Einzelbild herunterladen
 

Der Krieg in den Kolonien.

Der abgeschlagene englische Angriff in Deutsch-Ostafrika.

Die Londoner Blätter berichten über die Kämpfe in Ostafrika noch folgendes: Zu dem Angriff auf den wich­tigen deutschen Bahnhof wurden 1% Bataillone engli­scher Streitkräste am 2. November zwei englische Meilen vom Bahnhof gelandet, rückten sofort vor, wurden noch außerhalb der Stadt in ein heftiges Gefecht verwickelt und mußten vor dem überlegenen Feinde zurückgehen «nd Berstärknngen abwarten. Am 4. November wurde der Angriff erneuert. 800 Yards vom Feinde gerieten die englischen Truppen in heftiges Feuer. Trotz starker Verluste drangen doch die Soldaten vor und erreichten ebenfalls die Stadt, sahen sich jedoch einem heftigen Ge­wehrfeuer ausgesetzt und gezwungen, um 50 Yards zu- rückzugehen. Die Verluste der britischen Truppen waren so schwer und die Stellung des Feindes so stark, daß man es als zwecklos ansehen mußte, denAngriff zu erneuern. Die Abteilung schiffte sich daher wieder ein und kehrte zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Die Gesamtverluste betrugen 795 Mann, darunter 141 Engländer an Offi­zieren und Mannschaften.

Das Schicksal der deutschen Südseekolonien.

Nach einer telegraphischen Meldung derCentral News" aus Melburne, die dieTägl. Runsch." wieder- gibt, hat der australische Kriegsminister Pearce bekannt­gegeben, daß Japan die zeitweilig in Besitz genommenen deutschen Besitzungen im Stillen Ozean an die Regie- rnng Australiens übergeben habe. Australien beabsich­tige nunmehr, Truppen dorthin zu senden, die die In­seln bis zum Ende des Krieges in Besitz und Verwal­tung nehmen sollen. Erst bei Friedensschluß wollen die Verbündeten über das endgültige Schicksal der deutschen Besitzungen entscheiden.

Irische Stimmung gegen England.

Die LondonerTimes" zitieren ein irisches Blatt, in dem gegenüber England erklärt wird: Kämpfe Deine Kämpfe selbst aus. Wir wollen nichts vom Ruhme Deines aufgeblähten Imperiums haben. Uns geht die Verlegenheit, in der Ihr Euch befindet, nichts W, es sei denn, daß Ihr geschlagen werdet! Ein anderes iri­sches Blatt schreibt: England ruft das irische Volk zum Kampfe gegen eine Nation, die niemals einem einzigen Jrländer ein Haar gekrümmt, sondern mit der Bevöl- kernng dieses Landes immer sympathisiert hat. Wenn die Deutschen unser Land mit Gewalt nehmen, würden sie dazu gerade so berechtigt sein wie die Räuber, die es mit Waffengewalt festhalten. Der Seeräuber England ist derselbe Friedensstörer, der er war, als er die dänische Flotte vor Kopenhagen vernichtete und Alexandrien be­schoß. Der einzige Weg zu dem ruhmreichen glücklichen Irland unserer Träume führt über den Verfall des bri­tischen Reiches.

Eine Nation von Henchlern".

tf die Entrüstung aufmerksam, die Missetaten entstanden ist, die die

Aus Amsterdam wird derFrkf. Ztg." geschrieben: In Falmouth hat sich ein Gentleman namens Samuel Phillip an einem kleinen Mädchen vergangen.^ Der Richter verurteilte diesen Herrn lediglich zu einer strafe von 10 Schilling und zu 12% Schilling Kostenersatz, da sich der betreffende Verbrecher als englischer Soldat an die Front zu begeben hatte. DieTruth", die diesen Fall mitteilt, macht auföte Entrüstung aufmerksam, die in England über die Missetaten entstanden ist, die die Deutschen angeblich begangen haben sollen,.und erklärt: Man wird sich nicht wundern, wenn die Deutschen sagen, daß wir eine Nation von Heuchlern sind." Ferner teilt dieTruth" folgenden Fall mit: In der Bury-Street bei St. James in London hatte sich ein Herr der als Chauffeur für das Rote Kreuz sich an die Front begeben wollte, einen Revolver gekauft. Diese Waffe entlud sich durch einen Unfall und tötete den Herrn. In dem Schädel der Leiche wurde das Geschoß als formlose Bleimasse gefunden: es hatte demnach alle Eigenschaften eines Dum-Dum-Geschosses. Bekanntlich hat Sir Victor Horsley die englischen Geschosse gegen­über den deutschen Behauptungen, die Engländer ge­brauchten Dum-Dum-Geschosse, als das menschenfreund­lichste Geschoß bezeichnet, das es jetzt gebe. Es wird sich fragen, wie die Engländer diese Erklärung in Ueberein­stimmung bringen können mit den Geschossen, die in den englischen Läden verkauft werden und die, wie der durch

gegeben werden.

