Nissige französische Verluste.
Die „Tägliche Rundschau" läßt sich aus Madrid unter dem 13. Oktober melden: Die in Barcelona erscheinende Zeitung „Dia Grllftco" läßt sich am 29. September von der französischen Grenze berichten: Die Franzosen hätten bis jetzt 150 000 Tote und 350 000 Verwundete. Von Gefangenen wird nichts gemeldet.
Kühne Vorstöße deutscher Flieger.
e-t London, 16. Oktober. (WTB.) Die „Times" melden ans Calais: Ein deutscher Flieger hat am Sonntag in Omer durch eine Bombe Mei Personen getötet «nS sechs verletzt. Fünf französische Flieger verfolgten den Deutschen.
(St. Omer liegt im Departement Pas de Calais, südlich von Calais.)
Nur französische Kriegsschiffe an der Adria.
w> Rom, 16. Oktober. (Boss. Ztg.) Während anfangs zwei englische Kreuzer und zwölf Torpedojäger an der adriatischen Flottenaktion teilnahrnen, sind zur Zeit ausschließlich französische Schiffe, und zwar insgesamt 40, im adriatischen Meere. Die englischen Schiffe befinden sich nach hiesigen Berichten im Aegäischen und im östlichen Mittelmeer.
Von Frankreich verschickte Dentsche.
t-* Cannes, 16. Oktober. (T. U.) Am Donnerstag wurden gegen hundert Deutsche, die in Cannes und Umgegend ihren Wohnsitz hatten, an einer großen Menschenmenge vorbei den Kai entlang geführt, um nach -er Insel Marguerite gebracht zu werden, wo sie von der französischen Regierung als Kriegsgefangene nntergebracht werden. Die genannte Insel soll zwar sehr schön sein, ist aber mit Ausnahme der Fortsbevölkerung nnd einiger kleiner Dörfer unbewohnt. Die Frauen der Verschickten wurden als Geiseln znrück- behalten und in einem Hotel nntergebracht.
Marguerite ist die bedeutendste der Frankreich gehörende Lerinsinseln im Mittelländischen Meer nahe der Küste. Sie dient als Aufenthalsort für Staatsgefangene.
Die angebliche« „deutschen Frie-ens-edingnngen".
Clemenceau veröffentlicht nach einer Pariser Meldung der „Franks. Ztg." die Friedensbedingungen Deutschlands für Frankreich, wie sie angeblich Botschafter Bernstorff in Washington einem deutschen Bankier erzählt und Clemenceau von einem amerikanischen Diplomaten gehört habe. Es würde sich nicht verlohnen, diese Hirngespinnste zu beachten, wenn nicht die französische Presse, die als ernst gelten will, wie der „Temps", auf ihnen neue Anklagen gegen Deutschland aufbaut. Deutschland fordert nach" der angegebenen Quelle alle französischen Kolonien, ein Viertel französischen Bodens mit 15 Millionen Einwohnern, 10 Milliarden Kriegsentschädigung, Zollfreiheit auf 35 Jahre ohne Gegenseitigkeit, Abrüstung und einhalbes Dutzend ähnlicher Dinge.
Kanadische Hilfstruppen in England eingetroffen.
^ Frankfurt a. M., 16. Oktober. Nach einer Pariser Meldung -er „Franks. Ztg." ist das erste Kontingent der kanadischen Truppen in Southampton ein- getroffen und wird zunächst in England einexerziert.
Der zuversichtliche Haldaue.
In New Castle wurde eine Versammlung abgehalten, aus der Lord Haldane sprach und nachzuwetsen suchte, daß England unbedingt den Sieg davon tragen werde, da die Macht der Verbündeten doppelt so groß sei, wie die des Deutschen Reiches, zumal da sie über den doppelten Reichtum an Reserven verfügten. Danach sprach der belgische Dichter Maeterlinck, der mit der Erklärung endete, daß Belgien vollkommen auf Englands gegebenes Wort vertraue. r
Haldane wird sich stark verrechnen, und was dav mit dem englischen Versprechen betrifft, so hat Belgien bitter genug erfahren, was es damit auf sich hat.
