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Siegreiches Vordringen an der belgischen Küste.

500 Engländer und 1800 Nüssen gefangen. Die Deutschen vor Warschau. Oesterreichische Erfolge.

'** Großes Hauptquartier, 25. Oktober, mittags.

sAmtlich.) Mitteilung der obersten Heeresleitung. Der Nser-Ypreskanal ist zwischen Nieuport nnd Dixmuiden nach heftigen Kämpfen am 24. Oktober von uns mit star­ken Kräften überschritten worden. Oestlich nnd nordöst­lich Apres hat sich der Feind verstärkt. Trotzdem gelang es unseren Truppen an mehreren Stellen vorznöringcn. Etwa 500 Engländer, darunter 1 Oberst nnd 28 Offiziere wurden gefangen genommen.

Im Osten haben unsere Truppen die Offensive ge­gen Augustow ergriffen. In der Gegend Jwangorod kämpften unsere Trnppen Schulter au Schulter mit den österreichisch-ungarische« Truppen. Sie machten 1800 Ge­

fangene.

(WTB.)

Linie im Vorrücken begriffen sind. Nieuport und Ostende sehr geschickt

Aus dieser Meldung des Großen Generalstabes geht hervor, daß zwar noch keine Entscheidung gefallen ist, daß es aber an allen Punkten vorwärts geht. In der Schlacht in Nordfrankreich ist unseren Truppen der Uebergang über den Nser-Ypreskanal gelungen. Der Feind wird andauernd zurückgedrüngt, der Durchbruch zwischen Nieuport und Dixmuiden ist geglückt. Noch immer in hartem, aber erfolgreichem Kampfe stehen unsere Kräfte östlich und nordöstlich von Npres, um dem Feinde Schritt für Schritt den Boden zu entreißen. Zu diesen Kämpfen wird nach holländischen Berichten weiter gemeldet:

»e* Rotterdam, 25. Oktober. (T.-U.) Wie hiesige Blätter melden, dauert die Schlacht an der Ufer an, wo­bei sich feststellen läßt, daß die Deutschen auf der ganzen Linie im Vorrücken begriffen sind. Sie haben zwischen Nieuport und Ostende sehr geschickt schwere Batterien in gut gedeckte Stellung gebracht, die ein ununterbrochenes heftiges Fener gegen die englischen Kriegsschiffe untere hatten, die wegen der Untiefe nicht nahe genug an die Küste herankommen können, »m das Feuer wirksam zu erwidern. Was die drei für Brasilien gebauten Kano­nenboote mit geringem Tiefgang betrifft, die die Eng­länder gleichfalls ins Feuer brachten, so zeigte sich gestern nur ein einziges, woraus man schließt, daß die beiden anderen schwere Beschädigungen erlitten haben. Sie haben im übrigen zn schwache Geschütze, nur den Dent- schen ernstlichen Schaden zufügen zu können. Südlich Dixmuiden sind die Verbündeten sichtlich im Zurückgehen begriffen. Die Flucht der Küstenbewohner nach Paris ist noch immer im Steigen begriffen.

„ »*k Rotterdam, 25. Oktober. (T.-U.) Den bisher sich als zuverlässig erwiesenen holländischen Berichten zn- folge sind zwischen Lille und Bailleul sämtliche Ort­schaften von den Deutschen besetzt worden. Südlich Dix- muiden befindet sich die deutsche Frontlinie in beträcht­licher Verschiebung nach dem Westen.

Der amtliche französische Bericht.

vom 24. Oktober 3 Uhr nachmittags besagt:

Auf dem rechten Flügel nimmt die Schlacht ihren Fortgang. Der Feind ist nördlich von Dixmniden und in der Umgegend von La Bassee vorgeschritten. Wir ruckten östlich von Nieuport in der Gegend von Lane- marck, Armentieres und Lille merkbar vor. Es handelt sich hierbei um unvermeidliches Schwanken der Kanipf- linie. die sich im ganzen hält. Im Osten der Front wurden mehrere deutsche Tag- und Nachtangriffe zu- rückgeschlagem Auf mehreren Punkten rückten wir leicht vor.

Das wesentliche hierbei ist das Zugeständnis, daß die deutschen Truppen nördlich Dixmuiden vorgeschritten sind. Damit ist der Durchbruch der Deutschen zwischen Dixmuiden und Nieuport auch von französischer Seite zugegeben. Für wie bedeutsam auch die Franzosen die sich im Norden anbahnende Entscheidung ansehen, geht aus ihren verzweifelten militärischen Anstrengungen hervor.

