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[ Aus dem großen Hauptquartier

Großes Hauptqitartier, 3. Dezember. (Amtlich. WTB.) Auf beiden Kriegsschauplätzen hat sich nichts Besonderes ereignet.

Oberste Heeresleitung.

Kaiser Wilhelm mit dem österreichischen Oberstkommandierenden in Breslau.

o,* Großes Hauptquartier, 3. Dezember. (Amtlich. WTB.) Se. Majestät der Kaiser hatte gestern in Bres- lan eine Besprechung mit dem Oberstkommandierenden des österreichisch-ungarischen Heeres, Sr. K. K. Hoheit dem Erzherzog Friedrich, der von Sr. K. K. Hoheit dem Erzherzog-Thronfolger Karl Franz Josef und dem Chef des Generalstabes General der Infanterie Konrad von Hötzendorff begleitet war. Später besuchte der Kaiser die Verwundeten in den Lazaretten der Stadt.

Oberste Heeresleitung.

* * *

9>* Großes Hauptquartier, 3. Dezember. (Amtlich. WTB.) Se. Majestät der Kaiser besuchte heute Teile der in der Gegend von Czenstochau kämpfenden öster­reichisch-ungarischen und deutschen Truppen.

General von Scheffer-Boyadel mit dem ponr le merite ausgezeichnet.

»s* Berlin, 4. Dezember. Dem General der In­fanterie Freiherrn v. Scheffer-Boyadel, früheren Kom­mandierenden des 11. Armeekorps, ist nach der „Kreuz­zeitung" der Orden pour le merite durch folgende Ka- binettsoröer verliehen worden: , ± ~

Die schweren Kämpfe, die Sie in den letzten Tagen mit dem 25. Reserve-Armeekorps durchgesochten haben, werden für immer ein ruhmvolles Blatt der Kriegsge­schichte bleiben. Ich verleihe Ihnen den Orden pour le merite nnd ersuche Sie, Ihren nnvergleichlichen Truppen meine königliche Anerkennung und meinen Dank aus- znsprechen. Gott schenke Ihnen weitere Erfolge.

Wilhelm I. R.

f Dom österr.-ungar. Generalstab IWL ......—...... — "

Was der österreichische Generalstab meldet.

9g* Wien, 3. Dezember. Amtlich wird verlautbart: Unsere Situation auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat sich gestern nicht geändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes,

v. Höfer, Generalmajor.

Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich un­term 3. Dezemoer gemeldet: Siegreiches Vordringen unsere Trnppen über die Kolumbara zwang den Geg­ner, Belgrad, dessen Verteidigungsanlagen gegen Nor­den gerichtet waren, kampflos preiszugeben, um nicht die dortige Besatzung der Gefangennahme anszuliefern. Unsere Truppen sind über die Save und aus südlicher Richtung in Belgrad eingedrungen «nd haben die Hö­hen südlich der Stadt besetzt. Die öffentlichen Gebäude, auch die Gesandtschaftspalais Deutschlands und Oester- reichs-Ungarns, wurden sofort militärisch gesichert. An dem übrigen Teil der Gefechtsfront kam es gestern, da der Feind im Rückzüge und die eigenen Kolonnen auf den grundlosen Wegen nur langsam vorwärts kommen, nnr zn kleineren Kämpfen mit feindlichen Nachhuten, von denen zirka 200 Mann gefangen genommen wurden.

Wie Belgrad genommen wurde.

Budapest, 4. Dezember. „Pesti Hirlap" meldet aus Semlin: Die schweren Geschütze unserer Monitore be­gannen vor einigen Tagen die Festung Belgrad nutet! heftiges Feuer zu nehme«. Die 28-Zentimeter-Geschütze des Feindes wurden zum Schweigen gebracht.. Unsere am Semliner Ufer stehenden Truppen setzten über die Donan, gelangten nach der Zigennerinsel und von dort in die feindliche Hauptstadt, warfen die Serben aus ihren nahe dem Bahndamm gelegenen Deckungen her­aus und nahmen den ganzen Westteil der Stadt. Zu­gleich drang jener Teil unserer Trnppen in die Städte der an der Save entlang vorgerückt war.

