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Seit zwei Monaten Teten unter Leitung der deutschen Offiziere die strategischen Punkte am Bosporus und au den Dardanellen in Verteidigungszustand gesetzt worden Sie hätten schwere Artillerie erhalten, auch seien Kase- matten und Verschanzungen errichtet worden. Das türkische Heer, das Deutschland und Oesterreich-Ungarn eine mächtige Stütze bieten könne, sei um Konstauti- nopel und den Kaukasus konzentriert. Es dürfte nicht weniger als 600 000 Mann betragen. Die türkischen Häfen seien miniert.

Rückkehr der französischen Regierung nach Paris.

s^ Mailand, 3. November. (WTB.)Carriere della Sera" berichtet aus Paris, daß die französische Regierung am 20. November dorthin znrückkehren werde.

Vom öfterr.-ungar. Generalstab

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s» Wien, 2. November, mittags. Amtlich. (WTB.) Die Kämpfe in Russisch-Polen dauern an. In den Ge­fechten am San hatten die Russen namentlich bei Ros- wadow schwere Verluste. Wir brachten dort 400 Ge­fangene ein und erbeuteten 4 Maschinengewehre. Süd­lich Starysambor nahm eine Gefechtsgruppe gleichfalls 400 Russen gefangen. In diesem Raume und nordöstlich Turka rückten wir weiter vor.

Die österreichische Offensive.

w* Wien, 3. November. (WTB.) Amtlich. Unsere Offensive durch den Maesa schreitet siegreich vorwärts. Nach Einnahme verschanzter Positionen wurde Sabac heute nacht erstürmt und die Bahnlinie» dortselbst über­schritten. Kavallerie ist dabei und hat bereits Gefangene gemacht.

Erfolgreiches Vorgehen gegen die Serben.

»-r- Budapest, 3. November. (WTB.) Metkovic, das größte Hindernis auf dem Wege nach Valjewo ist von unseren Truppen genommen worden. Bei Tnrka wurden 2700 Gefangene gemacht, darunter zahlreiche Tartaren und Mongolen.

Die trostlosen Zustände in Serbien.

Aus Nisch wird über Sofia gemeldet: König Peter ist schwer krank. Angeblich hat er ein Gehirnleiden. Er begibt sich oft nach dem nahen Badeort Wranja. Sein Zustand ist kritisch. Der Ministerpräsident Paschitsch ist so unpopulär geworden, daß er sich kaum auf der Straße zu zeigen wagt. Das im Verkehr befindliche Geld ist russischen Ursprungs. Ueber Verluste wird niemals etwas bekanntgegeben. Auch haben die Serben noch keinen Bericht davon, daß Belgien von den Deut!» scheu erobert worden ist. Auswärtige, selbst russische Blätter dürfen nicht in das Land hinein. Das über Ru- münten eingetroffene russische Offiziersöetachement ist in Nisch sehr wenig beliebt. Die Offiziere erteilen fort­während ihren serbischen Kollegen Befehle, kritisieren deren bisheriges Verhalten und verfügen über sie. Das serbische Osfizierkorps erregte sich hierüber so, daß es von den russischen Offizieren Genugtuung forderte, und der russische Gesandte konnte nur schwer die Gemüter^ besänftigen. Trotz des Verbotes kamen indes zwischen russischen und serbischen Offizieren, '^^Allcit gegenteiligen Gerüchten gegenüber soll^MEhr sein, daß sich griechische Truppen in SerMW-Mfinden. Der Unterschied sei nur der, daß di^Mite sich Legionäre nennen, obwohl sie die r^ckMe griechische Uniform tragen. Der bulgarisch^»Ever türkische Gesandte sind, wie es heißt, in Err-Euug der Weisungen zu ihrer Ab­reise.

Die Kälte ein schlimmer Feind der Russen.

