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Die russische Niederlage im Kaukasus NeN Erfolge im Westen.

Aus Konstantinopel vom 13. November meldet der Draht: Schon seit vorgestern lagen sehr günstige Depeschen des türkischen Hauptquartiers vor, das gegen die russische Kaukasus-Armee operiert. Diese setzt sich aus dem 1. kaukasischen Armeekorps und verschiedenen Reservetruppenteilen zusammen. Besonders das 1. kau­kasische Armeekorps gilt als eine russische Kern- und Elite-Truppe. Jetzt gibt das türkische Hauptquartier Einzelheiten, die alle Osmanen, nicht minder aber auch ihre europäischen Verbündeten mit wahrhafter Befriedi­gung begrüßen werden. Die Kämpfe dauerten drei Tage. Die Russen, die hohe Schneeberge besetzt hielten, wurden überall mit dem Bajonett angegriffen und vertrieben. Die Flucht der Russen ging stellenweise panikartig vor sich. Zahlreiche Gefangene und Munition fielen in die Hände der Türken.

Aus dem türkischen Hauptquartier wird dazu nach neuen Telegrammen gemeldet:

t^ Konstantinopel, 14. November. (WTB.) Eine Mitteilung des Großen Generalstabs besagt: Im Kampfe Köpriköj, der am 11. und 12. November statt- fand, mürben die Russen geschlagen. Sie verloren 4000 Tote und ebensoviel Verwundete pnd 500 Gefangene. Unsere Truppen eroberten 10 000 Gewehre und eine Menge Munition. Die Russen zogen sich im schlechtesten Zustande in der Richtung auf Kutek zurück. Steiles Gelände, Nebel und Schnee erschwerten die Umgehungen unserer Truppen. So konnte den Rüsten die Rückzugs­linie nicht völlig abgeschnitten werden, doch wird die Verfolgung fortgesetzt.

Weiter heißt es in einem amtlichen türkischen Bericht:

** Konstantinopel, 13. November. (WTB.) Der amtliche Bericht aus dem Großen Hauptquartier besagt: Vergangene Nacht haben unsere Truppen nach einem überraschenden Angriff alle russischen Blockhäuser au der Grenze des Vilajets Trabzund genommen, find 3 Stunden in das Innere Rußlands in der Richtung auf Batum eingedrungen und haben die russische Kaserne von Kurdoghlu eingenommen.

Aus dem großen Hauptquartier

«*#> Großes Hauptquartier, 13. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Am Yserabschnitt bei Nieuport brachten unsere Marinetruppen dem Feinde schwerste Verluste bei und nahmen 700 Franzosen gefangen.

Bei dem gnt fortschreitenden Angriff auf Ypern wurden weitere 1100 Mann gefangen genommen.

Heftige feindliche Angriffe westlich und östlich Sois-

sons wurden unter empfindlichen Verlusten für Franzosen zurückgeschlagen.

An der ostprentzischen Grenze bei Eydtkuhnen

Sie

und

südlich davon, östlich des Seeabschnittes haben sich er» neute Kämpfe entwickelt. Eine Entscheidung ist noch

nicht gefallen.

Oberste Heeresleitung.

Unsere Erfolge im Westen.

Der militärische Mitarbeiter desBerner Bundes" beurteilt die strategische Lage der Deutschen zwischen dem Meere und den Vogesen als wesentlich gebessert. Die Verbündeten hielten zwar auf der ganzen Front.mit Geschick den deutschen Angriff ab und suchten durch Ab­lenkung an weniger wichtigen Punkten sich Entlastung zu schaffen, seien aber immer mehr darauf angewiesen, sich nach den Absichten der Deutschen zu richten. Unter anderem bemerkt der militärische Sachverständige, wie dieKöln. Ztg." berichtet:

Sobald die Argonnen westlich von Verdun in siche­rem Besitz der Deutschen sind, wird die Maasfestung den Artillerieangriff über sich ergehen lassen müssen. Es gewinnt den Anschein, als wären die letzten Vorstöße der Franzosen aus der Norüostfront nur Versuche ge­wesen, den Einbau deutscher Batterien zn stören. Wenn es den Deutschen gelingt, den Argonnenknoten vollstän­dig aufzulösen, so geriete Verdun in Gefahr, eingekreist zu werden.

