«lue dem türkischen Hauptquartier.
Bom türkischen Generalstab.
os* Konstantinopel, 21. November. (WTB.) Ein Communique -es Generalstabs besagt: Unsere Truppen nahmen am 17. November mit einem Bajonettangriff alle Blockhäuser in der Gegen- von ArstvinDeL fliehende Feinde ließ zahlreiche Tote, Geniematerial und Ausrüttnngsgegenstünde zurück. Der Kampf mit dem Gros -er russischen Armee in der Gegend der Grenze am Kankasus -anert fort. Nach einem heftigen Kampfe schlugen unsere Truppen bei Liman die Russen ans rns- sischemBo-en Die Russen flohen, nachdem sie große Verluste erlitten hatten, auf das östliche Ufer des Tschuruk.
Die russische Flotte geflüchtet.
ob* Konstantinopel, 21. November. (Amtlich. WTB.) Die russische Flotte mit 2 Linienschiffen und 5 Kreuzern hat sich, verfolgt von unserer Flotte, nach Sebastopol, eine Torpedobootsflottille in einen anderen russischen Hasen geslüchtet.
Ein Aufstandsversuch -er Aegypter.
ob* Berlin, 21. November. (WTB.) Dem „B. T." zufolge wurde in Nagasik bei Port Said ein Aufstands- oersuch -er Aegypter von den Engländern unterdrückt.
Der Krieg in den Kolonien.
Die Lage in Ostafrika.
Ob* London, 21. November. (Jndir. T.-U.) Im Oberhause gab Lord Eleve zu, -aß die englische Lage in Ostafrika bisher sehr ungünstig ist. Die englischen Verluste belaufen sich dort bereits auf 900 Mann. Man hofft, durch -ie baldige Entsendung von Verstärkungen die Situation verbessern z« können.
Deutsche als Kriegsgefangene in Südafrika.
Aus Südafrika wird der „Nordb. Allg. Ztg." geschrieben: Von den Deutschen in Südafrika sind bereits etwa 1000 als Kriegsgefangene nach Pretoria geschickt, darunter Pastoren wie der bekannte Pastor Wagner- Kapstadt, Kaufleute von über 65 Jahren und Missionare. Die Not der deutschen Familien ist groß, da die Regierung die zurückgelassenen Frauen nicht unterstützt.
Die Buren vor Bloemfontein.
Meldungen aus Durban zufolge sind am Sonnabend etwa 3000 Buren in -er Umgebung von Bloemfontein erschienen. Man befürchtet, daß sie -ie Sta-t angreifen werden. in der nur etwa 500 Mann Regierungstruppen mit einigen Maschinengewehren stehen. Die Meldung von einer Verwundung Dewets ist bisher nicht bestätigt, ebensowenig ist es richtig, daß die Zahl seiner Anhänger abnimmt.
Die Burenabteilungen Demet und Beyers vereinigt.
es* Rotterdam, 21. November. (WTB.) Die Burenabteilungen von Dewet und Beyers haben sich »von Bloemfontein vereinigt. Man schätzt sie auf i Mann.
fitiegsaHetlel
Keine deutschen Minen im Mittelmeer.
os* Von der holländischen Grenze, 21. November. (T.-U.) Die deutsche Gesandtschaft im Haag läßt nach der „Köln. Ztg." den holländischen Blättern folgende Mitteilung zugehen: -Die Behauptung -er englischen Regierung, daß Deutschland durch neutrale Dampfer Minen habe streuen lassen, wird jetzt durch die franzö- ?fische Regierung mit Bezug auf das Mittelmeer wieder- olt. Sie wird dadurch nicht zutreffender. Deutschland egt seine Minen nur dnrch Kriegsschiffe und anch nur an der feindlichen Küste und nicht auf offener See. Im Mittelmeer find keine deutsche Minen ansgelegt worden.
Der Hilfskreuzer „Berlin" soll interniert werden.
6-* Drontheim, 21. November. (WTB^) Es wurde beschlossen, den Hilfskreuzer „Berlin" in Hammerviken zu internieren.
Deutsche Tauben über Amiens.
os* Paris, 21. November. (WTB.) Dienstag mittag brachten vier deutsche Tauben in Amiens durch Bombenwürfe eine Gasfabrik zur Explosion, wobei mehrere Personen den Toö fanden.
HM im Dunkeln.
ob* London, 21. November. (WTB.) In Hull müssen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang alle nach drantze« sichtbaren Lichter gelöscht werde«.
Die Grenze Posens ist sicher.
Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: Als in Hohen- salza die ersten Nachrichten über unsere Siege in Polen eintrafen, zog eine große Menge vor das Gasthaus, in welchem der General von Mackensen mit seinem Stäbe zu Abend aß und brächte auf den General Hochrufe aus. General von Mackensen hielt eine Ansprache, in welcher er erklärte: „Das kann ich wohl schon heute sagen, daß bewaffnete Russe» die Grenzen Posens nicht überschreiten werde«. Davor braucht sich niemand mehr zu fürchten!"
Die Pariser Rothschilds.
Aus Paris wird gemeldet, daß sämtliche Mitglieder der Familie Rothschild an Kaiser Franz Joseph ihre Adelspatente zurückgesandt haben.
Die Helden der „Emden" kriegsgefangen.
Nach einem über Singapur in London eingetroffenen Telegramm befinden sich 150 Ueberlebende vom Kreuzer
„Emoen" in Kriegsgefangenschaft.
Fürst Bülow über Hindenburg.
Aus Jnsterburg wird der „T. R." geschrieben: Fürst v. Bülow richtete unterm 15. November aus ^wbutfl an einen zurzeit beim Armee-Oberkommando im Osten weilenden Kriegsberichterstatter folgende Zeilen. Haben Sie besten Dank für Ihren freundlichen Gruß aus ^ Feldlaaer im Osten. wo mit altpreußischer Tapferreu und Zähigkeit für ^önig und Vaterland gefochten wird. Gott sei weiter mit dem herrlichen Generalobersten von ÄS- m»Ä M m-in- S™ »™ chm gekauft, sie ist ganz begeistert für ihn — und unsere fÄSM& Glorie.
ein Enkel Bismarcks im Felde.
Die letzte Ausgabe des ^"star-Wochenbattes meldet die Beförderung von vierzehn UnteroMzieren des Regiments der Garbes du Corps zu Fühnrrcyen feststen ’uoÄlÄ Js'^ÄtÄ Nikolaus von Btsmarck-Schönhausen, den einzigen Sohn des Grafen Wilhelm Bismarck aus, dessen Ehe mit semer Kusine Sibylle von Arnim. Der mnge Graf ist Ft^ kommitzherr auf Varzin, das sein Vater beim Tode eisernen Kanzlers erbte, und bekeidet,-ie nnt dem sitz von Varzt« verbundene Würde eines Erb-Over
Jägermeisters tm Herzogtum Pommern. Graf Wilhelm Bismarck starb am 30. Mai 1901 als Oberpräsident von Ostpreußen, feine Gemahlin hat ihren Witwensitz in Barzin beibehalten.
Dressierte Engländer.
Ein von.der Front zurückgekehrter Offizier erzählt: In Belgien sah ich auf einem Bahnhof bayrischen Landsturm, der einen Zug mit gefangenen Engländern zn bewachen hatte. Da ich noch keine englischen Gefangenen gesehen hatte, trat ich auf die Plattform und warf einen Blick in die Wagen. Na, wie geht's denn, fragte ich ™^Äöroe^lV!n> könnt Ihr Euch denn mit der Gesellschaft verständigen, verstehen sie Euer bayrisch? Dös will ich meine, sagte der Bayer, die verstehn schon, behamwir schon sein „dressiert". Ich zuckte verständ- Ä^sos die Achseln. Da sagte der Landwehrmann: Schaun's Herr Leutnant. Die Gesellschaft kann schon
Er faßte in die Manteltasche und hielt eine Postkarte hoch, e ne Karte mit dem Bildnis des dent- und wie auf Kommando sprangen alle englischen Soldaten von ihren Sitzen auf und riefen laut dreimal Hurra, Hurra, Hurra! Das war einfach überwältigend und schließlich sagte der bayrische Landwehr- mann: Schaun's Herr Leutnant, die versteh'« einem schon, wenn man gut bayrisch mit ihnen redt und warf mir einen pfiffigen Blick zu und hob sein Gewehr mit dem Bajonett. J brauch bloß so zu machen ... Er konnte nicht aussprechen, denn kaum hob er das Bild des Kaisers wieder hoch, da hatten sich schon alle von ihren Ätzen erhoben und riefen laut, wenn auch mit angstvollen Gesichtern: Hurra, Hurra, Hurra und
ihren Ätzen erhoben u angstvollen Gesichtern: ...... ....... .......
lachend mußte ich dem Bayern zugestehen, daß er seine Engländer gut „dressiert" hatte, wie er so überzeugungs- voll sagte.
Gericht .und Recht.
