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Amtliche Bekanntmachungen.

Berlin, den 4. November 1914.

Wie wenig bisher die unter den heutigen Verhält­nissen selbstverständliche Pflicht, mit dem täglichen Brot hauszuhalten und nicht zu vergeuden, die ganze Lebens­führung unseres Volkes beeinflußt hat, zeigt die Tatsache, daß an vielen Orten, namentlich Norddeutschlands auch heute noch in Gast- und Speisewirtschaften jeder Art den Gästen Brot und anderes Gebäck zum beliebigen Genuß zur Verfügung gestellt wird. Der Brotverbrauch der Gäste wird zwar in den Preisen der Speisen und Getränke mitbezahlt. Diese Gepflogenheit ist aber ge­eignet, den v erschwenderisch en und gedanken­losen Verbrauch des Brots zu fördern. Wird für das genossene Brot besondere Bezahlung verlangt, so wird ein solcher überflüssiger Verbrauch des Brotes alsbald eingeschränkt werden. Dies mag in der Menge wenig ausmachen. Es handelt sich aber jetzt darum, das Ge­bot, eine verständige Sparsamkeit mit dem Brote walten zu lassen, täglich möglichst weiten Kreisen der Bevölke­rung in Erinnerung zu bringen. Dazu wird auch dieses Mittel beitragen.

Exzellenz

Euere Durchlaucht ersuchen wir daher ergebenst, da, Hochgeboren

wo jener Gebrauch noch besteht, die Gast- und Speise­wirtschaften jeder Art in geeigneter Weise, etwa durch Vermittelung der Gemeindebehörden, zu baldigster Ab­stellung veranlassen zu wollen. Es wird sich empfehlen,

durch gelegentliche Proben Aufforderung befolgt wird.

Der Minister- für Handel und Gewerbe, gez.: Sydow.

feststellen zu lassen, ob die

Der Minister des Innern.

In Vertretung, gez.: Drews.

An die Herren Oberpräsidenten und den Herrn Regierungspräsidenten in Sigmaringen.

I. Nr. II b. 12214. M. f. H. V. 4798. M. d. I.

*

*

Hersfeld, den 30. November 1914.

Vorstehendes bringe ich zur öffentlichen Kenntnis.

Ich ersuche die Ortspolizeibehörden die Wirte hierauf ausdrücklich ausmersam zu machen und gelegentlich fest­zustellen, ob die Aufforderung befolgt wird.

T. 11588. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assesfor.

In I e n a ist am 2. November eine vom stellv. Generalkommando in Cassel errichtete

Militär-Borbereitungs-Anstalt eröffnet worden. Sie ist in dem vortrefflich außerhalb der Stadt gelegenen Neuen Schützenhof untergebracht und zählt bereits 300 Zöglinge, die in drei Kompagnien ein­geteilt sind, aber auch für eine vierte Kompagnie sind Räumlichkeiten vorgesehen. In der Anstalt werden junge Männer im Alter von 16 bis 17 Jahren militärisch ge­schult, sodaß sie mit Eintritt des dienstfähigen Alters als ausgebildete Soldaten ins Heer eingestellt werden können. Sie übernehmen keine Verpflichtung, länger als gesetzlich vorgeschrieben in der Armee zu dienen, können aber, wenn sie sich dazu eignen, besonders auf Beförderung rechnen.

Zum Eintritt ist erforderlich eine durch das zustän­dige Bezirkskommando angeordnete ärzliche Untersuchung, ein polizeiliches Führungszeugnis, die behördlich beglau­bigte Einwilligungerklärung des Vaters bezw. Vormunds und eine Bescheinigung darüber, daß der Einzustellende nicht durch bürgerliche Verhältnisse gebunden ist.

Gesunde junge Leute, welche bereit sind, dem Vater­lande in dieser schweren Zeit mit den Waffen zu dienen und die verlangten Ausweise beizubringen vermögen, können sich jederzeit bei dem zuständigen Bezirkskommando oder bei der Anstalt selbst melden. Sie erhalten freie Eisenbahnfahrt, Wohnung, Beköstigung, Kleidung und em Taschengeld. (I. Nr. 2768. M. 14/15.) Hersfeld, den 1. Dezember 1914.

Bezirkskommando Hersseld.

Bekanntmachung.

Aus den Aufruf des Magistrats und der Stadtver­ordnetenversammlung vom 3. August ds. Js. sind ferner bet uns eingegangen:

1 . Für unsere Truppen im Felde:

Frau Alex Rehn 20 Leibbinden und 7 Paar Stauchen. Tuchfabnkant Georg Braun (zweite Rate) 250 Mk. r^rau Carl Demme 4 Paar Strümpfe und 7 Paar Ststudjen. Frau Forstmeister Diels 6 Paar Strümpfe unb 2 Paar Stauchen. - Frau Hulda Koch 3 Paar Strumpfe. Frau Elise Koch 3 Paar Strümpfe. Allein Martha Ditzel 1 Hemd, 3 Paar Strümpfe