Ein Genfer Telegramm schildert

die französische Anffassung der Lage.

Der französische Versuch, den Deutschen die Fest­setzung am westlichen Aserufer zu erschweren, ist nach dem letzten französischen Hauptquartiersbericht miß­lungen. Der Bericht gesteht zu, daß die Deutschen am

Die Kämpfe im Osten. Der letzte Streich derEmden"

westlichen Merufer sich behaupten, verschweigt aber voll­ständig die höchst vorteilhafte Stellung südlich Dixmui- den am Yserkanal. wo die Franzosen so schwachen Wi­derstand leisten, daß der Militttrkritiker, General La Croix, mit der Gefahr einer Umgehung rechnet. Ober­leutnant Rousset schreibt: Resigniert müssen wir dieser wesentlichen Veränderung Rechnung tragen. Die deut­sche Wehrkraft bildet jetzt ein respektgebietende breschen- lose Mauer.

In dieser Erkenntnis werden die Werbungen eifrig fortgeführt. Der Parlamentskorrespondent desDaily Telegraph" erfährt: Man glaube, Asquith werde die Ge­nehmigung des Parlaments zur Anwerbung derzwei­ten Million Soldaten" für den Krieg einholen.

Die englische Flotte von der belgischen Küste ver­schwunden.

Eine Rotterdamer Meldung besagt: Der Kanonen­donner von der Seeseite her ist völlig verstummt. Die Verbündeten haben eingesehen, daß sie mit ihrer Flotte zwischen Ostende und der holländischen Grenze keine ernsthafte Aktion gegen die Deutschen unternehmen können.

»s* Genf, 14. November. (T.-U.) Französische Blät­ter bereiten nach einer Meldung desLokal-Anz." das Publikum auf den baldigen Rückzug der Verbündeten aus dem noch immer unter deutschem Feuer stehenden Armentieres vor. Ein Sonderbericht fügt hinzu, über­all, wo es die Engländer zn vernichtengilt, zeigen dir Deutschen eine wahre Erbitterung.

Anf Calais.

w, Rom, 14. November. (T.-U.) DemGiornale b'Jtalia" drahtet nach demLok.-Anz." sein Pariser Korrespondent: Dort herrscht die Ansicht, daß der Ver- auf der Stümpfe in Flandern bestätigt, daß die Deut­schen alle Kräfte gegen den Norden konzentrieren, um Calais in ihre Gewalt zu bringet!, das als Brückenkopf ür den Angriff auf England dienen soll. London sei etzt das Hauptziel der Deutschen geworden. Vor Jah­resende werden sie noch eine entscheidende Aktion gegen England unternehmen. Ihr müsse eine große See­schlacht vorangehen, die bald zu erwarten sei. Die Sach­verständigen glauben, daß bei Deutschlands Seevorbe­reitungen eine solche Aktion, wenn sie sich auf Calais stützen könnte, Erfolg haben könnte.

Die Engländer haben bisher 57 000 Mann verloren.

^ London, 14. November. (T.-U.) Nach einer Mit­teilung, die der Ministerpräsident Asquith im Unter­hause niachte, haben die Engländer bis zum 31. Oktober 57 000 Mann verloren.

w Berlin, 14. November. (WTB.) DieDeutsche Tageszeitung" meldet, fast alle Mitglieder des Ober­hauses haben den Verlust von Verwandten auf dem Schlachtfelde zu beklagen.

Die neuen Kämpfe bei Eydtkuhnen.

Der Kriegsberichterstatter desBerliner Tageblatts" Paul Lindenberg schildert in seinem Bericht vom 9. No­vember die neuen Kämpfe bei Eydtkuhnen und Romin- ten: Schon in einem meiner letzten Berichte hatte ich erwähnt, daß starke russische Kräfte, mehrere Korps, auf sehr langer Linie von neuem nach Ostpreußen emzu- fallen drohten. Meist blieb es bei dem Versuch, wenn auch an bestimmten Stellen aus besonderen Gründen unsere Truppen zurückgezogen werden mußten, und der Gegner einzelne Punkte, wie Lyck und Marggrabowa, besetzte. Auch in die Romintener Heide, aus der unsere Flieger verschiedene Brände das kaiserliche Jagd­schloß soll bisher noch verschont geblieben, aber die