Die Hoffnung der Russen und Engländer, über Archangelsk ihren Warenaustausch bis Anfang Dezem­ber ausführen zu können, erweist sich als trügerisch, schon am 27. Oktober meldete Archangelsk eine Morgen­luftwärme von 4 Grad unter Null. Am 28. Oktober schon 5 Grad. Wenn es so weiter geht, hilft der stärkste Eisbrecher nichts. Rußland wird dann bald von seinen Verbündeten ganz abgesperrt sein. Auch in Petersburg- Kronstadt hat der Winter schon angeklopft. Am Mon­tag, den 27. Oktober ' stand das Thermometer 2 Grad unter Null. Bald werden russische Kriegsfahrzeuge auf Monate hinaus im Hafen von Kronstadt eingeschlossen sein.

Tsingtau kämpft bis zuletzt.

Japan schlägt nochmals die ehrenvolle Uebergabe vor.

Aus Tokio wird derFranks. Ztg." gemeldet:

Der deutsche Gouverneur von Kiantschon beant­wortete das japanische Verlangen einer ehrenvollen Uebergabe, das durch einen Parlamentär »verbracht wurde, mit einem drahtlosen Telegramm an das japa- ursche Flaggschiff. Admiral Kalo verbot den drahtlosen Verkehr mit dem Schiff und verlangte eine schriftliche Antwort

Auch hierdurch wie^ aus der folgenden Londoner Meldung erweist sich die Meldung derAgence Havas^ von dem Falle der Festung als unwahr:

s-o Berlin, 3. November. (WTB.) Die Londoner "Zentral News" weiß aus Schanghai über ein heftiges Bombardement auf Tsingtau zu berichten. Das Fort Hcttshua erwiderte das Feuer. Die großen Petroleum- tanks im Hafen stehen in Flammen.

Ein ernster Zusammenstoß in Südafrika.

r. Ein Reutertelegramm aus Pretoria meldet den er­sten ernsteren Zusammenstoß mit den Aufständischen. Nach Reuters, natürlich stark zu Englands Gunsten ge­färbter, Depesche stieß Kommandant De V»ll,ers auf eine Abteilung Aufständischer, die angeblich die weiße Flagge auf ihren Gewehren befestigt hatten. Dc Vft- Ners verlor bei diesem Treffen, das also für die Auf- standischen günstig verlief, 110 Mann, die von den Auf-

tandischen gefangen genommen wurden. Dann griffen Ue Aufständischen von verschiedenen Serien den engll« schen Befehlshaber Albers an und Albers meldet einen großen Sieq und die übliche Flucht der Aufstanöilchem die angeblich 13 Tote und 36 Verwundete hatten, und von denen 240 Mann gefangen genommen worden sein sollen, darunter Kommandant Claefsens. .

. Bemerkenswerterweise heißt es dann in demNeu- ier-Telegranim: Albers kann noch nicht recht feststellen, wieviele seiner Leute gefallen sind. Es bleibt also ab- Marten, was es mit dem AlbersschenSieges und den U Gefangenen für eine Bewandtnis hat. Em raiches Auruckgehen der Buren ist nichts besonders AuffMges unö liegt eben in der bereits mehrfach erwähnten Kampfesart der Buren.

China im Einverständnis mit Amerika.

Zürich, 3. November. (Franks. Ztg) Der futsch" will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß mmtstche Proteste Chinas gegen die Verletzung seiner ü/^ralität durch Japan in völligem Einvernehmenmit & Bereinigten Staaten erhoben worden seien. Nach rvertereu Meldung habe China aumfWefe^ star^^^t von Schantung außerhalb der Bahnzone nUE-^reitkräfte unter dem Oberbefehl des Kriegs­ministers konzentriert. Die Küste werde stark befestigt. i

Kriegsallerlei.

Die englische Rangliste ohne Kaiser Wilhelm nnd Kaiser Franz Joseph.

_ Die neue englische Rangliste ist soeben erschienen. Sie enthalt nicht mehr die Namen des deutschen und österreichischen Kaisers als Feldmarschälle.

