Es steht gut in Westflandern.
Englands Mangel an Rekruten. Niederlage der Russen in der Bukowina. Weitere Erfolge gegen die Serben. Das türkische Vorgehen gegen Aegypten. Der Freiheitskampf der Buren.
r Aus dem großen Hauptquartier
e-* Großes Hauptquartier, 10. November, vormittags. (WTB.) Unser Angriff anf Npern schritt auch -estern langsam vorwärts. Ueber 500 Franzosen, Farbige und Engländer wurden gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Auch weiter südlich arbeiteten sich unsere Truppen vor. Heftige Gegenangriffe -er Engländer wurden zurückgewiesen.
Im Argonnerwald machten wir gute Fortschritte. Feindliche Vorstöße wurden leicht abgewehrt.
In Russisch-Polen bei Konin zersprengte unsere Kavallerie ein russisches Bataillon, nahm 500 Mann gefangen und erbeutete acht Maschinengewehre.
Oberste Heeresleitung.
Es steht gut in Westflandern.
Bezugnehmend auf die deutschen amtlichen Mitteilungen über das langsame, aber stetige Vorrücken -er Deutschen im Norden Westflanderns sagt der Korrespondent des Amsterdamer „Lelegraaf", daß er dies bestätigen könne. Fast jeden Tag drängen die Deutschen nach langem Artilleriefeuer und unter kräftigen Sturmangriffen einige Kilometer vor, wovon abends zwar häufig der Vorteil wieder verloren ginge, aber ein langsames Borrücken sei unverkennbar. Besondere Bedeutung schenkt der Korrespondent dem deutschen Besitz des Kemmelberges, der, 162 Meter hoch, der höchste Punkt Westflan-erns ist und eine Uebersicht über einen großen Teil der Provinz und Nordfrankreichs gestattet. Die englische Flottenaktion ist seit Sonntag abend gegen die Küste erneut ausgenommen, doch aus größerer Entfernung und merklich schwächer wie vordem.
An der Front in Flandern sind nach Kopenhagener Meldungen neue heftige Kämpfe entstanden. Auf der Strecke Nieuport-Ostende dagegen ist alles ruhig. Ostende, welches in deutschem Besitz ist, nähert sich der linke Flügel der Verbündeten immer mehr und es fand ein heißer Kampf statt. Die Deutschen haben neue Verstärkungen erhalten, die die Verluste ausglichen. Acht Kilometer östlich von Ypern vertrieben die Deutschen die Engländer aus den Laufgräben und trieben sie mit dem Bajonett aus den neuen Stellungen. Die Deutschen waren imstande, die Stadt mit schweren Geschützen zu beschießen. Es wurde dabei großer Schaden angerichtet.
Ramscapelle von den Engländern geräumt.
Reuter verbreitet eine Meldung der „Daily Mail", daß die Alliierten genötigt seien, Ramscapelle vor -er Uebermacht -er ventschen Marinetruppen zn räumen. Die Heeresleitung der Verbündeten hat den dort fechtenden Truppen 5000 Jndier zur Unterstützung gesandt.
Der Ort Ramscapelle liegt südlich der kanalisierten Äser, östlich von Nieuport, also im Ueberschwemmungs- gebiet der Äser, aber an einer von Nieuport landeinwärts führenden hochgelegenen Chaussee, da, wo diese von der Bahnlinie Nieuport-Dixmuiüen gekreuzt wird. Das wäre allerdings ein sehr beträchtlicher Erfolg, der Nieuport obendrein fast völlig isoliert.
Die Lage bei Lille für -ie Verbündeten „besorgniserregend".
Die „Times" befürchten, daß die Deutschen im nördlichen Westflandern hinhaltende Geschte liefern, um die Aufmerksamkeit der Verbündeten von der Strecke Lille- Donai abznlenke», wo logischerweise ein sehr starkes Einsetzen deutscher Streitkräfte zum Zwecke des Durchbruchs der Linien der Verbündeten und der Einkreisung der letzteren zwischen Nieuport und Boulogne zu erwarten wäre. Die Lage bet Lille bezeichnen die „Times" als sehr unklar und besorgniserregend, weil der Kundschafterdienst der Flieger die bedeutende Konzentration deutscher Streitkrttfte seit acht Tagen festgestellt hat.
