Die deutsche Kampffront im Westen noch weiter ausgedehnt.
Der russische Vormarsch zum Stehen gebracht. 3000 Russen gefangen. Ein Treffen an der Weichsel.
WTB. ** Großes Hauptquartier, 6. Oktober, abends.
Die fortgesetzte» Uwfassungsversuche der Franzose» auf unserem rechten Heeresflügel haben die Kantpffront bis nördlich Arras ausgedehnt. Auch westlich Lille nnd westlich Lens trafen unsere Spitzen auf feindliche Kavallerie. In unserm Gegenangriff über die Linie Arras-Alvert- Roye ist noch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schlachtfront zwischen Oise nnd Maas, bei Verdun und in Elsaß-Lochringen sind die Verhältnisse unverändert. Auch von Antwerpen ist hente nichts besonderes zu mechen.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist der russische
Vormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement Sn- walki zum Stehen gebracht. Bei Suwalki wurde der Feind seit gestern erfolgreich angegriffen. In russisch
Polen vertrieben deutsche Truppen am 4. Oktober die russische Gardeschützenbrigade ans einer befestigten Stellung zwischen Opatow und Ostrowiec «nd nahm ihnen etwa 3000 Gefangene, mehrere Geschütze und Maschinengewehre ab. Am 5. Oktober wurden 2% Jufanteriedivi-
sionen und bei Radom warfen.
Teile der Hauptreserven von Jwaugorow angegriffen und auf Jwangorow znrückge-
Die Kriegslage.
Auf dem westlichen Kriegsschauplatze gehen nach Mitteilung des Großen Hauptquartiers beide Heeres- flitgel erfolgreich vorwärts. Das gilt fowohl von dem westlichen Flügel, der zuletzt die französischen Stellungen südlich Roye erobert hatte, wie von dem östlichen Flügel, der an den Argonnen entlang nach Süden vor- dringt. Mit dem weiteren Vorgehen dieser beiden Flügel wird die Möglichkeit, die französische Stellung, deren Mitte und Hauptkräfte man noch immer bei Reims an- nehmen muß, von beiden Seiten umfaßt.
Nach den amtlichen französischen Nachrichten soll bei Arras der Kampf in vollem Gange sein. Arras liegt ganz im Norden zwischen Amiens und Lille, noch nördlich von Bapaume, wo vor mehreren Tagen der französische Umgehnngsversuch zurückgeschlagen wurde. Ist diese Nachricht zutreffend, so haben die Franzosen euren neuen Umgehungsversuch ausgeführt, der sich noch weiter nach Norden erstreckte. Was für Truppen dazu verwendet worden sind, ist nicht mitgeteilt. Es können das sowohl bisher zurückgehaltene Reserven sein, wie auch neu eingetroffene Verstärkungen. Als solche kommen z. B. die in Marseille gelandeten indischen Truppen in Betracht. Es könnten auch frische englische Truppen eingetroffen sein. Die deutsche Heeresleitung wird aber rechtzeitig von diesen neuen Unternehmungen unterrichtet worden sein, so daß sie die entsprechenden Gegen- maßregeln getroffen hat. Wenn durch dieses Vorgehen der Franzosen und Engländer auch ein Umschwung in der Kriegslage nicht herbeigeführt werden kann, fo wird es doch immer die schlietzliche Entscheidung hinausschieben, da zuerst mit diesen Kräften abgerechnet werden muß, ehe die Flügel ihr entscheidendes Vorgehen nach Süden fortsetzen können. Auch die Franzosen rechnen damit, daß die Entscheidung erst in mehreren Tagen fallen wird.
