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' Auch in EUglästV datiert der Rückgang der Rekru­tierung an. Der Londoner Korrespondent der römischen Gazzetta del Popolo" schreibt, der Zufluß der Rekruten in England gehe jetzt so zurück, daß eine Reihe Werbe­büros überflüssig geworden sind. Die Gründe hierfür seien Unzufriedenheit mit der Bezahlung und mangel­hafte Unterstützung der Familien, vielfach auch schlechte Behandlung der Rekruten, vor allem aber die anhaltende Gleichgültigkeit der öffentlichen Meinung, die sich der deutschen Gefahr" noch immer nicht bewußt sei. Die Daily Mail" stellt in einem Artikel fest, daß sowohl Waffen wie auch Uniformen für die meisten der neuen Rekrnten fehlen.

NeneS über die belgischeNeutralität".

Unter dem TitelZur Beurteilung der belgischen Neutralität" bringt die Nordd. Allg. Ztg. aus einer im Verfahren zur Feststellung belgischer Gewalttätigkeiten gegen Deutsche dem Amtsgericht in Cöln a. RH. abge­gebenen Zeugenaussage die Tatsache zur Kenntnis, daß die belgische Grenze Ende Juli gegen Frankreich offen stand, gegen Deutschland dagegen dicht besetzt war. Durch eine andere Zeugenaussage vor dem Amtsgericht in Papenburg eines in Duffel angestellten Direktors ist dann festgestellt worden, daß bereits am Donnerstag oder Freitag vor der deutschen Mobilmachung in Belgien bereits drei oder vier Heeresklassen einberufen waren. Arbeiter, die zum Heeresdienst eingezogen waren, nah­men sogar ihre letzte Löhnung in Uniform entgegen. Am 1. August mittags hätte bereits in Duffel reges militäri­sches Leben geherrscht.

Churchill über Englands Flottenverluste.

te* Frankfurt a. M., 20. November. DieFranks. Ztg. erfährt ans London: Im Unterhause teilte Ma­rineminister Churchill die Verluste der englischen Ma­rine bis zum 17. November mit. Sie beliefen sich an Offizieren: 222 Tote, 37 Verwundete und 5 Vermißte, Matrosen: 3455 Tote, 428 Verwundete und 1 Vermißter. Nicht mitgerechnet sind 1000 Vermißte der Flottendi- vision von Antwerpen, 875 Mann auf dem Kriegsschiff Good Hope" und eine in Holland internierte Flotten- diviston.

6-^ Berlin, 20. November. (WTB.) LautBerl. L-A." bezifferte Lord Newton in einer Werbeversamm- lnng die englischen Verluste bis jetzt auf 80 000 Mann. Ganze Bataillone hätten sämtliche Offiziere eingebtttzt.

Vom österr.-ungar. Generalstab

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Wien, 19. November. (W.T.B.) Amtlich wird

verlautbart am 19. November: Die Schlacht in russisch

Polen nimmt einen günstigen Fortgang. Nach den bis­herigen Meldungen machten unsere Truppen 7000 Ge­fangene nnd erbeuteten 18 Maschinengewehre und auch

mehrere Geschütze.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von Höfer, Generalmajor.

Die Serben vor dem Ende.

s-s- Rom, 20. November. (WTB.) Popolo Romano berichtet, die Serben hätten nur noch 100 000 Mann in schlimmem Zustande gegenüber 300 000 Oesterreicher«. Peseveranza meint, Serbien müsse einen Sonderfrieden schließen, wenn ihm -er Dreibnn- keine Hilfe bringe.

Ein serbischer Berzwejflnngsschritt?

Aus Sofia wird demB. T." gemeldet: Die Mel­dungen über die serbischen Niederlagen rufen in Bulga­rien die größte Freude hervor. Manche Politiker sind der Ueberzeugung, der in den letzten Tagen besonders bemerkbare herausfordernde Ton der Belgrader offi­ziösenSamouprava" gegen Bulgarien und die gleich­zeitigen hier höchste Entrüstung weckenden Aeußerungen des serbischen Abgesandten Marinkowitsch hätten einen besonderen Grund. Serbien sei, sagt man, seines nahen Unterganges sicher. Darum wolle es gerade Bulgarien zu einer Aktion gegen Serbien reizen, und unter dem Vorwand, daß ein erfolgreiches Weiterkämpfen infolge des bulgarischen Angriffs unmöglich sei, Oesterreich- Ungarn seine Kapitulation anbieten. Nur so könne man heute die Sprache eines ohnmächtigen Landes gegen einen starken, wohlgerüsteten Staat noch erklären.