Gegen Friedensphantasien.

Zu dem erneuten amerikanischen Friedensg^eüe schreibt dieKöln. Ztg.": Mit Bezug auf die entsprechen­den Erklärungen des Reuterbureaus mutet ein solches frühzeitiges Friedensgerede geradezu frivol an. Wir sind überzeugt, daß heute kein einziger Diplomat und kein einziger Soldat daran denkt, einen faulen Frieden zu machen mit Mächten, die von unseren Truppen anfs Haupt geschlagen worden sind und die wir noch weiter zu schlagen zuversichtlich hoffen. Es ist auch ganz ausge­schlossen, daß Herr Dernburg drüben in Amerika einen Frieden befürwortet haben soll, der alles belaßt, wie es vorher war, und Deutschland der Gefahr aussetzt, n zehn Jahren von dem politischen Erwerbssyndikat aus Gegenseitigkeit, unter britischer Anleitung, aufs neue überfallen zu werden. In Deuftchland ut man vom Kaiser bis zum Tagelöhner entschlossen, diesmal reinen Tisch zu machen. Das ist der Deutsche sich selbst, den Tausenden, die den Tod für das Vaterland gestorben, und der Jugend, die nach uns kommen wird, schuldig. Was man jetzt in England von einem deutschen Fr eden redet, ist Bluff. Es soll dazu beitragen, dort drüben die Herzen wieder aufzurichten. In Deutschland wird ein solches Gerede keinen Eindruck machen.

Krleasallerlei.

Die Schweiz dnldet keine Flieger über ihrem Gebiet.

München, 27. November. Wie den. N. N."

lȀ^

Gebiet sofort nnb ohne besonderen Befehl der Armee­stellen hernnterzuschietzen.

Das Eiserne Kreuz.

Kaiser Wilhelm verlieh dem Erzherzog Leopold Salvator weaen seiner erfolgreichen Tätigkeit als Ge- neral-Artillercetnspektor und oberster.Zaf^nvoMetzter der in der deutschen Armee so ruhmreich am Kampfe oe- teiligten österreichisch-ungarischen

(Eiserne c^reuA erster und zweiter Klasie. Der «Sieuver treter des Chefs des Generalstabs, Generalmajor von Höfer, erhielt ebenfalls das Eiserne Kreuz

Zwei italienische Millionäre auf Englands Antrag verhaftet.

Die beiden italienischen Millionäre Ernesto und Alessandro Fabbri in Neuyork sind auf Antrag Englands verhaftet worden. Sie stehen unter der Anklag^ von ihrer privaten Funkenstation aus Deutschland über die englischen Schiffsbewegungen unterrichtet zu haben.

_ Wir wir französische Aerzte behandeln.

Aus Paris wird gemeldet: 20 französische Aerzte und 170 Krankenpfleger, die drei Monate als Gefangene in Deutschland waren und dann in Freiheit gesetzt wur­den, sind jetzt in Frankreich angekommen. Sie waren in Cassel interniert und erklären, daß die Behandlung stets korrekt war.

Prinz Stephan zu Schanmburg-Lippe erkrankt.

. Wie dem Berl.Lok.-Anz." mitgeteilt wird, ist Prinz Stephan zum Schaumburg-Lippe an Lungenent­zündung erkrankt und befindet sich im Kriegslazarett in Gent. Der Prinz hat die erste Krise der Krankheit gut uberstanden und gedenkt in nächster Zeit einen Erho­lungsurlaub anzutreten.

Der tolle Serben-Prinz.

Vom südlichen Kriegsschauplatze meldet der Buda- pesterEsti Uiszag": Nach Mitteilungen serbischer kriegsgefangener Offiziere treibt Prinz Georg von Ser­bien auch während des Krieges seine Tollheiten fort. Im Offizierskasino kam es zwischen ihm und dem Kron­prinzen Alexander fast zu Handgreiflichkeiten. Seither ist der Verkehr zwischen den Gebrüdern abgebrochen. In der Belgrader Festung weigerte sich Prinz Georg, den militärischen Rat des Generalissimus Putnik zu be­folgen und wies letzterem die Tür. Die Sache gelangte vor den Offiziers-Ehrenrat und Putnik wollte seine Stelle zurücklegen. Schließlich mußte Prinz Georg Ab­bitte leisten.

