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greifen. Auch derDaily Chronicle" sagt, daß öle Ve- schteßung von Cattaro wegen der fortgesetzten Schnec­ke nur langsam vor sich geht. Das Blatt meldet wei- -er, daß österreichische Flieger neuerdings über Antivari Bomben geworfen Hütten.

Aus dem türkischen Hauptquartier.

»-K- Konstantinopel, 16. November. (WTB. Amtlich.) Gestern haben wir die Engländer bei Fao angegriffen. Sie Hatten zahlreiche Tote, die wir anf 1000 schätzen.

Depeschenwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Sultan.

Kaiser Wilhelm hat an ben Sultan folgende Depesche gerichtet:

In dem Augenblicke, wo Ich das Vergnügen habe, im Hauptquartier Meiner tapferen Armeen drei Prinzen aus d.er Kaiserlichen Osmanischen Familie zn empfan-« sen, lege Ich Wert darauf, Eurer Majestät zum Aus­druck zu bringen, daß Ich volles Vertrauen in den Er­folg Unserer Armeen habe, die fich vereinigt haben, mit dem gleichen Ziele für Recht, Freiheit und Gerechtigkeit tu kämpfen.

Der Sultan erwiderte mit folgendem Telegramm: Der autzerokdentliche wohlwollende Empfang, dessen Gegenstand meine Neffen seitens Eurer Majestät bei ihrer Ankunft im Hanptqnartier der tapferen kaiser­lichen Armeen waren, ist ein Zeichen der kostbaren Freundschaft Eurer Majestät mir gegenüber, sowie ein dentlicher Beweis der Bereinigung unserer Armee», in dem gleichen Gefühle der Hingebung und des Ver- tranens. Ich beeile mich, Eurer Majestät aus diesem Anlaß meinen lebhaftesten Dank auszusprechen und ich lege Wert darauf, Eurer Majestät meine größte Bewun- dernng für die großartigen Heldentaten Ihrer Armeen und Flotten zum Ausdruck zn bringen. Es ist mir ein großes Vergnügen, Enrer Majestät znr Kenntnis zu bringen, daß meine tapferen Armeen nach blutigem Kampfe die russischen Armeen vollständig geschlagen haben und sie siegreich verfolgen. Ich erblicke in diesem ersten Siege meiner Armeen gern ein gutes Vorzeichen für den endgültigen Erfolg unseres gemeinsamen Zieles und hege die Zuversicht, daß mit Hilfe des Allmächtigen diesem Siege bald größere Siege unserer verbündeten Heere anf drei Kontinenten wie auch anf allen Meeren folgen werden.

Vom deutschen Geschwader im StillenOzean.

Die englische Presse verfolgt die Tätigkeit des deut­sche»» Geschwaders im Ozean mit der größten Anfmerk- samkeit. Fast alle Blätter veröffentlichen Telegramme aus Chile, die sich mit dem deutschen Geschwader be­schäftigen, wobei es natürlich nicht ohne die alten Be­hauptungen abgeht, daß die deutschen Schiffe unter fal­scher Flagge, diesmal ist es die japanische, fahren. So meldet derDaily Chronicle" aus Neuyork, daß zwei Schiffe am Sonnabend den Hafen von Baparaiso ver­ließen. Auf hoher See seien drei andere deutsche Kriegs­schiffe zu ihnen gestoßen, daraus habe das ganze Ge­schwader die japanische Flagge gehißt.

Die versenkten Schiffe von Tsingtan.

te* London, 17. November. (T.-U.) Die englische Admiralität teilt mit, daß nach der Uebergabe von Tsingtan folgende Kriegsschiffe im dortigen Hafen ver­senkt vorgefunden worden sind: Der österreichische Kreu­zerKaiserin Elisabeth", ferner die kleinen deutschen KanonenbooteJaguar",Iltis",Luchs",Cormoran" undTiger", sowie das alte kleine TorpedobootTaku".

Der Aufstand in Südafrika.

