Satt Feindliche Aufklärungsabteilungen, die unsere »ewegungen erkun-en wollten, wurden abgewiesen. Bei Durchführung -er jetzigen Operationen erweist sich neuerdings die bewährte Tüchtigkeit «nd Schlagkraft u«, serer Truppen.
Der Stellvertreter -es Chefs des Generalstabes von Höfer, Generalmajor.
Oesterreichische Fortschritte in Serbien.
Wien, 12. November. (WTB.) Bom südliche« Kriegsschauplatze wird amtlich gemeldet: Unter fortwährenden Gefechten mit feindlichen, in vorbereitete« Stellungen eingenisteten Nachhuten wurde gestern die Verfolgung auf -er ganzen Fron- fortgesetzt und im allgemeinen die Linie -er Höhen östlich Osetschtna-Na» kutschani-Novoselo an -er Save erreicht. Der Gegner ist im vollen Rückzüge gegen Koceltzewo und Baljewo, wo nach Meldung unserer Flieger Tausende von Train- fuhrwerken alle Kommunikationen verlassen. Außer der gestern gemeldeten Kriegsbeute wurden neuerdings vier Geschütze, 14 Mmtttionswaaen, eine Munttions- kolonne, mehrere Munitions- und Verpflegnngsdepots, Trainzelte und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Zahlreiche Gefangene, deren Anzahl noch nicht bekannt ist, wurden gemacht.
Serbiens letzter Ersatz.
o-s> Wien, 13. November. (T.-U.) Die serbische Heeresverwaltung beruft alle Männer bis zum 50. Lebensjahre, ebenso die 18jährigen. Damit ist das serbische Ersatzmaterial erschöpft. Die Mohammedaner in Neu- serbien, die zwangsweise rekrutiert werden, fliehen zu Hunderten über die Grenze.
Der türkische Schlachtbericht.
^ Konstantinopel, 13. November. (WTB.) Amtlich wird vom 12. November mitgeteilt: Der türkischen Armee gelang ihr Angriff, -er gestern früh begann, vollkommen. Die Russen konnten sich in ihrer zmeiten Linie kaum 1% Tag halten. Die einlanfen-en Nachrichten besagen wörtlich, der Fein- wurde mit Gottes Hilfe bezwungen, seine Stellungen zu räumen. Er weicht auf -er ganzen Front znrück «n- wir- von allen Seiten verfolgt.
Unruhen in Abessinien.
Französischen Blättern wird aus Abessinien gemeldet, daß dort eine revolutionäre Bewegung im Gange sei, die täglich an Ausdehnung gewinne. Die französische Eisenbahnlinie Dschibutr-Assab sei vollkommen zerstört worden, ebenso ein Teil der italienischen Bahn Massaua- Addis-Abeba.
Armee gelang kommen. Du
Die ersten englischen Verwundeten in Kairo.
o-s- Mailand, 13. November. (WTB.) Blätter melden aus Kairo, -aß jenseits des Suezkanals gekämpft werde. In Kairo seien 4 Eisenbahnwagen voll Ver- wunöeter angekommen. Am asiatischen Ufer sei eine Empörung -er einzelnen Truppen ausgebrochen, wett die Engländer die Brunnen -er Wüste zerstört haben, um den Türken den Vormarsch zu erschweren.
Die Türkei und -ie italienischen Interesse«.
«b* Kopenhagen, 13. November. (T.-U.) Ein Telegramm der „Daily Mail" meldet: Die Pforte habe den Gedanken einer Annektierung -es Snezkanals aufae- geben. Die Pforte befürchtet, -atz -nrch -ie Annekne- rung -er italienischen Interessen gefährdet würde«, die Italien znr Anfgabe seiner Neutralität nötigen würden. Die Nachricht ist, wie die „Frankfurter Zeitung" bemerkt, mit Vorsicht aufzunehmen. Selbst wenn die Pforte den Plan verfolgte, sich Aegyptens, das ihm allerdings staatsrechtlich schon gehört, zu bemächtigen, so kann von einer „Annektierung" des SuezAnals, -er einer internationalen Gesellschaft gehört und -essen rechtliche Lage durch internationale Verträge geregelt ist, nicht die Rede sein und auch nicht in der Absicht der Türkei liegen.
