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Ein deutsches Geschwader an der englischen Küste.

Ein englisches Unterseeboot vernichtet. Kreuzer „Vorck" gesunken. Die Lage im Westen. Ueber 2000 Russen gefangen. England annektiert Aegypten. Der Heldenkamps in Tsingtau. Vom südafrikanischen Aufstand.

Nach einer Reutermel-ung legte ein deutscher Kreu- «r am Dienstag früh nach einem Gefecht mit Sem eng­lischen Kanonenboot „Halcyon" Minen. Das englische Unterseeboot „D 5" geriet auf eine dieser Minen und ^"^Folgenöe Mitteilung der englischen AdmiraliM bestätigt den Verlust des Unterseebootes:

^ London, 5. November. (WTB.) Der Sekretär der Admiralität meldet: Heute am frühen Morgen feuerte ein feindliches Geschwader auf das zur Küsten­wache gehörende große Kanonenboot „Halcyon", das auf einer Erkundungsfahrt begriffen war. Ein Mann des „Halcyon" wurde verwundet. Nachdem das Kano­nenboot die Anwesenheit der feindlichen Schiffe gemeldet hatte, zogen sich diese zurück. Obgleich sie von leichten Kreuzern verfolgt wurden, konnten sie doch nicht znm Kampf gestellt werden. Der hinterste dentsche Kreuzer streute auf dem Rückzug eine Anzahl Minen aus. Durch die Explosion einer derselben wurde das Unterseeboot „D. 8" zum Sinken gebracht. 2 Offiziere und 2 Mann, die sich auf dem Verdeck des an der Oberfläche des Wassers schwimmenden Unterseebootes befanden, wur­den gerettet. '

Ueber das Seegefecht meldet uns ein Telegramm noch folgendes:

es* London, 5. November. (T.-U.) Das gestrige Seegefecht fand an der englischen Ostküste zwischen Yar- month und Lowestoft statt. Die Bevölkerung wurde morgens durch starken Kanonendonner, dnrch welchen die Fenster zersprangen, geweckt. Infolge des starken Nebels war nichts zu sehen. Das Militär wurde alar­miert und besetzte den Strand. Erst gegen abend er­fuhr man den Untergang des Tauchbootes „D 5". Auch das Kanonenboot „Halcyon" wurde schwer beschädigt.

Aus Amsterdam wird noch berichtet:

Aus England eingetroffene Telegramme berichten Näheres über das Seegefecht an der englischen Küste. Es wird darin gesagt, daß das Feuer der deutschen Kriegsschiffe bei Yarmouth große Aufregung unter der Bevölkerung hervorrief. Infolge des Geschützfeuers platzten zahlreiche Fensterscheiben. Ein Schrapnell fiel in die Nähe der Promenade auf den Pier. Das englische Schiff „St. Nikolaus" wäre beinahe von den deutschen Geschossen getroffen worden. Da man eine dentsche Lan­dung befürchtete, wurde sämtliches Militär an die Küste beordert. Morgens 7 Uhr wurde bei Lowestoft Kanonen­donner gehört. Nach einiger Zeit kam das Kanonen­boot „Halcyon" mit Verwundeten an Bord im Hafen an.

Wie mag den Engländern der Schreck in die Glie­der gefahren sein über den kühnen Vorstoß des deutschen Geschwaders. Bis an die Küste sind die deutschen Schiffe vorgedrungen und haben dort die Engländer an­gegriffen, und zwar mit gutem Erfolg, denn ein eng­lisches Kanonenboot hat schwere Beschädigungen erlit­ten. Dann verschwanden die deutschen Schiffe wieder wie sie gekommen waren. Unterwegs aber streuten sie noch seelenruhig Minen aus, die ein verfolgendes eng­lisches Unterseeboot znm Sinken brachten. Diese todes­mutige, kecke Kühnheit unserer braven blauen Jungen wird die englische Furcht vor einer deutschen Landung gewaltig gesteigert haben. Wir aber können von einem solchen Wagemut unserer Marine das Höchste erwarten.

Das englische Tauchboot „D 5" gehörte zu den neue­sten Booten dieser Gattung. Die Unterseeboote „D 3" bis „D 8" sind in den Jahren 1910—1912 vom Stapel gelaufen. Sie verdrängen aufgetaucht 550 Tonnen, untergetaucht 630 Tonnen und laufen über Wasser 14 Knoten, unter Wasser 10 Knoten. Die Boote haben eine Besatzung von 20 Mann.

