Einzelbild herunterladen
 

Die Schlacht in Russisch-Polen.

Der englische Angriff auf Seebrügge. Freiherr von der Goltz im Schützengraben. Der Untergang des englischen Linienschiffes.

[ Aus dem großen Hauptquartier j

^ Großes Hauptquartier, 24. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Englische Schiffe erschienen anch gestern an der flandrischen Küste und beschossen Lom- bartzyde und Zeebrigge. Bei unseren Truppen wurde nur geringer Schaden angerichtet, eine Anzahl belgischer Landeseinwohner wurde aber getötet oder verletzt. Im Westen sind keine wesentlichen Veränderungen einge- treteu.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage noch nicht geklärt. In Ostpreußen halten unsere Truppen ihre Stellungen an und nordöstlich der Seenplatte. Im nördlichen Polen sind die dort im Gange befindlichen schweren Kämpfe noch nicht entschieden. Im südlichen

Polen steht der Kampf in Gegend Czenstochau. Auf dem Südflttgel nördlich Krakau schreitet der Angriff fort.

Eine amtliche russische Meldung, daß die Generale von Liebert und von Pannewitz gefallen seien, ist glatt erfunden. Der erstere befindet sich in Berlin, der zweite an der Spitze seiner Trnpppen. Beide sind längere Zeit nicht im Osten gewesen.

Oberste Heeresleitung.

U 18" gesunken.

o-* Berlin, 24. November. (WTB.) Nach amtlicher Bekanntgabe der englischen Admiralität vom 23. No­vember ist das deutsche UnterseebootU 18" durch ein englisches Patronillenfahrzeug an der Nordküste Schott­lands zum Sinken gebracht worden. Nach Meldung des Renterschen Bureaus sind durch den englischen Torpedo- bootszerstörerCarry" 3 Offiziere und 23 Mann der Be­satzung gerettet worden. Ein Mann ist ertrunken.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes. Behncke.

Auf einem kühnen Vorstoß in die englischen Ge­wässer hat das Unterseeboot seinen Untergang gefunden. So schmerzlich auch der Verlust ist, so hat das Boot doch sicherlich seine Aufgabe erfüllt und damit dem Vater­lande einen großen Dienst erwiesen. Die Besatzung des untergegangenen Bootes ist zum größten Teil gerettet, aber in englische Gefangenschaft geraten.

Ein englisches Riesenkampfschiff durch eine Mine zerstört.

Während wir um den Verlust unseresU 18" trauern, kommt die Kunde, daß eines der neuesten eng­lischen Riesenkampfschisse an der Nordküste Irlands auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Der Draht meldet:

** Rotterdam, 24. November. (WTB.) Nach Mel­dung aus sicherer Quelle ist der englische Ueberdread- nonghtAndacions" am 28. oder 29. Oktober an der Nordküste Irlands auf eine Mine gelaufen nnd ge­sunken. Die Admiralität hält das Ereignis streng ge­heim, um Aufregung im Lande zu vermeiden.

Das Schiff hat ein Deplacement von 27100 To., eine Maschinenstärke von 28 000 Pferdestärken, eine Ge­schwindigkeit von 22 Seemeilen, eine Bestückung von zehn 34,3 Zentimeter und sechzehn 10,2 Zentimeter-Ge­schützen. Die Besatzung betrug etwa 1100 Mann.

Ein deutsches Torpedoboot mit einem dänischen Dampfer zusammengestoßen.

** Kopenhagen, 24. November. (WTB.) Der dä­nische DampferAnglodane" hatte letzte Nacht außerhalb Falsterbo einen Zusammenstoß mit einem deutschen Torpedoboot, das schwer beschädigt wurde. Zwei schwer­verletzte Matrosen des Torpedobootes wurden an Bord des Dampfers gebracht. Der eine starb ans der Reise nach Kopenhagen, der andere kurz nach der Ankunft hierselbst. Einzelheiten fehlen.