Die deutsche Kolonie in Täbris von den Stoffen gefangen.
t geschleppt.
Aus Konstantinovel meldet der Draht: Die deutsche Kolonie von Täbris, die sich auf dem Wege nach Teheran befand, wurde von russischen Streitkräften mit Frauen und Kindern in russische Gefangenschaft geschleppt. Versuche von deutscher Seite, die persische Regierung zur Befreiung -er Gefangenen zu veranlassen, wurde durch die Flucht der Perser vor den Russen vereitelt. Bei der persischen Regierung und dem amerikanischen Gesandten in Teheran wurden energische Proteste gegen diesen erneuten Bruch -es Völkerrechts eingelegt. Der deutsche Konsul konnte mit seinem Archiv noch rechtzeitig ge
rettet werden.
Die Kapkolonie im Kriegszustand.
o-* Rotterdam, 13. November. T.-U.) Nach Meldungen hiesiger Blätter erklärte der englische Ministerrat den Kriegsznstaud auch für die Kapkolonie, da sich der Anfstand der Buren auch auf das Gebiet der Kap- koloute ausaedebut bat.
m Kapstadt, 13. November. (WTB.) Nach einer Reutermeldung warf Kavallerie aus Natal an der «or-ösMche« Grenze -er Kapkolonie eine kleine Abteilung Ausstäu-ischer aus Schuitdrift zurück.
Bormarsch -er Buren auf Pretoria?
„ In London wird eine Meldung aus Pretoria amtlich ausgegeben, die bereits vom 8. November stammt. Sie lautet: Oberst von Deventer hat jetzt Fühlung mit den Aufständischen bei Zan-fontai«, 64 Meilen von Pretoria, bekomme«.
Deutsch-Kongo in französischen Händen?
Stockholm, 13. November. Dem „Svenska Dag- blabet" wird aus Paris offiziell mitgeteilt, daß sran- Söstsche Truppen einen großen Teil von Kongo wieder erobert haben, den Frankreich im November 1911 an Deutschland aötrat. Das ganze Ubanjigebiet ist in französischen Händen. ,, - « u
Asquith redet über die „gerechte Sache .
Aus London meldet der Draht: Nach Eröffnung des Parlaments durch ^n König wurdein bKöen Hau- sern Adressen auf die Thronrede eingeb^cht. Wie Bo daw. betonte auch Asquith das völlige ^schwinden der Parteivolittk Die Truppen der Verbündeten yanen das erste Ziel des Kaisers völlig vereitelt. Die Erfahrungen der letzten drei Monate berechtigten su der Hoff- hu«L, daß England aus dem Kampfe für <eine gerechte Sache l!> als Sieaer hervorgehen werde. Premierminister Asquith k^ndime für den16.Novemberdie Borlage von Finanzvorschlaaen einschließlich der Frag der Kriegsanleihe an und schlug Mr den 17. Novmiver ein großes Kreditvotum und ein Erganzungsvotum für die Verstärkung des Heeres vor. Bisher seien nur 1186000 Mann für die reguläre Armee bewilligt. Die Armee zähle bereits 1086 (M Mann. (Beifall.) Hierauf wurde die Debatte vertagt. ,
»ine neue Deutscheuhetze in England?
Während der Erörterungen im Oberhause teUte nach ehter firwhnnor mrelLnna der „Franks. 3ta" Lord Eraw-
Shter Londoner Meldung der ^ta#f.3tß." ^.^^ fort mit daß noch Untertanen feindlicher Staaten m File wohnen, obgleich ihnen -aS vttboten sei. ES wür
Vest forktSähMid Lichtfigüale gegebsn unS es sei ein privater Postdienst zwischen dem Hafen von Fife und Deutschland entdeckt worden. Während der letzten 14
ni Petroleum ausgeführt worden, was ungesetzlich ei. Lord Halöane versprach, eine Untersuchrrng ein- zuleiten. Hiernach scheint eine neue Hetze gegen die Deutschen vorbereitet werden zu solle«.
