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M Küsttttivachs, Sie -ü oteWer Seil auMSrie, wird vermißt.

Die Zivilbehörden von Port Said und Suez geflüchtet.

Wie«, 25. November. (WTB.) Der bisherige türkische Min ster Dschemal.Pascha bat das Kommando über die. türkischen Streitkrafte in Aegypten übernom­men. Die Zivilbehörden von Port Said und Suez sind geflüchtet.

er-

Bulgarien wird neutral bleiben.

Sofia, 24. November. Der Präsident des Minister­rates erklärte in der Sobranje, daß die Regiervng der Neutralität, die sie seit Beginn des Krieges erklärt habe, treu bleibe trotz der ungerechten Vorwürfe, die ihr von der Opposition gemacht würden. Gegenwärtig billigen alle Großmächte die Haltung Bulgariens. Dieses unter­halte frenndschftliche Beziehungen zu Rumänien, Grie­chenland und Serbien. Die Beziehungen zu der Türkei seien außerordentlich aufrichtig. Der Ministerpräsident Radoslawow fügte Hinzu, wenn die Umstände uns zwin­gen, in Verhandlungen für eine Vergrößerung unseres nationalen Besitzstandes einzutreten, so werden wir es mit dem Wohlwollen des gesamten enropäischen Kon­zertes tun.

Die Aufstandsbewegung in Südafrikas

Reuter meldet aus Pretoria, daß bei Bothaville neue Trupps Aufständischer mit 400 Berittenen ans- traten, gegen die Regiernngstruppen geschickt wurden.

Ein britisches Geschwader nach Kapstadt unterwegs.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" melder aus London: Die englische Regierung entsandte auf Er­suchen des südafrikanischen Ministeriums ein britisches Geschwader nach Kapstadt.

Eine englische Niederlage in Ostafrika.

x Kopenhagen, 25. November. (T.-U.) Das eng­lische Ministerium des Aeutzer» versendet nachstehenden Bericht, der vom Montag datiert ist: Der Staatssekretär für Indien teilt über die Lage in Ostafrika mit, daß eine Truppenabteilung von Britisch-Ostafrika abgegangen war, um eine wichtige deutsche Eisenbahnstation zu be­setzen, von der gemeldet worden war, daß sie schwach be­setzt worden sei. Die Truppen wurden am 2. November ausgeschifft und rückten sogleich gegen die Stellung des Feindes vor. Es zeigte sich indessen, daß der Feind mit bedeutenderen Kräften anftrat, und obschon es unseren Truppen gelang, bis an die Stadt zu kommen, waren sie genötigt, sich zurttckznzieheu und sich wieder einznschiffen, um die Vorbereitungen für künftige Operationen abzu- warten. Unsere Verluste betrugen beinahe 800 Mann.

Japans Ziele.

DerBaseler Anzeiger" untersucht in einem Ar­tikel, was Japan im Schilde führe. Er betont die Mög­lichkeit einer Auseinandersetzung mit den Waffen zwi­schen Japan und China wegen der Streitigkeiten, be­treffend die Schantungbahn-Konzession usw., und weist auf die Schaffung einer japanischen Flottenbasis auf den deutschen Inselgruppen im Stillen Ozean hin. Der Ar­tikel schließt: Wenn etwas den Europäern die ganze Gefährlichkeit dieses Krieges recht deutlich vor Augen führen kann, so ist es die Lage im fernen Osten, und die japanischen Bemühungen in Petersburg, mit den Ruhen zu einem Bündnis zu gelangen, müßten eigentlich jedem zu denken geben. Gelingt der Bündnisabschlutz, dann ist der jetzt noch sehr ferne Osten mit einemmal, durch die russische Tür ins Herz Europas gelangt. Die Folgen kann man sich ungefähr vorstellen, und dann dürfte Die Zeit kommen, wo selbst gewissen englischen Ministern das Spötteln vergehen könnte.

Neuer Fünfmilliarden-Kredit.

Der zweite Nachtragsetat.

