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uaHZM. Hs<§ MGe ich die deutschen Flieger selber. Fünf österre cbische Flieger sind tot, drei schwer verletzt, sechs aus drei Apparaten sind verschollen. Russische Flie­ger zeigen sich. selten. Jüngst wurde ein österreichischer Flieger von einem Farman-Apparat verfolgt und aus einem Maschinengewehr erheblich beschossen. Ein ander­mal an diesem Tage mußte ein österreichischer Flieger wegen Benzinmangels landen. Er vermutete dort einen Benzinvorrat, den österreichische Truppen vergraben hatten. Dabei wurde er von Kosaken überrascht, die mit gefällten Lanzen anstürmten. Pilot und Beobachter setzten sich zur Wehr, und glaubten sich schon verloren, als plötzlich em die Strecke rekognoszierender Panzer­zug kam. Die österreichischen Insassen ließen halten, eilten ihren Kameraden zur Hilfe und verjagten die Ko­saken. Ein Aufklärer erzählte mir, daß er das ganze Vordringen der Russen in Galizien beobachtet hatte, von ihrem Eindringen bei Brody an.

Französische Kreuzer bombardieren ein Fort bei Cattaro.

'es* Rom, 6. Oktober. (WTB.) Nach dem „Carriere y Jtalia" bombardierten gestern drei große französische Kreuzer das Fort Lustica bei Cattaro. Durch das Feuer des Forts wurden zwei französische Kreuzer mehrmals getroffen und mußten den Kampfplatz verlassen. Dem größeren der beiden Kreuzer wurden die Schlote glatt weggeschossen. Wegen schwerer Maschinenhavarie wurde der kleine Kreuzer von dem größeren ins Schlepptau genommen und nach dem Kanal von Korfu geleitet.

Greueltaten der Serben.

ie-^ Wien, 6. Oktober. (WTB.) Das Wiener Korre- spondenzbureau erfährt aus amtlicher Quelle: Am 6. September gelang es den Serben, eine kleine Husaren­abteilung in sumpfigem Terrain gefangen zu nehmen. Die Gefangenen wurden von einem Major, der ihre Namen notierte, verhört. Dieser ließ sie dann zwei und zwei zusammenbinden «nd auf 10 Schritt Entfernung beschießen, bis keiner mehr stand. Der einzige Ueber- lebende hat zwei Schüsse erhalten und stellte sich tot, woraus er sah, wie die serbischen Soldaten die Leichen ausplünderten. Er konnte sich im Dunkel in die Wälder retten, wo er nach einigen Tagen von einer österreichi­schen Patrouille gefunden wurde.

Ein Ultimatum an die Türkei?

Die „Berliner Neuesten Nachrichten" erfahren von ihrem Korrespondenten »n Rom, daß England, Frank­reich und Rußland soeben durch einen gemeinsamen Schritt ihrer Botschafter von der Pforte die Oeffnung der Dardanellen verlangen und um eine bestimmte Antwort unter Stellung einer kurzen Frist ersucht haben. Das komme einem Ultimatum gleich.

Die Gärung im Islam.

Der Konstantinopeler „Jköam" gibt einen bedeut­samen Artikel des persischen Blattes „Hablulmatin" (Starke Macht) wieder, in dem die durch die gegenwär­tige Politik Englands in der ganzen islamitischen Welt hervorgerufene Unzufriedenheit hervorgehoben wird. Ohne Zweifel wird die Türkei, die in der islamitischen Welt unbegrenzten Einfluß besitze, das Vorgehen der Deutschen nicht vergessen und nicht zögern, sie zu unter­stützen, wenigstens moralisch. Grey habe die überliefer­ten Beziehungen zu England und der Türkei vernichtet. Die Inder, Aegypter und Perser betrachten die Englän­der als Feinde. Grey habe die Muselmanen zum Zu­sammenschluß getrieben. Keine Macht der Welt könne die Türkei «nd Persien nunmehr voneinander trennen. Die in englischen und französischen Kolonien lebenden Muselmanen könnten ihren Regierungen nicht mehr treu bleiben, die des Kaukasus, von Turkestan und Transkaukasien Rußland nie treu sein. Wenn stufen­weise vorgehend Indien, Aegypten, Marokko, Tunis und Algerien sich empörten, könnte dann die Tripel- entente, die mühsam gegen Oesterreich und Deutschland Krieg führten, noch irgendeine Kraft besitzen? Das Blatt rat England, seine Politik zu ändern und Rußland preiszugeben. Sonst würde es viel verlieren.