Zur Blockierung der „Königsberg".
Von sachkundiger Seite wird dem „Hann. Kur." geschrieben:
Nach der Angabe der englischen Admiralität ist unser Königsberg" von dem englischen Kreuzer „Cha- tham" in Deutsch-Ostasrika in der Miindnng des Rnfigt- Flusses durch Versenkung eines Kohlendampfers blockiert worden und soll sechs Seemeilen stromauf liegen, die Besatzung aber ein befestigtes Lager bezogen haben.
Die Nachricht klingt etwas unklar und gefärbt, dürfte aber kaum allzu schlimm zu nehmen sein. Daß die Mannschaft das Schiff verlassen haben sollte, trotzdem die „Chatam" nicht folgen konnte, klingt unwahrscheinlich. Dazu kommt noch folgender Unistand: Die Mündung des Rufigi liegt unter dem 8. Breitengrade gegenüber der Insel Mafia, 120 Kilometer südlich Dar- essalam und 60 Kilometer nördlich Kilwa. Die Müii- dung bidet ein Delta von 80 Kilometer Breite von der Mohoro-Bucht bis weit nördlich von Ssalale. Sie teilt sich in unzählige teilweise schiffbare Mündungen nach dem Mafia-Kanal. Die breitesten und tiefsten sind bet Ssasale. Da nur von der Sperrung einer Mündung die Rede ist, blieben noch manche andere für den Austritt ins Meer zur Verfügung. Von einer Blockierung in dem Sinne, daß dem deutichen Kreuzer die Ausfahrt zur See vollkommen versperrt sein sollte, kann deshalb nicht die Rede sein.
Das untere Rufigi-Gebiet ist stark bevölkert. Hier liegen viele deutsche Pflanzungen mit großen Arbeiter- sieöelungen, mit Post- und Telegraphen-Stationen- auch zwei Dampfer verkehren auf dem Unterlauf des Flusses. Mithin ist der „Königsberg" nicht hilflos. Er kann an Land jede Unterstützung finden, die er braucht. Er hat telegraphische und Funkenspruch-Verbindung. In Ssalale, zur Not auch in Mohoro, könnten Ausbesserungen am Schiff, falls sie erforberlich sein sollten, was kaum anzunehmen ist, da eine Beschießung -er „Chatam" wirkungslos gewesen zu sein scheint, vorgenommen werben. Auch die große Regenzeit, die den Rufigi stark anschwellen läßt, beginnt einzusetzen und wird die Zahl der Auslaufwege vermehren. Kohlen, Mundvorräte und selbst Mannschaften würden dem „Königsberg" vollauf zur Verfügung stehen. Schlimmstenfalls bildet die Besatzung und Bestückung des „Königsberg" eine sehr brauchbare Vermehrung der Schutztruppe unserer ost- afrikanischen Kolonie.
Somit scheint wahrlich wenig Grund zu Befürchtungen über -as Schicksal der „Königsberg", oder gar -essen gänzlichen Verlust zu bestehen. Er wird, nach genügender Vorbereitung, eines Tages wieder auf der Bildfläche des Kriegstheaters erscheinen und den Herren Engländern noch manche Nuß zu knacken aufgeben. So hoffen wir!
Der Ruhm -er „Emden" in Indien.
