Anter dem TlNvrtt«? «b letzteuAttSfaues pamv. Mey, rere feindliche Flieger warfen erfolglos Bombe» ab Die Operationen in den Karpathen sind noch zn keinem Abschluß gekommen. Die Nachricht von dem Einrücken unserer Truppen in Belgrad löste avf dem nördlichen Kriegsschauplatz unaussprechlichen Jubel aus ^
Der stellvertretende Chef des Generalstabes
_ „. - ^eneralstabes
v. Höfer, GeneralmaMr.
Die wichtige Wardabrücke gesprengt.
Die Brücke über den Wardafluß zwischen Strumitza und Demiskapu ist von Banden gesprengt worden. Drei Brückenfelder sind eingestürzt. Der Verkehr zwischen Ueskttb und Saloniki ist eingestellt. Die Wiederherstellung der Brücke wirb längere Zeit in Anspruch nehmen. Bei ihrer Zerstörung soll ein blutiger Kampf zwischen den Banden und dem serbischen Militär stattgefunden haben.
Der türkische Bormarsch im Kaukasus.
•e* Konstantinopel, 3. Dezember. (WTB.) Die Türken besetzten die Stadt Arbanutsch, 20 Kilometer östlich des Tschurukflusses.
Der Balkan.
Rußland ist unzufrieden mit Bulgarien und Rumänien.
o-* Mailand, 3. Dezember. (T ' ciens erregt
„ _ (T. 1L) Die Haltung Rumäniens und Bulgariens erregt in Petersburg Besorgnisse. Die „Nowoje Wremja" erkennt an, daß hier Deutschland und Oesterreich-Ungarn erfolgreicher gearbeitet haben, als die Ententemächte. Bulgarien und Rumänien erteilten sogar die Erlaubnis zur Durchfahrt von Kriegsmaterial für Rußlands Feinde, obwohl Rußland wie kein anderes Land ein Recht auf die Sympathien der beiden Staaten habe.
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Kriegsallerlei.
Das Zahlungsverbot auch auf Rußland und Finnland ausgedehnt.
Berlin, 3. Dezember. (WTB.) Die Bestimmungen der bisher erlassenen Zahlungsverbote gegen England und Frankreich werden auch auf Rußland nnd Finnland ausgedehnt.
Eine Erklärung der sozialdemokratischen Fraktion.
Berlin, 3. Dezember. (WTB.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags stellt in einer Erklärung im Vorwärts fest, daß Dr. Liebknecht entgegen dem alten Brauch der Fraktion, der durch einen ausdrücklichen Beschluß für den vorliegenden Fall erneuert wurdch gegen die Kriegskreditvorlage gestimmt habe. Der Vorstand beSanert diesen Bruch der Disziplin, der die Fraktion noch beschäftigen werde.
Bayerische Ehrungen für die Führer der Ostarmee.
König Ludwig hat in besonderer Anerkennung der hohen Verdienste, welche sich Generalfeldmarschall von Hindenburg, sowie Generalleutnant von Ludendorff um die Führung der im Osten kämpfenden Armee erworben haben ersteren mit dem Grotzkreuz, letzteren mit dem Kommandeurkreuz des Militär-Max-Josef-Ordenö auszuzeichnen geruht.
Eine titrkische Ehrung von Hindeuburgs.
a-* Konstantinopel, 3. Dezember. (WTB.) Der Tanin" sandte an Generalfeldmarschall von Hmdenburg anläßlich der Beförderung ein Glückwunschtelegramm.
Explosion in einer englischen Sprengstoff-Fabrik.
London, 3. Dezember. (WTB.) Bei einer Explosion in einer Lyddltfabrik wurden 6 Personen getötet, viele verletzt.
Ein norwegischer Dampfer von den Engländern festgehalten.
London, 3. Dezember. (Jnd. T.-U.) Der norwegische Heringsdampfer „Nestor" trafamFreitag nachmittag in Fleetwood ein, er wurde von einem britischen Kriegsschiff an der Nordküste Irlands festgehalten. Er und ein anderes ,Ftscherfahrzeug, heißt es in dem englischen Bericht, waren.unter nErale^ fahrend mit dem Legen von Mrnen beschäftigt gewJem Die Admiralität gab Instruktion, die aus zehn Mann bestehende Besatzung des „Nestor" zur nach Fleetwood zu bringen. Es handelt sich «m-J weger, Schweden und einen Deutschen. Der „Neuor liegt zusammen mit einem dänischen Fischerdampfer unter bewaffneter Schiffseskorte in Fleetwood.
