namentlich deshalb, weil sie aus der
Geschwaders entnimmt - -
®fi tTOIlWf(|t das Schcharze Meer.
Der Verlauf des letzten Kampfes im Schwarzen Meer befriedigt die türkische Bevölkerung vcNomL sstÄsirt™ ",-il sie aus der Flucht des russischen st daß die Russen zu schwach sind, Türkenflotte im Schwarzen Meer
den Kampf gegen die L.....,______________ w„
avfznnehmen, und anerkennen, daß die Türkei' das Schwarze Meer beherrscht.
Die Engländer in Jaffa gelandet?
oa* Zürich, 24. November. (T.-U.) Ans Athen berichtet die Tribuna: Es geht das Gerücht, die Engländer seien in Jaffa gelandet.
Die Neutralen.
Holland bernft die Jahresklasse 1915 ein.
w= Rotterdam, 24. November. (WTB.j H'Rand ruft die Jahresklasse 1915 zu Mitte Dezember ein.
Dänemark verbietet die Ausfuhr von Pferden.
w Kopenhagen, 23. November. (WTB.) Die Regierung erließ gestern ein Ausfuhrverbot für alle Pferde.
Der Burenaufstand wächst.
Wie die „Boss. Ztg." aus Rotterdam erfährt, stehen, nach Privatbriefen holländischer Handelshäuser aus Kapstadt, die mit holländischen Dampfern in Rotterdam an- gekommen sind, fast 100 000 Buren unter dem Oberbefehl Dervets.
Einige Buren haben die englische Flagge von dem Gerichtsgebäude in Kapstadt heruntergeholt. Trotz strenger Untersuchung ist es den Behörden nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden.
Unsinnige Friedensgerüchte.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Wie der Berichterstatter der „Daily News" aus Washington meldet, ging der amerikanischen Regierung auf Umwegen über die Niederlande eine Mttteilusig zu, die in Amerika als erster Friedensantrag Deutschlands aufgefatzt wurde. Diese Mitteilungen hatten zu Besprechungen im Weißen Hause in Washington geführt. Der Grund dafür, daß Deutschland eine solche Friedensneigung in Washington bekunden lasse, sei der Wunsch, möglichst bald eine Vermittlung der Vereinigten Staaten zu erkalten, weil die Gerede in das Reich des höheren politischen Blödsinns gehört. Die Lage des deutschen Heeres ist weder im Westen, noch im Osten kritisch. Die militärischen Unter- nehmungen Deutschlands schreiten auf allen Schauplatzen in befriedigender Weise vorwärts, und weder in der militärischen, noch in der politischen Lage ist ein Umstand vorhanden, der Deutschland dazu veranlassen könnte, Friedenswünsche zu hegen, und solche Wünsche emer neutralen Macht ausdrücken zu lassen.
Höchstpreise für Kartoffeln.
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am Montag Höchstpreise für Speisekartoffeln festgesetzt. Die Prer e gelten für den Kartoffelproduzenten. Das Reich ist mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Produktionskosten in vier Kreisbezirke geteilt. Der erste Bezirk umfast etwa die Gebiete östlich der Elbe, der zweite Bezirk umfaßt die Provinz Sachsen, das Königreuh Sachten und Thüringen, der dritte Bezirk erstreckt sich auf die nord- westdeutschen Gebiete mit ihrer großen Schweinezucht. Der Westen und Süden des Reiches fallt in den vierten Bezirk. Die Preise für die besten Speisekartoffen wie Daber, Imperator, Magnum bonum und Uptodate sind um 25 Pfennig für den Zentner höher gesetzt als für die übrigen Speisekartoffeln. Die Landeszentralbehörde kann noch andere Sorten bester Speisekartoffeln in diese erste Gruppe einsetzen. Die Höchstpreise sind für Speisekar- toffeln der besten Sorte im Osten 2,75 ^, in Mittel- deutschland 2,85 X in Nordwestdeutschland 2,95 X m West-und Süddeutschland 8,05 4. Mr den Zentner,. Für nicki berausaebobenen Sorten sind die Preise ent-
A t- und SüddeMchland 8,05 4 für den Zentner Für dienicht herausgehobenen Sorten sind die Preise ent- sperchend 2,50 X 2,60 X 2,70 ^ und 2,80 £ furden Zentner. ^)te Festsetzung von Höchstpreisen für Futter- und Fabrikkartoffeln ist in Vorbereitung. Die Verord- nung über die Höchstpreise für Speisekartoffeln tritt am 28. November 1914 in Kraft.
Strafe« für die Goldaufkäufer.
Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, wonach jeder, der es unternimmt, Reichsgoldmüuzeu zu einem ihren Neunwert übersteigenden Preise zn erwer. den, zu veräußern oder solche Geschäfte über sie oU vermitteln, mit Gefängnis bis zn ein Jahr «nd gleich mit Geldstrafe bis zu 5000 Mark bestraft wird. Eben o soll bestraft werden, wer zum Abschluß oder zur Vermittlung solcher Geschäfte auffordert und sich anbietet. Gleichzeit g ist auf Einziehung der Münzen zu erkennen, die zur Straftat gebraucht oder bestimmt sind.
Kriegsallerlei.
Die Beerdigung des Generalquartiermeisters von Boigts-Rhetz.
Unter großem militärischen Ehrengeleit wurde Montag nachmittag der verstorbene Genercstquartiermeister Generalmajor v. Voigts-Rhetz auf dem Garnison-Fried, Hofe in Naumburg beerdigt. Der Beerdigung ging eine starkbesuchte Trauerfeier im Dom voraus. Der Chef des Generalswbs von Falkenhayn hat für ^n versiorbenen Generalquarttermeister einen warmen Nachruf erlanen, in dem er schreibt: Bis zum letzten Atemzug rastlos und ausoviernd in dem ihm anvertrauten Amte tätig, hat er feine Treue mit dem Tode besiegelt. Wenn es ihm auch nicht vergönnt war, auf der Walstatt sew Aden für Vaterland zu lassen, so starb doch auch er für «an er und ^^schlangnahme aller Häute von Großvieh.
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^gprkvmmando in den Marken erinnert nach-
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SÄÄM «ä ää^ e-sSSSHSfeK Mttef^die Kölner Regimenter besonders zu berüchich.
ES fehlt kein deutsches Unterseeboot.
Bor etwa acht Tagen brachten englische und »vfische Blätter die auch in ein Teil der neutralen der ttberaegangene Nachricht, daß im englischen Kanal «oet nach einer anderen Lesart drei deutsche unrer e^ « %S Si ton. »n- M»P1> f“ »urch
öMAi fM^östscheli TorhedobobtSzerstörer, der mit einer leichten Beschädigung am Bug in Dünkirchen eingelaufen ist, zum Sinken gebracht worden. Wie an zuständiger Stelle mitgeteilt wird, fehlt kein deutsches Unterseeboot. Sollten daher im englischen Kanal Unterseeboote gesun- ken sein, so könne es sich bloß um englische oder französische handeln.
Englische Unterseeboote in der Ostsee?
Die „Deutsche Taqesztg." meldet: Das Helsing- borger „Dagblad" erfährt aus sicherer Quelle, daß sich augenblicklich fünf englische Unterseeboote im Finnischen Meerbusen befinden. Einige von ihnen lagen vor einigen Tagen in Helsingfors: englische Offiziere zeigten sich in der Stadt. Die russische Flotte, die früher Hel- ungfors verlassen hatte, um in Kronstadt zu überwintern, rst nach Helsingfors zurückgekehrt, wobei ein größerer Kreuzer auf Grund lief, wo er noch festsitzt. Infolgedessen ist der Allgemeinheit der Zutritt zum Haien verboten.
Friedenssehnsucht in Paris.
Aus Amsterdam wird gemeldet: Eine Demonstration für eine Beendigung des Krieges hat vorgestern nach Meldung französischer Korrespondenten in Paris auf dem Platze vor dem Finanzministerium stattgefunden. Die Demonstranten, unter denen sich viele Frauen befanden, stießen Rufe aus: „Wir wollen Frieden." Ein hoher Beamter ermähnte vom Balkon des Ministeriums aus zur Ruhe. Als die Demonstranten eine Versamm- tung abhalten wollten, wurden sie von der Polizei auseinander getrieben.
Eine fouderbre Geschichte berichtet nach einer Reuter-Meldung die „Köln. Ztg." von der Insel Man im irischen Meere, wo viele gefangene Deutsche untergebracht sind:
In Douglas aus der Insel Man ist eine Untersuchung über den Tod von fünf Personen aus dem Frerndenlager erhoben, die infolge von Streit im Lager umgekommen sind. Zweitausend Gefangene kamen, wie Reuter sagt, auf ein gegebenes Zeichen in dem großen Speisesaal zusammen und griffen die Wache an, um die Freiheit wieder zu erlangen. DieWacke schoß in die Luft (?); da das jedoch nicht half, wurde eine zweite Salve abgegeben, wodurch vier Mann getötet oder tödlich verwundet und zwölf weitere ernstlich verletzt wurden. Die Verwundeten wurden ins Lazarett gebracht. Die übrigen Gefangenen ergaben sich alsdann. Ein Gefangener, der auf das Dach geklettert war, fiel herunter und zerschmetterte sich den Kopf.
