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Seneralfeldmarschall v. ö. Goltz im Mischen Hauptquartier

[ Aus dem großen Hauptquartier ]

Großes Hauptquartier, 28. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Auf dem westlichen Kriegs­schauplätze ist -ie Lage uicht verän-ert. Französische Vorstöße im Argonnerwal- wurden abgewiesen. Im Wal-e nordwestlich Apremont und in -en Vogesen wur­den -en Franzosen trotz heftiger Gegenwehr einige Schützengräben entrissen.

In Ostpreußen fanden nur unbedeutende Kämpfe statt.

Bei Lovicz griffen unsere Truppen erneut an. Der

Kampf ist noch im Gange. Starke Angriffe -er Russen in Gegend westlich Noworadomsk wurden abgeschlagen. In Südpolen ist im übrigen alles Unverändert.

Oberste Heeresleitung.

* * *

»^ Großes Hauptquartier, 29. November, vormit­tags. (WTB.) Vom Westheer ist über den gestrigen Tag nnr zu melden, -atz Angriffsversuche -es Gegners in -er Gegen- südöstlich Ypern und westlich Lens schei­terte».

Im Osten ist die Lage rechts der Weichsel unver­ändert. Vorstöße der Rnssen in -er Gegend von Lodz wurden abgewiesen. Darauf eingeleitete Gegenangriffe waren erfolgreich.

Aus Südpolen ist nichts wesentliches zu erwähnen.

Oberste Heeresleitung.

Der Kaiser auf dem östlichen Kriegsschauplatz.

»e* Großes Hauptquartier, 29. November. (WTB.) Seine Majestät -er Kaiser befindet sich jetzt anf deut öst­lichen Kriegsschanplatz.

Oberste Heeresleitung.

Freiherr von der Goltz dem Sultan und dem türkischen Hauptquartier zugeteilt.

^ Berlin, 29. November. WTB. berichtet aus

zuverlässiger Quelle, -er Generalfeldmarschall Freiherr von -er Goltz wurde seiner Stellung als Generalgou- vernenr von Belgien enthoben und für -ie Dauer -es mobilen Verhältnisses -er Person -es Sultans und -essen Hauptquantier zugeteilt. Zu seinem Nachfolger als Generalgouverneur von Belgien wurde -er General -er Kavallerie Freiherr von Bissing ernannt.

Generalfeldmarschall v. -. Goltz kehrt damit an die Stätte seines früheren langjährigen Wirkens zurück, an der sein Name, wie allerwärts auch in Deutschland, den hellsten Klang besitzt. Seine Attachierung an die Person des Herrschers der Osmanen, der bald die entsprechende Ernennung eines türkischen Generaladjutanten für den Deutschen Kaiser folgen dürfte, bringt das gegenwärtige

Deutschen Kaiser folgen dürfte, bringt das gegenwärtige enge Verhältnis zwischen dem Deutschen Reiche und der Türkei sichtbar zum Ausdruck. Eine gleiche Vertretung dürste für Oesterreich-Ungarn und das Osmanische Reich ins Leben gerufen werden.

General Freiherr v. Bissing, der in Belgien sein Nachfolger wird, ist jetzt 70 Jahre alt. Die erfolg­reiche militärische Laufbahn Bissings endete, nachdem er zuletzt kommandierender General des 7. Armeekorps gewesen war. Bissing, der glänzende Kavallerist von einst, widmete sich dann der Verwaltung seiner Güter und wandte daneben sein besonderes Interesse der mili­tärischen Jugenderziehung zu. In dieser Beziehung be­sonders stimmt er mit Goltz überein. Er nahm auch wiederholt im Herrenhause das Wort und stellte sich beim Ausbruch des Krieges dem Kaiser wieder zur Verfügung.

Ein Armeebefehl Hindenburgs.

Geueralfeldmarschall von Hindenburg an seine Truppen.

*^ Thor«, 28. November. (WTB.) Nach der Thor- ner Presse ist in Thorn der folgende Armeebefehl bekannt gegeben worden:

ner 4

In tagelangen schweren Kämpfen haben die mir un­terstellten Armeen die Offensive des an Zahl überlege­nen Gegners zum Stehen gebracht. Se. Maj. der Kaiser und König, unser Allerhöchster Kriegsherr, hat den von mir gemeldeten Erfolg durch nachstehendes Telegramm zu beantworten geruht:

An Generaloberst von Hindenburg! Ihrer energie- vollen untüchtigen Führung und der unerschütterlichen beharrlichen Tapferkeit Ihrer Truppen ist wiederum ein schöner Erfolg beschieden gewesen. In langen schwere»,

5m fernen Osten.

