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Fortschreitende Erfolge aus den Kriegsschauplätzen

Der Ring um Antwerpen.

MTV. Großes Hauptquartier, 5. Oktober 1914, abös. (Amtlich). Bor Antwerpen sind die Forts Kessel und Brechem zum Schweigen gebracht. Die Stadt Lierre und das Eisenbahnforts au -er Bahn Mecheln-Antwerpen sind genommen.

Auf dem rechten Flügel in Frankreich wurden die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt.

In Polen gewannen die gegen die Weichsel vor­gehenden deutschen Kräfte Fühlung mit den russischen Truppen.

Antwerpen vor dem Fall.

Nachdem wieder einige Forts von Antwerpen von den Deutschen genommen sind, darf der Fall Antwer­pens bald erwartet werden. Eine weitere Verteidigung ist nutzlos,' die Deutschen schließen den Ring immer enger. In der überlegenen deutschen schweren Belage- rungsartillerie erblicken auch die holländischen Blätter das Mittel, mit Hilfe dessen es den deutschen Belagerern bald gelingen werde, Antwerpen zu bezwingen. ~ ' Amsterdam erscheinende BlattHet Nieuws

Das in

ieuws van den

Dag" meint:

»Wenn aus den Ereigrrifsen dieses Krieges bereits ein Schluß gezogen werden dürfe, so ständen im Duell zwischen Panzerforts und Belagerungsgeschützen -ie Aussichten für -ie ersteren bedenklich. Ueberall, wo das jetzt oft genannte 42-Zentimeter-Geschütz von Krupp und das weniger schwere aber auch wirkungsvolle österrei­chische Geschütz in Anwendung gebracht worden sei, hät­ten sich selbst die modernsten Verteidigungswerke bald ergeben müssen (Lüttich, Namur, Maubeuge, Luneville- St. Mihiel)."

Neben den Hilfsmitteln des Krieges können die Deutschen noch einen anderen Posten in die Rechnung stellen, den drohenden Wassermangel. Das Antwerpener BlattMetropol" schreibt dazu:

Viele unserer Mitbürger haben sich seit zwei Tagen über den schwachen Wasserdruck beunruhigt und haben Befürchtungen wegen eines etwaigen Wassermangels zum Ausdruck gebracht. Zwei große Behälter der Com­pany des Waterworks in Waelhem haben ernstlich durch die deutschen Schrapnells gelitten, und seit zwei Tagen arbeitet man, so gut man kann, um die Beschädigungen wieder gutzumachen. Nachdem Waelhem in deutschen Besitz übergegangen ist, ist die Wasserversorgung Ant­werpens aus den Waelhemer Behältern unmöglich ge­worden. Ob die sonst noch vorhandenen Anlagen für die durch die Flüchtlinge sehr stark angewachsene Bevöl­kerung ausreicht, erscheint sehr fraglich.

Die englische Hilfe bleibt aus.

Der Antwerpener Berichterstatter derTimes" er­zählt, daß die belgischen Soldaten aller Grade, die er sprach, immer wieder gefragt haben, wann die englischen Trnppen zu ihrer Hilfe eintreffen.Man kann," so ver­sichert der Berichterstatter allen Ernstes,daraus beileibe nicht etwa herauslesen, daß das Selbstvertrauen der bel­gischen Truppen geschwächt ist. Diese haben vielmehr nur ein zärtliches Verlangen nach Engländern, und die Ankunft auch nur kleiner englischer Kontingente würde mehr Begeisterung erregen, als alles, was England bis­her für Belgien getan hat."

und was tut England jetzt? Wo ist seine Flotte, die ein Entsatzkorps nach Ostende geleiten könnte, wo sind die englischen Truppen geblieben, die bereits in Ostende gelandet waren, aber nach drei Tagen wieder verschwanden? Zeitungsartikel und Lügenmeldungen sind die Hilfstruppen, mit denen man in England in schwer bedrängten Verbündeten hilft.

en

Der König -er Belgier nach England abgereist.

ite* Berlin, 6. Oktober. (WTB.) DasBerl. Tage­blatt" meldet nach derKöln. Ztg." von -er hollän-ischen Grenze, -atz -er König -er Belgier sich nach Ostende begeben habe, um von da aus zu Beratungen mit der englischen Regierung nach England überzusetzen. Gleich­zeitig wird aus dem Haag gemeldet, Churchill sei un­erwartet in Antwerpen eingetroffen, um die Belgier zu äußerstem Widerstand anzuspornen.