englische Hilfe eigentlich haben soll, ist >t einzusehen. Da ein weiterer Wider-
Vor Antwerpen ist anscheinend der Angriff gegen die innere Verteidigungslinie bereits eingelettet. Das Feuer gegen die Jnnenforts bat begonnen, und das hat in Antwerpen selbst zur Erwägung geführt, ob ein weiterer Widerstand noch zweckmäßig ist. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß englische Unterstützung in Antwerpen eingetroffen ist- Irgendwelchen Einfluß kann das auf den Gang der Belagerung nicht haben. Was für einen Zweck die englische Hilfe eigentlich haben soll, ist deshalb nicht recht einzusehen. Da ein weiterer Widerstand nur noch einige Tage dauern kann, und irgendein militärisches Ziel damit nicht erreicht wird, so wäre jetzt eine Kapitulation das zweckmäßigste. Es müßte denn sein, daß die Belgier mit einem in diesen Tagen statt- sindenden gänzlichen Umschwung der Lage rechneten und die Aussicht hätten, die Festung bis dahin zu halten. Beides ist gleich unwahrscheinlich. Es ist aber wohl möglich, daß der englische, in Antwerpen eingetroffene Minister Churchill diese Gründe vorbringen wird, um unter Berufung auf die eingetroffene Hilfe die belgische Regierung zum weiteren Ausharren zu bewegen. England, das ohnehin schon die Verantwortung für den fast ganz Europa durchtosenden Krieg trägt, würde damit, so bemerkt der militärische Mitarbeiter der „B. Morgen
Ein Abend im Snarlier.
„Ouvrez la porte! — Aufgemacht!"
Nichts rührt sich in dem Bauernhaus des kleinen französischen Dorfes. Doch halt, da hinten im Hof bellt und heult ein halbverhungerter Hund.
„Beilpicke her!" Von mächtigen Hieben getroffen, splittert das feste Holz um das Schloß herum. Ein kräftiger Tritt, und die Tür ist auf.
Mit vorgehaltenem Revolver traten Zug- und Korporalschaftsführer ein, denn das Gehöft soll einem Zug als Nachtquartier dierren. Wenn es irgend möglich, gibt man den Mannschaften ein Dach über den Kopf, es kommen ja sowieso noch genug Tage, an denen die Himmelskuppe ein manchmal feuchter, immer aber kalter Ersatz ist.
^ schnell ans Verteilen der Korporal- Gerechtigkeit muß sein, und darum wird immer hübsch abgewechselt. Mal die eine Hälfte der Gruppe wieder uħr^ andere im Haus, und dann seinen« ^!KJ? -M Wechselfälle gewöhnt und nimmt 'w Vpr^ n Aber natürlich . . . er sucht es
&Ser^ hält er für sein gutes Recht.
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post", die Last seiner Blutschuld um ein Gewaltiges vermehren.
Der französische Schlachtbericht.
a-s- Paris, 7. Oktober. (WTB.) Gestern nachmittag wurde folgendes Communiquee ansgegeben: Auf unserm linken Flügel dehnt sich die Front immer mehr ans. Große nnd bedeutende deutsche Kavalleriemassen werden aus der Umgebung von Lille gemeldet. Sie befinden sich vor feindlichen Streitkräften, die eine Bewegung durch die Gegend nördlich der Linie Tourcoing-Armen- tierre ansführen. Bei Arras und am rechten Ufer der Somme bleibt die Lage sichtlich dieselbe. Zwischen Somme und Oise gibt es abwechselnd ein Vor und Zurück. Bei Bai Sasigny versuchte der Feind einen Sturmangriff, der jedoch scheiterte. Auf dem rechten Ufer der Aisne, nördlich von Soissons sind wir gemeinsam mit den englischen Truppen leicht vorgerückt. Wir haben gleichzeitig einige Erfolge in der Gegend von Berry-an- Bac erzielt. Aus den übrigen Teilen der Front ist nichts zu melden. In Belgien haben die belgischen Streits kräfte, welche Antwerpen verteidigen, die Ronpel- und Nethelinie stark besetzt. Angriffe der deutschen Truppen scheiterten.
Von Erfolgen können die Franzosen nicht reden, deshalb drücken sie sich sehr vorsichtig aus.
Die deutsche Artillerie.
Von der deutschen Artillerie in der Riesenschlacht an der Aisne erzählt ein Teilnehmer im „Matin": Die Deutschen sind in der Kunst ihres Heeres unsichtbar zu machen Meister. Sie üben sie mit umsichtiger Methodik, die sie ja auch sonst in allen Stücken zeigen. Ihr Grundsatz ist: sehen ohne gesehen zu werden. Ihre Haubitzen, die 14 Kilometer tragen, bewerfen vom frühen Morgen bis zu später Nacht die Ortschaften, worin sie den Femd vermuten, und die Wege, auf denen er weiter ziehen könne. Man vernimmt schon von fernher gewaltiges Getöse. Allmählich lernt man verstehen, woher die Granaten kommen: Erst eine merkwürdige Luftbewegung, dann Getöse wie das gewaltige Sausen eines Flugmotors, schließlich ein Donner, von dem die Erde bebt. Eine schwarze Wolke wirft Steine und Schlamm in die Luft. Sekundenlang Stille. Und wenn man denkt, nun ist's vorüber, hört man ein Summen: es sind die Scherben, die mit dumpfem Schlag niederkommen. Eine Granate ist vorbei. Nun aufgepatzt. Da kommt die zweite. Der ersten Granate, die von rechts kam und links von uns niederging, wichen wir aus. Auf einen langen Schutz folgt ein kurzer. So geht es im Zickzack weiter.