Der „Az Est" bringt folgende Einzelheiten über die Besetzung Belgrads: Nach mehrtägigem Artilleriefeuer, welches zur Folge hatte, daß die serbische Artillerie am Avolaberg, in Topschider und am Banovoberg zum Schweigen gebracht wurde, erfolgte am Mittwoch von vier Seiten ein allgemeiner Sturm. In vier Stunden

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Im fernen Osten.

„Immer mit die Ruhe."

(Nachdruck verboten.)

Die Soldaten entfernten sich, auch Heinz wollte sich zurückziehen, da trat Fred noch einmal an ihn heran.

„Ich möchte Sie gern einmal ungestört sprechen, lieber Heinz," sagte er, während sich eine gewisse Ver­legenheit auf seinem Gesicht bemerkbar machte.

„Bitte, Herr Diesterweg — ich stehe jederzeit zur Verfügung . .

„Wissen Sie, daß meine Mutter und meine Schwester auf dem Dampfer sich befinden?"

„Ja . . ."

„Ellen ist sehr krank, Heinz — eine nervöse Ueber- reizung — sie hält Sie für tot. — Sie können sich denken, daß wir alle, diese, Gott sei Dank falsche Nachricht mit großer Betrübnis hörten —, wenn Ellen Sie jetzt plötz­lich sehen sollte, würde sie heftig erschrecken — und in ihrem jetzigen Zustande . . ."

- Line dunkle Glut überflammte Heinzens Wangen, erwiderte ^^^ 3* ed ihm diese Worte sagte, und rasch

°!^ ®orße' Herr Diesterweg, ich werde Fraulein Ellen nicht in die Wege treten."

wir ihr vorsichtig mitteilen, daß ^eue NachrM falsch war . . " fuhr Fred fort.

Heinz lächelte stolz und fast verächtlich.

... »Wozu? fragte er mit einem Achselzucken Es W beide Teile das Beste, ich bleibe für Fräulein

"dieiu • nein — so war es nicht gemeint__lallen Sie Ellen sich nur erst wieder erholen . .

. nr eine Frage, Herr Diesterweg — ist jener Gert der Verlobte Fräulein Elleus?" ' * r

Er wies auf den Herrn von Wittkoven Wach mit Wilsdruff da stand und auf Fred'wartete.

war Belgrad fest in unserer Hand. Die von Obrenovac anrückenden Truppen zogen nach Beseitigung des zähen Widerstandes der serbischen Truppen ebenfalls in die Stadt ein. Hunderte von bereits früher vorbereiteten Fähren und Kähnen transportierten unsere Truppen an das andere Ufer. Die serbische Besatzung versuchte auf der Eisenbahnbrücke Widerstand zu leisten, wurde aber förmlich überrannt. Ebenso die anderen serbischen Truppen, die in den Straßen Belgrads Widerstand an leisten versuchten. Vor dem Konak spielten sich ergrei­fende Szenen ab, als die ungarischen Truppen, darunter zahlreiche Landsturmmannschaften, die ungarische Hymne sangen. Die S aöt hat von der Belagerung nicht allzu sehr gelitten, obwohl stellenweise die verheerende Wir­kung der Beschießung wahrzunehmen ist.

General Rennenkampf vom Oberbefehl enthoben.

Die „Morning-Post" meldet aus Petersburg: General Rennenkampf ist vom Oberbefehl enthoben, weil er in der Konzentrationsbewegnng zur Einschlie­ßung der Deutschen seine Stellung zwei Tage zu spät einnahm.

Auf Rennenkampf hatten die Russen bekanntlich ihre größten Hoffnungen gesetzt.

Die Angst vor der deutschen Landung.

Nach englischen Berichten rief die Aufhebung der bürgerlichen Freiheiten in England in der Bevölkerung Beunruhigung hervor, der einige demokratische Abge­ordnete im Unterhaus Ausdruck geben. Die Angst vor einer deutschen Landung nimmt zu. Die ausgehobenen Truppen werden größtenteils nach der schottischen Küste gesandt. Gegen Landungen an der englischen Küste werden große Truppenlager errichtet; so werden in York fast 200 000 Mann zusammengezogen.

