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** «erlitt, 29. Oktober. (WTB.) Laut Berl. Tagebl. beginnt der Aufruhr in Südafrika großen Um­fang anzunehmen. Christian te Weet hat sich im Oran- jestaat, General Beyers im westlichen Transvaal er­hoben.

England unterdrückte die Nachrichten aus Südafrika.

** Berlin, 29. Oktober. (WTB.) Laut Berliner Lok.-Anz. sind die in England eingetroffenen beunru­higenden Meldungen über den südafrikanischen Auf­stand unterdrückt worden, bis der Ernst der Lage ihre Veröffentlichung nötig machte.

Angriffsbefehl an Botha.

DieRhein.-Wests. Ztg." berichtet: Reuter meldet aus London: Lord Kitchener forderte den Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Südafrika, General Botha, telegraphisch auf, sich mit seiner ganzen Macht auf die deutschen Streitkräfte in Deutsch - Südwestafrika zu werfen.

Auch aus dieser Meldung geht hervor, wie große Sorgen die Bewegung in Südafrika den Engländern bereitet.

Opfer der Minen»

Reuter meldet aus London: Das Kauffahrteischiff Manchester" (5363 Tons) stieß an der Nordküste von Irland auf eine Mine und sank. Der Kapitän und 13 Mann ertranken. 13 andere wurden durch ein anderes Schiff gerettet. Die Schiffsbehörden von Liverpool ha­ben den Reedern, deren Schiffe die Nordküste von Ir­land passieren, angeraten, innerhalb 60 Meilen der Toryinseln zu fahren, da dort das Wasser infolge der deutschen Minen unsicher sei.

w> Amsterdam, 29. Oktober. (WTB.) 40 Seemei­len nordnordwestlich von Amuiden stieß ein Logger auf eine Mine und sank mit der Besatzung.

te* Rotterdam, 29. Oktober. Das englische Hafen­amt Hull gab gestern die 3. Verlustliste der in der Nord­see durch Auslaufen auf Minen gesunkenen Schisse be­kannt. Sie umfaßt die Zeit vom 1. bis 15. Oktober und weist 17 Schiffe, einschließlich 8 kleiner Fischdampfer, auf. Die Nationalität der Schiffe wird nicht angegeben.

Ein russisches Torpedoboot gesunken.

In Petersburg wird eine Verlustliste veröffentlicht, nach der die ganze Besatzung eines Torpedobootes ver­mißt wird. Unter den Vermißten befinden sich sechs Offiziere. Das Boot sei sicher gesunken. Die Erzäh­lungen von drei geretteten Verwundeten lassen auf Ver­nichtung durch eme Mine schließen.

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Reiche Spende der Deutsch-Amerikaner für das Rote Krenz.

Nachdem bereits vor kurzem dem Zentralkomitee vom Noten Kreuz in Berlin seitens der deutschen und österreichisch-ungarischen Hilfsgesellschaft in Chikago eine Spende in Höhe von 200 000 Mark überwiesen wurde, wovon das Zentralkomitee 100 000 Mark an Oesterreich-Ungarn weitergab, lief von der gleichen Stelle in Chikago eine neue hochherzige Stiftung in der ansehnlichen Höhe von 150 000 Mark ein. Diese tat­kräftige Mithilfe und die andauernde Opferwilligkeit ist ein neuer Beweis für die vaterländische Gesinnung und die unentwegte Treue unserer deutschen und öster­reichischen Brüder in Amerika.

Ein neuer Gewaltstreich Englands.

Die Londoner Zeitungen melden: Die ägyptischen Behörden haben beschlossen, alle Deutschen und Oester- reicher dienstpflichtigen Alters zu internieren. Die Be­wegungsfreiheit der übrigen soll noch mehr beschränkt werden.

Englands Schiffsverkehr lahmgelegt.

«-* Christiania, 29. Oktober. (Hbg. Fremdenbl.) Der Korrespondent des Morgenblattes telegraphiert aus London: Jeder ausgehende Schiffsverkehr anf der Themse, ausgenommen auf zwei begrenzten Verkehrs­linien, hat nunmehr anfgehört.

