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tft verpflichtet, die Formulare auSzufüllen, aber bis or- ganisterende Vereinigung wird das Ergebnis der Um­frage jedenfalls als einen Anhaltspunkt betrachten, ob die Nation für eine gewisse Form -er allgemeinen Wehr­pflicht reif ist. *

Englische Richter gegen den Pöbel.

Daily Telegraph" meldet: Am Sonnabend wurde vor dem Londoner Schwurgericht gegen 21 Männer und junge Leute wegen deutschfeindlicher Ausschreitungen am 17. und 18. Oktober in Deptford verhandelt. Der Staatsanwalt führte aus, der Zweck der Ausschreitungen sei Beschädigung des Eigentums Deutscher gewesen. Es sei unnötig, die Unmöglichkeit zu betonen, den Pöbel regieren zu lassen. Der Gedanke, daß es patriotisch sei, Eigentum zu zerstören, weil es Deutschen gehöre, müsse gründlich ausgetrieben werden. Der Richter verhängte in drei Fällen Gefängnisstrafen von vier, sechs und zwölf Monaten. Die übrigen wurden unter der Bedin­gung des künftigen Wohlverhaltens freigelassen, würden aber bei Wiederholung nachträglich Strafe für ihre jetzigen Vergehen erhalten. Der Richter warnte die An­geklagten, daß jede Wiederholung strengste Bestrafung zur Folge haben würde.

Beginnt England einznlenken?

Ein in London als Deutscher verhafteter und zum Konzentrationslager gebrachter rheinischer Industrieller ist freigelassen worden. Man könnte annehmen, daß hier bereits eine Folge der deutscherseits ergriffenen Re­pressalien vorliegt: möglich ist aber auch, daß diese Frei­lassung nur aus besonderen Gründen erfolgt ist, wäh­rend die Verhafteten im allgemeinen nach wie vor in Gewahrsam verbleiben.

Vom österr-ungar. Generalstab

2500 Serben gefangen.

Wien, 7. November. (WTB.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet:

Die Angriffe gegen den hinter Astverhanen «nd Drahthindernissen verschanzten Gegner im Raume Cer Planina und südlich von Schabatz schreitet langsam vor­wärts. Gestern «mrde« die taktisch wichtigen Höhen von Misar genommen und hierbei 200 Gefangene ge­macht.

Im Einklang mit dieser Operation begann auch gestern der Angriff gegen die sehr gut gewählten «nd ebenso hergerichteten Stellungen bei Krnpanj. Einzel­heiten können noch nicht gemeldet werden. Eine Reihe serbischer Schanzen wurde gestern mit besonders -e- munoernswerter Tapferkeit im Sturmangriff genom­men nnd hierbei zirka 2500 Gefangene gemacht, vier Geschütze und sechs Maschinengewehre erbeutet. Vor­züglicher Geist und Zustand unserer Trnppen lassen günstiges Fortschreiten auch dieser Operationen erwar­

ten.

te* Wien, 8. November. Amtlich wird gemeldet:

8. November. Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatze dauerten die Kämpfe gestern den ganzen Tag auf allen Fronten mit unverminderter Heftigkeit an. Trotz zähen Widerstandes -es Gegners, bei -em -ie Parole:Bis auf den letzten Mann" ansgegeben war, wurde im Raume -ei Krupanj Schanze anf Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute 5 Uhr vormittags auch der Kostajnik, ein von den Serben für uneinnehm­bar gehaltener wichtiger Stützpunkt, erstürmt wurde.

Die Zahl -er Gefangenen und -er erbeuteten Ge­schütze ist bisher nnr «»nähern- bekannt.

Wien, 9. November. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz fanden anch gestern keine Kämpfe statt.

Im Nordosten die Lage unverändert.

Wien, 7. November. (WTB.) Amtlich wird gemel­det: Die Lage anf dem nordöstlichen Kriegssch plane ist unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes,

v. Höfer, Generalmajor.

au-

ganz Petersburg sich in letdung angelegt hat. Die

Düstere Stimmung in Petersburg.

