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»tweise sich als Weraus schwere, ja etttscheidende Nieder- läge der dort angesetzten Hauptgruppe des russischen rechte» Flügels. Aber nicht bloß die Größe der perso­nellen und materiellen Verluste falle in die Waaschale Es zeige sich auch, daß durch die Niederlage der russischen Warschauarmee nicht nur die Lage bei den nördlichen Flügelarmeen, sondern vielmehr die Gesamtsitnation auf dem ganzen Kriegsschauplatz beeinflußt wird.

Auch von der italienischen Militärkritik wird jetzt bestätigt, daß die deutsche Gegenoffensive rechts und links der Weichsel den russischen Aufmarsch stört und ver­nichtet.

Hindenburgs Armeebefehl.

Thoru, 18. November. Hier ist gestern folgender Armeebefehl des Generalobersten v. Hindenburg be- kanntgeyeben worden:Seine Majestät der Kaiser hat auf meme gestrige telegraphische Meldung Allerhöchst folgendes geantwortet:

Generaloberst v. Hindenburg! Für den schon gestern und heute erreichten vielversprechenden Erfolg der von Ohnen geleiteten Operationen sende ich Ihnen in hoher reude meinen kaiserlichen Dank. Auch Ihres General­stabschefs und Ihrer anderen Helfer im Stäbe gedenke rch in höchster Anerkennung. Ihren braven, nie ver­sagenden Truppen entbieten Sie ebenfalls meine Grliße und Dank für die unübertrefflichen Leistungen im Marsch und Gefecht. Meine besten Wünsche begleiten Sie für die kommenden Tage. Wilhelm, i. r.

Diese Allerhöchste Anerkennung soll uns ein Sporn sein, auch ferner unsere Schuldigkeit zu tun. Der Ober­befehlshaber im Osten: v. Hindenburg.

Vom österr.-ungar. Generalstab

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an der ganz« wickelt. Ei

*^ Wien, 19. November. Amtlich wirb verlautbart: Die Operationen der Verbündeten zwangen die rus­sischen Hauptkräfte in Russisch-Polen znr Schlacht, die sich >en Front unter günstigen Bedingungen ent- _____ -ine unserer Kampfgruppen machte gestern über 3000 Gefangene. Gegenüber diesen großen Kämp­fen hat das Vordringen russischer Kräfte gegen die Kar­pathen nur untergeordnete Bedeutung. Bei Debou- chieren und Grybow wurde starke Kavallerie durch über­raschendes Feuer unserer Batterien zersprengt.

Der stellvertretende Chef des Generalstabs. v. Höfer, Generalmajor.

Die serbischen Verluste bei Valjewo.

0-* Wien, 19. November. Der Korrespondent der

Neuen Freien Presse" berichtet, daß die von den Serben für uneinnehmbar gehaltene Festung Valjewo am Sonn­tag innerhalb sechs Stunden von den öst»rreichisch-un- Sarischen Truppen eingenommen wurde, wobei die Ser- en über achttausend Gefangene verloren.

Nach dem BudapesterAz Est" sind die Verluste der Serben bei Valjewo über alles Erwarten groß und ihre Zähigkeit und Kampfbereitschaft gebrochen. Sämtliche Höhen bei Valjewo von Nordost bis Südwest seien un-

Belgrad vor dem Fall.

Aus B u ö a p e st wird derFranks. Ztg." gemeldet:

Unsere Truppen nähern sich der Hauptstadt Serbiens immer mehr. Seit Sonntag nacht wird Belgrad von Semlin aus mit unseren schweren Geschützen und auch von unseren Monitoren unaufhörlich beschossen. Nach Aussagen gefangener serbischer Offiziere versucht Prinz Georg die verzweifelten Einwohner zu ermutigen und zum letzten Widerstand anzuspornen. Seit Sonntag nacht verlassen nach den Berichten unserer Piloten die Bewohner Belgrads fluchtartig die Stadt und ziehen nach Süden. Man glaubt, Belgrad werde nur «och ganz kurze Zeit Widerstand leisten können.