Flieger verschiedene Brände das kaiserliche Jagd­schloß soll bisher noch verschont geblieben, aber die Kastellanswohnung eingeäschert worden sein melde­ten, drang eine russische Kavalleriedivision ein, wurde jedoch vor Goldap zurttckgeworfen. Mit besonderem Nachdruck versuchten die Russen am letzten Sonnabend am 7. November auf der Strecke Eydtkuhnen bis zum nordöstlichen Rande der Romintener Heide durchzu- brechen, um sich in den Besitz der Straße Stallupöhnen- Gumbinnen zu setzen. Es kam zu heftigen Kämpfe», die auch in der Nacht zum Sonntag und noch am gestri­gen frühen Morgen ihre Fortsetzung fanden. Der Ver- folgnng des unter erheblichen Verlusten es wurden etwa 4000 Gesungene gemacht und 10 Maschinengewehre erbeutet überall zurückgeschlagenen Feindes konnte ich gestern beiwohnen. Die Rnssen hielten nirgend mehr stand. Der unter steter Mitwirkung der Artillerie un­ternommene nächtliche Sturmangriff unserer Infanterie, welcher auch uns Opfer, wenn auch nicht bedeutende gekostet hat, muß auf sie von schwerem Eindruck gewesen sein. Ohne weiteren Widerstand zn leisten, hatten sie vorzüglich gesicherte Stellungen verlassen. Alles deutete auf schleunige Flucht hin.

Die Aufforderung zumHeiligen Krieg".

Keine Gefahr für den Osten.

oh* Berlin, 14. November. DieNordö. Allgem. Ztg." schreibt: Neuerdings werden über die Lage in den Grenzprovinzen Ostpreußen, Posen und Schlesien be- nnrnhigende Gerüchte verbreitet. Demgegenüber kann anf Grund von Erkundigungen an nuterrichteter Stelle festgestellt werden, daß nur in einigen Grenzdistrikte« Ostpreußens vereinzelt kleinere rnssischL Truppenabtei- lungen eingedrungen sind. Wegen der ganzen Provinz Ostpreußen liegt ein Grund zur Besorgnis nicht vor. Für die Provinzen Posen und Schlesien besteht über­haupt keine Gefahr.

Vom österr.-ungar. Generalstab

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»-^ Wien, 14. November. Amtlich wird verlautbart: Im Norden hat sich gestern an der Front unserer Armee nichts von Bedeutung ereignet. In Tarnow, Jaslo und Krosno ist der Feind eingerückt. Die Gesamtzahl der in der Monachrie internierten Kriegsgefangenen ist bis gestern auf 867 Offiziere und 92 727 Mann gestiegen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Generalmajor.

Der österreichische Vormarsch in Serbien.

Wie«, 13. November. (WTB.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet:

Der Feind setzte seinen Rückzug von Koseljeva und Valjewo gegen Osten fort. An der Save wurde Usts ge­stürmt. Beljin und Banjani erreicht. Die feindliche Be« festignngslime Gomile bis Draginje ist bereits in nnse- tem Besitz und Soppot-Stolico erreicht. Die von Westen nach Nordwesten vorrückenden Kolonnen sind Ein­zelheiten können nicht veröffentlicht werden gegen Baljewo herangekommen, wo speziell die südlichen Ko­lonnen in schwierigstem Terrain bewnndernngswttrdige Leistungen vollführten.

Der Aufruf zumheiligen Krieg".

wor-

Der Aufruf des Sultans zum heiligen Krieg, der, wie gemeldet, am Donnerstagabend veröffentlicht den ist, lautet nach demB. T." wie folgt:

Rußland, England und Frankreich haben nicht auf- gehört, gegen uns zu arbeiten, um die muselmanischen Völker, die unter dem Kalifat vereinigt sind, zu ver­nichten. Dank dem Allmächtigen werden wir jetzt diesem Vorhaben unserer Feinde ein Ende setzen. Verbündet mit Oesterreich-Ungarn und Deutschland, werden wir unsere Interessen verteidigen. Die Armeen unserer Verbündeten haben den Feinden bereits furchtbare Ver­luste zugefügt. Unsere tapferen Soldaten werden kein Opfer scheuen, die Ehre des Vaterlandes zu verteidigen. Kämpfet wie die Löwen gegen die Feinde, denn Ehre und Freiheit von dreihundert Millionen Muselmanen hängen von euren Siegen ab. Die Herzen und Gebete von dreihundert Millionen Unschuldiger sind mit euch, meine Kinder, meine Soldaten. Die Pflicht, die euch heute gegeben worden, ist bisher keiner Armee der Welt auferlegt worden. In Erfüllung dieser Pflicht zeiget der Welt, daß ihr Nachkommen jener glorreichen os- manischen Armeen seid, die einst die Welt zittern mach­ten. Kämpfet, daß der Feind nicht wagt, seinen Fuß in dieses heilige Landzu setzen und die Ruhe des Och* ligen Gebietes.von Hedschas zn stören. Kämpfet tapfer, um die Ehre der Waffen und die Ueberlegenheit der türkischen Flotte zu erweisen. Das Recht ist auf un­serer Seite, die Unehre auf der Seite der Feinde. Der Allmächtige wird mit uns sein, um die bösen Absichten der Feinde zu vereiteln. Meine Soldaten, vergesset nicht, daß ihr Waffengefährten der deutschen und öster­reichisch-ungarischen Truppen seid und mit ihnen für dasselbe Ziel kämpft. Wer fällt, wird ein Märtyrer sein, wer am Leben Reibt, wird die Früchte des Sieges ernten. Mehmed Reschad."

Zunehmende Gärung in Aegypten.

Der römische Korrespondent der TurinerStampa" meldst, daß man nach den in Rom eingetroffenen Nach­richten große Ereignisse in Aegypten erwarte. Es sei fast sicher, daß der Khedive, der noch immer in Kon­stantinopel ist, ein Expeditionskorps organisiert, um ge­gen die ägyptischen Okkupationstruppen vorzugehen und Aegypten von den Engländern zu säubern. Anderer­seits wird demCorriere della Sera" mitgeteilt, daß die Gärung in Aegypten einen besorgniserregenden Um­fang annimmt.

te-e Rom, 14. November. (WTB.) Reifende aus Alexandrien versichern, daß. in allen Hafenstädten Aegyptens fieberhaft an den Verteidigungswerken ge­arbeitet werde. Die Araber würden sich erheben, sobald die Türken in Aegypten eingedrungen seien.

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5m fernen Osten.

Roman von O. Elster.

(Nachdruck verboten.)

Es dunkelte bereits, als der Zug in den Bahnhof von Peking einfuhr. Der deutsche Gesandte, Herr von Kettler, der österreichische Gesandte und die Beamten der Gesandtschaften empfingen die Truppen. Ein Hurra auf den deutschen Kaiser, ein Hoch auf den Kaiser Franz Josef wurde ausgebracht, dann zogen die Truppen mit klingendem Spiel in die Hauptstadt des gewaltigen chi­nesischen Reiches ein, umbrandet von einer ungeheuren Menge chinesischen Pöbels, der nur durch die Bambus­stöcke der Polizisten in Ordnung gehalten werden konnte.

Als Ellen durch das große, düstere, gewaltige Tor- gebaude fuhr, schauderte sie leicht zusammen. Es war ihr, als betrete sie einen Kerker, der sie mit engen, un­durchdringlichen Mauern umschlösse.

Taa Auf der Reede von Tongku, der Hafenstadt Tientsin, ^^^ernationale Geschwader, das die Mächte hier

Angehörigen zzusammengezogen hat- WG ruhten die großen Panzerschiffe Mut; selten hatte Ostasien eine L^hA in der Schiffe aller Nationen fi^et Westen schien gegen den Osten ^^" den Panzerkolossen Eng- wtiös Inlett tHc ^icu^cv öbS deutschen

fif^eu und französischen Kanonenboote, die Panzerschiffe VEeuS, Nordamerikas und Oesterreichs; selbst Japan ^"' echen Krüger zu dieser Flotte gesandt, über die ÄÄT seymour als ältester Offizier das

Von der Mündung des Peiho drohten düster die M^ren Deschütze der Taku-Forts herüber, die den Mb für die Schiffe der Verbündeten sperrten; aber ! ßW« ankerten schon zwischen Taku und I

Tientsin das deutsche KanonenbootIM«. &st Mische I

Kanonenboote, der kleine englische KreuzerAlgerine", mehrere Torpedobootszerstörer und das französische KanonenbootLion", jeden Augenblick bereit, ihre ver­derbenbringenden Grütze der chinesischen Besatzung der Taku-Forts zu übersenden.