Dem StockholmerSvenska Dagbladet" wird aus Petersburg berichtet: Dick und schwer liegt der gelb­graue, undurchsichtige Nebel über Rußlands Hauptstadt und umhüllt alles wie mit einem feuchten Schleier. Die­ser Nebel macht die düstere und nervöse Stimmung nur noch bemerkbarer. Schon seit vier Tagen liegt dieser Nebel wie ein Leichentuchüber der Zarenstadt und drückt auf die Millionen von Menschen, welche hier Tag auf Tag mit Angst und Unruhe auf Nachricht aus dem Westen warten. Man weiß nur in Petersburg, daß der Sensen­mann jetzt eine reiche Ernte wie niemals vorher^ein- bringt. Man kann sagen, das

Trauer befindet und Trauerkl....» ....ö-.-D- - Stimmung ist ganz ernst, und es kommt einem vor, als ob die Freude aus Petersburg geflohen sei und ein Lachen nicht mehr über die Lippen kommt. Man muß hier in Petersburg leben, um zu ver-*----"""" Urte Opfer dieser Riesenkrieg bere Wer kann die Zahl der Verwundeten ~-- -

bereits nach Petersburg und seiner Umgebung gebracht worden sind. Petersburg ist überhaupt nicht mehr im­stande, Verwundete aufzunehmen, und der Strom wirb jetzt nach dem Süden gelenkt. Trotz aller Opferwilligkeit und Hilfe, die von allen Seiten und aus allen Schichten der Bevölkerung gebracht wird, steht man der Frage fast ratlos gegenüber: Wohin sollen die vielen Ber­

stehen, welch uner- its gefordert hat. ausrechnen, welche

und Hilfe, ___ ______

der Bevölkerung gebracht wird, steht man der Frage fast ratlos gegenüber: Wohin sollen die vielen Ver­wundeten gebracht werden? Man denkt bereits mit Schaudern und mit Schrecken daran, was die Zukunft bringen wird. Die Krankenpflege und die Verwundeten­fürsorge hat nicht gleichen Schritt halten können mit den furchtbaren Waffen -er Neuzeit.

Bom poluisch-galiztschen Feldzug meldet der Kriegsberichterstatter Frhr. Kurt v. Reden derFranks. Ztg." unterm 7. November aus dem Kriegs­pressequartier: Die vor etwa einem Monat auf dem gau zischen Kriegsschauplatz eingeleitete allgemeine Offensive der verbündeten Armeen hatte den Zweck, den von den Russen mit den großen Truppenmassen ihrer ^uptmacht vorbereiteten Angriff gegen die deutsche Grenze zu ver- ütnhevw fiihMort Nnvnaap netten 28«rschau-Jivan-

Russen mit den g vorbereiteten Angriff gegen die deutsche Grenze zu hindern. Die kühnen Vorstöße Segen Warschau-J. ^ gorod zwangen die Russen zur vorzeitigen Entwicklung ihrer Kräfte und erreichte« ihre« Zweck vollkom^«, den russischen Vorstoß gegen Schlesien zu vereiteln. Da­mit ist die zweite Phase des Feldzuges zu Ende un die verbündeten Armeen nehmen ««gestört ,hre Ren.

gruppierung vor.

Aus dem türkischen Hauptquartier.

w Konstantinopel, 9. November. (WTB.) «ant Mitteilungen des Großen Hanptqnartters ist die ägvp- tische Grenze gestern von den UnMgen Überschritte worden. Da sich die russische Flotte in ihre »rtegs- Häfen zurückzog, hat unsere Flotte PE, Zneu der be deutendsten Hafen des Kaukasus, bombardiert uno allerlei Schaden angerichtet. Mchrtte Gendarmen und die auf unserer Sei« stehenden Stamme haben die eng- lischen Truppen, welche in Akaba gelandet waren, ver­nichtet. Bier enMche Panzerschiffe, die sich dort b^ fan-e«, haben sich znrüÄezose«, nur ein Kreuzer ist

Die Beschießung Sebastopols hält an.

r ,.,*^ .^En, 9. November. (WTB.) Nach den Wen uber Amsterdam eingetroffenen Berichten halt die Beschießung -sebastopols noch an.

** Amsterdam, 9. November. (T.-U.) Ein türki- sches Geschwader erschien nach Pariser Meldungen plötz- lich wieder vor Sebastopol und begann mit der Be­schießung der Stadt. Wetter wird gemeldet: Den Türken % es während des Angriffs der türkischen Flotte vor Sebastopol gelungen, vor der Hafeneinfahrt M

lege«. Siejm dortigen" Hafen'^liegenden'' Schüft " der Schwarzen Meer-Flotte seien infolgedessen bis zur Un- schadlichmachung der Minen von der Ausfahrt abqe- schnttten.

Die Erfolge der türkischen Flotte im Schwarzen Meer haben die russische« Schiffe derart in Angst gesetzt, daß sie letzt nach einer Galatzer Meldung in der Mttn- dung der Donau Schutz suchen. Ein russisches Schlacht- schiff, ein Personendampfer, drei Frachtschiffe und meh­rere Schlepper flüchteten in die Donau und später in den Pruth.

Russischs Pläne gegen die Türkei.

