Danach Satte Japan m prüttgltch bis feste Absicht, «eu- tral zn bleiben Die Stimmung ist uns anfänglich gar nicht unfreundlich gewesen. Erst am 4. August brinat „Mainitschi" eine Äcußerung -es Ministerpräsidenten bei einem Weltkriege könne Japan natürlich nicht uninteressiert beiseite stehen. Am 7. August hält der „Jrroüze" es schon für nötig, daß Japan über seine englischen Bündnisrücksichten freiwillig hinansgehe, und am 11. August erklärt „Nitscht-Nitschl" endlich Kiautschou für die Wurzel alles Uebels in Ostasien. Von da ab ist die allgemeine. Losung, der deutsche Einfluß in China müsse ausgerottet werden.
Im Volke hat man auch heute noch keine Freude an dem Entschluß der Regierung, es sieht immer noch in uns den natürlichen Bundesgenossen gegen den russischen Erbfeind. Allgemein wird behauptet, England habe Japans Hilfe gefordert und das nötige Geld ge-, geben. Natürlich fühlt man sich aber in seiner Eitelkeit geschmeichelt, im Auftrage von drei europäischen Großmächten ausführen zu dürfen, was diese nicht leisten können. Daß es kein Heldenstück ist, weiß das Heer, handelt aber auf höheren Befehl. Wir kennen, so schließt der Brief, die Entschließung der deutschen Regierung nicht, vermuten aber, daß nach tapferer Verteidigung den Japanern nur Ruinen übergeben werden. Was aber auch kommen mag, Japan trägt trotz der englischen Hetze volle Verantwortung.
Tstugtau von japanischen «nd englischen Kriegsschiffen ohne Erfolg beschossen.
o-* Frankfurt a. M.. 24. Oktober. (WTB.) Die „Franks. Ztg." meldet aus Rotterdam: Tstugtau ist von zwei japanischen Kriegsschiffen «nd dem englischen Linienschiff „Triumph" bis heute ohne Erfolg beschossen worden. Am 14. Oktober wurde das Oberdeck des „Triumph" von einer Haubitze durchschlage«. Das deutsche Kanonenboot „Jaguar" ist leicht beschädigt.
Die Lage in Südafrika.
Reuter meldet, der Aufstand des Kommandanten Maritz sei bedeutender als anfangs zugegeben wurde, sei jedoch infolge der energischen Haltung Bothas im Begriff, zu scheitern. Es seien bereits zahlreiche Abteilungen von Maritz abgefallen. ~
Man merkt deutlich das heiße Bemühen, die Sache möglichst zu verkleinern. Es ist merkwürdig, daß jetzt schon „zahlreiche" Abteilungen abgefallen seien, während es in den Reutermeldungen anfangs hieß, daß Maritz nur ganz wenige Leute unter seinem Kommando habe. Das Vertuschen und Beschönigen ist manchmal eine recht schwere Arbeit.
Die Neutralen.
Rumänien bleibt neutral.
Nach einer Meldung des Berl. „Lok.-Anz." aus Bukarest hat, wie bei dem Regierungsantritt eines neuen Königs üblich, der Ministerpräsident dem König die Demission des gesamten Kabinetts angeboten. Der König hat darauf mit dem Präsidenten beider Kammern Beratungen gepflogen und sodann die Demission, abgelehnt. Das will sagen, daß die bisherige Politik der Neutralität auch weiter fortgesetzt wird.
Die schwankende Haltung Portngals.
Das Reutersche Bureau erfährt aus maßgebender portugiesischer Quelle, daß Portugal seit Beginn des Krieges in enger Verbindung mit der englischen Regierung stand, um zu erwägen, wie die Bestimmungen des Bündnisses am besten wirksam zu machen seien. Bestimmte militärische Einzelheiten über den Beistand Portugals würden noch beraten und in einigen Tagen festgesetzt werden. Die royalistische Bewegung sei bedeutungslos.