-------MWmd befürchtet ein weiteres Umsichgreifen des Burenanfstandes.

oe*i Frankfurt a. M., 17. November. (T.-U.) Wie dieFranks. Ztg." aus Privatbriefen entnimmt, die ihr zur Verfügung gestellt werden, sind die in Tempe bei Bloemfontein »m Oranjesreistaat internierten Deutschen, etwa 50 an der Zahl, nach Pietermaritzburg, der Haupt­stadt von Natal, gebracht worden und werden dort ebenso wie vorher in Tempe gut behandelt. Allem Anschein nach ist der Abtransport erfolgt, weil man durch das weitere Umsichgreifen des Burenaufstandes eine Be­freiung der Gefangenen befürchten mußte.

Sriegsallerlei.

Eine Ansprache König Ludwigs.

neu

§:n München werden auf Veranlassung eines

ndeten Ortsausschusses die Wehrkraftschüler noch besonders militärisch ausgebildet. Bei Besichtigung der Abteilung Mittelschüler, die der Reichstagsabgeordnete Major v. Calker, der Straßburger Strafrechtslehrer, zurzeit Kommandeur des Jnfanterie-Leibregiments, in München vorführte, hat der König eine Ansprache ge­halten und gesagt:

Der Krieg wird noch lange dauern. Aber wir werden nicht rnhen noch rasten, bis der Feind aus dem Felde geschlagen ist und wir einen Frieden haben, der uns anf lange Zeit vor Ueberfall sichert. Ihr bereitet ench vor auf den Krieg. Vergeht aber darüber eure bür­gerliche Pflichten nnd eure Studien nicht, denn unsere Erfolge waren «nr dadurch möglich, daß wir in der Schule eine Bildung erreicht haben, wie sie in keinem Lande der Welt »nöglich ist. Vertraut auf Gott! Ver­traut auf unsere brave Armee und tut eure Schuldig-

keit. Gott befohlen!"

Die Maas wieder schiffbar.

»--> Brüssel, 17. November. (WTB.) Wie das Gouvernement Namur mitteilt, ist öte Maas vom Rhein ab vom 17. November ab bis Namoche, vom 22. November ab bis Namur wieder schiffbar.

Andrang von Zeichnungslustige»» znr österreichischen Kriegsanleihe.

»e* Wien, 16. November. (WTB.) Schon heute, am ersten Tage der Zeichnung auf die Kriegsanleihe war der Andrang der Zeichnungslnstige»» allenthalben sehr erheblich.

Frankreichs afrikanische Verstärkungen.

m Paris, 17. November. (T.-U.) Der aus Tunis hier einaetroffene DampferPiemont" berichtet, daß die Franzosen zahlreiche Eingeborene ausheben, um sie auf dem europäischen KriegsschanplAe zu verw^»dem Au ihrer Stelle sollen die weißen Truppen in T^ verstärkt werden, um einen etwaigen^panislamitischen Aufstand, dessen Ausbruch man befürch^t, nieW ten. In Tunis erhofft man in diesem Falle italienische Hilfe.

Vermittlungsgedanken der Neutralen.

st Bon der holländischen Grenze. 17. November. (T.-U.) Nach einer Meldung derKöln. Ztg- beschat- sigt sich das Amsterdamer Lllgemeen Handelsblad M Unem Leitartikel mit der Frage, ob gegenwärtig eine Vermittlung durch die Niederlande uub An»erika zn- Sunften des Friedens möglich sei. Das Blatt meint, Stefe beiden Staaten seien vornehmlich zur Vermittlung derufen. und es sei Höchste Zeit, etwas zu unternehmen, üLwmdrn fei

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Lord Roberts im Schützengraben gestorben.

DieDaily Mail" »neidet aus Nordfrankreich, daß der Tod Lord Roberts in ben Schützengräben der eng­lischen Mannschaft erfolgte. Die amtliche englische Meldung vNtn Tode des Feldmarschalls gab Lungenent­zündung als Todesursache an. Sollte es nicht doch eine Kugel gewesen sein? Allmählich wird man ja wohl näheres über die Todesursache erfahren.