Generalstabschef von Moltke tritt einen Erholungs­urlaub an.

Der Chef des Generalstabes des Feldheeres, Gene­raloberst v. Moltke, über dessen Erkrankung kürzlich be­richtet wurde, bedarf zu seiner völligen Wiederherstel- lung,eines Erholungsurlaubes. Der Kaiser hat ihm zu diesem Zweck das Schloß in Homburg zur Verfügung gestellt. Seine Vertretung verbleibt wie bisher in den Handen des Kriegsministers Generalleutnant v. Fal- kenhayn.

Die deutsche Disziplin.

-^ Berlin, 2. November. (WTB.) Der Bericht­erstatter derTimes" stellt in einem Bericht vom öst­lichen Kriegsschauplatz fest, daß die Deutschen in allen Orten, die er besnchte, sich keiner Uebertretung der Kriegsgesetze schuldig machten. Die Bevölkerung wurde Nicht terrorisiert. Die Häuser und Vorräte sind in der Regel unbeschädigt und unberührt.

Schwierigkeiten in Algier.

»*0 Mailand, 3. November. (WTB.) DerJm- parcial" hat von ernstlichen Schwierigkeiten in Algier erfahren. Der Beschluß der Regierung, daß alle Männer von 1745 Jahren dienstpflichtig sein sollen, stößt auf lebhaften Widerstand. Gendarmen sollen getötet wor­den sein.

Schwere Unruhen in Marokko.

^ Zürich, 3. November. (Hbg. Frdbl.) Dem Pe­tersburgerRetsch" zufolge sind in Marokko schwere Unruhen ausgebrochen. Täglich ist der Aufstand gegen Frankreich zu erwarten. Türkische Emissäre fordern zum heiligen Krieg gegen Frankreich auf.

Gegen die Spionage.

Aus Hannover meldet ein Telegramm des WTB.: Um der im Bereich des 10. Armeekorps stärker hervortretenden Spionage wirksam entgegentreten zu können, hat der stellvertretende Kommandierende Ge­neral des 10. Armeekorps über den Korpsbezirk den verschärften Kriegsznstand verhängt. Um einer Beun­ruhigung der Bevölkerung durch diese Maßnahme vor- zubeugen, erklärt der stellvertretende Kommandierende General m seiner Bekanntmachung ausdrücklich, daß das einwandsfreie und patriotische Verhalten der Bevölke­rung des ganzen Korpsbezirks während der jetzigen Kriegszeit in keiner Weise Anlaß zu dieser Erklärung des verschärften Kriegszustandes gegeben hat, ebenso­wenig wie die allgemeine Kriegslage hierzu Anlaß biete.

Eiue Militärsteuer in Rußland.

Aus Petersburg wird gemeldet: Das Finanzmi­nisterium hat beschlossen, eine Militärsteuer in Ruß­land.-einzuführen, für Personen, die in den letzten 22 Jahren nicht gedient haben. Die Steuer beträgt 6 ^Rubel bei einem Einkommen unter 1000 Rubel und bet über 1000 Rubel Einkommen 50 Prozent der Einkom­mensteuer. Das Ministerium verspricht sich 84 Milli­onen Rubel jährlich aus dieser Steuer.

Zehn Söhne im Felde.

Daß ein Vater zehn Söhne in den Feldzug stellt dieser gewiß seltene Fall wird aus Wettbruch im El­saß gemeldet. Der dort ansässige Schneidermeister Büt- scher schickte zu Anfang des Kriegsausbruches neun Söhne ins Feld. Drei hiervon sind bis jetzt den Ehren- tod gestorben, zwei verwundet, zwei gerieten in Ge­fangenschaft, und zwei kämpfen noch in der Front. Der zehnte Sohn, der jüngste von allen, wurde nun in der Musterung für tauglich befunden, und wird bald in das Heer eingereiht werden.

Heldenmütige Kameradentreue.