Antwerpens Bedrängnis.
Der Fortgang der Belagerung Antwerpens vollzieht sich mit einer geradezu maschinellen Sicherheit. Die Forts des inneren Gürtels können sich nicht mit den ganz modernen Werken des Autzengürtels messen, und die Stadtwälle sowie die dazu gehörigen Gräben sind als für Verteidigungszwecke wertlos feit Jahren aufgegeben. Antwerpens Schicksal scheint also besiegelt.
Der „Maasbode" in Amsterdam meldet aus Putte (südwestlich von Antwerpen): Die Beschießung von Linth, Contich und Mortsel beweist, daß die Deutschen schon dicht bei der Stadt Antwerpen stehen. Das englische Hilfsheer, daA namentlich zwischen Linth und Lier Stellung genommen hatte, mußte ein Rückwärtsbewe- gung beginnen. Die gesamte belgische Streitmacht ist im Gebiet zwischen der Scheide, Lier und Antwerpen konzentriert. Eine heftige Schlacht ist im Gang.
Aus Ostende wird Amsterdamer Blättern gemeldet, daß die Regierungsarchive von Antwerpen nach Ostende gebracht worden seien. Die Engländer schiffen in Ostende eine große Anzahl Pferde und Festungsgeschütze zu Zwecken der Küstenverteidigung aus. Kanadische Freiwillige sind vorige Woche in Ostende angekommen,' sie sollen mit Belgiern in Ostende ein Hilfskorps bilden. Die Zahl der in Ostende angekommenen Verwundeten ist so groß, daß neue Züge eingelegt werden müssen. Es wird auch die Ankunft der Königin in Ostende erwartet.
. Mit der Küstenverteidigung der Engländer wird es nicht weit her sein. Wenn Antwerpen fällt, werden auch die Engländer schnell verschwinden.
Verzweifelte Stimmung in der Stadt.
Die überraschend schnell sich abwickelnde Belagerung Antwerpens macht in der dortigen Bevölkerung einen niederschmetternden Eindruck, da die offiziellen Bulletins bis Sonnabend noch eine günstige Lage vorzutäuschen suchten. Fünfzigtausend Frauen nnd Kinder warten auf eine Fluchtmöglichkeit. In Rotterdam eingetroffene Flüchtlinge erzählen, daß der englische Gesandte in Antwerpen die Ankunft von 40—50 000 Engländer verspro-
und gegen sein bisheriges ausgetauscht, nur daß das neue einen unmilitärisch hohen, festgenähten Kragen hatte. Nun, wenn die Bewohner später den Austausch doch noch gemerkt haben, dann werden sie ja gewiß nicht sehr erbaut gewesen sein, aber sie müssen angesichts der ihnen überlassenen Reliquie eingestehen — so fern sie nur einen Funken Gerechtigkeitssinn im Leibe fühlen — daß für den Hemdwechsel menschliche Gründe vorhanden waren. Und da darf ich wieder zu der Schilderung unseres Quartiermachens zurückkehren, von dem ich ausgegangen bin, und bei dem sich die Hausbewohner, wie überhaupt meistens, nicht einfanden. Nachdem alles eingeteilt, der Zugführer sein Zimmer und die Korporalschaftsführer ihre Betten gefunden haben, werden die Mannschaften eingelassen. Die suchen — der Sicherheit halber, versteht sich — auch noch einmal alles ab. Dabei findet sich meist noch allerlei. In einem Haufen alter Lumpen eine ordentliche Schwarte Speck, im Kohlen- eimer unter Kohlen ein Topf mit guter Marmelade und so noch dies und das. Kriegsgut natürlich. Butter übrigens selten und Wurst nie.