Erfolge gegen Montenegro.

Die GrazerTagespost" berichtet aus Cattaro: Die Erfolge unserer Artillerie gegen die französisch-monte­negrinische Artillerie auf dem Lowtschen waren in den letzten Tagen verheerend. Flüchtlinge aus Monte­negro, die sich dieser Tage bei unseren Vorposten ein- fanden, gaben an, daß die sogenannte Kuk-Stellung zer­stört sei. Ein einziger wohlgezielter Schutz eines unserer Marinekolosse hat zwei feindliche Geschütze zerstört, 9 Mann getötet und 23 schwer verwundet. Von unseren Stellungen hatte man deutlich gesehen, wie ein feind­liches Geschütz mit Lafette in die Luft flog. Die Kuk- Stellung ist durch das Bombardement bis zur Unkennt­lichkeit verändert. Am letzten Mittwoch erschienen meh­rere österreichische Flieger über Antivari und warfen Bomben ab. Die Villa des Prinzen Danilo wurde ge­troffen und zerstört.

Die Lage im Süden.

Wien, 18. November. Vom südlichen Kriegsschau- Ö wird amtlich gemeldet: Auf dem südöstlichen Kriegs-

,platze mehrfache größere Kämpfe an den zerstörten Kolnbaraübergängen. Eigene Kräfte bereits am jen­seitigen Ufer. Am 16. November wurden 1400 Gefangene gemacht, viel Kriegsmaterial erbeutet.

Der serbische Regierungssitz soll nach Uesküb verlegt werden.

Cöln, 19. November. (T.-U.) Eine Sofiater Depesche derKöln. Ztg." meldet: Nach Bulgarien ge­langen Nachrichten, die auf eine zunehmende Erregung in Mazedonien schließen lassen. Nach der gleichen Quelle ist die serbische Regierung wegen des Vorrückens der österreichisch-ungarischen Truppen im Begriff, den Re­gierungssitz nach Uesküb in Mazedonien zu verlegen. Nach glaubwürdigen Berichten sind weitere tausend rus­sische Offiziere und Mannschaften in Serbien ein- getroffen.

Der Aufmarsch der Türkei.

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die türkische Heeresleitung diesmal über die nötige Zeit verfügte, um ihre Truppen in den vorgeschriebenen Marschräumen zu versammeln. Fremde mrlUarnchc Be­obachter stellen fest, daß die Ausrüstung der türkischen Truppen in jeder Beziehung gut ist. Das vollkommen ersetzte Artilleriematerial ist vorzüglich, das Pferde Material ist gut und genügend groß, die Ausrüstung der Mannschaften durchaus modern und entspricht allen Am forderunaen Man kann feststellen, daß d,e turriiwc Heeresleitung sich alle im Batkauknege gemachten Er- äs »m« §gS nung tragen kann. Seit Wochen ist bereits die Ausvu- dung der Reservemannschaften im Zuge, sodaß auch h notwendige Nachschübe gemacht werden können. Ihr ve^ sonderes Augenmerk hat die Heeresverwaltung den 1 "itären Vorkehrungen Suaewendet Die Stimmung m der Armee kann als vorzüglich bezeichnet «erden,

!?Ä?Ee Bevölkerung sieht den kommenden Ereignissen ernst und entschlo,sen entgegen.

Aus dem türkischen Hauptquartier.

,* Koustautinopel, 19. November. (WTB.) Der heutige Bericht des türkischen Hauptquartiers meldet: Auf allen Kriegsschauplätzen wurden die Kämpfe mit Erfolg fortgesetzt. Unsere Trnppen an der ägyptischen Grenze besetzten Kalatulnah (?), welches 120 Kilometer renseits der Grenze liegt und hißten dort die türkische Auhne. Unsere Truppen, die durch Lasistan uach Ruß- eindrangen, schlugen mit Gottes Hilfe die Russen nach heftigem Kampfe und fügten dem Feinde große Verluste zu. Unsere Trnppen machten 100 Gefangene und erbeuteten 2 Gebirgsgeschütze.