Ei»» Geburtstagstelegramm an die Kaiserin aus dem Schützengraben.

Unsere Landwehr in Rußland hat ben Geburtstag der Kaiserin in schöner Weise durch ein besonderes Fest­ester» und durch ein Telegramm gefeiert, das der Kai- fernt aus dem Schützengraben zugesandt wurde. Ein Landwehrmann berichtet in einem Schreibe»» ar» die Kieler N. N." darüber folgendes: Heute, am Geburts­tage unserer lieben deutschen Kaiserin gab es einFest­este»»", bestehend aus hochfeiner Erbsensuppe mit großer Fleisckportion, abends Ocysenmaulsalat und ein Zehntel Liter Rum der Mann. Ueber Esser» unb Trinken können wir uns überhaupt nicht beklagen, im Gegenteil, es gibt gutes und reichliches Essen, dazu viel Fleisch. Das Fest­essen unserer Offiziere hatte nachstehende Folge: Ochsen­schwanzsuppe von echt russischen Ochsen, Erbsensuppe mit Schweinefleisch, aufgewärmten Gulasch von gestern, Pflaumen als Nachspeise, Kaffee, Käse mit Butterbrot ohne Butter sowie Wein- und Schnapsreste mit Zi­garren und Zigaretten. Die Rückseite des Offizier- speisezettels enthielt folgendes, von einem Kompagnie- Poeten verfaßtes Gedicht, welches dann noch als Tele­gramm an die Kaiserin gesandt würbe und nachfol­genden Wortlaut hatte:

Heut', wo der Kauouenüonuer

Auf Rußlands wilden Fluren spricht, Gedenken wir der Landesmutter

Nach guter treuer, deutscher Pflicht.

, O, mög' sie Gott noch lang beschützen,

Und sei es ihr noch lang vergönnt,

Daß sie zur Freude aller Deutscher»

Uns all' als ihre Kinder nennt.

Dies wünscht der deutschen Kaiserin

8um heutigen Geburtstagsfest ie Kieler Landwehr-Kompagnie, Die hier verhaun den Russen fest.

Die traurige Lage der englischen Fischer.

Aus dem Bericht des staatlichen Fischereiagenten Norwegens in England geht hervor, wie schmierig die Fischereiverhältnisse in England geworden sind. Der Bericht, der vom 6. November datiert ist, besagt, daß der Fischfang in diesen» Jahre außergewöhnlich gut fein könnte, wenn nicht drei Viertel der Fischerflotte daran verhindert wäre, auf den Fischfang z»l gehen. Die we­nigen Fischöampfer aber, die noch Fang treiben, haben durch treibende und verankerte Mi»»e»» unsagbar zu lei­den. Allein am letzter» Dienstag sind vier Fischdampfer von Minen in die Luft gesprengt worden, wobei jedes­mal die gesainte Mannschaft umkam. Aus Rußland sind einige Exporteure angekommen, die aufkauften, was sie nur an Fischen bekommen konnten, um alles über nor­wegische Häfen nach Finnland zn transportieren.

Aus dem Feldpostbriefe eines deutschen Arbeiters.