Wie wir in -er „Voss. Ztg." lesen, hat man in Indien -er „Emden" und ihrem Kapitän übernatürliche Kräfte zugeschrieben. In der Londoner „Morningpost" berichtet ein englischer Beamter aus Rangun: Wenige Tage nach der Beschießung von Madras fand man die „Emden" eines Morgens friedlich im Hasen von Pon- dtchsri verankert und Kohlen nehmend. Es heißt, daß die „Emden" sich -rahtlos erboten habe, die englische Post von Rangun «ach Kalkutta zu bringen. Dann berichtet der Korresponöent weiter: Die „Emden" wir- von vielen als ein großes Unterseeboot betrachtet. Die Eingeborenen schreiben dem Kapitän überteleskopische Augen zu, die 500 Meilen weit sehen könnten.
Kriegsallerlei.
Wie England das System des Kapitäns von Müller beurteilt.
ob* Loudo«, 13. November. (WTB.) Nach der Morningpost war das System des Kapitäns von Müller, die Schiffe unterschiedslos zu versenken, völkerrechtswidrig. Seine Entschuldigung sei aber das Fehlen eines Prisen- gertchts, vor das er seine Beute hatte bringen können.
Eine Nationalspende zum Ersatz der „Emden".
ob* Mag-e-nrg, 13. November. (WTB.) Die „Magdeburger Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf zn einet Nationalspende zum Ersatz der „Emden". Als Grundstock wnrde« 500 Mark gezeichnet.
Keine Steuervorlage tot Reichstage.
,0b* Berlin, 13. November. (WTB.) „Die Bos- sische Zeitung" erfährt, daß Steuervorlagen in der bevorstehenden Retchstagssitzung nicht eingebracht werden, sondern nur eine zweite, der ersten ähnlichen Kreditvorlage erscheinen wird. Der Etat soll erst im Februar vorgelegt werden.
Graf Mielzynski Ritter des Eiserne« Kreuzes 1. Klasse.
Der frühere Reichstagsabgeordnete Graf Matthias Mielzonski, der, wie erinnerlich, im Februar dieses Jahres vom Schwurgericht Meseritz fretgesprochen wurde, befindet sich aus dem östlichen Kriegsschauplatz und hat das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten.
Württembergische Auszeichnnuge« -es Kaisers «nd -es Kronprinzen.
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Der König von Württemberg hat bei seiner Anwesenheit auf dem Kriegsschauplatz dem Kaiser, dem Rutschen Kronprinzen unö dem Herzog Albrecht von Württemberg das Großkreuz -es Militarveröienstorüens Weicht Wr-em wurden 500 OffMere und 2500 Mannschaften mit Auszeichnungen bedaD.
Gerechte Bestrafung eines Feldpostranbers.
Die Peimtaer Strafkammer verurteilte den Hand- lunasaehilfen Umbrowski, der seit Kriegsbeginn aus- lungsgeyitfen ^ipziger Postamt beschäftigt war, wegen 'Beraubung von mindestens 37 Feldpostbriefen zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis.
Aus einem spanischen Briefe
teilt der „Berl. Lok.-Anz." folgendes mit: „Hier laufen
Ä u “ » Sie WWW«« 6« hier viel oeltiten, es schon besser, aber man kann nicht ganz ruhig Im Winter wird hier auch mobilisiert werden, oobl nur zum Schutze des eigenen Landes. Eng-
etzt gei
aber wohl nur'züm Schutze des eigenen Landes. England kann unter Umstänöen Küstenverteidigung von
uns verlangen....
Eine berechtigte Avlehuuug an General Lemau.