Die türkischen Erfolge im Kaukasus.

^Mailand, 18. November. (T.-U.) Das hiesige Organ des Dreiverbandes, derSecolo", gibt die Be- deutung des türkischen Sieges im Kaukasus zn und ver­weist auf die Gefahr, die England durch den türkischen Vormarsch auf Aegypten droht.

Der Krieg in den Kolonien.

Die Kämpfe in Deutsch-Ostafrika.

. o-t London, 19. November. (WTB.) DieTimes" bringen einen aus Natoli vom 11. Oktober datierten Brief eines Teilnehmers an den Kämpfen in Deutsch- Ostafrika. Der Schreiber hatte sich der Somalitruppe angeschlossen, die an der deutschen Grenze ein Gefecht mit den deutschen Truppen hatte. Es wäre diesen bei­nahe gelungen, die britische» Truppen zu umzingeln. Der Kommandant einer Abteilung der Königlich Afri­kanischen Rifles sei während der ersten 10 Minuten gefallen, 6 Engländer gefangen genommen, 4 verwundet, mehrere Maultiere verloren. Die Engländer hatten 15 Deutsche gefangen genommen und 8 verwundet.

Deutsche Flieger in Südwest.

* * Pretoria, 18. November. Reuter meldet nach derFranks. Ztg.": Aus verschiedenen englischen La­gern kommt die Nachricht, daß ein deutscher Flieger über den Stellungen der englischen Streitkräfte manövrierte, welche den Einfall in Deutsch-Südwestafrika unternom­men haben. Eine Anzahl Schüsse wurden auf diesen Flieger abgegeben, jedoch ohne Erfolg.

Vom Burenaufstand.

* * Kapstadt, 19. November. lT.-U.) Die Eng­länder behaupten, daß dem Führer des Burenaufstandes General Veyers durchs Regierungstruppen eine schwere Niederlage bereitet worden sei. Näheres wird darüber nicht bekannt gegeben. Auch von anderer Seite liegt darüber keine Nachricht vor.

Man weiß, daß die englischen Berichte über die Kämpfe mit den Buren mit großer Vorsicht ausgenom­men werden müssen.

Eine Reutermeldung aus Kapstadt vom 18. No­vember besagt: Anhänger der Regierung unter Oberst Celliers gerieten am 15. November in einen Kampf mit den Buren unter Beyers, die 1500 Mann stark sein sollen. Der Kampf dauert noch an. Die Buren ver­loren eine Anzahl Tote und Verwundete.

Nach einem englischen Blätterbericht aus Kapstadt soll Dewet den General Hertzog gefangen genommen haben, weil Hertzog ihn zur Unterwerfung unter die Regierung zu überreden versuchte.

Dewet leicht verwundet.

Amsterdam, 18. November. (B. L.-A.) Bei einem der letzten Gefechte ist der Führer der anfständi- schen Buren, General Dewet, leicht verwundet worden.

Die Neutralen.

Der Papst für die Neutralität.

Ein Florentiner Blatt veröffentlicht den Bericht seines Chefredakteurs über eine Audienz beim Papst. Benedikt XV. hat danach gesagt, daß er ganz entschieden festhalte am Prinzip der Neutralität, koste es, was es wolle. Alle dem Papst ergebenen Blätter sollten wissen, daß sie jede Aeußerung strengstens vermeiden müßten, die dazu geeignet sei, den Krieg gegen irgend eine Macht zu entfesseln und dadurch dem Heiligen Stuhl und der Staatsgewalt Ungelegenheiten zu bereiten.