Vorbereitungen zum letzten Schlag.
Nach einem Genfer Telegramm des „B. T." wird die Kriegslage von französischen Blättern dahin beurteilt, daß die Deutschen zum letzten Streich ansholen, um die Verbündeten im Norden zu schlagen und sie zur Zurückziehung ihres linken Flügels zu zwingen. „Man möge nicht verkennen," heißt es in den Artikeln, „daß dieser Kraftaufwand womöglich noch größer sein wird als der seit drei Wochen unternommene Versuch. Die Deutschen werden nicht auf den so lange begehrten Besitz der Kiiste von Calais verzichten, bis sie nicht ihre
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)m fernen Osten.
Roman von O. Elster.
(Nachdruck verboten.)
Nur einzelne Töne wurden laut. Ein Hund bellte, eine menschliche Stimme rief irgendwo — ein Lachen — der melancholische Klang einer Ziehharmonika, die ein Matrose an Bord eines Schiffes spielte — sonst herrschte Hefe Ruhe auf dem Fluß und der sich an diesem entlangziehenden Straße.
Ellen dachte an die Begegnung mit dem „Iltis" auf hoher See. Ihr Auge hatte scharf und sehnsüchtig hin- übergelugt nach dem Deck des Kanonenbootes, hatte ihr doch der alte Kapitän Erichsen, als sie ihm Lebewohl gesagt, mitgeteilt, daß Heinz auf dem „Iltis" diene und sich auf der Fahrt nach Ostasien befinde.
Und nun mußte man gerade diesem Schiff auf hoher kee begegnen! Wie klopfte ihr Herz, als der Name des »Mumenbootes bekannt wurde! Wie gern wäre sie mit oem vfsiziernach dem „Iltis" gerudert, um Heinz die
W reichen und ihm zu sagen: Trotz altem, was treu — trotz allem denke ich noch Nutzbaum, dessen Zweige sich segnend über ^Erstreckten - trotz allem habe ich Dich lieb behalten,
«* ™ wÄ.Zurückbleiben, und so sehr sie auch £ n%rU M^Sn' ^e konnte unter den Matrosen, die Reling hes Kanonenbootes lehnten, den Freund ihrer Jnge^t^ nicht exkennen.
die Terrasse und vegrütz- die .Kameradeno,dte früher gekoynnen waren. Ihr ^^ ^m41, un^yU-^etnom Male war es KeMtu L^ Ä horchte aale ° ' m börke sie «^ einet -er Offiziere
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letzte Karte ausgespielt haben. Sie wollen einen Sieg, um welchen Preis neuer Opfer es auch sei, und sie brauchen ihn, weil sie die nahe Bedrohung ihrer Gebiete durch eine russische Invasion voraussehen. (?) Bei den großen Hilfsmitteln, über die der deutsche Generalstab verfügt, ist es unmöglich, im voraus zu wissen, wie dieser äußerste Kampf im Norden verlaufen wird. Man wird einer erbitterten Schlacht entgegensehen müssen."
Englands Mangel an Rekruten.
Die englischen Blätter sind außer sich über die nie- örigen Rekrutenziffern. So berichtet die „Times", daß von dem erhofften Aufschwung der Rekrutierung noch nichts zu merken sei. Letzte Woche war inbezug auf die Eintrrttsmelöungen in die neue Armee die schlechteste seit Aus-ruch des Krieges. Die Blätter melden, daß des- halb das Kriegsamt beschlossen habe, die Rekrutierung dadurch zu fördern, daß es Militärmusik durch die Straßen marschieren lasse.
~ Der Mailänder „Secolo" meldet aus London: Der Ersatz des bisherigen Rekrutierungssystems durch ein der allgemeinen Wehrpflicht ähnliches System, zn dem Lord Kitchener die Unterlage gegeben hat, wird erwogen. Nach einer weiteren Londoner Meldung hat die Regierung Lord Kitchener weitere 10 Millionen Pfund zur Erhöhung der Werbegelder bewilligt.
Prahlereien Kitcheners.