Wie aus Berichten flüchtiger Belgier hervorgeht, sind zur Unterstützung der englischen Flottenaktion vor Ostende eine französische Unterseebootflottille und fünf Torpedojäger herangezogen worden. Auch die im Hafen von Cherbourg liegenden alten Kreuzer sollen zu den englischen Seestreitkräften stoßen. In den letzten Tagen wird in St. Pol bei Dünkirchen Tag und Nacht ge­arbeitet, um die noch unzureichenden Befestigungsan­lagen zu verbessern. Aus Toulon sind Minenschiffe nach dem Aermelkanal unterwegs.

Auch spätere Berichte stellen

dar.

die Lage der Deutschen als sehr günstig

fe* Amsterdam, 26. Oktober. (WTB.) Ein Am­sterdamer Berichterstatter meldet, daß die Lage der Datschen am Yser-Ypreskanal sehr günstig sei, da die

In» fernen Gsten.

Roman von O. Elster.

6) (Nachdruck verboten.)

„Wer kann es wissen — jedenfalls dauert das noch eine ganze Weile — und ein Handelsmarine-Kapitän ist auch gerade kein Umgang für Dich. Doch das weißt Du ja alles selbst — ich suchte Dich, da sich Leutnant von Fredersdorff angemeldet hat, um Dich zum Spazierritt abzuholen. Du mußt Dich gleich umkleiden."

„Ach, das ist herrlich!" rief Ellen erfreut. „Herr von Fredersdorff ist ein solch netter Mensch."

„Hast Du ihn wirklich gern, Ellen?" fragte ihre Mutter lächelnd.

„Weshalb sollte ich nicht, Mama," entgegnete Ellen harmlos. „Er ist der beste Freund meines Bruders und innner so lustig . . ."

„Nun, ich habe auch nichts gegen ihn," meinte Frau Melanie, und ein heimliches Schmunzeln schwebte um wren etwas vollen Mund. „Er soll ja ein bißchen flott $ kms tun ja alle diese jungen Herren."

maischen an der Villa angelangt, und Zimmer, um ihr Reitkleid anzulegen, E^ubAre Mütter dem Kutscher Befehl erteilte, ^u eigenes Reitpferd zu satteln, da er Ellen auf einem. Spazierritt begleiten sollte.

sich wirklich auf den Ritt in den schönen ^R^wasmorgen. Sie war eine passionierte Reiterin S ^fredersdorff war stets so artig und f° lustig, daß man gar nicht aus dem Lachen H^rauskam. Er war ein ebenso flotter Reiter, wie Tün- ^ das hatte sie den letzten Winter erfahren, als sie ihn fast aus jedem Ball traf und mit ihm tanzte. Und er tanzte sehr oft mit ihr, daß sie schon von den anderen jungen Damen beneidet wurde. Es war aber auch zu Himmlisch, mit ihm im Walzer durch den Saal zu schwe- & Ür Kirnte sich keinen festeren und flotteren Äser

Dünen gegen das Feuer der englischen Geschütze großen natürlichen Schutz gewährten.

Roulers in deutschem Besitz.

»^ Berlin, 26. Oktober. (WTB.) Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Rotterdam gemeldet wird, war die Stadt Roulers, die angeblich von den Deutschen geräumt sein sollte, am 24. Oktober abends in unbe- strittenem deutschen Besitz. Die Deutschen sollen un­mittelbar vor Avras stehen.

Ostende bisher nur wenig beschädigt.

®^ Amsterdam, 26. Oktober. (T.-U.) Der „Tele- meldet von der holländischen Grenze: Die Be­schädigungen von Ostende haben bisher keine große Be- dentung. Eine Bombe, die von der See her geworfen wurde, traf das Hotel „Majesty". Auch eine Anzahl Gebäude wurde beschädigt. Trotzdem herrscht keine all­zu große Aufregung in Ostende. Viele Bürger ver- lassen die Stadt, doch wird der Ausgang aus Ostende schwieriger. Auf Befehl der deutschen Behörden ist der Straßenbahnverkehr zwischen Ostende und Knacke eingestellt.

Angriffe eines deutschen Unterseebootes an der belgischen Küste.