Ein englisches Unterseeboot von einem englischen Dampfer gerammt.
»e* Amsterdam, 3. Dezember. (T. U.) Nach der „Berl. Morgenp." meldet „Central News aus^Huttz daß die Militärbehörde dort den Dampfe „Carl aus Aberdeen festgehalten und Kapitän und Besatzung fest- genommen habe. Der Dampfer soll auf der Reste von Aberdeen nach Hnll ein englisches Unterseeboot gerammt haben. Menschen sind nicht umgekommen. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
Die Kammer geht nicht nach Paris.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Die Zeitung „Politiken" erführt aus Paris: Potncaree setzt ^ine ^MÄ» SS hv sass äää %
Bordeaux.
Eine Ueberraschung für die Engländer.
Die „Times" weist, wie die „Voll. Ztg." aus Amsterdam erfährt, in einem Lettartikel E die LeMig- fau f.iM irtif her in Deutschland neue Armeekorps formiert werden $Ym Oktober erschienen plötzlich zwer ilene OdidS in Heloten. Das Bestehen dieser Korps S1% Mff ues« «re «unst w°- Es gemerkt, und itllMW »anten »° »°r den Berblint-t-n Atviirfien Nlvern und der See. Das müsse zur "i)i)riiQ)l mahnen vor allen Dingen dürfe man sich nicht zu sehr daraus verlassen daß Deutschland am Ende seiner Hilfs- mittel angekommen sei. Besser schon, die Engländer verlassen sich gar nicht darauf.
Beginnende Wirkung des deutschen Einspruchs.
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Der AnteU der Juden am Kriege.
Ueber den Anteil der deutschen Judw . gibt eine private Statistik interessante W nach wurden bisher an Soldaten rüdstchen Glauben 710 Eiserne Kreuze verliehen, darunter drei erster K asse. Zu Offizieren befördert wurden bet den preußischen Konttnaenten 12 Juden, bei dem sächsischen und w»rt-
temvergischen Kontingente te einer, Bet dem baycrtimctt Kontingent wiederum 12 Juden.
Kaum glaublich.
. Ein Großunternehmen in Berlin, von dessen Angestellten mehrere in Ruhleben Winterquartier beziehe» mußten, hatte, nach Angabe einer Korrespondenz (leider ohne Namensnennung), eine Kraftdroschke mit Liebesgaben für seine englischen Mitarbeiter nach dem Gefangenenlager entsandt. Dort wurde natürlich die Annahme verweigert, weil die Gegenseitigkeit nicht verbürgt ist.
Der Beobachtungsposten im Schornstein.
Aus den Kämpfen bei Przemysl wird der „N. Fr. Pr." folgendes erzählt: Ein Ziegelofe» in dem Vorfeld Przemysls war eingeäschert worden, nur der Riese»- schornstetn stand unversehrt. Ein Unteroffizier versorgte sich mit einem Laib Brot, einer Salamiwurst, einer Flasche Wasser und Draht und kroch im Innern des Schornsteins hinauf bis zur Spitze. Von dieser luftigen Höhe beobachtete er nun die russische Artillerie und gab deren Stellungen den österreichischen Batterien bekannt, mit denen er telephonisch verbunden worden war. Fünf Tage hielt der Tapfere oben aus, bis die russischen Kanonen derartig von unserer Artillerie be- schosse» worden waren, daß sie zurück mußten.
Vermischtes.
Milde Strafe für einen Feldpostdieb. Der Kellner Ernst Schöne aus Sudenburg, geboren 1896, war als Postaushelfer in Magdeburg angenommen und hatte die Briefkasten zu leere»; in den letzten vierzehn Tagen vor seiner am 10. Oktober erfolgten Entlassnng auch Briefe zu bestellen. Seit Mitte August hat er wiederholt beim Entleeren von Briefküsten aus Feldpostse»- 6ringen Schokolade und Zigaretten, die für Soldaten bestimmt waren, gestohlen, auch die Freimarke von den Kartons abgelöst und diese nach der Entleerung weggeworfen. Von der Schokolade verschenkte er einen Teil. Auch Zigaretten verschenkte er in freigiebiger Weise an seine Freunde. Der Angeklagte wurde wegen Unterschlagung in Tateinheit mit Mundraub unter Berücksichtigung der verwerflichen Tat zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.