Ein englischer Bericht über das Seegefecht bei Yarmouth.

'W London, 5. November. (WTB.) Die Times melden: Ein Seekampf fand gestern bei Yarmouth, ganz dicht unter Englands Küste statt. Mehrere deutsche Kriegsschiffe kamen gestern früh anf der Höhe von Yar- mouth in Sicht und eröffneten eine furchtbare Kanonade gegen die Schiffe. Von dem Kreuzer „Halcyon", der leicht beschädigt wurde, sind ein Mann schwer und vier oder fünf leichtverwundet worden. Außer dem Unter­seeboot „D 8" sind noch zwei Dampfbarkassen anf Minen gestoßen und im Lanfe von 20 Minuten gesunken. Die starken Detonationen riefen eine ungeheure Aufregung in Yarmouth hervor. Die Leute stürzten dort zum Strande, konnten aber infolge des Nebels nichts sehen, nur die Umrisse eines Kriegsschiffes mit vier Schorn­steinen waren sichtbar. Einige Geschosse fielen auf das

5m fernen Osten.

Roman von O. Elster.

15) (Nachdruck verboten.)

„Bitte — kein Wort darüber. — Leben Sie wohl, Herr Leutnant — Ihren letzten Gruß werde ich aus­richten . .."

Eine formelle, korrekte Verbeugung von beiden Seiten dann entfernte sich Fredersdorff, während Fred in aufrechter Haltung, die Hand auf die Tischplatte ge- stiitzt, an dem Schreibtisch stehen blieb, ein kaltes, fast verächtliches Lächeln um die schmalen, scharfgeschnitte­nen Lippen, aber ein stolzes Leuchten in den grauen Augen.

„Das wäre also auch abgetan," sprach er nach einer Weile, und es zuckte nun doch bitter um seinen Mund.

r both nicht so leicht, wie er in seiner stolzen Kraft glaubte, das Gebäude eines ganzen Lebens abzubrechen und von neuem wieder anzufangen: es galt da, viel Schutt und Trümmer fortzufchaffen, ehe man neuen Baugrund fand.

Sh»?stvo^roax er überzeugt, würde sich bald in miinÄf8 Aes Lebens finden, denn sein scharfer erkannt, daß ihr Herz bei der Ver- As^^^rsdorff kaum beteiligt gewesen war, uiiö in thuen ^lciqch bet Stnuet Bntte sie einen eine Kraft, eine Festigkeit gezeigt, daß er freudiges ttauett auf ihren Charakter gewonnen hatte. Im Mim Unglück bewahrt sich ja erst der Mensch, da zeigt sich sein wahrer Wert.

^ schwerer würde es der Mutter fallen, sich in S Verhältnissen zurechtzufinden. Ein langes «n&JReWum hatte sie verweich- r Vater^hatte alles Unangenehme von ihr fern- gehalten, jede Sorge war ihr erspart geblieben- ibr Wille galt als oberstes Gesetz im Hause, und ihr Reich­em, ihre stattliche Erscheinung, ihre persömiche Liebens­

Ufer in die Nähe der Funkentelegraphenstation, die meisten fielen aber ins Wasser.

Englands Furcht vor einer Invasion.

^ London, 5. November. (WTB.) Das Kriegs- amt teilt mit, Satz nichts in öer gegenwärtigen Lage die Annahme rechtfertigt, daß eine Invasion wahrscheinlich se» oder bestehe. Verschiedene Verteidigungswerke, die im vereinigten Königreich errichtet seien, bedeuten eine notwendige Maßregel, die jede Seemacht in Kriegs­zeiten ergreife. Die Behörden würden entsprechende Weisungen erhalten, wenn der Feind eine Invasion ver­suchen werde.

Deutsche Kreuzer in Santiago de Chile eingetroffe«.

a-^ Santiago -e Chile, 5. November. (WTB.) Die beiden deutschen Panzerkreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" und der kleine Kreuzer „Nürnberg" trafen hier ein.