Das Werben des Dreiverbandes um Bvlgarien.

Unter dem Druck der türkischen Gefahr hat nach einer Meldung desB. L.-A." aus Sofia nun auch Grey, dies­mal von Sasonow unterstützt, eingegriffen, um Bul­garien für den Dreiverband zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird auf Serbien ein starker Druck ausgeübt, da­mit es den bulqarischen Teil Mazedoniens noch jetzt an Bulgarien abtritt. Um diesen Preis glaubt man Bul­garien dafür zu gewinnen, daß es seine Armee den Rus­sen zu einer Operation gegen die Dardanellen znr Ver­fügung stellt. Eine Mithilfe Bulgariens in Serbien gegen Oesterreich-Ungarn ist nach hiesigen Erklärungen ausgeschlossen, »«gen Greys werden bei der bulgarischen Regierung und der Bevölkerung ebensowenig Erfolg haben als die seines Kollegen Sasonow.

Portugiesen znr Verteidigung des SuEanals?

Ans der Schweiz, 19. November. lT.-U.) Das italienische BlattEmbros" meldet nach der^ranks. Ztg." die Ankunft portugiesischer Truppen in Alexan- brien zur Verteidigung des Suezkanals.

Krlegsallerlel.

Ludwig Franks Nachfolger im Reichstag.

w Mannheim, 18. November. (T.-U.) Bei der gestrigen Reichstagswahl im elften badischen Wahlkreise Mannheim (Land)-Weinheim-Schwetzingen für den am 4 September in Frankreich gefallenen Reichstagsabge- ordneten Dr. Ludwig Frank wurde der sozialdemokra- Usche Lndidat, der Nebakteur der Mannheimer Volks- timme, Oskar Geck mit 11574 Stimmen gewählt.

Eine Erinnerungsmedaille für Verwundete mit dem Bilde des Königs von Bayern.

x Berlin, 19. November. (WTB.) Nach einer Meldung des Berl. L.-A." soll auf Antrag des sozial- demokratischen Magistt^ Schmid in München den do?t weilenden Verwundeten zu Weihnachten auch eine Erin^runÄmedaille mit dem Bilde des Königs ge­schenkt werden.

Der Prinz von Wales in der Front.

^ Amsterdam, 19. November. (WTB.) ,/Nieuwes van den Daag" meldet aus London vom 18. November: Amtlich wird mitgeteilt, daß der Prinz von Wales zum Adjutanten Sir John Frenchs ernannt worden ist.

China versuchte österreichische Dampfer zu erwerben.

^ London, 19. November. (WTB.) Laut einer Blättermeldung aus Peking hat China versucht, eine Anzahl in Schanghai liegender Dampfer des österreichi­schen Lloyd zu erwerben, um sie unter chinesischer Flagge im Verkehr mit den Vereinigten Staaten zu verwenden.

Der HilfskreuzerBerlin" in einem norwegischen Hafen.

> * Christiania, 18. November. (T.-U.) Das nor­wegische Kriegsministerium gibt bekannt, daß der deutsche HilfskreuzerBerlin", der gestern in Dront- heim eingetroffen ist, mit der Desarmterung begon­nen bat.

Unfall eines bayerischen «azarenzuges.

Wie dieMünchener Neuesten 9tad)rid)teu" melden, wurde ein bayerischer Lazarettzug der freiwilligen Kran­kenpflege bei einem Eksenbahnzusammenstotz in Lille schwer beschädigt. Ein Materialzug von sechzig Wagen war von rückwärts auf den Lazarettzug aufgefahreu. Die Lokomotive des Materialzuges bohrte sich derart in den letzten Güterwagen, daß dieser auf die Lokomotive ge­hoben wurde. Ueber diesem Güterwagen lag der vor­letzte mit aufwürtsgerichteten Rädern. Der Wagen stellte sich endlich auf. Die Insassen, neun Flieger, mußten ihn durch die zertrümmerten Fenster verlassen. Citier der Flieger hatte eine Gehirnerschütternng erlitten. Die letzten sechs Wagell des Lazarettzuges, die glücklicher- meife keine Verwundeten enthielten, wurden völlig zer­trümmert. Allch der Niaterialzug lvnrde schiver beschä­digt. Zwei Offiziersdiener sind tot, desgleichen ein Mann vom Materialzuge. Vierzehn Mann vom Materialzug tvurden schwer verletzt.

