Die neuen Kämpfe in Flandern.
Artilleriekampf bei Vpern. Frankreich beruft die Iahresklasse 1916. Von der Riesenschlacht in Polen. Gegen die Serben.
[ Aus dem großen Hauptquartier j
Großes Hauptquartier, 4. Dezember, vormittags. (Amtlich. WTB.) Auf dem westlichen Kriegsschauplätze wurden feindliche Angriffe gegen unsere Truppen in Flandern wiederholt abgewiesen. Ebenso in Gegend nordwestlich Mtkirch, wo die Franzosen bedeutende Verluste hatten.
Auf dem östlichen Kriegsschauplätze sind feindliche Angriffe östlich der Masurischen Seenplatte unter großen Verlusten für die Russen abgeschlagen wordeu. Unsere Offensive in Polen nimmt normalen Verlauf.
Oberste Heeresleitung.
Kaiserbesuch in Berlin.
Großes Hauptquartier, 4. Dezember, vormittags. (Amtlich. WTB.) Seine Majestät der Kaiser ist gestern abend zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen.
' Oberste Heeresleitung.
Die Kämpfe in Flandern.
Holländischen Zeitungen zufolge rücken die Deutschen jenseits des Yserkanals vor. Die seit acht Tagen fortdauernde Versuche der Verbündeten, die Deutschen über den Yserkanal zurückzuwerfen, seien anf der ganzen Kampffront gescheitert.
In der „Göteburg Handels-Tidning" ist ein Bericht des Korrespondenten des „Daily Chroniele" wtederge- geben, der über die letzten Kämpfe an der Yser und im nördlichen Frankreich folgendes zu berichten weiß: Dienstag morgen nahmen die Deutschen Truppenbewegungen vor, die durchscheinen ließen, daß der allgemeine Angriff der Deutschen auf die Stellungen der Verbündeten an der User bevorstehe. Der Angriff wurde mit einem gewaltigen, unaufhörlichen Artilleriefeuer eröffnet. Alles deutete darauf hin, daß große deutsche Truppenmengen hier eingetroffen sein mußten mit mehr schwerer Artillerie als zuvor, denn das Grollen des Donners der Kanonen war viel stärker, als man es bisher anf deutscher Seite wahrgenommen hatte. Am Abend fuhren die Deutschen weiter fort, ihre Truppenmassen in Eilmärschen gegen Südwesten zu werfen. Es dauerte auch nicht lange, so wurde in der Nacht ein schrecklicher Angriff auf die Stcllnngen der Verbündeten unternommen, der, von dem Feuer der Artillerie nuter- stützt, eine mörderische Wirkung hinterließ.
Der Kampf an der Yser.
®st> Berlin, 5. Dezember. (WTB.) Wie die „Voss. Ztg." erfährt, versuchte am Mittwoch morgen eine deutsche Truppenmacht die Yser auf Flößen zu dnrch- qneren, die von Motorbooten gezogen wurden.
Artilleriekampf bei Ypern.
o* Berlin, 5. Dezember. (WTB.) Die „Deutsche Tageszeitung" berichtet: Vom westlichen Kriegsschauplatz wird aus Paris nach Kopenhagen gemeldet, daß der Artilleriekampf sitdlstk Ypern fortgesetzt werde.
Im Argonnerwald.
e-* Rotterdam, 5. Dezember. (WTB.) Die französische Gesandtschaft im Haag teilt mit, daß die Franzosen im Argonnerwald ziemlich heftigen Angriffen aus- gesetzt sind und ans einem Teile des vorspringenden Waldes durch Sprengungen vertrieben sind.
Belforts Verteidigungsgttrtel.