nicht hörte,

Es ist nicht uninteressant, die Geständnisse eines Ar­beiters in einem von derFrankfurter Zeitung" ver­öffentlichten Feldpostbriefes aus Rußland zu lesen. Die bemerkenswerte»» Sätze lauten: Gestern abend kamer» wir hier an, wir liegen im Postgebäude, 125 Mann, da habe»» »vir auch das Schreibpapier gefunden. Heute nacht habe ich so gut geschlafen, daß ich den Kanonendonner nichN hörte, denn nachts zwischen 10 und 12 Uhr hatte ein heftiges Artilleriegefecht in der Nähe stattgefunden. Wir haben viel zu leiden unter den russischen Banden, die 4050 Mann stark und sich um uns herumschleichen (meist nachts), um die einzelnen Poster» abzumurksen. Morgen marschieren wir weiter, heute haben wir Ruhe­tag, um den Anzug und Körper wieder auszubessern, es es ist eine große Schlacht im Gange, jedenfalls müssen wir morgen mit eingreifen; hier ist es egal, ob man ver­hungert, erfriert oder abgeschossen wird. Mich wunderts, daß ein Volk, wie das russische, verwahrlost, ohne jede Kultur, ohne Bildung, ein Volk der schlimmsten Ver­brecher Europas, so ein Volk erfrecht sich, einer reinen, heiligen Nation, unserem deutschen Volk, den Krieg an- zubieten und aufzuzwingen. Als der Krieg losging, wurden sämtliche Gefängnisse und Zuchthäuser geöffnet, die Verbrecher wurden an die Grenzen befördert, und ihrem Schicksal überlassen. Mit diesen Leuten müssen wir kämpfen in den Etappenlinien, diese Leute schrecke»» vor nichts zurück. Liebes Gretchen und alle, die diesen Brief lesen, ich wünschte, Ihr hättet einmal Gelegenheit, diese Gespenster, diese Kreaturen zu sehen, mit dieser» Menschen müsse»» wir umgehen, das spottet jeder Be­schreibung, wir können jeder» Tag einen neuer» Roman schreiben über Land und Leute der russischen Nation. Wir Deutsche wissen gar nicht, was wir an unserem Deutschland, unserer teuren Heimat haben. Klagt nicht über Steuern und Paragraphen, über Eure Mitmenschen, Eure Nachbarn, über Essen und Trinken, über Ordnung, Ihr wohnt im Paradies gegen uns in Rußland. Es ist unmöglich, alle die Mannigfaltigkeiten und Einnch- tungen dieses Laildes zu schildern, aber Ihr dürft mir's glauben, es ist leider bittere Wahrheit, und »eder, der Rußland bereist hat, wird mir beistimmen.

Englands Sarge um Zndien.

Während die südafrikanische Frage eine ernste Sorge für Aegypten werben muß, kann die Sorge um Indien und die indischen Truppen nicht geringer sein Der Zu- fall wollte, das; der Kvrre,ponöent derFrankfurter Zei­tung" in Amsterdam mit einem früheren englisch-md»- schen Offizier zusammensaß, wahrend draußen die enteil dichten Schneeflocken niedergingen.

Der Herr äußerte sich besorgt:Dieser» naster» Schnee halten unsere Gurkas und Sikhs in Nordfrankreich und Belgien nicht aus. Sie sind glänzend abgehärtet gegen trockene Kälte, aber nicht gegen die kalte Feuchtigkeit, und mich sollte es nicht erstaunen, wenn 40 Prozent von ihnen, wie wir ja das früher erfahren haben, von Lungenentzündungen und Magenkrankheiten ge­packt werden, zumal sie sich nicht an die europäische Nah­rung gewöhnen können. Dieses Wetter ist ein böser ^einü für uns." Er sprach mit Bewunderung von der englischen Organisation in Indien, die mit 60 bis 70 000 Mann Weißen und 160 000 Mann eingeborener Trup­pen die Hunderte von Millionen Inder zusammen halte. Aber auch hier muß die Unsicherheit bezüglich der Af­ghanen Sorge hervorrufen," meinte dieser Herr.Es ht sicher," sagte er,das es den Engländern bisher gelungen ist, die Inder über die wahre Lage binwegzutäuschen, woraus sich die zahlreichen Sympathiekundgebunge»» in­discher Fürsten und indischer und selbst mohammedani­scher Kreise erklären lassen. Aber w rb man es ver­hindern können, daß muselmancsche Emisiare über Kleirl- asien, Persien und Afghanistan ihren Weg nach Indien finden? Die Afghanen str»d äußerst tapfere Leute. .Sie ftnb Krieger vom Scheitel bis Mir Sohle und äußerst