Der kriegsgefangene belgische General Leman hatte gebeten, es möchte seiner Tochter gestattet werden, ihm in seiner Gefangenschaft in Magdeburg Gesellschaft zu leisten. Wie die „Magdeb. Ztg/ erfahrt. hatGeneral Leuwn daraufhin im Auttraa des Kriens Ministeriums
eburg Gesellschaft zu erfährt, hat General KrtLasmintsteriums
folgende Aüiwort erhalten: -------- "
„Es entspricht den ritterlichen Ueberlieferungen -es -eutschen Heeres, den tapferen Feind zu ehren und ihm auch das Los der Gefangenschaft so weit als möglich zu erleichtern. An sich wäre das Kriegsministermm gern geneigt, bet dem stomman Mitten von Lüttich eine Ausnahme von den sonstigen Regeln zu machen und sein Gesuch zu genehmigen. Wenn dies trotzdem nicht geschehen kann, so hat General Leman -as einzig und allem dem Benehmen seiner Landsleute und ihrer Verbündeten zuzuschreiben. Nicht nur hat sich die belgische Bevölkerung wehrlosen deutschen Verivundeten gegenüber in zahlreichen Fällen Grausamkeiten und Untaten zuschulden kommen lassen, wie sie unter europäischen Völkern bisher nicht möglich erschienen, die Aussagen einwandfreier Zeugen habelr auch lmzweifelhaft öarge- tan, daß die Behalidlung deutscher Gefangener, namentlich Verrvundeter, in Belgielt und Frailkreich, in manchen Orten nicht nur in Widerspruch zu den internatto- nalen Vereinbarungen steht, sondern menschlichem Empfinden Hohn spricht. Da es Hierllach eine schwere Verletzung der berechttgteri Gefiihle des deutschen Volkes wäre, wenn deutscherseits den Kriegsgefangenen irgendwelche Erleichterungen gewährt würden, so kann die erbetene Erlaubnis nicht erteilt werden."
Diese bei aller sachlichen Schärfe durchweg verbindliche Ablehnung wird im deutschen Volke Verständnis und Billignng finden.
Der Weltkrieg im Urwald.
Wir entnehmen der „Frankfurter Zeitung" folgende interessante Schilderung der Kämpfe im heißen A rika:
Ein lebenoiges Bild aus den Kämpfen zw schen Deutschen und Engländern im afrikanischen Urwald gewährt der Brief eines englischelt Soldaten aus Nairobi in Britisch-Ostafrika, der seine Abenteuer schildert. Zwei Schwadronerr des Reiterregiments, dem er angehört, erhielten den Anstrag, gegell eine Schar von 20 Deutschen auszurücken, die bis zu dem Metlenzeiger 28 an der Magadi-Linie vvrgedrnngen luaren. „Meine Schwadron ritt bis zum Metlenzeiger 28, um in ihren Rücken an kommen, während die andere Schwadron nach Ktu ging, um tßuen von vorn entgegenzutreten. Wir kamen auch glücklich am Meilenzeiger 28 an, erhielten dort Stationen für zwei Tage und ritten weiter. Bald aber hörten wir von den Masai, der die Deutschen von unserem Herannahen Wind bekomlnen hatten und zuritckgegangeu waren. Wir verfolgten sie bis an die deutsche Grenze, sonnten sie aber nicht erreichen.
Diese Streifzüge dauerten drei Tage, während deren wir auf der bloßen Erde lasiern mußten und bald keine andere Nahrirrlg mehr hatten als das Fleisch von den Tieren, die wir schössen. Am Ende des dritten Tages kam endlich der Fouragewagen, aber die Dummköpfe hatten allerlei Ausrüstuttgsgegenstände hineingepackt und nur einen einzigen Sack mit Reis, sodaß wir drei weitere Tage von Fleisch und Reis leben mußten, ohne ein bißchen Zucker oder Salz, ohrre Milch, Tee oder Kaffee. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie schrecklich es ist, immerfort zähes Fleisch essen an müssen, ohne Salz, ohne ein Stückchelr Brot. Wir wurden alle krank davon und schimpften furchtbar. Erst nach sieben Tagen bekamen wir wieder bessere Nahrung und erhielten Befehl, zum Metlenzeiger 26 an der Magadi-Linie zurltck- zukehren, wohin das Hauptquartier und das ganze Lager verlegt worden war.