Durch den dem Reichstag nunmehr zugegangenen Entwurf eines Gesetzes betreffend die Feststellung eines zweiten Nachtrages zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1914 wird der Reichskanzler ermächtigt, zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben abermals die Summe von fünf Milliarden Mark im - - * ...... ' erner wird der

Wege des Kredits flüssig zu machen. 8^ -. ..-. Reichskanzler ermächtigt, sur vorübergehenden Verstär­kung der ordentlichen Betriebsmittel der Reichshaupt­kasse über den im Etatsgesetz angegebenen Betrag hin­aus nach Bedarf Schatzanweisungen bis zur Höhe von 400 Millionen Mark auszugeben. In den Erläuterun­gen heißt es, daß von den neubewilligten Krediten ein Betrag bis zu 200 Millionen Mark nach näherer Be­stimmung des Bundesrats bereitgestellt wird.zur Ge­währung von Wochenbeihilfen während des Krieges, so­wie zur Unterstützung von Gemeinden oder Gemeinde- verbänden auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrtspflege, insbesondere der Erwerbslosenfürsorge, und der öte ge­setzlichen Mindestsätze übersteigenden Unterstützungen von Familien in den Heeresoienst eingetretener Mann­schaften.

kkiegsallerlel.

Reise des Reichskanzlers nach Berlin.

DieFranks. Ztg." meldet aus Berlin: Der Reichs­kanzler wird am 28. November zu vorübergehendem Auf­enthalt in Berlin erwartet. Voraussichtlich wird Herr v. Bethmann Hollweg an der Tagung des Reichstags teilnehmen.

Der heldenmütige Verteidiger von Tsingtau, Kapitän zur See Alfred Mener-Waldeck vollende am kommenden Freitag, den 27. November, sein 50. Lebens-

jähr. _

Hindenburgs Dank an die Sieger von Soldau.

X - Exzellenz M Zustrom,hat^nachsseh^end^

&6jÄ satzungen von Graudenz, Kulm Vn^ %^ e(^ dem Schlachtfelde von Soldau und verleihe Eurer Ex­zellenz und den Generalen v. Breugel und v. dernitz im Namen Seiner Majestät das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

ACUCnA - Telegramm

erbefehlshabers Ost erhalten: Ich beglückwünsche

Freiherr von der Goltz im Schützengraben.

Berlin, 25. November. (WTB.) DerBossi Ztg « zufolge meldet der Berichterstatter des Hamburger Korrespondenten, daß der Generalgonvernenr von Bel^ gien, Freiherr von der Goltz, als er jüngst die Trupp im Schützengraben anfsuchte, «nd dabei ein freies ^ d üBerrAreiten mußte, von einer feindlichen Kugel im Ge. ficht verletzt wurde. Der Geueralgouverueur erklärte, hie deutschen Truppen sich bewundernswert schlügen N die nngeheureu Strapazen mit.einer .Begeisternng ertrügen, die einzig dastehe. Es gehe letzt vorwar s, auch an ber Äser. Die Feinde kampften mit dem wcure der Berzweistung, denn sie ^^^^t^^ ^«^ ^^»^ wenn wir an der Küste seien. Aber wir wuroeu es schaffe« Ku dem Eingreifen der Türkei erklärte deb Freiherr, daß wir einen zähen Bnttdesgenossengewon- nen hätten. Die Türkei werde beweisen, daß der Ruhm ihrer Tapferkeit fortbestehen bleibe.

Staatssekretär von Jagow in Berttn.

«^Berlin, 25. November. (WTB. ) ^^ssekretür der Auswärtigen Amtes, von Jagow, ist gestern für ei »ige Tage in Berlin ringetroffen.

Ein amerikanischer Schoner in Trümmer gegangen.

** Nenyork, 25. November. (WTB.) Einem Te­legramm aus San Franzisko zufolge ist der Schoner Hanalei" mit 65 Personen an Bord, auf dem Felsen von Duxbury, 9 Meilen von der Nordeinfahrt nach Fran- Mko, in Trümmer gegangen. Ein Wrakstttck, an das sich 18 Personen geklammert hatten, wurde an den Strand getrieben. Man glaubt, daß die anderen ums Leben ge­kommen sind.

