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' !r Wegen . 7 aus die Zeppelinwerft.

Deutsches Erfolg an der Maas. Der mißglückte Fliegerangriff. Guter Fortgang der Angriffe in Ruffisch-Polen.

^b Friedrichshafen, 21. November. (WTB.) Wie das „Seevlatt" meldet, erschienen heute mittag zwei feindliche, anscheinend französische Flieger über der Stadt und führten einen Angriff auf die Werft des Luftschiff­bau Zeppelin aus, wobei sie sechs Bomben abwarfen, die aber keinen Schaden anrichteten. Einer der Flieger wurde sofort abgeschossen, der andere entkam.

Die feindlichen Flieger haben bei ihrem Vorstoß die Rechnung nicht mit der deutschen Wachsamkeit gemacht. Daß unsere Feinde gerade auf die Werft in Friedrichs- hafen, wo unsere gefürchteten Zeppelin-Kreuzer gebaut werden, ihr Augenmerk gerichtet haben, ist zu begreifen, aber sie mußten sich sagen, daß ein Angriff auf die Zep­pelin-Werft ein äußerst gewagtes Unternehmen ist. ^ein Ausgang hat dies ja auch bestätigt: einer der beiden Slieger wurde abgeschossen, der andere ergriff die Flucht, str werden unsere Zeppelinwerft auch weiter sorglich hüten, und wie dieser, werden auch alle anderen feind­lichen Versuche, hier ein Zerstörungswerk auszuführen, scheitern.

Einzelheiten über den Anschlag.

oe^ Friedrichshafen, 21. November. (WTB.) Er­gänzend wird mitgeteilt: Heute mittag gegen 1 Uhr er “lieget über der Stadt und ver>

schienen zwei englische F! suchten einen Angriff anf _ , . . _______ ___________

Einer der Flieger, der in etwa 400 Meter Höhe über der Halle kreuzte, konnte alsbald von dem Ballonabwehr­kommaudo mit Schrapnells und Maschinengewehrfeuer heruntergeschossen werden. Dem anderen Flieger, der sich in ziemlich großer Höhe hielt, und wiederholt die Halle umflog, gelang es, zu entkommen, doch soll er nach einer späteren noch unbestätigten Meldung in den Bo- densee gefallen sein. Die Flieger* warfen fünf Bomben ab, die teilweise in allernächster Nähe der Halle ein- schlugen. Zwei Häuser in der Stadt wurden beschädigt, ein Mann getötet, eine Frau schwer verletzt. Der In­sasse des heruntergeschossenen englischen Flugzeuges ist ein englischer Marineoffizier. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft. Die Anlagen des Luftschiff­baues sind unbeschädigt geblieben.

die Luftschiffwerft anszuftthren.

Zu dem Angriff englischer Flieger auf die Luftschiff­werft wird dem „Berl. Lok.-Anz." aus Friedrichs- hafen noch folgendes gemeldet:

Die beiden englischen Flieger wurden um die Mit­tagsstunde von Konstanz aus gesichtet, als sie in der Richtung auf Friedrichshafen flogen. Die militärische Verwaltung in Friedrichshafen wurde sofort verständigt. Um YA Uhr erschienen die beiden Flieger über Fried- richsbafen und machten zuerst einen regelrechten Rund- N»lg Über der Stadt. Sofort begann das Schrapnell- und Maschinengewehrfeuer vom hiesigen Ballonabwehrkom­mando unter Oberleutnant Hölzer gegen die beiden englischen Zweidecker. Ueber der Zeppelin-Ballonhalle kam der erste der Flieger bis auf 300 Meter im Gleit- fluge herab und warf Bomben ans, ohne indes Schaden anzurichten. Der Benzinbehälter des Flugzeuges wurde durch Maschinengewehrfeuer durchlöchert, 6 * - - - Benzin auslief und der Flieger sich zu er willigen Landung auf dem Zeppelingeläu'