Aus Furcht vor dem Verhungern. Aus übertriebener Aengstlichkeit hatte der betagte Rentner G. in Halberstadt nach und nach einen ansehnlichen Posten Brot, meist von Soldaten, angekauft, um späterhin, wenn einmal Not eintreten sollte, genügend zu essen zu haben. Ansang voriger Woche verstarb der Mann plötzlich. Als nun dieser Tage auf dem Heuboden von Mitbewohnern ein eigentümlicher fauliger Geruch wahrgenommen wurde, rief man die Angehörigen des Verstorbenen herbei, ließ den Boden öffnen und fand dort einen größeren Posten Brot, schön ausgeschichtet, das über und über mit Schimmelpilzen bedeckt war!
Der volkstümlichste Mann Deutschlands. Bei der Post ist jüngst eine Feldpostkarte aufgegeben worden, deren mnwllstäudige Adresse geradezu ein Attentat gegen die Bestimmungen der Feldpostverwaltung genannt werden muß. Daß der Absender so leichtfertig war, weder Kompagnie noch Regiment und Division anzu- geben, mag noch hingehen. Er hatte aber sogar die Stirn, nicht einmal den Namen des Adressaten anzu- geben und der Post zugemutet, die Karte an den „volkstümlichsten Mann Deutschlands" zu befördern. In diesem Falle bewährte die Feldpost die Findigkeit und den Scharfsinn ihrer älteren Schwester, der Reichspost, und sie stellte die Karte — Generalfeldmarschatt v. Hinden- burg zu.
Eine Trauung durch den Papst. Das holländische Blatt „Tyd" meldet aus Rom, daß der Papst in der Hauskapelle des Vatikans am Sonnabend die Trauung des Fürsten Scaletta mit Frl. Bacci aus Bologna vollzog. In Bologna war Monsignore della Chiesa mit den Estern der Braut sehr befreundet gewesen und hatte der Tochter versprochen, sie bei ihrer Trauung einzusegnen; als er nun Papst geworden war, hielt er sem Versprechen. Dies ist das erstemal, daß ein Papst persönlich eine Trauung vollzog, seit Napoleon bei seiner Vermahlung mit der Erzherzogin Maria Luise vom Papst Pius vill. eingesegnet wurde. Nur die Familie des Paares und einige Geladene waren bei der Trauung zugegen.
Segnungen des Krieges.
Jeder Krieg ist furchtbar, aber das Furchtbare des Krieges wird zugleich zum Fruchtboden erhabenster Stimmungen imö Tugenoen. Das hat auch der gegenwärtige Krieg wieder gezeigt, dessen Segnungen mitten unter Blutströmen, Leiche melde in, Elend und Greuel aller Art doch deutlich erkennbar sind. Zunächst hat der Krieg uns aufs neue unser herrliches deutsches, Vaterland gegeben. In der langen Zeit des Friedens, dessen wir uns zu erfreuen hatten, war häufig „Vaterland ein bloßes Wort und eine bloße Idee geworden, ja oft lebten es als wollten manche gar kein Vaterland mehr babeii oder als gäbe es Ideen und Güter, die an stelle dstser' Idee und dieses Gutes treten könnten. Es war auch zu viel des Haders und Streites, der Partetkampfe und der Selbstsucht unter uns, zu viel .Kleinigkeit und alles Mögliche, was nicht sein sollte. Da kam der Krieg, Sfe’ltÄ®»« §»S W ä WÄß 'S
MM8 anderes als Deutsche sein und dem Vaterlande ^de/Ovfer bringen In dieser feurigen Bereitschaft:
äa« Vaterland jeden Mann und jeden Groschen, Erschmolz alles Eigensüchtige und Parteimäßige, und als aroße Wirklichkeit stand einzig da: das Vaterland. So ^aben mir durch den uns aufgezwungenen Krieg uuier Vaterland wieder, in jedem einzelnen lebt es, es ist auf Einmal die große, herrliche Wirklichkeit geworden, deren ^^ Aber^ auch Religiosität und Frömmigkeit hat der Kriea unserm Volke wiedergebracht, zwei Tugenden, die in letzter Zeit leider bedenklich ins Wanken gekommen^waren Als der Krieg begann, füllten sich die Se t uS man sah: bat kam aus einem tiefen Drang, da war' nichts Aeußerliches und Gemachtes. Die Gebetskraft war wieder erwacht, in der die Frömmigkeit
^rämmiafeit aber ist Gesinnung und Tat, Er- aebima' und Selbstlosigkeit, lautere Demut und Mut.