Draußen im Hof gibt es Eier und — hier darf man von vornherein die Zeit als Vergangenheit gebrauchen gab es Hühner. Man macht die Erfahrung, daß gewissen Leuten mit der gleichen Regelmäßigkeit die Hühner ihre Eier in die Hand zu legen scheinen, wie diese Viecher andererseits die Gewohnheit haben, einer besonderen Art von Soldaten, darunter vielfach Offiziers- burschen, mit umgedrehtem Hals in die Finger zu laufen.
Zeit zum Waschen hat man ja nicht. Und wenn mal Zeit zum Waschen ist, dann fehlen die Zeit und die Sonne zum Trocknen. Da muß man ebeu „requirieren". Manche arme Hausfrau wird kummervollen Auges ihren Wäscheschrank wiedergefuuöen habe«. Die dagelassene Wäsche dagegen!!---nun wir haben oft eine Woche lang nicht den Uniformrock aufgeknöpft und nicht die Schaftstiefel von den Beinen gehabt! Und Staub und Hitze alle Tage dazu! — Ja, das ist eben der Krieg, der sein schlimmstes Antlitz durchaus nicht im Gefecht zeigt.
Aber ich war ja bei meinem Quartierabend. Die
chen habe und zum Widerstand aufmuntere. Die Grmra- ten fallen bereits in die Stadt. — Nach einem im Haag eingetroffenen Privatbrief, den die „Voss. Ztg." wieder» gibt, ist die Stimmung in Antwerpen trotz der englischen Hilfe verzweifelt. Bei der Aussichtslosigkeit des Widerstandes wird ernstlich erwogen, ob die Besatzung kapl, tulieren oder, was noch möglich, entweichen soll. Die Furcht vor der Zerstörung der Stadt durch die Fortsetzung des Bombardements spielt bei den Erwägungen eine große Rolle. Das unerwartete Eintreffen Churchills in Antwerpen bezwecke offenbar, die Belgier zum äußersten Widerstand anzufeuern.
Eine Kriegslist der Belgier.
Der Rotterdamer „Maasbode" läßt sich aus Ossen- brecht berichten: Soeben habe ich hier einen hohen belgischen Beamten gesprochen, der aus besonderen Gründen Antwerpen verlassen hat. Er sagt: Fünf Forts sind bereits gefallen. Das erste war St. Catherine. Schon Mittwoch hatten die Deutschen fünf von sechs Kuppeln entzweigeschossen. Ein Parlamentär kam nach Antwerpen, um die Nebergabe der Forts zu verlangen. Man kam überein, das Fort zu räumen. Das Fort Wael- hem hielt sich bis Samstag früh. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wandle die Besatzung von Waelhem eine Kriegslist an. Sie ließ drei Kisten Pulver in die Luft fliegen und entzündete mehrere Faß Petroleum. Die Deutschen glaubten das Fort verloren und nahten heran. Mitrailleusenfeuer der Belgier brächte den Deutschen schwere Verluste bei. Aber auch diese List half nicht. Samstag nacht 12% Uhr wurde das Fort durch die Deutschen genommen. Bald darauf gelangten auch die andern Forts in die Hände der Deutschen.
Der Wert der englische» Hilfe.
er in
Entschei-
^ Berlin, 7. Oktober. In der „Voss. Ztg." heißt es: Die Entsendung englischer Hilfskräfte nach Antwerpen zeugt von einer völligen Verkennung der Lage. Offenbar rechnen die Engländer mit einem günstigen Ausgäug der Schlacht an der Aisne, sonst ist es schwer verständlich, weshalb ihre Verstärkung nicht besser in die Schlachtfront geworfen wurde, um dort die Entscheidung zu beeinflussen. Uns kann es nur recht sein, wenn in Antwerperr recht zahlreiche Engländer sind und mit in die bevorstehende Kapitulation eingeschlossen werden.
s^- Berlin, 7. Oktober. Die „Köln. Ztg." meldet aus Putte in Belgien, unterm 5. Oktober,, früh, daß im Nethegebiet heftig gerümpft worden sei. Die Beschießung Antwerpens habe begonnen. Das englische Hilfskorps habe sich zurückziehen müssen. — Nach dem „L.-A." ist die ganze belgische Feldarmee zwischen Antwerpeil, Lierre nnd der Schelde konzentriert. Ein EntsatzversAch sei zurückgeschlagen worden.
Ein Treffen an der Weichsel.
