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LE Ws «B rMaS flidlschMü Pünktzwischen ver User und der Straße Aperu-Hazebrouk uns St. Omer zu treiben. Das erste Ziel dieser Bewegung wäre dann Boulogne, von wo man später nach Calais und Dün- kirchen zu kommen versuchen würde, durch Isolierung des umgebenden Terrains und Vernichtung der Festun­gen mittels der schweren Artillerie.

Von der französisch-italienische« Grenze.

Aus Genf wird gemeldet: Die französischen Gar­nisonen an der italienischen Grenze sind.in den letzten drei Wochen wieder ne« belegt worden, nachdem fast sämtliche Truppenstandpunkte gegen Italien Ende Sep­tember zur Verstärkung der französischen Front an der Marne geräumt worden waren.

Vom österr.-ungar. Generalstab

oi* Wien, 1. November. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: In Rnsstsch-Polen entwickeln stch nene Kampfe. Angriffe auf unsere Stellungen wurden ;n- rückgeschlagen, einige feindliche Detachements zersprengt.

Die mehrtägige erbitterte Schacht im Raume nord­östlich Turka und südlich Starysambor führte gestern zn einem völligen Siege unserer Waffen. Der hier vor­getroffene Feind, 2 Infanteriedivisionen und 1 Schützen­brigade, wurde aus allen seinen Stellungen geworfen., Czernowitz wird von nnseren Truppen behauptet. Das Artilleriefeuer der Russen blieb ohne nennenswerte

Wirkung.

Weitere Erfolge gegen die Serben.

oe* Wien, 1. Novernber. (WTB.) Amtlich wird verlautbart vom 31. Oktober, daß die Erfolge unserer Truppen, die in der Macva auf starke Befestigungen stießen, heute einen bemerkenswerten Fortgang erfahren haben. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Serben in der zum Teil sumpfige« Macva drangen unsere sämt­lichen über die Save vorgegangenen Truppen in breiter

Front weiter vor.

Wie die Russen in der Bukowina hansten.

Erst jetzt werden Einzelheiten bekannt aus der Zeit, in der die Russen einen gewissen Teil der Bukowina besetzt hatten. Zahlreiche Gebäude wurden niederge­brannt, Passanten auf der Straße von Kosaken beraubt. In Czernowitz führten die Russen Samtatssoldaten nnt Ketten gefesselt als Kriegsgefangene ab. Insbesondere hatten auch die Rumänen der Bukowina vielfach zu lei­den. So wurde die vorzugsweise von Stamanen A- wohnte Gemeinde Maiüan dem Erdboden gleich gemacht. Andere Ortschaften wurden geplündert und in vanda- lischer Weise demoliert und die Vorräte vernichtet.

Oesterreichische Bomben auf Autivart.

os* Triest, 1. November. (T. U.) Oesterreichische Flieger haben in den letzten Tagen von Castellnuovo aus Flüge nach Antivari unternommen und Bomben auf den Hafen geworfen, wobei großer Schaden angerichtet wurde. Sämtliche Flieger kehrten glücklich zurück.

Ein englischer Kreuzer durch ein deutsches

Unterseeboot zum Sinken gebracht.

e-t London, 1. November. (WTB). Amtlich wird unterm 31. Oktober gemeldet: Ein dentsches Untersee­boot brächte hente im englischen Kanal den alten Kren- zerHermes", der von Dünkirchen zurückkam, durch einen Torpedoschntz zvm Sinken. Beinahe alle Offiziere und Mannschaften sind gerettet.

Wie von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung dieser Nachricht deutscherseits noch nicht vor. Anmerkung der Red.:Hermes" stammt aus dem JahA 1898, ist 5000 Tonnen groß, fährt 20 Seemeilen in der Stunde und hat 480 Mann Besatzung.

Wie der KrenzerHermes" zerstört wurde.

Dover, 2. November. (WTB.) Der englische KreuzerHermes" wurde vorgestern morgen § Uhr durch zwei Torpedos getroffen, kenterte nach 45 Minu­ten und sank. 40 Mann der Besatzung werden vermißt.

DieEmden" erbeutete 7000 Tonnen Kohlen.

e-t Colombo, 2. November. (WTB.) Die Nutzung des von derEmden" versenkten Dampfers@$for» traf hier ein und berichtet, daß dieEmden" von dem Dampfer 7000 Tonnen Kohlen erbeutet habe.