2 Stauchen. - Bausekretär Gerth 100 u"d 20 Mk. - Kegelklub Wete Mk. Frau Pfarrer Arend 12

~ Frau Jean Euler 100 .Cigarillos, Weece^Vanr SV Pakete Tabak. Frau Hegemeister Vosisekr^ "^ 2 Paar Stauchen. - Frau

% ÄÖ^ SS »^ To^Ä^ Ä N Wiesbaden 20 Pakete Tabak. -Tobias Stiebl 4 -%rauUS %ta^n und 3 Ohrenschützer. @trS ^toftbent Scheffer zu Engelbach 6 Paar 4 Leibbinden und 4 Schals. - Professor Dr. Klippert 50 Mk. - Frau Bertba ^obr' S^ Ä3 Paket

'Zucker und ein Paket Stearinkerzen Die evangeluche Bürgerschule 36 Paar Strümvie 19 Wony Stauchen, 8 Paar Kniewärmer, 2 Ohrenschützer, 1 Kopf-

schützer und 2 Halstücher. Johannes Mohr zu Schenk- lengsfeld 1 Unterhose, 1 Paar Strümpfe und 25 Cigarren. ' Bernhard Bolz 12 Stück Seife. Frau Polizei­kommissar Pathe 3 Paar Strümpfe. Heini und Hanna Pathe 30 Mk. Lehrerkollegium und Schülerinnen des städtischen Lyzeums 1400 Cigarren, 320 Weihnachts­pakete enthaltend je fünf Weihnachtsgaben (Kniewärmer, Pulswärmer, Strümpfe, Lungenschützer, Ohrenschützer, Schals, Tabak, Seife, .Schokolade, Konserven, Taschen­tücher, Feueranzünder, Kerzen, Cigaretten etc.). Ge­brüder Schreiber 100 Cigarren. Oberbahnassistent Schwinzer 3 Paar Strümpfe, 4 Paar Stauchen und 4 Leibbinden. Fräulein Bachmann 2 verschlossene Weih­nachtspakete sowie 1 Paar Strümpfe, 6 Ohrenschützer, 1 Paar Kniewärmer und 1 Kopfschützer. Ungenannt 3 verschlossene Weihnachtspakete. Konrad Göbel 2 Unterhosen und 2 Unterjacken, Ungenannt 1 Strickjacke und 3 Kopfschützer. Ungenannt 2'Kopfschützer. Die Gemeinde und Schule zu Heddersdorf 9 Paar Strümpfe, 6 Paar Beinlinge, 16 Paar Füßlinge, 1 Paar Knie­wärmer, 13 Paar Pulswärmer und 5 Paar Ohrenschützer. Katholische Bürgerschule 8 Weihnachtspakete.

2. Liebesgaben speziell für das Reserve-Bataillon Nr. 71.

Firma Hermann Altenburg 10 Flaschen Jamaika-Rum.

Kupferschmiedemeister Heinrich Gesing 2 wollene Decken. Kaufmann Wilhelm Seelig 1 wollene Decke. Lehrer Hallenberger 1 wollene Decke. Frau Bertha Lohrmann 2 wollene Decken. Fräulein Bertha Berlet 1 Steppdecke. Fabrikdirektor Stuckhardt 2 wollene Decken. Fräulein Marie Rehn (Markt) 3 wollene Decken und 6 wollene Tücher. Witwe Elise Walpert 2 wollene Decken. Kaufmann Valentin Seelig 3 wollene' Decken. Tuchfabrikant Hermann Braun 500 Mk. Die Arbeiter der Tuchfabrik Firma Friedrich Braun 35.35 Mk. Frau Alex Rehn 18 Leibbinden. Jakob Hofmann zu Niederjossa 2 wollene Decken und 2 wollene Unterjacken. Buchhalter Jean Brandau 10 Mk. Wilhelm Kothe 3 Unterjacken. Ledersabrikant Jean Rechberg 12 wollene Decken und 12 wollene Jacken. Frau Buchdrucker Wagner 2 wollene Decken. Frau Martha Wagner (Hainstraße) 1 wollene Decke. Lyzeal- )irektor Dr. Schoof 4 wollene Decken. Die Beamten )er Depositenkasse L. Pfeifer hier 50 Mk. Kaufmann Wilhelm Zickendraht 2 wollene Decken. Kaufmann Heinrich Sauer 20 Mk. Ungenannt 1 wollene Decke. Frau Minna Schreiber 1 wollene Decke. Weber Zeorg Wolf 3 Mk. Frau Uhrmacher Andre 4 Unter­jacken. Fräulein Stuckhardt (Markt) 1 wollene Decke. Frau Bauunternehmer Roll 2 wollene Decken. Frau H. H. Wolff 1 wollene Decke, 1 wollenen Schal, Cigaretten und Spitzen, Postkarten und Bleistifte, Zwirn und Nadeln. Frau Wiegand Siering 2 wollene Decken. Bernhard Präger 1 wollene Decke. Fritz Lotz in Lengers 20 Mk. Polizeiwachtmeister Schreiber 1 wollene Decke. Von dem städtischen Lyzeum 4 wollene Decken. Ungenannt 2 wollene Decken. Wilhelm Kothe 10 Leibbinden. Frau Zulauf 48 Stollen, 50 Cigarren, 2 wollene Decken. 6 Paar Strümpfe, 6 Paar Fußlappen, 6 Taschentücher und 4 Paar Schießhand- chuhe. Georg Wilhelm Apel zu Mecklar 1 wollene Decke. Buchhalter Wilhelm Horn 2 wollene Decken. Gemeinde Sorga (durch Pfarrer Scheffer) 20 Hemden, 24 Paar Strümpfe, 21 Paar Fußlappen, 26 Leibbinden, 100 Cigarren und 1 Paket Würfelzucker. Fabrik Firma Benno Schilde 12 wollene Decken. Tuchfabrikant Otto Braun 500 Mk. Kommerzienrat Rechberg 1 Sack Wallnüsse. J. Grentzebach Nachf. 1 wollene Decke.