blutdürstig. Sollten sie wirklich in Indien einfallen, so bleibt es unsere Hoffnung, daß sie derartig hausen, daß das indische Volk einen Abscheu vor ihnen bekommt. Wenn sich aber ein kluger unb euergischer Befehlshaber an ihre Spitze stellt, der Mord und Plüuderuua zu ver­hüte»» weiß, so muß man befürchten, daß die eingebore- nen mohammedanischen Truppen mit ben mohammedani­schen Afghanen gemeinschaftliche Sache machen, und daß auch die zur Widersetzlichkeit geneigter» Hindus in Ven- galen zum Aufruhr kommen.

Die Inder sehe»» eben »licht ein, daß weint es ihnen gelingen würde, ote englische Oberhoheit abzuschutteln, unter der das Land große Fortschritte geinacht hat und die Lage der Inder außerordentlich verbessert würben ist, wiederum ein Rückschlag kommen würde, der für das indische Volk selbst am fatalster» wäre. Man kann sich nicht verschleiern, daß die Lage ernst für England, und daß die Zukunft Indiens als die bedrohlichste Ange­legenheit für England in diesem Augenblick zr» erach- ter» ist.

Weihnachlen im Felde.

Von der Obersten Heeresleitung wird folgerrdes bekanntgegeberi:

Es darf aitfleuommcu werden, daß das Weihnachts» fest in Millionen von deutschen Herzen den Wunsch rege macher» wirb, den Verteidigern von Haus nud Herd Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zukoinrirer» zu lasser», daß sie auf fremder Erde sümpfen, daß sie fern sind von ihren Lieben in der Heirnat.

Der Wimsch, die einem treuen Gedenken entsprunge­nen Liebesgabe»» bestimmten Personen zuzuführen, be­stimmte Truppenteile oder Heeresverbände besonders z»t bedenken, ist um die Weihnachtszeit so begreiflich, daß zu seiner Verwirklichullg alles geschehe»» soll, ivas von militärischer Seite »nöglich ist, freilich in der bestimmten Hoffnung, daß die Opfersreudigkeit des dentschen Volkes auch b i e Verteidiger des gemeinsamen Vaterlandes nicht leer ansgehe»» lassen will, deren keine treue Mutter über Gattin, sein sorgender Vater ober Freund besonders ge­denkt. Deshalb muß ben Militärbehörden das Recht be­wahrt bleiben, nach b i l l i g e »n E r »n e s s e n a u s - zu gleichen »»nd Se»»dungen. bereit Empfänger sich nicht »nehr beim Feldheer befinden, zum Bester» der ^All­gemeinheit zu verwenden.

Für die Zuführung der Weihliachtsliebesgabe»» an die Front sind folgende Besttrnmungen in Aussicht ge­nommen:

1, Liebesgaben für Einzelne.

a) Bis einschließlich 250 Gramm kann die Zusen­dung in 58 riefen durch die Feldpost jederzeit erfolgen,' das Porto beträgt von 50250 Gram»»» 10 Pfg. Briefe von 250500 Gramm (Porto 20 Pfg.) werden voraus­sichtlich im Dezember eine Woche la»ig zugelassen werben.

b) Für Paket- Sendungen bis einschl. 5 Ktlogr. ist nicht die Feldpost zuständig, fouberu sind militärische Vorkehrungen getroffen. Die heimatliche Post nimmt in der Zeit vom 2330 November solche Pakete an und befördert sie bis zu dem zuständigen militärischen Paket­depot in der Heimat. Das Porto beträgt 25 Pfg. Bei ben militärischen Paketdepots sann auch «»«mittelbar von Absendern portofrei aufgegeben werden. Die Kanten der militärischen Paketdepots werben bei sämt­lichen Postanstaltei» des Deutsche»» Reiches nngeschlagc»» werden.