Die Lordmajorprozession in London trug diesmal ein militärisches Gepräge. An ihr nahmen zum ersten Mal auch Abordnungen aus Kanada, Neuseeland und Neufundland teil. Auf dem Bankett am Abend hielten eine Reihe von Ministern Ansprachen. Kitchener hob dabei hervor, daß England über außerordentliche Hilfsquellen an Menschen und Material verfüge und den wunderbaren Schwung besitze, der an eine Niederlage nicht glauben lasse. 1% Millionen Mann, abgesehen von den Kolonialkontigenten, erwarteten das erste Zeichen zum Abrücken.
Mit diesen Prahlereien Kitcheners reimen sich die Meldungen von den wachsenden Schwierigkeiten der englischen Rekrutierung schlecht zusammen. Ein Bild davon gibt auch die folgende Londoner Meldung:
„Daily Telegraph" meldet: Aarmouth erholt sich von dem Nervenanfall, den die deutschen Granaten in der letzten Woche verursachten. Aber die ängstlicheren Bürger blicken noch immer besorgt anf die See, und fahren fort, den deutschen Geschützdonner zu erörtern. Es ist ebenso überraschend wie bedauerlich, daß -er deutsche Neberfall keine merkliche Wirknng auf die Rekrutierung hatte.
Munitionsmangel bei den Verbündeten.
Die Verbündeten leiden nach Ansicht französischer Militärschriftsteller an Muuttionsmangel, der sich bald empfindlich bemerkbar machen werde, weil die Verbündeten auf einen so großen Verbrauch an Pulver nicht gefaßt waren.
Hinter -er französischen Front.
Ein Berichterstatter des „Berl. Lokalanz." traf in Breda eine französische Familie, die mit vielen anderen Einwohnern des verwüsteten Städtchens Albert belgisches Gebiet erreichte und schließlich, dank dem Entgegenkommen der deutschen Kommandanturen, bis nach Holland gelangen konnte. Das von diesen Leuten entworfene Bild der umstrittenen Region läßt alle bisher bekanntgewordene Schilderungen weit hinter sich. Sie erzählen u. a.:
Hinter der Schlachtlinie herrschen abscheuliche Zustände. Ein verwahrlostes Räubervolk umschleicht die Verpflegungskolonnen und Sanitätszüge. Es wird straflos gemordet. „Ich selbst habe gesehen, wie ein französischer Sergeant eine Frau erwürgte, weil sie seinen Wünschen nicht nachgeben wollte," erzählt der Mann, der bei der Schilderung seiner Erlebnisse von Grauen geschüttelt wird. Die Zahl der Soldaten-Apachen ist erschreckend groß. Kein Minister verirrt sich in das Gebiet. Vielleicht weiß man nicht einmal, daß 24 Dörfer vom Erdboden gänzlich verschwunden sind. Der Flüchtling teilte noch mit, daß kurz vor seinem Auszug aus Albert 65 meuternde französische Soldaten kriegsrecht- lich erschossen wurden: bei Albert verbrannten die Franzosen haufenweise ihre Toten, weil es nicht möglich war, Massengräber aufzuwerfen.
Verdnn von der Einwohnerschaft geräumt.
o*£ Basel, 11. November. (WTB.) Carriere della Sera berichtet, daß die Bevölkerung von Verdun den deutschen Fliegern ebenso neugierig und bewundernd zusehe wie die von Paris. Bei der Räumung Verduns sei ein Eisenbahnzug mit 2000 Flüchtlingen nur durch Zufall dem Bombardement der Deutschen entgangen.
hier gebracht, da Seine Majestät Schiff „Kaiserin Au- gusta" zu großen Tiefgang ^Hat, um den Fluß hinauffahren zu können. Jetzt kann der Tanz beginnen — wir sind gerüstet..."
Das Herz klopfte Ellen bis in den Hals. Eine heiße Glut überflammte ihre Wangen, und unwillkürlich falteten sich ihre Hände wie zu einem Gebet.
Da drüben, wo die Lichter der Schiffe leuchteten, lag auch der „Iltis"! Da drüben weilte auch Heinz Erich- sen, der Freund ihrer Kindheit, der Geliebte ihres erwachenden Mädchenherzens, und eine geheime Stimme schien ihr zuzuflüstern: „Du wirst ihn wiedersehen — und dann — dann muß alles gut werden ..."
8.