Beim Ulltergang des KreuzersHela" wurden dem Matrosen Küttner aus Greiz durch die Explosion auf dem Schiffe beide Beine gebrochen. Da band ihn der Proviantmeister Limpert, der Angehörige einer anderen Greizer Familie, auf ein Brett und hielt ihn, obgleich selber mit dem Wellentoöe ringend, über eine Stunde bei sich, bis Hilfe kam. So wurden beide gerettet. Lim­pert wurde sofort zum Oberproviantmeister befördert.

Bayern nnd Engländer im Kampf.

Der Korrespondent derDaily Mail" berichtet, daß die Kämpfe nördlich von Liste mit rasender Erbitterung zwischen Engländern und Bayern ausgefochten werden. Mehrere Tage hätten die Engländer vor einer bedeuten­den Uebermacht standgehalten und unter bayrischem Artilleriefeuer, das in den Schützengräben große Ver­heerungen anrichtete, gelitten. Sie hätten andauernd die Stellungen wechselweise gestürmt und wieder ver­lassen. Zwischen La Bassee und Bethune kam es zu er­bitterten Kämpfen. Große deutsche Geschütze, die die Entfernung genau abgeschätzt hatten, hätten furchtbare Verheerungen angerichtet. Wenn man sich die Königs- worte ins Gedächtnis zurückruft, mit denen Kronprinz Ruvvrecht seine Bayern aufmunterte, wird die Erbitte­rung dieser Kämpfe begreiflich. Es sind in der Tat deutsche Hiebe besonderer Art", die die tapferen Bayern den Engländern versetzen.

Die Selbstverständlichkeit des Krieges.

Auch in den blutigen Gefilden der Schlachten ver­leugnet der Deutsche nicht seinen Drang zu spekulativen Betrachtungen, wie folgende Stelle aus einem Feldpost­brief beweist: Alle Romantik des Feldzuges wird hier wohl für manche,r, der fw erhoffte, zur Alltäglichkeit Verbla sen. Oder ist mir schon das ganze Kriegsleben eine so schreckliche Selbstverständlichkeit geworden, daß alles dies Außergewöhnliche alltäglich erscheint? Denn das ist gewiß, daß Tote und Verwundete, Dorfbrande, Lebensgefahr, verödete Städte und Felder als etwas ganz Selbstverständliches angesehen werden, wdaß wir uns bei unserem Abmarsch nach Norden manchmal un­gläubig wunderten, wenn wir noch friedensmaßig aus­sehende Gegenden durchquerten. Die,e Selbstverständ­lichkeit des Krieges hat etwas außerordentlich Groß­artiges. Ich glaube, daß sie für die meisten überwälti­gend wirkt, d. h. ihre Eindrucksfahigkeit abstumpft. Die Größe der Zeit und der Ereignisse verbirgt sich so durch die scheinbare Selbstverständlichkeit, mit der sich alles abspielt. Man spricht nicht umsonst vonKriegshand­werk"! Der ganze Aufmar,ch der Truppen, sogar eine Schlacht und der Sturm einer feindlichen Stellung ist ein so maschinenmäßiges und selbstverständlich sich ab- wickelndes Geschehen, daß der Vorgang etwas Un- lebendiges hat. Dies aber nimmt dem Ganzen alles Romantische und menschlich Individuelle. Die Ereig­nisse steigern sich so ins Uebermemchliche, man sieht hier das eherne Schicksal schreiten". Der Waffenkampf ist ein Mittel zum Zweck, die Menichen die dort marschie­ren, schießen, stürmen und fallen, sind nur Figuren, nur Objekte. Hinter allem Waffenlarm und über allem Waf- fensieg steht und entwickelt sich hier Weltgeschichte, die in diesem Kriege ganz besonders nicht nur Staaten- geschickte, sondern vor allem auch Kulturgeschichte ist.

Das unermüdlicheU-Boot.