Die Russen machen gemeinsame Sache mit den Muselmanen.

w Konstantinopel, 6. Oktober. (WTB.) Das „Blatt" meldet, daß die von den kaukasischen Gouvernements gegen die aufständischen muselmanischeu Truppen ent­sandten Soldaten mit diesen gemeinsame Sache machten. Die Behörden könnten nur durch Entsendung von Ar- üllerie ernste Zwischenfälle verhüten.

Aus Man meldet das gleiche Blatt, daß die persischen Stamme zwischen der türkischen Grenze und dem Urmier- see sich gegen die Russen erhoben haben.

Die Sperrnng der Dardanellen.

Konstantinopel, 6. Oktober. (WTB.) Die Pforte gibt die Ausdehnung der für fremde Kriegsschiffe ge­sperrten Zone bekannt.

Persien wird unruhig.

Das persische Blatt „Haver" (Orient). enthält fol­gende Meldung: Infolge neuerlicher Schritte Perstens haben die Russen den Häuptling Jkbal Es Saltane und «eifert Sohn wieder freigelassen, die in Teheran etn- getroffen sind. General Salan d Daulch ist an der Grenze eingetroffen, um Rußland Verlegenheiten zu be­reiten. Der belgische Generalschatzmeister und alle an­deren in persischem Dienste stehenden Belgier wurden abgesetzt. Amtlichen Nachrichten zufolge hat der Kriegs­minister befohlen, eine beträchtliche Streitmacht zu sammeln. Der Schah hat die schleunige Wiedereröffnung des Parlaments angeordnet und eine Liste aller Be­amten, die russische Parteigänger sind, abverlangt.

König Peter will nach Griechenland übersiedeln.

^ Wien, 6. Oktober. (B. T.) Griechische Blätter melden, daß die bisherigen Niederlagen der Serben einen niederschmetternden Eindruck auf König Peter ge­macht haben, der in steter Angst ums Leben zittert. Die Angst sei umso größer, als in der letzten Zeit angeblich ein Attentat auf den König verübt wurde, das nur im letzten Augenblick verhindert werden konnte. Der König habe sich am 25. September nach Prizren geflüchtet, und jetzt sollen angeblich zwischen dem serbischen Hofe und Griechenland Verhandlungen schweben, daß König Peter aestattet werde, wegen seines Leidens in einer Ortschaft Griechenlands oder auf einer griechsichen Insel dauernd Aufenthalt zu nehmen.

Die Kämpfe um Tsingtau.

Rotterdam, 6. Oktober. (H. Kur.) Es geht hier das Gerücht, daß eine vereinigte Artilleriebeschietzung von der See und dem Lande ans auf Tsingtau sehr bald be­ginnen solle. Die Japaner landeten Belagernngsge- schütze für diesen beabsichtigten Angriff. Der Artillerie- kampf um Tsingtau dauert noch immer au. Ein japani­scher Minensucher wurde bei Tsingtau in die Luft ge­sprengt, wobei drei Mann getötet und 13 verwundet wurden. Ein zweiter Minensucher wurde beschädigt. Er hatte einen Toten und 6 Verwundete zu verzeichnen. Die deutschen Kriegsschiffe bei Tsingtau eröffneten am Mittwoch ein heftiges Feuer gegen die japanischen Stel« lnnge«. Zwei japanische Offiziere wurden getötet. Derrt-- We Flugzeuge leistete« bei diesem Angriff Hilfe.

