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Der Kamps zur See.

Vier deutsche Torpedoboote verloren. England verlangt die Hilfe Portugals. Die Kämpfe vor Warschau. Die Tapferen im fernen Osten.

ob* Berlin, 18. Oktober. Amtlich. (WTB.) Am

17. Oktober gerieten unsere Torpedoboote S. 115, S. 117, S. 118, ®. 119 unter der holländischen Küste in

Kampf mit dem englischen Kreuzer Undaunded und vier englischen Zerstörern. Nach amtlicher englischer Nachricht wurden die deutschen Torpedoboote znm Sinken gebracht und von ihrer Besatzung 31 Mann in

England gelandet.

Der Stellvertreter des Chefs der Admiralität, gez.: Behnke.

Sicher ist, daß auch unsere vier verlorenen Torpedo­boote ihre volle Schuldigkeit getan und den Engländern empfindlichen Schaden zugefügt haben. Unsere tapfere Marine steht im Kampfe gegen Englands überlegener Macht zur See heldenhaft ihren Mann. Der Verlust der vier Boote kann unser felsenfestes Vertrauen tn unsere stolze Marine nicht im Geringsten erschüttern.

Zum Untergang der deutschen Torpedoboote.

Amsterdam, 19. Oktober. (T. U.) Die Zeitung Nienws van den Dag" gibt den Bericht der Be­satzung zweier Fischdampfer aus Umuideu wieder, die der Vernichtung der deutschen Torpedoboote beiwohnten. In der Nordsee stilliegeno, sahen sie sich nichtsahnend plötzlich mitten im Seegefecht. Sie zählten etwa 15 englische und deutsche Schiffe, manchmal so nahe, -atz die die Geschütze bedienenden Mannschaften sichtbar waren. Die Granaten flogen von allen Seiten und ge­fährdeten die holländischen Boote. Sie sahen einige Schiffe sinken nnd auch verschiedene Unterseeboote em- portanchen nnd Wassersäulen emporschietzen. Die bri­tische Admiralität gibt bekannt, -atz ein Offizier un- vier Mann vermißt werden. Ein Torpedozerstörer erlitt unbedeutende Havarie.

w Berlin. 19. Oktober. (WTB.) Zu dem Verlnst -er vier deutschen Torpedoboote sagt dieVossische Zei­tung": Da nach der englischen Meldung nnr 31 Mann gerettet wurden, sind etwa 193 Mann den Heldentod gestorben. Uebrigens läßt die englische Meldung nicht erkennen, ob die Torpedoboote vor ihrem Untergang den Engländern Schaden zngefügt haben. DerBerl. Lokalanzeiger" ist überzeugt davon, daß die Torpedo­boote ihre Pflicht voll erfüllt haben und daß die -entschs Marine ihrem Gegner bald wieder durch neue Taten ihre Leistungsfähigkeit zeigen wird. DieKreuzzeitung" meint, daß die deutsche Marine stolz und kampfesmutig genug sei, einen solchen Verlust überwinden zn können.

Die Zerstörung des englischen KreuzersHawke".

Kopenhagen. 19. Oktober. (WTB.)Politiken" meldet ans London: Die KreuzerHawke" nndThe- seus" befanden sich auf Wachdienst.Theseus" konnte sich nur durch schnelle Manöver und Flucht retten. Hawke" wurde mittschiffs getroffen. Die Stimmung in London ist gedrückt.

o-* London, 19. Oktober. (WTB.) In Aberdeen eingetroffene Ueberlebende des Kreuzers Hawke erzäh­len, daß das Schiff mittschiffs dicht bei den Maschine« getroffen wurde und in fünf Minuten sank. Nur einige Rettungsboote konnten herabgelassen werden.

Zwei englische Minensucher vermißt.

o-#> London, 19. Oktober. Zeitungen vom 14. Ok­tober melden das Ausbleiben zweier als Minensucher beschäftigter Dampfer. Seit dem 1. Oktober habe man nichts mehr von ihnen gehört.

Auf See gekapert.

o-* Marseille, 19. Oktober. (WTB.) Ein franzö­sisches Torpedoboot hat den holländischen Dampfer Königin Emma", der mit einer Ladung nach Hamburg unterwegs war, hier eingebracht.

Göteborg, 19. Oktober. (WTB.)Handelsstidning" meldet: Der schwedische DampferBeta", mit Petroleum von Amerika nach Schweden unterwegs, ist von den Eng­ländern beschlagnahmt worden.