Nach diplomatischen Informationen, die dem Genfer Mitarbeiter des „B. T. aus Lissabon übermittelt werden, setzten sich dort einflußreiche Politiker für Aufrechterhaltung der Neutralität Portugals ein, und es soll Aussicht vorhanden sein, daß ihre Bemühungen Erfolg haben werden.
Spanien und der Krieg.
>* Hamburg, 24. Oktober. Das „Fremdenblatt" meldet aus Mailand: Madrider Berichten hiesiger Blätter zufolge wird wegen der ernsten Gestaltung der m- ternationalen Lage der zur Entlassung stehende Jahrgang der spanischen Armee unter den Fahnen belassen.
Aufforderung an Staatenlose zum Heeresdienst.
o* Kopenhagen, 24. Oktober. (WTB.) Nach Mel- dnngen hiesiger Blätter hat eine Reihe Staatenloser in Nordschleswig von den deutschen Behörden die Aufforderung erhalten, sich freiwillig zum Heeresdienst zu melden. Diese nehmen an, dadurch die ihnen bisher vor» enthaltene Staatsangehörigkeit Preußens erlangen zu können.
Ueber wirtschaftliche Folgen des Krieges
sprach in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg Geheimrat Professor Julius Wolf. Er berechnete die Kriegskosten für De""^^""^ ^ amainupn t^^lick. für Oesterreich-Unga
Wichen, unmittelbaren Kosten des Weltkrieg' bis 150 Millionen. Die Einbuße an Volkseinkommen nfolge des Krieges ist etwa ein Drittel desselben, das ich noruml auf 40 Milliarden im Jahr belauft, im Vier- eljahr auf Seite des Zweibundes etwa 5/, bis 6 Mrl- rarden, bei unseren Kriegsgegnern 10% bis 11 Milliarden. Die Opfer sind fo ungeheuer, wie niemals vorher ttt der Weltgeschichte. Professor Wolf schloß mit den Worten: „Die Zeche wird vom Besiegten zu zahlen sein. Das Vae victis muß diesmal auch in wirtschaftlicher Hinsicht gelten. Wenn Moltke predigt und ine moderne Kriegführung sich zum Grundsatz macht, den Gegner zu vernichten, so wird er auch wirtschaftlich zu entwaffmn fern. Unsagbares Unglück haben der Haß und der Machthunger unserer Gegner heraufbeschworen. Uns aller- ings haben sie gleichzeitig eine Wiederholung der glanz- v---- — — ^^^ QfstOren gebracht.
klinischen Hochschule zu Charlottenburg sisor Julius Wolf. Er berechnete die
Deutschland auf 40 Millionen täglich, aru auf die Hälfte. Insgesamt sind itelbaren Kosten des Weltkrieges 140
lern. Unsagi Hunger uns, dings haben sie gleichzeitig eine Wteoe vollen Erhebung von vor hundert w Wir steuern einem neuen größeren Deutschland entgegen, wir nehmen aber als Weihgeschenk dieser Zeit das Bewußtsein mit, daß die große Stunde, so oft sie dem deutschen Volke schlägt, ein großes Geschlecht finden
Wir steuern einem neuen größeren De gegen, wir nehmen aber als Weihgeuhe das Bewußtsein mit, daß die große Stu
wird."
\ Wegsallerlei.
«tenern dürfen nicht von Kriegsnnterstützunge« abgezogen werden.
ta* Berlin, 24. Oktober. (WTB.) Finanzminister und Minister des Inner« betone« m einem Rundschreiben, daß Steuer« auf keinen Fall von der Unter- ftütznttg für die hilfsbedürftigen Familie« von Kriegs, teilnehmern abgezogen werden -Mfe«.
Belgien hat die Zahlungen eingestellt.
og* Berlin, 24. Oktober. (WTB.) Laut „Berliner Tageblatt hat der belgische Staat sämtliche Zahlungen eingestellt. Die deutsche Reaieruug zieht seit dem 1-Oktober für ihre Rechnung die Steuern ei». Nach A«t- «erpe« ^trücfgeirrte Flüchtttttge empfehlen ihren Mitbürger« die Heimkehr.
