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" Ein persisches Ultimatum a« Rnßlaud.

Aus Petersburg wird über Kopenhagen gemeldet: Der hiesige persische Gesandte verlangte heute amtlich die unverzügliche Zurücknahme der russischen Trappen aus dem persischen Gebiet.

Die russische Regierung hat, wie die Korrespondenz Rundschau" in Wien meldet, beschlossen, die Forde­rungen Perftens in allen Punkten abzulehnen und die russischen Truppen in Persien unverzüglich auf den Kriegsstand zu erhöhen. Die antrirussische Bewegnng in Persien ist kaum mehr einzudämmen. Der Schah hat sämtliche als Russenfreunde geltenden Beamten ent­fernt. Die Geistlichkeit predigt in den Gotteshäusern den heiligen Krieg Seite an Seite mit der Türkei gegen Rntzland und England. Waren russischer und englischer Märkte werden durchweg boykottiert.

Mitzglückter englischer Landungsversuch.

oe* Konstantinopel, 7. November. (B. T.) Bei Pa- kaba an der Küste des Roten Meeres haben die Eng­länder einen zweiten Landungsversuch gemacht. Sie wurden aber von türkischen Gendarmen zurückgetriebe^. Als schließlich ein englischer Offizier fiel, warfen die Mannschaften Waffen und Munition weg und flohen.

Dewet im Felde!

Aus Pretoria wird gedrahtet, daß General Dewet mit 150 Mann in die Stadt Brede im Freistaat einrückte. Er und seine Mannschaften verfolgten einen Postbe­amten, welcher im Autzenviertel Dienst tat, um die Stärke von Dewets Komlnando auszuforschen. Der Postbeamte konnte das Postamt erreichen, bevor Dewet dort eintraf, und dem Direktor zurufen, über wie viele Mannschaften Dewet verfügte, worauf der Direktor des Breder Postamts dies noch rechtzeitig nach Transvaal drahtete. Darauf zerstörten die Rebellen den Apparat. Dewet zwang den Magistrat und die Bevölkerung, zu- sammenzutreten, und hielt darauf eine sehr erregte An­sprache, worin er dem Magistrat u. a. vorwarf, jener habe ihn einmal wegen Mißhandlung eines Eingebo­renen zur Strafe von fünf Schilling verurteilt. Er wet­terte gegen Botha und dessen gottlose Politik und teilte schließlich mit, er werde Waffen und Munition requi­rieren. Falls man sich weigerte, ihm diese abzugeven, werde er mit dem Sjambok (afrikanischer Ochsenpeitsche) die Unwilligen züchtigen.

Englands Herrschaft in den letzten Zügen".

DieBossische Zeitung" veröffentlicht eine Unter­redung mit Burengeneral Pearson, in der dieser er­klärt, niemals habe der wahre Bure seinen Wahlspruch: Südafrika den Afrikandern!" aufgegeben. Englands Herrschaft in Südafrika lag überhaupt fdjon in den letz­ten Zügen. Nun kam der Krieg und störte geheime Fäden, es entstand eine gewisse Unordnung, es ist aber nur eine Periode der Neuordnung, bald wird die Form

sich klären. Das Ziel aller Buren ist stets dasselbe: Freiheit, Unabhängigkeit und Losreihung von Englands Herrschaft. Ich wette mit Ihnen, um Weihnachten wird nicht der Schatten der englischen Herrschaft über Süd­afrika verblieben sein. Und Deutschafrika'? Wir Buren haben nichts gegen die Deutschen. Schon jetzt zeigt sich, daß der Deutsche ein besserer Kolonisator ist als der Engländer, denn der Deutsche entwickelt die Kolonien, sie ausbeuten will. Mit den

Engländer, denn der Den

während der Engländer fi. _________ . ..

Deutschen als Nachbarn können wir friedlich leben, aber Englands Herrschaft lst unerträglich. Ich versichere nochmals, es ist nur eine Frage von Wochen, bis Süd­afrika den Südafrikanern gehört.