o daß das

. _______ , , „ ner unfrei­willigen Landung auf dem Zeppelingelände gezwungen sah, nur 100 Meter von der Ballonhalle entfernt. Der zweite Flieger warf zunächst Bomben in der Nähe des Stadtbahnhofes ab. Ein Arbeiter der Zeppelingesell­schaft wurde von einem Bombensplitter am Kopf ge­troffen: der Tod trat auf der Stelle ein. Einem Fräu­lein wurde der linke Arm abgeschlagen, außerdem er­litten noch eine Frau und ein Kind Kopfverletzungen. Drei Häuser wurden leicht beschädigt. Dann näherte sich auch der zweite Flieger der Werft und warf Bomben ab, ohne aber Schaden anzurichten. Er entkam dem Feuer und flog seewärts. Der Flugapparat des ge- fangengeuommenen Fliegers wurde abgerüstet und nach Manzell gebracht. Der Apparat trug am Vorderteil des Runrpfes die Bezeichnung „Auro" und am Schwanz­steuer die Nummer 874. Auf der unteren Serie der Tragflächen waren große, rote Ringe angebracht.

Der Apparat des herabgeholten Fliegers, ein 80- PS-Gnommotor, ist intakt geblieben. Der Lenker, ein englischer Marineoffizier, versuchte nach dem „B. T." noch bei der Landung durch Abgabe eines Revolver- schnsses seiner Gefangennahme Widerstand zu leisten, wurde aber von der Landsturmabteilung, die die Wache hatte, festgenommen. Er mußte von seinem Sitze indes mit Gewalt herabgeworfen werden. In einem nahe­gelegenen Kaffeehause wurde der Flieger, der aus einer Wunde am Kopf blutete, dann verbunden und in das Krankenhaus gebracht.

Im fernen Osten.

Roman von O. Elster.

29) (Nachdruck verboten.)

Von Tag zu Tage aber mehrten sich die Verwunde­ten und Kraulen, so daß der deutsche Marinestabsarzt Dr. Velde ein Lazarett einrichtete, in dem die Verwunde- ten und Kranken verpflegt wurden. Mehrere Schwestern, Nonnen der katholischen Mission, stellten sich in den Dienst des Lazaretts, und ebenso einige der eingeschlos­senen Damen, unter diesen an erster Stelle Ellen. Tag für Tag, und manche Nacht war sie im Lazarett beschäf­tigt, und dankbar sahen die wunden und kranken Solda­ten zu dem jungen Mädchen auf, dessen Hand sich so kühl und weich auf die brennenden Stirnen legte.

Ellens Mutter dagegen befand sich in fortwährender Todesangst. Nur der liebenswürdige Zuspruch des Herrn von Wittkoven und seine Versicherung, daß ein Ersatz­korps jeden Tag vor den Toren Pekings eintreffen konnte und dadurch jede Gefahr beseitigt werde, vermvch- ten die geängstigte Frau einigermaßen zu beruhigen. Aber im nächsten Augenblick fuhr sie wieder schreckens- ölelch empor, wenn draußen die Gewehre knatterten und die Geschütze der Chinesen krachten.

, „ Das letzte Gefecht hatte einige neue Verwundete ge­kostet, die Aufnahme in das Lazarett gefunden hatten. Da lag ein junger deutscher Matrose, dem ein Granat­splitter den linken Arm zerschmettert hatte. Er litt hef- S Schmerzen, aber tapfer verbiß er den Schmerz und lächelte Ellen entgegen, die ihm eine Erfrischung reichte.

„Das ist hier beinahe so schlimm, wie bei der Beschie­ßung der Taku-Forts, Fräulein," sagte er, während er, nachdem er getrunken, in die Stiften zurücksank fragte^Ellen ^ denn bei dem Kampf um die Forts?"

Fräulein, ich war damals noch auf dem ■ÖW" im/

Ein neuer erfolgloser Angriffsversuch auf die Zeppelinwerft.

W’ Genf, 23. November. (T.-U.) Ein neues Ge-

schwader von sechs französischen Flugzeugen versuchte sich den Zeppelinhallen in Friedrichshafen zu nähern. Sie wurden nach einer Meldung des „Berl. Tgbl." so­fort mit Schrapnells beschossen und entfernten sich in der Richtung nach Westen.

p-s- Karlsruhe, 23. November. (T.-U.) Die engli­schen Flieger, die die Zeppotiuwerft in Friedrichshafen am Sonnabend angriffen, überflogen nach Baseler Mel- dnngen schweizerisches Gebiet.