Aus Genf wird berichtet: Ein Berichterstatter des „Temps", der das „uneinnehmbare Belfort" besucht hat, schreibt über seine Eindrücke in der Festung: Die Verteidigungswerke Belforts erstrecken sich weit über die am weitesten vorgeschobenen Forts des Platzes hinaus, keine Verteidigungsstellung, die nicht benutzt, kein Posten, der nicht durch die Anlage von Blockhäusern geschützt wäre, die unsichtbar auf größere Entfernungen durch sorgsam hergerichtete dreifache Gräben miteinander verbunden sind und die int Vorgelände nicht bloß durch Drahtverhaue, Holzverhaue und sonstige Hindernisse, sondern auch durch weithin sich erstreckende künstliche Ueberschwemmungen gesichert sind. Belfort fei so „uneinnehmbar", und zur Durchführung einer Belagerung seien wenigstens fünf Armeekorps notwendig. Die mobile Verteidigung Belforts erstrecke sich bis in die Umgebung von Mülhausen. — Auch Antwerpen galt für uneinnehmbar, und wir haben es doch in zwölf Tagen bezwungen.
3m fernen Osten.
Roman von O. Elster.
40) (Nachdruck verboten.)
„Ich möchte nicht mißverstanden werden, Fräulein Ellen," sagte er. „Wenn ich von Vorteil sprach, so dachte ich nur an geschäftlichen Vorteil . .
Sie sah ihn an und reichte ihm die Hand.
„Ich danke Ihnen, Herr von Wittkoven . . ."
Dann wendete sie den Blick wieder dem blauen, endlosen Meere zu, und versinkt in Schweigen. Ihre Hand bleibt lässig und wie vergessend in der Wittkovens ruhen.
Auch er schweigt. Sein Auge ruht auf ihrer weiß und schmal gewordenen Hand, und es ist ihm, als läse er all den Schmerz, all das Leid ihres Herzens aus den Zügen dieser lässig daliegenden weißen Hand. Ein tie- fes Mitleid überkommt ihn, das stärker ist als eine Liebe. Nach einer Weile sagte er leise:
„Sie erzählten mir einmal von Ihrem Jugend- sreund,„der in dem Kampf um die Taku-Fvrts gefallen ~; D" Ackte ihre tzand zusammen und zieht sich zurück. Eine leichte Röte überhauchte ihre Wangen.
„Weshalb wecken Sie diese Erinnerung?" fragte sie mit einem trüben Lächeln. 1
„Dachten Sie nicht eben wieder an ihn?" gab er zurück.
„Mag sein — ich weiß es nicht . . "
»Hieß dieser Jugendfreund nicht Heinz Erichsen?" Erstaunt sah ste auf.
„Woher wissen Sie . . .?"
"Ihr Bruder erzählte mir von ihm"
„Wie kamen Sie darauf?" öeten^^r „l^sen seinen Namen in der Liste der Berwun-
„Der Toten meinen Sie."
Keine französischen Erfolge in den Vogesen.
, Zu der amtlichen Pariser Meldung vom 2. Dezember, daß französische Truppen im Elsaß Oberaspach und Niederaspach erobert hätten, erfährt WTB. von maßgebender Seite, daß es sich bei Oberaspach lediglich um eine Positierung handelt, die von unseren Truppen freiwillig geräumt worden ist, ein Ereignis ohne irgend welchen Belang. Niederaspach ist nach wie vor in deutschen Händen.
Frankreich beruft die Jahresklasse 1916.
o os* Paris, 5. Dezember. (T.-U.) Nach der Jahresklasse 1915 beruft Frankreich, wie die „Franks. Ztg." meldet, auch die Jahresklasse 1916 ein, und zwar auf Mitte Februar. Wenn auch die Rekruten nicht sofort in den Krieg geschickt werden sollen, so scheint doch aus der getroffenen Maßnahme hervorzugehen, daß Frankreich noch mit einer längeren Kriegsdauer rechnet. — Im Westen sind beide Gegner in parallelen Linien so fest verschanzt, -atz selbst die heftigsten Kämpfe (nach französischer Ueberzeugung) nur leichte Aenderungen der Linien zur Folge haben könnten, unter diesen Umständen genüge selbst ein Jahr nicht, um die Deutschen aus den Laufgräben hinauszuwerfen.
Englands verlustreicher Seekrieg.