Die Pakete werben von den militärischen Paket­depots geordnet und über die »nilitärische»» Sa»n«nel- stationer» an die Etappenhauptorte gesandt. Hier werben sie von^den Etappenbehörder» überuonujo-aijuiiuii-iuib- ber Truppe zugeführt.

Vorbedingung für die richtige Zustellung aller Briefe und Pakete ist die richtige Adresse. Alle Ange­hörigen des Heeres sind erneut angewiesen worden, ihre genaue Adresse nochrrials ihren Angehörigen in der Het- mat »nitzuteilen. Es wird sich empfehlen, wenn Spender von Liebesgaben, die in den nächsten Tage«» keine der­artige Nachricht erhalte»» sollten, vor Absendung bet den nächsten Angehöriger» ihres Freundes Erkundiglkugen einziehen.

2. Liebesgaben für bestimmte Truppenteile itnb Heeresverbände sowie Liebesgabe»» für die Allgemeinheit.

Die Zuführung dieser Liebesgaben erfolgt nur durch Vermittlung der Organisation der freiwilligen Kranken­pflege.

Vorbedillgung für die Versendung aller Liebes­gabe»» ist, daß alle Absender sich genau an die Bestim­mungen über Inhalt unb Verpackung hatten, Gegenstände, die raschem Verderben ober Zerbreche»» ausgesetzt sind, keinesfalls absenden. Sie müssen sich ver­gegenwärtige»», daß vom Tag der Ausgabe bis zur Zu­stellung etwa vier Wochen vergehen, daß guter Wille und rührende Liebe sich hart stoße»» au der rauhen Wirk­lichkeit des Krieges!

Weitere Drahtnachrichten«

Eine Enzyklika des Papstes.

Rom, 17. November. Der Papst hat an die Bischöfe der katholischen Welt eine Enzyklika gerichtet. In dieser heißt es, der Papst sei, als er ben Stuhl Sankt Peters bestieg, schmerzich betroffen gewesen über die bedauerns­werte Lage, in der sich gegenwärtig die bürgerliche «Ge­sellschaft befinde, aber freudig berührt über den erfreu­lichen Zustand, in bem ihm sein Vorgänger die Kirche überleben habe. Die Enzyklika begründet ausführlich diese beiden Eindrücke und spielt hinsichtlich des ersten aus ben schrecklichen Krieg der Geister zivischen den Menschen an, für ben sie vier Hanptgründe findet:

1) ben Mangel gegenseitiger und aufrichtiger Liebe unter den Menschen,- 2) die Verachtung der Autorität: 3) die Ungerechtigkeit in ben Beziehungen zwischen ver­schiedenen bürgerlichen Klassen: 4) die materiellen Gü­ter, welche das einzige Ziel der menschlichen Tätigkeit geworden sind.

Nach einer Prüfung der günstige»» Lage der Kirche und des weiten Gebietes, welches ihrer Tätigkeit noch offenstehe, schließt der Papst mit einem heißen Frie- üenswunsch, Frieder» für die Nationen, welche in ihm unschätzbare Güter finde»» würben, Frieder» für die Kirche, welche in ihm die ihr notwendige Freiheit finden werde, sowie bie Beendigung des anormalen Zustan­des. in dem sich heute der Stellvertreter Christi befinde und gegen den der Papst in Erfüllung seiner heiligen Pflicht öte Proteste seiner Vorgänger wiederholt. Zu diesem Zwecke empfehle er und bitte, um Frieden zu beten unter der Vermittlung der Heiligsteri Jungfrau.

Explosion in einer Pulverfabrik.

»^ Cöln, A November. (T.-U.) Gestern nachmit­tag ereignete sich in der früher Notterschen Pulverfabrik bei Hanim a. L-. eine schwere Explosion. Drei Gebäude würben zertrümmert. Bisher wurden 6 Tote geborgen. Man schätzt die Zahl der Opfer auf acht ober neun. Die öurch die Explosion hervorgerufene Erschütterung war bis auf 200 Meter vom Explosionsherd wirksam, wo die Fenster zersprangen und die Mauern barsten.