® "S ÄM» §E Gewißheit, daß unser ewiaes Teil nicht fällt und
nicht stirbt. Wer könnte denn anm seinen Sohn oder seinen Gatten oder seinen Bruder freudig hiugeben, wemt er nicht im Herzen wüßte, daß der Tod nicht der Uebel größtes ist, und wenn er nicht ausblickte auf ein ewiges Reich, dessen Bürger mir sind, wenn wir auch nicht ahnen, wie es dort zugeht.
Und endlich welch herrlichen Opfersinn und Lst'fer- mut hat der Krieg im Gefolge gehabt. Kühn lind todesmutig, mit Blumen gefdjmücft sind unsere braven Soldaten hinausgezogeti, ein jeder einzelne bereit, den Opfertod für des Vaterlandes Freiheit und Unabhängigkeit freudig auf sich zll nehmen, und ach, wie gar viele haben dieses große Opfer schon gebracht! Aber das große Todesopfer bringt nicht nur der Gefallene. Gattinnen, Mütter, Brüder, Smwesteru nud Bräute bringen es mit, und es trifft sie gewiß oft härter als Bett Toten selbst. Aber ihr Herz bricht nicht; denn in dem großen „Fürs Vaterland" finden sie Trost. Und wie wunderbar hat bei denen, die zu Hause bletbeu mußten, das große opferwillige Geben gleich nach Ausbruch des Krieges begonnen! Wie selbstverständlich ist nun das; denn wenn draußen im Felde Blut und «eben eingesetzt wird, wie sollten mir da nicht alles geben, was wir können? Das ist noch ein arideres Geben als die Wohl- tätigkeitsbescherungeri zu Weihnachten, das ist ein Strom von Gaben, von den grüßten Geldsummen bis zum Scherfleiu der Witwe.
Das sind die Segnungen, die auch der gegenwärtige Krieg unserem Volke gebracht hat, und die sich zeigen in wahrer Religiosität und Scelcucrneuerung, in einer heiligen Vaterlandsliebe, heldenhafter Pslichterfüllurig, goldener Treue, schier unbegreiflicher Opferfreudigkeit nud gesellschaftlichem Gemeinstun. Der Meusch füDU sich im Kriege einer höheren, das Alltägliche wett überragenden Ausgabe näher, näher bet Gott, näher bei der Vorsehung und bereitet seine Seele für die Eivigkeit. Das alte Sprichwort wird wahr: „Wenn die Menschen in den Krieg ziehen, stehen die Himmel offen."
Ein Vesuch im Zliegerlager.
Der Kriegsberichterstatter der „Frkf. Ztg.", Walter Oertel, schreibt feinem Blatte:
Vor einigen Tagen war ich in einem Fliegerlager, das dicht hinter der Front der kämpfenden intimen belegen ist. In langer Reihe standen die Zelte, von denen jedes je ein Flugzeug mit allen Reserveteilen beherbergt. Es waren Doppeldecker, teils L. B. G. lLuft- Verkehrs-Gesellschaft), teils Euler-Apparate aus unserer Frankfurter Nachbarschaft. Die Flieger wäre« mit beide» Apparate» sehr zufriede», sie lobte» vor allem die Stabilität und Solidität und die rasche Steigfähigkeit der Apparate. Der Führer der Flugzeugabtetluug hatte kürzlich einen
Besuch in Paris
gemacht. Er erzählte nnd über diesen interessanten Flug folgendes: Um 9 Uhr flog ich hier bei klarem Metier ab und bereits um 10,55 konnte ich die Umrisse des Eiffelturmes erkensten. Ich flog weiter und wenige Minuten später stand ich über dem Häusermeer von Paris. Es war ein überwältigender Anblick, diese Riesenstadt W unter sich ausgebreite zu scheu, wie eine große Lalld- karte. Gegenüber dem (Eiffelturm den Trocadero, dort die Madeleine, den Place de la Concorde uuö da die Kuppel des Jnvalidendoms, wo der größte Feldherr, den Frankreich je gehabt hat, schlummert. Da sah ich plötzlich, wie aller Verkehr mld jede Bewegung ilud jedes lieben in dieser Millionenstadt mie abgeschnitten schien. Auf