3. Für die notleidenden Ostpreußen:

Frau Alex Rehn eine Anzahl getragener Kleidungs­stücke. Gemeinde Oberhaun 95,50 Mk. Sattlermeister Herwig 1 Jacket und 2 Damenmäntel. Gemeinde Kirch- heim 289,50 Mk. Gemeinde Philippsthal 3 Kisten Kleidungsstücke. Gemeinde Heimboldshausen 2 Pakete und 1 Sack Bettzeug, Leinen und Kleider. F. Camin zu Hof Thalhausen 2 Säcke Kleidungsstücke. Pfarrer von Kietzell zu Neukirchen (Kreis Hünfeld) 1 Kiste Liebes­gaben. Gemeinde Heimboldshausen 247.50 Mk. Förster Mainz zu Kerspenhausen 1 Paket mit Kleidungs­stücken. Frau Bertha Lohrmannn 1 Paket Kleider, Strümpfe etc. Pfarrer von Kietzell zu Neukirchen (Kreis Hünfeld) 1 Kiste Liebesgaben. Gerichtssekretär Geb 1 Paket mit Kleidungsstücken. Auszüger Jakob Fink in Gershausen 2 getragene Röcke. Pfarrer von Kitzell zu Neukirchen (Kreis Hünfeld) 2 Pakete Liebes­gaben, gesammelt im Kirchspiel Neukirchen, enthaltend 2 Männerjacken, 1 Paar Schuhe, 4 Frauenhemden, 6 Männerhemden, 3 Paar Strümpfe, Druckzeug für zwei Schürzen unb, 1 Deckenüberzug. W. Brandstein in Heimboldshausen von einer Wiesenbewässerungsgenossen- schaft 50 Mk. Witwe L. Stern ein Paket' getragene Kleidungsstücke. Professor Dr. Klippert eine Anzahl getragener Kleidungsstücke. Ungenannt 10 Mk.

Indem wir allen Spendern herzlichen Dank sagen, sehen wir weiteren Zeichnungen für unsere Truppen rm Felde und für die notleidenden Ostpreußen pp. gern entgegen.

Hersfeld, am 1. Dezember 1914.

Der Ausschuß für Liebesgaben

I. 8671.

Strauss.

Zwelgverem vom Roten Kreuz.

All die Frauen und jungen Mädchen

unserer Stadt, die sich beim Stricken von Strümpfen, Puls- und Kniewärmern für unsere Truppen im Felde beterügen wollen, werden gebeten, sich das hierzu erfor- dernche Garn bei Frau Pfarrer Gonnermann, Lullusstr. Nr. 1 abholen zu lassen.

Den Heldentod fürs Vaterland starb in Frankreich mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn und Bruder

der Reservist Jakob Hebel

im Res.-Inf.=Regt. Nr. 83.

Kemmerode, den 4. Dezember 1914.

Im Hamen der trauernden Hinterbliebenen:

Johannes Hebel.

Allg. vrtskrankenkake für die Landgemeinde« des Kreises Hersseld.

Die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Ver­sicherten werden hiermit zu einer

. Ausschutz-Sitznng:_____ auf

Sonntag, den 14. Dezember ds. 3s., mittags IS Uhr in das Hotel Kaiserhof in Hersfeld (Kaiserstraße 5) ergebenst eingeladen.

Tagesordnung:

1. Abnahme der Rechnung des Jahres 1913.

2. Genehmigung des Voranschlags für 1915.

3. Wahl der Rechnungsprüfer für 1914.

4. Sonstiges.

Hersseld, den 30. November 1914.

Der Vorsitzende des Vorstandes.

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Sonnabend den 5. d. Mts.

8Vs Uhr abends.

Die Tagesordnung bedingt Anwesenheit aller Mitglieder.

Vortrag Herr Hch. Möhl. Thema: Die Feldpost.

Gäste können teilnehmen.

Ein braves, fleißiges

Milchen sucht auf sogleich oder später Stellung.

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Meiner Taoenian.

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erlernen wollen, können sofort oder später bei eintreten.