Die Oranjerepublik proklamiert.

o-r Berlin, 7. November. (WTB.) LautDeutscher Tageszeitung" hat Demet die Oranjerepublik prokla­miert. Alle Oranjestaatler sollen sich ihm angeschlossen haben.

Der Kampf um Tsingtau.

Die englisch-japanischen Verluste.

os* Tokio, 7. November. (T.-U.) Reuter meldet: In den Kämpfen vor Tsingtau belaufen sich die engli­schen Berluste auf 2 Tote und 8 Verwundete, darunter zwei Majore. Die japanischen Verluste betragen 22 Tote nnd 878 Verwundete. Die Beschießung Tsingtans dauert an. Flieger werfen Bomben und Flugblätter herab, worin den Einwohnern geraten wird, an den militäri­schen Operationen nicht teilzunehmen.

Japanische Meldungen.

Aus Tokio wird gemeldet: Nach einer Meldung aus Schantung haben die Japaner bei Tsingtau achthnndert Gefangene gemacht und 26 Kanonen vernichtet. Ja­panische Truppen besetzten das Gebiet zwischen der Meeresküste von Schantung und der Stadt Tsinanfu. General Kamino erhielt Befehl vom Mikado, das Leben seiner Soldaten zu schonen. Die freigewordene Flotte werde eine energische Beschießung vornehmen.

Portugiesische Parteiführer gegen den Krieg.

Belgiens. Die Regierung hat i schluß gefaßt, ob sie angesichts zur Einberufung des Kongresse

i ^,Mailand. 7. November. (Hamb. Fremdbl.) Nach einer Madrider Meldung fand eine Konferenz der Par­teiführer des portugiesischen Parlaments mit den Mmi- stern statt. Die Mehrzahl der Parteiführer erklärte sich gegen Ben Krieg unter dem Hinweis auf die Vernichtung

~ ---- ' ' deshalb noch keinen Be-

p hmudv *^ jic u«uc»lws der starken Opposition .... Einberufung des Kongresses schreiten soll.

Portugal stellt eine Untersuchung über Angola an.

** Lissabon, 7. November. (WTB.) Die portugie­sische Regierung stellt eine Untersuchung an über die Veranlassung von den Grenzgefechten zwischen den deut- ichen und den portugiesischen Truppen bei Angola. 2 deutsche Offiziere sollen gefallen sein.

Kriegsallerlei.

nr iet,

Erkrankung des Kronprinzen von Sachsen.

Kronprinz von Sachsen hat auf ärztliches Verlangen * wegen rheumatischer Erkrankung am Knie und im Hand­gelenk seine Stelle an der Front verlassen und sich ar" Kur nach Wiesbaden begeben. Der Kronprinz Befleiß wie bekannt, den Rang eines Hauptmanns.

Ein falsches Gerücht.

o* Bonn, 7. November. (WTB.) Der schweize­rische Generalstabschef dementiert das nenerdings ver, breitete Gerücht, Deutschland habe von der Schweiz freien Durchmarsch durch den Bezirk Pr«ntr«t (im Kanton Bern) verlangt.

Englische Grausamkeiten.

** Berlin, 7. Noveurber. (WTB.) Einem Bries vom weltlichen Kriegsschauplatz entnimmt derL.-A." die Schilderung eines Borsalles, wie er nichtswürdiger und roher sannt auszudenken ist. Letzthin wurde ein englischer Fliegeroffizier zur Notlandung hinter unseren Schützengraben gezwungen. Er hatte im Flugzeug einen deutschen Gefangenen splitternackt «eben sich» der vor Kälte und Fieber zitterte. Man hatte ihn so zwingen wollen, unsere Artilleriestellungen z« verraten. Der Engländer ist natürlich Bann erschossen Mvrde«.

Die Opfer des UnterseebootsD. 5".

** London, 7. November. (WTB.) MitD. 5" haben anscheinend 1 Offizier und 20 Mann das Leben verloren.

Weitere Meeresteile gesperrt.

os* Washington, 7. November. (WTB.) Der große und der Heine Minch sind für die Schiffahrt gesperrt worden.

x Athen, 7. November. (WTB.) Der Golf von Saros ist durch Minen gesperrt.

