Einzelbild herunterladen
 
  

Die deutsche Offensive.

WK M belgischer Offizier erzählt. Die Russen über Hindenburg. Neue Ersolge gegen Serbien. Wie es in Südafrika anssicht.

। r

[ Aus dem großen Hauptquartier j

tat Großes Hauptquartier, 80. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Bon der Westfront nichts zn melden.

An der ostprentzischen Grenze mißglückte ein Ueber- fallsversuch stärkerer russischer Kräfte auf deutsche Befe­stigungen östlich Darkehmen unter schweren Verlusten. Der Rest der Angreifer, einige Offiziere und 600 Mann, wnrden von nns gefangen genommen.

Südlich der Weichsel führten die gestern mitgeteilten Gegenangriffe zu nennenswertem Erfolge. 18 Geschütze und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute.

In Südpolen ist nichts Besonderes vorgefallen.

Oberste Heeresleitung.

,i * * *

Die großsprecherischen Reden französischer Prahl­hänse von einem bald zu gewärtigenden Umschwung der Kriegslage an der französisch-belgischen Grenze sind ver­stummt. Die Entwicklung der kriegerischen Operationen auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz bietet keine Aussichten auf ein Zuriickörängen der erzstarrenden deutschen Mauer, die, anstatt nach rückwärts zu weichen, schrittweise vorgerückt wird. Um den Besitz der Stadt Avern wird noch hartnäckig gerungen; von beiden Seiten sind neue Verstärkungen herangebracht worden, die Beschießung durch schwere Artillerie nimmt ihren Fortgang. Englische und französische Schiffe haben sich der flandrischen Küste wiederholt genähert und die dor­tigen Ortschaften heftig beschossen, um vermutlich die deutschen Küstenbatterien unschädlich zu machen. Das ist der feindlichen Flotte allerdings nicht ge­lungen, wohl aber sind viele Baulichkeiten am belgischen Strande zerstört worden. Fremde Militärkritiker sind einmütig der Meinung, daß die in den deutschen Stel­lungen erkennbaren umfassenden Vorbereitungen auf eine unmittelbar bevorstehende deutsche Offensive hin­deuten.

Die Berichte aus W e st p o l e n lassen erkennen, daß auch dort nach einem großangelegten Offensivplan gegen die kampfbereite russische Uebermacht vorgegangen wird. In einem aus Thorn vom 28. November datierten Ar­meebefehl des zum Generalfeldmarschall ernannten Oberbefehlshabers von Hindenburg wird festgestellt, daß in tagelangen schweren Kämpfen die Offensive des an Zahl überlegenen Gegners zum Stehen gebracht sei. Da­durch ist den zur Unterstützung des bei Lovicz aufs Haupt geschlagenen Russenheeres herangezogenen Ver­stärkungen zunächst ein Abwehrdamm entgegengestellt worden. Neue Vorstöße der Russen sind, wie aus dem Großen Hauptquartier gemeldet wird, abgewiesen wor­den. Nicht nur das, die deutschen Truppen sind zum Gegenangriff übergegangen und waren, wie die oberste Heeresleitung in gewohnter Zurückhaltung vor dem Ausgang einer großen Aktion kurz und bündig be­merkt, „erfolgreich". Schon zwei Tage vorher waren infolge der Niederlage der Russen zwischen Lodz und Lowicz 60 000 Gefangene, 100 Geschütze und gegen 200 Maschinengewehre in unsere Hände gefallen, doch Hatten die Russen neue Heeresmassen in die Schlachtfront vor­geschoben, so daß der Riesenkampf gegenwärtig noch fortoauert.