Die „Köln. 3^6* meldet aus Tsingtau vom 9. Au­gust: Wir gehen hier schweren Zeiten entgegen, denn wir haben mit englisch-japanischen Kämpfen zu rechnen. Das war unsere allgemeine Ueberzeugung beim Ein­treffen der Mobilmachungsorder, und diese Mutmaßung hat uns nicht getäuscht. Alles was sich in Elftesten an wehrbaren deutschen Mannschaften befindet, ist jetzt hier versammelt. Die in Tientsln und Peking liegenden deutschen Abteilungen rückten bereits am ersten Mobil­machungstage ein, und die in dem weiteil chinesischen Reiche zerstreut wohnenden deutschen Landwehrleute sind von allen Seiten hierher geeilt. Unsere Stimmung ist seit dem Eintreffen der englischen Kriegserklärung tiefernst, aber ruhig und fest entschlossen. Wir sind bis an die Zähne gerüstet, nnd leicht soll es unseren Gegnern nicht werden, Tsingtau zu bekommen. Ein bitterer Ge­danke ist nur, bei der großen Entscheidung in Europa zu fehlen und hier vielleicht auf verlorenem Posten zu sitzen.

Erfolge unserer Schutztruppe in Südwest.

London, 6. Oktober. Die „Daily News" berichtet aus Südafrika: Kolonel Graut telegraphiert, daß die Engläuver bei ihrem Mißerfolg bei Südwestafrika au der Grenze des Rand-Fontain- und Warmbad-Distrik­tes 16 Tote, 43 Verukündetc, 8 Vermißte und 35 Gefan­gene verloren haben. Die Gefangenen wurden von den Deutschen gut behandelt. General Lokkin telegraphiert, daß Kolonel Grant keine Schuld an dem Unglück treffe, seine Lente hätten tapfer gefochten. Ein weiteres Tele­gramm sagt, daß die Deutschen die Gefangenen auf Ehrenwort eutlassen hätten, da man augenscheinlich Wasser und Nahrung sparen wollte.

Nevolutionsgefahr in Portugal.

Dem Lissaboner Korrespondenten der „Köln. Ztg." zufolge wurden 3000 Mann Truppen nach der vvrtu- giesischen Kolonie Mosambik in Südostafrika befördert. Da sich unter ihnen eine große Anzahl Monarchisten be­fand, befürchtete man eine Militärrevolte zur Wieder­herstellung der Monarchie. Die Truppen wurden waffen­los befördert, die Munition wurde besonders verladen.

Dieselbe portugiesische Republik, die, wie aus dieser Meldung ersichtlich, noch immer mit der Gefahr einer monarchistischen Erhebung zu kämpfen hat, macht Miene, als Spcetzgeselle in die Reihe der Feinde Deutschlands einzutreten. Wahrscheinlich ist die Regierung der An­sicht, durch dieses Einschwenken in das Gebiet der Kriegspolitik die schweren inneren Unruhen zum Schwei­gen zu bringen. Es samt aber auch ganz anders kom­men. Portugal ist infolge der fortdauernden inneren Kämpfe von großem sozialen Elend heimgesucht,- täglich wächst die Zahl der Arbeitslosen, der Hungernden, die einen Anlaß, ihrer Unzufriedenheit durch Gewalttätig­keiten Luft zu machen, mit Begierde herbeiwünschen. Legt die Regierung etwa dem Lande durch kriegerische Abenteuer neue Lasten auf, verursacht sie eine Ein­schränkung des Handels und der Arbeitsmöglichkeiten, so ist die Wahrscheinlichkeit eines sozialen Ausbruches, dessen sich die Monarchisten für ihre Zwecke bedienen werden, gegeben. Portugal wäre nicht das erste Opfer der eigensüchtigen britischen Politik, die seit jeher über Leichen hinweg ihren Zielen zugeschritten ist.

Englands nnehrliches Spiel.