Zwei italienische Dampfer von den Engländern gekapert.

Zwei Dampfer des Savoyschen Lloyd, die unter italienischer Flagge fuhren, dieKönigin von Italien" und derHerzog von Genua", sind in der Meerenge von Gibraltar von den Engländern angehalten und in den Hafen von Gibraltar geschleppt worden.

Der Kommandant von Verdun.

DieFranks. Ztg." erfährt aus ZMich: Der Kom- ' ' ~ ~ :dun ist General Boyer. Der

-----Den, da Boyer als Zeuge

Mandant der Festung Ver

Name ist zufällig bekannt geworden, da Boyer als Zeuge vor dem Kriegsgericht in Parts auftrat. Zu Beginn des Krieges kämpfte Boyer an der Spitze der französischen Truppen in Belgisch-Limburg.

Praktischer Patriotismus.

An der Bahnstrecke AachenRonheide fand der Streckenposten eine Feldpostkarte, die aus dem Post­wagen gefallen sein mußte. Die Karte war gerichtet an eine Frau in Remscheid, und der Absender, ein Ma­trosenartillerist, schreibt darauf seinen Lieben, sie möch­ten ihm 56 Jl. schicken. Der Streckenposten versah die Karte mit dem Fundvermerk und schickte sie wieder auf die Reise. In Aachen aber muß die Karte nochmals aus der Richtung gekommen sein- denn als sie in Remscheid eintraf, stand unter dem Vermerk des Streckenpostens '' ' ' " ..... '" zendes:6 ^" sind be­

sten abgesandt an den

in einer anderen Handschrift folg' reits von einem Aachener Patru Matrosenartilleristen B."

Ein Achtzehnjähriger Ritter des Eisernen Kreuzes.

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______den Russen hat- ämtliche Offiziere und sie jungen Leute sahen

Der jüngste Ritter des Eisernen Kreuzes in Ma- rienburg ist der 18jährige Kriegsfreiwillige Fritz Michaelis, Sohn eines Eisenbahnbeamten. Er ist einer der jungen Ersatzmannschaften, schreibt dieNog.-Ztg. , die kürzlich ausrückten und bald dem Feind entgegen­geworfen wurden. Mit welcher Tavferkert diese iun- gen Leute dem Feinde standhielten, zeigt der vorliegende Fall. Bei einem schweren Gefecht mit den Russen hat­ten sie große Verluste erlitten, sämtliche Offiziere und Unteroffiziere waren gefallen. Die jungen Leute sahe» sich verzweifelt an; was tun? Da rief einer: Michaeli», führe Du uns! Und dieser ergriff den Degen des neben ihm gefallenen Leutnants, lief zurück und holte neue Patronen, da der Vorrat verschossen war und komman­dierteFeuer!" Als die mutigen Vaterlandsverteidiger K, wie vorzüglich ihre Schüsse saßen, und die Russen ößer Zahl fielen, kommandierte M.:Auf, marsch, marsch!" und im Sturm ging es gegen den Feind. Die­ser erschrak, warf seine Gewehre weg und gab sich ge­fangen. AlS die kleine todesmutige Schar die Gefange­nen ihrem Major zuftthrte, der aus der Ferne mit dem Feldstecher die Vorgänge betrachtet hatte, lobte er den Mut der jungen Krieger ernannte ihren Führer M. sofort zum Unteroffizier und bedachte ihn mit dem eisernen Kreuz Die Auszeichnung wurde dem jungen erst 18jährigen Helden, der in seinem Zivilberuf Kellner ist, vom Divisionskommandeur Generalleutnant Mor­gen, persönlich überreicht.

Gleiches mit Gleichem vergelten.

Wie ve.cai

Handlungen e

I feindlichen Auslandes gegen deutsche Staatsangehörige und gegen deutsches Privateigentum im Ausland mit gleichen Maßnahmen des Reiches gegen die Angehörigen der feindlichen Staaten hinfort zu erwidern. Es wird bereits eine Vorlage in dieser Angelegenheit ausgear­beitet, die dem Bundesrat vorgelegt werden soll.