Daß im Ringen gegen die russische Kernmacht in der Gegend von Lowicz eine wichtige Entscheidung naht, wird von deutscher wie von russischer Seite bestätigt. Der russische Generalstab warnt vor verfrühten Sieges­hoffnungen. ist aber davon überzeugt, daß die Russen Sieger bleiben werden. Die Feinde mögen in ihrem Optimismus verharren, bis die Tatsachen der Welt die Entscheidung künden werden. Wir Deutschen lassen uns nicht irremachen im Vertrauen auf die bewährten Feld­herrntalente des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und dessen vor keinen Opfern zurückschreckenden Trup­pen rühmlichster Tapferkeit. Der Kaiser ist aus den Kriegsschauplatz im Osten geeilt, um in unmittelbarer Nähe Zeuge zu sein eines Entscheidungskampfes, durch den das riesenhafte Russenheer hoffentlich in Trümmer men wird. Die Anwesenheit des allerhöchsten »errn wird die gegen den Feind marschierenden Truppen zu den höchsten Leistungen entflammen, sie mit dem Feuer vaterländischer Begeisterung durchglühen und in ihnen das Bewußtsein schärfen, daß in ihren Siegen eine Bürgschaft für die völlige Befreiung Deutschlands von der aus dem Osten sich heranwälzenden wilden Heeresflut enthalten ist.

5m fernen Osten.

Roman von O. Elster.

86) (Nachdruck verboten.)

Seitdem war sie eine andere geworden. Des Lebens Ernst war ihr nahe getreten und hatte sie gelehrt, daß das sogenannte Glück dieser Welt ein eitler Traum war, eine schillernde Seifenblase, die ein Hauch vernichten konnte — und nun war ihr auch dieses Glück zerstört, nicht durch das Leben, sondern durch die kalte Hand des Todes.

Wie konnte sie da nochauf ein neues Glück hoffen?

Und doch empfand sie Freundschaft für den Mann, der jetzt mit so zarter Rücksicht um ihr Herz und ihre Hand warb! Glück konnte sie nicht mehr erlangen, aber ruhig und zufrieden würde sie an der Seite dieses Mannes leben, der sich ihr als treuer Freund erwiesen hatte.

Es war dunkel geworden. Der leuchtende Abend- ^ verfinstert. Die schwarze Rauchwolke, der Stadt lagerte, schien sich über den ganzen su haben. Sie hatte den letzten ^khftvmer des Abends verschlungen, und wie ein lagerte die Finsternis der Nacht über Stadt und Land.

o™£Ä& SY/V1' empor. Ein donnerähnliches Krachen ließ die Fenster erklirren. Frau Melanie schrie auf. Ellen klammerte sich an das Fensterkreuz: /ilten zu ihr, und alle drei starrten MnauS ind ie Nacht, die jetzt durch eine blutrote ÄS Äff dunklen

„..Das war eine Explosion in dem Kaiserpalast" sagte ÄFSÄ F d-unm-msm<,-°„n '.

Lautes Geschrei Ente -rauhen. Wilde Rufe und

Nette Taktik im Nordwesten?

9-* London, 1. Dezember. (Jnd. T. u.) „Daily News" melden: Hinsichtlich der offenbar bevorstehen­den, neuen starken Offensivversuche glauben wir aus verschiedenen Anzeichen schließen zu können, daß die Deutschen ihre bisherige Taktik ändern werden. Sie dürften das Schützengrabensystem aufgeben und zum Massensturm übergehen. Die Linien der Verbündeten werden einen schweren Druck auszuhalten haben, da noch niemals derart starke Truppenmengen gegen ein­fache Feldverschanzungen geschleudert worden sind.

Französische Lockungen.

o-£ London, 1. Dezember. (T. U.) Der „Daily Tele­graph" berichtet, daß französische' Flieger Flugschriften in die feindlichen Schützengräben werfen, in denen die Deutschen aufgefordert werden, sich zu ergeben. Hier der Inhalt einer solchen Flugschrift: „Jeder Deutsche, der sich unbewaffnet unseren Vorposten ergibt, soll kriegsgefangen genommen werden. Eine gute Behand­lung wird ihm zuteil werden, und am Ende der Feind­seligkeiten kann er nach seiner Heimat zurückkehren.

Der französische Schlachtbericht.

►e^ Paris, 1. Dezember. (WTB.) Nach dem gestrigen Nachmittagsbericht blieben die Deutschen in Belgien in der Defensive, während die Verbündeten vereinzelt vorrückten. Auf den Maashöhen liegt dichter Nebel. Apriemont wurde ergebnislos beschossen.