Die Helden von der „Emden" mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Berlin, 4. November. (T.-U.) Wie -er „Deut­sche Kurier" hört, hat der Kaiser dem Kommandanten ^«kleinen Kreuzers „Emden", Kapitänleutnant von Müller, das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse so­wie den Offizieren und Ingenieuren sowie den Unter­offizieren und 50 Mann der Besatzung das Eiserne Krenz zweiter Klasse verliehen.

Die Helden von der „Emden" haben diese höchste und schönste Auszeichnung redlich verdient.

Der Kreuzer „Yorck" gesunken.

Eine Kunde, die uns alle mit tiefer Teilnahme er­füllt, kommt aus Berlin. Der Panzerkreuzer „Yorck" ist in der Jade auf eine Mine geraten und dabei ge­sunken. Die Meldung lautet: 8

«-£ Berlin, 5. Novbr. (WTB.) Amtlich. S. M. großer Kreuzer „Yorck" ist am 4. November vormittags in der Jade anf eine Hafenminensperre geraten und gesunken. Nach den bisherigen Angaben sind 382 Mann (mehr als die Hälfte der Besatzung) gerettet. Die Rettungsarbeiten wurden durch dicken Nebel erschwert.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

B e H n k e.

Der Kreuzer „Yorck" ist 1904 vom Stapel gelaufen, besaß eine Wasserverdrängung von 9400 Tonnen. Die Geschwindigkeit betrug 21 Seemeilen bei 190 000 Pferdestärken. Die Besatzung betrug 623 Mann.

Aus dem großen Hauptquartier

te* Großes Hauptquartier, 4. November vormittags. (WTB.) Unsere Angriffe bei Ypres, nördlich Arras und östlich Soissons schritten langsam, aber erfolgreich vorwärts. Südlich Berdnn und in den Vogesen wurden französische Angriffe abgewiesen.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatze hat sich nichts wesentliches ereignet.

Oberste Heeresleitung.

Die Wucht des deutschen Angriffs im Westen ... Englische und französische Blätter geben in ihren Gerichten über die Schlacht an der Yser den fast unwider­stehlichen Drnck -es Angriffs -er Deutschen zu, die in der Gegend zwischen Ypern und Lys konzentriert sind. In Amsterdam eingetroffene Berichte von dem Kampf in Nordfrankreich besagen, daß die hartnäckigen An- grlffe -er Verbündeten auf die deutschen Stellungen an der Yser ohne den gewünschten Erfolg geblieben sind.

Eine weitere Stimme für die günstige Lage der deut­schen Operationen findet sich in den sehr beachtenswerten Ausführungen des militärischen Mitarbeiters des „Ber- ner Bund". Dieser stellt neuerdings fest: Die militä­rische Bedeutung der Lage im Westen ergebe, daß die größere Wahrscheinlichkeit des endgültigen Erfolges auf -er Seite der Deutschen liege, die aus der offensiv be­gonnenen Schlacht an der Aisne längst ein großzügiges strategisches Unternehmen gemacht haben, um den Feind zu ermüden, hinter sich alle Verbindungen aufs sorg­fältigste auszubauen, die Eisenbahnen wieder herzu­stellen, die eroberten Festungen zu armieren und die beim Beginn dieser FelSschlacht noch unbezwungenen Festungen zu Fall zu bringen.

Die Verbündeten werfen Verstärkungen nach Nieuport.

Privatdepeschen des „Daily Chronicle" zufolge führ­ten die Verbündeten in den Nächten von Sonnabend

würdigkeit hatten ihre Stellung in der besten Gesellschaft auf den Gipfel der Achtung und Beliebtheit gehoben. Dadurch bildete sich in ihrer Seele ein gefährlicher Ehr­geiz, ein Hochmut, der sie über ihre soziale Stellung hinausstreben ließ und dessen Erniedrigung sie um so schmerzlicher empfinden mußte, je größere Ansprüche er vorher gestellt hatte und je sicherer Frau Melanie ihre Stellung, ihren Reichtum gefestigt glaubte.

Die Aufhebung der Verlobung Ellens, durch deren Verheiratung mit dem Baron Fredersdorff sie mit den Kreisen des Adels und des Hofes sogar in Verbindung zu treten hoffte, war für sie vielleicht ein schwererer Schlag, als der Verlust des Vermögens. Aber was half das alles? Das eine Ereignis war nur die Folge des anderen, nnd fand man sich mit dem einen ab, so mußte man auch das andere mit in den Kauf nehmen.