Zürich, 26. Oktober. (T.-U.) Nach dem gestrigen amtlichen englischen Bericht hat ein deutsches Untersee­boot die britischen Fahrzeuge vor Nieuport und Ostende hartnackig angegriffen.

Schwindende Zuversicht in England.

"Neue Zürcher Zeitung" versichert nach der „Kölnischen Zeitung" auf Grund englischer Presseäuße­rungen, daß in England die Zuversicht dahin ist. Stei- gende Enttäuschung und Beängstigungen geben sich kund. Daß, nachdem die englische Flotte sich ohnmächtig

Ostende zu schützen, nunmehr auch Dünkirchen und Calais ernstlich bedroht sind, gab der englischen P/esse den Rest. Dazu gesellen sich Enttänschnngen über die Verbündeten, namentlich gegenüber Rußland, öas die Erwartungen bitter täuschte. Dazu kommen die lahmenden Gefühle der Angst vor einer deutschen Landnng an der englischen Küste, die zunehmende Sorge vor der Besetzung des Suezkanals durch die Türkei, und die nach außen verhehlte, aber innerlich um sich fressende Furcht vor einem Aufruhr in Aegypten und Indien.

.. Recht kleinlaut klingt auch, was die „Times" über die Schlacht in Nordsrankreich schreibt:

Es lasse sich nicht mehr mit Bestimmtheit feststellen, ob die Verbündeten oder die deutsche Armee zuerst die Umfassungsversuche vorgenommen haben, die zu der augenblicklichen Lage in Nordfrankreich geführt hätten. Die Deutschen hätten aber mit großer Bestimmtheit er= wartet, daß es ihnen gelingen würde, die Verbündeten mit Leichtigkeit zurückzuwerfen, um dann die allge­meine Offensive zu ergreifen und den Marsch auf Paris wieder aufzunehmen. Die deutschen Truppen hätten ohne Zweifel Befehl erhalten, Calais zu besetzen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, daß ihnen dies gelingen wurde, aber Calais würde für die Deutschen nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein, wenn der Besitz die­ses Ortes natürlich auch wertvoller sei als der von Ost- ende. Jedenfalls würde sich das englische Volk über eine Besitzergreifung dieses französischen Hafens nicht sehr beunruhigen, da man in England lange hierauf vorbereitet gewesen sei und entsprechende Maßnahmen getroffen habe. Man würde sogar eine Besetzung ganz Nordfrankreichs, ja selbst die Einnahme von Paris in England mit Ruhe ertragen. Dann kommt die „Times" auf die Tätigkeit unserer Unterseeboote zu sprechen und gibt der Ansicht Ausdruck, daß es denselben nicht schwer falle, nach größeren Streifzügen wieder den schützenden

nicht schwer _ , _ ,, . _ schützenden

Hafen zu erreichen, weil „dieseEel die Angewohnheit haben, nach Belieben zu kommen und zu gehen." Zum Schluß erklärt das englische Blatt, es sei gleich den deut­schen Zeitungen der Ansicht, daß die größte Entschei­dungsschlacht bevorstehe.

Es klingt mehr Ergebung als Hoffnung aus diesem Times-Artikel.

Das belgisch-englische Freundschaftsverhältnis merklich erkaltet.

Zwischen der englischen und der belgischen Regierung soll das bisherige Freundschaftsverhältnis merklich er­kaltet sein. Namentlich seitdem England die Uebernahme des Zinsdienstes für die belgischen Staatsanleihen (vier Milliarde« Franke«) verweigert.

Die Dauer der englisch-belgischen Freundschaft konnte nur eine Frage sehr kurzer Zeit sein; wenn sie jetzt noch finanzielle Schwierigkeiten findet, wird sie bald in den letzten Zügen liegen. Dann wird es allerdings wohl für Belgien zu spät mit der Einsicht sein.

denken. An weiteres dachte sie damals noch nicht; sie genoß harmlos das Glück ihrer blühenden Jugend und freute sich des Reichtums ihrer Eltern, der ihr alle Genüsse eines vornehmen, glänzenden Lebens gestattete.

Aber heute war sie doch ein wenig ernst geworden. Die Begegnung mit Heinz hatte so wunderbare Gefühle in ihrem Herzen erweckt, die sie sich nicht zu erklären wußte. Sie mußte immer wieder an seine strahlenden Augen denken, deren Blick sie so warm und innig um­faßt hatte. Und plötzlich erinnerte sie sich, wie sie ihn damals, vor Jahren, beim Abschied geküßt, und eine heiße Glut überflammte ihre Wangen.

