Sie Tätigkeit Der Rstt-Sttiu-SDcherii.
Ueber die Tätigkeit unserer Rote-Kreuz-Schwestern im Felde entnimmt die Rheinisch-Westfälische Zeitung
<Nr. 1203) einem Feldpostbrief folgendes:
Wir sollten eine sogenannte S a m m e l st eile einrichten, das war nun sehr schwierig, da wir nichts zum Einrichter, hatten. Zuerst wurde der Wartesaal von uns gescheuert, Mit viel Kräfte- und ^b^llrrauf- wand, denn belgischer Schmutz ist ganz bemnderv echt. Nachdem dies geschehen war, mußten aus den von den Bewohnern verlassenen Häusern Matratzen, Kissen, Decken, herbeigeholt worden. Nun hatten wir unseren Krankenraum fertig. Jetzt kam die Hauptsache, die Verpflegung, Kochkessel, sowie Geschirr usw. wurden requiriert, d. h. auf Gutschein gekauft. Aus . einem aufgelösten Kriegslazarett übernahmen wir das Verbandsmaterial, und nun konnte der Betrieb beginnen. Zwei unserer Schwestern übernahmen die Küche, oder besser gesagt, den Küchen b e trieb, denn gekocht wurde unter freiem Himmel. W,r dachten nun, wir würden Verwundete zur Pflege bekommen, aber damit hatten wir uns vollkommen verrechnet. Unsere Tätigkeit bestand in erster Linie in der Verpflegung der Verwundetenzüge. Wurde ein Zug gemeldet, so stürzten wir nach der sog. Küche, bewaffneten uns mit Brotkorb, Suppen- und Kaffeeeimer nebst Schöpfkelle, und nun ging es an das Verteilen. Die Dankbarkeit unserer Soldaten und die helle Freude, wenn sie nach Wochen von uns das erste deutsche Wort aus Frauenmunde hörten, waren rührend.
Unseren Krankensaal belegten wir mit solchen Patienten, die wir wegen ihres elenden Zustandes nicht weiter transportieren konnten, sondern ausladen mußten. Diese erholten sich bei uns einige Stunden und kamen in eins der Klöster. Ich fand es sehr niederdrückend, daß wir, obgleich wir deutschen Schwestern da waren, unsere Soldaten von Ordensschwestern und -Brüdern des Feindes pflegen ließen. Nach acht Tagen war unsere Tätigkeit hier beendet, das Operationsgebiet der Armee war verlegt worden, und wir rückten vor nach L. Hier hatten wir es insofern leichter, als wir vom Bahnhofskommandanten in B. einen ganzen Eisenbahnwagen zur Verfügung gestellt bekommen hatten, der uns gestattete, unser ganzes Inventar mitzunehmen. Dieser Bahnhof be
durfte einer noch gründlicheren Reinigung als der in B„ so daß eine Schwester uns humorvoll Bahnhofs- Retnigungs-Kompagnie nannte. Mir wurde nun klar, daß das R. K. auf unserer Haube nicht Rotes Kreuz bedeutete, wie wir glauben, sondern Reinigungs - Kompagnie. Auch hier bestand unser Dienst nur im Tragen von Eimern und Suppenverteilen. Nach einer Woche war unsere Tätigkeit wieder beendet, und wir zogen weiter nach Frankreich.
Die Verwundeten wurden uns zum großen Teil unmittelbar von der Front gebracht, und es galt natürlich alles möglichst schnell fortzutransportieren. Unser Bähnchen war eine belgische eingleisige Schmalspurbahn, die dazu diente, die Geschützmunition heran- zuschaffen. War diese abgeladen, wurden unsere Kranken verladen. Wir hatten daher dauernd liegende Kranke, die die Wartezeit unter freiem Himmel hätten zubringen müssen, wenn nicht unser überaus umsichtiger Bahnhofsoffizier uns ein Zelt hätte bauen lassen. Für die vielen Verwundeten, die wir bekamen, reichte unser Zelt oft nicht aus, und wir mußten Hunderte in einer weiter entfernt liegenden Ziegelei unterbringen. War es nun bei gutem Wetter schon sehr schwer, das Essen zur Ziegelei wie auch zur Bahn zu tragen, so war das ganz besonders schwierig, durch den zehn Tage lang anhaltenden Regen. Wir wurden überhaupt nicht mehr trocken. Capes und.Hauben aus Mosetigbatist versagten bei der dauernden Nässe vollkommen. Ich bekleidete mich daher mit einer Zeltbahn, wie unsere Soldaten, welchem Beispiel ein großer Teil der Schwestern folgte. Trotz der widrigen Verhältnisse, gelang es uns doch, täglich 1000 bis 1500 Verwundete zu speisen u^d weiter zu befördern.