London bleibt weiter im Dunkeln.

a-* London, 7. November. (WTB.) Der Staats­sekretär hat angeordnet, daß die Einschränkung der Be­leuchtung Londons weitere zwei Monate dauert nnd die starke Schanfensterbeleuchtung von 6 Uhr abends ab oder früher verringert werden muß.

Englische Plünderer zu Geldstrafen verurteilt.

** Crewe, 7. November. (WTB.) Das Polizei- gericht verurteilte gestern 45 Plünderer deutscher Läden zu geringen Geldstrafen.

Belohnung desrussische» Gouverneurs von

Jnsterburg.

Während der Zeit der Russenherrschasr in Inster- burg hatte der dortige praktische Arzt und Stadtat Dr. Thierfreund, der von den Russen zum Gouverneur der Stadt eingesetzt worden war, die Interessen des Bürger­tums geschickt und mannhaft vertreten nnd schweren Schaden glücklich abgewendet. Den Dank, den die Stadt ihm dafür schuldig ist, haben Stadtverordnete in Form einer Ä

int jetzt Magistrat und ______ ......... Adresse und Darbietung eines Ehrengeschenks von 3000 JL abgestattet.

Massensendunge« von Zigarren an unsere Truppen.

Das nördliche Gebiet von Westfalen, in dem die Tabakindustrie zu Hause ist, hat es in tatkräftiger Weise unternommen, den Bedarf unserer im Felde stehenden Truppen an Tabak und Zigarren decken zu Beiseit. Die Stadt Löhne ist zu einem Zentralpunkte für den Ver­sand geworden. Täglich werden von dort aus 3 bis 4 Eisenbahnwagen Zigarren und Tabak, die in dem west­fälischen Tabak- und Indnstriebezirk gesammelt werden, nach dem Kriegsschauplatz befördert. Bislang sind be­reits über 50 Millionen Zigarren abgegangen.

Im Flugzeug zur Taufe des Sohnes.

Das neueste Ereignis, das der Krieg mit sich ge­bracht hat, ist eine Tauffahrt im Flugzeug. Am Montag dieser Woche landete, wie demB. T." geschrieben wird, ein Zweidecker, der aus Posen kam und mit zwei Offi­zieren bemannt war, auf dem Exerzierplätze bei Schrei­berbach nahe Lauban. Einer der Insassen war Leutnant von Wolf, der der Taufe feines neugeborenen Kindes beiwohnen wollte. Da er seine Ankunft seiner Frau vor­her mitgeteilt hatte, fand sich auf dem Exerzierplätze eine große Menfchenmenae ein, die den glücklichen Vater herzlich begrüßte. Die Rückfahrt mußte wegen dichten Nebels verschoben werden.

Bestellungen der Kriegführenden in Amerika.

Die kriegführenden Mächte haben nach einer Mel­dung derMorning Post" aus Washington Kriegs­material im Betrage von ungefähr 800 Millionen in den Vereinigten Staaten bestellt. Infolge dieser großen Bestellungen ist eine Belebung der amerikanischen In­dustrie eingetreten.

Eine tapfere Rote Krenz-Hilfsschwester.

Kürzlich sonnten wir von der Verleihung des Eiser­nen Kreuzes an eine Rote Kreuz-Schwester berichten, die auf dem östlichen Kriegsschauplatze unter Lebens­gefahr ihres Amtes waltete. Daß es mehrere solcher Heldenmädchen gibt, beweist nachstehende Mitteilung der Magdeb. Ztg." aus Diesdorf, Kr. Wanzlebeu: Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt die Rote Kreuz-Hllfv- schwester Frieda Schlenker aus Diesdorf. Im Septem- ber hatte sie einen Schwerverwundeten, der eine Gewehr­kugel in der Brust dicht am Herzen hatte, vom östlichen Kriegsschauplatz mit der Bahn ins Krankenhaus, wo die Operation vorgenommen werden sollte, zu trans­portieren. Unterwegs BeJm der Kranke plötzlich große Beschwerden und er drohte ihr unter der Hand zu ster­ben. Ein Arzt war nicht im Zuge. Kurz entschlossen öffnete die Schwester den Verband sind nauem Zusehen die Kugel wahrnahm, setzi die Bestimmungen der Instruktion, die d