Diese mehr als merkwürdig klingende Geschichte be
darf sehr der Aufklärung.
Weizen-Beschlagnahme in Slustralieu.
Die „Times" melden aus Sidney: Die Regierung beschloß, den ganzen Weizenvorrat von Neu-Süd-Wales mit Beschlag zu belegen und den Bauern fünf Schilling per Scheffel zu bezahlen. Die Bauern, Müller und Exporteure erheben dagegen Einspruch. Nach den letzten Schätzungen soll Neu-Süd-Wales zwar genug Weizett für den eigenen Bedarf, ganz Australien jedoch vier Ncil- lionen Scheffel zu wenig haben.
Ein bulgarisches Ultimatum an Serbien?
»-#> Petersburg, 24. November. Die in Moskau erscheinende „Rutzkija Wjedomosti" meldet nach der „Frkf. Ztg." aus Sosia, Bulgarien habe ein langfristiges Ulti- matnm an Serbien gerichtet, worin die Ueberlassnug Bnlgarisch-Mazedoniens gefordert wird.
Eine französische Schlappe in Marokko.
>-t Madrid, 24. November. (WTB.) Nach glaubwürdigen Zeitungsberichten haben französische Truppen am 13. November bei Kanisra (Marokkoj eine schwere Schlappe erlitten. Es sollen mindestens 23 Offiziere nnd 600 Man« gefallen sein. Die Marokkaner erbeuteten 2 Batterien.
Deutsche Militärärzte und Sanitätspersouen von den Franzosen zn Gefängnis verurteilt.
te* Zürich, 24. November. (WTB.) Das Pariser Kriegsgericht verurteilte mehrere gefangene deutsche Militärärzte und Sanitätspersonen wegen angeblicher Gewalttätigkeiten, Plünderungen und Vernachlasitgun- gen von französischen Gefangenen trotz entschiedensten Protestes gegen diese Beschuldigung zu 1 bis 2 Jahren Gefängnis. Die Angeklagten hatten gegen d,e Beschuldigungen anf das energischste Einspruch erhoben.
Dieses Urteil ist unerhört, und ivvhl nur durch er= loene Zeugenaussagen ermöglicht worden.
„Immer mit die Ruhe."
Aus dem Osten berichtet ein Feldwebel über seine Berliner Landwehrkompagnie u. a. folgendes: Von dieser Landwehr mit der echten Berliner Ruhe könnte man überhaupt Bände schreiben. Neulich kommt ein Gefreiter von einer Gefechtspatrouille zurück und meldet die Stellung der feindlichen Artillerie, die immer in unsere Flanken febun. Schrapnellschutz in Hand und Ober- chenkel. Er blutet sehr stark, macht Meldung und legt sich neben mich wieder in die Linie. — „Sie sind doch Mrosten?" - „Ja, det schadet nischt.". - „Gehen Sie zurück auf den Verbandplatz." — „Ick bin ja links, Herr rveldwebel, erst wer'k man noch meine 50 Patronen ver- ballent Dahinten flaun se se mir doch bloß weg." - Nu mach' was I Jetzt rennt der Mensch verbunden in der Kompagnie herum und geht nicht ins Lazarett.
Gericht und Recht«
Verurteilung wegen Kriegsverrats.
Das Kriegsgericht in Neubretsach hat den ehemaligen ^aMikdirektor Wagner in Mülhausen wegen KriegS- «erratS zudrei Jahren Zuchthaus verurteilt. Wagner bckw einem französischen Offizier eine Karte übergeben nndibubeiBurzw^ das Gelände erklärt. Weiter verurteilte das Kriegsgericht drei andere Angeklagte aus Mülhausen wegen Kriegsverrats zu je vier Jahren QMrhfhmU und zehn Jahren Ehrverlust, weil sie einen Reisenden wegen einer angeblich franzosenfeindlichen Aeußeruna bet einer französischen Wache angezergt hatten ^Der Reisende war dann verhaftet, aber bald wieder freigelassen worden.
Vermischtes.
