen Blätter selbst nicht znr Front gelassen werden, so stützen sich ihre Meldungen meist anf Hörensagen und Vermutungen. Es stehe fest, daß die Deutschen umfassende Vorbereitungen zu einer Offensive über die Äser getroffen haben,
„Aber, Heinz_"
"Ja, Ellen — ich gehöre nicht dahin — und nicht zu Euch," fuhr er mit einem ernsten Lächeln fort. „Ihr Bruder hat es mir zu verstehen gegeben — Sie waren krank, Ellen — ich hoffe, Sie befinden sich wieder ganz wohl?"
„Ja — doch von mir wollen wir nicht sprechen Heinz. Sie — Sie waren schwer verwundet . . .?"
„Ja — doch jede Wunde heilt."
„Ich glaubte, Sie seien gefallen, Heinz — ein Matrose des Iltis erzählte es mir W
„Es ist allerdings nahe am Tode hergegangen — vielleicht wäre es das beste für mich gewesen . . ."
„Wie sönnen Sie so sprechen, Heinz? — Haben Sie nicht an Ihre Eltern — haben Sie nicht auch ein wenig an mich gedacht?" fragte sie unter leichtem Erröten.
„Ich habe an meine Eltern und auch an Sie gedacht, Ellen. Aber gerade der Gedanke an Sie ließ mir den Tod nicht schrecklich erscheinen."
„Heinz?!" schrie sie auf. „Weshalb quälst Du mich so?"
„Verzeihung, wenn meine Worte Sie verletzten. Das sollten sie nicht, Ellen — ich danke Ihnen, daß Sie mich aufgesucht haben — ich sehe darin das Zeichen, daß unsere frühere Freundschaft in Ihnen noch nicht ganz erloschen ist."
„Nicht nur die Freundschaft, Heinz . . ."
Er machte eine ungeduldige Bewegung.
„Weshalb sich an das erinnern, was einst war und ! doch unwiederbringlich verloren ist. Es ist wahr Ellen, ! ich ging mit einer glücklichen Hoffnung im Herzen von ! Ihnen fort; ich glaubte an Sie, Ellen, ich glaubte an i Liebe und Treue — ich war ein Tor — Sie selbst haben , mir gezeigt, wie töricht meine Hoffnung, wie eitel mein SMS «sr. Ich W£ JhNLN MchMÄs M JMM 1
Kriegsrat der Alliierten bei Vpern.
und daß die Einleitungskämpfe bereits begonnen habe». Gleichzeitig seien auch an der belgischen Küste von den Deutschen Vorkehrungen getroffen worden, um gegen Landungsversuche seitens der Engländer geschützt zu sein. Unter den Verbündeten werde die Front durch massenhafte Erkrankungen gelichtet, ohne daß es möglich wäre, die entstandenen Lücken zu stopfen. Die englischen Verstärkungen hätten aufgehört, da die Engländer in ihrer Furcht vor einem deutschen Einfall ihr Land nicht noch mehr von Truppen entblößen zu wollen.
Kriegsrat der Alliierten bei Ypern.
Der Korrespondent der Londoner „Daily Mail" in Nordfrankreich telegraphiert nach einer Meldung aus Kopenhagen, daß König Georg, Präsident Poincaree, König Albert, "General Joffre, Lord Kitchener und General French in der Nähe von Ypern versammelt waren und die Truppen der Verbündeten besichtigten. Es sei gerade dieser Platz zu der Zusammenkunft gewählt worden, weil dort die drei Heere am meisten miteinander in Berührung seien. Der „Temps" schreibt hierzu: „Die Anwesenheit der drei Staatsoberhäupter muß als ein sicheres Zeichen dafür angesehen werden, daß der letzte entscheidende Kampf sich entwickelt." Aus Anlaß dieses Zusammentreffens nennen die französischen Blätter diesen Ort jetzt La Bellealliance.
Wiederum feindliche Falschmeldungen.
»^ Berlin, 7. Dezember. (Amtlich. WTB.) Die im Ausland verbreiteten Meldungen über rückwärtige Bewegungen der deutschen Truppen am Yserkanal sind falsch.
Eine neue englische Verlustliste.
w> Rotterdam, 7. Dezember. (T. U.) Die englische Admiralität veröffentlicht eine neue revidierte Verlustliste, aus der hervorgeht, daß die englische Flotte bisher 308 Offiziere und 7035 Mann verloren habe, davon 220 Offiziere und 4170 Mann getötet. — Der „Courier öe l armee belge" teilt über die Schlacht an der Ufer offiziell mit, daß das belgische Heer dort eiu Viertel aller Mannschaften verloren habe.
