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Sie Kriegserklärung der Türkei an die Drewerbandsmächle.

Der heilige Krieg der Muselmanen. Die schweren Verluste der Belgier. Zur Eroberung Dixmuidens. Asquith über die „gerechte Sache". Erfolge in Serbien. Zur Blockierung der „Königsberg".

^ Konstantinopel, 13. November. (WTB.) Ein kaiserliches Yrade enthält die Kriegserklärung an Ruß­land, England und Frankreich. Eine Proklamation des Sultans an das Heer verkündet den heiligen Krieg für alle Muselmanen.

Das Jrade ist vom 11. November datiert, von Meh- med Reschid unterschrieben und von allen Ministern gegengezeichnet. In einem ausführlichen Commumquee legt die türkische Regierung ferner die bürkenfeindlichen und antimufelmanischen Ziele der englischen Polrtik rm besonderen dar. Glücklicherweise sei jcyt ine Gelegenheit gekommen, die Interessen des Islams gegen seine un­versöhnlichen Feinde England, Rußland und Frankreich zu verteidigen.

Der heilige Krieg.

Die grüne Fahne des Propheten wird die un­gezählten Anhänger des Islams zum Sturme auf die britischen Zwingburgen führen. Mohammed Ali, einer der aus der Heimat vertriebenen und nach Italien ent­flohenen ägyptischen Prinzen, äußerte in Neapel: „Eng­land habe einen schweren Fehler begangen, als es sich mit Rußland und Frankreich verband und hierdurch seine sämtlichen Kolonien riskierte; denn keiner wisse besser als er, daß, wenn sich einmal die Muselmanen erhoben hätten, sie nicht mehr zu unterdrücken seien." Die Be- wegung der Mohammedaner in Europa, Asien und Afrika greift wie ein Feuerbranö um sich — der zu ungeahnter Höhe emporlodern wird. In erster Linie wird der eng­lische Kolonialbesitz von den Flammen ergriffen, doch auch andere Reiche werden in Mitleidenschaft gezogen. Bei den begonnenen und bevorstehenden Kämpfen in Aegypten, Arabien, Persien, Afghanistan und Indien ist die Abschätzung der Jünger des Propheten, die unter den verschiedenen Flaggen leben, von maßgebender Wich­tigkeit. Nicht mit Unrecht hieß es stets, das britische Reich haben mehr moslemitische Mitbürger als das tür­kische. Nur über die Anzahl von König Georgs mo­hammedanischen Untertanen konnte man sich schlechter­dings nicht einigen. Man trifft Angaben, die von 90 bis 150 Millionen schwanken. Unter allen Vorbehalten kann man jedoch zu dem Ergebnis kommen, daß in dem britannischen Weltreiche gegen 95 Millionen Moham­

medaner wohnen.

Nach König Georg von England kann, was manchen überraschen wird, Königin Wilhelmine von Holland den Anspruch darauf erheben, über die meisten Moham­medaner zu herrschen. Diese bewohnen fast alle Java. Sie mögen insgesamt auf 25 Millionen geschätzt werden. Rußland verfugt annährend 15 Millionen moham-

Rußland verfügt annährend 15 Millionen moham­medanischer Untertanen. Frankreich hat rund 12 Mil­lionen Moslems zu verzeichnen. Rechnet man jedoch Marokko zu oem französischen Besitz, was der Pariser selbstverständlich tut, so steigt die Zahl sofort über 20 Millionen. Sei dem nun, wie ihm sei, König Georg muß den Hauptstoß der sich erhebenden Mohammedaner aus­halten, doch auch seine Verbündeten, der Zar und die französische Republik, werden schwer ins Gedränge kom­men, da ihre Hände im europäischen Kampfe gebunden

sind.