Die englische Militärbehörde verbot die Rückkehr französischer Flüchtlinge.

9*»= Paris, 1. Dezember. (WTB.) Die englische Militärbehörde verbot wegen Lebensmittelknappheit die Rückkehr der Einwohnerschaft von Armentieres nud Hazebrouck, die zu % geflüchtet war.

Keine Japaner nach Frankreich unterwegs.

Die Londoner Zeitung „Evening Standard" meldet: Großes Interesse erregte die Mitteilung der französischen, von Clemenceau redigierten Zeitung, daß „der Donner der japanischen Kanonen sich bald mit dem der 75-Milli- meter-Geschütze Frankreichs vermischen würde". Es ist nicht das erste Mal, daß das Gerücht auftaucht, nach der« Ban von Tsingtau würden japanische Truppen nach rankreich transportiert werden. Der Sekretär der ja­panischen Botschaft in London hat nun einen unserer Vertreter informiert, daß der Transport japauischer Truppen nach Europa eben nur ein „Gerücht" sei.

Die „Hinmordung" der französischen Armee.

Streitigkeiten unter den Verbündeten.

Ein beurlaubter belgischer Offizier, der in den Kämpfen um den Schienenweg Nieuport-Dixmuiöen ver­wundet wurde und nach mehreren Leidensstationen im Spital von Eu untergebracht wurde, entwirft, einem Te­legramm aus Rosendaal zufolge, von der Fahrt der bel­gischen Verwundeten nach St. Omer folgendes Bild:

Man pferchte unsere Mannschaften mit unzivilisier- ten Kolonialsoldaten zusammen. Es war ein ekelerre­gender Anblick. Die Schwarzen verstopften sich ihre Wunden mit Sand, sogen sich gegenseitig das Blut aus dem zerrissenen Fleisch. Viele von ihnen waren irrsin­nig und sprangen aus den Wagenfenstern, was man ru­hig geschehen ließ. In St. Omer ging alles drunter und drüber. Die Bevorzugung der „Verbündeten" empörte uns dermaßen, daß wir uns weigerten, die für uns be­stimmten, von Schmutz starrenden Räumlichkeiten zu be­ziehen, ehe nicht den Mannschaften ein menschenwürdi- ges Obdach gewährt würde. Es kam zu Streitigkeiten, die ein bedenkliches Licht auf das brüderliche Einverneh­men unter den Verbündeten warfen ... Je weiter wir uns vom Kanrpsgebiet entfernten, desto traniger sah es aus. Die französischen Verluste müssen unheimlich groß sein. Die Picardie heißt im Volksmunde Frankreichs „Hospital". Ich glaube nicht, daß man in Paris, Bor­deaux, Lyon, Marseille eine Ahnung von der wahren Lage hat, sonst wäre die Siegeshoffnung ernstlich erschüt­tert. Alle französischen Offtziere, die ich sprach, legten mir mit tränenerstickter Stimme das Geständnis ab: »Unsere brave Armee wird langsam, aber sicher ermordet. Wir werden uns nicht ergeben und bis zum letzten Mann ausharren. An einen Sieg zu glauben, ist Torheit. Frankreich stirbt an diesem Verzweiflungskampf." In Eu sprach ich mit einem französischen Oberst, der die Kämpfe bet Quesnoy mitgemacht hatte. Was er über Joffre sagte, kann ich Ihnen nicht wiederholen: aber aus seinen Bemerkungen ging hervor, daß die französischen Heerführer Castelnau und Sarrail dem Generalissimus den Platz streitig machen. Noch ein ernster Stoß, und Joffre tritt zurück.

klagender Jammer. Dunkle Gestalten eilten Hänöerin- geng vorüber: Schüsse krachten — dann trat eine große Stille ein, und nur die Flamme lohte ruhig und gewaltig in blutigem Schein zum finsteren Nachthimmel empor.

Ellend war tief erschüttert. Die Anspannung ihre Nerven war in den letzten Tagen zu stark gewesen, jetzt brach sie zusammen, und krampfhaft aufschluchzend schlug sie die Hände vor das Gesicht.

„Fort — fort von hier!" stöhnte sie. „Es ist entsetz­lich . . ."