„ . Spionageprozetz vor dem Reichsgericht. Bor dem Reichsgericht begann Freitag vormittag der Spionage- prozeß gegen den Kaufmann Kurt Kaul aus Berlin- ^M^berg wegen versuchten und vollendeten Verrates militärischer Geheimnisse. Zur Verhandlung waren neben Zeugen erschienen, darunter der ehemalige Bize- feldwebel Pohl aus Thorn, der vom Kriegsgericht wegen Spionage zugunsten Rußlands zu fünfzehn Jahren Zuchtbaus verurteilt worden war. Das Reichsgericht verurteilte Kaul zu fünf Jahren sechs Monaten Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Dem Kaul war zu Last gelegt Verbrechen nach § 1 des Spionagegesetzes (versuchter Verrat militärischer Geheimnisse) und nach § 2 (Annahme der Auf- forderung zum Verrat militärischer Geheimnisse.)
Vermischtes.
Falsche Reichsbanknoten. Für 200 000 Mark deutsche Reichsbanknoten zu je hundert Mark hat ein am 18. November in München festgenommener ehemaliger Chemigraph (jetzt Kaufmann) im Laufe der beiden letzten Jahre angefertigt. Die Banknoten sind äußerst geschickt gefälscht. Selbst Banken wurden gelegentlich getäuscht. Nach den bisherigen Ermittelungen scheinen nicht mehr als etwa 50 bis 60 Stücke in den Verkehr gebracht zu sein. In der Wohnung des Täters wurden noch für 197 600 Mark deutsche Banknoten und alle zu ihrer Herstellung benutzten Maschinen gefunden. Der Verhaftete ist geständig.
Die Feldküche.
Aus einem Sol-atenbrief.
.... Diesmal einiges über die Feldküche: Sie ist beim Militär die schönste Einrichtung gleich nach dem Urlaub. Dies ist die Anschauung der ganzen deutschen Armee. Sie bewährt sich nicht nur im Quartier, sondern genau so beim MaAch. Die Feldküche besteht aus zwei Teilen: aus dem Vorderwagen und aus dem Hinter- wagen, der eigentlichen Küche. Der Voröerwagen dient dem Fahrer als Sitz und hauptsächlich zum Mitführen von Vorrat an Reis, Grieß, Kaffee, Zucker, Thee, Kerzen, Salz. Unter dem Führersitz ist der eiserne Bestand für einen Tag: Fletsch und Gemüsekonserven, Salz, Kaffee, Zucker und Zwieback. Ein Fach dient zum Mit- führen von Reserveteilen für den Fahrer (Gurten, Stränge usw.) Der Hintere Wagen, die eigentliche Küche, kann vom vorderen getrennt und so, wenn es die Gefechtslage gebietet, allein vorgebracht werden. Die Küche hat zwei Feuerungen, eine für den großen Kessel und eine für den Kafsee, dann sind zwei Fächer für Holz und Kohlen, ein Fach für Kaffee, Zucker und Salz zum täglichen Gebrauch. Auch die Kaffeemühle befindet sich darin: ein Fach mit einem Glyzerinbehälter und ein kleines Fach für Reservedichtungen.
In den großen Kefsel kommen 175 Liter Wasser und zwei Zentner Fleisch. Der Kaffeekessel faßt 75 Liter. Wir kochen in der Hauptsache Ochsenfleisch, zur Abwechslung aber auch Schweinefleisch mit Dürrkraut. Mehrere Male kochten wir auch Äirsingsuppe. Zweimal machten wir Blaukraut mit Schweinefleisch. Verschiedene Male machten wir Büchelsteiner, hierzu eignet sich die Feldküche ganz besonders. Ab und zu werden auch Fleisch- und Gemüsekonserven gekocht und Kartoffeln hinernge- schnitten. Sie sehen schon, daß es mit der Verpflegung unserer Truppen ausgezeichnet stebt. Offiziere wie Mannschaften sprechen sich nur lobend darüber aus.