Verzeichnis
der bei L. P f e i f f e r, Depositenkasse Hersfeld ferner eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:
Für das Rote Kreuz, Sektion Serrseld
von Herrn Johannes Otter, Oberhaun . M. 10.— „ „ Professor Klippert, hier. . . „ 50.—
„ Ungenannt........... 2.90
„ Lotterieverein der Jutespinnerei . . „ 11.25 „ Schule in Solz bei Bebra.....„ 36.60 „ Für Sagen von Adieu gesammelt im
Zimmer 63 der Kriegsschule . . M. 5.— von Sammelbüchse No. 150 Stammtisch
A. G. Kurpark.......„ 24.87 „ Sammelbüchse No. 17 Gastw. Kimmel „ 4.35
„ „ „ 19 Gastwirtschaft zum Eckchen........„ 5.01 „ Herrn Johannes Loewenberg . . . „ 10.— „ „ Adolf Westermann, Herfa . . „ 20.— M 179198 Bestand „ 21.678.57 M. 21.858.55 davon verausgabt „ 687.60 heutiger Bestand M. 21.170.95
Für die Krieger im Felde: „ Ungenannt...........M, 50.— „ Radfahrerverein Gethsemane. . . . „ 10.— „ Ungenannte Wippershain.....„ 10.— „ Vergütung vom Roten Kreuz . . . „ 500.— „ Herrn Johannes Otter, Oberhaun , „ 10.— „ „ Ludwig Auel, hier, 2. Rate . „ 300.— 1 8807^ Bestand „ 3.717.16
M. 4.597.16 davon verausgabt „ 2.114.08 heutiger Bestand M. 2.483.08
Für die notleidenden Ostpreußen: „ Herrn Johannes Otter, Oberhaun . M. 10.— „ Ungenannt........... 5,— „ Bauunternehmer Joh. Deist, hier. . „ 50.— „ Tiefbauunternehmer Diel u. Arbeiter „ 9.— „ 3 Einwohnern in Friedewald..... 14.— „ versch. Einwohnern in Friedewald . „ 58.— 146.- Bestand „ 348.94 heutiger Bestand M. 494.94
Für die Marine:
„ Schüler des hiesigen Gymnasiums . M. 237.—
Bestand „ 50.-
heutiger Bestand 287.—
Amtliche Bekanntmachungen.
des
Kreuzes.
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Hersfeld, den 13. November 1914.
Auf Grund ministerieller Ermächtigung wird der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen an den zwei letzten Sonntagen vor Weihnachten, am 13. und 20. Dezember ds. Js. bis 8 Uhr abends für die Dauer von 10 Stunden freigegeben.
Am dritten Sonntage vor Weihnachten, am 6. Dezember, ist nach der Bekanntmachung vom 22. August 1892 (Amtsblatt Seite 208) in allen Zweigen des Handelsgewerbes. die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern, sowie der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen bis 7 Uhr abends zulässig. Auch an diesem Tage ist die Beschäftigungszeit für 10 Stunden freigegeben.
Die für den Hauptgottesdienst festgesetzte Pause muß innegehalten werden. Während des übrigen Gottesdienstes dürfen an den genannten 3 Tagen die Geschäfte geöffnet sein.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises ersnche ich um weitere Bekanntgabe.
I. 11437. Der Landrat.
I. V.:
von Hedemann, Reg.-Assessor.
Alle, die sich Wollgarn zum Verarbeiten für unsere Truppen im Felde abholen ließen, werden freundlich gebeten, doch die f e r t i g e n Sachen bis spätestens
nächsten Dienstag, d. 24. d. M bei mir abgeben zu wollen, da Mitte kommender Woche eine große Weihnachtssendung abgehen soll.
Frau Psarrer Gounermann.
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Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in den Gemarkungen Bied ebach und Oberförsterei H e r s f e l d belegenen, im Grundbuche von Biedebach Band III Blatt Nr. 96 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Heinrich Peter Fuchs, Heinrichs Sohn, von Biedebach eingetragenen Grundstücke, als:
Ktbl. 3 Nr. 16 im Dorf, Hans Nr. 22 V* bebauter Hofraum 1 ar 76 qm.
60 M. Gebäudesteuernutzungswert,
„ 3 „ 131/17 Hausgarten daselbst 1 ar 72 qm
2 „ 54 Wiese die Biendelle 29 „ 17 „
» 2 „ 69 Wiese die unterste Hauck 43 „ 33 „
» „ 68 „ „ „ „ 32 „ 15 „
" 1 ,, 06 Acker unterm Köpfel 1 Hektar 12 „ 15 „
" 2 „ 49 Acker die hohe Lied 71 „ 48 „
" 3 „ 130/0,16 Wiese im Dorf 2 „ 34
" 1 „ 130 Acker der Borngrund 16 „ 23
« 1 " 129 Wiese der Borngrund 11 „ 87 "
am 15. Februar 1915,
vormittags SVs Uhr
durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle Zimmer Nr. 5 — versteigert werden.
Hersfeld, den 14. November 1914.
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Warft in Quillst am 2Y November 1914b «rötzter Viehmarkt im Regierungsbezirk aaffet
= Reg* ulier-Füllöfen = gebe ich, soweit Vorrat reicht, unter Preis ab. Diese letzteren sind immer noch die besten für jedes Brennmaterial, nur sind sie nicht mehr so modern.
F. W. Auel,
Inhaber: G. Waldeck sen.
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Flaschenbier-Verkauf befindet sich nicht mehr in der Wirtschaft z. Eckchen, sondern — Stammengasse 18 — Telephon 253.
Otto Hähne.
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Sophie Rehn.
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Sonntag, den 22. Nov.
Evangel. Gottesdienst.
Vorm. V2IO Uhr: Herr Supe- rintend. Feyerabend.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule).
Nachm. V26 Uhr: Liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors Herr Pfarrer Gönner- mann.
Petersberg.
Mitt. Val Uhr: Gottesdienst.
lluterhaun.
Mitt. 1 Uhr: Gottesdienst.
Kalkobes.
Vorm. 10 Uhr: Gemeinsamer Gottesdienst.
Jeden Dienstag und Freitag abends7UhrGebetsandachten in der Stadtkirche.
Kathol. Gottesdienst.
Sonntag, den 22. November 7 Uhr: hl. Messe.
9»/^ Uhr: Amt und Predigt.
V23 Uhr: Andacht.
Wochentage 3/t8 Uhr herl- Messe.
Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonnabend bei einemfremden Geistlichen.
Sonnabend 5, 8 Uhr.
Sonntag W Uhr.
Montag und Freitag Abend 8 Uhr: Bitt-, und Allerseelenandacht.
Männer-Apostolat.