Flüchtlinge aus Antwerpen in Terneuzen.

b* Amsterdam, 6. Oktober. (WTB.) DerRotter- damsche Courant" meldet aus Terneuzen -ie Landung von Flüchtlingen aus Antwerpen.

Terneuzen liegt auf holländischem Boden an der belgischen Grenze.

Antwerpen schafft Schiffskanonen vor die Front.

^ Amster-am, 6. Oktober. (WTB.)Handelsblad" berichtet ans Antwerpen vom 4. Oktober: Im Schutze der Nacht rücken Soldaten mit großen Schiffskanonen durch

3m Feuer vor Antwerpen.

Aus dem Tagebuch eines Feldarztes.

Da mein Pferd sehr mitgenommen ist, fahre ich zu- nachst mit dem evangelischen Geistlichen auf dessen ge- decktem Wagen, als unsere Kompagnie losrückt. Hef­tiger Kanonendonner dringt zu uns, aber wir sind bis ö"m Nachmittag untätig. Vorn tobt der Kampf. Man sieht nichts. Wir quälen unsern Rittmeister, nach vorn gehen und etwas sehen zu dürfen. Er erlaubt's. Wäh- rend die anderen davoneilen, muß ich Unglücksrabe ohne Pferd und ohne Rad mir erst ein Pferd von unserm Ritt­meister erbetteln. Wie ich die Chaussee entlang reite, hinter uns links heftiges Gewehrfeuer.

drehe mich um. Nichts zu sehen. Gilts mir? Die Infanterie umeres Standorts tritt ins Gewehr und mVb^ den Acker. Im Graben vor mir stehen zwei Kompagnie,- ich tausche mein gegen ein Rad aus und weiter! Das nächste Dorf ® m ' die Laden verrammelt. Große Löcher bin aan»^^^ keine Menschenseele zu sehen. Ich und radle recht rasch, denn das Pänk! was li?^^s?Eonischen Fenstern war uns doch et­was in Die Nase gefahren.

vor mir1 nafinvi?^ Kompagnie-Leutnants, die Seiten £S* ""^n, kommen auf ihren zurück" Sie efi^ im Trabe des Dn^K HnLÄ ^ennTveiter als bis ans Ende fön! K Sie nicht!" Wollen wir doch mal

, tan liegt nichts. Doch halt! Vorn am Matät' ett?foYne^SE^ K ^ dem einen zuckt eben Sie S«Ä

mtt 'deni awui^ und wacht zusammen Lrs MB ?ä&ä«ä

Siegreiche Kämpfe mit den Franzosen. Der Heldenkampf in Ostasien.

-ie Sta-t an -ie Front. Die Gaslaternen werden um 7 Uhr gelöscht, -ie Läden und Cafees um 7 W geschlos­sen, die elektrische Beleuchtung fällt fort.

Frankreich Befestigt mehrere Städte nm Paris.

^ Kopenhagen, 6. Oktober. (WTB.)Politiken" meldet aus London: Anf Vorschlag des Gouverneurs von Bordeaux und mit Zustimmung des Generals Fasste wird eine Reihe von Städten in der Umgebung von Paris befestigt werden, um den Deutschen bei etwaigem Vorrücken gegen die Hauptstadt größere Schwierigkeiten in den Weg zu legen als bisher. In Crenzot wird Tag und Nacht an der Herstellung schwerer Artillerie gear­beitet, die Mitte Oktober an die Front abgesandt werden soll. ("Anmerkung vom WTB.: Aus dieser Meldung geht deutlich hervor, daß die Franzosen mit einem erfolg­reichen Vordringen der Deutschen rechnen.)

Wie es im französischen Heere aussieht.

Ans dem Tagebuch eines Truppenarztes.

Aus dem in deutsche Hände gefallenen Tagebuch eines französischen Truppenarztes der 4. Kompagnie des 6. Pionierregiments wurde dem WTB. die nachstehende Aufzeichnung zur Verfügung gestellt. Ueber den Rück­zug der Franzosen bei Paliseul heißt es:

Es gibt keine Ordnung und Disziplin mehr, die Generalstabsoffiziere sind völlig kopflos. Sie haben nichts vorgesehen. Man fühlt den Zusammenbruch. Es ist beinahe eine:Rette sich, wer kann".