Das Ergebnis der Untersuchung über Löwen.
o ?* Berlin, 24. Oktober. (WTB.) Der Berliner »Lok.-Anz." meldet ans Brüssel, daß die Untersuchung über Löwen abgeschlosien sei. Sie ergab, daß die Be- vülkernng mit den Truppen aus Antwerpen durch Ra. ketenstgnale in Verbindung stand und daß Zivilisten auf durchziehende Truppen geschossen haben.
Der Suezkanal von den Engländern gesperrt.
o-* Konstantinopel, • 23. Oktober. (WTB.) Vor, gestern haben die Engländer für einige Stunden den Suezkanal gesperrt.
Deutsche im Lager von Aldershot.
. Rom, 24 Oktober. (T.-U.) Nach einer Meldung der sind 8000 deutsche Kriegsgefangene und 1000 Zivilgefangene im Lager von Aldershot vereinigt. Sie werden gut behandelt und verpflegt und beklagten sich nur über mangelnde Nachrichten. Die Engländer behaupten, ihre Gefangenen würden schlechter behandelt. (Da können die Engländer beruhigt fein; in Deutschland haben die Gefangenen nicht zu klagen.)
Die Teilnehmer an den deutschfeindlichen Kundgebungen in London freigesprochen.
n* Rotterdam, 24. Oktober. (T.-U.) Alts London wird gemeldet: Die Verhafteten, welche die deutschfeind- ttchen Ausschreitungen in Deptford begingen, wurden lrcl6Cl?ro^Ctt‘ A^ Milderungsgrund wurde angegeben, das Deutschlands Kriegführnng die Gemüter erregt habe, b (Gegen die Deutschen ist in England also alles
Die Chinesen sollen England verlassen.
o** Hambnrg, 24. Oktober. Wie dem „Fremdenblatt" aus Rotterdam berichtet wird, zwingen die Engländer die sich in England aufhaltenden chinesischen Staatsangehörigen, das britische Staatsgebiet zu verlassen.
Englands Sorgen in Aegypten.
w> Berlin, 24. Oktober. Dem „Deutschen Kurier" wird aus Kairo gemeldet: Die englischen Truppen wollten die meuternden ägyptischen Soldaten entwaffnen. Da diese Widerstand leisteten, kam es zn heftigen Kämpfen zwischen Engländern und Aegyptern. In Alexandrien kam es zu ähnlichen Zusammenstößen. Hier wurden die Engländer gezwungen, die Entwaffnung aufzugeben.
Finnland soll zahlen helfen.
w* Hambnrg, 24. Oktober. (Hbg. Fröbl.) Nachrichten aus Kopenhagen zufolge soll Finnland nach einem Beschluß des russischen Ministeriums mit einem Teil der Kriegsausgaben belegt werden. Ueber die Höhe ist nichts bekannt.
Frankreich beschleunigt die Ausbildung der Rekruten.
»-* London, 24. Oktober. (WTB. ) Die „Times" melden aus Bordeaux, die Ausbildung der diesjährigen Rekruten werde in zwei Monaten beendet sein.
Lungenpest in Portugal.
^ Lissabon. 24. Oktober. (WTB.) In Portugal sind mehrere Fälle von Lungenpest festgestellt worden.
Ein norwegischer Dampfer gesunken.
»-* Christiania, 24. Oktober. (WTB.) Der norme* gische Dampfer „Heimland" ist anf der Fahrt von Amsterdam nach England gesunken. Die Mannschaft ist gerettet.
Er kämpft fürs Vaterland.
o-* Chemnitz, 24. Oktober. (T.-U.) Wie die sozial- demokratische „Chemnitzer Volksstimme" mitteilt, ist ihr Redaktionsmitglied Goldschagg auf einem Patrouillen- gange in Frankreich schwer verwundet worden, nachdem er erst kürzlich zum Offiziers-Stellvertreter befördert worden war.