//Daily Telegraph" meldet aus Petersburg, der russische Plan steht einen doppelten Angriff auf die Tür- ket, am Schwarzen Meere und im Kaukasus, vor. Die Russen haben bereits die türkische Grenze am Ararat überschritten. Die Kurden können die Grenze nicht ver- teidigen. Der Krieg zwischen Naturvölkern im maje- tatischen Gebirge und auf endlosen Steppen wird einen urchtbaren Charakter annehmen. Die Kosaken als Vor­hut verwüsten die Ortschaften und verbreiten überall Terror. Der Vormarsch der Hauptmasse ist beim Mangel an Straßen schwer, wird jedoch durch leichte Tansport- Mittel ermöglicht.

(Das Londoner Blatt, das die Kosaken als ein Naturvolk" betrachtet, scheint seine Leser auf eine aben­teuerliche Berichterstattung über den Krieg im Orient vorbereiten zu wollen. Wertvoll ist das Eingeständ­nis der barbarischen Kriegführung Rußlands, die frei­lich nur einige Grenzdörfer betroffen hat.)

Waffen im britische« und russischen Konsulat.

*»* Konstanttnopel, 9. November. (WTB.) Nach amtlichen Depeschen ist eine Menge von Waffen und Munition im britischen Konsulat in Mossul vorgefunden worden, von dem fchon lange gesagt wurde, daß es einen unerlaubten Handel mit Waffen treibe. Bei einer Haussuchung in Adona bei dem Graboman des russischen Konsulats fand man allerlei Waffen und Mu- nittini.

Die ernste Lage im Kaukasus.

Wie«, 8. November. (T.-U.) Die Korrespon- denz Rundschau erfährt nach derFrkft. Ztg." über

Konstantinopel: Die Lage im Kankasns gilt als nnge- mein ernst. Die Kriegsproklamation des Statthalters hat eine furchtbare Erregung hervorgernfen. Die Gä­rung unter den Mohammedanern ist ungeheuer. Die Berhängung des Kriegsrechts hat sofort zahllose Ver­haftungen und Presseverfolgungen nach sich gezogen, wodurch die Lage noch erregter wird. Die Liga zur Be­freiung des Kankasns entfaltet eine fieberhafte Tätig­keit. In Tiflis, Batnm und Baku haben große Straßen- knndgebnngen stattgefnnden, die jedoch schließlich von

Truppen unterdrückt wurden.

Konflikt zwischen Japan «nd den Vereinigten Staaten?

Aus der Schweiz, 8. November. (T.-U.) Aus

Tokio wird nach derFrkft. Ztg." berichtet: Die Mehr­heit der Blätter einschließlich der offiziösenHodschi" beginnt die Erörterung der Möglichkeit eines Konflik­tes mit den Vereinigten Staaten wegen der Besetzung -er -entschen Inselgruppen Bismarck-Archipel und Ma. riannen.

Über die Seeschlacht an der chilenischen Küste werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Es war 6 Uhr abends, als die Deutschen die englischen Kriegs­schiffe merkten und sie zum Kampfe zwangen. Die deutschen Schiffe waren aktionsbereit, als dieGoode Hop" in Sicht kam und sich unter vollem Dampf näherte. Als sie den Feind gewahr wurde, manövrierte sie sehr geschickt, sodaß die anderen englischen Schiffseinheiten herankommen konnten. Beide Geschwader fuhren in südlicher Richtung, wobei sich die Deutschen tn der Nahe der Küste hielten, um sich dann den Engländern mehr und mehr zu nähern. Der erste deutsche Schuß fiel zu kurz. Auf eine Entfernung von sechstausend Nards er­öffnete dieGoode Hope" mit neunzölligen Geichutzen ihr Feuer.Scharnhorst" undGnetsenau" erwiderten mit einer Breitseite, welche vitale Teile -es englischen Admiralschftfes traf, worauf die Maschinen zu arbeiten aufhörten. Jetzt griff der englische KreuzerMon- mouth" ein, um dieGood Hope". zu schützen. Die Geg­ner waren um diese Zeit fürlstausend Hards von einan­der entfernt, und die Deutschen konnten alle ihre Ge­schütze zur Geltung bringen. Sie konzentrierten ihr Feuer auf dieMonmouth", bis diese sank. Der Zwi- schenraum unter den Kämpfenden war jetzt nur noch 4500 Yards. DieGood Hope" hielt sich tapfer, bis eine Erplosion an Bord erfolgte und Feuer ausbrach. Es ist unbekannt, ob der Kreuzer der Flammen Herr wer­den konnte doch schien es, als ob die Feuersbrunst nach- ltetze D ?'Good Hop" kam schließlich außer Sicht Der deutsche KreuzerNürnberg" kreuzte bis Tagesanbruch, unr imck Verwundeten zu suchen, doch konnte den Ma- ^sen der NGnmuth" keine Hilfe gebracht werden, da die See zu "unruhig war und Rettungsboote nicht aus­

gesetzt werden konnten.