Ein englisches Schlachtschiff kampfunfähig gemacht?

o^ Christiania, 2. November. (B. T.) Aus London wird unterm 1. November gemeldet: Das englische SchlachtschiffBenerable", das die Belgier durch ein Bombardement an der Küste unterstützt hat, ist gestern, begleitet von einer Känonenbootsslottille, «ach England zurückgekehrt. Der Grund der ausfälligen Tatsache, daß das einzige Schlachtschiff, das an dem Bombardement auf die deutsche Linie zwischen Ostende und dem Kanal teilgenommen hat, plötzlich nach England zurückkehrte, wird nicht angegeben. Man verratet in Norwegen, daß das Schiff von einer deutschen Granate oder einem Unterseeboot kampfunfähig gemacht worden ist.

Eine englische Meldung über Tsingtau.

^ Frankfurt a. M., 2. November. (WTB.) Die Franks. Ztg." veröffentlicht folgende Havasmeldttug aus Tokio: Die Festung von Tstngtan ist zerstört wor­den. Die Operationen werden mit allgemeinem Erffolg fortgesetzt. Hierzu schreibt dieFranks. Ztg. . Der Wunsch, dem Mikado zu seinem Namenstag am 31. Oktober die eroberte Festung als Ehrengeschenk dar- rubieten, ist wohl der leitende Gedanke znr Hmansgabe des vorliegenden Telegramms gewesen. Es ist offen, bar unrichtig. Denn wenn dw Japaner dre Festung zerstört hätten, wäre nicht §rsichMch, gegen wen sich ihrewetteren erfolgreich^ Operationen richten soll «, denn einen weiteren Schutz besitzt Tstngta« nicht. Einzelne Teile der Fest«»«. werden wohl beschäLlgt sein, aber offenbar hält sich die heldenmütige Besatzung ""^Amtlich roiSouS London bekanntgegeben, daß ein indisches Truppenkontingent sich mit den Englischen und japanischen Streitkräften vor Tsingtau vereinigt ha .

Die Mannschaften vonS. 90 in China.

worden war, sind in Nanking interniert worden.

Im Felde vor dem Kaiser.

»^ Berlin, 2. November. (T.-U.) Aus einem Feld- vonnvips tinm 96 Oktober. der demL.-A. von oem Ernpfänaer freundlichst zur Verfügung gestellt wird, SL6 Blatt mit, daß am genannten Tage unmittel­bar hinter der Kampffront eine Parade vor dem Kaiser

Große bat in den zahlreichen Kanrpfen w den ew

zogen und auch Ihr habt um Eure Fahne neuen Lor­beer gewunden. Als König von Preußen und Markgraf von Brandenburg spreche ich dem Grenadier-Regiment Prinz Carl von Preußen Nr. 12 als dem Vertreter des 3. Armeekorps meine vollste Anerkennung und Zufrie­denheit aus. Ich bin überzeugt, daß Ihr, wenn es der Feldzug noch erfordert, Eure Regimentsgeschichte mit neuen Ruhmesblättern füllen werdet. Wenn der Krieg zu Ende, sehen wir uns wieder. Der Feind wird unter allen Umständen geschlagen. Nach der Ansprache nahm der Kaiser den Parademarsch des Regiments ab. Am Nachmittag wurde an der Stelle Feldgottesdienst abge­halten. Stach der Predigt hielt der kommandierende General eine herrliche Ansprache, die alle Zuhörer be­geisterte. p

Aus einem Feldpostbrief, den derSchwäbische Merkur" veröffentlicht, sei folgende Stelle wiederge- geben: Ich schreibe wieder im Zug, der irgendwo auf der Landkarte von Nordfrankreich herumfährt, sitzend in einem Abteil zweiter Klasse eines belgischen Eisenbahn­wagens, aus dem die Lumpen aber die Sitzpolster herausgestohlen haben, sodatz wir den Mangel not­dürftig mit Decken aus unseren Sanitätswagen decken mußten. Es sind große Tage, die wir auf dieser Reise verleben. Bon CH., der Verladestation, ging es bis M., wo wir umladen mußten. Wir gingen also lustig auf Schusters Rappen über M. Die beiden Städte, seit Wochen jetzt in deutscher Verwaltung, machen einen äußerst sauberen, für unsere Urwaldbegriffe geradezu paradiesischen Eindruck. Ueberhaupt man sah wieder Straßen, Läden, in denen regelrecht gekauft werden konnte, Volk auf den Straßen, ja sogar Damen in guten Toiletten. Und dann der Glanzpunkt des Tages! Der Kaiser, hieß es, werde uns begrüßen, und schon raste auch sein Auto heran. Rasch waren die Bataillone der . . .er und das unferige aufgestellt. Der Kaiser schritt die Front ab, jeden Mann einzeln mit dem bekannten durchdringenden Hohenzollernblick musternd. Bon Zeit zu Zeit rief er:Guten Tag, Kameraden," was mit herzlichen Rufen erwidert wurde. Dann hielt er eine schneidige Rede von der guten Verfassung, in der er uns gesunden, von unserer Bravour, über die ihm sein Sohn berichtet, er überbrachte Grüße unseres Landes­herr» und endete mit der Aufforderung:Haut die Kerls auch im Norden, wo Ihr sie trefft." Schnell brachten wir noch ein Hurra aus, und der große Augenblick war vorüber.