Heldentat eines österreichischen Torpedobootes.
Rom, 24. Oktober. (T.-U.) Mehrere englische und französische Torpedojäger verfolgten und beschossen, jedoch vergeblich, unweit Punta d'Ostra am Eingang der Bucht von Cattaro ein österreichisches Torpedoboot, das unter wirksamen Schüssen auf die Gegner durch vorzügliches und kühnes Fahrtmanöver ihnen entging.
Berlin, 24. Oktober. Der „Deutsche Kurier" meldet aus Cetjnje, daß die Beschießung aller Forts von Cattaro begonnen hat.
Besprechungen mit der belgischen Geistlichkeit.
Rotterdam, 24. Oktober. (T.-U.) Der Brüsseler Berichterstatter der „Tija" drahtet, daß zwischen dem Generalgouverneur Frecherrn von der Goltz und Ka- dinal Mercier eine wichtige Unterredung stattfand, wobei gewisse Mißverständnisse zwischen der deutschen Behörde und der belgischen Geistlichkeit beseitigt worden seien. Ferner soll auch die gegenwärtige Regierungs- losigkeit in Belgien zur Sprache gekommen sein.
Ein Brief des Prinzen Oskar.
Prinz Oskar von Preußen hat der Witwe eines im Schlachtgetümmel neben ihm gefallenen Majors sein aus tiefstem Herzen kommendes Beileid ausgedrückt. Der aus Schloß Homburg v. d. H. datierte Brief lautet in der Hauptstelle: „Hochgeehrte gnädige Frau! Ihr von mir hochverehrter, für seinen König gefallener Mann fiel, wie er gekämpft, als Held Ich. war noch zwei M nuten vor seinem Tode mit ihm smammen, vorn in der Schützenlinie. Es war am 24. September, etwa 6 tdr i^Minuten abends. Wir beide hatten das völleu- ^ue/durch Gottes Gnade den ganzen Tag überstanden, ch war dauernd beim zweiten Bataillon gewesen. Etwa nnbrin Minuten abends sprachen wir noch im tollen Granatfeuer zu ammen über alle möglichen Maßnahmen für MeT Bataillone. Dann wollte Ihr Mann schräg vorwärtsversuchen Ausblick auf die feindlichen Bat- fe/ien zu bekommen, er wollte 'ie durchaus stürmen. Dabei tat er ” Schutz erhalten Etwa, vier Minuten sväter bat ihn Gott zur großen Armee einbe- Mn Wir N /uf einer Zeltbahn zurück- aetraaen Ich babe das weitere nicht mehr verfolgen sönnen öa ich selbst von zwei Leuten zurückgeführt werden müßte weil ich infolge von Ueberanstrengung mir einen ^erzmuske zugezogen hatte, den ich hier unter öer^Ptteae meiner lieben Frau auszukurieren versuche — Wir verloren einen lieben Kameraden und ick einen bervorraaenden Bataillonskommandeur. Gott Kbe Ihnen gnädige Frau, in Ihrem tiefen Schmerz teil Die Kön?gsgrhmziere haben chwer gelitten, aber brav gekämpft, ihr König ist sehr zufrieden.
Krieger- und T«r»ergräber am Völkerschlacht- denkmal.
Der Rat der Stadt Leipzig hat für die in den Leip- r Lazaretten sterbenden Feldzugsteilnehmer eine ge-
ziaer Lazaretten sterbenden Feldzugsteilnehmer eine gemeinsame Ruhestätte am Fuße des Bölkerschlachtdenk- mals Verfügung gestellt. Die Pflege der Gräber wird die Stadt übernehmen. Auch sollen die beiden in- Mschen verstorbenen Festturnwarte des großen 12 Deutschen Turnfestes, Rudolf Witzgall und Bernhard Striegler, nach einer am Völkerschlachtdenkmal gelegenen Stelle des Südfriedhofs umgebettet und dort das von der Deutschen Turnerschaft geplante Ehrenmal errichtet werden. Die an das Denkmal sich amchließende Abtellung des Südfriedhofs ist für die Zukunft als Ruhestätte für verdienstvolle Turner vorgesehen.