Aus dem großen Hauptquartier

»-$> Großes Hauptquartier, 21. November, vormit­tags. Amtlich. (WTB.) Auf dem westlichen Kriegsschau­platze ist die Lage im wesentlichen unverändert geblie­ben. Fast auf der ganzen Front zeigte der Feind eine lebhafte artilleristische Tätigkeit.

Die Operationen im Osten entwickeln sich weiter. Aus Ostpreußen ist nichts neues zu melden. Die Ver­folgung des über Mlawa auf Plozk zurückgeschlagenen Feindes wurde fortgesetzt. Bei Lodz machten unsere An­griffe Fortschritte. In Gegend östlich Czenstochan käm- pfen unsere Truppen Schulter an Schulter mit unseren Verbündeten und gewannen Boden.

Oberste Heeresleitung.

* * *

^ Großes Hauptquartier, 22. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Auf dem westlichen Kriegs­schauplatz ist die Lage unverändert. In Polen wird noch

um den Sieg gekämpft. Das Ringen südlich Plozk Gegend Lodz und bei Czenstochan dauert fort.

Oberste Heeresleitung.

Deutscher Erfolg an der Maas.

in

zerchnet, doch ohne das Zuruckwe Verteidiger zuzngestehen. Dagegen rückhaltlos den wichtigen deutsch

Aus Genf wird gemeldet: Heftiges Schneetreiben konnte die vom besten Geiste beseelte deutsche Infanterie nicht abhalten, an drei Stellen Angriffe zu unternehmen, die der neueste französische Tagesbericht als kräftig be­zeichnet, doch ohne das Zurückweichen der französischen Verteidiger zuzugestehen. Dagegen bestätigt der Bericht rückhaltlos den wichtigen deutschen Erfolg beim Orte Chauvonconrt, dessen nunmehr durchaus gesicherter Voll­besitz von bedentendem taktischen Werte für die Deut­

schen ist.

Chauvoncourt liegt westlich von St. Mihiel auf dem linken Maasuser. Der Ort ist schon seit längerer Zeit stark unter deutsches Feuer genommen worden. Der Besitz von Chauvoncourt sichert uns den Uebergang über die Maas und ist insofern von außerordentlicher Bedeu­tung, was ja auch in Joffres Bericht unumwunden zu­gegeben wird.

Die deutschen Angriffe in Flandern.

Der „Telegraph" meldet aus Sluis vom 21. d. M.: In Flandern herrscht heute wieder völlige Stille. Es ist bitter kalt. Der Frost hält an. Gerüchtweise verlautet, daß die Deutsche,c ihre Angriffe bei Nienwport einge­stellt' haben, um bei Dixmuiden einen größeren Druck ansüben zu können.

Das deutsche Borrücken.

e-» Genf, 23. November. (T.-U.) Im Aisuegebiet, in der Champagne und im Woevre-Bezirk gewinnen die Deutschen trotz hartnäckigen Widerstandes ausreichend Gelände, für Vermehrung ihrer Laufgräben. Um den Ort Eparges im Woevregebiet, wo gestern ein sehr kräf­tiger Jnfantericvorstotz erfolgte, wird noch gekämpft. Nach Privatmeldungen aus Flandern stehen die Deut­schen bei Apern und bei Hollebeeke weit günstiger als der französische Tagesbericht zugesteht. Die französischen Batterien haben infolge des aufgeweichten Terrains große Schwierigkeiten, in Stellung zu gehen.

Aus Londoner Privatdepeschen über den Stand des Kampfes in Nordfrankreich zwischen Nieuport und Dix- mude sind nach einer Meldung des „H. K." aus dem Haag beide Heere in ihren Stellungen festgerateu. An der Gesamtfront finden fast nur «och Artilleriekämpfe statt; aber die Munitionszufuhr bereitet die größte» Schwierigkeiten. Die Wege müssen kilometerlang mit Holzbrettern und Planken bedeckt werden, alle sonstigen Wege sind infolge des ständigen Regens und der Boden- beschaffenheit an sich unbrauchbar. Ueberall werden die Kriegsgefangenen mit Wegearbetten beschäftigt.

„Sie dienten auf dem „Iltis"?" fragte Ellen und eine leichte Röte überhauchte ihre Wangen.

