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sei an die Zusammensetzung der früher geschlagenen Armeen erinnert. Es gehörten:

1. zur Narewarmee die Armeekorps 1, 6, 8, 15 und 23 und eine nicht bekannte Zahl von Reservedivisionen.

2. zur Njemenarmee die Armeekorps 2, 3, 4, 20, 22, 8. sibirisches Armeekorps, die 1. und 5. Schützenbrigade und die Reservedivisionen 53, 54, 56, 57, 72 und 76.

3. Außerdem wurde im Gouvernement Suwalki an­fangs September das 12. Armeekorps geschlagen.

4. Die bei Lyck erlogene Grodnoer Reservearmee bestand aus Truppen, die bereits bei obigen Armeen mit aufgeführt sind und mit jenen Armeen mitgekämpft haben (6. Armeekorps und Teile des 8. sibirischen Armee- ^"^s sind dies im ganzen 11% aktive Armeekorps, unter Hinzurechnung des. 12. Armeekorps, über dessen Weiterverbleib keine Nachrichten vorliegen, 12% aktive Armeekorps und 6 Reservedivisionen, die man als 3 Korps etwa zusammenfassen kann, so daß sich eine Ge­samtstärke von 14% oder gar 15% Korps ergibt.

Bei Augustow sind nun geschlagen worden das 3. sibirische Armeekorps und Teile des 22. Armeekorps, die also, wie sich aus der Zusammenstellung ergibt, zur alten ^Njemen-(Wtlnaer) Armee gehört haben. Diese würde also nach Abrechnung dieser Truppen noch 7% bis 8 Korps stark sein, unter der Voraussetzung, daß alle früher geschlagenen Truppenteile wieder aufgestellt sind, daß sie aber andererseits auch keine neuen Verstärkungen erhalten und daß nicht die Reste der Narewarmee mit ihr vereinigt sind.

Die Gesamtverluste der Russen.

Berlin, 4. Oktober. Die österreichisch-ungarische Bot- Kin Rom gibt lautBosi. Ztg." bekannt: Nach den n amtlichen Mitteilungen betragen die Verluste der russischen Heere anf den verschiedenen Kriegsschanplätzen 250 000 Gefangene und etwa 1100 Kanonen. Wenn man dazu etwa die gleiche Anzahl Toter und Vermnndeter rechnet, so beläuft sich die Summe der russischen Berlnste auf eher mehr denn weniger als eine halbe Million Mann. Wenn die Verluste an Mannschaften auch leicht durch die unerschöpflichen Reserven des Kaiserreichs aus­gefüllt werden können, so mntz doch der Verlust eines Viertels des gesamten Artillerieparks als ein fast un­ersetzlicher Schaden betrachtet werden.

Der Zar begibt sich zur Front.

Petersburg, 5. Oktober. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur). Der Kaiser hat sich zum Kriegs- schanplatz begeben.

Russische Maßnahmen in Lemberg.

** Berlin, 4. Oktobr. DerTägl. Rösch." zufolge hat öer in Lemberg eingetroffene russische Metropolit den orthodoxen Glauben als öen herrschenden proklamiert.

Unmenschliche Be^anRun^ der Strafgefangenen

WTB. Paris, 5. Oktober. Gnerre Soziale veröffent­licht einen Brief eines politischen Gefangenen in Ruß­land. In diesem erzählt der Schreiber, daß die Be­handlung der Gefangenen seit dem Kriegsausbruch in Rußland ganz unmenschlich geworden sei, daß Knnten- hiebe nnd Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Brief schließt: Wir wünschen, daß dnrch den Krieg allen Völkern Freiheit, Gerechtigkeit und Unabhängigkeit ge­schenkt werde.

Die Serben ans Bosnien vertrieben.