Bei der Entfachung des heiligen Krieges haben nach moslemitischen Grundbegriffen die Anhänger des Propheten die Waffen gegen alle Ungläubigen zu tragen, doch die politische Schulung der Mohammedaner ist so weit vorgeschritten, daß sie nur gegen ihre ausgesproche­nen Feinde kämpfen werden. Der deutsche Kaiser gilt als der erhabenste Freund des Padischah und da dieser als Oberherr über sämtliche Jünger des Propheten be­trachtet wird, so ist auch sein Rat und sein Wille maß­gebend. Die Bestimmungen des mohammedanischen Rechts über den heiligen Krüeg wurden im christlichen Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Frankreich seine Eroberungskriege im nördlichen Afrika führte, all­gemein bekannt. Sie haben ihre Wurzeln im Koran, und sie leben auch in der mündlichen Ueberlieferung bei den einzelnen umselmanischen Stämmen fort. Nach dem Koran öffnet das Schwert die Pforten zu Himmel und Hölle, und wer für Allah geblutet hat, dem ist der Weg M den Himmel offen. Die Schlachtschiffe des Königs Georg, die von Tsingtau nach dem Suezkanal eilen sollen, um bei der Bekämpfung der Türken und Aegyp- ter behülflich zu fein, werden den Brand nicht mehr erstickn können. Die englische Orientpolitik bricht jäh zusammen. Prinz Mohammed Ali weissagte richtig!

wer für Allah geblutet hat, dem ist der Weg rnnel offen. Die Schlachtschiffe des Königs

Aus dem großen Hauptquartier ]

** Großes Hauptquartier, 12. November, vormit­tags. (Amtlich. WTB.) Der über Nieuport bis in den

5m fernen ©fielt.

Roman von O. Elfter.

22) (Nachdruck verboten.)

Die Hornsignale riefen zum Einsteigen. Die Mann­schaften erkletterten die Wagen, die Offiziere bestiegen die für sie reservierten Abteile. Oberleutnant von Soden führte in liebenswürdigster Weise Frau Melanie zu dem Abteil erster Klasse, während Ellen und Fred folgten.

Hüte und Tücher wurden geschwenkt. Glückliche Fahrt! und auf frohes Wiedersehen! so erschallten die Rufe der Zurückbleibenden, und „Hurra! Hurra!!" schallte es aus hundert Soldatenkehlen zurück.

Die Bahnhofsglocke läutete; die Lokomotive stieß ei­nen langen, gellenden Pfisf aus und stieß ächzend und fauchend den Dampf hervor. Langsam setzte sich der Zug in Bewegung.

Da intonierte die Musik wieder eine Melodie, und erscholl das Lied vom Bahnsteig und aus den gefüllten Abteilungen des Zuges:

„Deutschland, Deutschland über alles, Ueber alles in der Welt.. "

W^?a"d an dem geöffneten Fenster des Abteils auf diese allgemeine Begeisterung, eß Ae Lokomotive einen gellenden Pfisf hören, Ellen erschreckt zusammenfuhr. Dann polterte der Ztlg über eine Brücke, und vor Ellens Blick breitete sich ^c^^Et seinem träge daher sich wälzenden gelben Wa^er aus. Ellens Augen senkten sich; an dem Brücken- iiP ^ deutsche Matrosen auf Posten. I lachend hinauf zu ihren Kameraden und elektrischer Schlag durchzuckte es n stand ein junger Maat und sah mit ernstem Auge zu ihremporund hob die Hand wie zum Gruße. Um seine Lippen schwebte ein leises ernstes Lächeln SL?ÄÄ leuchtete es auf, als seine und

Vorort Loubartzyde vorgedrungene Feind wurde von unseren Truppen über die User zurückgeworfen. Das östliche Yserufer bis znr See ist vom Feinde geräumt.

Der Angriff über den Aserkanal südlich Dixmuiden schreitet fort. In Gegend östlich Ypern drangen unsere Truppen weiter vorwärts. Im ganzen wurden mehr als 700 Franzosen gefangen sowie vier Geschütze und vier Maschinengewehre erbeutet.

Feindliche Angriffe westlich des Argonnerwaldes nnd im Walde selbst wurden abgewiesen.

Im Osten warf unsere Kavallerie östlich Kalisch die erneut vorgedrungene überlegene russische Kavallerie zurück.

Oberste Heeresleitung.

Die schweren Verluste der Belgier.

orm

Aus Briefen, die Angehörige belgischer Offiziere empfingen, wird bekannt, daß die Verluste der Belgier bei Bixschoote und Ramscappelle sich auf 6000 Tote und über 8000 Verwundete beziffern. Alle Soldaten stritten mit Todesmut. Der König selbst, in die Felduniß eines Leutnants gekleidet, stand mitten im Feuer. Hinter der Gefechtslinie war Königin Elisabeth bemüht, die erste Hilfe für die Verwundeten zu organisieren. Von den besten belgischen Regimentern blieb nur ein Häuf­lein übrig. Dre Verluste an Offizieren sind erschreckend groß. Es blieb dem König Albert nichts anderes übrig, als die Lücken durch Heranziehung französischer Leut­nants aufzufüllen. Es besteht schließlich die Absicht, die Belgier nicht mehr in eigenen Verbänden streiten zu lassen, sondern entlang der Gefechtsfront zu verteilen.