Vergeltungsmatzregeltt > ge» Euglaud.

Gegelt die von England betätigten Eiusperritttgen von deutschen Personen weiblichen Geschlechts sittd, wie dieRundschau" erfährt, durch Vertnittlring einer neu- tralen Macht nochmals schärfste Schritte in Loridon un- ternommen worden, von deren Ausfall es abhängt, ob rricht Dettischlatid zu nleklKit Vergeltungsmaßnahmen auch gegettüber öen zahlreichen in Deutschland sich auf- haltenden Engländerinnen, schreiten wird.

Eine neue, stärkereEmden".

Auf das Beileidstelegraunn der städtischen Kollegien von Emden an den Kaiser ans Alllaß des Ullterganges derEmden" hat der Kaiser folgende Alltlvort gesandt:

Herzlichen Dank für Ihr Beileidstelegramm an­läßlich des betrübenden und doch so heldenhaften Endes meines KreuzersEmden". Das brave Schiff hat auch noch im letzten Kampfe gegen den überlegenen Feind Lorbeeren für die delltsche Kriegsflagge erworben. Eine neue, stärkereEmden" wird erstehen, an dereri Bug das Eiserne Kreuz angebracht werden soll znr ©rinne» rung an den Ruhm der altenErnden".

Reiche Kriegsspende der Deutsche» in Argentinien.

Die Deutsch-Ueberseetsche Bank in Buenos Aires hat dem Stellvertreter des Reichskallzlers 376 000 Mark übersandt als Ergebnis der Kriegsspende, die die in Argentinien lebellden Deutschen unö Dentschfreunde zur Unterstützung von Verwundeten und notleidenden Fa­milien in Deutschland gesanimelt haben.

Auch einGefangenentransport".

Ein eigenartiger Gefangelielltransport kam dieser Tage durch den Bahnhof von Wanne. Es ivar eine Herde Zuchtschafe mit ihrell lliedlichen Hämmern, etwa 500 an der Zahl. Die Tiere hättell sich tu Frankreich nachts in unsere Schützengräbell verirrt. Mall hat sie da auf unser Gebfet getrieben undfestgenommen".

Ein bulgarischer Parlamentarier über Deutschland.

Ill der WienerReichspost" schildert ein Mitglied der bulgarischen Sobralije den unbeschreiblichen Patrio­tismus und die grenzenlose Opferwilligkeit des deutschen Volkes, das bei seiner ungeheuren Kraft, straffen Ord­nung und glänzenden Organisation voll der Ueber­zeugung durchdrungen sei, daß Deutschland »»besiegbar sei. Das deutsche Wirtschaftsgetriebe stehe noch immer tätig und aufrecht da und das deutsche Volk sei entschlos­sen, den Krieg, wenn er auch noch lange dauere, durch- zuhalten bis alis Ende. Die Kraft des deutschen Volles beweise auch die jetzt von der deutschen Militärverwal­tung in Belgien vollbrachte Arbeit, wo in allen neube­setzten Städten das normale Leben wieder einkehren könne.

Vermischtes.

