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Der Fall der serbischen Hauptstadt.
Die Lage in Polen. Der österreichische Bericht. Poincaree und König Georg
Entzkattbs Kampf um die Kanalküste.
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Aus dem großen Hauptquartier J
oh* Großes Hauptquartier, 2. Dezember. (Amtlich. WTB.) Im Westen wurden kleinere Vorstöße des
Feindes abgewiesen.
Im Argonnerwalde wurde vom württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 120, dem Regiment Sr. Majestät des Kaisers, ein starker Stützpunkt genommen. Dabei wurden zwei Offiziere und annähernd 300 Mann zu Gefangenen gemacht.
Aus Ostpreußen nichts Neues.
In Nordpolen nehmen die Kämpfe ihren normalen Fortgang.
In Südpolen wurden feindliche Angriffe zurückge«
Magen.
Oberste Heeresleitung.
Vom 11 November bis 1. Dezember über
80000 unvermundete Russen gefangen.
o-#, Großes Hauptquartier, 2. Dezember, vormittags. (Amtlich. WTB.) Die in der Auslandspreise verbreitete Nachricht, daß in der von uns gemeldeten Zahl von 40 000 russischen Gefangenen die bei Kutno gemachten 23 000 mit enthalten seien, ist unrichtig. Die Ostarmee hat in den Kämpfen bei Wloclawec-Kutno-Lodz-Lo- vitsch vom 11. November bis 1. Dezember über 80 000 «uverwundete Russen gefangen genommen.
Oberste Heeresleitung.
Belgrad von den Oesterreichern genommen.
o-* Wien, 2. Dezember. (WTB.) Der Kaiser erhielt vom Gereral Frank, dem Kommandanten der 5. Armee, Hnldiguugsdepesche, in der es heißt:
„Ich bitte Ew. Maj. am Tage der Vollendung 66. Regierungsjubiläums, die Meldung zu Füßen legen z» dürfen, daß die Stadt Belgrad heute von Truppen der fünften Armee in Besitz genommen wurde.
Die Einnahme von Belgrad krönt das tapfere Werk, das unse österreichisch-ungarischen Verbündeten in den letzten Wochen mit immer wachsendem Erfolg in Serbien geleistet haben. Die mit Befestigungen ziemlich stark geschütze Stadt an der Donau, die im großen Kriege dte ersten Schüsse fallen sah, schien einer Ueberrumpelung preisgegeben. Sicherlich hätten unsere Verbündeten dies auch zu Beginn des Krieges erzwingen können. Aber die Sicherung gegen das damals noch ungeschwachte serbische Heer hätte starke Kräfte gebunden, die man um eines mehr politischen als militärischen Erfolges willen nicht der Verwendung auf den Schlachtfeldern entziehen wollte. Ein mit großem Nachdruck geführter kurzer Ofsensivstotz beseitigte damals die Gefahr größerer feindlicher Einbrüche ins offene Ungarland. Längere Zeit begnügte sich dann Feldzeugmeister Potiorek, der Führer der tapferen Südarmee unserer Verbündeten, mit einer mehr beobachtenden Aktion, bis die Kriegslage im Worden die Versammlung ausreichender Kräfte auf dem
serbischen Kriegsschauplatz erlaubte. In schneid,g geführten Schlägen ist seither die schon zermürbte serbische Armee der Auflösung nahe gebracht worden, wenngleich ihr zäher und tapferer Widerstand noch immer anbauert. Aber der nördliche Teil Serbiens, in dem die Hauptstadt liegt, ist fest in österreichisch-ungarischen Händen, sodaß heute die Besetzung Belgrads nicht nur militärisch, sondern auch politisch durchaus gerechtfertigt war. Sie wird denen, die das Heck der Balkan- slawen in der knechtischen Gefolgschaft Rußlands erblicken, eine furchtbare Warnung sein. Rußland hat Serbien nicht helfen können, die paar Regimenter, die es für seinen balkanischen Vorposten übrig hatte, sind zu spät gekommen und die französischen Kanonen und Goldsendungen haben den Lauf der Vergeltung nicht aufhalten können. Die serbische Regierung, die sich heute selbst in Nisch nicht mehr sicher fühlt, hat ihr Land in ein Verderben hineingetrieben, für das sie vielleicht einst ihren mißleiteten Untertanen selber Rechenschaft ablegen muß. Die Einnahme von Belgrad wird in der ganzen Welt stärker und deutlicher als der Schwall von Lügen, den unsere Feinde verbreiten, von der wahren Lage des großen Krieges reden.
wir
Wie die österreichisch-ungarische» Truppen Belgrad einnahme».