Die englische Admiralität veröffentlicht eine neue Verlustliste. Danach verlor die Marine seit Beginn des Krieges 308 Offiziere, 7035 Mann, darunter 220 Offiziere und 4107 Mann tot.
König Georg bleibt an der Front.
o-* Von der holländischen Grenze, 5. Dezember. (T. U.) Da der Besuch König Georgs beim englisch- französischen Heere, wie das „Reutersche Bureau" meldet, sich als sehr wichtig erwiesen hat, wird er wahrscheinlich auf längere Zeit ausgedehnt werden.
(Köln. Ztg.)
Portugals Vasallendienste.
»•* Zürich, 5. Dezember. (T.-U.) Portugal hat italienischen Meldungen zufolge eine Infanterie-Division mobil .gemacht. In Lissabon sollen Offiziere des englischen Generalstabes erwartet werden, um die letzten Einzelheiten für Portugals Eingreifen vorMbereiten.
Die Riesenschlacht in Polen.
0=^ Kopenhagen, 5. Dezember. (T.-U.) Der „L.-A." meldet: „Daily Chronicle" schreibt: Die Schlacht zwischen Warthe und Weichsel dauert an. Ihr Ausfall ist von entscheidender Bedentung für den Weltkrieg. Die Deutschen sind sich darüber klar und machen ungeheure Anstrengungen, um den Sieg zu erringen. — Lodz hat durch die Beschießung und Fliegerbomben sehr gelitten.
»-* Zürich, 5. Dezember. (T.-U.) Der militärische Mitarbeiter des Beruer „Bund" schreibt nach der „Köln. Ztg.": Augenblicklich scheine die Schlacht frontal zum Stehen gebracht worden sein. Doch werde es bei Hin- denburgs Strategie kaum dabei bleiben.
Der Korrespondent des Pariser „Journal" meldet aus dem russischen Hauptquartier, daß die Schlacht in Polen mit der größten Heftigkeit und in einem Feuermeer fortdauere. Seit der napoleonischen Epoche sei es ohne Zweifel die bewegteste Schlacht. Sie zwang zu Truppenbewegungen und veranlaßte Jmprovisations- Pläne, wie sie in der Geschichte beispiellos dastehen. Man schätzt, daß etwa zwölf deutsche Korps sich mit den Russen im Kampfe befinden.
Russische Geschützbestellungen in Japan.
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Tokio: Der russische General Harmonius hat mit japanischen Artilleriewerk- stätten eine» Lieferungsvertrag für achtundvierzig Batterien abgeschloffen.
” Dom österr.-ungar. Generalstab ^
os* Wien, 4. Dezember. Amtlich wird verlautbart:
In den Karpathen, in Westgalizien und in Südpolen verlief der gestrige Tag im allgemeinen ruhig. Die Kämpfe in Nordpolen dauern fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.
v. Höfer, Generalmajor.
Gegen die Serben.
6a* Wien, 4. Dezember. Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich berichtet:
„Nein, Ellen — der allerdings schwer Verwundeten . .."
Heiße Glut überflammte sein Antlitz. Sie atmete hastig. Angstvoll hing ihr Auge an seinen Lippen.
„Was wollen Sie damit sagen?"
„Erschrecken Sie nicht, Ellen — ich will Sie nicht ängstigen — ich möchte Ihnen eine Freude bereiten — Heinz Erichsen — lebt . . ."
Ein leichter Schrei entrang sich ihren Lippen. Dann sank ihr Haupt zurück, ihre Augen schlössen sich, Tränen perlten unter den geschlossenen Wimpern über ihre blassen Wangen.
„Ellen — teuerste Ellen. . ." flüsterte er und ergriff ihre Hand. „Ich bitte, beruhigen Sie sich . . . ich mußte es Ihnen sagen, da Fred es Ihnen nicht mitgeteilt hatte ... ich wollte Ihnen eine Freude bereiten.."
Sie drückte ihm die Hand und sah ihn lächelnd an.