Ein englischer Minenleger gesunken.
aus Petersburg erfährt, i" gemeldet: Der englische
Wie die „Franks. Ztg." c wird der „Rußkija Wjedomostb .
Minenleger „Mary" geriet vor Lowestoft auf eine deutsche Minen und sank mit Minen an Bord.
Vergebliche Jagd auf ein deutsches Unterseeboot.
Aus Turin wird dem „B. T." gemeldet: Das in Bordeaux veröffentlichte offizielle französische Marine- communiquee berichtet, daß am 23. November auf die Suche nach dem deutschen Unterseeboot, das den Dampfer „Malachite" vier Meilen nordwestlich von Havre in Grund geschossen hatte, sofort zwei Flottillen französischer Torpedojäger und Torpedoboote ausgesandt wurden. Diesen gelang es erst am 25. November, das deutsche Unterseeboot zu entdecken. Sie machten sogleich Jagd aus das Boot, das sofort, als es sich verfolgt sah, untertauchte. Nachdem das Unterseeboot dann am anderen Tage, den 26. November, wiederum einen englischen Dampfer, dieses Mal deu „Primo", in Grund geschossen hatte, erschien es am 28. November neuerdings auf der Höhe des Kap Antifer, worauf es in nördlicher Richtung verschwand.
Neuer russischer Pump in England.
®-$> London, 7. Dezember. (T. U.) In einer Versammlung der Newcastler Handelskammer bemerkte der Sekretär, von Rußland seien jetzt Geldzahlungen zu erwarten, da die britische Regierung Rußland unter ge, wissen Bedingungen 400 Millionen Mark vorgeschossen habe.
Die Königin der Belgier in Frankreich.
»■* Paris, 7. Dezember. (T. U.) Die Königin der Belgier ist am Mittwoch von ihrem Gefolge begleitet in Frankreich eingetroffen. Sie wurde von den Militärbehörden, dem Bürgermeister und dem Unterpräfekten der Stadt, in der sie zu Schiff anlangte, (der Name wird nach dem Innern Frankreichs weiterreiste.
Türkische Siege gegenEngländerund Russen
Koustantinopel, 6. Dezember. (Amtlicher Bericht.) Gestern versuchten englische Landungstruppen eine von unsern Truppen zwischen dem Tigris und dem Kanal Souvaya besetzte Stellung anzugreifen. In dem Kampfe, der folgte, wurden die Engländer unter großen Verlusten geschlagen. Wir erbeuteten ein Maschinengewehr und eine Menge Munition.
Das Hauptquartier meldet weiter; Wir haben Keda, einen ziemlich wichtigen Punkt 20 Kilometer östlich von Batum besetzt. Durch einen kühnen Handstreich haben
freundschaftlichen Besuch — aber nun lassen Sie uns scheiden . . ."
Die Tränen rannen ihr über die Wangen. Mit bebender Stimme fragte sie:
„Kannst Du nicht vergessen — nicht verzeihen, Heinz . . .?"
„Verzeihen kann ich — vergessen nicht . . ."
„Und wenn ich Dir sage, daß alles ein Irrtum war . . ."
„Ein Irrtum hat schon oft eines Menschen Leben zerstört," erwiderte er ernst. „Dem ersten Irrtum wird der zweite folgen — ich vermag mich da nicht zurecht zu finden — ich weiß nur, daß dieser Irrtum mir die Augen geöffnet hat."
„Du bist sehr grausam, Heinz . . ."
„Nicht grausam, ich ziehe nur das Endresultat aus all den Irrtümern unseres Lebens. Wir wollen nicht wieder in solche Irrtümer verfallen, Ellen — lassen Sie uns scheiden — ich werde Ihre Lebenswege nicht mehr kreuzen. Leben Sie wohl, Ellen — und dieses Mal für immer . . ."
Ihre Augen begegneten sich. Ihr Blick war fanfi und bittend, ihre Augen schwammen in Tränen, doch kalt und stolz war sein Blick, er konnte nicht vergessen, was sie ihm angetan hatte, er gedachte der Worte ihres Bruders, der von einer neuen Verlobung Ellens gesprochen — konnte er da noch an ihre Liebe, an ihre Treue glauben? Einmal getäuscht, vermochte er das alte Vertrauen nicht wieder zu gewinnen.
An seinem Stolz entzündete sich aber auch der ihrige. Ihre Tränen versiegten, ihre Züge erstarrten in KäUc und Stolz; ihre Gestalt richtete sich straff empor.
„Du willst es so, Heinz," sprach sie bitter. „Mögen Du diese Stunde nie bereuen . . ."
’ (Fortsetzung folgt.)