Eine freie südafrikanische Republik

m hna Offs Dewets und seiner Freunde. Dewet sagte F einer Rede die er am 28. Oktober hielt: Ich gehe in Maritz wo wir Waffen «nd Munition erhalten wer« K« Wir g^en ion dort nach Prätoria, um die britische Flagge herunterznholen nnd eine freie südafrikanische

w Vrede im Freistaat ein. In einer Rede bezeichnete er den Einfall in Deutsch- Südwest als einen feigen Akt und eine Räuberei. Deivet saate' Einiae Freunde rieten mir, etwas länger zu märten Enalanö stärkere Schläge erhalten habe. Aber es ist unter meiner und meines Volkes Würde, einem toten Sund einen Fußtritt.zu geben. England hat die Hände voll geung. Ich hasse die Lügen, die be­ständig verbreitet werden, daß tausende von Australiern, Kanadiern und Jndiern gesandt werden können, um ?EN uns ^ukänwfen Woher will England sie nehmen?

zu schlage«. Ä

Einfall in den Oranjefreistaat.

.Nieuws van den Dag" melden aus Jobannesburg vom 7. November: Rebellen, die durch ^eaterurißß= truvven verfolgt wurden, sind in den Oranjefreistaat ein. gefa§e«. ^General Beyers scheint sich bei ihnen zu be­finden. Sie haben die Brücke über den <^lndflutz bei Virginia verstört Die Truppe« Dewets haben au ver- schW^n Stelleu die Eisenbahn nach dem Freistaat

Entschiedene Haltung Chinas.

Die Wiener KorrespondenzRundschau" meldet über Konstantiuopcl: Das Verhältnis zlvischen China und Rußland gestaltet sich immer ungünstiger. Die rus­sische Regierullg hat in Peking wegen angeblicher chine­sischer Truppeliverstürkungen in den Grenzgebieten und antirussischer Kundgebungen in chinesischen Städten an- Die chinesische Regierung aber hat anf diese e in entschieden ablehnendem Tone geantwortet und bemerkt, daß das feindselige Verhalten Rußlands und des nachweislich mit diesem verbündeten Japan, sowie die von beiden Staaten genährte Agitation in China alle Vorsichts- und Abwehrmaßregeln der Re­gierung rechtfertigen. Die chinesische Regierung hat auch die Getreideansfnhr nach russischen Gebieten nntersagt. Die Behörden haben demzusvlge die Ausfuhr uach Charbin gesperrt. Es heißt, daß die chinesische Regie­rung sowohl in Petersburg als auch in Tokio entschei­dende Schritte zu unternehmen gedenkt.

krlegsallerlei.

Strengere Maßnahmen gegen feindliche Ausländer.

Wie das B. T. hört, hat das Oberkommando in den Marken strengere Maßnahmen gegen die Angehörigen der mit uns im Kriege sich befindenden Staaten (Män­ner, Frauen und Kinder über 15 Jahren) angeordnet. Danach ist befohlen: 1. Stete Mitführung eines Polizei­ausweises. 2. Täglich zweimalige persöuliche Melduug auf der Polizei. 3. Verbot, den Polizeibezirk ihres Wohnsitzes (grundsätzlich sind unter Polizeibezirk die Bezirke der selbständigen Polizeiverwaltungen zu ver­stehen) ohne Genehmigltng der Polizei zu verlassen. (Bekanntgabe der Grenzen des Polizeibezirks d>lrch die Polizei.) 4. Verpflichtung, von 8 Uhr abends bis 7 Uhr vormittags in der eigenen Wohnung zu bleiben. Diese Bestimmungen treten mit dem 10. November in Kraft. Ihre Durchsührnug soll durch eingehende Kon­trolle der Polizei sowohl in den Wohnungen, als auch auf der Straße und in Wirtschaften erfolgen. Zuwider­handelnde werden sofort verhaftet und in militärische Sicherheitshast abgeführt.

Wie dieEmden" Madras beschoß.

Ueber die Beschießung von Madras würd jetzt be­kannt, daß der Kommandant derEmden" drahtlos in Madras anfragte:Sind hier deutsche Kriegsschiffe im Hafen?" Woraitf er die Antwort empfing:Gott sei Dank nein." Darauf sagte dieEmden":Nun, dann sind wir hier!" und damit flog die erste Granare nach Madras.