Nach der „Nordd. Allg. Ztg." hat der britische Unter­staatssekretär Aeland auf die Aeußerungen des Staats­sekretärs v. Jagow über Englands rBuch der Neutrali­tät eine Erwiderung verbreiten lassen. Danach sei die Bemerkung, England habe Belgien zum Widerstand an­gespornt, eine Schmährede gegen einen tapferen Feind. Nach der „Nordd. Allg. Ztg." geht Aeland in seinen Erklärungen um die Hauptsache herum, daß England seine Unterstützung nur zugesagt haben wolle, falls die Südküste des Kanals angegriffen würde. Hätte Grey geglaubt, daß die Frage des deutschen Botschafters keine amtliche sei, dann hätte er umso leichter eine Zusicherung geben können. Aber er wollte sich in keiner Weise binden und allein diese Unentschlossenheit sei für den Ausbruch des Krieges verantwortlich. Die ,Moröü. Allg. Ztg. hebt dann hervor, daß nach einer Erklärung Asquiths die englische Regierung im Jabre 1912 der deutschen mit­geteilt habe, sie werde Deutschland nicht angreifen noch anderen helfen, wenn Deutschland nicht der Heraus­forderer sei. Deutschland hat diesen Krieg nicht vegon- nen, aber die Welt erfährt jetzt vom kompetentesten Manne Englands, daß England schon 1912 unter alle« Umständen an einem europäischen Kriege gegen Deutsch­land teilnehmen wollte.

Der Kanal durch Minen gesperrt.

Christiania, 6. Oktober. (WTB.) Die Sperrung des Kanals durch Minen zwischen dem 51. und 52. Grad nördlich wird amtlich mitgeteilt.

Ein holländischer Dampfer auf eine Mine gelaufen.

o-^ Amsterdam, 6. Oktober. (WTB.) Der kleine holländische Dampfer „Niensland" geriet am Sonnabend in der Gegend der Humbermüudnng auf eine Mme nnd sank. Die Besatzung wurde gerettet.

Ein Unterseeboot von einer italienischen Werft entführt.

Rom, 6. Oktober. (WTB.) Nach der Agenzia Stefani teilt die Firma Frat in Spezia dem Eh?!* kommandanten mit, daß ein Unterseeboot, das im Auf- traae einer fremden Macht auf der Werft der Firma er­batst werden sollte, wegen des Kriegsausbruches aber nicht abgenommen werden konnte, gestern plötzlich mit „»bekannter Bestimmung abgefahren sei. Das Unterstes b?ot soll E ^in und unter dem Kom­mando eines Angestellten der Firma stehen. Die Dstek- tion versickert, ihre Zustimmung zur Abfahrt nicht ge- aeben m haben Der Marinemiuister hat eine strenge Untersuchung angeordnet und Anweisung gegeben, nach dem Unterseeboot zu suchen.

Kriegsallerlei.

Wie der Großherzog von Oldenburg das Eiserne Kreuz erwarb.

te* Hannover, 6. Oktober. (WTB.) Im Hannover- scken Kurier erzählt ein Verwundeter, wie der Grotz- Kr?oa von OldeKurg das Eiserne Kreuz erwarb. Wir Oldenbnrger hatten stundenlang im heftigsten Artillerie- ^uer "ausgehalten, einzelne Gruppe« begannen zu weichen. Da kam der Großherzog im Automobil heran, entriß einem Verwundeten das Gewehr und stürzte mit dem Rufe: Donnerwetter, Kerls, wollt Ihr wohl vor­wärts! allen voran.

Das Schicksal einer deutschen Militärmission.

Berlin, 6. Oktober. (WTB.) Der „Lokalauz." meldetz daß es trotz der euglischen Schiffskontrolle zwei Mitgliedern von der Militärmission von Paraguay gelungen fei, nach Deutschland zu summen und zwar sind es der Chef der Mission, Hanptmann Schleinitz und Sauvtmann Fürbringer Sie sind bereits ins Feld ge- E S Fchicksal der übrigen Mitglieder der Kom- misiio« ist nicht bekannt. Ueber das Schicksal von Dr. Karl Peters wird jetzt gemeldet, daß er mit seiner Gattin aus London nach Auflösung seines dortigen Haus tandes in Holland eintraf, von wo aus ihm letzt die Heimreise Mtet worKn ift Wie dem „Berl! Lagebl." weiter

gemeldet wird, erwartet man ihn in den nächsten Tagen in Berlin.

Die bayerischen Löwen.