„Ja, Ellen — ich habe Sie so ließ daß ich Sie nicht unglücklich sehen kann . . . selbst mit Verzicht auf mein eigenes Glück", setzte er leise hinzu. „Es wäre ja doch kein Glück für mich, wenn ich Sie nicht auch glücklich wüßte. Und nun erfahren Sie, daß Ihr Freund sich in Ihrer Nähe befindet — er ist hier auf demselben Dampfer wie wir, Ellen — dort bei den in die Heimat zurückkehrenden Seesoldaten . . ."
„Herr von Wittkoven — ist das wahr?"
„Fragen Sie nur Ihren Bruder — oder Oberleutnant Wilsdruff. . ."
„Mein Bruder wußte es — und sagte mir nichts?'" „Er fürchtete wohl, Sie zu erschrecken. . ."
„Ich werde ihn fragen — Ihnen aber danke ich von ganzem Herzen. . ." Sie erhob sich. Ihr Wesen war vollständig verwandelt, ihre frühere Energie schien zu- rückgekehrt, alle Schwäche und Lässigkeit war verschwun-
Augen leuchteten, und ein stolzes Lächeln umschwebte ihre Lippen. Sie nickte ihm noch einmal zu, dann entfernte sie sich. 7
Die Besitzergreifung von Belgrad erfolgte gestern in feierlicher Weise. Der Vormarsch unserer Kräfte geht am nördlichen Teile der Front kampflos vorwärts, wobei gestern dreihundert Mann zu Gefangenen gemacht wurden. Westlich und südwestlich Arandjelovatz stellen sich unfern vordringenden Truppen starke feindliche Kräfte entgegen, welche durch heftige Angriffe, die insgesamt abgewiesen wnrden, versuchen, den Rückzug der serbischen Armee zu decken.
Serbien darf keinen Sonderfrieden schließen.
Die Wiener „Reichspost" erfährt von diplomatischer Seite: Die verschiedentlichsten Meldungen über angebliche Absichten maßgebender Kreise Serbiens, angesichts der großen Fortschritte der kaiserlichen Truppen auf dem serbischen Boden einen Sonderfrieden mit Oesterreich-ungarn anzubahnen, um den vollständigen Zusam- menbruch die Königreichs zu vermeiden, entbehre» jeder Grundlage. Die serbische Regierung ist abhängig von Petersburg, und es geschieht heute in Serbien nur das, was Rußland will. Das Zarenreich wird aber nie zugeben, daß sein Vasallenstaat sich mit der Donaumonarchie aussöhnt.
Das Elend in Neuserbien.
»s* Sofia, 5. Dezember. (T. U.) Den hiesigen russischen Zeitungskorrespondenten war Gelegenheit gegeben, sich in Monastir, Jstip und Uesküb, den neuser- bischen Städten, von der elenden Lage der dort wohnenden Bulgaren zu überzeugen. Es steht in diesen zu einem großen Teile von Bulgaren bewohnten Gegenden eine Hungerrevolte bevor, zumal fast gar keine serbischen Truppen, die die Ordnung aufrecht erhalten könnten, mehr da sind.
Der türkische Schlachtbericht.
»-* Konstantinopel, 5. Dezember. (Amtlich. WTB.) Die Türken haben in Tschorok und bei Adschara täglich neue Erfolge. Sie sind in Adschara eingedrungen uno auf Batum vorgerückt. Oestlich vorgehend, gelangten sie in die Gegend von Ardaghan. Westlich hiervon eroberten sie unter anderen Sachen ein Maschinengewehr. Die Russen gingen anf Ardaghan zurück.
Die Lage auf dem Balkan.
^ Konstantinopel, 5. Dezember. (WTB.) Laut Blättermeldungen wird die griechische Flotte im Dezember große Flottenmanöver abhalten. Von der bulgarischen Grenze und bei Janina werden große Trup- penzusammeuziehungen gemeldet.
'Bulgarien lehnt ein russisches Verlangen ab.
»s* Konstantinopel, 5. Dezember. (T.-U.) Die russische Regierung hat von der bulgarischen Regierung verlangt, daß sie 300 in Dedeagatsch eingetrossenen Kanonen der Firma Schneider-Creuzot sowie 200 Maschinengewehre dnrch Bnlgarien passieren lasse. Die bulgarische Regierung hat das Verlangen trotz verschiedener Drohnngen seitens Rußlands abgelehnt.