Roman von O. Elster.

86) (Nachdruck verboten.)

Ihr Auge begegnete dem Blick Wittkovens, der mit warmem innigen Ausdruck auf ihr ruhte, als wolle er in ihrer Seele lesen und Antwort auf eine stumme Frage heischen.

Sie wandte sich wieder ab. Sie wußte, was dieser Blick, diese stumme Frage bedeutete, auf die sie doch keine Antwort geben konnte.

„Wenn Sie gestatten", fuhr der Gesandtschaftssekre­tar fort, „werde ich mich erkundigen, wann der nächste Postdampfer von Tongku abfährt und dann Plätze für uns alle belegen."

„Ja, ja, tun Sie das, Herr von Wittkoven", rief Frau Melanie erfreut. „Wir müssen Ihnen so dankbar für alle Sorge sein, mit der Sie uns umgeben haben. Tte sind uns ein wahrer Freund geworden."

si^Mich wird diese Freundschaft weiter bestehen, April06« ^am Ich wünsche es wenigstens von ganzem

"AA wir wünschen es, Herr von Wittkoven. Fred, doch^Nttheres^ ^" Einzug der Truppen — erzähle mir , . fahrend Fred sich an die Seite seiner Mutter fetzte und mit ihr plauderte, trat Wittkoven zu Ellen, die noch immer an dem Fenster stand.

_. Ein schwüler Sommerabend senkte sich auf die Stadt hpw^f’rw»^ erstrahlte der Himmel bis zum Zenith spw dibendrot der sinkenden Sonne,- aber über dem Häu- ',^meerlag eine graue Dampfwolke, aus der hier und da ^L°mmenzungen aufzuckten und sich mit dem Abend- N ^^M^^ vermischten. Viele der leichtgebauten chinesischen Häuser gingen in Flammen auf, an Löschen M^^mand die Chinesen flohen davon oder hielten sich Versteckt, und die von Kampf und Sieg bLrquMen

aber von Mnt und treuer Pflichterfüllung vorwärts ge­tragenen Kämpfen haben Ihre Armeen die Pläne des an Zahl überlegenen Gegners znm Scheitern gebracht.

Infolge des Schutzes der Ostgrenze -es Landes gebührt Ihnen der volle Dank -es Vaterlandes. Meine höchste Anerkennung und meinen kaiserlichen Dank, die Sie er­neut mit meinen Grützen Ihren Truppen anssprechen wollen, will ich dadurch Ausdruck geben, datz ich Sie znm Generalfeldmarschall befördere. Gott schenke Ihnen und Ihren sieggewohnten Truppen weitere Erfolge.

gez. Wilhelm.

Ich bin stolz darauf, diesen höchsten militärischen Dienstgrad an der Spitze solcher Truppen erreicht zu haben. Ihre Kampfesfreude und Ausdauer haben in bewundernswerter Weise dem Gegner große Verluste beigebracht. Ueber 60 000 Gefangene, 150 Geschütze und gegen 200 Maschinengewehre sind wiederum in unsere Hand gefallen. Aber vernichtet ist -er Feind noch nicht. Darum weiter vorwärts im Kampf für König und Vaterland, bis der letzte Russe besiegt am Bode« liegt. Hurra:

Hauptquartier Ost, 27. November 1914.

Der Oberbefehlshaber: gez. Hin-en-«rg, Generalfeldmarschall.

Dem Generalfeldmarschall Hindenburg

wurde am Sonntag in Hannover auf Anregung des Turnklubs eine große Huldigungsfeier bereitet, an der viele tausend Personen teilnahmen. Der Zug bewegte sich mit Musik und Gesang nach der Villa Hindenburgs, wo der Gemahlin des Generalfeldmarschalls die herz­lichsten Glückwünsche ausgesprochen wurden. Die be­geistert aufgenommene Ansprache schloß mit einem Hoch auf den Generalfeldmarschall und dessen Gemahlin, die in kurzen herzlichen Worten für dre Ehrurrg dankte. Mit dem Gesang „Deutschland, Deutschland über Alles" schloß die imposante Kundgebung. An Generalfeldmar- ein Huldigungstelegramm ge-

schloß die imposante Knn schall Hindenburg wurde sandt.