9b* Budapest, 2. Dezember. (WTB.) Die österr.- nng. Truppen haben nach einer Meldung des Magyar
38)
3m fernen Osten.
Roman von O. Elster.
(Nachdruck verboten.)
Und rascher drehten sich die Schrauben, daß die schaumigen Wellen hoch aufspritzten. Kleiner wurden die Häuser von Tsingtau und die Berge verschwommen in dem Nebeldunst der Ferne. Vorüber ging die Fahrt an Handelsschiffen und chinesischen Segelbooten, vorüber an den panzerbewehrten Kriegsschiffen, die auf der Reede draußen ankerten, vorüber an der Insel mit dem weithin schauenden Leuchtturm — immer tiefer tauchte die zerrissene Küste in den Dunst des Horizontes, und nun lag das weite, unendliche Meer vor den Reisenden, deren Augen nicht mehr zurückschauten nach dem verlassenen Land, sondern vorwärts nach dem Lande ihrer Sehnsucht, nach der deutschen Heimat.
Auf dem Promenadendeck schritten Fred und Witt- koven, eine Zigarre rauchend, auf und ab.
"Weshalb sind Sie so schweigsam, Fred?" fragte Wittkoven nach einer Weile. „Macht Ihnen der Zustand Ellens so große Sorge?"
„Ellens Zustand bessert sich von Tag zu Tag," ent- gegnete Fred, „obgleich sie vollständig zusammengebrochen war. Aber noch einige Tage in der frischen Seeluft, und sie wird wieder hergestellt sein."
„Sie hat mir so leid getan," sagte Wittkoven.
„Lassen Sie nur, es wird sich schon alles wieder etn= reuten," fuhr Fred fort „An Ellen dachte ich eben auch nicht, sondern an die Möglichkeit, mein Geschäft hier wie- der emporzubrittgen. Zu Hause geht es ja in bescheide- uen Lenzen weiter, wie mir mein Prokurist schreibt, ^L? Möchte hier neu anknüpfen. Tsingtau geht einer großen Entwicklung entgegen."
„Ohne Frage."
„Ich habe während unseres Aufenthaltes in Tsina- tau beobachtet," fo$c$ Fxed nachdenklich weiter, „daß hier
Hirlap gestern abend im Bajonettsturm die Westseite von Belgrad genommen. Heute früh wurde ganz Belgrad in Besitz genommen. Die Truppen hielten unter stürmischer Begeisternng ihren Einzug.
Englands Kampf um die Kanalküste.
Ein mißglückter Landungsversuch.
Der Kriegsberichterstatter der „Kölnischen Volks- zeitung" in Belgien gibt über einen Angriff der Kanalflottille auf die belgische Küste eine anschauliche Schil- derung, der wir folgendes entnehmen:
Ueber Nacht hatte sich das englische Geschwader mit abgeblendeten Lichtern unter dem Schutze des starken Nebels der Küste bedeutend genähert und versucht, Truppenlandungen vorzunehmen, war aber, wie stets, blutig heim- oder in diesem Falle besser hinausgeschickt worden. Jetzt sieht man es langsam am Horizont entlang kreuzen. Es sind ungefähr fünf größere Schiffe, denen mehrere Torpeöohpote beigegeben sind. Diese letzteren ragen nur ganz schwach aus dem Wasser heraus. — Am Fernsprecher ertönt eine Meldung. Schon richtet sich das Rohr eines Geschützes steil in d 7 ' , ein kurzes Kommando, dann schießt unter hartem Knall eine schwefelgelbe Feuergarbe aus dem Rohr und mit donnerähnlichem Gerolle legt das Geschoß feine Bahn zurück. Beim feindlichen Geschwader entsteht eine Bewegung, der Schuß scheint gesessen zu haben, doch als Antwort blitzt es bald darauf einige Male hintereinander auf, und der Lichtschein zeichnet sich mit scharfen Konturen in die Dämmerung des beginnenden Tages. Viel zu weit und seitlich vor uns schlagen die meisten Geschosse ins Wasser, nur eius erreicht mit knapper Not den Dünensand, wo es sich tief eingräbt, ohne jedoch zu platzen.