Reuterlügen in San Franzisko.

Daß das Reuter-Bureau die schlimmsten Lügen- Nachrichten vom Kriegsschauplatz in alle Welt hinaus- telegraphiert, weiß man nun schon zur Genüge. Eine Brutstätte ganz besonderer Ausgeburten scheint aber San Franzisko zu sein, das sich seinerzeit so sehr dafür interessierte, die deutsche Industrie für die dortige Welt­ausstellung zu gewinnen. Aus einem Brief, der der Vvss. Ztg." zur Verfügung gestellt wird, erfährt man, daß die dortigen Zeitungen ihren Lesern am 25. Oktober folgendeSiegsnachrichten" auftischten: General v. Kluck ist mit 250 000 Mann gefangen genommen, General v. Moltke ist begraben worden, am 24. Oktober wurde der Kronprinz betgesetzt, und am 25. Oktober hat man den Kaiser bet Warschau gefangen genommen. Mehr kann man für einen Tag wirklich nicht verlangen.

Gericht und Recht»

Ein Massenmörder zum Tode verurteilt. Ein Senmörder, dessen Taten psychologisch nahezu unver- lich erscheinen, hatte sich vor dem oberfränkischen Schwurgericht in Bayreuth in der Person des 28jährigen Arbeiters Joseph Graf aus Königsberg in Böhmen zu verantworten. Die Anklage lautete auf Mord, zwei Mordversuche und drei schwere Raubanfälle. Am 17. Juni wurde in der Nähe von Selb (Oberfranken) auf den Porzellandreher Jänner von einem Mann ein Re­volverschuß abgefeuert, der aber fehlging. Als Täter wurde Graf festgenommen. Im Gefängnis nun gestand dieser nicht nur den Mordanschlag ein, sondern erzählte auch aus freien Stücken daß er einige Wochen vorher aus gleiche Weise einen Menschen erschossen und beraubt und im November v. I. einen Mordversuch verübt und daß er im Jahre vorher seine beiden Kinder mit der Axt erschlagen habe. Alle diese Angaben erwiesen sich als richtig. Der Mörder war seinerzeit wegen Ermor­dung seiner Kinder in Anklage versetzt, jedoch für un­zurechnungsfähig erklärt und wieder freigelassen wor­den. Danach fand er Arbeit in Selb. Am 20. Novem­ber vorigen Jabres war er in Geldnot und beschloß, irgend einen Menschen zu töten und zu berauben. Vor­der Stadt traf er eine Bauerstochter. Er sprach, ein paar Worte mit ihr und schoß sie dann mit einem Revolverschuß nieder. Im Juni dieses Jahres war er abermals in Geldnot und verübte eine gleiche Tat, in­dem er einen Handwerksburschen niederschoß und ihn sei­ner Barschaft acht Pfennig beraubte. Die Ver­handlung endete mit der Verurteilung des Angeklagten zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus sowie Ehrver­lust auf Lebensdauer.

Vermischtes

Kaiser Wilhelm II. und der Bureugeueral Beyers. Schweizer Blätter erinnern daran, daß Kaiser Wil­helm II. während der Schweizer Herbstmanöver im Jahre 1912, denen er bekanntlich beiwohnte, auf einer Anhöhe in der Nähe von Kilchberg in Toggenburg nicht nur mit dem franzchischen General Pau, wildern auch mit dem General Beyers zusammengetroffen sei, der sich jetzt mit Dewet an die Spitze der gegen die Eng­länder sümpfenden Buren gestellt hat. Dune Begegnung zwischen Wilhelm II. und Beyers fand am Vormittage W 4 September statt, als der Kaiser von demFelS- berrnbüael" aus, wie man seit jenem Tage die Anhöhe genaunt^hat, die Entwicklung derSchlacht" zwischen der roten und der blauen Partei verfolgte. Beyers war in die Schweiz gekommen, um sich Mit dendortigen Heeres- verbältnissen bekannt zu machen, die mit denen der ehe- maliaen Burenrepubliken viele Aehnlichkett besitzen. An ?nem Vormittage zog der Kaiser den Bur-enkomman- danten in ein längeres Gespräch, in dem er gch vor allem einaebeud über die Zustände im Bureulande berichten liefF und dieses Gespräch hat in Beyers nach seinen An- aaMm untilgbare Eindrücke zuriickgelasi Beyers wird «NN schweizerischer Seite als ein außerordentlich liebens- a«« |Ä

Äse ein neues freies Vaterland erkämpfen zu wollen, ^lebeti dem Kaiser und dem KommandaMen Beyerv aber nS in ?CI^ d» irennMW lächelnde G-.