Im Felde ißt der Offizier genau dasselbe wie der Mann. Morgens, mittags nach dem Essen und abends gibt es schwarzen Kaffee, der leidlich gezuckert ist. Ab und zu gibt es abends auch Thee. Vor großen Marschen und wenn die Kompagnie in den Schützengraben einige Tage aushalten muß, wird ini großen Kessel Thee gekocht für die Feldflasche (ungefähr drei Hektoliter), damit die Mannschaft das ungesunde Wasser nicht zu trinken braucht. Wird auf dem Marsch gekocht und menagiert, so wird an einem günstigen Platz gehalterl: am Voröerwagen befindet sich ein herabklappbarer Transchiertisch, hier wird das Fleisch geschnitten, abgegeben mit ^-uppe, und wenn der dritte Zug Fleisch und Suppe hat^kann der erste bereits mit dem Kaffeefassen beginnen. Lo hat die ganze kriegsstarke Kompagnie (260 Mann) in einer Stunde geges'en und getrunken. Am Kaffeeekessel befindet sich ein Wechsel zum Abgeben. Meistens menagiert ein Bataillon mitsammen, jede Kompagnie hat seine ^^^Mn ^den großen Kessel befindet sich ein Glyzerin- füllung, die erstens ein Anlegen der Speisen vcrhin^rt und zweitens ermöglicht, falls es die Gefechtslage nicht erlaubt, die Speisen abzugeben, wenn sie fertig sind, daß sie stundenlang warm bleiben und jeöerze t ab- aabebereit sind. Nach dem Menagieren wird sofort Wasser gefaßt, und dann fahren wir einfach nach, wenn das Bataillon antreten muß. Die Glyzerinfüllung kalt unter normalen Verhältnissen fünf Monate an. Mit dem Reservebehälter dazu können wir ungeniert ein Jahr
sind so reichlich, daß die Mannschaft erst dann von der Küche zu gehen, braucht, wenn sie wirklich gesättigt ist Ost haben wir sogar 20 bis 30 Franzosenfammen mit Suppe und Fletsch versorgt. Sie
kornmen hungrig mit ihren Kindern zur Küche her uud chauen, sagen aber anfangs nichts, bis ihnen das Maser im Mlinde zusammenlüttft, die Soldaten alle weg ind, auf einmal haben sie große Schüsseln in der Hano und murmeln etrvas. Wenn sie dann befriedigt sind, St es: „Merct monsieur, nierci monsieur." Abends am anderen Tag kommen sie dann schon wieder, bis wir fort müssen. Die Ueberbleibsel können sie ruhig haben, die Weiber und Kinder können ja nichts dafür, die müssen viel Hunger leiden.
Was die Bedienung der Feldküche betrifft, so muß ich sagen, sie ist so einfach, daß jeder hingestellt werden kann, das sehen Sie ja an mir. Das Fleisch muß ungefähr eine Stunde kochen, bis es fertig wird. Sobald es kocht, hebt sich das Ventil oben am Kessel, man braucht also nur mäßig nachzuschliren und auf die Uhr zu sehen. Der Gesundheitszustand ist dank unserer Feldküchen der allerbeste. Wir haben so wenig Kranke, daß es schier nicht zu glauben ist. Das Feuerungsmaterial wird einfach genommen, wo es ist. also auch sehr billig unpraktisch. Von unserem Regiment wurden erst zwei Feldküchen beschädigt, die unsere in Lnneville durch feindliche Granaten, aber nur nebensächlich, sodaß wir ruhig weiter kochen können. Und am 8. Oktober die Küche der 8. Kompagnie, bei dieser wurde der Kaffeekessel durchschlagen durch eine Fliegerbombe . . . ________________________________(W. N. R.) wie zwei sranzöfljche Slieget gefangen genommen wurden.
In einem nach Berlin gelangten Feldpostbrief beschreibt ein Landsturmmann aus Charlottenburg, wie eine Kompagnie unserer Landwehr ein französisches Flugzeug in Belgien gefangen genommen hat. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr in der Nähe von B... bet einem kleinen Dorfe. Unsere Kompagnie war etwa 2 Kilometer von dem Dorfe E . . . auf freiem Felde untergebracht worden. Borlällfig aber schien unser Eingreifen nicht erforderlich und so lagerten wir, obwohl es bitter kalt war und hier und da auf den Pfützen und Tümpeln sich schon eine leichte Eisschicht gebildet hatte, am Waldrand, wo ich gemittlich mein Pfeifchen — eine Liebesgabe — rauchte. Plötzlich ertönt Ü6cr uns in der Ferne das uns bekannte Brummen und gurren eines Motors. An der charakteristischen viereckigen Flügelform, sowie an dem gedrungenen Bau der Maschine erfannten wir, daß es sich keinesfalls um einen unserer „Vögel" handeln könne. Wir liefen schlellnigst in den Wald, um den Franzosen da oben eine Beobachtung unmöglich zu