An zuständiger Stelle erfährt das Wolffsche Tele- graphenbureau, daß bei dem Zusammenstoß der Heizer Birnbaum getötet, Oberheizer Plaschke und Oberan­wärter Stamme schwer verletzt mit dem Dampfer nach Kopenhagen gebracht wurden. Obermaschinistenmaat Reimer erhielt eine leichte Verletzung, der Oberheizer Schlegianz und Heizer Biermeister wurden leicht ver­letzt.

F a l st e r b o ist ein Ort in Schweden auf einer tief in die See sich erstreckenden Landzunge.

Im fernen Osten.

Roman von O. Elster.

81) (Nachdruck verboten.)

Fest umkrampfte ihre Hand den Kolben des Revol­vers, den sie in diesen gefahrvollen Tagen stets bei sich trug. Den ersten, der sich ihr näherte, würde sie nieder­schießen, und wenn die Menge sie überwältigen sollte, dann würde sie sich selbst eine Kugel in das Herz jagen lebend wollte sie nicht, in die Hände dieser gelben Teufel fallen.

Die Chinesen, es mochte ihrer wohl zehn oder zwölf w:ld und zerlumpt aussehende Kerle sein, berieten unter­einander. Sie schienen nicht einig zu sein, was sie zu-

^ginnen sollten. Sie sahen sich scheu suchend um, sie fürchteten wohl, auf Widerstand zu stoßen. Aber gierig bückten sie zu den beiden Frauen hinüber und grinsten und lachten tückisch.

Vorsichtig schlichen sich einige näher. fi«ÄÄ i6 **» Mutter

Ä "Oder ich schieße!"

in Worte auch nicht verstanden, Wicken^eiac ».Ä:»^ Waffe in der Hand Ellens und ^^ s,^ -Urück Einige von ihnen waren mit Ge- wehren bewaffnet, sie erhoben die Gewehre, als ob sie schießen wollten, der Anführer der Bande hinderte sie S .y«* uudl-°h- ÄT6 M |iu) ÜCT ^XUPP (SUctt füll ftp tintt umkreisen wollte, daß'man sie, während sie sich ihrer Gegner vorn erwehrte, von hinten über- fallen würde. Verzweifelnd sah sie sich um ob sie nir­gends Schutz finden konnte. Einer der' chinesischen Banditen sprang auf sie zu - sie schoß, und der Kerl knickte zusammen. Gellendes Geschrei der anderen e!- 'Eend wollte sich die ganze Rotte auf Ellen

Dom österr.-ungar. Generalstab

9h* Wien, 24. November. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Die Schlacht in Russisch-Polen wird bei strenger Kälte von beiden Seiten energisch fortgeführt.

Unsere Truppen eroberten mehrere Stützpunkte, ge­wannen insbesondere gegen Wolbrom und beiderseits des Ortes Pilica Raum und machten wieder zahlreiche Gefangene. Sonst ist die Lage unverändert. Im In­nern der Monarchie befinden sich 110 000 Kriegsgefan­gene, darunter 1000 Offiziere.

Was Rußland alles verlangen wird.

Der Petersburger Berichterstatter desSecolo" be­richtet, derKöln. Ztg." zufolge, über eine Unterredung mit einer hohen russischen Persönlichkeit, wobei diese dem Journalisten erklärt habe, der Krieg mit der Tür­kei sei Rußland willkommen, denn er gestatte, die Frage der Dardanellen und Kleinasiens aufzurollen. Rußland werde nach dem Kriege verlangen die Einverleibung Galiziens, die Neubildung des polnischen Staates unter russischer Souveränität, die Verlegung der ostpreußischen Grenze an die Weichsel, die Stellung von ganz Ru­mänien unter russische Herrschaft. Die Hauptfrage bil­det: indessen für Rußland die Dardanellen, und es müsse mit allen Mitteln dahin arbeiten, daß es eine freie Straße nach dem Mittelmeer erhalte.

Die Lage Rußlands im Kaukasus.