Der Tagesbericht vom Sonntag.

Großes Hauptquartier, 18. Oktober, vormittags. (Amtlich). Auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist -er gestrige Tag im Allgemeinen ruhig verlaufen. Die Lage ist unverändert.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind unsere Trup­pen in der Gegend von Lyck im Vorgehen begriffen. Der Kampf bei und südlich von Warschau dauert noch fort.

Als Gefangener der Franzosen in Algier.

Ein Deutscher, der eine Studienreise nach Algier unternommen hatte und dort bei Ausbruch des Krieges in französische Gefangenschaft geraten war, schildert dem B. T." jetzt seine Erlebnisse. Sie lassen erkennen, daß es auch in Algier beim Kriegsausbruch zu Ausschreitun­gen gekommen ist. Die Einrichtungsgegenstände in den von Deutschen geführten Geschäften und Gasthäusern wurden zertrümmert, aus den Hotels, die die Deutscheil beherbergten, wurden die Betten auf die Straße ge= Wjlewt unb in Brand gesetzt, Wirt und Gäste mtß- delt und geschlagen. Die Zeitungen wußten am nächsten Tage mit Genugtuung zu erzählen, daß man zwei Deut­sche erschossen habe, die angeblich im Hafen das Kabel öu duränchnelden und die zwei große Truppentrans- vortschiffe in die Luft zu sprengen versucht haben sollen. Auch außerhalb der Stadt seien deutsche Spione ergrif- gelyncht worden. Alle diese Greueltaten wur- von Eingeborenen, sondern nur von ?Erubt.Eine Bitte an die Kapitäne der drei ttaüentf^en Schiffe, uns mitzuneh- ^ Gewährsmann weiter, wurde ab- ferem ®^ wichtig gefangen. Von un- Kfo« t^ wir die Scharen der Zuaven

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Während wir warteten, stürmte ein 'rrua von Frauen l und Mädchen mit einer Fahne in den Hof tzer ! und fangenAllons enfants . . ." Eine Kau Melt ei- ' ne Ansprache. Lauter Jubel dankte ihr Bald daraui wurden wir vorgerufen. Man durchsucht uns und nimmt uns alles ab, auch das Taschentuch einiaen fnaar nimmt uns alles ab. Zu zweien^ mit ausgepflanztem Seitengewehr Spalier. Hinter die- I

Die Kämpfe in Nordfrankreich und Flandern.

Die KopenhagenerBerlingske Tidende" meldet aus London:

Seit Donnerstag steht ein verzweifelter Kampf in der Umgegend von Apern und Courtrai, wo die deutsche Abteilung von Antwerpen mit größter Heftigkeit auf den äußersten linken Flügel der Franzosen drückt, um eine Verbindung zwischen dem deutschen westlichen Flügel in Belgien und dem deutschen rechten Flügel in Frankreich herznstellen. Die Anstrengungen waren bis­her erfolglos. Sie werden mit unverminderter Gewalt fortgesetzt. Gleichzeitig griff ein starkes gemischtes -eut- sches Korps die englische nnd französische Besatzung von Ostende und die französische Marineinfanterie an, die den Rückzug der Belgier nach Dünkirchen deckte nnd eine verschanzte Stellung zwischen Dirmniden und Rnlers vorbereitete. Der Ansgang des Kampfes ist nicht be­kannt, -och wir- nicht geglaubt, -atz öie Verbündeten ihre Stellung halten werden. Die Bewegung des Heeres ist sehr durch die flüchtende belgische Bevölkerung ge­hemmt.

Der nächste grotze Kampf wird bei Dünkirchen er­wartet, wo die Franzosen nnd Engländer starke Feld- befestignngen um die Stadt angelegt und große Ueber- schwemmungen vorgenommen haben. Hier das Vor­rücken der Deutschen zu verhindern, ist von allergrößter Bedeutung, da es dem linken Flügel der Verbündetes gilt.

Der amtliche französische Bericht vom Sonnabend nachmittag 3,30 Uhr meldet:

Es herrscht relative Ruhe auf dem größten Teil der Front. Auf unserem linken Flügel sind keine Ver­änderungen eingetreten. In der Gegend von Apres und aus dem rechten Lysufer besetzten die Verbündeten Fleurhaix und die nächsten Umgebungen von Armen- tidres. Su der Gegend von Arras und St. Mihiel fahren wir fort, einiges Terrain zu gewinnen. Die deut­schen Truppen, die Westbelgien besetzen, sind nicht über die Linie Ostende-Therout-Roulers-Menin hinausge­kommen."