Aus dem Qugrtier bei Maison Celle berichtet er:

Die Verwundeten sind meistens und das ist das EmpsLendste von 2 oder 3 Kameraden begleitet, die nichts mehr und nichts weniger sind, als elende Drücke­berger. Es sind Soldaten aus dem Süden. Sie sind umgekehrt, ohne zu kämpfen und sind glücklich, einen Verwundeten zurttckbringen zu können, um einen Vor- wand für ihr Ausreißen zu haben. Nichtsdestoweniger bleiben sie Großmäuler und rühmen sieg ihrer schönen Aufführung.

Das Schauspiel in Attigny ist widerwärtig. Es ist die Verrücktheit, und außerdem was das Beschä­mendste ist' die Plünderung. Die Soldaten erbrechen die Türen, trinken allen Wein, allen Alkohol, den sie finden und plündern die Juwelierläden. Sie sind keine Menschen mehr, sie sind wildgewordene Tiere. Ein In­fanterist vom 17. Korps, das überall feige flieht, ohne zu kämpfen, brüstet sich damit, daß er einen verwundeten Deutschen -nrch Fußtritte getötet habe.

Ueber die Truppen aus dem Süden schreibt der Arzt:

Die Truppen des Südens sind hassenswert. Und welche Kopflosigkeit! In einem Augenblick behauptet einer drei Ulanen gesehen zu haben, sofort ergreift das Ganze die Flucht, und oabei steht fast ein ganzes Armee­korps. Wahrlich, wer solche Tage nicht miterlebt hat, kannsich kemen Begriff machen, bis zu welchem Punkte sich Menschen erniedrigen können.

Der Gedanke, Verräter für die französische Nieder­lage verantwortlich zn machen, spricht aus folgenden Zeilen:

Während der Nacht sehen wir auf allen Seiten ver­räterische Signale der Spione, die uns umgeben und alle unsere Bewegungen signalisieren. Der Leutnant Cosson mit einer Patrouille entdeckte eilten solchen Haufen Spione in französischer Uniform.

Das Ziel des Krieges.

Die Times sagt, wie demTag" aus dem Haag ge­meldet wird, in ihrer Sonnabenönummer:Obgleich wir hoffen, den rechten deutschen Flügel zurückzudrängen und Antwerpen zu entsetzen, und wiewohl wir die Ueber­zeugung haben mögen, daß die russischen Massen im Osten bald die Entscheidung bringen werden, dürren wir feine Illusionen hegen über die schwere Aufgabe, welche den Verbündeten bei den zukünftigen Operationen ge­gen ein zur Defensive gezwungenes Deutschland winkt. Das Deutsche Reich ist noch geeinigt und mit großen Hilfsquellen ausgestattet. Alle Männer sind unter Waf­fen. Die deutschen Arsenale arbeiten mit Hochdruck, und ihre unbesiegte Flotte wird losschlagen, wenn ihre Stunde kommt, wahrscheinlich im Zusammenwirken mit dem Heer. Darum müssen die Verbündeten Jahr für Jahr die Zahl ihrer Feldarmeen vermehren, um den Feind allmählich zur Erschlaffung zu bringen. Der Krieg muß geführt werden gegen Deutschlands Handel, seine Finanzen, seinen Kredit und seine Lebensmittelver­sorgung. Die Verbündeten denken nicht an Frieden und sind entschlossen, die W eöerkehr eines solchen Krieges unmöglich zu machen. Da es eine Frage von Leben und Tod ist, zu siegen, sind wir bereit, bis zum Ende zu kämpfen und den militärischen Despotismus zu zer­stören, der sich unvereinbar erwies mit einem erträg­lichen Dasein der Völker und dem Weltfrieden."

mit dem schwarzen Walösaum, als daß es kracht, kracht - von allen Seiten.

Weiter auf der menschenleeren Chaussee. Rechts starren mich die Grundmauern eines verbrannten ! Hauses an. Da stoße ich aus meinen Kameraden, der mit ! mir zur Schützenlinie nach vorn will. Unsere schwere j Artillerie muß ganz nahe sein. In dem Walde donnerte ; unheimlich, und wir sautzen aus der Fahrstraße dahin, i möglichst rasch, denn so ein von feindlicher Artillerie ' beschossener Wald ist etwas unheimlich. Nun sind wir i durch den Wald hindurch; auf der andern Seite führt [ die Chaussee über freies Feld nach einem Dorf, in dem ; deutlich die Granaten einschlagen.

Im Eiltempo geht es weiter. Zu beiden Seiten i liegen Uniformfetzen. Da plötzlich, ein wahnsinniger Krach, daß ich mit dem Rade fast umplumpse, worüber ! worüber sich mein Kamerad totlacht. Links, direkt neben | der Straße, ist eine unserer Mörserbatterien in den Acker eingegraben und schießt Bogenschuß. Man sieht ; sie nur, wenn man direkt daneben steht.