Aus Anlaß der Erstürmung des Forts Camp des Romains hat der Kommandeur der sechsten bayerischen Division, Geueralleutnaut von Hoch»», folgende»» Tages­befehl erlassen: „Die sechste baucriftee Infanterie-Divi­sion mit zugeteilter preußischer FutzarMerte und Pio- uieren hat heute das Sperrfort bei St. Mihiel im Sturm genommen. Die Fußartillerie und ein Teil der Feld- artillerie Haberl in nostüttdigem Kampfe vorgearbeitet; die 12. Jufanteriebrigade mit den Pionieren 16 haben in dreistündigem Kampfe Stein um Stein, Wall um Wall das Werk erobert, die elfte Jufanteriebrigade mit dem Rest der Feldartillerie hat in langem, schweren Kampfe feindliche Entsatzversuche abgewiesen; fünf Offi­ziere, 453 unverwundete und etwa 50 verwundete Mann­schaften wurden gesangell. Der Rest der Besatzung liegt tot unter den Trümmern nnb in den Kasematten des Sperrfvrts. Dank Euch allen, Offizieren, wie Mann­schaften für diese glänzende Waffentat, die keiner in der Kriegsgeschichte mtejftcOF! Ehre aber auch dem Andenken der Opfer, die wir bringen mußten! Was wir und sie taten, geschah für das Vaterla'lid, geschah für unserer Kinder und Kindeskinder Glück'itno Dasein!"

Französische Scheußlichkeiten.

General Limberger teilte in der Notc-Kreuz-Sitzuug zn Karlsruhe mit, daß bet Baletteiemies eine sieben- köpfige badische Depottruppe vom Roten Kreuz nach fürchterliche» Mißhandlnngen getötet wnrbe.

Die „Köln. Volksztg." meldet: Pater Brinkmann, der in französischer Gefangenschaft war, berichtet über­feine Erlebnisse »loch folgenoe Einzelheiten: Am 6. Sep­tember war ich in Thierry, einem Lazarett, wo etwa 50 deutsche Verwmldetc lageu. Sie erweisen um 11 Uhr ein Stückchen trockenes Brot und »nittags um 2 Uhr war von Esse»» noch keine Rede gewesen. In St. Quenttn habe ich einen deutschen schwerkranken Soldaten gefun­den. Er war in der Nähe von Zivilpersonen überwältigt worden, die ihn derartig an einen Baum bandeu, daß er sich nicht mehr bewegen konnte. Dann gab man ihm gewaltsam ein kleines Fläschchen Gift ein, das glticklicher- weise nicht tödlich ivirkte. Soldaten brachten itjn zum Lazarett. Er war schwer krank. Ich selbst habe all dieses aus seinem eigenen Munde gehört.

Cholerafälle in Böhmen.

Nach einer Meldung des Sanitäts-Departements an das österreichische Mimsterinln des Innern ist am 4. Oktober in Mähren, und zwar in Pohrlitz, Bezirk Auspitz, und in Seitengasse bei Olmütz, ferner in Jägern- dorf in Schlesien je ein Fall asiatischer Cholera an Per­sonen, die vom Kriegsschauplätze eingetroffen sind, fest­gestellt worden.

Das mangelhafte französische Sanitätswesen.

Das „Echo de Paris" nimmt wieder scharf Stellung gegen die unhygienische Art der französischen Berivun- detentransporte, mit der man alle nur notdürftig Ge­heilte»: in die Heimat schicke, um Platz in den Spitälern für neue Verwundete an schaffen.

Elsässische Verräter. _ ,

Vom kaiserliche»» Kvmmanöanturgericht in Straß- burg wirb der praktische Arzt Dr. Pierre Buche aus Straßburg des Hochverrats beschuldigt und sein Ver­mögen mit Beschlag belegt. Er war u. a. eifriger För­derer der „Idee francaise" int Lande. Ferner hat das außerordentliche Kriegsgericht in Straßburg gegen Blu­menthal nnnmeßr auch einen Steckbrief erlassen und die Nntersuchullgshaft wegen Hochverrats verhängt. Das Kriegsgericht in Kolmar erläßt auch Beschlag»lahinever- fügung gegen den Studenten Heinrich Koch und ben Schüler Renatus Koch, beide aus Geblveiler, Sie haben in der feindliche,» Macht Stcnfte genommen und tragen die Waffen gegen das Deutsche Reich.