„Freilich — ich war dabei, als wir die Forts zu- sammenschossen. Erst am anderen Tag wurde ich zum Landungskorps kommandiert, das nach Tientsin mar­schierte, und von da bin ich hierher gekommen, als Herr Oberleutnant eine Verstärkung seiner Abteilung ver­langte. Na, viel konnte der Herr Kapitän, der in Tient­sin kommandiert, ja nicht abgeben, denn dort sieht es auch böse aus."

„Der Kampf um die Taku-Forts war wohl sehr hart?"

„Ja, das war er, Fräulein. Die Chinesen feuerten stark, und schössen nicht schlecht. Unsere arme „Iltis" haben sie arg zugerichtet."

„Sind viele Leute auf dem „Iltis" gefallen?" fragte Ellen, und der Atem stockte ihr.

„Ja, unser Kapitän ist schwer verwundet nnd Ober­leutnant Hellmann tot, und von der Besatzung auch einige."

„Diente nicht ein Einjähriger auf dem Schiff?"

„Ach, Sie meinen den Artillerie-Maat Erichsen?"

„Ja. . ."

„Ich hab' ihn gut gekannt — ich stand bei seinem Ge­schütz — der arme Mensch hat auch dran glauben müssen . . ."

Tiefe Blässe überzog das Antlitz Ellens. Ihr Herz- schlag stockte. „Ist er tot — tot. . . ?" rang es sich von ihren fahlen Lappen.

„Ich soll denken, daß er die schwere Verwundung nicht Überstunden hat. Es war die letzte Granate, die ihn niederschmetterte, gerade, als er das Geschütz richten wollte. Wir trugen ihn dann ins Lazarett, aber der Stabsarzt schüttelte den Kopf und meinte: Da ist nichts mehr zu machen..."

-O, mein Gott .. *

Japan soll Hilfe leisten.

»e* Zürich, 23. November. (T.-U.) Der militärische Mitarbeiter des Berner Bund stellt über die allgemeine Kriegslage eine interessante Betrachtung an. Er weist zunächst auf einen ersichtlich offiziösen Artikel des Pa­riser „Temps" vom 19. hin, der zu dem Schlüsse kommt, daß die drei Verbandsmächte großes Interesse daran haben, den Krieg rasch zu beenden nnd daß die Lebens­interessen dieser Mächte eine aktive Teilnahme Japans an dem Kriege erheischen. Deutlich weise der Artikel darauf hin, daß Japan bald auf dem Kriegsschauplätze erscheinen werde. Zweifelhaft sei, wo dies geschehen solle. Bis aber Japan erscheint, könne die Entscheidung schon lange gefallen sein.

Auf Grund russischer Quellen nimmt der Mitar­beiter des Blattes an, daß die Russen an ihrem rechten Flügel durch Abbiegen und Verschieben einen starken Defensivhaken bildeten, mit dem sie die Umfassung durch die Armee Hindenburgs abwehren wollten. Die kom­pakte Masse des russischen Millionenheeres scheint durch ein glänzendes Manöver Hindenburgs in ihrer Bewe­gung gehemmt. In der Defensive sei sie aber schwer zu erschüttern. Die Russen würden mit äußerster Kraftent­faltung fechten, da die Heeresleitung wohl wisse, daß diese Schlacht unter Umständen den Feldzug, wenn nicht gar den Krieg entscheide.

Die englische Jnvasionsfurcht.

&& London, 23. November. T.-U.) Der militärische Mitarbeiter der „Times" schreibt: Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, daß die deutsche Heeres­leitung seit einiger Zeit ernstlich einen Angriff auf Eng­land vorbereitet. Diese Annahme rechtfertigen nicht nur die Nachrichten über die Tätigkeit der deutschen Flotte, sondern anch die Meldungen aus Zeebrügge über Fahr­zeuge, die so gebaut sind, daß sie ohne Gefahr über die Minenfelder fahren können. Die deutsche Invasion in England könne man demnach jeden Augenblick erwarten.

Frankreichs bisherige Kriegsausgaven.

Das „Echo öe Paris" berechnet die bisherigen Kriegskosten an Ausgaben für das französische Heer und die Flotte auf 5^ Milliarden Franken. Das Blatt meint, die französischen Finanzen würden mit Leichtigkeit alle diese Ausgaben tragen können.

Französisches Geld für Griechenland.