Aber was sollte nun geschehen? Daß seine Mutter es auf das Schmerzlichste empfinden würde, in dieser Stadt, wo sie eine so hervorragende Stellung eingenom­men, in stiller Zurückgezogenheit leben zu müssen, ver­stand Fred vollkommen. Daß sie ihre schöne, prächtige Villa mit einer einfachen Mietswohnung vertauschen sollte, war eigentlich im Sinne seiner Mutter ganz un­denkbar. Das Beste wäre, sie ginge so weit fort, als irgend möglich: an einen Ort, wo niemand ihre stolze, glänzende Vergangenheit kannte und wo sie das Leben ganz von neuem beginnen konnte.

Es würde eine schwere Stunde werden, in der Fred seiner Mutter das alles auseinandersetzen sollte. Denn- noch mußte es geschehen — und leicht aufseufzend begab sich Fred zu seiner Mutter und Ellen, die diese Tage in stiller Zurückgezogenheit verlebt hatten.

6.

Das kleine, aber wehrhafte Kanonenboot „Iltis" durchfurchte mit dreizehn Seemeilen Geschwindigkeit in -er Stunde die lang hinrollenden Wogen des Indischen

bis Montag sehr bedeutende großzügige Truppenver« schiebungen vom linken Flügel an der Aisne durch die Eisenbahn und durch etwa 600 Kraftwagen nach -er Front Dixmuiöen-Nieuport aus. Dies seien Operatio­nen, welche gewissen Maßnahmen der Japaner in der Schlacht bei Mukden ähnelten, und sie seien völlig ge­glückt. Ueber die Höhe der Verstärkungen sind keine Angaben gemacht. Die „Evening Post" bringt einen ähnlichen Bericht, worin gesagt wird, daß unter anderem 8000 französische Marinesoldaten wie 4000 eingeschrie­bene Handelsmatrosen nach Nieuport gesandt wurden.

Diese eiligen Verstärkungen deuten darauf hin, daß es wohl etwas faul um die Stellungen der Verbündeten stand. Sollten sie aber einen Vorstoß planen, so dürfen wir wirklich beruhigt fein; da wird unsere Heeresleitung schon entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Die holländisch-belgische Grenze gesperrt.

Das Amsterdamer „Allgemeine Handelsblatt" mel­det, daß jeder Verkehr zwischen Sluis und Belgien un­terbrochen und niemand gestattet sei, Belgien zu be­treten oder zu verlassen. — Aus Eindhoven wird be­richtet, daß die deutschen Truppen jetzt alle belgischen Dörfer in der Nähe von Turnhout und Hamont besetzt haben.

Die Verteidignngsgeschütze vor Paris.

a*^ Basel, 5. November. (WTB.) Laut Baseler Nachrichten aus Rom sind 38,1-Ztm.-Geschütze, wie sie für italienische Ueberdreadnonghts bestimmt sind, zur Verteidigung von Paris aufgestellt.

Gegen die Sperrung der Nordsee

durch England erheben die kleineren, am Kriege noch nicht beteiligten Staaten lauten Einspruch, dem auch das große Amerika seine Zustimmung nicht wird ver­sagen können. Dafür gibt nachstehende Meldung aus Christiania Zeugnis:

„Morgenbladet" schreibt über die durch England angekündigte Sperre der Nordsee: Heute ist die Mel­dung eingetroffen, England habe die Nordsee von Is­land bis Schottland gesperrt. Ein Kommentar ist über­flüssig. Es ist dies ein unerhörter Uevergriff gegen das internationale Völkerrecht. Die Rücksichtslosigkeit gegen­über den neutralen Mächten ist aufsallend und in die Augen springend. Der Schaden scheint im sonderbarsten Mißverhältnis zu den Vorteilen zu stehen, die England dadurch erreicht. Wir erfahren, daß die englische Re­gierung den interessierten Ländern vorher nichts mit« teilte und nicht untersucht hat, wie die Sperrung von der Regierung aufgefatzt würde, deren vitalste Inter­essen sie berührt. Wir fragen, ob nicht bald der Zeitpunkt gekommen ist, wo ein gemeinsames Auftreten der nen- tralen Mächte angebracht wäre. Auf die Stimme der kleinen Länder hört niemand. Amerika ist auch neutral. Der Neutralitätsbegriff existiert nicht mehr, wenn jeder Uebergriff der kriegführenden Großmächte schweigend ge­duldet wird. Die erste Wirkung war, daß die Kriegs­versicherungen erhöht wurden.