Das befreite Ostpreußen.
Berlin, 16. Oktober. (T. U.) Aus Rastenburg in Ostpreußen wird vom 14. Oktober gemeldet: Die aus besonderer Vorsicht angeordnete Räumung des Ortes Goldap von -er Zivilbevölkerung hat zu unnötigen Be- sorgnifsen Veranlassung gegeben und zahlreiche andere Ortschaften Ostpreußens sind völlig grundlos von einem großen Teile -er Einwohnerschaft in den letzten Wochen verlassen worden. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß bisher alle Offensivversuche von russischer Serie gänzlich gescheitert sino. Die russischen Streitkräfte haben ihre Stellungen von Schirwindt entlang der Grenze bis in -ie Gegend gegenüber von Lyck. Ihre Trnppen- zahl wird auf 6 bis 8 Armeekorps angenommen. Es ist den russischen Truppen nicht geglückt, auch nur um erues Fußes Breite vorzudringen, und sie befinden sich ausnahmslos auf russischem Boden. Die Angrrsfe der Russen ersolgten zumeist des Nachts und brachen im mörderischen Feuer -er -eutschen Maschinengewehre zusammen. Ihre Verluste sind sehr umfangreich, mohrn- W« auf deutscher Seite -er Prozentsatz an Verlusten M^rordentlich gering ist, stellenweise beinahe als Null Zeichnet werden kann. Unsere Truppen leisten Neber- ^Mchlrches. Seit einer Reihe von Tagen in den Schützengräben liegend, brechen an ihrem ehernen Wall die russischen Angriffe erfolglos zusammen.
Wie lange Held Hin-envnrg kämpfen will.
, ^-Wien, 16. Oktober. (B. T.) Aus Briren wird berichtet, daß ein Mädchen aus Brixen dem Generalobersten von Hindenburg eine« Grntz sandte und als Antwort eine Feldpostkarte folgenden Inhalts erhielt: »Herzlichen Dank für freundliches Gedenken. Der Krieg danert hoffentlich so lange, bis sich alles unserm Willen fügt, von Hittdenbnrg, Generaloberst.
nickte stumm. Dann nahm sie seinen Kopf zwischen ihr? schlanken weißen Finger und küßte seine Stirn mit bebenden Lippen. ,
„Wenn Du nur glücklich wirst!" sagte sie mit bewegter Stimme. „Ich wünsche mir ja mehr Dein Glück als ein eigenes, Du bist doch ein guter, lieber Kerl!" — — „Na, siehst Du, ich wußte es ja," erwiderte Heinz gerührt, ihr die Wange streichelnd, so sah er nicht, daß es ihr feucht im Auge schimmerte. Doch schien er das Gefühl zu haben, ihr irgend ein Trostwort sagen zu müssen. „Na und dann " meinte er forciert luftig, „ists ) gar nicht ausgeschlossen, Trude, daß Du es mir achmachst, das Glücklichwerden und das Glückluh- >e siehst Du doch noch ganz passabel Laß das!" sagte sie mit einer Hand- h sehr blaß aus. Doch ihr Abschieds-
müssen. „Na und dann^ ja noch gar nick doch nachmachst, machen. Am Ende und......" „Cup v bewegung. Sie sah sehr gruß war wie sonst. . , ,
Und wenige Wochen später, da legte eine andere
an Trudes Busen ihr Köpfchen, tue Braut ihres Heinz. Hinausgezogen war auch ihr Junge in den Kampf zum Schutze des Vaterlandes. Und damit hatte für sie die -arge um zwei ihr liebe Menschen ihren Anfang ge-
vrdensverleihnngen des Zaren an seine Generale.
o-#> Petersburg, 16. Oktober. (T.-U.) Der Zar Hat dem Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch das St. Georgs-Kreuz verliehe«. Die gleiche Auszeichnung erhielten die Generale Janouchkovich und Daniloff.