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a fängt es an der Küste entlang allenthalben an m, erwidert von der Seeseite, wo die Engländer mit Breitseitenfeuer arbeiten. Die grellen Blitze geben dem jungen Tage eine grausige Einleitung, über eine Stunde währt bereits dieser Eisenhagel. Wie durch ein Wunder sind auf unserer Seite noch keinerlei Verluste zu beklagen, unsere Leute haben sich aber auch glänzend eingegraben.
Der Telephonist gibt eine neue Meldung des Beobachtungspostens, nach der das Feuer sofort dirigiert wird. Die Engländer haben ein Wendungsmanöver vollführt und versuchen, sich fortwährend feuernd der Küste zu nähern. Jetzt setzen auch von irgendwoher Flachfeuergeschütze ein, die man an ihrem typischen rollenden Knall als solche sofort erkennt. Jetzt platzen auch Schrapnells über unseren Köpfen, mit denen nun die Feinde die ganze Küste bestreichen, um die Bedienungsmannschaften auf diese Weise außer Kampf zu setzen. Nach dem Entfernungsschätzer find die Engländer noch ungefähr 614 Kilometer weit draußen auf See. Man kann aber kaum noch etwas sehen in den dichten Rauchschwaden. Ohne jedes Kommando arbeitet die Mannschaft ruhig und sicher, worin noch ihr jugendlicher Batterieführer ein glänzendes Beispiel gibt, der an einem äußerst exponierten Posten mit dem Glase die Feuerwirkung beobachtet, das rauchgeschwärzte, energische Gesicht, das personifizierte Pflichtgefühl. Eine kleine Feuerpause setzt ein, da auch auf der Gegenseite das Feuer merklich schwächer wird, und in den sich aufteilenden Rauchschwaden sehen wir, wie das feindliche Geschwader mit nordwestlichem Kurs die Küste wieder verläßt, um einen mißglückten Versuch reicher.
Der Besitz der französische» Nordküste eine Lebens- notwendigkeit Englands.
Londoner Privatmeldungen besagen, daß eine große Anzahl der in England befindlichen Kanadier und Jndier als Pioniere und Minenleger ausgebildet werden, um baldmöglichst an die Nordküste Frankreichs entsandt werden zu können. Der Besitz der französische» Küste von Calais bis Dünkirchen erscheint,, so sagt „Morning Post" als eine Lebensnotwendigkeit Englands während der Dauer des Krieges, und keine Opfer und Anstrengungen könnten groß genug fein, wenn esgelte, diese Strecke zu halten.
Die Beschießung Yperns.
oh* Paris, 3. Dezember. (WTB.) Die Beschießung Yperns hält feit dem 3. November ununterbrochen an. Täglich richten deutsche Fliegerbomben in der fast menschenleeren Stadt gewaltigen Schaden an.
Bevorstehender Angriff auf Arraö?
oh* Boulogne, 3. Dezember. (T. u.) Die „Times" meldet: In den letzten Tagen wurden deutscherseits große Truppenverstärkungen südwärts entsendet. Es scheint, daß der Zweck ein bevorstehender Angriff auf Arras ist. In der Nähe der Stadt soll eine deutsche Truppenmacht von 700 000 Mann stehen, was auf eine
die Zucht der Seidenraupe und die Seidenweberei blüht. Aber das Geschäft ruht noch in den Händen chinesischer Händler. Wenn man nur die Seidenraupenzucht und die Seidenweberei konzentrieren könnte — eine Gesellschaft gründen, eine große Seidenspinnerei bauen, ich bin gewiß, man würde ein großes Geschäft machen."
„Hören Sie, Fred", rief Wittkoven lebhaft, „das ist ein famoser Gedanke!"
„Ja, aber mir fehlt das Kapital. . . ."
„Das schaffen wir in Deutschland! Ich selbst beteilige mich — na, sagen wir, mit 100000 Mark. . . ."