iter den Verband sind als sie bei ge­lte sie sich über

ow öeininmu»gcii uct omuuniv«, «n oen Schwestern ein eigenmächtiges Eingreifen verbietet, hinweg, nahm eine Pinzette und entfernte glücklich die Kugel, wodurch dem Patienten das Leben gerettet wurde. Dafür be- kam die tapfere Schwester die Auszeichnung. Einige Wochen später hatte sie einen größeren Verwundeten- transport von Cöln a. RH. nach Frankfurt a. M. zu begleiten. Einem französischen Offizier, der darunter war, erneuerte sie vor Frankfurt noch einmal den Ver­band seiner Fußwunde. Als sie fertig war, sprach der Verbundene etwas, was sie nicht verstehen konnte, sie beugte sich über ihn, um zu hören, £n diesem Augen- firtrf reifet er einen Revolver, den er bis dahin irgendwo

beugte sich über ihn, um zu hören, ^t diesem Augen­blick reißt er einen Revolver, den er dahm irgendwo versteckt gehalten, hervor und schießt nach ihrem Munde. Die Kugel fliegt ihr dicht an der Wange vorbei, aber die Pulverwirkung hatte ihr dasLäpfchen im Hals weg- gerissen und ein Stimmband beschädigt. Die Aerzte hof­fen, daß sie die Sprechfähigkeit, die zurzeit immer noch nur ein Flüstern ist, einigermaßen wiederbekommt. Trotzdem aber hat die herzhafte Schwester längst wieder ihren Dienst angetreten und jeder Brief aus Feindes­land atmet den Geist einer begeisterten Berufsfreudig­keit. Gott schütze sie vor weiteren Gefahren.

Der Schrecke« derschwarzen Marie".

Die Wirkung der deutschen Artillerie bildet für die Enaländer immer mehr eine Quelle des Staunens und der Furcht. Die englischen Soldaten haben die Geschosse der schweren deutschen Geschützeschwarze Marie" ge­tauft und immer kehrt in den Berichten der englischen Mitkämpfer gegen die Deutschen die Milderung, der furchtbaren Geschosse wieder. Ecne ausführl che Würdi­gung des deutschen Artillertefeuers enthalt ein Brief ct= nes englischen Pionieroffiziers, den dieTimes" ver­öffentlicht Es heißt darin:Es ist staunenerregend, wie schrecklich die Wirkungen derschwarzen Marie" sind. Wenn wir aus ihrer Feuerzone in die Zone der Schrapnells gelangen, fühlen wir ordentlich eine Er­leichterung. Ich glaube, daß der wirkliche Grund da ür der ist, daß die von derschwarzen Marie" verursachten Wunden so schrecklich tm Gegensatz zu denen der Schrap­nells sind. Dieschwarze Marie" »t eine 2 Meter hohe Granate aus unaefär % bis 1 Zoll dickem ^tahl und von außerordentlich großer Explosivkraft. Wenn sie ein­schlagen, platzen sie mit furchtbarer Kraft und Hunderte von Splittern in der Größe eines Messerheftes fliegen in weitem Umkreise umher und sind imstande, einen Mann glatt zu durchbohren. Es ist die Furcht vor die­sen schrecklichen Wunden, die dre Wirkung derschwarzen Marie" ausmacht."

Das Lager bei Ruhleben.