Man kann gar nicht so schnell die Feder führen, wie unsere Unterseeboote arbeiten. Kaum hat man von Weddigen das Neueste berichtet, da hören wir schon: Abermals ein englischer Kreuzer durch ein deutsches Unterseeboot vernichtet!" Wenn das wirklich zur Lei­denschaft bei der neuen Waffe werden sollte, so wollen wir es gern geschehen lassen. Auch beiHermes" wieder­um vollständiger Untergang nach dem Torvedoschuß. Nun muß man immerhin annehmen, daß größte Auf­merksamkeit auf all den englischen Schiffen nach all den bisherigen Ereignissen beobachtet und alles getan wird, bei eintretendem Leck das Schiff über Wasser zu halten. Aber die bösen deutschen Torpedoköpfe sind auch gar zu groß, verderblich und treffen sobarbarisch" genau. Nach den Mitteilungen spielte sich der Vorgang auf der Reise derHermes" von Dünkirchen nach Dover ab, also bereits südlich des großen Minenfeldes, das die Engländer zum Schutz gegen unsere häßlichen Angriffe ausgelegt haben wollen. Rtan wird bald drüben er­kennen, daß deutscheU"-Bvvte sich nicht durch solche Dinge störe« lassen und über eine Aktionsfähigkeit ver­fügen, die allerdings John Bull in immer größere Ver­stimmung bringen kann. Diesmal ists freilich kein neuer Panzerkreuzer, aber man muß nehmen, was man ins Periskop" fassen kann. Alsolos!" Uni) wieder saust die tödliche Zigarre pfeilschnell auf das Ziel. Dann eine hohe Wassersäule, ein Stoß eine aufschäumende See und wiederum neigt sich eine englische schwimmende Burg, trotz des stolzeirUnion Jack" dort am Flaggen- stock, der doch bisher immer als unüberwindlich galt, tiefer und tiefer. Wiederum sümpften Hunderte eng­lischerBlue-Jackets" dort im kalten Nordseewasser, rangen um ihr Leben dieselben Elkgläuder, die für andere ihresgleichen meist nur ein überlegenes Lächeln haben!

Wenn in diesem großen Weltkriege ein Ding bei uns seine Früchte getragen hat, dann wnrS u. a. auch die stille, gewissellhafte mtö geräuschlose Arbeit am grünen Tisch, die, häufig verkannt, nun in der deutschen Mobilmachltng wie im besonderen auch in den Planen für unseren Ulrterseebootsbau so recht zum Ausdruck kommt. Es muß natürlich alles Hand in Ha»rd gehen: kühner, entschlossener Wagemut der Front mit der Tinte!

Man kann zurzeit den Namen desU"-Bootes noch nicht angeben, das denHermes" zur Strecke gebracht. Man schließe vor allen Dingen nicht daraus, weil das Boot sich noch lischtzur Stelle" gemeldet hat, etwa auf einen ungünstigen weiteren Verlauf der Fahrt. Bleibt es noch langer aus, so ists wieder ein gutes Zeichen für die hervorragenden Leistungerl im PunkteAktions­radius" im übrigen wird es sich durch denHermes"- Erfolg doch nicht davon abhalten lassen, zunächst in aller Ruhe seinen letzten Torpedo zu verschießen. Das hat Weddigen auch getan und der Deutsche hält nun mal auf Gründlichkeit! Erst die Arbeit ulld dann der Lor­beer!

Konteradmiral z. D. Schliepe imB. L.-A."

Die amtliche Bestätigung der Vernichtung des Kreuzers Hermes".

Berlin, 3. November. (WTB.) Amtlich. Die nichtamtliche Meldung über die am 81. Oktober erfolgte Vernichtung des englischen KreuzersHermes" durch ein deutsches Unterseeboot wird hierdurch amtlich bestätigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten znriickgekehrt.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes. B e h n k e.

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den Verfolgern entschlüpft.

DampferNeckar" nach ereignisreicher Fahrt in

Baltimore eingetroffen.