Eine russische Infanteriedivision geworfen.
tat Wien, 7. Oktober. WTB. Amtlich wird ver- lautbart: Das plötzliche Vordringen der deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte in russisch Polen scheint die Rnssen vollständig überrascht zu haben. Sie verschoben zwar sehr starke Kräfte von Galizien her, wurden aber bei dem Versuch, die Weichsel in der Rich- tung Opatow zu überschreiten über den Fl»tzOi»rttckM morsen. Unsere Truppen haben den russischen Brückenkopf bei Sandomir erobert. In Galizien rücken wir planmäßig vor. Bei Tarnobrzog wurde eine russische Infanteriedivision unsererseits geworfen.
Eine neue Schlacht in Galizien.
Berlin, 7. Oktober. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Uebereinstimmend wird berichtet, daß die gali- zischen Eisenbahnbeamten von Tarnow, Rzezow, Ja- roslan eine Auffordernng zur sofortigen Aufnahme des Dienstes erhalten haben. Den Eisensahnbeamten aus Lemberg wurde mitgeteilt, daß sie sich zur Wiederaufnahme des Dienstes bereitzuhalten haben. Dies im Zusammenhang mit der Nachricht von größeren, offenbar von den Russen angelegten Bränden lassen auf den Rückzug der Russen in Galizien schließen, der auch durch die erfolgreichen Kämpfe von Przemysl erklärlich wurde. Die Schlacht hat dort am Mittwoch begonnen.
Der Zar will die Truppen anfeuern.
London, 7. Oktober. (T. U.) Nach einer Petersburger Meldung der „Morning Post" erfolgte die Abreise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz in Galizien in aller Stille, nur mit dem kleinen Gefolge und ohne Hofhaltung. Die Anwesenheit des Zaren auf dem Kriegsschauplätze bedingt keine Einschränkung des Oberbefehlshabers Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch. Der Zar wolle «nr die Truppen ermuntern und anfeuern.
kleinen Stuben fassen natürlich nicht die vielen Men- schen, die in ihnen nächtigen sollen. Da werden eben alle verrückbaren Möbel auf die Straße gestellt. Der Boden wird mit Stroh bedeckt. Der eine hat einen alten Mantel, der zweite eine Decke, der dritte ein Kissen gefunden. Jeder macht sein Lager, so gut es geht, zurecyl. Der Hüftknochen liegt erfahrungsgemäß doch binnen kurzem auf dem harten Holz. Tornister unterm Sw Gewehr handgerecht. Inzwischen ist die Feldküche enn getroffen, da gibt es noch einen warmen „kriegsstarker Zug", d. h. einen Kochgeschirrdeckel voll Brühsuppe mn Fleisch und Gemüse. Silles schmatzt behaglich, ein Schur"
schen, die in ihnen nächtigen sollen, alle verrückbaren Möbel auf die Si
Fleisch und Gemüse. Sttles schmatzt behaglich, ein LclMl Rotspon dazu, so geht's dem Krieger nicht schlecht, y £ zwischen ist es schon längst dunkel geworben. Das chen schmeckt noch vor der Tür. Ein paar Stimmen M gen von der Heimat, vom Morgenrot und frühen und von dem guten Kameraden. Dann schimpft em^ er möchte Ruhe haben. Und er braucht nicht lange z schimpfen, denn schon liegen sie alle auf ihrem Harte Lager, zehn Mann an der einen Wand, zehn Mann m. der anderen Wand, die Beine bnrcheinanöeraestreckt, noch ein paar Kerle quer. Um keinen Preis der darf ein Fenster aufgemacht werden.---
„Aufstehen!" k
Himmeldonnerwetter! Mau hat ja kaum das eiu Auge zugemacht, da geht es schon wieder los. Aber öarm gewöhnt sich der Soldat. Mit drei bis vier Stunoe Schlaf ist man zufrieden. Und der schöne Morgenkam, aus der Feldküche duftet lieblich — hm, na ja. Kommißbrot mit Marmelade, anschließend einen klerm Spaziergang von 45 Kilometer, das Kleiderspins » dem Rücken nnd die geliebte Flinte in der Hand.
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Nicht alle Abende sind so gemütlich, nicht imE schläft man so fürstlich trocken, und nicht jedeMaMs schmeckt so schön. Aber ich habe mir die Freiheit gemm, men, aus meinem Kriegstagebuch eine frieiniaje herauszuschneiden. Bon entbehrungsreichen uno i tigen Stunden hört man ja ohnedies genug. . z/) i Carl Diem im UW- LA-Wö» *