Türkischer Vormarsch im Kaukasus.

w> Konstantinopel, 19. November. (Amtlich. WTB.) Großes Hauptquartier. In -en Kämpfen bei Köxriköi haben -ie türkischen Truppen -en geschlagenen Russen außer -en bereits gemel-eten noch 5 weitere Maschinen-

gewehre abgenomme«. _ ,, _

Seit 2 Tagen greift unser Heer mit Macht das russische an, das seine Stellungen in der Linie Azab« Zazak-Khahab in der Umgebung von -er Grenze ein­genommen hat. Mit der Hilfe Gottes hat unser Heer durch einen Bajonettangriff die Höhen in der Umgebung von Azab erobert, die der Feind außerordentlich stark befestigt hatte. Der Kampf ist heftig und nimmt einen für uns sehr günstigen Verlauf. Unsere in der Richtung auf Batum vorrückenden Truppen haben dem Feinde eine weitere große Niederlage beigebracht und die

etne weitere große Niederlage beigebracht Stellungen bei Zawotlar und Koura besetzt. Sie haben bei Zawotlar eine Fahne erbeutet und 6 Offiziere, -arnn- ter einen Oberstleutnant und einen Hauptmann von den Kosaken sowie mehr als 100 Soldaten 3« Gefange­nen gemacht. Sie erbeuteten 4 Kanonen und 1 Auto­mobil, eine Menge Pferde und viel Lebensmittel Die russischen Verluste sind groß. Der Rest rettete sich in ordnungsloser Flucht in -er Richtung auf Batum.

Unsere Truppen, die in Aserbeitschan vorrückten, hat e« am 16. November ein Gefecht mit einer starken rus ischen Abteilung in der Nähe von Salmar. Die Russen wurden geschlagen und verloren an Toten 2 Offiziere und 100 Mann. Die Häupter -er persischen Stämme, die sich bisher zu den Russen Hielten, ver­einigten sich samt ihren Stämmen mit unseren Truppen.

an«. Die Häupter -er persischen

Ein türkisch-amerikanischer Zwischenfall.

meÄÄÄ

Smyrna betraut ist, wollte tn den Hafen von sMyrua einfahren, aber die Erlaubnis wuroe ihm verweigert. Die Schaluppe derTennessee", welche Nch dem AuMm fort näherte, wurde beschossen und mntzte ««kehren. De Kommandant derTenuesiee" kündigte an, da« er die Einfahrt in den Hafen mit Gewalt erzwingen weroe, falls sie ihm nicht gewährt werde.

Amerikanische Vermittlungsversuche in Petersburg.

. te* Berlin, 20. November. Aus Christian a mett>et dasB. T.": Aus Stockholm wird telegraphiert. Ein Telegramm aus Petersburg von Ostern abend teil mit, daß ein hochstehender Vertreter der Bereinigten Staaten der russischen Regierung und dem Hose etneu Besuch abgestattet hätte, um im Namen des Präsidenten Wilson sich nach den Möglichkeiten einer amerikanischen Vermittelung zu erkundige«. Das Resultat der Kon­

s^^wlrd streng geheim gehalten. Der außerordent­liche Gesandte hat Petersburg bereits wieder verlassen.

Amerika will den neutralen Handel schützen.

Neuyork. 20. November. (T.-U.) Nach einer Meldung desNew York Herald" hat der Botschafter der Vereinigten Staaten in London Instruktionen er- halten, jede mögliche Information darüber einzuholen, wer die Minen in der Nordsee gelegt hat. Äehnliche Instruktionen sollen nach dem genannten Blatt auch an den Berliner Botschafter abgegeben worden sein. Nach eingeholter Auskunft soll die für die Minenlegung ver­antwortliche Regierung aufgefordert werden, die An- Sahl der Minen cinzuschräuken, damit der neutrale Han­del Hollands, Skandinaviens und Amerikas fortgesetzt werden könne.

Der Suezkanal unter militärischer Verwaltung.

»-* Konstantinopel, 20. November. (WTB.) Aus Mverlässiger Quelle erfährt der Privatkorrespondent des WTB., daß infolge des Vordrängens der Beduinen und Araber die Zivilbehörden von Suez, Port Said und Jsmalihe eiligst nach Zagazjg verlegt worden sind. Die Verwaltung des Suezkanals habe das Militär über­nommen. Ein englischer Versuch, eine Spaltung unter den ägyptischen Notabeln und der Familie des Bize- königs herbeiznführen, sind mißlungen. Hussein Thema! hat zur allgemeinen Genugtuung den vom Zivilgouver­neur angebotenen höchsten Posten abgelehnt. Die männlichen Deutschen und Oesterreicher sind in der 2. Novemberwoche nach Malta verschifft worden.