Russische Kriegsberichterftattttug.

Die merkwürdigste Armee, die je unter einer Fah­ne marschierte. ist," so spottet ein kalifornisches Blatt, die österreichisch-ungarische Macht in Galizien. Eine genaue Untersuchung der Nachrichten aus Petersburg enthüllt die wunderbare Tatsache, daß diese einzige Ar­mee neunmal an derselben Stelle schwere Niederlagen erlitten hat, fünfmal total geschlagen, elfmal in kopflose Flucht getrieben wurde, daß ihr ihre Kauoueu, Muni- ttou und Proviant viermal weggenommen wurde und daß sie zweimal über die Karpathen getrieben wurde. Ferner, daß bei einer totalen Stärke von 350,000 Mann diese Armee in verschiedenen Schlachten 80,000, 130,000, 90,000, 300,000, 150,000 und 67,000 Mann verloren hat, die alle getötet, verwundet und gefangen wurden. und daß noch eine unbestimmbare große Anzahl übrigbleibt, die die russischen Truppen mit großer Begeisterung an= greift."

' Aus russischer Gefangenschaft losgekauft.

Aus Innsbruck wird geschrieben: In einem Feld­postbriefe an seine Angehörigen erzählt ein hiesiger Un­teroffizier, der einer Automobil-Feldwerkstätte als Mechaniker zugeteilt ist, folgenden Vorfall, der bezeich­nend ist für den soldatischen Geist in der russischen Ar­mee. Der Unteroffizier hatte den Befehl erhalten, auf seinem Motorrade einen schriftlichen Auftrag an die Front zu bringen, verfehlte aber die Richtung, und sah sich plötzlich in einem Hohlwege fünf russischen Soldateil gegenüber, die ihn mit vorgehaltenem Bajonett zum Stehenbleiben zwangen. Eine Flucht war unmöglich und jeder Widerstand schien zwecklos und unnütz- sie würden ihn erschossen haben. Es blieb ihm nichts wei- ter übrig, als sich in sein Schicksal zu ergeben, und den Russen zu folgen, die vor allem den Brotsack des Ge­fangenen ausleerten und seinen Inhalt bis auf die letzte Brotkrume verzehrten. Nach einer Weile fragte der eine Russe, der gebrochen deutsch sprach, ganz unvermutet den Unteroffizier,was er wohl hergebe, wenn man ihn wieder freiließe?"Fünf Kronen einem jeden," war die Antwort, die auf eine so verblüffende Frage wohl etwas Zeit und Ucberlegnng gebraucht haben mag. Der Russe schien diesen Preis etwas hoch zu finden; denn er fragte ungläubig:Für jeden fünf Krollen?" Dann gab's noch eine kleine Besprechung in russischer Sprache, die der Unteroffizier nicht verstand- er sah nur die fünf Hände, die sich ihm entgegenstreckten und die die erhal­tenen 25 Kronen in den unergründlich tiefen Mantel- säcken verschwinden ließen. Wie entschuldigend fügte der eine russische Soldat noch bet, das Geld allein wäre es nicht, was sie zur Freilassung des (befangenen be­wege, aber man hätte seit 36 Stunden nichts im Ma­gen gehabt und wollte sich dankbar zeigen für das gute Frühstück. Bereitwillig wiesen die Russen dem Unter- offizrer den Weg und schauten fröhlich grinsend dem da- vonrasenöen Motorrad nach, das seinen Fahrer dann noch glücklich mit dem wertvollen Befehle an Ort und Stelle brächte.

Eine russische Offiziersfrau als Kosak.

In ein Lazarett in Kiew wurde, wieSvenska Dagbladet" berichtet, mit vielen anderen Verwundeten auch ein verwundeter Kosak eingeliefert. Bei der Un­tersuchung der Wunde stellte sich heraus, daß dieser Ko­sak ein Weib war. Befragt, erklärte die Verwundete, sie sei die Frau eines jungen russischen Offiziers. Als ihr Mann in den Krieg zog, meldete auch sie sich als Freiwillige und wurde in ein Kosakenregiment ausge­nommen. Während eines heftigen Kampfes hatte sie einen Infanteristen, der von einem Granatsplitter ver- wunüet war, auf ihr Pferd gehoben, und sie wollte ihn zu einer Ambulanz führen, als sie selbst verwundet wurde.