Die Wiener Blätter begrüßen die Ernennung Hin- denburgs zum Generalfeldmarschall mit Freuden. So fügt das Rene Wiener Tageblatt: Wie einst Namen wie Moltke und Bismarck wie der Ton klirrengen Er­zes durch die Welt gingen, so klingt heute der Name Hin- denburg mit jubelndem Widerhall in tausend und aber­tausend deutsche Herzen wieder, für immer der Geschichte und der Heldensage überliefert. In die Ehrungen, die Hindenburg erwiesen worden sind, mischt sich der erste Jubel des ganzen mächtigen deutschen Volkes und seines österreichisch-ungarischen Verbündeten. Die Neue Freie Presse zitiert das Dichterwort „Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige" und sagt: Der bisherige Generaloberst von Hindenburg ist eine der volkstümlichen Gestalten unter den deutschen Heerführern geworden. Das Blatt würdigt fodann die bisherigen Erfolge des Generalfeld- marschalls.

Hammer Hindenburg und Amboß Nikolajewitsch.

^ London, 30. November. (T. U.) Ueber die Lage in Polen schreibt die „Morning Post": Gegenüber dem unaufhaltsamen Vordringen der Russen in Galizien hat die Hindenburgsche Strategie in Polen wiederum ei­nige Erfolge zu verzeichnen gehabt. Bisher sind die Deutschen dort stets der Hammer und die Russen der Amboß gewesen. Die Zeit wird jedoch hoffentlich bald kommen, wo der deutsche Hammer Hindenburg auf dem russischen Amboß Nikolajewitsch zerschellen wird.

Ein englischer Landungsversuch an der belgischen Küste?

Kopenhagen, 30. November. (T.-U.) Der Son­derberichterstatter der „Berlingske Tidende" in Rotter­dam meldet nach dem „L.-A. . Vorgestern wurde die belgische Küste wieder durch englische Kriegsschiffe be­schossen. Die Absichten der Engländer sind schwer zu er­kennen. In Holland wird die Ueberzeugung immer mehr bestärkt, daß ein englischer Lan-ungsversnch bevorsteht. Diese Ansicht wird u. a. dadurch gestützt, daß die eng­lische Admiralität alle Dampfer requiriert, die noch zu erhalten sind. Aus diesem Grunde wurde die Verbin- gung von Harwich nach Hoek van Holland eingestellt. Obgleich strenges Stillschweigen besteht, wird doch be­kannt, daß die Dampfer für Truppentransporte bestimmt sind und zwar vermutlich zur Beförderung von kanadi­schen Truppen. Der Landungsversuch wird mit einem Vorstoß der Deutschen gegen Dünkirchen und Calais in Verbindung gebracht. — Nach englischen Meldungen fin­den wieder heftige Kämpfe in Flandern statt.

Ein Spezialtelegramm der Telegraphen-Union aus London meldet uns:

Die angesehensten Fachleute der großen englischen

Soldaten fanden auch keine Zeit, die Flammen zu löschen, die sich mit gierigen Zungen in das Häusergewirr der Chinesenstadt dahinfraßen.

„Ist es auch Ihr Wunsch, Fräulein Ellen," sagt Wittkoven leise, „die Heimreise mit mir gemeinsam an- zutreten?"

„Ihre Begleitung wird mir angenehm sein," entgeg- nete Ellen freundlich, aber doch mit einer gewissen Zu­rückhaltung.

„Und wenn wir in der Heimat sein werden," fuhr er fort, näher an sie herantretend, „darf ich dann meine Frage wiederholen, von der mein Lebensglück abhängt?

Ellen antwortete Nicht sogleich. Sie lehnte die Stirn ggen das Fensterkreuz und blickte hinauf in die rotglü­hende Pracht des Sonnenuntergangs, die ihr nur der Widerschein des Brandes zu sein schien, der unter dieser dichten Rauchwolke in der Stadt wütete. Wie viele Men­schenleben, wie viel Menschenglück wurde da vernichtet? Welche Not, welches Elend, welcher Jammer verbarg sich da unter dem Qualm und Dunst dieser schwarzen Wolke, aus der die Flammen emporzüngelten, wie ver­zweifelt emporgestreckte Hände der in die Not und Tod versinkenden Menschheit.