madien. Während wir nun vom Waldrande aus eifrig nach dem Flugzellg blickten, bemerken wir plötzlich, daß der Eindecker eine scharfe Schwenkung macht. Im nächsten Moment hört der Motor zu brummen auf und in einem schönen Gleitflug senkte sich der Flieger zu Boden. Als wir uns darüber im klaren waren, daß das feindliche Flugzeug auf der vor unserem Walde gelegenen, fast ganz ebenen Wiese anden wollte, zogen wir uns noch tiefer in das Hüter« Holz zurück, um den Franzosen womöglich abzufangen. Nach einigen Sekunden setzte die Maschine auf den Boden auf und kam etwa 50 Meter vor meinem Beobachtungs- posten zum Halten. Zwei Flieger in dicker Berrnum- mung kletterten heraus und wollten, nachdem sie ihre Karten einige Minuten lang gemustert hatten, auf das nicht allzu weit entfernte Dorf znlaufen. In diesem Augenblick stürmten wir mit Hurra aus unserer Deckung hervor. Die beiden waren so vollkommen überrascht, daß sie keinen Fluchtversuch machten, sondern sich ohne weiteres gefangen nehmen ließen. Wie sich herallsstellte, waren die beiden Franzosen, die übrigens in dem Flugzeug sechs wohlgefüllte Bomben mitgebracht hatten, unterwegs in dicken Nebel geraten und wußten schließlich nicht mehr, wo sie sich befanden. Aus diesem Grunde nahmen sie auf der Wiese eine Zwischenlandung vor. Aus den Karten und Auszeichnungen, die beide bet sich trugen, war offenbar allerlei zu entnehmen, da unser Hauptmann die Pläne mit einer Meldung sofort weiter« schickte. Wir bewachten das von uns ohne Schwertstreich eroberte Flugzeug, daß noch am selben Tage von den Automobilen einer in der Nähe stehenden deutschen Fliegerabteilung abgeholt wurde.
Weitere Drahtnachrichten.
Die Genauigkeit des deutschen Geschützfeuers.
0-* Zürich, 21. November. (WTB.) Der neuen „Züricher Zeitung" berichtet der Kriegsberichterstmter Oberst Müller vom zerstörten Longwy: Die deutsche Gründlichkeit hat hier ein Werk vollbracht, das den Beweis liefert, daß die Mauererdwerke modernen Geschützen nicht mehr Stand zu halten vermögen. Das Fortge- lände zeigt außerordentlich wenig Flurschäden, ein Zeugnis für die Genauigkeit des deutschen Geschütz- feners. Longwy-Haut ist gewesen und wird kaum wieder aufgebaut werden, sondern als Museum der deutschen Kriegskunst bestehen.
Die englischen Verluste an Offizieren.
ob* Basel, 21. November. (WTB.) Hiesige Blätter melden aus Mailand: Die englische Verlustliste weist für einen einzigen Kampftag die Namen eines Brigadegenerals, 8 Obersten und 14 Majoren als tot, verwundet oder gefangen auf.
Kundgebuugeu in Jerusalem.
Jaffa, 21. November. (WTB.) In Jerusalem fanden gestern Kundgebungen für den Krieg mit Acgyp- ten statt. In der Omarmoschee wurden Gebete für den Sieg Oesterreich-Ungarns, Dentschlands und die Türkei verrichtet. Vor dem österreichischen und dem deutschen
Kaiser und Großherzog.
os* Karlsruhe, 21. November. (WTB.) Anläßlich der Verleihung des Großkreuzes des militärischen Karl Friedrich-Verdienstordens an den Kaiser durch den Großherzog hat zwischen dem Kaiser und dem Großherzog ein herzlicher Briefwechsel stattgefunden.
Handel und Verkehr.
Die Darlehnskassenscheiue. Bisher ist von den Darlehnskassen weitaus nicht in dem vorgesehenen Umfang Gebrauch gemacht worden. Obwohl der Bundesrat den ursprünglich auf 1500 Millionen Mark festgesetzten Betrag von Darlehnskassenscheinen mit Rücksicht aus die Kriegsanleihe auf 3000 Millionen erhöhte, stellen sich gegenwärtig die gesamten Darlehen nur auf rund 1130 Millionen. Sie haben also trotz des außerordentlich hohen Zeichnnnasergebnisses auf die Kriegsanleihe von 414 Milliarden Mark bei weitem noch nicht die ursprünglich im Gesetz vorgesehene Grenze für die Ausaabe der Darlehnskassentcheine erreicht. Auch die aus den Kreisen von Handel und Industrie gegründeten Kriegskredit- banken werden nach wie vor nur in mäßigem Umfang in Anspruch genommen. Der Stillstand unserer Volkswirtschaft ist also nicht annähernd in dem Umfang ein« getreten, wie unsere Gegner, und vor allem England, es erwartet hatten.
>* Wien, 21. November. (WTB.) Nach der „Neuen Freien Presse" dürfte bereits eine Milliarde auf die österreichische Kriegsanleihe gezeichnet sein.