kklegsallerlei.

Der Kaiser legt das Eiserne Kreuz an.

Nach der Korrespondenz Hoffmann hat König Lud-

Wig von Bayern Kaiser Wilhelm gebeten, das Eiserne

Kreuz 2. und 1. Klasse als oberster Bundesfeldherr an- zulegen. Der Kaiser dankte daranf und hob hervor, er werde das Kreuz von Eisen tragen im Andenken an die Entschlossenheit und Tapferkeit aller deutschen Stämme im Kampfe um Deutschlands Ehre. Der König hat außerdem dem Kaiser das Großkreuz des Militär- Max-Josefs-Ordens verliehen.

Ehrung Krupps durch die Bonner Universität.

»^ Bonn, 1. November. (T. U.) Die philosophische

Fakultät der Universität Bonn hat Herrn Krupp von Bohlen und Halbach und ferner das Mitglied des Krupp-Direktoriums Professor Rausenberger, dem Konstrukteur der schweren Geschütze, sowie dem Reichs­bankpräsidenten Havenstein zum Ehrendoktor ernannt.

Barbarischer Mißbrauch von Gotteshäusern durch Frankreich.

Da die französische Heeresleitung wiederum eine Batterie vor der Kathedrale von Reims aufgestellt und einen Beobachtungsposten auf dem Turm der Kathedrale eingerichtet hat, hat im Auftrage des Reichskanzlers Dr. v. Bethmann Hollweg der preußische Gesandte im Vatikan bei der Kurie gegen diesen barbarischen Miß­brauch von Gotteshäusern einen förmlichen Protest ein­gelegt.

Falsches Gerücht in Berlin.

os* Berlin, 2. November. (T.-U.) Hier sind Ge­rüchte verbreitet und Nachrichten int Umlauf, daß ruf» fische Truppen an der Grenze von Posen aufgetaucht sind. DieWelt am Montag" ist von zuständiger Stelle autorisiert zu erklären, daß an den Gerüchten kein wah­res Wort ist.

Auch ein Opfer derdeutschen Barbaren".

Als Opfer derdeutschen Barbaren" ist der Sohn des berüchtigten korsischen Räuberhauptmanns Bonelli gefallen, der unter dem SpitznamenDella Coscia mbrzehntelang die Wälder von Korsika terrorisierte. Der Sohn dieses würdigen Mannes nahm als Frei­williger am Kriege gegen die Deutschen in Frankreich teil und wurde wiederholt wegen Tapferkeit aus­gezeichnet. , ~

Ein englischer Kreuzer vernichtet einen Seehund.

Der marine-militärische Mitarbeiter derTimes erzählt folgende Geschichte: Ein englischer Kreuzer be­richtete, daß ein Unterseeboot von ihm in den Grund geschossen wurde, was auch für vollkommen zuverlässig betramtet wurde, bis ein getöteter Seehund an die Küste getrieben wurde. Man machte dann die Entdeckung, daß man von dem Kreuzer aus die Nase des Seehundes für das^ Periskop des Unterseebootes gehalten hatte und es beschoß Wahrscheinlich ht es ein Seehund ge­wesen, derbes unterlassen hatte, seineNeutralität zu erklären."

»in französischer Hydroplan im Skutarisee. .

Die französischen Aeroplane bei Cattaro haben kem Nachdem unlängst zwei von ihnen abgestürzt pa sa^sserfluazeua in den Srurarcsee. ^er ^nvyvi wur^ mit großer Mühe gerettet, der Aeroplan ging verloren.