„Ach, bin ich kindisch," schalt sie sich selbst, und griff zur Reitgerte und zu den Handschuhen. Dann eilte sie hinaus in das Vestibül, wo Herr von Fredersdorff sie schon erwartete, mit Frau Diesterweg plaudernd.

„Das freut mich, daß Sie Wort gehalten haben, Herr von Fredersdorff," begrüßte Ellen ihn, ihm die Hand reichend, die er galant küßte.

„Ich würde es mir nie verzeihen, gnädiges Fräu­lein," entgegnete er lächelnd, „Ihnen gegenüber mein Versprechen nicht zu halten."

„Na, wer weiß . . ." neckte Ellen lachend.

Man begab sich jn den Hof, wo die Pfe^e bereit standen. Leutnant von Fredersdorff ritt eine schnittige englische Vollblutstute, Ellen einen schönen zierlichen Schimmel arabischer Zucht, den ihr Vater ihr zum letzten Weihnachten geschenkt hatte. Fredersdorff hob sie geschickt in den Sattel, dann küßte er Frau Melanie die Hand und schwang sich selbst in den Sattel.

Glücklich lächelnd grüßte Ellen ihre Mutter, und dahin ritten sie durch die schattige Platanenallee der Promenadenstraße, die im ersten Grün des Frühlings prangte. Auf einem guten Halbblut folgte der Diener.

Frau Melanie sah ihnen mit frohen Augen nach. Ihr Blick reichte weiter als der harmlose Blick Ellens

Eine neue cuglisch-französisch-russische Marinekonvention.

r Wiener „Reichspost" meldet aus Sofia: Die letzte Nummer der in Petersburg erscheinenden Zeitung „Nowoie Zwono" berichtet, daß vor einigen Tagen auf Verlangen Englands eine weite englisch-französisch- russische Marinekonveutio« abgeschlossen worden sei, derzufolge der Oberbefehl über die russische Baltische und Schwarze Meer-Flotte den Engländern übertragen werde. Großbritannien verpflichte sich gleichzeitig, die rußnche Flotte durch eigene Geschwader zu verstärken. Das Blatt fügt hinzu, daß die Forderung Englands nach unbedingter Unterordnung der französischen und ru^ sischn Admirale unter die englischen Flottenkomnranöan- ten von Frankreich anfangs bekämpft worden sei; Ruß­land habe dem Vorschlag sogleich zugestimmt. Also auch hier zeigt sich England als der Vormund der Ver­bündeten.

Englischer Zorn über „Emden" und „Karlsruhe".

Räch einer Londoner Reutermeldung hat die eng- ilsche Admiralität eine Erklärung über die von den deut­schen Kreuzern vernichteten englischen Handelsdampfer veröffentlicht. Sie nimmt an, daß im Atlantischen, Stillen und Indischen Ozean acht oder neun deutsche Kreuzer sind. Mehr denn 70 Bundesgenossen-Kreuzer, ohne Hilfskreuzer zu rechnen, wirken zusammen, um die deutschen Kreuzer aufzuspüren. Aber das große Ozeangebiet mit seinen Tausenden von Inseln mache es diesen Schiffen möglich, beinahe bis ins Endlose zu manövrieren. Ihre Entdeckung nnd Vernichtung ist eine Frage der Zeit, der Geduld und des Glücks. Daß englische Kauffahrteischiffe in Feindeshanö fallen, ist hauptsächlich dadurch verschuldet, daß sie die Vorschriften der Admiralität außer acht lassen. Der Prozentsatz der Schiffsverluste ist viel weniger hoch, als man beim Kriegsbeginn erwartete; denn von 4000 englischen Dam­pfern für große Fahrt sind nur 39 in den Grund ge­bohrt worden, also etwa 1 Prozent.

Wenn hier amtlich festgestellt wird, daß die englische Handelsmarine durch unsere Kreuzer, wobei vor allem an die „Emden" und „Karlsruhe" zu denken ist, um ein ganzes Prozent in ihrem Bestände verringert wurde, w ist das eine stattliche Leistung. Mit ihr können wir Deutschen uns überall sehen lassen, um so mehr, als eine Berechnung des Tonnengehaltes der versenkten Schiffe den Prozentsatz des Schadens noch ganz beträcht­lich höher erscheinen läßt.