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N-'ftSÄ-n'«u»°-u m'""«^ eine
SSeSilö» Mail aaerraeifen. Autz-rd-m wiröHer König denjenigen Regimentern, deren Inhaber 2 m ^ne besondere Weihnachtsfreude machen. Die Ge- samtzabl der Mannschaften der Königs-Regimenter Mrrfestes) auf etwa 26000 Mann belaufen. Zum Ber- am Mrfe Reaimenter gelangen zirka 50 000 stück 8iaar??n K^ Stück Zigaretten, 12 000 Pakete Aff^Rono türf Tabakspfeifen und Luntenfeuerzeuge, W 000' Zündholzschachteln mit dem Bilde des Königs, ZM W°sK°M°«n m,, dem BUd- Md -m-r Stf.gW.W? Ä« mit Au»L Nüwbergtt Spezialitäten, 2000 wollene Hemden, 2000 mnnpnpUnteröetnffei^ 2000 Paar wollene Socken, Ä Paar Schietzbandschuhe, 2000 wollene Leibbinden,
1300 wollene Ohrenschützer, 800 wollene Westen und Unterjacken,' dazu kommt eine größere ?lnzahl Musikinstrumente, Mundharmonikas usw. Alle Wollsachen wurderi von Heimarbeitern gefertigt und sind von vorzüglicher Ausführung.
Zu dem Eiseubahnuttglück bei Stendal wird dem Stendaler „Jntelligeiizblatt" voll einem Augenzeugen, der etwas später die Stätte des Unglücks in einem Zuge passierte, noch mitgeteilt: Als unser Zug die Unglücks- stätte passierte, bot sich unseren Augen ein Bild großer Verwüstung. Der Gepäckwagen und ein Wagen der zweiten Klasse bildeten nur noch einen einzigen Trüm- merhallfen, aus dem es schwer war, die Verunglückten zu befreien. Hier und dort waren Gepäckstticke zerstreut lNld die mit dem Schrecken davongekomulenen Passagiere liefen planlos umher. Durch das Durrkel der Nacht wurdell die Rettungsarbeiten sehr erschivert. Ein von Stendal abgegangener HUfszug war bald sur Stelle und brächte den Berunglücktell die erste Hilfe. Das Unglück hat sich gegen Mitternacht zugetragen. Da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, läßt sich bis zur Stunde und) nicht mit Bestimmtheit sagen, wer der Schnldige ist. Bon anderer Seite wird iwd) berichtet: Der D-Zug, der von Berlin kam, Überfuhr mit voller Gewalt das Haltesignal nnd prallte auf den auf einem Nebengleis stehenden Güterzug auf. Wegen des heftigen Anpralls mürbe der letzte Wagen des Güterzuges beinahe senkrecht in die Höhe gedrückt und eine Anzahl anschließender Wagen zertrümmert. Der Postwagen des D-Zuges wurde in den ersten Wagen des D-Zuges, einen Wagen zweiter Klasse förmlich hineingepreßt und vollständig zertrümmert. Die 9(ufräumtntgdarbetten, die sofort in Angriff genommen wurden, sind noch im Gange. Die Verwundeten und Toteil würben vorläufig nach Stendal geschafft. '
Ersahcungen mit Japanern.
Unter diesem Titel schreibt Cnrt Bauer im „Berl. Börsen-Cour.":
So oft ich Gelegenheit hatte, mit gebildeten Japanern, die jahrelang in Deutschland gelebt hatten, in nähere Berührung zu kommen, mußte ich immer wieder fragen: Was wollen sie wohl in Deutschland'? War Huten doch hier alles wesensfremd iwm rein Aeußerlichen bis zum Innerlichen. Unsere herbe deittsche Lalidschaft? So oft ich mit Japanern auf Spaziergänger, über landschaftliche Eindrücke sprach, hörte ich sie tadeln. Das Wasser unserer Flachland-Flüsse, in bereit Stahlblau oder -grau sich unsere anheimelnden Weiden spiegeln, erscheint ihnen schmutzig. Sie sehen nicht die bescheidene Schönheit darin. Die Linien unserer Berge, das frische Griin des Frühlings berührt ihre durch orientaische Formen- und Farbenreichheit verzärtelten Blicke hart und aufdringlich. Das sorgfältige Pflaster unsere Stadt- und Landstraßen schmerzt ihre Füße, die gewöhnt sind mit Holzpantoffeln leise durch Lehmgassen zu schleichen. Ich nahm mir vor, nie wieder mit Japanern durch die heimatliche Natur zu japsen, sondern nur noch in geschlossenen Räumen mit ihnen zusammenzukommen.