Und doch wölbte sich über all dem Jammer und Elend, in leuchtender, goldiger Klarheit der abendliche Himmel, als wollte er der armen, geplagten Menschheit Trost und Hoffnung spenden, als wolle er sie daran erinnern, daß über all der Not der Erde, über all dem Leid des irdischen Daseins der Ewigkeitswille herrsche, der seine unerforschlichen Wege wandelte, um die Mensch­heit zu sich emporzuheben, um sie hinwegzutragen über­all den Jammer, über all die Unrast dieses Lebens.

Frieden und Ruhe würden wieder einziehen in die Welt, und die Menschen würden weiter leben, würden wieder lachen, würdest wieder glücklich und froh werden, und die Not dieser Tage vergessen, wie einen bösen

Presse sind sämtlich in der Annahme einig, daß ein furchtbarer Angriff der Deutschen gegen die Stellungen der Verbündeten bei Calais unmittelbar bevorsteht. Die

Militärkritiker schließen das aus den umfassenden Vor­bereitungen, die die Deutschen in den letzten Tagen dort getroffen haben. „Times" und „Evening News" ver­öffentlichen dort '

men

. ________ „Times" und „Evening News

lichen dort folgende Informationen: „Täglich kvm- riesige Militärzüge aus allen Städten Belgiens mit ungeheuren Truppenmassen in -er vordersten Reihe -er Schützengräben an. 60 solche Züge haben Gent, 28 Brügge, 30 Mone, 40 Maubeuge und 50 Brüssel ver­lassen, alle in der Richtung nach dem nordöstlichen Bel­gien. Ganz frische Truppen sind in Dixmuiden, Ypern und Ostende angelangt, darunter große Mengen Ka­vallerie aus Braunschweig. (!) Dre Deutschen haben mit dem Bombardement von Ramscapelle begonnen.

Ein deutscher Aviatiker versuchte zu wiederholten Malen das englische Hauptquartier in Popperinghe zn zer­stören. Seine Absicht gelang ihm nicht, jedoch töteten seine Bomben eine große Anzahl von Personen. — 200 neue Geschütze von 32,5 Kaliber sind ebenfalls nach Nordflandern gebracht worden, außerdem 50 Panzer­automobile, alle geleitet von Kruppschen Ingenieuren. In Zeebrügge sind eine Reihe neuartig konstruierter Unterseeboote aus Kiel eingetroffen, sowie eine Anzahl sehr schneller gepanzerter und mit Schnellfeuerkanonen

mt, die Verbündeten stark ge- ch noch diesen furchtbaren An-

versehene Motorboote. .

Die Londoner Presse begleitet diese ihre Tele­gramme mit äußerst gedrückten Kommentaren. Es ist sehr bezeichnend, daß kein Blatt sich zu der Annahme aufschwingt, die Verbündeten könnten etwa eine Gegen­offensive wagen. Ihre einzige Hoffnung besteht darin, daß, wie die „Times" sagt, die Verbündeten stark ge­nug sein werden, um auch noch diesen furchtbaren An­sturm der deutschen Kräfte aufzuhalten. Können wir nur dies eine Mal noch stand halten, so wird wohl der Winter auf längere Zeit ein Ziel setzen. Inzwischen müssen wir denn immer mehr und mehr neue Männer ins Feld schicken, denn davon allein hängt schließlich der Enderfolg ab.

Die Möglichkeit eines Generalangriffs erörtert der „Berner Bund", wobei die Auffassung für uns günstig ist: Es ist schon nicht mehr Stellungs­kampf, was sich im Westen herausbildete, sondern be­reits Festitngskrieg, und zwar ein Krieg um Festungen, die schwerer einnehmbar sind, als bastionierte Städte mit Panzerforts usw., wo schweres Geschütz gegen be­grenzte der Sprengwirkung unterliegende tote Ziele ein- zusetzen ist. Eins steht fest: Gelingt an einer Stelle von vitaler Bedeutung ein breit vorgetragener Durchbruch so bricht voraussichtlich die ganze Front zusammen. Auch Sie Möglichkeit eines Generalangriffs, besser eines Ge­neralsturms besteht noch. So betrachtet, gewännen die scheinbar znsammenhangslosen deutschen Frontangriffe eine Bedeutung. Es wäre ein Verlegen des Angriffes von Ort zu Ort, um gleichmäßig heranzukommen und dann zu einer bestimmten Zeit alles zum Generalsturm anzusetzen, also zu einer Wiederholung -es Düppeler Sturmes in gewaltigstem Ausmaß. Wäre ein solches Unternehmen nicht beinahe phantastisch in seinen An­sprüchen an seine Leitung als eines taktischen Kombi­nationsspieles, man könnte dies wirklich für die stille Absicht der deutschen Heeresleitung halten.