Am nächsten Nachmittag versammelte sich das De- tachement der deutschen Schutzwache auf dem Bahnhof vor Tientsin, um durch einen Exrrazug nach Peking geführt zu werden. Fred hatte die Erlaubnis erhalten, mit seiner Mutter und Ellen denselben Zug zu benutzen. Sie standen in der Vorhalle des Bahnhofs und sahen interessant dem geschäftigen Treiben zu, das sich auf dem Bahnsteig und in der nächsten Umgebung des Bahnhofs entwickelte.
In der deutschen Kolonie Tientsins hatte sich unter dem Vorsitz des deutschen Konsuls ein Komitee zur Begrüßung und Bewirtung der deutschen Marinemannschaften gebildet. Auch das österreichische Schutzdetache-
ment von dem kleinen Kreuzer „Zenta" war eiugetroffen und wurde von den: deutschen Komitee mitbewirtet. Ein buntes, belebtes Bild entwickelte sich. Die deutschen Damen hatten Schüsseln mit kalten Braten. Sännken. Eieni und anderen guten Sachen bereitgestellt. Eine Unmenge von Apfelsinen, Zigarren, Bier. Wein und Selterswasser wurde unter die wasseren Blaujacken vergilt, zwischen denen sich die hellen Toiletten der Damen >ugar anmutig auSnahmen. Eine lebhafte Unterhaltung
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Bei dem Ansturm auf die Züge herrschte unglaubliche Panik.
Die Verluste der Belgier
in den letzten Kämpfen sind nach Mitteilungen von Flüchtlingen, die in Holland eingetrofsen sind, geradezu entsetzlich. Unter der Führung französischer Offiziere machten sie besinnungslos Bajonettangriffe auf die deut- schen Linien, wobei sie fürchterlich unter Artilleriefeuer zu leiden hatten.
Die Lage in Paris
wird von einem angesehenen Ausländer in einem holländischen Blatte folgendermaßen geschildert: In der Stadt herrscht Stille und Verstimmung. Die Hotels und öffentlichen Gebäude siud zum größten Teil in Spitäler verwandelt. Schottische Regimenter in ihren kurzen Röckchen versehen den Sicherheitsdienst und überwachen den Verkehr auf den Boulevards. Allsonntäglich macht eine deutsche Taube der Stadt ihre Aufwartung. Große Aufregung herrscht darüber, daß man in Bordeaux im Ueberflutz lebt, während die Lebensmittelpreise in Paris stark gestiegen sind. Das Kilo Brot kostet Fr. Mit Lebensmitteln ist die Stadt aber genügend versehen.
Weitere Erfolge gegen die Serben.
Wien, 10. November. (WTB.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Die erbitterten Kämpfe an den Bergflüssen der Linie Sabac Ljesnica wurden auch gestern bis in die Nacht fortgesetzt und hierbei einzelne der feindlichen stark verschanzten Stellungen erstürmt. Südlich der Planina drangen unsere siegreichen Truppen auf dem tags zuvor erreichten Raume östlich Losnica-Krupauj-Lobowica weiter vor. Auch hier kam es zu hartnäckigen Kämpfen mit den Nachhuten der Gegner, die sämtlich in kurzer Zeit geworfen wurden.
Im „Berl. Tagebl." schreibt Major Moraüt zu dem österreichisch-ungarischen Siege über zwei serbische Armeen: Die Operationen Potioreks haben sich planmäßig vollzogen und zu dem Erfolge geführt, daß die Grenzen der Doppelmonarchie vom Feinde gesäubert wurden. Das Gelände, in welchem der Kampf tobt, ist ein ungeheuer schwieriges. Dieses läßt die Erfolge doppelt so groß erscheinen, die außerdem in politischer Beziehung ihre Rückwirkung bald erkennen lassen werden.
Schwere Niederlage der Russen in der Bukowina.