Da legte Wittkoven den Arm um sie und zog sie sanft an sich.

„Ich schütze Sie, Ellen," sprach er liebevoll. „Haben Sie keine Furcht . . ."

Und sie lehnte das Haupt an seine Schulter und weinte leise vor sich hin.

14.

"An der wett in die See vorspringenden Mole von Tsingtau, dieser neuen, aufblühenden Besitzung Deutsch­lands im fernen Osten, ankerte der große Passagierdamp­fer „München" des Norddeutschen Lloyd, der sich zur Heimfahrt nach Deutschland rüstete. Auf dem Deck, in dem Maschinenraum, in den Speisesälen und den Ka­jüten herrschte jene rege Tätigkeit, die bei jeder Abfahrt eines großen Dampfers sich bemerkar macht. Die Kessel waren schon geheizt: gleichsam gemächlich und behaglich atmend und fauchend lagen die Maschinen da, den Be­fehl erwartend, der sie zu neuer Tätigkeit rufen sollte. Die Maschinisten und Heizer standen noch untätig umher, der Ingenieur befand sich am Deck, wo er mit dem Ka­pitän plauderte. Auf der Kommandobrücke stanb der erste Offizier: andere Offiziere eilten hierhin und dort­

Daß es um die sanitären Einrichtungen sehr schlecht steht, so erzählt der belgische Offizier, sei offenes Ge- Heimnis. Die Aerzte fügen sich in ihr Schicksal und huldigen der These, Schwerverwundeten durch narkotische Mittel den Todeskampf schmerzlos zu gestalten. Auf­fallend groß sei der Andrang in den Kirchen. Die Bre­tagne liege auf den Knien und bete zum Erlöser, daß er dem schrecklichen Kriege — der Strafe für Frankreichs Gottlosigkeit — recht bald ein Ende machen möge.

Vom österr.-ungar. Generalstab h ...... ......... ................................“

e-* Wien, 1. Dezember. (Amtlich. WTB.) Im

Norden hat sich am 29. November vor der Front nichts

wesentliches ereignet.

Die Verluste der Russen in den Karpathen.

9-* Budapest, 1. Dezember. (WTB.) Die Nieder­lage der Russen im Gefecht bei Homonna war noch viel größer, als anfänglich angenommen wurde. Neben 1500 Gefangenen verloren die Russen Tausende Tote und Verwundete.

Der Lohn des serbischen Heerführers General Bojevic.

9-^ Wien, 1. Dezember. (WTB.) Wie die Kor­respondenz Wilhelm erfährt, ist General Bojevic, der Kommandeur der 1. serbischen Armee, wegen seines Rückzuges pensioniert worden. An seine Stelle tritt General Miste.

Neue Erfolge gegen Serbien.

Wien, 30. November. Vom südlichen Kriegsschau­platze wird amtlich gemeldet:

Auf dem südlichen Kriegsschauplätze andauernde Kämpse. Gestern wurde der hartnäckig verteidigte Su- wobor-Sattelpnnkt der Straße Valjewo-Cacak nach hef­tigem Kampfe erstürmt. Gestern wurden insgesamt 1254 Mann gefangen und 14 Maschinengewehre erbeutet. In Uznice viel Waffen und Munition vorgefnnden.

Uebertritt des serbischen Heeres nach Griechenland?

Nach einer Meldung der „Köln. Zig." aus Sofia soll die serbische Regierung beabsichtigen, das serbische Heer nach Mazedonien znrückznziehen. Es soll später auf griechischen Boden übertreten in der Richtung auf Sa­loniki, zunächst den bulgarischen Einmarsch erschweren und dann, wenn möglich, gemeinsam mit den Griechen vorgehen. Jedenfalls soll seine Entwaffnung durch Oesterreich-Ungarn oder Bulgarien vermieden werden.

Was die Russen von Hindenburg halten.