Die Wirkung deutscher Fliegerbomben

.. London 1. November. (T. u.)Daily Mail merbet aus Nordfrankreich, daß zwei deutsche Flieger

«Ütbn«-"erschienen nvd die Stadt mit Bomben u^aZn^ Die erste Ä nicht, die zweite hat Neunzehn P^sonen getötet und vierzig verwundet. Auch ^"-^unkirmeu fiel am Mittwoch eine Bombe, die in der Rue du College sämtliche Fensterscheiben zertrüm-

^^Das Kabel Sebastopol-Barna zerschnitte«.

«osta, 2. November. (WTB.) Nach Meldungen aus Barna ist das Kabel Sebastopol-Barna zerschnitte«

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. . «Dudon 9 November. (WTB.) Nach der Lon­doner^ Gazett? sind zwei Oberstleutnants am 15. «ep- temver" a«ö dem Heere ansgestotzen worden.

Eine Aufforderung Caranzas.

Frankfurt a. M., 2. November. (WTB.) Die Trankt Kta" meldet aus Mexiko: Caranza forderte Bereinigten Staaten auf, endgültig zu erklären, wann Beracrvz geränmt werde.

Die englische Fnrcht vor dentsche« Flugzeuge«.

Berlin, 2. November. (WTB.) Aus London Wird gemeldet: die »Daily News" hat eine Abonnenten-

versicherung für WohnuttgSschäden durch Flugzeuge eingeführt.

Aus Loudon ausgewreseue Frauen in Frankfurt a. M.

»**> Berlin, 2. November. (WTB.) LautB. T." sind in Frankfurt a. M. zahlreiche deutsche Frauen uud Kinder aus London eingetroffen, die am Dienstag den Ausweisungsbefehl erhielten, während die Männer sofort verhaftet wurden. Die Reise der Leute, darunter Wöchnerinnen, war mit den größten Entbehrungen verbunden.

Vermischtes.

Der Reichstag und die masurischen Seen. Die durch Hindenburg historisch gewordenen masurischen Seen sind vor Jahren auch schon im Parlament Gegenstand mancher Erörterungen gewesen. Damals wollte man aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus dieses wild­romantische Seen- und Sumpfgebiet kultivieren und ur­bar machen. Und svrvvhl im Reichstage als auch im preußischen Abgeordnetenhause lagen Eingaben in dieser Hinsicht vor. Man hatte schon berechnet, wieviel guten, ackerbaufäüigen Boden man an Stelle der ,^Tümpel er­langen wurde. Aber es regten sich auch Widerstände, die in diesem großen durchwässerten Gebiet eine Art Naturdenkmal sahen. Vielleicht mögen damals schon gewisse militärische Gründe mitgesprochen haben. Jeden­falls wurde aus der Trockenlegung der versumpften Strecken nichts. Seitdem war die Forderung auf Urbar­machung eingeschlafen, und jetzt haben sich die großen Sumpfstrecken als eine treffliche Schutzwehr für das be­drängte Ostpreußen erwiesen.

Ein Rattenkönig. Anfang Oktober 1914 wurde nach derKöln. Ztg." auf einem Fruchtspeicher in der Nähe des Staatsbahnhofes zu Mörs ein Rattenkönig von sieben Wanderratten erschlagen. Vorher waren diese Tiere nicht bemerkt worden. Man wurde durch lautes Quieken auf sie aufmerksam, das ivahrscheinlich durch großen Hunger veranlaßt wurde. Ein Rattenkönig zeichnet sich bekanntlich dadurch aus, daß die Schwänze mehrerer Tiere nicht eigentlich verlvachsen, sondern zu einem Knäuel verschlungen sind. Auch bei dem Mörser Rattenkönig waren die Schwänze nicht verwachsen, son­dern verschlungen und durch eine schmierige, pechartige Masse fest verklebt. Ob diese eine krankhafte Aus- schwttzung der Schwanzhaut ist, vom Kot der Tiere her- rührt, oder vom Muttertier ins Nest eingeschleppt wor­den ist, ist unbestimmt. Unter den Tieren befanden sich vier größere und drei kleinere Ratten. Erstere hatten wohl letzteren häufig das Futter fortgefresfeu, sodaß sie wie verkümmert aussahen.

Eine brave Seemannstat. Die Rettungsstation Helgoland der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger telegraphiert am 29. Oktober: Von den: deut­schen DampferGreif", gestrandet auf den Seehunds- klippen, 24 Personen gerettet durch das Motorrettungs- bootIrene" der Station. Am selben Tage von dem deutschen FischdampferGrete", gestrandet auf den See- Hundsklippen, 26 Personen gerettet durch das Motor- RettungsbootIrene" der Station. Die Rettungs­station Hornmersiel telegraphiert am 30. Oktober: Bon dem deutschen SchonerFriederike", Kapitän Janssen, gestrandet au der Jadekante, mit Kies von Bremer- Haven nach Horumersiel bestimmt, zwei Personen ge­rettet durch RettungsbootMeta Hartmann" der Station.