Völlige Schließung der Nordsee.

Die Londoner Presse beschäftigt sich fortgesetzt mit der Noröseeschiffahrt. Vielfach werden noch strengere Maßnahmen gegen neutrale Schiffe verlangt, um jede Zufuhr von Lebensmitteln und anderen Waren indirekt über Skandinavien nach Deutschland zu verhindern. Der „Globe" schreibt in einem Leitartikel, daß, wenn die Vorräte, die Deutschland brauche, erst nach Skandina­vien gekommen seien, es tausend Wege gebe, auf denen sie weiter nach Deutschland gelangen könnten; es gebe nur eilt einziges Mittel, dies zu verhindern, nämlich die völlige Schließung der Nordsee. Das sei natürlich ein weitgehender Schritt und wäre ein harter Schlag für die Neutralen, gegen welche England die freund­schaftlichsten Gefühle hege. Wenn aber die Regierungen der neutralen Staaten ihre Untertanen nicht hindern könnten, Englands Feind zu helfen, sei England ge­zwungen, sich mit allen verfübaren Mitteln zu ver­teidigen.

Der Augriff auf die Stellungen der Verbündeten.

Kopenhagen, 4. Dezember. (WTB.) Daily Chronicle berichtet aus Amsterdam: Die Deutschen Saben den Hanptangriff auf die Stellungen der Ver- ündeten an der Ufer begonnen. Wahrscheinlich werden die Angriffe mit größeren deutschen Kräften und schwe­reren Geschützen ausgeführt als zuvor.

Kämpfe um Arras.

>* Christiania, 4. Dezember. (T.-U.) Aus Paris wird nach dem „B. T." von gestern telegraphiert: Arras ist von neuem das Ziel der deutschen Offensive. Be­trächtliche Truppenmaffen sind nm die Stadt znsammen- gezogen, die wiederum Gegenstand eines Bombarde­ments war, durch welches diesmal die neuen Stadtteile sehr zu leiden hatten. Sie sind so gnt wie völlig zer­stört. Die französischen Berichte behaupten, daß die Al- lterten Fortschritte machten. In den letzten Kämpfen haben die Deutschen sich der französischen Kanonen be­dient, die sie bei Manbenge erbeutet hatten.

Der französische Tagesbericht.

o-* Paris, 3. Dezember. (WTB.) Der amtliche Be­richt von nachmittags 3 Uhr spricht von einer ziemlich heftigen Kanonade gegen Nienport und südlich Ypern. In den Argonnen seien die Franzosen unter Abweisung feindlicher Angriffe etwas vorgerückt. In der Woevre zeigte die dentsche Artillerie eine gewisse Tätigkeit, doch seien die Ergebnisse unbedeutend.

Die französische Kammer zu einer außerordentlichen Session nach Paris einberufen.

»-* Bordeaux, 4. Dezember. (WTB.) Der Minister berief die Kammer zu einer außerordentlichen Session anf den 22. Dezember in Paris ein. Die Minister reisen Ende nächster Woche nach Paris ab.

Widerstand der Belgier im Jnternierungslager.

o-* Amsterdam, 4. Dezember. (WTB.) Handels- blad meldet aus Zeist: Im hiesige« Jnternierungslager wurde gestern von Belgier» Widerstand geleistet, wo-

„Wir hoffen, daß er es werden wird," entgegnete Fred.

„Nun dann — meinen Glückwunsch — ich habe die Ehre, Herr Diesterweg." —

Heinz grüßte leicht und wandte sich ab. Finster schaute ihm Fred nach, sich auf die Lippen beißend. „Der Bursche ist von einem unleidlichen Stolz," murmelte er.

„Sind Sie fertig, Fred?" rief Wittkoven.

„Ja . . ."

„Na, so kommen Sie . . ."

Die drei Herren begaben sich wieder zum Promena­dendeck der ersten Kajüte.