Höchstpreise für Nahrungsmittel.

Ferner soll dem Wei-

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffent­licht einen ausführlichen Artikel über Höchstpreise für Nahrungsmittel, der erkennen läßt, daß die Höchstpreise nicht gedacht sind, um einen etwa drohenden Notstand abzuwehren, sondern lediglich als Sicherung für alle

Möglichkeiten. . ,

Die Zeitung sagt: Wir müssen uns beizeiten daraus einrichten, daß der Krieg über dieses Erntejahr hinaus dauert, und müssen dazu nicht bloß gerade bis zur näch­sten Ernte rechnen, sondern darüber hinaus in das nächste Jahr mit denselben Vorräten hineingehen, die wie vor Anfang dieses Erntejahres besaßen. Da Deutschland Ueberfluß an Roggen produziert, handelt es sich hauptsächlich um die Fürsorge zur Aufrecht­erhaltung der Weizenreserve. Die Menge des Weizen­mehles muß also gestreckt werden. Es soll mehr Mehl aus Weizen zermahlen werden. Ferner soll dem Wei- zenbrot mindestens 10 Proz. Roggen zugesetzt werden. Die Roggenfütterung an Vieh wird verboten. Ersatz­futtermittel sollen billiger verfügbar gemacht werden. Die Brennerei aus Roggen wird eingeschränkt. Ferner soll Roggenmehl durch Zusatz von Kartoffelprodukten zum Roggenbrot gedehnt werden. Zahlreiche Kartvssel- trocknereien werden eingerichtet wodurch ebenfalls bis zu 0,5 Millionen Tonnen Kartoffelflocken und Kartoffel- walzmebl verfügbar werden. Höchstpreise werden für Wgen, Weizen Kartoffeln, Gerste nicht aber für Hafer festaesetzt. Die festgesetzten Höchstpreise betragen für Gerste 205 // in den Gerste erzeugenden. 210 .^ in den Gerste verfütternden Reichsteifen, für Roggen 220 X für Weizen 260,50 JL pro Tonne.

f DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schließt: Um die Sacklaae richtig zu beurteilen, muß man sich folgen­des gegenwärtig basten: Wir haben Brotkorn genug, um Heer und Volk bis zur nächsten Ernte zu ernähren, müssen aber mit unseren Bestanden sparsam umgehen, um mit den nötigen Re erven in das nächste Erntejahr hinüberaehen zu können Wir sind es unseren draußen kämpfenden Brüdern schuldig, Vorsorge zu treffen, daß die von ihnen auf den Schlachtfeldern erfochtenen Er­folge militärisch und politisch ausgenutzt werden können, ohne Rücksicht aus die Brotversorgung der Heimat Wßr wollen den Krieg unter allen Umständen durchhalten könne«, bis mir uns d,e Sicherheit eines dauernden Friedens erkämpft haben. Die Reichsregierung weiß sich in diesem Wollen einig mit der gesamten Bevölke- rmig und ist überzeugt, daß diese alle Maßnahmen ver­stehen und zu fördern bereit sein wird, die dieses Ziel

den mitgeteilten Höchstpreisen ist zu bemerken, daß der RÄgenpreis von 220 U sich loco Berlin versteht. Für die übrigen Hauptorte des Reiches wurden Preise festgesetzt, die je nachdem sie östlich oder westlich von Berlin liegen, höher oder niedriger sind: Aachen 237, Braunschweig 227, Bremen 231, Breslau 212, Bromberg 209, Casiel 231, Cöln 236, Danzig 212, Dortmund 235, Dresden 225, Duisburg 236, ernten 232, Erfurt 229, Frankfurt a° M. 225. Gleiwitz 218. Hamburg 228, Han­