Ein dreizehnjähriger Ausreißer,

der die Uniform und Altsrüstung der Mitglieder der Sanitätskolonne vom Noten Kreuz trug und auch in einer Handtasche Verbandsstoffe, militärische Abzeichen und Jnstruktionsbücher bei sich führte, wurde in Löhlte aufgegriffen und der Polizei üvergeben. Er gibt an, seinen Eltern in Hannover entlaufen zu sein, um sich uach dem westlichen Kriegsschauplatz zu begeben. Jtl Cöln sei ihm das Geld ausgegangen, uns) er habe deshalb die Rückreise antreten müssen.

Die englischen Geschosse.

e-t München, 9. November. (WTB.) Der zweite Bürgermeister von München, Hauptmanll Merkel, dem bei Ypern die linke Hand von einem Dumdumgeschoß zerrissen wurde, hat eliglische Jnfanteriegeschosse mit abgesägtem Bleikerll mitgebracht und berichtet, daß die Engländer sogar an ihren Gewehren Vorrichtungell zum Abreitzen des Bleikerrrs haben.

Die Bundesgenossen unter sich.

Ein reicher französischer Privatmann hat kürzlich für die französischen Gefangenen in Hessen eine nam­hafte Summe gespendet. An dieses Geschenk hat er aus­drücklich die Bitte geknüpft:Nicht einen Sous davon für die Engländer zu verwenden!"

Der Verkehr mit den Kriegsgefangenen.

Während des Monats Oktober sind in der Schweiz 9237 Postanweisungen im Betrage von 264 000 Franks aus Deutschland für deutsche Kriegsgefangene in Frank­reich umgeschrieben worden. Aus Frankreich nach Deutschland wurden 11400 Postanweisungen im Be­trage von 231000 Franks über die Schweiz gesandt.

Die Zarenaffäre Dr. Liebknechts.

Vor dem Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte an dem Reichsgericht zu Leipzig» wurde am Sorinabend das Disziplinarverfahren zu Ende geführt, das gegen den Reichstagsabgeordneten Dr. Karl Liebknecht in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt wegen seiner Aeußerungen über den russischen Zaren auf dem Magdeburger Par­teitage von 1910 noch im Gange ist. Das Ehrengericht der Anwaltskammer Brandenburg hatte Liebknecht wegen seiner Angriffe gegen den Zaren selbst freige­sprochen, ihm aber wegen seiner Angriffe gegen die, wie er es nannte, zaristische Politik der preußischen und hes­sischen Regierung einen Verweis erteilt. Der Staats­anwalt legte Berufung gegen die Freisprechung ein, Liebknecht gegen die Verurteilung. Vor einigen Tagen zog der Staatsanwalt die Rerufllna zurück. Nach der Leipziger Volkszeitung fand die Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Berufung Lieb­knechts wurde verworfen, es bleibt also bet der Ver­urteilung Liebknechts.

Unfall in einem Mnnitionsdepot.

In einem Munitionsdepot am Wasserturm zu Straßburg i. E. ereignete sich Freitag abend ein schwerer Unglücksfall. Durch unvorsichtiges Hinsetzen eines Ka­stens, in dem sich einige vom Gefechtsfeld zurückgesandte Zünder und Zünderteile befanden, entstand eine heftige Explosion, bei der ein Oberfeuerwerker, der die Aus­sicht führte, und ein Arbeiter getötet und zwei Arbeiter schwer verletzt wurden.

Weitere Drahtnachrichten.

Hamburg, 9. November. Der Reichstagsabgeordnete Friedrich Wilhelm Metzger (Soz.), langjähriger Ver­treter des dritten Hamburger Wahlkeises, ist gestern ge­storben.

Der neue italienische Antzenminister.

Berlin, 9. November. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Eintritt des bedeutenden ita­lienischen Staatsmannes Sonnino als Nachfolger des verstorbenen Marchese di San Giuliano in die Leitung der auswärtigen Politik Italiens ist von unserer Presse mit dem Ausdruck der Wertschätzung besprochen worden, die dem Minister Sonnino nach seiner politischen Ver­gangenheit und nach dem hohen Ansehen, das er genießt, überall entgegengebracht wird. Was über seine per­sönlichen Anschauungung und über seine politische Rich­tung bisher bekannt geworden ist, berechtigt zu dem Vertrauen, daß er als hervorragender Mitarbeiter des verdienten Ministerpräsidenten Salandra die von San Giuliano eingeleitete Politik einer wachsamen und be­sonnenen Neutralität fortsetzen wird.