So traf es sich denn bald genug, daß ich einem ja- • panischen Freunde auf einem deutscheu Fanülienabend begegnete. Wie immer, so war auch diesmal mein Gegenwart über seinen exotischen Anblick vergessen worden. Besonders die Damen überboten sich darin, ihm Höflichkeiten zu erweisen. Erst später gelang es mir, ihn vertraulich beiseite zu nehmen. „Nun/ fragte ich, „was halten Sie von deutscher Geselligkeit?" „Nein," meinte er, „so laut und zudringlich könne man sich in anständiger japanischer Gesellschaft nicht betragen, am wenigsten die jungen Mädchen, die überhaupt doch nicht mit Männern sprechen dürfen." Besonders das herzhafte Lachen erschien ihm so unpassend, als ob es ihm fast gegolten hätte. Deshalb set es den Europäern in Japan fast unmöglich, bei guten Familien Einlaß zu finden oder gar den Damen vorgestellt zu werden. Man flirchte dabei stets irden eine Entgleisung. Man sei eben so zart und empfindlich in Formsachen: besonders störten die hart auftreten- den Stiefel, da der Japaner im Hause ganz leise auf Strümpfen geht. Deshalb halten die Reichen stets ein besonderes Zimmer im europäischen Stiel: wo die Europäer, wenn es sein muß, vom Hausherrn allein empfangen werden können. Mir erschienen diese Aeußerungen in Anbetracht der Situation nicht gerade taktvoll von dem gelben Herrn: ich sagte aber nur, daß ihm wohl unsere Hauseinrichtung sehr gefallen müsse, wenn man sie in seiner Heimat nachahme. Auch das nicht. Insonderheit die Stühle, deren Benutzung den Körper steif in zwei rechte Winkel einzwänge, konnnen ihm allzu unverständig vor. Vergeblich wandte ich ein, daß unser Körper nun einmal diese beiden, seinen Schlitzaugen ivider- strebenden Drehgelenke erhalten habe, von denen das obere selbst für den Japaner als Stützpunkt besonders bequem sei. Er blieb dabei, daß die spitzen Kttie geeigneter und schicklicher zum Sitzen wären. Vor allem der ästhetische Gesichtspunkt sei beim Japaner stets ausschlaggebend.
Wir Europäer brauchen ja manchmal lange Zeit, um die Wertlosigkeit der Fremden zu fühlen. Der Gelbe ist viel sicherer im Rasseninstinkt. Jeder japanische Kuli, sagten mir meine Gewährsmänner einmal im Vertrauen, hält sich für mehr als jeden Europäer, weil er vom Mikado, nach shintoisttschem Glauben dem Ahnherrn und Familienoberhaupt aller Japaner, abstammt und so gewissermaßen dem Fremden gegenüber Samuraiblut in seinen Adern fühlt. Den Europäer vergleicht die japanische Volksphantaste mit einem Hunde. „Unser Lehrer," erzählte mir ein Japaner, „gab uns zum richtigen Verhalten gegen Europäer ein beherzigenswertes Beispiel. Die japanischen Straßen haben beiderseits einen zugedeckten Schmutzgraben. Geht nun der Japaner in der Rtitte und fommt der Europäer von einem der Graben her auf ihn zu, so soll er höflich bis zum anderen Graben zurückweichen, ohne vorzeitig seine Kraft zu verausgaben'. Erst hier angelangt, soll er sich mit seiner ganzen Widerstandsfähigkeit zur Wehr setzen."
Trotz aller Heimtücke gelang es den gelben Söhnen der Sonne Jahrzehnte hindurch bei uns gerngesehene Gäste zu sein. Was sie wollten? Das wußten sie besser as wir. Länger als in der Kunstausstellung blieben sie mit mir auf den Exerzierplätzen der Soldaten stehen. Das gefiel ihnen ungemein: die blanken Gewehre, die Kanonen, die Schiffe, die Eisenbahnen, unsere Technik, alles was ein unkultiviertes Volk von unserer Kultur zu erkennen vermag, alles womit der Halbwilde sich zu der gleichen Stufe erheben zu können glaubt. Warum schlössen wir uns nicht von vornherein hermetisch gegen die Japaner ab, wie diese es mit uns schlau bis zum Jahre 1849 taten? Weil wir das Gute und Schöne in der Welt überall suchten, unserer Natur anzupassen wußten, während unsere Gegner, vom chauvinistischen Franzosen und Engländer bis zum dreisten Jav es sich nicht vorstellen konnten, wie ein Volk, das mit universellem Geiste die Kulturerscheinungen aller anderen zu umfassen weiß, dennoch seine eigene nationale und geistige Kraft ungeschwächt dabei zu erhalten vermochte. Dic Rechnung dafür kommt uns heute allerdings auch gegen Japan allzuteuer zu stehen. Wir mußten sie mit dem Blute unserer heldenhaften Verteidiger von Tsingtac bezahlen!