Aus Briefen belgischer Soldaten erhellt der mörde­rische Charakter der Aserkämpfe. Darin heißt es u. a.: „Wir glaubten, nachdem wir Lüttich, Mecheln, Thienen, Nethe, Antwerpen durchgemacht hatten, in Frankreich etwas Ruhe zu bekommen, wurden aber hier in die erste Linie gestellt. Zehn Tage haben wir die Laufgräben nicht verlassen. Die Schlacht ist hier viel fürchterlicher, als an der Nethe." — Auch

die Verluste der Engländer sind furchtbar.

Im „Temps" berichtet ehs Augenzeuge über die 15- tägigen Kämpfe in Flandern. Er sagt: Die heroische Tapferkeit der Angreifer ist beispiellos in der Weltge­schichte. Die Deutschen stürmten mit großer Bravour und unter Gesängen dem Tode entgegen. Die Verluste der englischen Truppen wären furchtbar; die Hälfte von ihnen wurde aufgerieben, viele Bataillone sind ohne Of­fiziere, fodatz Korporale den Befehl führen, Am 30. und 31. Oktober war die englische Reiterei beständig dem deutschen Geschützseuer ausgesetzt. Drei Regimenter verloren in wenigen Stunden 60 Prozent ihrer Mann­schaft, ebenso die Inder, die „mitten in die Hölle gestellt wurden". Ein einziger Schutz der 42 Zentimeter-Mörser begrub ganze Linien; die Gesamtverluste der Verbün­deten wären ungeheuer.

Die Eroberung Dixmudes im französischen Bericht.

Wie dem „Berl. Tagebl." über Genf berichtet wird, hat die Meldung von der Eroberung Dixmudes, die auch der amtliche französische Bericht vom Mittwoch­nachmittag zugibt, in Frankreich großen Eindruck her­vorgerufen, zumal die Oeffentlichkeit durch die Zeitun­gen nur noch auf Erfolge der Verbündeten vorbereitet war. Umso überraschender kam die Nachricht von dem Ausgang der letzten Kämpfe. Soweit bereits Kommen­tare vorliegen, lasten sie erkennen, daß der Angriff der Deutschen auf die französischen Stellungen mit der größten Heftigkeit und einer Todesverachtung ausge­führt wurde, die ihresgleichen sucht. Man gibt zu er=. kennen, daß man es weiter mit einem gefürchteten Geg­ner zu tun hat, und sieht mit Besorgnis den weiteren Vorgängen um Ypern entgegen. — Der „Berl. Lokal- anzeiger" läßt sich über Genf melden, daß das franzö­sische Hauptquartier den tiefgehenden Eindruck abzu- schwächen versucht, den in Paris und Bordeaux der Ver­lust von Dixmuöe hervorgerufen hat. Der Generalissi­mus beschwichtigt das Volk damit, daß es den Deutschen noch nicht gelungen sei, von Dixmuöe aus, dessen west­liche Nachbarschaft die Franzosen hartnäckig verteidigten, das linke Aserufer zu gewinnen. Keinerlei Bemäntelung sanö das französische Hauptquartier für die jetzt ernst­lich gefährdete Lage von Ypern und Armentieres. Die Deutschen, die den ganzen Tag heroisch gekämpft hatten, zeigten, als gegen Sonnenuntergang dre Entscheidung bevorstand, eine selbst vom Gegner anerkannte Begei­sterung.

In Paris ist die Hoffnung auf einen deutschen Rück­zug gründlich verflogen, denn die Pariser Blätter mel-

Ellen erbleichte und wankte. Sie wollte ihm winken, ihm einen Gruß zurufen — sie hatte Heinz Erichsen erkannt. Aber sie vermochte die Hand nicht zu heben.

Und schon war der Zug vorübergebraust. Eine iegung der Bahn entzog die Brücke den Augen; Busch­werk und Bäume verdeckten den Fluß und die Brücke.