®^ Budapest, 11. November. (T.-U.) Verschiedene Umstände ließen nach einer Meldung der „Franks. Ztg." darauf schließen, daß die Russen in der Bukowina, ins' besondere bei Czernowitz einen neuen Einfall versuchen wollten. Es wurden unsererseits entsprechende Maßnahmen getroffen, die zu einem glänzenden Erfolg führten. Unsere Truppen überschritten einige Kilometer nördlich von Czernowitz den Prnth und überfielen die Russen in der Flanke. Völlig überrascht von dem Angriff leisteten die Russen nnr kurzen Widerstand und traten den Rückzug an. Wir gerieten mit ihnen in ein Gefecht und richteten eine furchtbare Vernichtung in den Reihen der Russen an. Das Schlachtfeld bedeckten förmliche Berge von russischen Leichen. Mehrere hundert Russen wurden gefangen. In Ostgalizien ist es zn einem Zusammenstoß mit einer russischen Abteilung gekommen. Die Russen wurden in die Flucht getrieben.
Eine Abteilung Montenegriner von den Oesterreichern aufgerieben.
te* Budapest, 11. November. (T.-U.) Nach einer Meldung aus Serajewo versuchten 750 Montenegriner bei dem Dorfe Lisac nach Dalmatien dnrchznbrechen. Die Truppen gerieten in ein Doppelfener von Geschützen und Maschinengewehren und wurden bis auf den letzten Mann anfgerieben.
Wirkungsloses Bombardement auf Cattaro.
6-^ Budapest, 11. November. (T.-U.) Vor einigen Tagen sind abermals mehrere feindliche Schiffe vor der Bucht von Cattaro erschienen. Gleichzeitig wurde ein Festungswerk Cattaros vom Lovtsen aus bombardiert.
Von 475 Schnß hat aber keiner das Werk getroffen.
Vom russisch-türkischen Krieg.
^ Petersburg, 11. November. (WTB.) Laut
Mitteilung des Generalstabs der kaukasischen Armee wurde am 8. November bei Tagesanbruch der Kampf in der Nähe von Kopriköj mit neuer Kraft ausgenommen und nahm an mehreren Stellen besonders hartnäckigen Charakter an. Ein Umfassungsversuch der Türken scheiterte. Wir konnten gegen Abend, als der Kampf nachließ, alle eroberten Stellungen behaupten. Eine unserer Kolonnen bemächtigte sich der Stellungen Karakilissi und Alaschkertaka.
fand statt: hier wurde ein Hoch ausgebracht, dort erklang ein deutsches Lied: da schüttelte man sich die Hände. Erstaunt sahen die englischen Offiziere und Matrosen diesen jubelnden deutschen Begrüßungen zu, während bei ihnen steife Würde und ernstes Schweigen herrschte Die Söhne Albions waren es eben gewöhn:, in fremde Lande geschickt zu werden und dort Landsleute zu treffen: sie hatten keinen Grund zu dieser Begeisterung wie die Deutschen, die instinktiv fühlten, daß sie hier zum ersten Male eigentlich in die große fremdländische Weltpolitik entscheidend einzugreifen berufen waren.
Im weiten Umkreise aber standen die Chinesen und blickten mit erstaunten und finsteren Augen auf die fremden Matrosen, die mit den Waffen in der Hand ihr heiliges Peking betreten sollten
Ellen sah mit tiefer Ergriffenheit auf dieses Leben und Treiben. Am liebsten hätte sie sich unter die bewirtenden Damen gemißtz., aber sie war zu fremd hier und durfte auch ihre Pt -.ter nicht verlassen, die vor dem kriegerischen Treiben j.Midfdi.'eitte.
Aber in dem Herzen des jungen Mädchens erwachte das stolze Gefühl, die Tochter einer großen Nation 8" sein, deren Banner jetzt in der fernen, fremden Wett entfaltet wurde zu dem Schutz des bedrohten Eigentums und Lebens ihrer Landsleute. Bislang hatte sie wenfS Verständnis für Weltpolitik gehabt. Sie lebte dahin wie ein Kind, das die guten und schönen Gaben der Eltern wohl dankbar anninunt, aber sich keine Gedanken darüber macht, mit welchen Opfern diese Gaben vielleicht ersann sind. Doch die letzte Zeit hatte sie ernster gemacht: d>c , weite Reise, die vielen neuen Eindrücke hatten sie zum ‘ Nachdenken angeregt, und jetzt verstand sie and) Heütt > Erichsen, der sich in' den Dienst der Vaterlandes gestellt i um dessen Größe und dessen Reichtum in der Welt aus- i zubreiten und, wenn es sein mußte, zu beschützen mv den Waffen in der Hand.
1 (Fortsetzung folgt.-.