Raubüberfall auf einen englischen Wagen und Gewehre.

»-* Rotterdam, 25. November. (WTB.) Der Rot-

Courant bringt nach einem englischen Blatte die Meldung, daß am Sonnabend abend in Dublin ein Wagen und 90 Gewehre, die für die irischen Freiwilligen bestimmt waren, von ungefähr 50 Mann, die im Hinter­halt gelegen hatten, beraubt worden ist.

Opposition gegen die japanische Heeresvorlage.

os* Frankfurt a. M., 25. November. (WTB.) Nach derFranks. Ztg." aus Petersburg be­richtet derRjetsch" aus Tokio von einer starken Opposi­tion gegen die Heeresvorlage Okumas.

An die Landwehr.

An die Landwehrdiviston des Generals v. Jacobi erging der nachstehende Tagesbefehl:

Kameraden!

In dem Riesenkampfe, den wir jetzt gegen eine Welt in Waffen auszufechten haben, handelt es sich um Sein oder Nichtsein unseres Vaterlandes. Wenn wir nicht unsere Feinde niederschmettern, so hat das deutsche Volk aufgehört, als Volk zu bestehen. Dann würden wir nur weiterleben können ein wertloses, elendes Leben als Sklaven unserer erbarmungslosen Feinde, die unser aller Wohlstand rücksichtslos vernichten würden. Was wir von ihnen dann zu erwarten hätten, das habt Ihr mit Euren eigenen Augen in den Fluren gesehen, die der Russe verheerte, an den Schandtaten, die er an Män­nern, Frauen und Kindern begangen. Siegen müssen wir oder wir gehen unter. Siegen können wir nur, wenn ein jeder ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben seine Schuldigkeit tut. Unbesiegbar ist die Truppe, aber auch nur Die Truppe, Die nicht für ihr Leben fürchtet. Die Furcht für sein eigenes Leben darf niemanden be­herrschen! Hier, wo wir jetzt stehen, zum Schutze unserer heimischen Fluren, bleiben wir stehen -- oder fallen wie Gott es will, bis wir wieder vorwärts gehen und den Feind zurückwerfen über Die heilige Grenze unseres Vaterlandes. Auf uns sieht jetzt das ganze deutsche Volk, von uns erwarten Hunderttausende ostpreußische Bauern, daß wir ihr Eigentum, ihr Leben, das Erbe ihrer Väter beschützen werden vor der Vernichtung durch den barbarischen Feind.Landwehr" sind wir, zeigen wir uns dieses Namens wert! Wehren wollen wir hier, wo wir stehen, dem Feinde das Land unserer Väter. Bald fällt jetzt im Westen D'.e Entscheidung, wo unsere Brüder seit Monaten Tag für Tag ringen, Brust an Brust gegen Franzosen, Belgier und Engländer mit ihren schwarzen und braunen Hilfsvölkern aus Afrika und Indien. Nichts Geringeres wollen wir leisten wie unsere dort kämpfenden Brüder. Bald geht es wieder vorwärts. Ohne meinen Befehl geht kein Mann der Division auch nur einen Schritt zurück. Das erwarte, das verlange ich von Euch. Hier stehen wir, hier siegen wir und dann wieder vorwärts au Den Feind. Mit Gott für König und Vaterland. Mir Gott für Kaiser und Reich.

...... den 13. September 1914.

v. Jacobi, General der Infanterie.

Den englischen Kaperschiffen glücklich entronnen.