Der österreichische Schlachtbericht.
w> Wien, 16. Oktober. (WTB.) Amtlich wird ver- lantbart am 15. Oktober vormittags: Gestern eroberte« nnsere Truppen die befestigten Höhen von Starosol. Auch gegen Start Sambor gewänne« unsere Angreifer den Sieg. Südlich der Strian haben wir eine Reihe von Höhen bis zur Südostfront von Przcmysl in unserem Besitz. Am Sanflnsse abwärts der Fcstnng wurde gleichfalls gekämpft. Unsere Vorhut in den Karpathen hat Wysztow Skala erreicht.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von H ö s e r, Generalmajor.
Der Kommandant von Przcmysl lehnte die Auf- forderung znr Uebergabe kategorisch ab.
** Wien, 16. Oktober. (T.-U.) Aus dem Kriegs- presseqnartier wird amtlich gemeldet: Am 2. Oktober um 3 Uhr nachmittags »»verbrachte ein Parlamentär des russischen Generals Radko Dimitriew dem Kommandanten von Przcmysl die Aufforderung znr Uebergabe der Festung, da diese umzingelt und Hilfe nicht mehr zu erwarten sei. Die sofort erteilte Antwort lautete: „Herr Kommandant! Ich finde es unter meiner Würde, auf Ihr schimpfliches Ansinnen eine meritorische Antwort zu erteilen."
Ein politisches Attentat in Bukarest.
Bukarest, 16. Oktober. (WTB.) Meldung der „Rumänischen Telegraphen-Agentur". Als die Brüder Burton mit einem Sohne Geschows im Automobil znr Teilnahme am Leichenbegängnis für König Karol aus- fnhren, feuerte ein junger Türke, namens Paschal Hasfan, der von Saloniki gekommen war, und einen am 20. September in Konstantinopel visierten Paß besaß, vier Revolverschüsse auf sie ab. Der eine Bruder erhielt einen Schutz durch die Lunge, der andere wnrde leicht verletzt. Eine Kugel ging durch Geschows Hut. Der Täter wurde verhaftet.
Der Engländer Buxton ist Vorsitzender des Balkan- komitees, das sich die Aufgabe gestellt hat, die Balkanvölker für die englischen Interessen zu gewinnen.
Der Angriff auf Tsingtau.
Der Londoner „Daily Telegraph" erhält nach einer Meldung der „Franks. Ztg." ein Telegramm aus Peking, daß die Beschießung von Tsingtau durch die Japaner zunächst eine Verzögerung erlitt, weil infolge Mangels an Straßen sich die Munitionstranspvrte verzögerten. Die Beschießung soll nunmehr energisch auf- genommen werden.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Tokio und Peking sind nach dieser englischen Quelle gespannt.
Wir wünschen, daß den Japanern von der heldenmütigen Besatzung unserer Kolonie abermals ein so blutiger Empfang bereitet wird, daß ihnen die Lust zu weiteren Angriffen wieder für ein Weilchen vergeht.
Günstige Stimmung in China.
Aus Bern berichtet die „Franks. Ztg": „Rußkoje Slowo" meldet aus Tokio: In China ist ein vollständiger Umschwung zu Gunsten Deutschlands eingetreten. Dre deutschen Siegesmeldungen werden von der einheimischen Presse gefeiert und die Erfolge in Tsingtau und des Kreuzers „Emden" mit Jubel ausgenommen.