Englands Krieg gegen die Menschlichleit.

Die Beschlagnahme des LazarettschiffesOphelia".

Aus dem Haag wurde vor wenigen Tagen gemeldet! Ein Fischdampfer brächte gestern die Leichen des Zahl­meisters und eines Mannes vonS 117" nach Amuiden. Letzterer hatte die Erkennnngsinarke 15. Die Besatzung des Dampfers teilte mit, daß noch mehrere Leichen, alle mit Schwimmwesten, an der Stelle treiben, wo diese bei­den aufgefischt worden sind."

Diese Meldung bezieht sich auf die Besatzungen der vier deutschen Torpedoboote, die am 17. Oktober in jenen Gewässern von einem englischen Kreuzer und vier Zerstörern in den Grund geschossen wurden. Nach dein Untergänge der vier Boote wurde deutschersoits das LazarettswiffOphelia" ausgeschtckt, um nach Ueber- lebenden an Ort und Stelle zu suchen. DieOphelia" wurde von dem britischen 5rreuzerYarmouth" ange­halten, beschlagnahmt und nach einem englischen Hafen gebracht. Als Grund der Beschlagnahme wurde zunächst angegeben, das Lazarettschiff habe Minen an Bord. Als die Durchsuchung erwies, daß dies nicht der Fall war, erklärte der brittsche Offizier die an Bord derOphelia" befindliche fnnkentelegraphische Einrichtung als gefähr­lich und als Ursache für die Beschlagnahme. Was diesen Punkt anlangt, so herrschte auf der Haager Friedens­konferenz 1907 Einverständnis unter den Vertretern aller Mächte darüber, daß das Vorhandensein einer funkentelegraphischen Einrichtung an Bord eines Laza­rettschiffes kein Grund für den Verlust.des dem Laza­rettschiffe gebührenden Schutzes sei. Auch die groß­britannische Regierung Delegievten haben jene Kon­vention unterzeichnet, während die großbritannische Re­gierung später deren Ratifizierung verweigerte.

Das deutsche Lazarettschiff, das den Auftrag hatte, nach Ueberlebenden zu suchen, wurde unter nichtigen Vorwänden beschlagnahmt. Wäre dieOphelia" im­stande gewesen, den ihr gewordenen Auftrag auszu- führen, so würde sie eine beträchtliche Anzahl von Ueber­lebenden gefunden haben, denn, wie die holländische Meldung tagte: die aufgefischten und an der Stelle noch treibenden Leichen waren sämtlich mit Schwimmwesten versehen. Es ist schon oft vorgekomen, daß Schwim­mende sich so tagelang lebend im Wasser gehalten haben. Der britische Kreuzer hat verhindert, daß das Rettungs- werk in Angriff genommen werden konnte, er hat nicht nur völkerrechtswidrig, sondern barbarisch und un­menschlich im Sinne des Begriffs gehandelt.

England verzichtet offenbar darauf, zu den zivili­sierten Nationen gezählt zu werden. Es flihrt Krieg gegen Lazarettschiffe, gegen Humanität und Völkerrecht, dessen Hüter zu sein es heuchlerisch vorgibt. Das Ver­halten der englischen Regierung in dem FallOphelia" zeigt aufs deutlichste, daß ihr im Grunde alle völker­rechtliche Bindung in Sachen der Kriegführung zur See zuwider ist. England wirft sie im Ernstfall ohne Scheu ab, ohne Rlicksicht auf die elementarsten Forderungen der Menschlichkeit. Mit dreister Stirn lugt es, der Feind mißbrauche ein Lazarett zum Minenlegen. Und als es die Lüge nicht aufrecht erhalten kann, muß das Vorhandensein der funkentelegraphischen Einrichtung an Bord des Lazarettschiffes als Grund für die Be­schlagnahme herhalten,' die Tatsache, daß das Lazarett­schiff mit den Einrichtungen ausgestattet ist, ohne die es in einem modernen Seekriege nicht mit vollem Erfolg arbeiten kann, nimmt England zum Borwand für seine Gewalttat. Ein deutsches Lazarettschiff könnte deutsche Schiffbrüchige retten: also muß jedes derartige Fahrzeug weggenommen werden. Wo England zur See die Macht hat, ists zu Ende mit der Herrschaft des Roten Kreuzes.