Wir fahren weiter. Im Dorf vorn kracht es wüst i die Belgier schießen ihr eigenes Dorf fagut. Im ersten i Haus der Dorfstraße finden wir eine Jnfanteriewache. i Da gibt es Kaffee und Siesta. Sie warnen uns davor, : weiter zu fahren, weil in allen umliegenden Häusern i Granaten einschlagen. Wir schwanken noch. Da kommt ; atemlos ein Musketier die Dorfstratze zurückgelaufen I und schreit nach einem Wagen. Gleichzeitig schlägt eine ! Granate 8 Häuser weit davon mit großem Lärm ein. Ein anderer Mann stürzt herbei und schreit, daß der Truppenverbandplatz samt dem Stabsarzt in einem : Hanse verschüttet sei.

Jetzt heißt's: vor! Einer von uns beiden soll zurück, ; um den Wagen der Pfarrer zu holen, aber keiner will, i Schließlich bricht ein Pedal von meinem Rad ab, und so - darf ich da bleiben und zuerst helfen.

In zitternder Aufregung stürzte ich vorwärts. Vorn : platzt ein Geschoß. Einige Häuser Brennen lautlos, lich- ; tFrloI'Da, einige Infanteristen vor einem Haus. Dies i Haus steht sehr mer,hvürdig aM, etwa wi? so Zn Häus- '

Wir stimmen mit der Times darin überein, daß die Wiederkehr eines solchen Krieges unmöglich gemacht werden muß. Nur den Weg zur Erreichung dieses Zie­les denken wir uns, gestützt auf den bisherigen Verlauf des Feldzuges, anders als das englische Blatt. Auch Deutschland und sein Bundesgenosse werden den Kampf fortsetzen bis zum Ende. Dieses Ende aber wird ge­kommen sein, wenn der Dreiverband und seine Tra­banten gezwungen sein werden, Friedensbedingungen anzunehmen, die uns die Sicherheit unserer nationalen Existenz für alle Zeiten gewährleisten.

Jaures' Voraussage -er französischen Niederlage.

Aus Wien, 1. Oktober, schreibt man derMagde­burger Zeitung":

Der soeben aus Frankreich zurückgekehrte Ober- utgenieur Richard Kristen, dessen Bericht über seine Kriegsgefangenschaft in Frankreich allgemeines Aufsehen erregt hat, hatte noch am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertage, in Paris Gelegenheit, mit dem bald darauf ermordeten Sozialistenführer Jaures ein länge­res politisches Gespräch zu führen, das heute von gro­ßem Interesse ist. Es war im CafeeSplendid" in Pa­ris. Jaures und Oberingenieur Kristen waren im Ver­laufe der Unterhaltung auf die Ereignisse von Serajewo und deren etwaige Folgen zu sprechen gekommen. Ober­ingenieur Kristen berichtet nun in derReichspost": Jaures machte nach meinen stenographischen Aufzeich­nungen, die ich mir sofort nach dem Gespräch machte, folgende Aeußerungen:

Ich kann Ihnen sagen, daß es meine feste Ueber­zeugung ist, daß Frankreich bei einem Kriege mit Deutschland früher als seine Freunde zusammenbrechen wir-. 43 Jahre lang hat es sich zwar auf die nahende Stunde der Abrechnung mit Deutschland vorbereitet, aber seine klarsten Köpfe, scheint mir, wissen, daß alle An­strengungen vergebens sein werden. Der Erfolg in unserer Zeit gehört der organisierten Masse. Diese aber haben Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Und darum möchte ich das vergangene und gegenwärtige Ringen Frankreichs nach Macht als tragisch bezeichnen. Es ahnt ja die Niederlage schon vor dem Kampfe. 1870 vor dem Krieg hatte Frankreich eine entwickelte Industrie, einen festgegründeten Wohlstand, eine geschlossene Kultur und eine Deutschland noch annährenö ebenbürtige Menschen­zahl. Stück für Stück ist davon verloren gegangen. Oesterreich-Ungarn wurde anderthalb mal, Deutschland fast doppelt so dicht bevölkert. In Deutschlands Städten allein wohnen mehr Menschen als in ganz Frankreich. Die deutsche Industrie und damit der Außenhandel ward doppelt so groß. Frankreich baute eine Achtung gebie­tende Flotte, Demschland aber eine weit überlegene. Frankreich suchte den gefürchteten Nachbar an Zahl der Soldaten zu übertreffen. Deutschland führte die zwei­jährige Dienstzeit ein und sicherte sich ohne Anstrengung eine Uebermacht an ausgebilöeten Kämpfern. Frank­reich stellte schließlich den letzten Mann ins Feld. Deutschland erhöhte spielend sein Jahreskontingent. Frankreich gab sein Geld an Rußland hin und fügte sich den Wünschen Englands, Deutschland schloß den furcht­baren Bund mit Oesterreich fester. Nun Bauten wir Festungen und glaubten, den Deutschen an Bewaffnung überlegen zu sein. Da wiesen Sachverständige nach, daß die Festungsgürtel teilweise veraltet, die Geschütze un­praktisch wären. Man hoffte auf wirtschaftliche ww« rigkeiten in Deutschland, bis sich zeigte, daß die eigenen Finanzen im Argen lagen. So entstand jede neue Hoff­nung auf dem Grabe einer alten.