Wir ritten zurück mit leichtem Herzelt uub noch leichterem Magen und dachtell bloß an das Essen, das wir bekommen würden. Das ganze Lacid, durch das wir kamen, war in dem Wildschutzaebiet, sodaß wir große Haufen voll WUd sahen, hauptsächlich Giraffen uuö Antilopen. Jede Nacht mußten wir vier Wachtposten rund um das Lager aufstelleu, itnö dann hörten wir rings um mts das Britllen der Löwen, die ganz in -er Nähe lauerten. Das ivaren recht bängliche Stunden in der pechschwarzen Nacht ustd dem dichten Urwald, in dem es so unheimlich lebendig war. Verschiedene die Posten vor den Löwen, die in einer Entfernung von zwanzig Metern vor ihnen er- m?.utui, am tuuWie reuen, uns ein Posten wurde von einem gewaltigen Rhinozeros verfolgt. Es war unS natürlich verboten, zu schießen, und dadurch mitröe die Situation erst so unangenehm. Drei Wochen lang habe ich so unter keiner Decke geschlafett, und es ist nicht hübsch, wenn man aufwacht und seinen trockenen Faden mehr an sich hat öurch Sen Nachtregerl.
Als wir endlich am Meileilzeiger 20 ankamerl, da hatten wir 100 Mann ein wenig Ruhe. Aber bald mußten wir gegen eine andere Schar von Deutschen und Schwarzen reiten, die sich der Stadt Ktsuinu genähert hatten. Wir wurden in einen der Seedampfer verladen, um bei Kuruau gelandet zu werden. Als wir noch zwei Kilometer von der Küste entfernt waren, saßen wir die deutsche Fahlle flattern, aber wir glaubten, daß der Ort verlassen wäre, denn man hatte seit ein paar Tagen von Deutschen nichts mehr gesehen. Plötzlich, als wir noch 600—700 Meter entfernt waren, zischten zwei Kugeln über unsere Köpfe hinweg. Es ging wie ein elektrischer Schlag durch die Mannsclmft, und kaum hatten wir uns auf Deck niedergeworfeu, als drei Kanonen und ein Maschinengewehr einen Kugelregen auf uns niederhageln ließen. Wir hatten auch ein Maschinengewehr und eine Kanone an Bord, und so erwiderten wir das Feuer. Aber es war uns unmöglich, die Landung zu bewerkstelligen, da ihre Kanonen zu furchtbar unter uns wüteten. Wir sind überzeugt, daß die beiden Schüsse aus Versehen von ein paar Schwarzen abgegeben wurden. Ohne diese unbeabsichtigte Warnung hätten sie uns ganz nahe herankommen lassen, und dann wären wir alle mit dein Schiff verloren gewesen. Wir müssen also den beiden Niggers dankbar sein, denn sie haben uns das Leben gerettet. Wir fuhren zurück und holten uns reichliche Verstärkung, aber als wir wiederkamen, war der Platz leer . . ."_________________
Gericht und Recht.
Alexander-Thormann verurteilt. Nach einer Verhandlung von mehr als fünf Stunden wurde der frühere KTeisausschußangestellte Heinrich Thormann, der unter dem Namen Dr. jur. Alexander annähernd ein halbes Jahr in Köslin zweiter Bürgermeister war, wegen schwerer Urkundenfälschung in zwei Fällen in Tateinheit mit Betrug zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr vier Monaten Gefängnis und zu zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Thormann hatte in seiner Stellung als Bürgermeister zwei Anwelsungen an die Stadthauptkasse zur Zahlung an den Architekten M. Johannsen in Stettin angewiesen, obgleich es einen solchen in Stettin über- Haupt nicht gab. Das Geld hat er an sich zahlen lassen und für sich behüten.
Weisere Drahtnachrichten.
Fürst Bttlow für den Botschafterposteu ausersehe»?
o-» Stockholm, 13 November. (T.-U.) Die „Mor ningpost" meldet nach der „Deutschen TageSzta." Rom, daß Fürst Bülmv als Nachfolger deS Botschaft von Flotow ausersehen sei. Der Wechsel solle m «M/ Lest bevorfteben.
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