Die Bewegung gegen Rußland im Kaukasusgebiet beginnt nach den Berichten der russischen Behörden be­drohliche Formen anzunehmen. Die Bergstämme an der türkischen Grenze machen ständig Einfälle in das kaukasische Gebiet. Auf dem Davidsberg bei Tiflis wurde eine geheime Versammlung ausgehoben, die die Revo­lutionäre zu einer Erhebung gegen Rußland mit Waffen und Munition versah, yn zahlreichen kaukasischen Städten finden Haussuchungen und Verhaftungen von Armeniern statt.

Ein Blutbad unter den Russen in Täbris?

Nach einer Meldung derFranks. Ztg." aus Kon­stantinopel war nach einer der Konstantinopeler persi­schen Botschaft zugegangenen Depesche Täbris, die Hauptstadt der persischen Provinz Aserbeidschan am Sonnabend der Schauplatz eines furchtbaren Blutbades. Nordpersische Kurdenstämme überfielen die in Täbris befindlichen Russen, welche sämtlich 2000 an der Zahl erschlagen wurden.

Die Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen. In Täbris umreit vor dem Kriege kaum mehr als hundert Russen ansässig, zu denen noch einige hundertSchutz­befohlene" kamen, d. h. Perser, die sich der persischen Ge­richtsbarkeit entziehen wollen. Wenn daher die Zahl der Opfer eines kurdischen Gemetzels in Täbris wirk­lich so hoch gestiegen wäre, wie die Meldung angibt, so könnte es sich nur um einer: Angriff auf die russische Be­satzung handeln, die bis zum Kriege etwa 6000 Mann stark war, seither freilich stark eingeschränkt worden sein dürfte. Die russischen Truppen in Täbris sind außer­halb der eigentlichen Stadt in einem leicht zu verteidi­genden Lager untergebracht: wenn die Kurden einen Angriff darauf unternommen haben, so ist es jedenfalls zu einem Kampfe gekommen. Man wird das Eintreffen weiterer Nachrichten abwarten müssen, um sich von der Lage in Täbris ein klares Bild zu machen.

Der Neutralitätsbruch Belgiens.

Da die belgische Regierung die bisherigen Enthül­lungen derNordo. Allg. Ztg." als harmlos hingestellt und außerdem erklärt hat, die deutsche Regierung möge doch ihr Material lückenlos veröffentlichen, so setzt jetzt dieNordd. Allg. Ztg." ihre Veröffentlichungen mit einem Faksimile und einer Uebersetzung eines Berichtes des belgischen Generals Ducarme an den Kriegsminister fort. Das vierseitige Dokument legt dem belgischen Kriegsminister genau dar, was General Ducarme mit dem englischen Oberst Barnadiston über ein Zusammen­gehen zwischen England und Belgien in einem Kriege gegen Deutschland verabredet hatte. Das Dokument wurde im Kriegsministerium zu Brüssel gefunden.

Die Räumung von Blankenberghe angeordnet.

a** Rotterdam, 25. November. (WTB.) Der Not- terdamsche Courant meldet aus Oosburg: Am 23. No­vember früh wurde den Bewohnern von Blankenberghe bekannt gegeben, daß sie sich entfernen sollten, da man eine Beschießung der Küste erwarte.

Noch einige Male schoß Ellen dann kniete sie neben ihrer Mutter nieder.Lebe wohl, Mutter!" flüsterte sie und drückte die Waffe auf das Herz....

Doch da ein lautes Hurra Schüsse krachten einige der Chinesen stürzten getroffen zu Boden in wahnsinniger Hast flohen die anderen davon und ver­suchten die Mauer zu erklettern. Nur wenigen gelang es, zu entkommen die meisten fielen unter den Schüssen der deutschen Seesoldaten, die durch das Hoftor der Gesandtschaft eiudrangen.

Ohnmächtig sank jetzt auch Ellen auf ihrer Mutter zusammen. Dann fühlte sie sich emporgehoben und sanft auf die Bank niedergelegt. Sie schlug die Augen auf und sah in das angstvoll über sie gebeugte Gesicht Wittkovens.

Gott sei Dank Sie sind unverletzt!" sagte er aufatmend.

Meine Mutter . . .?"