Deutschland und Irland.

o** Berlin, 20. November. (WTB.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt unter der UeberschriftDeutschland und Irland": Der bekannte irische Nationalist George Roger Casement wurde im Auswärtigen Amt empfan­gen. Wie er mitteilt, haben in Irland anscheinend von der britischen Regierung autorisierte Darlegungen, wo­nach ein deutscher Sieg dem irischen Volke großen Scha­den zufügen würde, Befürchtungen für den Fall eines deutschen Sieges hervorgerufe«. Der stellvertretende Staatssekretär des Answärtigen Amtes hat darauf im Auftrag des Reichskanzlers amtlich erklärt: Die kaiser­liche Regierung weist die ihr untergeschobenen bös­willigen Absichten aufs Entschiedenste zurück und gibt die kategorische Versicherung ab, daß Deutschland «ur Wünsche für die Wohlfahrt des irischen Volkes, seines Landes und seiner Einrichtungen hegt. Die kaiserliche Regierung erklärt in aller Form, daß Deutschland nie­mals mit der Absicht einer Eroberung oder der Ver­nichtung irgend welcher Einrichtungen in Irland ein­fallen würde. Sollte im Verlaufe dieses Krieges das Waffenglück jemals deutsche Truppen an die Küste Irlands führen, so würden sie dort landen nicht als eine Armee von Eindringlingen, die komme, um zu rauben und zu zerstören, sondern als Streitkräfte einer Regierung, die von gutem Willen gegen ein Land und ein Volk beseelt ist, dem Deutschland nur nationals Wohlfahrt und Freiheit wünscht.

Skiegsallerle).

Generalquartiermeister von Voigts-Rhetz t.

Großes Hauptquartier, 19. November. (Amtlich.) (WTB.) Generalquartiermeister von Voigts-Rhetz ist in der Nacht vom 18. znm 19. November unerwartet einem Herzschlage erlegen. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt.

Noch immer belgische Franktireurs.

DerN. R. C." meldet aus Oestburg: Nachdem auf alle deutschen Wachtposten in Stoobrügge Schüsse abge­geben worden waren, sind in Maldeghem 40 der an­gesehensten Einwohner verhaftet worden. Sie sollen als Geiseln dienen, bis man den Täter entdeckt. Es heißt, daß ein oder zwei Mann von den deutschen Wacht­posten vermißt werden.

Englische Spione in Konstantinopel.

Nach der Meldung eines türkischen Blattes hat die Polizei im Hause des englischen Staatsangehörigen Al­fred Henry in Pera, das auf den Bosporus geht und infolgedessen für Radiotelegraphie sehr günstia gelegen ist, Apparate für drahtlose Telegraphie beschlagnahmt. Henry und sein Sohn wurden verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt.

Die Lokomotivführer bei der Kaiserin.

Die Kaiserin empfing Donnerstag nachmittag eine Abordnung des Vereins deutscher Lokomotivführer zum Zweck der Ueberreichung einer von diesem Verein gesammelten Kriegsspende von 120 000 .F. Die Kaiserin unterhielt sich angelegentlichst mit jedem einzelnen und bekundete ihre hohe Freude über die reiche Gabe, die in der Hauptsache dem Zentralkomitee vom Roten Kreuz zur weiteren Ausgestaltung der Lazarettzüge angewiesen werden wird, zum kleineren Teil aber auf besonderen Wunsch der Geber den durch den Krieg betroffenen Landesteilen in Ostpreußen und im Elsaß zufließen soll.

Der Kommandant derEmden".

Aus Sydney wird gemeldet, der Kommandant der Emden" seit dort eingetroffen und bleibe dort. Die australische Presse weist die Behauptung zurück, day er jemals auf seinem Kreuzer eine andere als die deutsche Flagge gehißt habe.

Ein englisches Torpedoboot vernichtet.

Nach einem Londoner Telegramm der Petersburger RoMie Wiedomoste" lief das englische Torpedoboot "Druand" an der Küste Schottlands auf eine Mine. Die Mannschaft wurde gerettet.

Vom Erhabenen znm Lächerlichen . . .

Aus Paris wird derFranks. Ztg." gemedet: Der konservative Abgeordnete Denys Cochin schlagt vor, daß die Verbündeten nach dem Falle des Türkischen Reiches König Albert von Belgien zum König von Jerusalem "^Leiden französischer Artilleristen in Montenegro.