Der Pour le mörite für Hr.ttbe«v«rg,
Der „Reichsanzeiger" gibt bekannt, daß dem Generalobersten v. Beneckendorf und Hiu-enburg, Oberbefehlshaber der 8. Armee, dem General der Infanterie zur Disposition v. Zwehl, Kommandierenden General des 7. Reservekorps, und dem Generalmajor Ludendorf, Chef des Generalstabes der 8. Armee, der Orden pour le mörite verliehen worden ist.
Löman oder Lehman«?
Der „Saale-Zeitung" zufolge finden Ermittelungen darüber statt, ob der in Magdeburg festgesetzte Kom- mandant von Lüttich, General Löman, idelttisch ist mit einem nach 1870 desertierten Feldwebel Heinrich Lch- mann aus Herzberg, Bezirk Merseburg. ©in wachthabender Soldat, der zn jener Familie Lehmalm gehört, äußerte infolge der anßerordentlichen Aehnlichkeit Lsmans diese Vermutung, der jetzt die Behörde nach- geht.
Deutsche Ordeusvcrleihnng an die Besatzung der „Goeben" und „Breslau".
Der Sultan hat, wie der „Tügl. Rösch." in einem Privatbriefe mtö Konstantinvpel mitgeteilt wird, den Offizieren und Pfannschaften der deutschen Kreuzer „Goeben" und „Breslalt" in Anerkennung ihrer hervorragenden Tapferkeit den türkischen Verdiellstorden verliehen. Wie erinnerlich, beschossen die beiden Kreuzer am 5. August die Küste umi Algier und brache» weuige Tage darauf aus dem von britischen Kriegsschiffen umstellten Hafen von Messina glücklich aus.
Die deutsche Sozialdemokratie und der Krieg.
Der Reichstagsabgeordnete Göhre sprach nach der „Franks. Ztg." in seinem Wahlkreise über den Krieg. Die Sozialdemokratie habe die Kredite über öetl Krieg bewilligt, weil dieser ein reiner Verteidigungskrieg sei. Schon lange vor seinem dlusbruch hätten die Leiter der deutschen Diplomatie Hand in Hand mit der Sozialdemokratie mit allem Nachdruck für die Erhaltuug deö Friedens gearbeitet. Der jetzige Kampf für Freiheit und Kultur zeige, daß der Sieg eine Frage des inneren Geistes und der Organisation der Armee sei. Die Forderung der Socialisten bctr. die Ausgestaltung des Heeres durch die allgemeine Erziehllng zur Wehrhafttg- keit auf Grundlage des Bolksheeres müsse daher um so mehr Anklang finden. Der Krieg würde and) in der inneren Politik manche Wandlung herbeiführen. Die Taktik der Sozialdemokratie werde dabei von dem Verhalten ihrer Gegner abhättgen.
Die Ostpreutzeuspende der deutsche» Städte.
Der Deutsche Städtetag und der Reichsverband deutscher Städte, die einen Aufruf zur Hilfe für die notleidenden Ostpreußen erlassen hatten, erstatten jetzt Bericht über das Ergebllis dieser Sammlungen in den deutschen Städten und die Beiträge der Stadtverwaltungen. Danach sind von 745 Städten zusammen 1365 394 ^ aus Kämmereimitteln bewilligt worden. Außerdem sind von privater Seite bet der Zentralstelle 371345 .//. gezeichnet worden, sodaß die Gesamtsumme 1736 739 ^. beträgt.
Aus feindlicher Kriegsgesangeiifchasl entflohen.