„Das wollten Sie, Wittkoven?"
„Gewiß! — Und dann werde ich in Berlin dafür wirken. Ah, ich sehe schon die deutsch-chinesische Seiden- Jndustrie-Gesellschaft vor mir! Das auswärtige Amt wird das Unternehmen unterstützen — dafür lassen Sie mich nur sorgen."
„Wie soll ich Ihnen danken, Wittkoven?" sagte Fred erfreut.
„Na, wir müssen doch jetzt zusammenhalten. Hoffe ich doch bald mit Ihnen in nahe verwandtschaftliche Verbindung zu treten."
„Haben Sie schon mit Ellen gesprochen?"
„Ja — aber sie vermochte sich noch nicht zu cut- schließen. . . ."
„Ich werde mit ihr spreche«. . . ."
„Nein, Fred — lassen wir ihr Zeit. Sie ist zu sehr angegriffen. Ich danke Ihnen für Ihre gute Absicht."
Sie drückten sich die Hände. Da trat der Offizier des Seebataillons, Oberleutnant Wilsdruff, an sie heran.
„Wollen die Herren mich auf das Vorderdeck be- gleiten?" fragte er. „Ich habe Appell über meine Leute abzuhalten, und vielleicht interessiert es Sie, die braven Burschen kennen zu lernen."
„Gewiß — wir begleiten Sie sehr gern."
Die Soldaten waren in zwei Gliedern aukgesteLtl
ber
neue Anstrengung hinzudeuten scheint, die Küste aus der Arraslinie zu erreiche«. Ein Korrespondent beschreibt das Aussehen der Stadt Apres am 17. Novem-
Er sagt die Stadt liegt in Ruinen und ist verlassen, Feuer und Rauch haben die Mauern geschwärzt, die Straßen sind mit Trümmern bedeckt, noch rauchende Massen zerstörter Mauern, Türen, Fenster und Möbel liegen überall aufgetürmt: nichts als Ruinen und eine Grabesstille.
Was tut die französische Marine?
„Was tut denn unsere Marine?" fragt man in Frankreich, wie der „Temps" berichtet, weil man wissen möchte, ob die im Verhältnis zu dem Landheexe größeren Aufwendungen für die Marine auch lohnen. Der „Temps" antwortet, indem er die Aufgaben der Marine herzählt,' der Küstenschutz, die Teilnahme der Marinedivision an den Operationen des Landheeres, die Begleitung der Truppentransporte und der Schutz des Handels. Die englisch-französische Flotte habe die Rückkehr der deutschen und österreichischen Wehrpflichtigen aus Amerika verhindert, deren Zahl eine halbe Million betrage. „Ist es nicht ein schöner Sieg, wenn 300 000 französische und englische Seeleute 500 000 Feinde von dem Schlachtfelde fernzuhalten vermögen?"
Typhusepidemie bei den Engländer».
»-^ Paris, 3. Dezember. (Jnd. T.-U.) Trotz aller Vorsichtsmaßregeln haben sich die Typhusfälle bei den im Norden von Flandern stehenden englischen Truppen vermehrt. An manchen Stellen herrscht offenbar eine Typhusepidemie. Eine Reihe von Hospitälern hinter der Front mußten in aller Eile geräumt werden, da auch viele Verwundete von der ansteckenden Krankheit befallen waren. Es wurden desinfizierende Stoffe tonnenweise in die vordersten Schützengräben gebracht.
Die Verteidigungsvorschriften für England.
9-* Mailand, 3. Dezember. (T. U.) Der „Corriere della Sera" erfährt aus London: Gestern sind die neuen, vom Parlament in der vorigen Woche aufgestellten Normen in Kraft getreten, die unter dem Titel „Akte zur Verteidigung des Königreichs" veröffentlicht worden sind. Sie versetzen England in eine Art Kriegsznstand.
Zusammentreffen Poincarees mit König Georg.