nover 228, Kiel 226, Königsberg 209, Leipzig 225, Mags debnrg 224, Mannheim 236, München 237, Posen 210, Rostock 218, Saarbrücken 237, Schwerin 219, Stettin 216, Straßburg 237, Stuttgart 237, Zwickau 227. Die Wei­zenpreise siuö immer vierzig Mark höher als diese Sätze. Die festgesetzten Höchstpreise verstehen sich nur für in­ländisches Getreide. Beträgt das Gewicht des Hekto­liters Roggen mehr als 70 Kilogr. und das des Hekto­liters Weizen mehr als 75 Kilogr., so steigt bei beiden Getreidearten der Höchstpreis für jedes volle Kilogr. um 1,50 .//. Der Höchstpeis für die Tonne inländischer Gerste, deren Hektolitergewicht nicht mehr als 68 Kilo­gramm beträgt, ist in den preußischen Provinzen, Schles­wig-Holstein, Hannover und Westfalen sowie in Olden- burg, Braunschweig, Waldeck, Schaumburg-Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg 10 .//, in dem rechts­rheinischen Bayern 13 .//. andererorts 15 JL niedriger als der Höchstpreis für die Tonne Roggen. Der Preis für den Doppelzentner Roggen- oder Weizenkleie darf bei Verkauf durch den Hersteller 13 ^ nicht »versteigen.

Die Höchstpreise bleiben bis zum 31. Dezember d. J. unverändert. Von da ab erhöhen sie sich vom 1. und 15. jedes Monats auf Getreide um 1,50.//. für die Tonne, bei Kleie um 5 Pfennige für den Doppelzentner. Die Höchstpreise gelten für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang. Die Verordnung tritt am 4. November d. I. in Kraft.

wie einer das Eiserne Kreuz erwarb.

Einem Feldpostbrief entnehmen wir nachstehende Zeilen, die ein packendes Bild entrollen von der Schwere des modernen Kampfes, und von der aufopfernden Tapferkeit, mit der sich unsere Helden das Eiserne Kreuz im dichteste» Kugelregen erwerben.

Nachdem wir den feindlichen Vorstoß in drei blutigen Gefechten zurückgeworfen hatten, rückten wir in Gewaltmärschen, die Tag und Nacht durchgeführt wur­den, südlich von V. auf die Maas zu, deren Ufer von den Franzosen sehr stark befestigt waren. Hier standen die Kerntruppen der Franzosen unter (beuerat Pau, außerdem waren SchiffsgeschÜtze schwersten Kalibers dort in Stellung gebracht. Drei Tage brüllten auf beiden Seite die Geschütze, doch konnte unsere Artillerie keinen durchschlagenden Erfolg erzielen, da die Franzosen, wie gesagt, schwerstes Kaliber hatten und etngcgrabcu wa­ren. Sie hatten die Stellung seit Monaten vorbereitet. Da griff unser Generalkommaudo 31t einem heroischen Mittel. Es ließ das . . . Armeekorps zwei Tage mar­schieren, bis es an einen Punkt kam, wo die Maas einen scharfen Bogen macht, fast in die feindliche Flanke. Bet Nacht und Nebel bauten unsere Pioniere in 1% Stunden eine Pontonbrücke. Die Franzosen, die auf den Höhen festsaßen, hatten nichts gemerkt. Bet Tagesanbruch rückten wir talaufwärts.

Plötzlich besamen wir von allen Höhen fürchterliches Artilleriefeuer. Entdeckt! Wir konnten in dem engen Kessel nicht auseinander. Kleiner Kompagnie gelang es, in ein Seitental zu kommen, wo wir etwas geschützt waren, andere folgten. Von hier stürmten wir, immer im fürchterlichsten Feuer, und ohne selbst schießen zu können, mit dem Bajonett die steile Höhe. So schafften wir unserer Artillerie Luft, die alsbald unter großer Bravour den Kampf aufnahm. Gegen 5 Uhr nachmittags gingen wir gegen ein Dorf vor, das stark befestigt war. Wir nahmen es, doch fielen dabei viele Brave. Am Dorfrand sprengte ein ^Adjutant heran und wollte mir einen Befehl bringen, da platzte eine Granate neben ihm, zerriß ihn und seinen Gaul, der auf mich stürzte. Fast eine Stunde lag ich unter dem Tier, bis man mich bewußtlos, doch ohne äußere oder innere Verletzung hervorzog. Die Lunge war leicht gequetscht, die Hafte verrenkt. Ich glaubte an diesem Tage, Fürchterlicheres könnte es nicht geben. Es kam noch schlimmer. Wir verfolgten den Feind, der gewaltige Unterstützung er­halten hatte, bis nach B. Und nun begann das gcwal= tige Ringen, das heute sieben Tage öanE