Jaures schloß: Sie werden sehen, wenn es zu einem Zusammenstoß kommt es wird ein Unglück sein. Ich bin erschüttert, wenn ich an die Möglichkeit denke."

Das österreichisch-ungarische

Heeresflugwesen.

Der Kriegsberichterstatter desB. T." gibt eine Schilderung über das österreichisch-ungarische Flug­wesen, der wir die folgenden Einzelheiten entnehmen:

Da die österreichischen Loner u. Daimler-Werke den Bedarf nicht zu Betten vermochten, Hat das österreichisch­ungarische Heer reichsdeutsche Apparate, und zwar durch­weg Doppeldecker des normalen Militärtyps verschiede­ner Firmen getauft. Neue österreichische Apparate find in Arbeit. Die österreichischen Flieger sprechen mir ihre vollste Zufriedenheit mit den deutschen Flugzeugen aus. Diese Fliegerkompagnie hat seit Beginn mit drei deut­schen Apparaten 16 000 Kilometer zurückgelegt, einmal in vier Tagen 1400 Kilometer. Nie kam ein Versagen vor. Daß auch eine Reihe deutscher Offiziere als Flieger bei dem österreichischen Heere tätig sind, wußte ich be­reits, weil wir auf dem Rückzug nach der Schlacht bei Grodeck ihre Begleitmannschaft in unseren Bahnzug auf-

ten, das Kinder aus drei Karten aufbauen. Keine tockwerke sind da mehr, nur noch das Dach und zwei Seitenwände, und im Dach ein zimmergroßes Loch.

Das ganze Haus ist auf den Keller gestürzt, da­runter, d. h. in den Trümmern, ist der Truppenverband­platz. Der Stabsarzt ist schon hervorgezogen. Einige Infanteristen, die verschüttet waren und mühsam herausgekrochen find, stehen kreideweiß und voller Schreck daneben. Mit lehmgelben Gesicht liegt der Stabsarzt da. Sein Bein hat eine Notschiene. Ich frage ihn nach seinem Befinden, er hört nichts, er ist taub durch den wahusinnigen Krach. Ich gebe ihm schnell eine Mor­phiumspritze. Dann pardautz! schlägt eine Granate ins Kirchdach und die Flammen lodern auf. Die Infan­teristen und Krankenträger taumeln.Mtte, meine Herrschaften, Ihr seid im Dienste. Träger, faßt an! Hem an! Marsch!"

as Ende ihrer Nerven-

In der einen Hand den entsicherten Revolver, w der andern das abgebrochene Pedal, so führte ich den traurigen Zug. Aber es geht nicht. Die Träger sind durch das wahnsinnige Granatfeuer und durch den Zu­sammensturz des Hauses an das Ende ihrer Nerven­kraft gebracht.

Setzt ab!" Ich laufe, nein rase durch die Dort' strafe nach vorn zur Jnfanteriewache.Vier Mann Gewehre ablegen, mir nach. Laufschritt, marsch, marsch-

Atemlos kommen wir bei der Truppe an. Ein paar Kommandos. Der Zug setzt sich nun schnell in Bewe­gung und nach endlosen Minuten fommen wir zur ' fanteriewache am Ende des Dorfes. Nun ist einige cherheit. Es geht die Chaussee entlang weiter bis Sanitätswagen, neben dem der Regimentsarzt hält. Kranke wird aufgeladen. Im nächsten Dorf lasse ich einige Verwundete aus Scheunen holen und auf requ^ rierte Wagen legen. Schließlich kommen wir zur paanie, von wo wir die Kranken auf Autos nach Brutto bringen.