Ich habe sie nach dem Hotel de Peking bringen lassen," entgegnete Wittkoven.Seien Sie ohne Sorge. Fühlen Sie sich jetzt stark genng, den kurzen Weg nach dem Hotel zurückzulegen?"

Ja Ich glaube . . ."

Stützen Sie sich auf meinen Arm dem Himmel sei Dank, daß ich noch zur rechten Zeit kam . . ."

Ellen sah, daß sein linker Arm schlaff hinunterhing und seine Hand blutig war.

Sind Sie verwundet?"

Ach, nichts von Bedeutung kommen Sie stützen Sie sich nur fest auf meinen rechten Arm der ist gottlob gesund. Wie blaß Sie sind? Wie Sie zittern! Aber jede Gefahr ist jetzt vorüber. Der Angriff der Chinesen ist auf allen Seiten zurückgewiesen. . ."

Wie sollen wir Ihnen danken, Herr von Witt­koven?"

.«vzr von Dank kann doch keine Rede fein, meine

Von den Kämpfen um Verdun.

, »s* Cöln, 25. November. (T.-U.) DieKöln. Volks- zeitnng" meldet aus Paris: Ein Berichterstatter des Petit Parisien" teilt mit, daß das Fort Troyon in Trümmern liege. Ueber den Kasematten und Bastionen von damals wehe aber noch die französische Fahne. Eine deutsche Granate sprengte die große Zentralkasematte in die Lnft und mit ihr alle dort lagernden Meltnitgeschosfe. Von da wnrde der Platz, wo das Fort stand, als Feld- befestignng verteidigt.

Man erinnert sich, daß bei dem Kampfe auf die Forts der Stadt nicht nur das Fort Camp de Romains er­obert wurde, sondern mehrere andere, darunter Troyon, zum Schweigen gebracht wurden. Seitdem, also von Ende September ab, ist der artilleristische Angriff nicht mehr fortgeführt worden.

Die Verluste der Russen und Franzosen.

Die Verluste Rußlands und Frankreichs beziffern sich nach Schweizer Schätzungen am 1. November wie folgt: Rußland 327 000 Tote, 575 000 Verwundete und 232 000 Gefangene; Frankreich 130 000 Tote, 370 000 Verwundete und 167 000 Gefangene.

Churchill über den Argriff anf Friedrichshafen.

Eine schriftliche Erklärung des englischen Marine- ministers über den Fliegerangriff auf Friedrichshafen wurde,im englischen Unterhause verlesen. Danach seien die englischen Flieger von Frankreich her aufgestiegen. Zwei von ihnen seien trotz der heftigen Beschießung, bei der ihre Flugzeuge beschädigt worden seien, zurückgekehrt, ohne selbst verletzt worden zu sein. Nach ihren Angaben seien alle Bombenwürfe Treffer gewesen. Der Bericht des Herrn Churchill ist natürlich in englischem Licht ge­geben; denn nach deutschen amtlichen Meldungen sind die Zeppelinwerke völlig unversehrt geblieben. Weiter verschweigt der englische Lord der Admiralität die Ver­letzung der schweizerischen Neutralität durch die englischen Flieger.

Zum Aufstand in Marokko.

«^ Madrid, 25. November. (T. u.) Hier liegen neue Meldungen über den Aufruhr in Marokko vor. Danach sollen alle Stämme bis auf wenige, die direkt an der Küste hausen, in den französischen Gebieten den: Kommandanten den Gehorsam ausgekündigt haben, wo­rauf sie in das Lager der Rebellen übergegangen seien. Die Hauptstadt Fez sei bereits gänzlich vom Verkehr mit der Außenwelt abgeschnitten, die französische Besatzung stehe nur noch auf drahtlosem Wege mit der Küste in Verbindung. In Fez selbst soll es zu blutigen Unruhen und Straßenkämpfen gekommen sein. In den politischen Kreisen Madrids ist man der festen Ueberzeugung, daß Frankreich gezwungen sein würde, sofort einen Kolonial­krieg allergrößten Stieles zu führen, wenn es nicht Ma­rokko, Südalgerien und vielleicht sogar Tunis auf immer verlieren wolle. Eine Unterstützung der spanischen Re­gierung hält die gesamte einsichtige Presse für absolut ausgeschlossen.