Meldungen aus Ragusa zufolge leiden die französi­schen Marineartilleristen, die die Batterie am dem Lov- z^ beRen?«, außerordentlich unter der seit mehreren Tagen eingetretenen heftigen Kälte. Das ganze mon­tenegrinische und herzegowinische Gebirge , ist von dich­tem Schnee bedeckt. Montenegrinische Kriegsgefangene erzählen, daß mehrere Franzosen des Nachts erfroren 'eien Japanische Absichten in Tsingtau.

Depeschen desDaily Chrontcle" melden, daß letz­terer aus Tokio gedrahtet wird, die japanische Regierung beabsichtige die Anlage einer Flotten- und Lustschiff- station in Tsingtau.

Die Lebensmittelknappheit Belgiens nimmt allmählich einen unbestreitbar ernsten Charakter an Eine große Anzahl Belgier ist jetzt ausschließlich auf unentgeltliche Beköstigung angewiesen. Der Per- sonen-Anwuchs in Belgien ist letzt auf Über 400 000 ge­stiegen. Die amerikanische Hilfe umfaßt bislang die Ver­teilung von insgesamt 1000 400 Kilogramm Lebens­mittel und 80 000 Stück Kleidungsstoffe. In ganz Nord­belgien herrscht völliger Kohlenmangel.

E«gla«d ist schon besiegt.'

Das Wolfffche Bureau wird um Verbreitung fol­gender Erklärung des Generaldirektors Ballin ersucht:

DieTimes" bringe« in einem Artikel eines Kor­respondenten in Deutschland die Nachricht, daß es her­vorragenden Patrioten von Tag zu Tag klarer würde, daß wir England nicht besiegen könnten. Da zu den namentlich nufgeführten Männern auch ich gehöre, so lege ich Wert darauf, zu konstatieren, daß meines Erach- teus England heute schon besiegt ist, denn ein England, das in einem solchen Kriege seine Flotte versteckt und sich nicht mehr aufs Meer hinaustraut, hat aufaehort, das

England zu fein. Es hat sich damit ein- für allemal Rechtes begeben, mit zu entscheiden, wenn es sich die Frage des europäische» Gleichgewichts handelt.

alte des um

Die Granate alsWeinfinder".

Eine Batterie des Freiburger 76. Artillerie-Regi­ments hatte sich angesichts des Feindes in der Nähe eines Dorfes in ihrer Feuerstellung eingegraben. Als sie von der feindlichen Artillerie beschossen wurde, schlug eine Granate dicht hinter der Batterie in den Erdboden ein, glücklicherweise ohne Schaden zu tun. Die Erde spritzte wie gewöhnlich hoch auf und mit ihr eine blut­rote Flüssigkeit.Was war denn das?" Diese Frage sonnte man auf den Gesichtern aller Kanoniere lesen. Sie wurde bald gelüst. Als man nachgrub, stieß man auf ein Lager in der Erde vergrabener Rotweinflaschen. Daß sich die tapferen 76er diesen Wein recht gut haben schmecken lassen, braucht wohl uicht besonders erwähnt zu werden. ______________________________

Zwei Monate an der deutschen Front.

Nach zwei Monaten Aufenthalt bei der deutschen Westfront ist Dr. Sven Hedin jetzt nach Stvckholni zn- rückgekehrt mtö hat dem dortigenAftonbladet" einige Auslassungetl über feine Erfahrungen auf dem Kriegs­schauplatze gegeben, denen wir folgendes entnehmen:

Es war am 11. September, als Dr. Sven Hedin von Stockholm abfuhr, um einen Versuch zu machen, nach der deutschen Westfront zu kommen, und Persönliches über den Krieg zu erfahren. Die Reise war Heb ins eigener Gedanke, eine Einladung hat nicht Vorgelegen. Die deutsche Heeresleitung hat Sven Hedin das größt­mögliche Entgegenkomlnen gezeigt. Er hat ein eigenes Auto gehabt mit Offizieren von hervorragender Stellung zu seiner Verfügung, und er hatte das Recht, sich mit vollständiger Freiheit zu bewegen, ohne die Beschrän­kungen, denen die Vertreter der Presse sonst sich fügen müssen. So ist er imstande gewesen, dem Kriege unter einzig günstigen Verhältnissen folgen an können, während zweier Monate hat er vhtie Hindernisse den größten Teil der deutschen Front im nördlichen Frank­reich und in Belgien befahren können. Mit Ausnahme der füdliüjen Front bei den Festungen Verdu»! und Toul ist er längs der ganzen Linie ihr gefolgt. Er hat nicht weniger als vier deutsche Armeen besucht und ist in Gesellschaft mit Offizieren, die wegen ihres Dienstes unmittelbar bis zur Fenerlinie vordrangen, in nächste Fühlung mit den sümpfenden Heeren gekommen. Nicht weniger als elfmal ist er mitten in der Kampflinie gewesen. Er hat ein paar Sturmangriffe, bet denen die Deutschen feindliche Stellungen eroberten, beobachten können, und er befand sich in Ostende, wäh­rend die englische Flotte die deuischelt Linien beschoß. Die englischen Fahrzeuge befanden sich auf einem Ab- stand von nur 1400 Metern von der Küste und waren so nahe, daß mau die Uniform der Marinesoldaten un­terscheiden konnte.

