Das Fazit des Vktobermonats.
Der Monat Oktober hat sich von der Welt nicht verabschieden wollen, ohne daß an seinen letzten Tagen bedeutende Ereignisse auf allen Kriegsschauplatzen zu melden waren. Wohl sind die deutschen Unternehmungen im Nordosten, an der Grenze Ostpreußens, noch nicht abgeschlossen, aber sie gehen offensichtlich er- folnreich weiter. Wohl haben im früheren Königreiche Polen die Russen dank ihrer westlich Warschau besonders stark zusammengeballten Uebermacht an Gelände gewonnen. Aber diese ihre Fortschritte sind nur vorübergehend zu nennen; denn aus der Neu- aruppierung der verbündeten Zweikarserheere wird ihnen bald eiu Halt und ein planmäßiges Gegenspiel geboten werden. Auf dem Schwarzen Meere hatte die türkische Flotte, als die Kanonen zufolge russischer Anmaßung und russischer Arglist — die Zarenflotte war bereits drauf und dran, am Bosporus Mmen zu legen — so schnell losgingen, sogleich im Beginn des jählings ausgebrochenen neues Krieges beträchtliche Vorteile errungen. Ein Minenleger, zwei Torpedoboote und ein Kanonenboot der Russen sind vernichtet,- ein russischer Kreuzer beschädigt. Auch haben schon die südrussischen Häfen Feodosia und Novorosstjsk, Sebastopol und Odessa nahe Bekanntschaftmit türkischen Schiffsgranaten, gemacht. Durch die Teilnahme der Türkei am Weltkriege sind Südrußland und Kauka- sien schwer bedroht und in Aegypten wird England ernten, was es gesäet hat. Die ganze islamische Welt macht nun mobil. Mit den Türken scheinen die Perser und Aphganen sich solidarisch gegen die beiden innerlich so verschiedenen Bundesgenossen an Themse und Newa zu fühlen, um ihnen heim zu zahlen, was sie von ihnen an Unrecht und Schmach erlitten haben. Auch die Buren sind willens, wenn man die englischen Nachrichten von den verschiedenen Farbenschichten ihrer Lügen befreit und die Wahrheit herausliest, dem britischen Löwen einen Vergeltungswechsel zu präsentieren.
Auch im Westen hat sich zum Oktoberschlusse vieles
zu unseren Gunsten geändert. Auf den Flügeln sowie im Zentrum unserer Riesenkampfstellung sind schöne Tetlsiege zu verzeichnen. Allenthalben geht die deutsche Offensive vorwärts, und überall, wo die Truppen der Westmächte vorgehen, brachen ihre Angriffe unter schweren Verlusten zusammen. Auf dem rechten Flügel stoßen die Unseren immer weiter vor und kommen stündlich ihrem Ziel Dünkirchen-Calais näher. So wurden allein am vorletzten Oktobertage fünf belgische Ortschaften mit stürmender Hand genommen. Zm Zentrum wird Reims ernstlich beschossen, und östsich Soissons sind die Franzosen aus ihren starkverschanzten Stellungen und aus Vailly vertrieben und bei der Verfolgung über die Aisne gejagt worden, wobei tausend Gefangene gemacht wurden. Südöstlich Verdun haben wir die Hauptstellung des Feindes genommen und im Argoner- Walde eine Reihe von Schützengräben von Franzosen gesäubert und einige Blockhütten, jene besonders starken Stützpunkte des Feindes erstürmt. Alle Angriffe aus Verdun und Toul die der Besatzung von Verdun in ihrer engen Umzingelung Luft machen sollten, brachen, so heftig und hartnäckig sie auch wiederholt wurden, sind blutig abgewiesen worden.
Wenn wir unbefangen und besonnen auf die Ereignisse des Oktobermonats zurückblicken und das Fazit ziehen, so können wir mit großer Genugtuung eststellen, daß unsere Oberste Heeresleitung unter chwierigsten Verhältnissen mit ihren unvergleichlichen apferen Truppen in dankenswerter Umsicht und Rührigkeit die großen Entscheidungen, die der Monat November uns bringen wird, vorbereitet und näher gerückt hat.
Kriegslied der Deutschen.
Mel.: Deutschland, Deutschland über alles.