Zwei Weltanschauungen, zwei Kulturen standen sich hier gegenüber, die christlich-europäische und die ost- asiatische Kultur, die sich mit dem Mute des religiösen Fanatismus dem Eindringen jener Weltanschauung in das alte Chinesische Reich widersetzte. Ein Kampf um politische und merkantile Interessen schien entbrannt zu sein, aber wer tiefer eindrang, der mußte sehen, daß es sich hier um ein weltgeschichtliches Ereignis handelte, um einen Kampf der christlich-europäischen Kultur gegen ostasiatische Unkultur, gegen religiösen und politischen Fanatismus, gegen verrottete und veraltete Zustände; es galt einen Schritt vorwärts zu tun auf dem Ent­wicklungswege der Menschheit zu einer höheren Stufe.

Die späteren Ereignisse in China, die die alte auto- kratische Regierung der Mandschudynastie hinwegfegten, waren nur die Folge dieses Eingreifens der christlich­europäischen Mächte in die Verhältnisse des Chinesischen Reiches.

Im Kriegsrat, der unter dem Vorsitz des Admirals Seymour abgehalten wurde, beschloß man, sich der Taku- Forts zu bemächtigen, die die Flußmündung des Peiho versperrten und auch den Verkehr mit Tientsin und Peking verhinderten. Der Aufstand, dem sich jetzt auch große Teile des chinesischen Heeres angeschlossen hatten und an deren Spitze ein kaiserlicher Prinz stand, über­flutete jetzt das ganze Land, sodaß die Fremden in Peking sowohl wie in Tientsin ernstlich bedroht waren. Durchgreifende Maßnahmen waren daher erforderlich, um den freien Verkehr mit Peking wieder herzustellen, der durch die Aufständischen vollständig unterbrochen worden war. Dazu war vor allem nötig, sich in den Brsjtz der Taku-Forts zu setzen. Der Kommandant der

Forts wurde zur Uebergabe aufgefordert, er verweigerte diese und drohte mit bewaffnetem Widerstand. Die ver­einigten Mächte landeten ein Korps, das die Forts er­stürmen sollte, nachdem der Sturm durch das Geschütz- feuer der auf dem Peiho ankernden Kanonenboote vor­bereitet war.

Es war die Nacht zum 17. Juni. Ein sternen­klarer Himmel wölbte sich über Land und See, von der eine frische Brise herüberwehte. Das Kanonenboot Iltis" lag den chinesischen Forts zunächst; dann folgte stromaufwärts dieAlgerine" und weiterhin die russi­schen und französischen Schiffe.

Tiefe Ruhe herrschte auf demIltis". Eine köst­liche, laue Sommernacht sank über die Küste und Fluß herab; der Mond stand voll am dunklen Himmel und warf fein magisches Licht auf die Landschaft, aus der sich düster und drohend die Umrisse der chinesischen Forts abhoben.

Außenbords gurgelten und klatschten die trüben Wasser des Peiho au Ankerkette und Bordwand. In der Offiziersmesse saßen die dienstfreien Offiziere in ern­stem Gespräch zusammen, unter ihnen der Berichterstatter desOstasiatischen Lloyd" Herrings, der als Gast auf demIltis" weilte. Jeder wußte, daß ein ernster, blu­tiger Tag bevorstand, hatte der Kommandant der Forts doch von Peking die Weisung erhalten:Tötet alle Euro­päer, sprengt alle ihre Schiffe in die Luft. Wartet aus nichts mehr." Jeden Augenblick konnte der Kampf be­ginnen.

Es hatte 8 Glas geglast (12 Uhr Mitternacht); die Wache auf Deck hatte gewechselt, die Posten waren ab« gelöst. Im Dämmerlicht des Mondes lagen ruhig finster, drohend, wie gewaltige Ungeheuer, die feindlicher Forts.

(Fortsetzung folgte