Ein Neuyorker Telegramm des MailänderCar­riere della Sera" meldet: Der deutsche SchonerJndra", mit 3300 Tonnen Salpeter im Werte von etwa einer halben Million, verließ am 11. Juni Chile und reiste 150 Tage, ohne gefangen zu werden. Auf Der Höhe des Aequators erfuhr er durch ein schwedisches Schiff Den Kriegsausbruch. Er reiste unter schwedischer Flagge weiter und ist jetzt in Neuyork eingetroffen zur großen Verwunderung Der Offiziere Der Dort ankernden eng­lischen Schiffe. DieJndra" war auf Der Reise bis zum Aermelkanal gekommen und Dort auch von englischen Schiffen angehalten, untersucht, aber nicht als deutsches Schiff erkannt und weitergelassen worden.

Tragödie einer türkischen Offizierstochter.

Im Hotel Bauer in Venedig hat sich eine mit zahl­reichem Gepäck aus Der Schweiz eingetroffene lehr ele­gante junge Dame sofort nach ihrer Ankunft durch einen Revolverschuß getötet. Die Lebensmüde wurde festge- stellt als Die achtzehnjährige Tochter eines höheren lür= Nischen Offiziers, namens Belkis Dekir Bei. Das funge Mädchen verübte angeblich ihre Tat aus Verzweiflung darüber, daß sie seit zwei Monaten ohne jede Nachrich von ihrem Vater und ihrem auf dem türkisch-russischen Kriegsschauplatz stehenden Bräutigam erhalten hatte.

vermischtes

um!

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liefern heute Die Petroleumauellen

Das Petroleum. Die Schwierigkeiten, den deut­schen MaE ausreichend mit Petroleum zu versorgen, machen den Verbrauchern die größte Sparsamkeit zur Pflüht. Heute können wir diese Petroleumnot alv eine durchdie kriegerischen Ereignisse bedingte .vorüber- aebende Erscheinung" betrachten, aber schon in nicht zu Werner Zukunft wird sich die Menschheit mit einer rasch zunehmenden Erschöpfung der Petroleumquellen abzu- finhpit Diese Tatsache ist vor allem durch die lsassenden Untersuchungen des Geologischen Amtes

Vereinigten Staaten zur Gewißheit geworden. So Herein heute die Petroleumauellen von Pennsylvamcu und Neunork die zuerst erschlossen wurden und bis in die iN? Jahre fast allein für die amerikanische Petro­leumproduktion in Frage kamen, kaum noch ein Drittel Geaenwärtig gewiimt man die größten Mengen m den Staaten Kalifornien und Oklahama, aber das Erdöl der ^8mmen und südlich Oelfelder bleibt an Güte erheb- lich^hinter dem penmnlvanischen Pelroletim zurück: fern ßiefisllt an Leuchtöl ist verhältnismäßig gering, daslir E es oft beträchtliche Beimengungen von AspMt und Schwefel auf. Nach den Schätzungen über die Mach- Hn^nhpr Bis heute in den Bereinigten Staaten be= konnten ^Petroleumfel^ dürfen wir annehmen, daß dies? Vorräte falls die Produktion die jetzige Höhe be - Neuäll nock etwa 90 Jahre ausreichen, während sie, wenn ^?e Erzeugung in dem bisherigen Maße weiter­em bereits im Jahre 1935 erschöpft sein würden. Ae^nlich wie in Amerika liegen die Verhältnisse auch in anderen Erdölgebieten, namentlich in Galizien und in Rutzland^ Voraussichtlich wird zwar die Entdeckung neuer Lagerstätten die Versorgung mit Erdöl auf et- mas^länaere Feit sicherstellen, aber schon heute erscheint Me^Annabme berechtigt, daß das ganze Zeitalter des Petroleums sich nur über wenige Jahrhunderte aus- ^Aneft inth so in Der Kulturentwickelung der Mensch- NLsächlich nur einevorüberaehende Erscheinung- Silben wird.

3m Fesselballon vor Verdun.

Aus dem Brief eines Fliegeroffiziers.

Der nachstehende Feldpostbrief, Den ein deutscher Fliegeroffizier an einen Wiener Freund richtete, wird in DerN. Fr. Pr." wiedergegeberi.