DemBerl. Lok.-Arrz." wird die nachstehende Ab­schrift eines Slrttkels zur Verfügung gestellt, der ihm aus Baltimore zugegangen ist:

Mit übermaltem Namensschild, der Oberbau, die

Boote und die Masten dunkelbraun und der Schorrtstein schwarz gestrichen, traf hier heute der DampferNeckar" vom Norddeiltschen Lloyd in seinem Dock ein, nachdem er auf der Hin- und Rückfahrt über den Atlantischen Ozean scharfen Verfolgnngen ausgesetzt war. Wie Kapi­tän Hinsch berichtet, gab es wenige Tage, an welchem das Schiff sich nicht von irgendeinem französischen oder englischen Kriegsschiff verfolgt sah, und zwar von dem Augenblick an, an welchem der Dampfer von Havana auf Kuba anr 5. August nach Bremen auslief. Während der letzten beiden Wochen wurde auch noch der Proviant knapp, und die Mannschaften wurden auf halbe Nationen gesetzt. Dazu zeigte eine Inspektion der Kohlenbunker, daß nur noch 30 Tonnen Kohlen übrig waren. Der Neckar" lief Ende Juli von Baltimore nach Calveston (Texas) aus. Er trat die Rückfahrt nach Bremen an und erreichte Havana, ehe der Krieg erklärt worden war. Dort wurde dem Kapitän vom Altsbruch des Krie­ges Mitteilung gemacht, und man riet ihm, der Sicher­heit halber in Havana zu bleiben, aber er hatte sich vor­genommen, die Fahrt riach Bremell zu wagen, und brächte seinen Vorsatz zur Ausführung. Als der Neckar" sich auf 300 Meilen der schottischen Küste ge­nähert hatte, wurde er von einem britischen Dampfer entdeckt, und dieser machte sofort Jagd auf ihn. Kapitän Hinsch gab aber Volldampf und wandte sich nach Süden, und nach einer tollen Jagd gelang es ihm, dem Briten aus den Augen zu kommen. Auf der folgenden Fahrt nach Südamerika sah derNeckar" sich durch einen bri­tischen Kreuzer genötigt, fast bis in die Mitte des At­lantischen Ozeans zurückzufahren, und da es schließlich mit Proviant und Kohlen anfing, bedenklich auszusehen, hielt Kapitän Hinsch auf den Hafen von Baltimore zu.

Auf der Fahrt an der Küste hinauf begegnete man einer ganzen Anzahl fremder Schiffe, aber man fühlte sich dadurch auf demNeckar" nicht weiter beunruhigt, da der Kapitän die Vorsicht brauchte, sich gerade inner­halb der Dreimeilengrenze zu halten. Auf diesem Teil der Fahrt wurde die Mannschaft einmal in unnötigen Schrecken verletzt. In der Entfernung einiger Meilen kam ein fremdes Schiff in Sicht, und durch sein Glas beobachtete Kapitän Hinsch, daß es Geschütze an Bord hatte. Ohne abzuwarten, daß der Fremde seine Flagge zeige ichlug Kapitän Hinsch daher den Kurs aufdie hohe See ein. Das andere Fahrzeug legte aber bei, und bei genauerer Beobachtung erkannte der Kapitän den kubanischen KreuzerCuba", welcher, vor: der Jubi­läumsfeier desStar Splangled Banner" aus Balti­more kommend, sich auf friedlicher Heimfahrt be^nd. Drei Tage lang befand sich der britische Kreuzer Lancaster weniger als 20 Seemeilen von demNeckar" entfernt, aber dem deutschen Dampfer gelang es, wäh­rend der Nacht an ihm vorüberzukommen. DerNeckar" hatte eme Ladung Weizen und eine Mannschaft von 203 Personen an Bord. Wie Kapitän Hinsch sagt, ver- weUte er täglich 18 bis 20 Stunden auf der Kommando- S£®K ÄW W« »°- «-----

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