Die Zeppelinfurcht in England wächst.

3-* Cöln, 29. November. Dem Mailänder „Seeplo" wird nach der „Köln. Ztg." gemeldet, daß die Zepsieun- snrcht in London von Tag zu Tag zunehme. Der Bür­germeister von Lowestost erließ eine Bekanntmachung, in der er mitteilt, die Polizei sei verstärkt worden, um Angriffe von Zeppelinkreuzern rechtzeitig zu melden. Ferner wurde bekannt gemacht, daß der Bevölkerung mitgeteilt werde, in welcher Richtung und mit welchen Mitteln sie sich im Falle eines Angriffes in Sicherheit zu bringen habe.

Englands Hilflosigkeit zur See.

#b$> Cöln, 29. November. (T.-U.) Die „Köln. Ztg." meldet: In England klappt nicht alles. Die Handels- und Schiffahrtszeitung in Göteborg berichtet, daß der große Dampfer „Atle" an der englischen Küste bei Smiths Knoll bei Yarmouth auf eine Mine gelaufen ist. Der Kapitän hatte sich vor der Abreise an verschie­denen Stellen nach dem Wege erkundigt, der die größte Sicherheit gegen Minengefahr bildete, aber weder auf dem Zollamt in London, noch bei dem Lotsenamt und bei der Admiralität eine genaue Richtung erhalten. Der Kapitän bestreitet entschieden, daß es eine schwimmende Mine gewesen sei.

Man weiß in England selbst nicht mehr in den Küstengewässern Bescheid! Das ist die für uns höchst er­freuliche Tatsache, die man aus diesem Telegramm er- Bt. Sie wird nicht ohne Einfluß auf die Neutralen ien, die ein Schiff nach dem andern verlieren und

Und Frieden und Ruhe würde auch ihr schmerzburch- zucktes Herz wieder finden — aber vergessen würde sie nicht, was diese Tage ihr geraubt, wenn auch der Schmerz sich zu stiller Wehmut verklären würde.

„Ellen . . ." bat Wittkoven neben ihr leise und zart.

Da wandte sie sich zu ihm, und ein freundliches Lä­cheln erhellte ihr ernstes Gesicht, auf dem verklärend der goldene Schein des Abends leuchtete, daß sie, wie um­geben von einem Glorienschein, dastand.

„Lassen Sie mir Zeit, lieber Freund," sagte sie sanft, Und reichte ihm die Hand, die er mit zärtlicher Ehrerbie­tung küßte.

Dann trat er zu ihrer Mutter, die ihm mit glück­lichen, hoffnungsfrohen Augen entgegensah. Auch Fred lächelte verständnisvoll. Im leisen Gespräch hatte ihm seine Mutter von der Werbung Wittkovens Mitteilung gemacht, und er freute sich dieser Wendung in Ellens Schicksal, die auch für seine geschäftlichen Pläne nur von Vorteil sein konnte.

Ellen bemerkte von all dem nichts,- sie hatte sich wieder dem Fenster zugewandt und hing ihren Gedan­ken nach. Schwer lag ihr die Frage auf der Seele, welche Antwort sie Wittkoven erteilen sollte. War es nicht das Beste, sich mit den Wirklichkeiten des Lebens abzufinden und in Ruhe und Frieden an -er Seite eines braven, ehrenwerten Mannes zu suchen?

Schon einmal hatte sie sich ja versprochen, die Gattin i eines Mannes zu werden. Aber damals war es aus ; jugendlichem Leichtsinn geschehen, in dem Glauben, daß ; das Glück des Lebens in glänzenden Aeutzerlichkeiten i bestände, in Reichtum und gesellschaftlicher Stellung. Und • die Liebe und Treue, welche sie dem Jugendfreunde ver« | sprochen, hatte sie über dem Glanz der Welt, über dem ■ Frohsinn des Lebens vergessen, bis das Schicksal mu ! herter Hand in ihr Leben eingriff und das leichte Ge- i bäude ihres vermeintlichen Glückes hohnlachen- zerMt^ l WMMM Wi