Die Orte Fleurbaix und Armenttdres liegen nord­westlich von Litte, etwa 12 Kilometer vom Stadtinnern entfernt und die Linie, die die deutschen Truppen er­reicht haben sollen, zieht sich von Ostendc in direkt süd­licher Richtung bis nach Litte. Tatsächlich sind die Deut­schen aber schon viel weiter nach Westen vorgedrungen.

Mutlose Stimmung tu Paris.

DerBerl. Lokalanz." meldet nach der römischen Tribuna" aus Paris: Tagen der Hoffnung sind wieder Tage der Ungewißheit und Trauer gefolgt. Die Schlacht an der Marne hatte die entsetzliche Furcht vor dem Marsch der Feinde anf Paris beseitigt. Obwohl nie­mand es offen zugibt, fürchtet jeder, daß die Kämpfe bei Arras unglücklich ausgehen. Nach dem Falle Arrtwer- pens steigern sich die Besorgnisse. Ganz Paris steht unter diesem Eindruck. Kein Zureden kann den Ge­mütern die Ruhe wiedergeben. Die Leute sind miß­trauisch geworden. Englands Beistand wird für unge­nügend gehalten. Man weiß nicht, was die indischen Truppen machen. Der Generalstab hält geheim, daß sie in Lagern untergebracht, europäisch ausgebildet, im Schanzengraben unterrichtet werden und sich an das Klima gewöhnen müssen. Flüchtlinge aus Litte haben die Nachricht von der Einnahme der Stadt und dem kampflosen Abzng der dortigen Garnison gebracht. Wäh­rend alle Zeitungen von siegreichen Kämpfen erzählten, haben die Nachrichten dieser armen Flüchtlinge, die von einem Ort zum anderen gezogen sind, die größte Nieder­geschlagenheit verbreitet.

Die Belagerung von Belfort.

t-* Berlin, 19. Oktober. (T.-U.) Der Stockholmer ZeitungDagens Nyheter" wird aus London unterm 15. Oktober gemeldet, die Deutschen haben ihre schwere Artillerie gegen Belfort transportiert nnd die Belage­rung begonnen.

Reims im Granatfeuer.

^ Reims, 18. Oktober. (T. U.) Der Temps mel­det, daß eine deutsche Granate die Kathedrale von Reims traf und die Galerie der Abtei zerstörte. Drei Grana­ten zerstörten einen Teil des Justizgebäudes. Der Staatsanwalt wurde unter den Trümmern begraben und wurde später darunter hervorgezogen.

England hat keine Eile.

London, 18. Oktober. (WTB.) DieTimes" be­haupten, England habe bereits 1200 000 Mann bei den Fahnen und wegen des ungeheuren Andranges von Freiwilligen hätten die körperlichen Anforderungen

sen eine tausendköpfige Menge. Von Zuaven eskor­tiert. unter den beschimpfenden Zurufen der Menge werben wir nach einer Kaserne geführt, die mitten in der Stadt liegt. Die Dächer der sie umgebenden Häuser sind schwarz von Menschen. Die Offiziere hatten Not, die Re­servisten, die den Hof füllten, von uns fernzuhalten. Ru­fe:Spione! Deutsche Hunde! Das wird ein Blutbad!" schallten uns entgegen. Im Hofe wurden wir nochmals gründlich untersucht. Bei mir fand der Sergeant öe Vil- le noch einen Franc, den er einsteckte, während er ein deutsches Geldstück mit einem hämischen Blick auf das Bild des Kaisers beiseite geworfen hatte. Durch einen schmalen Gang wurden wir mit Kolbenstötzen und Fuß­tritten in ein dunkles Gemach geleitet.