Der Erfolg des Kreuzers „Emden".

Dem „Daily Telegraph" wird aus Kalkutta ge­meldet: „Infolge der letzten Leistungen des deutschen Kreuzers „Emden" sind die amerikanischen Aufträge für den Jntemarkt ant 21. Oktober zurückgezogen worden. Man fürchtet, daß mit den argentinischen Aufttägen dasselbe geschehen wird.

Die „Londoner „Morningpost" meldet aus Bombay vom 22. Oktober: Die anglo-indische Presse verlange Maßregeln zur Herstellung der Sicherheit der Schiffahrt nach Indien, deren gänzliche Hemmung durch die Lttttg- keit der „Emden" die indische Volkswirtschaft schon um mehrere Millionen Pfund Sterling geschädigt habe. Der Touristenverkehr habe gänzlich aufgehöriund es bun­ten die Erfolge der Emden auch auf die Stimmung der Eingeborenen wirken.

Der österreichische Schlachtbericht.

»^ Wien, 26. Oktober. (WTB.) Amtlich wird verlautbart unterm 25. Oktober mittags: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz stehen nunmehr unsere Armeen nnd starke dentsche Kräfte in einer fast nnunter- brochenen Front, die sich von den Nordabfällen der Karpachen über Stary-Sambor, das östliche Borge- lände der Festung Przemysl, den unteren San, das polnische Weichselland bis in die Gegend Plozk er­streckt, im Kampfe gegen die Russen, die auch ihre kan- kasischen, sibirischen nnd turkestanischen Trnppen heran- führten. Unsere Offensive über die Karpathen hat stärkere feindliche Kräfte auf sich gezogen. In Mittel- galizien, wo beide Gegner befestigte Stellnngeu innc- haben, sieht die Schlacht im allgemeinen. Südöstlich Przemysl und am unteren San errangen unsere Trup­pen auch in den letzten Tagen mehrfach Erfolge. In Russisch-Polen wurden beiderseits starke Kräfte einge­setzt, die seit gestern südwestlich der Weichselstrecke Jwangorod-Warschau kämpften.

Die Kämpfe vor der Besetzung von Czernowitz.

e-* Budapest, 26. Oktober. (T.-U.) Nach hierher gelangten ausführlichen Meldungen gingen der Be-

— sie sah ihr Kind schon als Baronin Fredersdorff, — als junge, glückliche, reiche, vornehme Frau.

Doch auch ein anderer Blick folgte den Davonrei- tenden. Heinz stand am Fenster des Wohnzimmers und sah Ellen mit dem flotten Husarenoffizier in leb­haftem Geplauöer vorüberreiten, und sein Auge ver­düsterte sich, und sein Gesicht nahm einen ernsten, nach­denklichen Ausdruck an.

3.

Wiederum standen Ellen und Heinz unter dem breitästigen Baume ihrer Kinderfreundschaft. Wiederum galt es Abschied zu nehmen. Dieses Mal aber küßte Ellen ihren Freund nicht; sie reichte ihm nur die Hand und sagte: „Lebwohl, lieber Heinz — und alles Gute für Dein ferneres Leben."

Er hielt ihre Hand fest und sah ihr tief in die Augstl.

„Lebwohl, Ellen — und willst Du nicht vergessen, was ich Dir gesagt habe."

„Ich will daran denken, Heinz," entgegnete sie und schlug die Augen nieder, indem eine leichte Röte ihre Wangen überzog.

„Ich weiß ja," fuhr Heinz fort, und ein tiefer Atem­zug hob feine Brust, „daß ich noch keinerlei Berech­tigung habe, meine Augen zu Dir zu erheben, Ellen — aber ich will vorwärts im Leben und in meinem Be­ruf — und wenn ich mein Ziel erreicht habe, dann will ich Dich fragen, Ellen, ob Du dieser Stunde noch ge­denkst. Darf ich dann diese Frage an Dich stellen, Ellen?"

Ihre kleine Hand zuckte in der seinigen, wie ein gefangenes Vögelchen, das sich zu befreien strebt. Heinz fühlte es und gab ihre Hand frei.

„Ich hoffe, Du wirst Dein Ziel erreichen, Heinz," sprach sie leise, „und ich wünsche es von ganzem Her­zen." (Fortsetzung folgt.)