Entsprechend den von militärischer Seite festgelegten Ausführungsbestimmungen wegen der Festnahme aller männlichen Engländer zwischen dem vollendeten 17. und 55. Lebensjahre wurden Freitag morgen in früher Stunde die i« Grotz-Berlt« lebenden Engländer verhaf»

tet. Es waren schon vorher alle Anordnungen bis ins Einzelne getroffen, und die Beamten der einzelnen zu­ständigen Polizeireviere begaben sich in die Wohnungen der Engländer, um sie aufzufordern, mit nach der Stadt- vogtet zu koinmeu, wo eine Sammelstelle für die ver­hafteten Engländer eingerichtet worden ist Die noch in Berlin sich frei bewegenden Ellglünder werden auf fünfhundert geschätzt. Im Laufe des Tages solleu die Verhafteten nach der Rennbahn Ruhlebeti bei Spandau gebracht werden. Es ist den Engländern gestattet worden, Toilettengegenstünde und Wäsche mitzubingen. Manche hatten sich bereits auf die Verhaftung vorbereitet und die Sachen zum Ntitnehmen scholl zurechtgelegt; bei anderen brachten die Frauen die Gegenstände später nach der Stadtvogtei. Verschiedene Engtüllder suchten sich der Verhaftung in Berlin zu entziehe» und reisten nach Hambnrg nnd Bremen; nun wird sie ihr Schicksal, für das sie sich bet der englifcßeit Regierung bedanken kön­nen, an diesen Orten ereilen. Unter den Verhafteten be­finden sich eine Anzahl Allgestellter und Arbeiter, aber auch angesehene selbständige Kaufleute und Gewerbe­treibende. Als Konzentrationslager ist, wie oben schon erwähnt, die Trabrenllbahn Ruhleben ausersehen wor­den. Bis jetzt befanden sich dort nur etwa vierhuudert Russeu, Franzosen und Engläuder, sogenannteVer­dächtige", die auch von deu Neueiugeliesertell getrennt bleiben. Die erst 1908 angelegte Rennbahn verfügt über große Räulnlichkeiten, die alle massiv gebaut und heiz­bar sind. Bis jetzt sind nur die Stallungen zu Inter- nieruugen benlitzt worden; nun werden aber auch die Räume unter den Tribüuerl dazu hergerichtet. Zur Heizung der Räunce sind zwei Lokouiobilen aufgestellt wordeu.________________________________________

Eine Stunde Waffenruhe.

In einem BettBasler Nachrichten" überlassenen Privatbriefe schreibt ein deutscher Leutnant am 12. Ok­tober au feine Basier Verwandte«:

Nach schwerell Gefechten war die Mompaguie in Aus­nahmestellung, stets ein Zug 48 Stunden lang zirka 800 Meter auf einer Höhe vorgeschoben, je 8wei Mann tief eingegraben in Schützenlöchern. Dort Besamen wir lebhaftes Granatfeuer, sodaß man den ganze» Tag unten sitze» bleibe» mußte ulid nur die Nacht zum Essen und anderen dringenden Geschäfte» beulttzell tonute. Statt Ablösung hieß es mit dem Batatllonsstab zum nächtliche» Sturm auf eine mit Schützeltgrübeu gespickte Höhe vor= zugehen, die wir in zwei Anläufen abends 10 Uhr nah­men itnd auf der wir sofort mit dem Bau von Deckungen begannen, sodaß uns das Graliatfeuer am kommenden Morgen teilte zu heftigen Verluste zufügen touute, trotz­dem Hunderte von Geschossen bei uns eilischlugen. Abends versuchte der Gegller einen Nachstoß, der 40 Meter vor unseren Maschtneligelvehreu zusammellbrach.

Neben unseren Maschinellgelvehrerl saß ich nun in meinem Loch, links llnd rechts zusamlnerl 32 Infan-

teristeu, je 2 Mann im Schützenloch. Von Zeit zu Zeit fausten die Granaten über tlns herein; schlinuner war aber das unerträgliche Gewehrfener, das wir von ein­zelnen in den Rttbenfelderu verborgenen Schützen er­hielten, die sich in der Nacht herangeschlichen hatten, den ganzen Tag in irgend einem Rübenacker lagen und nach jeder Helmspitze zielten, die sich über Bern Schützenloch zeigte. Wir versuchten mit Maschinen­gewehren die Felder abzustreifen, jedoch erfolglos, weil 's Gelände nicht genügend Schußfeld bot. Endlich konn­ten wir einen der kecken Bitrschen 60 Meter vor uns entdecken und mit vier Schüssen, die gleichzeitig auf ihn abgegeben wurden, unschädlich machen. Die Reihen toter Franzosen kurz vor unserer Stellung machten den Aufenthalt unerträglich. Einen Auftrag, als Parlancc»- tär zum feindlichen Schützerrgraben (zirka 250 Meter) zu gehen, lehnte ich dankend ab, da mich die einzelnen Sch ttzen abgeknallt hätte». Schließlich holte das Ba­taillon auf meinen Borschlag den Pfarrer und vier listen und sofort nach Erscheinen derselben mit ihren ;en Flaggen hörte das Feuer auf.