^ Rotterdam, 22. November. (T.-U.) Das fran­zösische Kabinett in Bordeaux beschloß, der griechischen Regierung einen Vorschuß von 16 Millionen Mark zu gewähren.

Australien und Kanada.

Times meldet aus Melbourne: Im Repräsen­tantenhause erklärte der Premierminister, daß die Re­gierung alle Schritte tun wolle, um eine unbeschränkte Anzahl von Soldaten auszubilden, die, wenn nötig, am Krieg teilnehmen sonnten. Es würden finanzielle und andere Vorbereitungen getroffen, um der Regierung zu ermöglichen, nach Bedarf Kontingent auf Kontingent ab- zusenden. — Das Reutersche Bureau meldet aus Ot­tawa: Ministerpräsident Borden kündigt an, Kanada werde weitere Truppen mobilisieren, so daß noch vor Ende des Jahres 108 000 Mann unter den Waffen stehen würden. Die kanadische Regierung beschloß, 50 00b Mann ständig unter den Fahnen zu halten, um über stärkere Reserven zu verfügen.

Vom österr.-ungar. Generalstab

w= Wien, 22. November. Amtlich wird verlautbart unterm 21. November: Der Angriff der Verbündeten auf die russischen Hauptkräfte in Russisch-Polen schreitet auf der ganzen Front vorwärts. In den Kämpfen nörd­lich Czenstochan ergaben sich zwei feindliche Bataillone.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von H o e f e r, Generalmajor.

15 000 Gefangene gemacht.

k^ Wien, 23. November. (WTB.) Amtlich wird verlautbart unterm 22. November. mittag. Die Ver­bündeten setzten ihre Angriffe in Russisch-Polen ener­gisch nnd erfolgreich fort. Unser südlicher Schlachtflügel erreichte den Ssreniawa-Abschnitt. Bisher machten Sie K. und K. Truppen über 15 000 Gefangene. Die Ent­scheidung ist noch nicht gefallen. Auch westlich des Du- nagez und in den Karpathen sind größere Kämpfe» im Gange.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Generalmajor.

Ellen preßte die Hand auf die Augen, in die sich heiße Tränen drängten.

„Sie haben Erichsen gekannt, Fräulein?" fragte der Matrose.

Sie nickte wortlos mit dem Haupte. Sie vermochte nicht zu sprechen, sie wäre sonst in lautes Weinen aus­gebrochen.

„Ja, sehen Sie, Fräulem," fuhr der Verwundete mitleidig fort, „so geht es im Kriege. Ich kehre ja nun auch als Invalide in die Heimat zurück und mein Hand­werk — ich bin Schlosser — kann ich wohl nicht wieder ausüben. Vielleicht ist Erichsen besser dran als ich," setzte er traurig hinzu.

Ellen strich ihm leise und tröstend über die gesunde Hand. Dann erhob sie sich. Sie mußte mit sich allein sein, um den Schmerz über den Tod des Jugendfreundes zu überwinden. Langsam entfernte sie sich: das Laza­rett mit seinen Verwundeten und Kranken, mit seinem Geruch nach Blut und Karbol, mit den Aerzten, die in ihren blutigen Kitteln hin und wiedergingen, mit den Nonnen in ihrer schwarzen Tracht und mit den stillen, bleichen Gesichtern, flößte ihr mit einem Male ein Grauen ein, das sie nicht länger unterdrücken konnte: sie trat in das Freie, da trugen die Krankenträger wieder einen leblosen, blutigen Körper zum Lazarett: es war ein junger Offizier, mit dem Ellen öfters gesprochen hatte, ein fröhlicher, mutiger Jüngling, der mit seinen blauen Augen so lustig und lachend in das Leben schaute, dem dieser Kampf ein Sport, ein Spiel erschien — und der jetzt auf der Bahre lag.

Entsetzt flog Ellen davon. Sie konnte den Anblick nicht mehr ertragen, obgleich sie in diesen schrecklichen Tagen so manche blutige Wunde, so manchen Toten ge­sehen hatte. Aber die Nachricht von dem Tode des armen Heinz Erichsen hatte sie auf das Tiefste ergriffen und ihr seelisches Gleichgewicht dermaßen erschüttert, daß sie sich voll Granen abwandte. (Forts. folgt.).