Gegen eine Welt in Waffen Steht heut unser deutsches Land!
Nie, solang die Welt geschaffen,
Hat solch Ringen man gekannt ! Himmelhoch sieht man sich türmen Ringsum Falschheit, Trug und List, Uns bestimmte Gott zu schirmen Das, was wahr und heilig ist.
Gegen feige Königsmörder, Gegen Rußlands Heuchlerbrut Gilt's das blanke Schwert zu ziehen, Gilt's.zu opfern Gut und Blut!
Gegen Frankreichs alte Feindschaft, Rachedurst und Eitelkeit, Gegen Englands falsches Wesen, Seinen haßerfüllten Neid.
Gegen seinen beutegierigen Socius, den gelben Jap, Der im fernen stillen Ocean Einst ihm graben wird sein Grab. Gleichwie freundlich deutsches Wesen Er gelohnt mit List und Trug, Und als erster See-Pirate Rüstet jetzt zum Beutezug.
Gegen diese Frevler alle
Steht heut Deutschland wie ein Mann: Niemand ist daheim geblieben, Der im Feld noch sümpfen kann. Siegen gilt es oder sterben, Wo die deutschen Fahnen weh'n!
Das war stets Germania's Losung, Niemals wird es untergehn.
Gott, Allmächtiger, der uns führte Als ein Volk stets dir bereit, Dem die Deutschen stets vertrauten, Du sei mit nns in dem Streit!
Dir, dir geben wir die Ehre, Du sei unser Schirm und Hut! Du gabst uns die deutsche Treue, Segne deutschen Opfermut!
Dr. H.
Amtliche Bekanntmachungen.
Hersfeld, den 28. Oktober 1914.
Ich habe heute den Heilgehilfen Alfred Halmel in Hersfeld als Kreisdesinfektor für den 1. Bezirk bestellt und als solchen vereidigt.
I. 10904. Der Landrat.
J. A.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Abfahrtszeiten der Züge von Station
binarst in WM
5. November 1914.
8°
*
Krieger- ^ Verein.
*
Bersfeld.
Gültig vorn 2. November 1914 ab. 3n der Richtung nach Bebra: 037 g54 1255 $07 Q34 ?28*
Nur Werktags.
3n der Richtung nach Frankfurt a. M.:
202*
11'9
'37** g!9 $44 IQ1O
Wnck Stnmlitrifflmliieg.
Montag den 2. Noo., abends y Wr
im Vereinslokal bei Witwe Steinweg am Hanfsack.
Tagesordnung: Besprechung und Beschlußfassung über die Pflichten, die der Kriegerverein gegen seine Mitglieder und deren Angehörige in Kriegszeiten zu erfüllen hat. — Freie Anträge.
Hersfeld, 28. Oktober 1914.
*
Bis Fulda nur am Werktag nach Sonn- und Feiertagen. ** Nur Werktags.
In der Richtung nach Trenla:
^15* 724 12 230 529** 739**
Nur Werktags bis Oberaula. ** Nur bis Oberaula.
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Der Vorstand macht die Mitglieder auf die hessische Kriegsversicherung aufmerksam. Gegen Lösung eines Anteilscheines von 10 Mark bei der hiesigen Landesrenterei werden beim Tod des Versicherten bis zu 250 Mark ausbezahlt. Im Bedürfnisfalle kann- vom Kriegerverein eine Beihilfe des Anteilscheines gewährt werden.
Diejenigen Angehörigen, welche eine Beihilfe beanspruchen, werden aufgefordert, sich bei Kamerad Läufer zu melden.
Hersfeld, 19. September 1914.
Der Vorstand. * *
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Bezugnehmend auf vorstehende Annonce machen wir erneut auf die hessische Kriegsversicherung empfehlend aufmerksam.
HerSfeld, 30. Oktober 1914.
Der Vorstand.
Zweigverein vom Roten Kreuz.
All die Frauen und jungen Mädchen unserer Stadt, die t sich beim Stricken von Strümpfen, Puls- und Kniewärmern für unsere Truppen im Felde beteiligen wollen, werden gebeten, sich das hierzu erforderliche Garn bei Frau Pfarrer Gonnermann, Lullusstr. Nr. 1 abholen zu lassen.
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