Wir, mein Bruder und ich, liegen jetzt in sehr nettem Quartier. Nach langem Umberziehen mit dem Drachenballon durch zerstörte und ausgebrannte Dörfer, Die von Der Bevölkerung fast gänzlich verlassen, sind nur ältere Männer und Frauen und Kinder bleiben zurück, Die unsere Truppen ernähren müssen sind wir also glücklich gelandet. Wie oft schliefen wir im Biwak auf freiem Felde und in Scheunen, bei dem herbstlich kalten Wetter kein Vergnügen, aber wieviel besser haben wir es im Vergleich zu unserer Infanterie, Die doch wochenlang im Schützengraben, dem fortwährenden Feuer Der feindlichen Artillerie ausgesetzt, bei Regen und Kälte liegen muß. Und welch große Anforderungen müssen an unsere österreichischeil Waffenbrüder heraus treten, Die in Galizien und Polen in unwirtlichen, armen Gegenden liegen und gegen Die russische Nebermacht kämpfen. Aber nach Den großen Siegen von Hindenburg und dem hcvorfteheuDen Zusammenbruch Der franzö­sisch-englischen Truppen werden wir schon beispringen können, und deutsche und österreichisch-uugarische Trup­pen werden Schulter au Sdntlter Den russischen Koloß zerschmettern.

Unser Ballvit liegt jetzt hinter einem Hügel. Gegen unsere schweren Batterien kann Die französische Artillerie nicht aufkommen, jeder Schutz ein Treffer, und riiächtige Rauchwolken zeigten Den Einschuß in Die modernen Panzertürme. Ich glaube nicht, dast Verdulk sich noch lauge halten wird. Vorgestern nacht versuchte die frmu zösische Feldartillerie und Jusauterie einen Durchbruch noch Nordeu, wurden aber durch unsere Feldartillerie mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Französische Regimenter zogen in fast geschlossenen Formationen sorglos heran, da sie an unseren Rückzug glaubte»!, und wurden aus nächster Nähe schwer unter Feuer ge- nomnieu.

Auch unser Fesselballon hat in den letzten Wochen oft seinen Standort wechseln müssen, da er von feind­licher Artillerie oft schwer aufs Ziel genommen wurde, aber vergeblich. Dagegen besuchten uns häufig frauzö- sische Flieger, die vergebelis Bonibeu abwarfeu, da sie bei unserem Schnellfeuer sich nicht tief wagen, dagegen werfen sie 16 Zentimeter lange Stahlpfeile in Bündeln ab. Eine furchtbare Waffe, wenn aus großer Höhe das 20 Gramm schwere Geschoß ein Ziel erreicht, schlimmer wie Schrapnells und Bomben. Aber unsere Militär­behörde hat sich sofort Der Erfindung bemächtigt, und unsere Flieger, die doch mehr Schneid haberr, und unsere Lenkballons haben jetzt verbessertes Pfeilabwurfsmate- rtal zur Berfttauug. Vor einigen Tagen brachten wir Bomben zum Ballon, wollten einen kürzeren Weg neh­men, fnmen in die feindliche Feuerlinie, ein Pferd wurDe erschossen, aber sonst passierte nichts. Ein sonderbares Gefühl wenn minutenlang rechts und links Schrapnells einschlagen und man den Tod vorüberziehen zieht und sich so machtlos fühlt. Aber Den guten Humor haben wir uicht verloren. (Berl. Tagebl.)

Eine gefährliche Stunde.