Fred sah schweigend vor sich hin; auch Wittkoven schwieg und sah Fred nur einige Male prüfend von der Seite an. Endlich fragte er:

„Sie kannten den Obermaat von früher?"

„Ja — er ist der Sohn eines Nachbarn von uns . . ."

„Hm — ein Jugendfreund?"

„Nicht von mir — er ist ja fast zehn Jahre jünger als ich."

„Aber wohl von Ihrer Schwester?"

„Ellen und er haben allerdings als Kinder öfter zu­sammen gespielt. . ."

„Und Sie hielten ihn für tot?"

„Ja . . . doch was kann Sie Heinz Erichsen inter­essieren! Da kommt meine Mutter. Lassen Sie uns zu ihr gehen."

Er schritt rasch auf Frau Melanie zu, während Witt­koven langsamer folgte. Auf seinen Mienen lag ein ernster, nachdenklicher Ausdruck.

15.

An einer geschützten Stelle des Promenadendecks saß Ellen in lässiger Haltung in einem bequemen Sessel und ließ ihre Blicke über das weite Meer schweifen, das in langen Wellen ruhig atmend auf- und abwogte.

Man sah ihr die überstandene Krankheit nyK am

rauf die niederländischen Bewachnngstruppen Feuer gaben und fünf Belgier töteten und 6 verwnndeten. Be­reits vorgestern abend wurde ein gewisser Widerstand bemerkt und darauf das Erforderliche veranlaßt.

Deutsche Gefangene in Tunis.

»-* Zürich, 4. Dezember. (WTB.) Die nette Zü­richer Zeitung bringt die Meldung eines römischen Blattes aus Tunis, wonach dort dentsche Gefangene, da­runter 6 Offiziere, eingetroffen sind. Die Araber zeigten angesichts des Zuges der von der Gefangenschaft ge­schwächten Deutschen Würde und Ernst, während meh­rere Damen die Deutschen mit Zurufen beschimpften.

Australier und Neuseeländer zur Verteidigung Aegyptens herangezogen.

6-* Von der holländischen Grenze, 4. Dezember. (T.-U.) Das Reutersche Bureau meldet nach der „Köln. Ztg." vom gestrigen Tage amtlich: Truppenkontigente aus Australien und Neuseeland sind in Aegypten aus­geschifft wurden, um an der Verteidigung des Landes teilzunehme.

Die Gefangennahme Dewets.

Amsterdam, 4. Dezember. (T. U.) Aus Berich­ten aus Pretoria geht nach der „Frkf. Ztg." hervor, daß eine wahre Treibjagd auf Dewet eingeleitet wurde. An der Verfolgung haben teilgenommen eine Abteilung unter Oberst Jordan, ferner vier Kontingente. Am 27. November war schon ein Teil der Streitkräfte Dewets unter dem Kommando von Wolmaram gefangen genom­men worden. Dewet hatte die Abteilung am Tage vor­her verlassen und war weiter westlich gezogen. Die Verfolgung wurde dann mit aller Energie fortgesetzt. Am 1. Dezember holte der Oberst Brits Dewet auf dem Bauernhöfe Waterburg ein. Nachdem der Bauernhof völlig umzingelt war, ergab sich Dewet mit 52 seiner An­hänger, ohne einen Schutz abzugebe«.

Aus Rotterdam wird dem „Berl. L.-A." gemeldet: Um welchen Dewet es sich hier handelt, wird nicht gesagt. Neben dem alten Burengeneral stehen bekanntlich noch mehrere seiner Söhne und andere Träger dieses Namens im Felde.

Die Neutralen.

Norwegische Neutralitätssorgen.

Aus Christiania wird über Kopenhagen berichtet: Um Neutralitätsverletzungen durch die Kriegführenden vorzubeugen, sind die Küstenwachen in letzter Zeit sehr verstärkt worden. König Haakon trat an Bord eines Panzerschiffes eine Inspektionsreise an, um persönlich die längs der ganzen Westküste getroffenen Maßregeln zu untersuchen.

Rußlands Angebot an Rumänien.