Der „Berl. Morgenp." wird der Feldpostbrief eines Dieners an seinen früheren Herrn zur Berfügullg gestellt, der von echtem Soldatengeist durchweht ist. Nachdem der Briefschreiber geschildert hat, wie er gen Paris zog, verwundet wurde und ohnmächtig niederfiel, fährt er fort:
„. . . . Als ich wieder wach wurde, standen zwei Engländer neben mir; sie brachten mich zu einem Lord und meldeten mich als verwundet. Zusammen waren wir 15 Gefangene. Abends kamen wir auf einem Schloß an, welches als Lazarett eingerichtet war. Wir wurden alle 15 Mann auf einer deinen Stube nuter- gebracht, die nach der Straße lag. Am nächsten Tage fragte einer der Gefangenen, ein Sergeant, herum, wer von uns laufen könne. Ich meldete mich mit einigen anderen, und wir beschlossen, in der Nacht davonzu- laufen. Um uns das Vertrauen des Postens zu verschaffen — einer hatte vor dem Fenster Wache und vier tm Flur des Hallses — plauderten wir mit ihm, zumal der vor dem Fenster etwas Deutsch sprechen konnte. Das nützte auch,' die Kerle legten sich des Abecids tatsächlich vor dem Fenster schlafen. Um 1 Uhr öffneten wir das Fenster: in derselben Sekunde kommt die Wache ins Zimmer. Ich zog schnell mein Notizbuch anö der Tasche und bat die Tommys um ihre Adresse: aus guter Freundschaft. Di gaben sie mir auch freudig. Ich sende sie Ihnen hiermit ein.
Dabei fiel es den Engländern nicht ein, das Fenster zu schließen: eine halbe Stunde später lagen alle im tiefsten Schlaf. Der erste, der aus dem Fenster sprang, war der Sergeant. Die Sache klappte, die Wache merkte nichts. Nach zehn Minuten folgten wir anderen. Ich sprang ordentlich weit, gleich hinter mir her der Unteroffizier. Der aber machte seine Sache sehr ungeschickt, denn er ließ sich an den Händen vom Fenstersims herab und stieß mit den Sporen gegen die Mauer. Dadurch aber wurde die Wache mobil, gab Feuer und traf den Unteroffizier tödlich. Und nun kamen die Engländer hinter mir her, ich hatte mich aber so gut versteckt, daß sie mich nicht fanden. Um 5 Uhr früh kroch ich auf allen Bieren langsam aber sicher nach Norden..... Etwa zwei Stunden später kam ich wieder aus freies Feld und sah die englischen Truppen nach der Richtung der großen Gewässer abziehen. Als ich um 3 Uhr an ein Dorf herankam, wurde ich schlapp: ich hatte große Schmerzen, Durst und Hunger. Dennoch beschloß ich, das Dorf zu umgehen, passiere was wolle. Da hörte ich Pferdegetrappel, deutsche Worte — und ich war gerettet ... . Ich meldete mich beim General, und dieser versprach mir, nach der kühnen Tat dafür zu sorgen, daß ich morgen mit einem Auto nach einem Lazarett gebracht werde."
Der tapfere Krieger erholt sich jetzt im Gartlison- lazarett in Tempelhof von seinem Schrapnellschuß im rechten Arm.
Bandei und Verkehr
Höchstpreise für Getreide. Wie gemeldet, steht die Festsetzung von Höchstpreisen für Roggen, Hafer und Gerste sowie für Weizen unmittelbar bevor. Der Bundesrat wird in seiner nächsten Sitzung über die ihn: unterbreiteten Vorschläge Beschluß fassen. Für Kartoffeln sollen Höchstpreise im Augenblick noch nicht fest gesetzt werden, das bleibt einem späteren Zeitpunkte vor behalten. Der Höchstpreis für Roggen dürfte etwa an 225 für Weizen auf 245—250 ./Z bestimmt werden Zur Erwägung steht ferner, ob nicht auch für Futter Mittel die gleichen Maßnahmen getroffen werden foHer Hocherfreulich ist, daß nach zuverlässigen Fesistellung' der Getreidebedarf unseres Volkes bis zur nächst- Ernte reichlich gedeckt ist. Auch der Viehstand ist außerordentlich befriedigend, daß die Fleischversorgu! des Volkes außer aller Frage steht.
Auch der Viehstand ist