Auch die Wiener Blätter bezeichnen den Plan Eng­lands, die ganze Nordsee als feindliches Gebiet zu er­klären, als die schlimmste Störung des Handels und die ernsteste Schädignng der nördlichen neutralen Ländcr so­wie Amerikas. Die Lossagung Englands von der See- rechtsdeklaration sei ein offener Bruch des Völkerrechts und eine Rücksichtslosigkeit gegen das Recht und die In­teressen der neutralen Staaten sowie gegen den neutra­len Handel.

Amerikanische Proteste.

Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Neuyork verlangen die Vereinigten Staaten die Freilassung des Dampfers „Kronland", der in Gibraltar noch immer festgehalten wird. Sie protestieren auch dagegen, daß England die Zufuhr von Kupfer, Petroleum und an­deren Artikeln als absolute Konterbande erklärt. Frankreich vergreift sich an deutschem Privateigentum.

Aus Paris meldet der Draht: 40 deutsche und österreichisch-ungarische Handelshäuser sind mit Beschlag belegt worden, darunter besonders die Gesellschaft für internationalen Transport.

Nach der „Franks. Ztg." ist das Handelsgericht in Rouen über die Beschlagnahme deutscher Handelsnieder­lassungen noch hinausgegangen und hat auch für die von Deutschen verlassenen Wohnungen^ darunter auch für die Wohnung des deutschen Vizekonsuls Rau, Sequester gestellt.

In Nizza fordert die Regierung alle Personen auf, welche Auskunft über die Güter von Deutschen und Oesterrerchern geben können, ihr die Nachforschung in jeder Weise zu erleichtern. Außerdem werden alle Kauf-

Ozeans. Das wackere, eisengepanzerte Schiff mit den dampfenden Schloten und den hochragenden Masten, an deren Hauptmast die deutsche Kriegsflagge wehte, schien selbst die Pflicht zu fühlen, so rasch wie möglich vor­wärts zu eilen, so eilig und geschäftig drehten sich die Schrauben, die Wogen zu schneeigem Schau»! aufwüh­lend, so atemlos arbeiteten die Maschinen in dein In­nern des Schiffes, so stolz hob und senkte sich der Bug, aus dessen Klüsen die schweren Anker hervorlugten, auf den blauen Wogen des Ozeans. Galt es doch, die Ehre der deutschen Flagge in China hochzuhalten: galt es doch, Leben und Eigentum der deutschen Laudsleute in Tientsin und Peking zu schütze», die von den rebellischen Pöbelhaufen der „Boxer", dieser fanatisch-religiösen Sekte, bedroht wurden.

Mit dem deutschen Geschwader unter 6em Admiral Brademann sollte sich das Kanonenboot vereinigen, das sich auf der Reede von Tientsin zugleich mit dem Ge­schwader der anderen Mächte versammelte.

Mit dem Kommandanten, Kapitän Laus, stand der erste Offizier, Kapitänleutnant Kühne, auf der Kom- mandobrttcke, während der wachthabende Offizier am dem Deck auf- und abschritt, gewärtig, jeden Vcfehl des Kommandanten an die Wachtmannschaften weiterzuge- ben, die in der vorderen Batterie versammelt wäre».

Die dienstfreien Offiziere, der Stabsarzt, der Zahl­meister, saßen in der OffizierSmesse auf dem Achterdeck bei einem behaglichen Skat.

Am Bug des Kanonenbootes stand ein junger Maat und schalste mit seinen klaren, blauen Augen nachdenk­lich auf die leicht wogende blaue See hinaus, die w weiter, weiter Ferne mit dem tiefblauen, wolkenloser Himmel zusammenzufließen schien. Die Uniformem; zeichen ließen den jungen Seemann als Einjährige! erkennen. Seine kräftig-schlanke Gestalt, sein ttefße- bräunteS Gesicht zeigten, daß er gewohnt war, sich und Wetter um Le Nase wMn w lassen. Mrts- w