Am schlimmsten ging es zu an dem Tage, an dem ich das Eiserne Kreuz erhielt. Wir lagen schon den ganzen Tag in gräßlichem Granatfcuer, ganz hilflos, da unsere Artillerie die feindliche nicht finden konnte. Abends um 7 Uhr erhielt mein Hauptmann den Befehl, eine Patrouille auf eine Bergspitze, die von Geschossen buchstäblich übersät war, zu senden, da man von dort die feindliche Stellung übersehen konnte.Freiwillige vor!" Ich sprang vor. Der Hauptmann drückte mir die Hand! Ich kroch auf allen Vieren vor. Glücklich kam ich oben an, wurde hier aber entdeckt und unter ein Feuer genommen, das jeder Beschreibung spottete. Ein Granatsplitter, etwa Faustaröste, zertrürnmerte meinen Helm, eine Schrapnellkugel zerriß meinen Tornister, eine andere meine linke Patronentasche. Unterdessen habe ich die feindliche Stellung mit Bärenruhe durch mein Glas betrachtet und in die Karte eingezeichnet. Ich krieche zurück zu unserer Artillerie, die sofort ihr Feuer dorthin richtete. Nach genau sieben Minuten schwieg das französische. Ich wieder auf die Höhe. Alle französischen Geschütze unigestürzt. Die Mannschaft tot. Da kommt ein französisches Bataillorr, um seine Ge­schütze zu retten. Auf ein verabredetes Zeichen gibt un­sere Artillerie eine Salve ab. Ueber die Hälfte liegt tot und verwundet, das Bataillon flieht Hals über Kopf, und den Tag sah man keinen Franzosen mehr. Am an­dern Morgen fand man dort annähernd 300 Tote und Verwundete. 82 waren durch Granaten zerrissen, und ich erhielt das Eiserne Kreuz.

Die nächsten Tage waren für uns noch hart, doch heute ist unser glänzender Steg entschieden. Ich und wir alle haben fürchterliche Tage durchgemacht- Ent- fetzliches und Erhabenes gab es in Fülle. Die ganze Menschen- und Volksseele war offen. Alles in allem muß ich sagen, wir haben herrliches Menscheninaterial. Nun lebt wohl! Möge unser Blut ein herrliches Reich schaffen, das für immer den Frieden garantieren kaun."

Weitere Drahtnachrichten.

Herzogin Adelgunde von Modena t.

»-* München, 29. Oktober. (WTB.) Prinzessilt Adelgunde, Herzogin von Modena, ist gestern abend 6,15 Uhr gestorben. Sie wird in der Wiener Kaiser­gruft an der Seite ihres Gemahls, des Herzogs Franz von Modena, beigesetzt werden.

Die Besetzung albanischen Gebiets dnrch Griechenland.

te* Rom, 29. Oktober. (WTB.) Wie verlautet, hat Italien auf Verlangen von Griechenland die Erklä­rung erhalten, daß die Besetzung albanischen Gebiets nur eine provisorische sein werde.

Das Urteil gegen die Attentäter von Serajewo.

Serajewo. 29. Oktober. Im Hochverratsprozeß wurde folgendes Urteil gefällt: Die Angeklagten Jlic, Veliko Kubrilovic, Neöo Korovtv, Jivanovtc und Mi- lovtc wurden zum Tode durch den Strang verurteilt, Mitar Kerovic wurde zu (eveußläuglichem schwerem Kerker. Princip, Gabrinovic und Grabez wurden zu je zwanzig Jahren, die übrigen Angeklagten teils zu je drei bis sechzehn Jahren schweren Kerkers verurteilt, tellS freigesprochen.