Der Krieg in den Kolonien.
Die Kämpfe im Kongo.
»e* Bordeaux 5. Dezember. (T.-U.) Hier liegen weitere Informationen über die französisch-belgischen Operationen im Kongogebiet vor. Ein Einfallsversuch belgischer Truppen unter Oberst Henry wurde von den deutschen Grenzposten bei Gison Gue nördlich des Kiwn-Sees blutig zurückgewiesen, doch gelang es den Belgiern, aus Umwegen das deutsche Gebiet zu erreichen. Am 29. Oktober stieß eine starke belgische Kolonne auf deutsche Streitkräfte, die sich jedoch vor der Ueber- macht zurückzogen. Nord-Ubangi und Mittelkongo wurden gleichfalls von belgisch-französischen Kolonnen besetzt. Es kam nur zu kleineren Gefechten, da die deutschen Streitkräfte offenbar sämtlich den Befehl erhalten hatten, sich »ach dem Norden zurückzuziehen nnd dort zu einer größeren Abteilung zu versammeln. Die Franzosen wollen versuchen, die Verbindung abzu- schneiden.
Aufruf des Landsturms zweiten Aufgebots zur Anmeldung zur Stammrolle.
Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, dnrch die der aus dem Landsturm ersten Aufgebots übergetretene Landsturm zweiten Aufgevots zur Anmeldung zur Landstnrmrolle anfgernfen wird.
Gleichzeitig wird in einer Bekanntmachung des Reichskanzlers bekanntgegeben, daß der Aufruf des Landsturms lediglich die Herbeiführung der Eintragung in die Listen bezweckt. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 16. bis einschließlich 20. Dezember 1914 zu erfolgen.
Er seufzte leicht auf. „Es ist besser so", murmelte er vor sich hin. „Was nützte es mir, ihre Hand zu gewinnen, wenn ihr Herz, ihre Seele mir fremd geblieben wären. . ."
Heinz Erichsen saß im Bug des Dampfers auf einem zusammengerollten Tau und las in einem Buche, das er sich aus der Schiffsbibliothek hatte geben lassen. Aber menzuschließen. Heinz konnte dieses Schauspiel des der Inhalt des Buches mußte ihn nicht allzu sehr fesseln, denn oftmals ließ er das Buch sinke« und sein ernstes Auge schweifte dann über die See, deren Wellen an dem Bug des Dampfers emporschäumten, um sich rauschend an den Längsseiten zu verlieren und sich hinter den Schrauben in schneeig weißen Schaumwirbeln zusam- ewigen Wechsels der Wellen und der sich doch stets gleich bleibenden Größe des Meeres seit Jahren schon und doch fesselte.es stets von neuem sein Auge, das in dem wechselvollen Spiel der Wellen ein Bild des eigenen Lebens sah, dessen Höhen und Tiefen er geschaut, dessen stürmische Wellen ihn hoch emporgehoben, um ihn dann wieder in den Abgrund zu schleudern. Er hatte dein Leben und demTode in das Auge geblickt, und jetzt lag es vor ihm, das Leben, wie die weite endlose See mit ihrem gleichmäßigen Wellenschläge, unter dem doch die unförmliche Tiefe lauerte, in dem doch die wilde Gewalt des Sturmes schlief. Wohin würden ihn die Wellen des Lebens noch tragen? Auf die Höhe oder in den Abgrund? Oder würde er im gleichmäßigen Fluß dahingetragen werden — ohne Haß, ohne Liebe, ein freundlicher, stiller Mann, dessen Tage in der Erfüllung seiner Pflicht eintönig dahinflossen?
Er seufzte unwillkürlich aus. Wie anders hatte er sich das Leben gedacht, vorwärtsstürmend einem hohen Ziele entgegen. Aber das Ziel war ihm genommen, und isen Streben war nutzlos geworden. Das Glück war zerronnen, nur die Pflicht war geblieben.
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