ä»

untÄnen S^ von dem Sitzungssaal am

um für des BAZlandes Ehre zu strettern der Abg^ Lu^

«8c^Ämod erlitt wurden in den letzten Monaten dem Reichstag noch durch den Tod entrissen d e Abge- o?üneten Ritter (konservativ), Semler lnational tberal , rnSnh fortschrittliche Volkspartei), Metzger (Sozial- Rmo^atl Durch ettie Beförderung im Amte erlosch fewerMS Mandat des Zentrumsabgeordneten Speck. Di^e setther eAedigten Mandate sind mit Ausnahine des ?on Frank noch n^ besetzt: für Frank wählte der Wahl­

S

kreis Mattttheittt-TchwetzittgÄt-Weinheim seinen Par- teifreund Geck.

briegserlebnisse eines Pioniers.

Aus einem Feldpostbrief in derKöln. Ztg.".

Wieder ist es Sonntag dieser Tag, welcher von einem jeden Menschen zu Friedenszeiten herbeigesehnt wird, um von der Last der Woche auszurlthen. Aber ivas ist ein Sonntag im Felde'? Siegreich hatten wir den Feind aus Antwerpell hinausgetrieben, um dann mit unserm Armeekorps aufzumanchieren und in der Richtung nach Westen tu breiter Front anzugreifen. Welch ein Gefühl, endlich mal dieser Bande auf offenem Felde entgegenzutreten, um dann ein gutes Ziel au haben. Aber es boten sich neue Hindernisse. Unzählige Wassergraben von 3 bis 4 Meter Breite durchzogen das Land, um uns ein Hindernis zu bieten im Draufstürmen auf unsere verhaßten Feinde.Pioniere vor", hört man rufen. Schon haben die wackeren Sdjwaraen ihr Arbeits­feld übersehen. Im Laufschritt geht's zurück in ein Ge­höft. Türen und Lettern, Wageli und Bettstellen werden herbeigeschleppt, umtost von feindlichen Granaten, Schrapnells und Gervehrkugeln. Der erste Graben ist itberbrückt und unsere Infanterie hinüber. Da, ein zweiter. Schon rufe ich meinen Leuten zu, mit einer Leiter vorauftürmen, als eine feindliche Granate zweien

meiner Kameraden den Schluß ihres Lebens gibt. Manch Auge wird da naß. Aber sollen wir jetzt trauern? Nein, wir müssen diesen Tod rächen, und von neuem sind die

itüücn diesen Tod rächen, und iwit neuem sind die Gräben itberbrückt. Ein donnerndes Hurra döbut durch die Luft, und der Feilid zieht sich zurück, von unserer Jn-

fallterie verfolgt und von der Feldartillerte vernichtet.

Im Sturm mit ausgepflanztem Seitengewehr geht's auf die Häuser los. Die ersten sind gesäubert: aber im­mer weiter, immer weiter, das Dorf ist unser. Erfurchts- vvll sieht der noch vorher wUbeSolbat auf das schölle Gotteshaus, der Kirche von M., da, ein Krach und der Turm, von einer feindlichen Granate getroffen, fliegt in tausend Fetzen auseinander. Schrapnell auf Schrapnell, Granate auf Granate durchsausen die Luft, um in mächtigem Getöse das Dorf allluählich in einen Schutthaufen zu verwandeln. Schon hat sich unsere In­fanterie etligegrabell, und es tritt jetzt allmählich Ruhe ein, denn der Abend bricht an. Aber für den Pionier gibt es keine Ruhe. Die Stacht wird ausgenutzt, um Ma­terial Herbeizuschasfeu, um über neue Wasserläufe der Infanterie und Artillerie den Wez gu schaffen. Auch diese Nacht ging vorüber, aber wir müßen in unseren Schützengräbell verbleiben, denn vor uns hat sich der Feind hinter dem Yserkanal verschanzt und die Brücken gesprengt.