Ein Bries ans Tsingtau.
w> Berlin, 16. Oktober. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in einem Brief aus Tstug- tau: Die Berliner Mission hat vom 15. August, also von der Zeit kurz vor dem japanischen Ultimatnm. noch einmal einen Brief ihres Superintendenten Boskamp aus Tsingtau erhalten. Darin heißt es unter andern»: Der europäische Krieg wirft seine Schatten anch über Ostasien. Die bange Frage taucht auf, wie werden die Japaner sich verhalten in diesem Krieg der westlichen Völker? Es wurde uns hier gerade in den letzten Tagen znr Gewißheit, daß von Seiten der japanische»» Bewohner der Stadt verbrecherische Anschläge gegen gegen Leben und Sicherheit der Deutscher» geplant waren. Von den großen Geschehnissen draußen dringen nur dumpfe Gerüchte herein. Wir erwarten dre „Scharnhorst", die mit ihren Gelangen die englische Flotte in der Nähe von Hongkong arg beschädigt haben soll Die Preise für Lebensmittel steigen. Nachts dürfen die Lichter znr Seeseite nicht brennen. Die wenigen Kriegsschiffe, die hier liegen, stnd draußen ans hohel See und fangen von feindlichen Schiffen ab, was sie nur können. Nach Missionsberichten ans Kanton haben indische Truppen in Hongkong sich geweigert, zn
feindlicher» Schiffen ab, was sie nur ionsberichten aus Kanton haben
kämpfen.
SriegsaKeklei.
In Berlin werden 64 000 Kriegerfamilien unterstützt.
Berlin, 16. Oktober. Die Reichshauptstadt unterstützt, wie Oberbürgermeister Wermuth gestern in einer Stadtverordnetenversammlung mitteilte, jetzt 64 000 Kriegerfamilien.
Verschärft? englische Ausfuhrbestimmungen für Wolle.
>^ London, 16. Oktober. (WTB.) Nach dem „Daily Telearavb" bat die Regierung vericharste Bestimmungen über die Ausfuhr von Wolle und Wollwaren erlassen, wodurch der Handel beträchtlich eingeschränkt wud.
Eine seltsame Beschuldigung.
^n Marokko wurden nach einer Meldung der Franki um" 14 Deutsche verhaftet und vor ein Kr,egs- aerickt in Camblanca gestellt, unter der Beschuldigung, durch ^Verteilung voll Waffen und Ntunitivn einen Auf- stano gegen Frankreich und die Errnordung von Europäer»» vorbereitet zu haben.
Der Grotzherzog in Den Brennesseln.
Vom Grotzherzog von Oldenburg wird aus Feldpostbriefen eine hübsche Anektode bekannt. Er hatte sich während seines ersten Aufenthalts im Felde mitten unter seine Landeskinder begeben und sich mit m eine»» Ä Ä austgestattet, kräftig in den
Feind mitseuerte. Eir» herüberiausendes Lchrapnellge- chötz veranlaßte da plötzlich die Leute in den Schützengräben die KbPfe Herabzuducken. Den, Großherzoa ainas nicht anders. Als dann einige Sekunden hernach ein^allgemeines Heben der Köpfe stattfand, meinte er schmunzelnd: „Das ist aber eine verdamuste Geschichte! Hat man den Kopf oben, dann brennt einem ein Schrapnell darauf hat man ihn unten, so besorgen's die Brennesseln!" Er war nämlich, so erzählten die Feldpostbriefe, mit dem Gesicht in recht unangenehme Berührung mit einem Nesselbund gekommen.
Leicht z« behaltende Daten
sind die Tage, an denen die drei großen Festungen Lüt- tich, Maubeuge und Antwerpen von den Deutschen erobert wurden: Lüttich ist am 7^8., Maubeuge am 8,'9. und Antwerpen am 9J10. gefallen.
England verkauft erbeutete Schiffe nur an Eugkäuber.
0-* London, 15. Oktober. (WTB.) Die Adruira- lität gibt bekannt, daß der Verkauf erbeuteter Schiffe, ausgenommen kleine Segelschiffe, nur au englische Käufer oder inländische englische Gesellschaften stattfinden darf.