den nach Parts hinein laufenden Geleisen hielten die elektrischen Bahnen an, alle Fahrzeuge, die Oinui- bitffe, die Autos hemmten ihre Fahrt, alle Fußgänger blieben stehen und alles schaute hinauf zu uns. Die Augen von ganz Paris waren auf uns gerichtet, gewiß ein Anblick, um den man uns beneiden mürbe. Nun, ich hatte den guten Parisern auch etwas mitaebraebt und schleuderte nach und nach zehn Bomben auf die Haupt- stagt Fraukreichs. Dann flog ich heimwärts. Wie ich später in den Pariser Blättern las, hat von diesen Bomben wenigstens eine recht gut gewirkt. Sie traf einen Zug und schleuderte zwei Waggons aus den (Meisen. Es gab Materialschaden, allerdings auch vier Tote und achtzehn Vernuindete. Langsam flog ich zurück, uubeschossen und unverfolgt. Unterwegs sah ich noch, wie an dem Ausbau des Befestigungsgürtels von Paris lebhaft gearbeitet wurde. Man rechnet also doch stark mit unserem Besuch." — Von der vorzüglichen Steigfähigkeit unserer Doppeldecker erzählte ein anderer Flieger folgendes Erlebnis aus den Kämpfen in Belgien: „Es war vor Lüt- tich, ich war aufgestiegen, um gegen ein Fort zn erknn- den, da kam mir ein mit einem Maschilleugewehr armiertes französisches Flugzeug entgegen und eröffnete das Feuer. Es gab einen erbitterten
Kampf in der Luft.
Ich erkannte die Gefahr sofort urib sehr schnell steigend gelang es mir, über meinen Gegner zu kommen. Dann feuerten wir von oben auf thu, während er mit seinem Maschinengewehr nns nicht erreichen konnte. Flugzeug ober Fahrer müssen dann durch unsere Schüsse kämpfunfähig gemacht worden sein, denn das feindliche Flugzeug stürzte ab, seine Insassen in jähem Aufprall zerschmetternd.
Die Waffen der deutschen Flieger bilden, außer deu zum Fliegerkampf mitgeführten, die Bvlnben, und zwar die Wirkungsbombe, die je nach Wahl in zwei Größen verwandt wird, je nachdem das Ziel sich lohnt; ferner die Brandbombe. Die Bomben funktionieren bei beiden KriegSparteien gut. Die Franzosen haben dann noch den Fliegerpfeil, der aber nur vereinzelt gehandhabt wird und von dem ich in letzter Zeit wenig gehört habe, und den nicht sehr wirkungsvollen Brandpfeil. Das scheinen übrigens die eigenartigen Fliegerbomben zu sein, die ich gleich nach der Einnahme von Antwerpen bet den dort zurückgelassenen belgischen ober französischen Flugzeugen sah. Interessant ist auch, daß die Engländer ein dem mistigen sehr ähnliches Abzeichen, nämlich ein rotes Kreuz führen. Da nun im Abenddunkel die Farbe des Kreuzes schwer zu erkennen ist, sollen englische Flugzeuge in der Nacht sehr nahe an unsere Stellungen heran- gekommen sein, ohne als feindlich erkannt zu merbett. Da Fliegerlager sehr rasch verlegt werden und innerhalb von zwei Stunden abmarschbereit sein müssen, so besteht das Geschäftszimmer in einem Omnibus, zwei weitere Omnibusse dienen zum Abtransport der Mannschaften, die Zelte kommen auf Lastwagen, die Flugzeuge gehen per Luftmarsch.
Die Organisation eines Flugzeugparkes ist vorzüglich. Alles ist bis in das kleinste Detail vorbereitet, vom Flugzeug an und der automobilen Reparaturwerkstätte bis zum Televhonanschluß im Geschäftszimmer-Omnibus. Das beste aber sind doch die Menschen, schneidige Leute, ruhig und sicher, alle das Eiserne Kreuz zweiter, manche schon erster Klasse auf der Brust. Das Ideal aller aber war Paris. Nach Paris fahren und dem Feind einen Schrecken einjagen, das finden sie alle zu schön.