Besondere diplomatische Informationen der „Rus- koje Slow" besagen, die russische Regierung habe in Bukarest die Ueberla,ung der von den russischen Trup­pen besetzten Bukowina an Rnmänien angeboten und eine Antwort bis zum 5. Dezember erbeten.

Zum Raube Kiautschous.

Aus Tokio meldet die „Franks. Ztg.": Ueber die Bedeutung der Eroberung Tsingtans äußerte sich der Ministerpräsident Okuma einem Vertreter der „Hoö- schi" gegenüber dahin, der Verlust Tsingtans sei Sie erste Abschlagszahlung Deutschlands aus die Krieg- kosten als erstes greifbares Resultat des KriegeZ/oenn andere lägen bis jetzt noch nicht vor.

Nachträgliche japanische Verluste vor Tsingtau.

Tokio, 4. Dezember. (T. U.) Amtlich wird bekannt gegeben: Am 19. November explodierte an der Nord­ostfront Tsingtans eine Flattermine. Getötet wurden 1 Offizier und 18 Mann; 2 Offiziere und 56 Soldaten wurden schwer verwundet. — Die „Petersburger Tele- " " ' “ Der Hafen von en erster Klaffe

graphenagentur" meldet aus Tokio: !. , .

Tsingtau ist zum japanischen Kriegshafen erster Klaffe ernannt worden; Handelsschiffen ist kein Zutritt ge-

stattet.

Chinesische Empörung gegen Japan.

Wie aus Wien berichtet wird, sollen in der Provinz Schantung japanische Truppen von chinesischen Tschun- gnsen angegriffen worden sein. Die russische Zeitung „Rjetsch" behauptet sogar, reguläre chinesische Truppen hätten die Japaner angegriffen. Präsident Juanschikai sei bemüht, die kriegerische Stimmung in China zu zügeln.

Kriegsallerlei.

Ein polnischer Händler auf der Flucht erschossen.

Den Händler Großberg aus Czenstochau, welcher deutschen Soldaten Methylalkohol verabreichte, sodaß elf Soldaten und zwei Zivilpersonen starben, verur-

ihre Gestalt war schlanker, ihr Gesicht schmaler geworden, aber die frische Seeluft ließ doch schon wieder rote Rosen auf ihren Wangen erblühen und in ihren dunklen Augen schien das flimmernde Sonnenlicht sich widerzuspiegeln. Um ihren Mund schwebte ein sinnendes Lächeln.

Neben ihr auf einem Tabourett saß Wittkoven und erzählte ihr von den geschäftlichen Plänen, die er mit Fred besprochen hatte.

„Es wird eine große Sache, Fräulein Ellen," sagte er, „und ich freue mich, daß Ihr Bruder seine Reife nach dem fernen Osten doch nicht umsonst gemacht hat. Mit unseren Plänen sind wir schon fertig, und sowie wir in Deutschland landen, geht es an die Ausführung. In Tsingtau werden wir eine große Seidenweberei errichten. Uns fehlt nur noch ein Mann, den wir mit der Ober­aufsicht betrauen können. Es rnutz jemand sein, der mit den hiesigen Verhältnissen vertraut ist."

„Ich bin sehr froh," entgegnete Ellen, „daß mein Bruder in Ihnen solch treuen Freund gefunden hat. Sie vergrößern dadurch unsere Dankesschuld an Sie. . "

„Aber, Fräulein Ellen! Wie können Sie nur so sprechen? Schließlich tue ich es ja um meines Vorteils willen," meinte Wittkoven lächelnd.

Ellen sah sinnend vor sich nieder. Sie schwieg; sie dachte daran, welche Antwort sie ihm geben sollte, wenn er jene Frage wiederholte, die er schon einmal an sie gestellt hatte. Um seines Vorteiles willen half er ihrem Bruder. Meinte er damit nicht den Lohn, der er von ihr erwartete? Was konnte ihm, dem reichen Manne in angesehener Stellung, an dem geschäftlichen Vorteil liegen?

„Fräulein Ellen . . ." sagte er leise.

„Auf den Vorteil ist ja alles in dieser Welt einge­stellt," entgegnete sie mit leiser Ironie.

Eine ernste Wolke überschattete sein Gesicht.