Siegreiches türkisches Gefecht am Suezkanal.

»-^ Rom, 25. November. (T.-U.) DemCarriere d'Jtalia" wird aus Alexanderen gemeldet: Zwanzig Ki­lometer östlich vom Kanal habe ein Gefecht zwischen in­dischen Kamelreitern nnd türkischen Bedninen stattge- funden. Die türkische Kavallerie habe das Gefecht ent­schieden nnd die Inder zerstreut.

Reuter meldet aus Kairo, daß auf der 30 Kilometer langen Front längs des Suezkanals Kämpfe stattfinden. An der Küste wurden von den Türken 300 Engländer gefangen genommen.

Ein türkisch-persisches Bündnis.

Das Budapester BlattAz Est" erhält aus Kon- stanttnopel die Nachricht, daß zwischen der Pforte und dem persischen Gesandten in Konstantinopel seit längerer Zeit Verhandlungen über ein türkisch-persisches Bünd­nis gepflogen werden. Nach Aeußerungen des Gesandten wünscht Persien so lange wie möglich seine Neutralität zu bewahren. Indessen ist die Aufregung im Lande sehr groß. Persische Bergstämme haben die Dörfer zwischen Täbris und Dschulfa erobert, andere Stämme haben das Ural-Gebirge besetzt und die russischen Grenztruppen be­unruhigt.

Der Kampf in Aegypten.

9h* Kairo, 25. November. (WTB.) Eine Abteilung des Meharikorps aus Bekani, die aus einem Erkundi- gungsgang unterwegs war, kam am Mittwoch in Fül­lung mit überlegenen Streitkräften des Feindes. Die Meharis hatten 14 Tote und 3 Verletzte. Sie vermochten aber ihre Stellung wieder zu besetzen. Eine Abteilung

liebe Ellen . . . kommen Sie nur . . ."

Und zart und sanft führte er sie nach dem der Ge­sandtschaft gegenüberliegenden Hotel de Peking, wo Madame Chamot, die Wirtin, sie liebevoll aufnahm.

12.

Seit einigen Tagen ruhten die Waffen. Der letzte mißlungene Angriff, der ihnen große Verluste gebracht hatte, schien die Chinesen entmutigt zu haben. Auch versuchte die chinesische Regierung mit den Gesandtschaf­ten Verhandlungen anzuknüpfen, um sie zu bewegen, Peking zu verlassen. Die Gesandtschaften gingen jedoch darauf nicht ein, da sie in diesem Borschlag nur eine Falle erblickten, die ihnen nur zum Verderben gereichen konnte. Lauerten doch in den Straßen der Stadt Tau­sende von Rebellen, die sofort über die Fremden herfal­len würden, wenn sie die schützenden Mauern der Ge­sandtschaften verließen.

Die verhältnismäßige Stille nach der Erregung der 'letzten Kampftage wirkte auf alle wohltätig ein; man atmete auf, horchte jedoch gespannt in die Ferne, ob man nicht den dumpfen Donner der Geschütze des Er­satzkorps da draußen vor den Mauern Pekings verneh- nten konnte. Einem unbestimmten Gerücht zufolge sollte die internationale Armee, die sich aus Truppenab- teilungen aller fremden Großmächte unter Führung des russischen Generals Lennewitsch zusammensetzte, bereits in der Nähe der Hauptstadt angelangt sein, nachdem sie die feindlichen Streitkräfte bei Tientsin zerstreut hatte. Und sehnsüchtig erwartet wurde dieser Ersatz, konnte man sich doch nicht verhehlen, daß man bald am Ende der Widerstandskraft angelangt war; denn schon ward die Munition knapp, und die Lebensmittel begannen zu fehlen, so daß die Rationen der Soldaten herabgesetzt werden mußten. An Fleisch war nur das der getöteten Pferde und Maultiere zur Verfügung.

LLErtzWg WI