Deutsche und französische Kriegslinnde im Dienst. Die guten Erfahrungen, die wir mit unseren Kriegs- Hunden gemacht haben, werden jetzt auch von den Fran­zosen ihrerseits bestätigt. Der Leiter des Pariser In­stituts für Tierphsychologte, der sich bet Beginn des Krieges als Krankenwärter einftelten ließ, nm die Tätig­keit der Kriegshunde auf dem Schlachtfelde au studieren, hat über seine Beobachtungen einen interessanten Be­richt erstattet. Er hat zwar verschiedene Mängel in der Dressur und Ausbildung feststellen müssen, kann im all­gemeinen aber erklären, daß die klugen Vierfüßler bei der Suche nach den im Gehölz und in Gräben versteck­ten Verwundeten unschätzbare Dienste geleistet haben. So ging er eines Nachts, wie er berichtet, mit seinem Hunde auf die Suche. Plötzlich sah er, wie das Tier stutzte und etwas umkreiste, was sich zu bewegen schien, ohne daß er näher heranging. Im Glauben, daß der Hund sich vielleicht vor der drohenden Haltnng des Verwunde­ten fürchte, trat der Führer näher und sah, daß der Fran­zose, der mit einem Kopfschnß in einem Graben lag, den Kopf mit weißen Tüchern bandagiert hatte. Der Hund, der darauf dressiert war, das Käppi der uernmnöcten Soldaten ins Maul zu nehmen, um es den Kranken­trägern zuzutragen, muhte ersichtlich nicht, wie er sich angesichts der ebenso ungewohnten wie umfangreichen Kopfbedeckung in diesem Falle zu beuehrnen hätte. Der Berichterstatter erzählt weiterhin, daß der von ihm ge­führte Hund bereits 50 Verwundete aufgefunden habe, die den Augen der das Schlachtfeld absilchenden Kran­kenwärter entgangen waren.

Bis an den Kaiser selbst ging nach demAt. T." ein 17jähriger Mündner, den Mutter Natur mit etlichen Zentimetern zu wenig bedacht hatte und den infolge­dessen mehrere Regimenter abgewiesen hatten. Sein dringendes Gesuch an den Zlllerhöchsten Kriegsherrn hatte den Erfolg, daß er vom Kaiser selbst, und zwar durch die Vermittlung des Kriegsministeriums die Er- laubuis bekam, ins Heer als kriegsfreiwilliger Husar einzutreten. Mit dieser Genehmigung bewaffnet, reifte der jugendliche Vaterlandsverteidiger im Gefühl, seinen ersten Sieg in der Tasche zu haben, nach Braunschwetg, um sich bei den dortigen Totenkopfhusaren zu melden.^ Auf die Körpergröße fommt es bekanntlich nicht allein an, und der von der Natur etwas zu kurz behandelte Mündner wird gewiß ein tüchtiger Soldat werden.

Auchdeccische Barbaren". Der LondonerDaily Telegraph" schreibt: Ein Soldat vom schottischen Regi­ment Black Match (Schwarze Wache), der sich im Laza­rett zu Newcastle befindet, erzählt:Stundenlang lag ich verwundet auf dem Schlachtfetde an der Aisne. Da kam ein deutscher Soldat und verband meine Wnnden, während wir uns im schwersten Feuer befanden. Als er mich verbunden hatte, wollte er weitergehen aber eine verirrte Kugel traf ihn. Neberi mir sank er tot zu Boden." Korporal Houston erzählte demselben Korre­spondenten:Nach dem Gefecht bei Sostsons lag ich schwer verwundet auf dem Feld. Dicht bei mir lag auch ein junger englischer Soldat und stöhnte. Ein Deutscher beugte sich über chu, hielt ihm die Feldflasche an die Lip- penund versuchte, ihn zu beruhigen. Der Verwlindete, war rm Delirium und rief immerfort:Mutter, bist da?" Der Deutsche schien es zu verheben, denn er strich sanft mit der Hand über die ueber heiße Stirn und lieb­koste den Sterbender! so zart, wie es eine Frau nicht bester tun konnte. Dann trat der Tod ein, und als die ^eele zu besseren Gefilden entfloh, sah ich, wie der beiitfdie Solüat an seinen Tränen würate."