Noch immer stand Ellen da und starrte nach der Stelle, wo die Brücke liegen mußte. Ihre Hände krampf- ten sich auf dem Rand des Fensters zusammen. Ihre Lippen waren fest aufeinandergepretzt; in ihren Augen stiegen die Tränen empor, ihre Wangen bedeckte tiefe Blässe.

„Was ist mit Dir, Ellen?" fragte Fred. „Komm, setze Dich zu uns, es staubt ja ganz entsetzlich, wir wollen das Fenster schließen . . ."

Ellen sank in die Polster zurück und zog den Schleier vor das Gesicht.

„Ich bin müde," sprach sie leise. „Ich möchte schlafen . . ." Sie schloß die Augen und saß regungs­los da. Frau Melanie und Fred glaubten, sie schliefe; sie sahen nicht, daß ihr die Tränen über die blassen Wangen perlten, langsam, doch unaufhaltsam, wie Trä­nen fließen, die aus der tiefsten Tiefe des Herzens emporquellen.

Weiter brauste der Zug durch das chinesische Flach­land, durch Wälder und Buschwerk, über Flüsse und sumpfige Wiesen an armseligen Chinesenöörfern und einsamen Hütten vorüber.

Doch was war das dort hinten? Graue, rauchge­schwärzte Mauern ragten empor aus einem Trümmer­haufen. Ein halb eingestürzter Glockenturm — zer­stampfte Felder und Gärten — ein Bild der Zerstörung.

Oberleutnant Soden, der den Damen in ihrem Ab­teil einen Besuch abstattete, zeigte auf diese schwarzen Trümmerhaufen.

„Sehen Sie dort, meine Damen," sprach er ernst, «Hört haben die Rebellen aehauü mit Brand und Mord.

öen die Umwandlung Ostendes als Winterquartier. Dort würden tiefe Schützengräben angelegt.

Wie die Belgier im eigenen Lande Hausen!

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gibt aus dem Amsterdamer „Telegraaf" nachstehendes Geständ­nis wieder: Die Bewohner Äeersts nördlich von Dix­muiden erlebten trübe Stunden. Schon am Freitag stapelten belgische Soldaten in der großen, geräumigen Kirche Stroh auf, das sie mit Petroleum üoergossen. Am Sonntag setzten sie das ehrwürdige Gotteshaus in Brand. Sie fühlten das Barbarische ihrer Tat, darum erklärten sie den Dörflern: Die Deutschen würden den Turm zur Beobachtung der Stellungen benutzen und dort Maschinengewehre aufpflanzen, um das Volk in Dixmuiden zu beschießen.

Kitchener und sein „Riesenheer".

Pariser Telegramme aus London besagen nach dem „Lokalanz.", daß Kitchener entschlossen sei, in nächster Zeit einen Gesetzentwurf über die Einführung der all­gemeinen Wehrpflicht einzubringen, um auf diese Weise ein Riesenheer gegen Deutschland aufzubringen. In Frankreich werde diese Nachricht überall mit großer Freude ausgenommen. — Wenn die Franzosen mit ihrer Freude nur nicht eine arge Enttäuschung erleben!

Wie Frankreich seine Truppen und das Volk täuscht.

s^ Straßburg i. Elf., 13. November. (WTB.) Von der Grenze wird geschrieben, daß kürzlich das Offizier- korps eines gegenüberliegenden französischen Truppen­teils die Kapitulation von Metz mit Bankett und Ball feierten. Ferner wurde amtlich bekannt gegeben, Ge­neral von Kluck fei mit 80 000 Mann gefangen genommen worden. Ein Beweis für die zielbewußte Täuschung von Truppen und Volk in Frankreich.

Frankreich ruft die Siebzehnjährigen znr Fahne auf.

$8^ Berlin, 13. November. (WTB.) In Italien sind die französischen Staatsangehörigen des Geburts­jahrs 1897 zur Fahne aufgerufen worden.

Die Angriffe der Deutschen in Westflandern erfolgreich.

«^ Rotterdam, 13. November. (WTB.) Der Nieuwe Notterdamsche Courant schreibt: Die Angriffe der Deutschen in Westflandern sind auf der ganzen Linie erfolgreich gewesen. Rückschläge sind nirgends ein­getreten.