Wir waren in Gefangenschaft, das Loch, das von Mäusen, Ratten und anderem Ungeziefer bevölkert war, hatte drei kleine Luftlöcher. Eng eingepfercht in diesem Raum bei einer Hitze von 40 Grad mag mau sich die Luft vorstelleu, die wir einatmen mußten. Um 2 Uhr nachts wurden wir herausgerufen. Vor der Kaserne stießen noch andere gefangene Deutsche zu uus. Auch je­ne, die in der Nacht Zuflucht im amerikanischen Konsu­lat gesucht hatten, mußten sich unserem Zuge anschließen. Siebzig an der Zahl, Männer, Frauen und Kinder, wur­den wir auf dem Serpentinenwege nach dem Fort l'Em- pereur gebracht. Während des Marsches iah ich ei­nen jungen Mann, dessen Kleider ganz zerrissen waren, und dessen Kopf eine einzige blutunterlaufene Masse bildete. So hatte man ihn zugerichtet. Ein anderer war infolge eines Steinwurfes, der ihn an der Schläfe ge­troffen hatte, geistig erkrankt. Sogar Frauen, die ihrer Niederkunft entgegensahen, hatte man genötigt, den Weg bei der ungeheuren Hitze anzutreten. Das Unge- heuerl-! war aber, daß man einen typhuskranken Deutsch. ?us dem Hospital holte und ihn zu uns auf das F^: .che. Erst auf unsere energischen Vorstellun­gen wurde er nach zwei Tagen wieder in das Hospital zurückgelnocht. Zu essen bekamen wir am ersten Tage erst abends ein Stück Brot. An den anderen Tagen erhielten wir früh einen Kaffee, der recht gut war, mit­tags eine Wassersuppe mit Brot vier und da schwammen

hinauf geschraubt werden müssen. 100 000 indische und kanadische Truppen seien in Europa. Diese und die in den Kolonien ausgebildeten Truppen seien der Kern, auf dem aufgebant werden könnte. Ein Teil der Avant­garde sei in Frankreich, der Rest werde im Frühjahr folgen, die Hanptstärke Ende 1915. Man habe keine Eile.

(Hieraus geht hervor, daß England nicht hofft, Ende 1915 mit Deutschland fertig zu werden. Die Franzosen werden wenig erbaut sein, daß ihr Bundesgenosse so wenig Eile habe. Das Schicksal der auf britische Hilfe vertrauenden Belgier redet eine allzu deutliche Sprache.)

Neues Leben in Antwerpen.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet vom 17. Oktober: Zurückkehrende Reisende erzählen aus Antwerpen: Mehrere Kaffeehäuser und einige Läden sind geöffnet: gestern war wieder frisches Brot erhältlich aber noch keine Milch. Die Straßenbahnen sind noch nicht im Betrieb. Die Wasserleitung wurde an vielen Orten hergestellt. Deutsche Matrosen öffneten heute auf Befehl einen Fleischerladen,' aber das Fleisch war ver­dorben. Auf den Straßen ist es noch sehr still. Die deutsche Besatzung verhält sich gut und wechselt Grütze mit den Vorübergehenden. Gestern wurden an vielen Straßenecken Maschinengewehre aufgestellt und an der Zentralstation ein Feldgeschütz hinter Sandbarrikaden. Gesterri befanden sich noch nicht viele Flüchtlinge auf der Rückkehr.

König Albert vertraut noch immerauf den endlichen Sieg".

Der LondonerDaily Expreß" meldet aus dem Haag: Ein belgischer Diplomat, der von Ostende ein- traf, hatte vor einigen Tagen eine Unterredung mit dem König der Belgier. König Albert sagte: Ich gebe nie­mals die Hoffnung auf, selbst wenn ich Belgiens Boden verlassen muß. Das Heer, das sich von Antwerpen zu­rückgezogen hat, befindet sich in ausgezeichnetem Zu­stande und hat eine vorzügliche Stellung eingenommen. Alle sind, ebenso wie ich, bereit, ihr Leben für Belgiens Unabhängigkeit zu opfern. Wir müssen noch viele Lei­den ertragen, aber wir vertrauen auf den endlichen Sieg, der größer als jemals sein wird. Wir sind vor­läufig geschlagen, aber nicht zerschmettert. Der Diplo­mat erklärte ferner, die Königm der Belgier sei trotz ihrer angegriffenen Gesundheit bereit, allen Bequemlich­keiten zu entsagen und habe den König angefleht, ihm und dem Heere überall hin folgen zu dürfen.

Schlechte Aussichten für England.