$-* Paris, 3. Dezember. (T. 1t.) Poincaree, Bi- viani und Joffre trafen Dienstag vormittag mit König Georg im englischen Hauptquartier zusammen. Der König und Poincaree fuhren im Automobil mach der englischen Front, von der Bevölkerung der Ortschaften, die sie durchfuhren, stürmisch begrüßt. Sie verweilten den ganzen Tag inmitten der englischen Truppen. Abends speisten Poincaree, der König und der Prinz von Wales mit Joffre und French im Hauptquartier. Poincaree und Viviani reisten in der Nacht ab und trafen gestern morgen in Paris ein.
s-r Amsterdam, 3. Dezember. (T. U.) Reuter meldet nach der „Boss. Ztg." aus London: In einer Stadt in Frankreich, deren Name der Zensor gestrichen hat, besuchte König Georg ein Lazarett. Außer mit anderen Verwundeten sprach er auch mit einem verwundeten deutschen Offizier in deutscher Sprache, worauf er an- ordnete, daß den deutschen Verwundeten deutsche Lektüre geschickt werde.
Die Lage in Polen.
Die Lage in Polen.
Rotterdam, 3. Dezember. (T. U.) Aus Petersburg wird gemeldet, daß der Kampf nordöstlich und südwestlich von Lodz der heftigste ist, der bisher geführt wurde. Alle verfügbaren Teile der russischen Armee sind daran beteiligt. Die Deutschen verteidigen jeden Zoll von Boden und die Verluste sind riesig.
3-* Rotterdam, 3. Dezember. (T. U.) Die Times melden nach dem „B. L.-A." aus Petersburg, daß die Lage in Polen nach den Mitteilungen russischer militärischer Kreise eine antzerordentliche und neue Bedeutung bekommen habe. Große Interessen ständen auf dem Spiel und große Gefahren seien damit verbunden. Mau verfolge den Gang der Ereignisse mit großer Spannung. Sämtliche militärische Sachverständigen find der Meinung, daß die deutsche Offensive fortgesetzt wird.
Vom österr.-ungar. Generalstab
»-* Wie», 3. Dezember mittags. Amtlich wird ge- meldet: Die Ruhe auf unserer Front in West-Galizien und glussisch-Polen hielt im allgemeinen auch gestern an. In der vergangenen Nacht wurde ein russischer Angriff nordöstlich Wolbrom abgewiesen. Die Kämpfe im Raume westlich Nowo Radomsk und bei Lodz sind in günstiger Entwicklung. Vor Pryzemysl blieben die Russen
Heinz Erichsen, als ältester Unteroffizier, meldete, daß alle zur Stelle seien.
Oberleutnant Wilsdruff reichte ihm die Haud.
„Wie geht es Ihnen, lieber Erichsen?" fragte er freundlich.
„Ich danke, Herr Oberleutnant, ich befinde mich wieder ganz wohl."
„Ja, Sie sehen wieder frisch und gesund aus."
Die wenigen Tage auf offener See hatten in der Tat Heinzens Wangen wieder gerötet; seine Haltung war straffer und kräftiger geworden. Aber auf seinem Gesicht ruhte ein ernster Ausdruck,' traurig blickten seine Augen.
Der Obermaat schritt an der Reihe der Soldaten herunter, teilnehmende Fragen an sie richtend.
Mit jähem Erstaunen sah Fred auf Heiuz, den er nicht mehr unter den Lebenden vermutete, da ihm seine Mutter die Unterredung mit Ellen mitgeteilt hatte. Rasch trat er auf Heinz zu.
„Sie sind es wirklich, Heinz Erichsen?" fragte er.
„Ja, Herr Diesterweg — ich bin es — weshalb fragen Sie? — Habe ich mich so sehr verändert?" erwiderte Heinz mit ernstem Lächeln.
„Ich freue mich, Sie wiederzusehen," sagte Fred hastig. „Ich — glaubte — es war mir ein Geriicht zu Ohren gekommen, daß — daß Sie gefallen seien . . "
„Nur schwer verwundet, Herr Diesterweg . . ."
„Um so besser — um so besser? — Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück zu Ihrer Genesung . . ." und er reichte ihm die Hand.
„Ich danke, Herr Diesterweg . . ." entgegnete Heinz ruhig.
Oberleutnant Wilsdruff kam zurück. Heinz trat wieder in die Reihe der Mannschaften.
„Lassen Sie die Leute wegtreten, Erichsen," befahl Wilsdruff. „Es ist alles in bester Ordnung — ich danke Ihnen ..." XMK folgt.).