Der „Tägl. Rundsch." wird von einem vorzüglichen Kenner der Verhältnisse in Rußland geschrieben:

Hindenburg, der Besieger des russischen Heeres, ge­hört heute zu den volkstümlichsten Männern Rußlands. Das russische Volk hat eine wahre Sehnsucht, sich an großen Persönlichkeiten zu berauscheu, während es für Männer, die hinter den Erwartungen zurückblieben, nur beißenden Spott ützrig hat. So war es schon im, rus­sisch-japanischen Kriege. General Kuropatkin und Ad­miral Rostjestwenski gehörten zu den lächerlichsten Er­scheinungen des russischen öffentlichen Lebens. Ihre Namen wurden nur mit spöttischem Lächeln ausge­sprochen. Vor dem japanischen Führer Kuroki hatten dagegen die Russen Respekt, trotzdem er zu den Japanern gehörte, die von den Russen gehaßt und verachtet wer­den. Vor Hindenburg ist aber die Furcht und die Hoch­achtung gleich groß. Jeder weiß in Rußland, daß Hin­denburg das russische Heer besiegt hat, trotzdem die Re­gierung alles dazu tut, um ihre Niederlagen zu ver­heimlichen oder zu verschleiern. Man weiß auch, in welchem Stile er gesiegt hat, und bringt ihm darum in großen Teilen des Volkes unbegrenzte Hochachtung ent­gegen. Rennenkampf dagegen ist eine viel bespöttelte Figur. Von Hindenburg werden eine Reihe von Anek­doten erzählt, die seine außergewöhnliche Persönlichkeit in russischer Art kennzeichnen sollen. So berichtet eine russische Zeitung, daß Hindenburg „der stärkste Mann der Welt" ist. Seine ungeheuren Körperkräfte sollen noch die des starken August von Sachsen übertreffen. gum Scherz sei angeführt, daß er nach der russischen .uelle ein Goldstück mit den zwei Händen zerbrechen kann. Andere erzählen wieder von dem ungeheuren Einfluß, den er auf sein Heer habe, und vergleichen ihn mit Wallenstein. Sein Heer sei unter seiner Führung des Sieges gewiß und stürze sich darum mit völliger Todesverachtung auf die Feinde. Nur so sei es zu er-

hin, die Einnahme von Kisten und Waren aller Art überwachend.

Ein Offizier des 3. Seebataillons, das in Tsingtau in Garnison stand, ging gemächlich auf dem Promenaden­deck auf und ab und beobachtete die nach und nach an­kommenden Reisenden, Beamte und Kaufleute, die nach Deutschland zurückkehrten oder die südlichen Häfen, die der Dampfer anlief, esuchen wollten.

Auf dem Vordendeck, das ein Zeltdach gegen die grellen Strahlen der Sonne schützt, lagerte eine Gruppe deutscher Seesoldaten und Matrosen.

Die Gesichte aller zeigten eine etwas fahle Farbe, die Wangen waren schmal und die Augen hatten bei man­cher« einen krankhaften, matten Ausdruck. Es waren Verwundete und Kranke aus dem chinesischen Kriege, die jetzt als Rekonvaleszenten unter der Führung des Of­fiziers vom 3. Seebataillon nach der Heimat zurückkehr­ten. Ginge von ihnen trugen noch den Arm in der Binde: andere mußten sich auf eine Krücke stützen, da der verwundete Fuß sie noch nicht wieder tragen wollte: an­dere wieder trugen noch einen Verband um die Stirne.

Es waren die Helden von Taku, Tientsin und Peking, welche jetzt der deutschen Heimat wieder zufahren sollten.

Trotz ihrer Wunden und Krankheiten, von denen sie eben erst genesen, waren sie munter und guter Dinge. Der Heimatwimpel flatterte ja an dem Hauptmast, und in einigen Wochen würden sie wieder deutsches Land be­treten. Sie plauderten lebhaft und erzählten sich von ihren Abenteuern, froh, der Mühseligkeit, der Not und dem Tod dieses mörderischen Krieges entronnen zu sein. Sie gedachten auch der Kameraden, die hier im fernen ! Osten ihre letzte Ruhestätte gefunden — aber das war ja i Kriegerlos, und wer für des Vaterlandes Ehre und ; Würde gefallen, der ruhte auch in fremdem Lande m i deutscher Erde!

1 (JoxtMung folM