Bei de»» Deutscher» ist es besser.
Der Kriegskorrespondent der „Tägl. Rutldschau" im Osten erzählt von drei russischen Neberlänfern, die folgenden Zettel vorwiesen: „Den Inhaber bittet man gut zu behandeln. Er hat mit zwei anderen siebe»» un- icrcr Soldaten vor Gefangenschaft, wenn nicht gar vor öem Tod gerettet........ Bizefeldwebel im...... Regiment." Der» Vorfall erzählt der Berichterstatter folgenöerinaßen: In der» Gefechterr, die jetzt jenseits unserer Grenze stattfiude»», hatten die Russe»» sieben unserer kampferprobten Landwehrleute zu Gefangenen gemacht nnd drei Soldaten vom sibirischen Korps mit der Bewachung vertraut. Gegen abend versuchten die gefangenen Königsberger Jungen zu entfliehen, stieße»» aber auf drei sibirische Soldaten, die bis auf die Zähne bewaffnet vor ihnen standen. Wie sich da Wachende und Bewachte gegenseitig verständigt haben, weist ich nicht. Aber wie die drei mir heute erzählten, wendete»» sich diese an die Durchbrermendeu etwa mit folgende»»
„Ihr könnt ruhig von bannen gehen, wenn Ihr uns zu den Enrigen mitftclunt". Gesagt, getan. Unsere Laudwehrleute nahmen die Sibirier ins Schlepptau und lieferten sie auch pünktlich nebst den dazrt-
Worten:
gehörige»» Waffen unserer »»ächstgelegene»» Feldwache ein.
Der Kampf in der Luft.
En»pfilldsa»ne Ge»»»üter haben darauf hingewieseu, daß das Bombenmerfen durch deutsche Flieger auf das jetzt so viel umworbene neutrale Ausland einen schlechten Eindruck mache»» fönnte. Sie mögen sich beruhigen. Z»» solche»» Besorgnissen liegt nicht der geringste Anlaß vor, zumal die Franzosen ganz ähnlich verfahren. Sie führen mit ihren Fliegern einen ganz systematische»» Kampf, der überall da bervortritt, wo sie einen Ort von unseren Truppe»» besetzt wissen. So ist noch vor einigen Tagen Gamßrai, das von de»» Deutschen besetzt war, von französischen Flieger»» wiederholt mit Bomber» beworfen worden. Wen»» die Franzose»» auf die französische Bevölkerung nicht soviel Rticksicht nehmen, daß sie sich kriegerische Cha»»cer» dadurch entgehe»» lasten, so sehen wir nicht ein, weshalb wir in dieser Hinsicht intlder sein wollen. Es würde nur eine durchaus verwerfliche (Sentimentalität sein. Daß unsere Flieger nicht absichtlich Ztvilpersvne»» beschießen, sonder»» sich nur solche Objekte auszusuchen bestrebt fhtb, bereit Vernichtung einen militärischen Erfolg bedeutet, versteht sich von selbst. Wir haben es wirklich nicht nötig, unsere Fliegeroffiziere und -Unteroffiziere, die als eine Elitetruppe ersten Ranges anzusehen sind, gegen solche Vorwürfe in Schutz zu nehmen.
Der „bayerische Hausschlüssel".