Ich nahm nun Monsieur le Curö, einen Mann

zu

Ziv wei

mit Gewehr und all meinen Mut zusaunneu und ging raus aus der Stellung. Drüben wurde nun ebenfalls eine weiße Fahne geschwenkt und es zeigten sich im feindlichen Schützengraben eine Reihe neugieriger Köpfe. Beide weiße Flaggen, die unsrige und die feindliche, wurden wiederholt geschwenkt, drüben ging aber keiner aus dem Grabe» raus. Ich ging 50 Schritte vor, dann 100 Schritte, brüllte, was ich konnte, ein französischer Offizier möchte kommen, es kam aber keiner. Der Pfar­rer, ein braver Mann, schrie mit, um vielleicht mit sei­ner besseren Aussprache des Fra»zösische» mehr Ein-

druck auf seine Landsleute Alt machen, immer noch feiner raus. Wieder 30 Scl

Drüben ging

immer noch keiner raus. Wieder 30 Schritte vorwärts; nun wurde ich wütend, denn ich fürchtete eine Falle. Dasapprochez-vous" Beantwortete ich mit Schimpfen und frug brüllend an, ob denn kein Offizier da sei, der sich 50 Schritte aus seinem Loch raus wage. Endlich kam einer.Ihr Mann soll weggehen, der trägt ein Gewehr, Sie selbst tragen eine Waffe, was wollen Sie?" Ich gebe meinem Begleitmann meinen Mauser und schicke ihn 50 Meter zurück, verbiete dem Pfarrer jede Unter­haltung mit seinen Landsleuten und gehe auf 15 Meter an den französischen Graben vor. Nun steigt ein kor­pulenter, aber schneidiger Leutnant raus, wir stelle» uns vor und ich schlage ibm Waffenruhe zum Begraben der Toten vor, indem ich ihn darauf Hinweise, daß es fast nur Franzosen seien und daß es Soldaten- und Ehristcn- pfltcht sei, die Armen zu beerdigen.

Eine Stunde wird gewährt, die Grenze für beide Beerdigungsmannschaften bezeichnet, und nun Beginnen die Kommandos die Toten zusammenzulesen und zurück- zutragen. Unsere Unterhaltung ist höflich aber reser­viert, er behauptet, wir seien am Kriege schuld. Er er­zählt mir von russischen Siegen und erhält dagegen eine deutsche Zeitung mit Berichten über Hindenburgs Stege und über die versenkten englischen drei Panzerkreuzer. Wir trennen uns mit einem Hündedruck und eine Vier­telstunde später nach unserem Einstieg in den Schützen­graben geht die Schießerei wieder los.

Bet deutsche Bauet in Feindesland.

Sonst lag die Hand an meinem Pflug, Nun liegt sie zornig am Gewehr;

Das fremde Land trägt Herbstgeruch, Wie wenn's die liebe Heimat wär.

Die liegt wohl weit, viel hundert Stund, Und immer mehr ist sie mir wert, Ich kämpfe für den teuren Grund, Für meiner Väter Hof und Herds

Und kehr ich heim, dann doppelt treu Bestelle ich mein kleines Gut, Es ward geschenket mir aufs neu Durch deutscher Männer Mut und Blut.

Doch trifft mich selbst die Kugel schon. Und solls zum Tod sein, Herr und Hirt: Dann sei mit meinem einz'gen Sohn, Daß er ein treuer Bauer wird!

Reinhol- Braun.