Ein deutscher Flieger über Poincaree.

w= Rotterdam, 13. November. (N-U.) Als Prä­sident Poincaree mit Millerand aus Dünkirchen und Furnes zurückgekehrt waren, besuchte er das Militär­hospital in St. Pol an der Küste. Ein deutscher Flieger zeigte sich sofort über der Stadt und warf eine Bombe herab. Er wurde nach einer Meldung des „Lokal-Anz." durch einige französische Flieger vertrieben.

Japan als Helfer der Verbündeten.

Wie die Petersburger „Nowoja Wremja" mitteilt, seien sowohl Rußland als auch England mit Japan in Verhandlungen getreten, die darauf abzielten, daß Ja­pan die russischen nnd englischen Interessen in China wahren möge, da die Beiden Mächte infolge des Krieges in Europa nicht in der Lage seien, selbst die Wahrung ihrer Interessen zu besorgen, Ob Japan diesen Auftrag, übernommen habe, stehe noch nicht fest. Wie indessen in russischen diplomatischen Krersen behauptet wird, dürfte Japan den Wünschen Rußlands und Englands Folge leisten.

Das glauben wir auch, denn das wäre eine von Japan wohl nicht erwartete Erfüllung seiner geheimsten und kühnsten Wünsche.

Wie das englische Kanonenboot „Niger" unterging.

^ Amsterdam, 13. November. Das „Handelsblatt" erfährt über den Untergang des durch ein deutsches Unterseeboot vernichteten englischen Kanonenbootes „Niger": Den ganzen Morgen hatte man heftiges Feuer gehört, sodaß sich eine große Menschenmenge an der Küste versammelt hatte. Um 9 Uhr hörte man eine heftige Explosion, und große Rauchwolken stiegen auf. Als sich der Rauch verzogen hatte, sah man den „Niger" sich nach vorn neigen. Man begriff nun am Lande, daß das Schiff verloren sei. Ein in der Nähe liegendes kleines Fahrzeug eilte sofort zur Hilfe, später versuchten Hunderte von Booten Hilfe zu Bringen. Der Komman­dant des Bootes verließ als letzter das sinkende Schiff.

Vom österr.-ungar. Generalstab

Wien, 12. November. Amtlich wird gemeldet: Außer dem siegreichen Reiterkampfe bei Kosminek gegen

Vor wenigen Tagen noch eine blühende Missionsanstalt mit Kirche und Schule — jetzt ein wüster Trümmer- Haufen. Die Missionare, die Chinesenchristen, Männer, Frauen und Kinder, sind in der grausamsten Weise er­mordet worden."

„Und duldet die Regierung solche Ausschreitungen?" fragte Fred empört.

Soden zuckte die Achseln.

„Wir müssen froh sein, wenn die Rebellen die Eisenbahn ungestört lassen," entgegnete er.

„War es eine deutsche Mission?" fragte Fred.

„Nein, eine amerikanische. Aber den deutschen Missionaren im Innern des Landes wird es nicht besser ergangen sein. Man müßte mit einem ganzen Armee­korps einrücken, um hier Ordnung zu schaffen. Mit einer Handvoll Seesoldaten ist nichts auözurichten."

Rastlos weiter keuchte die Lokomotive. Ocde und einsam ward die Gegend. Die Dörfer, die Weiler schie­nen von ihren Einwohnern verlassen zu sein. Man sah nichts als die eintönige Ebene und den stahlblauen Himmel, an dem hin und wieder ein Geier schwerfälli­gen Fluges dahinzog, im nächsten Augenblick sich nieder« lassend auf den halbverwesten Leichnam eines von den Rebellen ermordeten Menschen.

Der Aufstand machte sich hier mehr und mehr be­merkbar. Verbrannte Dörfer, halbzerstörte Kirchen, Leichname von Menschen und Tieren aus den Straßen — und doch war keine lebende Seele zn sehen. Bor den nahenden fremdländischen Truppen hatten sich die feigen Horden in ihre Schlrcpfwinkel zurückgezogen.

Dennoch war Vorsicht geboten, und mit dem ge­ladenen Gewehr zwischen den Knien und mit scharfen Blicken hinausspähend in die tote, öde, einsame Landschaft, saßen die Seesoldaten und Matrosen da.

(Fortsetzung folgt.).