Gin niederbayerisches Stückchen erzählt der Kriegsberichterstatter der „Lpz. N. N." aus der Gegend des von den Bayern erstürmten Forts Gamp des Romains: „Als ich zurückkeürte — wir hatten uns, um den Franzose»» »licht in gefchlossenein Zuge ein „dankbares" Ziel zu bieten, auf oem Rückweg über die kahle Hügelfläche zerstreut — sah ich auf der mit Schrapnells bestreute»» Straße einen Zug französischer Gefangener mit ein paar Bayer»» als Bedecku»»g herankomlnen. Der Feldwebel, ein Niederbayer, erzählte mir, wie er mit 6 Man»» diese 42 Franzosen in einer im Tal. von den Deuttche»» eroberter» Ortschaft gefangen genommen hatte. Als er in die Ortschaft eindrana, wurde aus einem Hause noch ziemlich lebhaft geschossen. Schnell verwendete er den „bayerischen Hausschlüssel", nämlich den Gewehrkolben, um die Tür aufzusprengen, und sah sich plötzlich der Neberrnacht gegenüber. „Jetzt hab i mir bald denkt, dei' Stund' hat g'schlagen, aber woher soll' aa noch a paar von dene Kerl mit. I also da 'nei g'funkt nnd mit dem Bajonett g'höri dazwtfeh’n pfetzt. Da san dö Kerl alle mitanand in' Keller g'schlupft und Harri auf Deitsch g’= schrien: „Ergeben! Ergeben!" — „So, hab t g'sagt, no langte z'erst d' Waffen außer und nacha kemmts selber 'raus aus'»»» Mausloch. So hamrn wir sie Halt g'habt." Ich fragte ihr», ob er nicht stolz sei auf diese hübsche Tat. „O, dös scho," wehrte er bescheiden ab, „aber i war doch froh, daß i am Lebe»» blieben bin. Dem» öös is ja a Luinp'nbagasch und derawegen mei Leben z' verlier'n, dös wär schad g'wen, überhaupt wo i noch ledig bin."
Vermischtes.
Das Urteil gegen die „Storstad". Der norwegische Schiffsinsvektor, der die Untersuchung gegen die „Storstad" wegen des Untergangs der „Empreß of Jreland" in den kanarischer» Gewässern zu führen hatte, hat jetzt sein Urteil abgegeben: Danach ist die „Storstad" an dem Unglück unschuldig. Die „Ernpreß" habe falsch manövriert. Die Mannschaft der „Storstad" habe im vollste»» Maße ihre Pflicht während und nach dem Zusammenstoß getan. Dieses Urteil ist dem der kanadischen Kommission direkt entgegengesetzt, da diese der „Storstad" die Schuld zugesproche»» hatte.
Ein Werftbrand in Triest. Mittwoch vormittag entstand auf der Werft von Monfalcone in Trieft aus noch nicht festgestellter Ursache ein Brand unter dem Baugerüst eines neuen Dampfers Nr. 39, dessen Stapellauf für den Monat Januar in Aussicht genommen war. Das Feuer nahm in kurzer Zeit einen großen Umfang an. Von den Hochaufschlagenden flammen wurden auch die Baugerüste zu beiden Seite»» der auf Stapel liegender» Darupser Nr. 47 und Nr. 67 erfaßt. Nach anstrengender Arbeit, an der außer den Feuerwehren auch die Laudsturrnabteiluug aus dem Orte Monfalcone, das Matroser»detache»neirt auf der Werft, Gendarme»» von Mauzano und Monfalcone teilnahmen, wurde der Brand nach fünf Stunden gelöM. Durch die Hitzeentwicklung wurden die Schiffsplatten am Bug gekrümmt und die Schiffskörper im Innern stark beschädigt. Der Schaden ist sehr bedeutend.
Weitere Drahtnachrichten.
Dentschlands Teilnahme an den Leichenfeierlichkeite« in Rnmänicu.
^ Bukarest, 16. Oktober. Fürst Wedel ist gestern mittag mittels Sonöerzugs hier eingetroffen, um als außerordentlicher Botschafter des deutschen Kaisers an der Leichenfeier teilzunehmen. Ein Delegierter des Ministeriums des Innern war ihm entgegengefahren. Der Fürst wurde vom König und der Königin in Bri- j vataudienz empfangen. Heute wird er an der Leichen- - feiet und an der Beisetzung teilnehinen. Die anderen i Höfe sind nur durch die in Bukarest anwesenden Ge- ' sandten vertreten.