Es bietet sich heute güustige Gelegenheit zur Brief­beförderung, und so schreibe ich Dir bereits in aller Frühe hier oben beim frischen Morgenwind meinen herzlichsten Gruß. Du schreibst, Die viele Trauer in der Heimat drücke nieder, aber glaube mir, ich habe viele sterben sehen, aber noch keinen, Der nicht mit herrlicher Begeisterung und uubegreuzteni Glauben an den Erfolg unserer Sache gestorben wäre; es sind eben alles Helden. Großartig, wie Der Krieg die Menschen läutert. Man bekommt bei Der stündlichen Lebensgefahr eine grenzen­lose Gleichgültigkeit gegen Die Gefahr. Jeder MMsch hat fein Geschick: ich habe so oft in direkter Lebensgefahr geschwebt, daß ich an meinen Schutzengel glaube. Vor 14 Tagen waren wir, der engere Stab, Exzellenz N., Hauptmann N. und ich mit einigen berittenen Ordon­nanzen auf Den das ganze Aisnetal beherrschenden Höhe,! von C. als Die Ersten, dachten an keine Gefahr: Da sehen wir im Tal starke französische Kolonnen vorrücken: wir waren zur Beobachtung hinter einem hohen Strohhaufen abgesessen, als unser Beobachter meldet, soeben ersteige eine starke französische Kavalleriepatrouille Die Höhe. Gleichzeitig sehen wir auch bereits auf etwa 800 Meter vor uns den ersten Reiter über der Höhe auftauchen.

Sofort natürlich auf Die Pferde und los, Den Höheu- kamm entlang. Oberkörper auf Den Pferdehals gelegt, da Die Kugeln in großer Zahl pfiffen. Ich sehe mich um und bemerke etwa 30 französische Chasseurs a Cheval in voller Fahrt auf etwa 700 Meter hinter uns. Die Sporen in Die Weichen, so sausten wir dahin. Bor uns auf dem Kamm Der Höhe ein alter Turm. Exzellenz ruft:Richtung Der Turm, mag jeder sehen, wie er Dort hin kommt," so geht Die wilde Jagd weiter. Wir sind noch 1 Kilometer vom Turm entfernt, empfängt uns von Dort ein pfeifendes Feuer. Ich sehe links und rechts vom Turm einige dunkle Gestalten: abgesessene Ka­vallerie, eine ganze französische Schwadron. Ich hoffe auf feinen Ausweg mehr, zumal der ganze Höbeurand steil abfallend war, auf Dem wir nicht herunter konnten. Wir waren auf einem schmalen Weldweg die Höhe hinauf­geritten und konnten nun diesen Pfad nicht wiederfinden. Im seindlichen Feuer schlugen war einen scharfen Haken rechts, immer noch Kopf auf dem Pferdchals, Die Pferdeluuqen keuchten. Hinter uns waren Die Verfolger auf 1000 Meter zurückgeblieben, aber immer noch in scharfer Verfolgung. Jetzt löst sich auch am Trum Die Masie, und einige Patrouillen reiten uns nach. Da vor uns der Hang von etwa 2 Meter Tiefe. Die Pferde hatten ihn zu spät gesehen. Exzellenz überschlägt sich mit dem Pferde, zwei Herren ebenso darüber. Es war ein gräßliches Durcheinander. Ich konnte noch eben meinen Braunen rechts vorbeireißen. Er nahm den Hang in großem Satz und landete glücklich auf allen Vieren unten.

Das spielt sich natürlich alles schneller ab, als es beschrieben wird. Ich pariere mein Pferd, kann doch die Kaineraden nicht dem Feind überlassen, springe vom Pferd, Ordonnanzen sitzen ab und helfen den Gefalle­nen. Ich mache mich schußbereit, in Erwartung, daß jedem Augenblick über uns auf der Höhe die feindlichen Reiter cruheinen; Hauptmann N. hatte Quetschung und war nur mit Mühe unter dem Pferd hervorzuholen. Alles sitzt wieder auf. Wir saufen weiter und erreichen den Waldrand am Steilbang, an ihm entlang, um den absteigenden Pfad zu suchen: nach einigen Minuten fin­den wir ihn und verschwinden im Wald. Wir waren noch nicht alle vom Wald ausgenommen, als hinter uns auf 400 Meter die ersten seindlichen Reiter erscheinen und ein rasendes Feuer beginnt. Gott dank, alle Schüsse zu hoch. Auf halber Höhe kommt uns unsere Jufan- teriespitze entgegen. Und nun gehts wieder mit ihr vorwärts. Die feindliche Schwadron war bald mit gro­ßen Verlusten zurückgeworfen. (Köln. Ztg.)