Wiederllw sind einige Tage verstrichen, in welchen die Pioniere in emsiger Arett bemüht waren, am Tage die Brückenglieder herzustellen, um diese des Nachts,

Jeder la Der dies

gedeckt hinter Gehöfte, dem Kanal näher zu drinnen. Geräuschlos bat man Pvlltvlis und sogar Artillerie ohne Pferde bis dicht an den Kanal in Deckung gebracht, um den befohlenen Sturm am folgenden Tage au versuchen, g null schon seit Rkitternacht in Bereitschaft. ... . seitige Damln wurde durch Einschieben voll Infanterie stark besetzt, und iniuuterbrodieu sah man unsere Feldartillerie Munitionswagen über das Acker­land ziehen, um kein Geräusch zu machen, die Rtulliti- onskörbe, gefüllt mit Schrapliells, hinter Strohdiemen

versteckt aufstapelri. Totenstille nur ab und zu ein Schuß der feindliche« Infanterie, sonst kein Wort. Krieger, denn man darf sie mit Recht so nennen, saßen still in Gedailken versunken und dachten an den fom= menden Morgen. Ein jeder wußte, daß dieser C'......

Ein jeder wußte, daß dieser au Menschenleben gelingen

Sturm

würde.

nicht ohne Verlust I_______

Das Herz wird einem jeden web getan haben, mit dein Gedanken an seine Lieben daheim im schönen Deutsch­land. Schon beim Morgengrauen sah mau die von

Pulverdampf und bittern Erlebnissen ernsten Gesichter unserer wackern Schar über die Gebetbücher gebeugt, und manche Träne rann in den von Blut ditrcl)tränfien Boden.

Da, plötzlich siebt man Bewegung in den ersten Rei­hen. und bald stand ein jeder zum Sturm fertig. Noch ist kein lautes Kommmando gefallen. Zum Kompagnte- führer gewandt, bat ich um die Führung der Spitze, welche ich auch bekam. Kommaudo:Nehmt auf, marsch marsch", sttirzte ich mich mit zehn Schritt Vorsprung, ge vlgt von vier Pontons, über den Damm inä Wasser. Ruder marsch", und Pfeilschuell sausten die Pontons, besetzt mit zehn Infanteristen, auf die vom Feind stark besetzte Stellung, und mit Hurra war der Damm ge­nommen. Noch einmal durfte das von mir gesteuerte Ponton zurück, um dann von Kugen durchlöchert in den Grund zu versiuken. In der größten Unordnung sah man den Feind sich in wildem Lauf zurückziehen, und mancher sank von unserer Infanterie in ruhigem An­schlag tödlich getroffen ins Gras. Auch hier hatte der Krieg wieder große Lücken in die Reihen der Tapferen gerissen, aber der Sieg war unser, und scholl bei Dunlel- weroen war der Feind 5 Klm. zurückgeschlagen. In der Nacht bauten wir dann eine Pvntonbrlicke, und somit war auch für unsere Artillerie der Weg über den Kanal ge­schaffen. Und dann gedachten wir der Toten. Möge ihnen die Erde leicht sein, denn sie starben den Helden­tod fürs Vaterland.

Weitere Drahtnachrichten«

Generalstabschef von Moltke auf dem Wege der Genesung.

w= Wien, 27. November. lT. U.) Nach einem Briefe des Generalstabschefs von Moltke, den nach derVoss. Ztg." ein Korrespondent derNeuen Freien Presse" ein- gesehen hat, werde der Generalstaböchef von Moltke in Bad Homburg bald wieder hergestellt sein.

Der Kanzler in Berlin.

»e* Berlin, 27. November. (X. U.) Der Reichs­kanzler von Bethmann Hollweg und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Jagow sind gestern atts dem Großen Hauptquartier hier eingetroisen. Man schließt daraus, daß der Reichskanzler der zweiten Miegstagung des Reichstags betwoOueu wird.

Bande! und Verkehr»

Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihen bei der Reichsbank, die bis zum 14. November 3673,8 Millionen Mark betrugen, haben bis zum 23. November eine Er­höhung von 96,1 Millionen Mark erfahren und sind damit auf 3769,9 Millionen Mark gleich 84% Prozent der ganzen gezeichneten Summe gestiegen. Diesem Zu­wachs der Einzahlungen um 96,1 Millionen Mark steht für die Zeit vom 14. bis 23. November ein Rückgang der von den Darlehnskassen für die Zwecke der Kriegs­anleihe hergegebenen Kredite um 99,4 Millionen Mark gegenüber. Die Summe der mit Hilfe der Darlehns­kassen geleisteten Krtegsanleihenzablungen hat sich näm­lich von 750,4 Millionen um 651 Millionen Mark ver­ringert, das heißt, es sind überhaupt nur noch rund 17% Prozent der Kriegsanleihenzahlungen unter In­anspruchnahme der Darlehnskassen geleistet.