Dr. Hedin erklärte. Saß er selbstverständlich die adle er besucht hat, nicht angeben könne, weil die en Stellungen ein Geheinutis seien. Als Zivil- besucher hat er sich aller strategischen Fragen und For­schungen enthalten. Es konnte ihm aber nicht entgehen zu beobachten, daß der Krieg hauptsächlich ein Artillerie- krieg ist, daß die Artillerie die hauptsächlichste Waffe ist. Was man auf der ganzen Front sieht, ist ein reiner Festungskrieg. Seine eigentliche Aufgabe war eine ganz andere als die militärische. Seine Absicht war, den Krieg aus rein menschlichen und psychologischen Ge­sichtspunkten zu sehen. In seinem ersten Warnungs- ruf (an die Schweden) schilderte er einen feindlichen Ein­fall in Ostgoeterland (eine Provinz in Schwedeir). Da­mals hielt er sich an die Phantasie, jetzt aber hat er er­fahren, was der Mieg in Wirklichkeit ist. Mail spricht davon, daß der moderne Krieg humanisiert worden ist. Ein großer Irrtum. Der jetzige Krieg zwischen zivi­lisierten Völkern ist schrecklicher denn jemals. Es wird auf beiden Seiten mit einer Raserei nnd einer Wild­heit, die aller Schilderungskunst trotzt, gekämpft. Mail sieht, daß es ein Krieg auf Leben und Tod ist.

Alle Deutschen, von den höchsten zu den niedrigsten, sind von dem Gedanken durd)drängt, daß es um die Existenz ihres Landes geht. Es ist diese Erkenntnis, die alle beseelt, und die den wunderbaren Geist erklärt, der in den deutschen Heeren herrscht. Mari spricht von Müdigkeit und Depression bei diesem Volke - - denn es ist ein ganzes Volk, das während Monaten in den Laufgräben unter unaufhörlichem Kampf gelegen hat. Dr. Hedin hat nur frohe und lächelnde Männer, die von Begeisterung erfüllt waren, gesehen. Müdigkeit ist ein Wort, das nicht zu existieren scheint. Mit Jubel geht man nach der Front, und die als Verwundete von der Front abgesührt werden, hegen im Kranker,Hanse nur den einen brennenden Wunsch: so schnell wie möglich wieder gesund zu werden, damit sie wieder in den Kampf kommen können. Man muß das alles mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu verstehen. Dasselbe ist in Deutschland zu Hause! Man hört keine Klagen über Väter, Söhne und Brüder, die für da» Vaterland ge­fallen sind. Und der Kaiser, der auf einzig dastehende Weste der Mittelpuilkt des ganzen ist, und dessen tiefe Religiosität starke und beinahe rührende Ausdrücke am nimmt, bekennt sich als erster zu dieser Ausfassung. Als Prinz Joachim verwundet wurde, sagte er mit beinahe glücklichem Lächeln:Jetzt ist auch Hohenzollernblut für das Vaterland vergossen worden." Man muß es gehör' und gesehen haben.

Hedin konnte beobachten, welche große Achtung die deutsche Armee für die Franzosen hegte. Sie werden ale Geaner betrachtet, die aller Achtung wert sind, denn sie schlagen sich für ihr Land, und man gesteht, daß sie mit großer Tapferkeit kampfen. Französische Gefangene werden immer mit großer Freundlichkeit behandelt. Bor. Belgien und den Belgiern wird mit großem Mitleid ac sprochen. Aber gegen die Engländer ist die S mmum eine ganz andere. 5

Zu Weihnachten wird er eine Schilderung feine i Erfahrungen rom Kriege herausgeben. Bevor sie er scheinen, wird es aber vom deutschen Generalstabe durch gesehen, damit Irrtümer nicht entstehen können. Jr diesem Buche wird er den Krieg schildern wie er ist "Denn jetzt weiß ich, sagte er,was der Krieg ist. Er ist das schrecklichste, was man sich denken kann. Ich ver ölbt noch etwas Fürcht er und das ist die Schande - die Schande, seim Selbständigkeit ohne Verteidigung zu verlieren."