DieNeue Zürcher Zeitung" bespricht in einem Leitartikel Englands Aussichten für eine Nieöerzwin- gung der deutschen Flotte Tn sehr pessimistischem Sinne. Ausgezeichnete geographische Bedingungen für das Noroseegeschwader, die fast undenkbare Erzwingung eines Einganges in die Ostsee und die Furcht vor der unheimlichen Tätigkeit der Tauch- und Torpedoboote machen es den englischen Admiralen unmöglich, die deut­sche Flotte zum Kampfe zu zwingen. Eine Ausschiffung von Landtruppen an der deutschen Nordseeküste, die bei der geringen Wassertiefe ausgebootet werden müßten, erscheint ebenso undurchführbar wie eine Besetzung von Amsterdam. Mithin sind die Aussichten für die Eng­länder sehr gering. Dazu kommt noch die Ueberlegeu- heit der deutschen Mantelring-Geschütze, die 220 SchWe abgeben können, während die englischen TEtromDe- schütze bereits nach sechM Schüssen Ausbrennungen er­leiden und somit ihren Wert infolge eingebüßter Treff­sicherheit völlig verlieren. Der englischen Industrie war die Herstellung der Mantelring-Geschütze nicht mög­lich, weil sie außerstande war, genügend große Stahl­blöcke in der erforderlichen Güte herzustellen. Also auch hierin zeigt sich Deutschlands unbedingte Ueberlegen- Heit, wodurch die an sich ungleiche Partie ebenfalls zu seinen Gunsten beeinflußt wird.

Englands Bedrängnis in Indien.

Aus Konstantinopel meldet dieFranks. Ztg.": Nach zuverlässigen Informationen passierten am 7. Oktober drei aktive englische Bataillone von Malta den Suez­kanal auf dem Wege nach Indien. Diese Tatsache deutet darauf hin, daß in Indien die Bedrängnis der Englän­der zunimmt.

DieSüddeutsche Zeitung" erfährt aus Konstanti- nopel, England habe 15 000 Mann seiner ägyptischen Truppen nach Frankreich geschickt, wahrscheinlich aus demselben Grunde, aus dem. die ägyptische Artillerie ohne Geschütze nach dem Süden verwtzt und der In­fanterie die Patronen abgenommen worden sind. Der Führer der ägyptischen Nationalisten ist in Konstan­tinopel.

auch einige Kartoffelstücke und Rüben darin. Dazu teil­ten sich zu vier in ein Brot. Des Abends um 5 Uhr er­hielten wir abermals Wassersuppe. Hier und da gab es in Sodawasser gekochte Bohnen und Speck, die aber un­genießbar waren. Dafür hatten wir pro Mann und Tag 1 Francs 10 Centimes, und zwar für zwei Monate im voraus zu bezahlen. Zehn Tage lang, bis wir uns selbst Geschirr kaufen konnten, mußten je vier Mann aus einem Kochgeschirr speisen. Zu dem Stuben-, Kü­chen- und Hofdienst mußten wir auch die Reinigung ge­wisser Orte, die in unbeschreiblichem Zustande waren, übernehmen. Bei dem täglich zweimal stattfinöenöen Appell wurden stets mehrere von uns aus den lächer­lichsten Ursachen zu Haftstrafen bei Wasser und Brot ver­urteilt. Am häufigsten, weil sie den Kriegsrat oder Ser­geanten zu grtitzen vergessen hatten. Selbst ein Ange­stellter des deutschen Konsulats wurde zu acht Tagen ver­urteilt, weil er den Platzkommandanten brieflich gebeten hatte, ihm freies Geleit zu gewähren. Ein hoher Offi­zier sagte uns, als wir darüber Beschwerde führten: Die Deutschen hätten ja auch gegen das Völkerrecht ohne Kriegserklärung die Grenze überschritten, er brauche sich darum auch an nichts zu halten. Zudem wurde uns ununterbrochen mit Erschießen gedroht. Der ein­zige, der uns Nachrichten von dem, was in der Welt vor- ging, brächte, war der eben erwähnte Offizier, und wie diese Nachrichten aussahen, davon hier einige Beispiele: Die Franzosen find im Elsaß, die Russen vor Berlin, ganz Deutschland brennt, in Berlin Revolution, Lieb­knecht und Rosa Luxemburg erschossen usw.

Ich kam schließlich frei. Obwohl mir die linke Hand fehlt, ich also gewiß nicht kriegsfähig bin, wurde ich doch vier Wochen in Gefangenschaft gehalten, bis man nur endlich gestattete, ein nach Barcelona fahrendes Schul zur Abreise zu benutzen. ,

Die Freude, endlich frei zu sein, wurde doch sehr dadurch beeinträchtigt, daß ich meinen Freund und die vielen anderen zurücklassen mußte. Das einzige, das ich für sie tun konnte, war, ihre Adressen auswendig zu lernen (Geschriebenes durfte ich nicht mitnehmen), um ihren Angehörign Nachricht geben zu können.