Essad Pascha in Durazzo.

^ Durazzo, 6. Oktober. (WTB.) Essad Pascha ist am 3. Oktober in Durazzo eingetroffen.

Fliegerunglück bei Jauowitsch.

^ Posen, 6. Oktober. (WTB.) Bei Jauowitsch stürzte der erst kürzlich zum Leutnant beförderte Flng- meifter Diesbecker mit seinem Begleitoffizier Toppe ab. Beide waren sofort tot.

Die Amschlingung her Russen in Galizien.

Bor» einem militärischer» Mitarbeiter wirb uns ge­schrieben:

Hindenburgs Geburtstag wurde in ben Weichsel- landen und in Galizien mit e /.er Unzahl von Kanonen­schüsse»» gefeiert, bereit Echo sich an bett Besliden und Waldkarpather» brach. Die vereinigte»» deutschen und österreichisch-ungarische»» Heere habe»» nad) amtlichen Wiener Nachrichten mit der Umschltngung der Russen begonnen, und wir harren voller Spannung auf die Nachrichten, ob die Ntederwerfrmg des gemeinsamen Feindes gelingt. Schor» das Gerücht, daß Hindenburg, der von der Mediziitischen Fakultät in Königsberg wegen seiner erfolgreichen Kaltwasserkur an den Masnrischen Seen zum Ehrendoktor ernannt wurde, im Anrücken fet, genügte, um große Russenscharen über die Weichsel zurück zu treiben. Bo»» Polen aus hat die Bewegung der deut­scher» Truppen gegen Galizien eingesetzt, und wenn es gliickt, die Russen aus Sem österreichischen Gebiete her- auszuwerfen, so wird bald ein gewaltiger Offensivvor- stoß in das Innere des Zarenreiches geführt werben.

Ueber eine Vermutung betreffs der Stärke unserer östlichen Heere reicht unser Blick auch heute selbstver­ständlich nicht IjinauS, aber wir sind überzeugt, das; alles geschehen ist, um die deutschen Lande vor einer Wieder­kehr der russischer» Horden zu schützen. Die Kriegslage erforderte es leider, daß die Hauptinacht des russischen Heeres in erster Linie von den tapferen österreichisch- nngartschen Truppe»» aufgehalteu werben mußte. Und im wackeren Kampfe Haber» sie ausgehalten, bis nun wie bet Waterloo der sehnsüchtig erwartete Bundes­genosse mit Riesenschritten im rechten Augenblicke her- veieilte. Die gewaltige militärische Leistung Oesterreich- Ungarns hat es ermöglicht, daß der wuridervolle Vor­marsch der deutschen Heere bis an die Marne in einer kurzen Spanne Zeit ausgeführt werden konnte. Die um Habsburgs Banner kämpfenden Divisioner» haben Blut und Leben zur Abwehr von vier Fünfteln der russischen Massenheere mit vollem Erfolge eingesetzt, unb nun werden unsere Verbündeten gewiß bald den Trtun»ph erleben, daß sie bett Feind aus Galizien zu vertreiben und vor sich her zu tagen vermögen.

Die Siege bei Krasnick und Kielce haben davor» erzählt, welche Kampsbegeisterung unb welche Kraft dem österreichisch-ungarischen Heere innewohnt. Ein Zeichen der russischer» Furcht vor den vereinigten österreichischen und deutschen Heeren ist die aus Petersburg kommende Drohung, daß in Rußland eine neue große Armee von fünf Millionen Mann gebildet werden wird, die unter dem Oberbefehl des Zaren nach Wien und Berlin mar­schieren soll. Gleich fünf Millionen? Das ist aber ein bißchen viel. Vor den Sprerigwirkungen der Lttgen- bomben fürchten wir uns nicht, denn auch dem Kaiser Nikolaus rvachsen keine Armeen auf der flachen Hand.