Frankfurt a. M., 4. Oktober. Aus Nisch meldet die Arankf. Ztg.", daß die Serben und Montenegriner ihre Stellung anf den Romania-Höhen, die Serajewo von Nordosten beherrschen, haben räumen müssen, da sie gegen die schwere österreichisch-ungarische Artillerie nicht m halten waren. Zwar fügt der serbische Beicht hinzu, daß nunmehr die Serben ihre größte Änstrengnng an­derswo machen werden, doch sprach dem Korrespondenten gegenüber ein Hauptmann aus dem italienischen Gene- ralstabe sein Urteil dahin aus, daß nunmehr vorläufig die serbische Aktion von ungeordneter Bedeutung sei, weil keine andere Zone sich so wie das gebirgige Bos­nien znr Operation für kleine Kräfte wie die serbischen eignet.

Oesterreichische Erfolge gegen die Serben.

WTB. Wien. 5. Oktober. Nach einer amtlichen Mit- ieilung wurden im Zusammenhänge mit der gegen die in das östliche Bosnien eingedrungenen serbischen nnd montenegrinischen Kräfte eingeleiteten Offensive zwei montenegrinische Brigaden nach heftigen zweitägigen Kämpfen völlig geschlagen und anf Fnca znrückgeworfen. Sie befinden sich in panikartigem Rückzüge. Bei der Verfolgung wurden mehrere gefallene österreichische Pa- ronillen in bestialischer Weise verstümmelt anfge- futwen. Im nördlichen Abschnitt gelang die Gefangen­nahme der serbischen Bataillone.

Deutscher Fliegerbesuch über Autwerpeu.

Wien, 5. Oktober. (T.-U.) Die Südslavische Korre­spondenz meldet ans Serajewo: Serbische Kriegsgefan- ö.eue stimmen darin überein, daß die politische und mili­tärische Lage Serbiens überaus ernst sei. Nnr mit Ge­waltmitteln gelinge es der um den Kronprinzen geschar- ten Offizierspartei, den allgemeinen Zusammenbrnch zn verhindern. Die völlig erschöpfte Bevölkerung des Lan­des wünsche das Ende des Krieges herbei.

Die Darbanellensperre.

Cöln, 4. Oktober. DieKöln. Ztg." meldet aus Koustantinopel: Das RegierungsblattTanin" schreibt: Es sei empfehlenswert, die Dardanellen vor Kriegsschluß überhaupt nicht wieder zn öffnen, damit die türkische Hauptstadt gegen alle Möglichkeiten geschützt bleibe.

Eine englische Warnung an die Türkei.

»s* Amsterdam, 4. Oktober. (T.-U.) In einem Leit­artikel warnen dieTimes" die Türkei, sich Deutschland im Kriege anzuschlietzen. Die Türkei habe die Wahl zwischen zwei Alternativen. Bleibe sie neutral, dann böten ihr die Tripleentente-Mächte Integrität aller ihrer Besitzungen, finanzielle HUfe nnd Befreiung vom öko­nomischen Joch Deutschlands. Im entgegengesetzten Falle würden die Ententemächte aus einem eventuellen Siege alle möglichen Vorteile ziehen. Das türkische Reich würde dann zngrnnde gehen. In den letzten Tagen haben viele Handlungen der türkischen Regierung die Verbündeten Nitztravisch gemacht, so die Abschaffung der Kapitulationen, die Schließung der Dardanellen, die Un­terbrechung der Verhandlungen mit Griechenland, die Entsendung eines Sohnes Abdul Hamids nach Albanien, die Anwesenheit von 2000 Deutschen in der Türkei, die Gastfreiheit gegenüber den deutschen KrenzernGöben" undBreslan" usw. Die Türkei müsse schnell einen Ent­schluß fasse«, vo« dem ihre Existenz als Staat abhinge.

König Albert als Agent der Triple-Entente.

Frankfurt a. M., 4. Oktober. Von einer Stelle, die auf Grund ihrer amtlichen und persönlichen Beziehungen als wohl unterrichtet angesehen werden darf, gehen der Franks. Ztg." Mitteilungen zu, die das Verhalten des Königs der Belgier vor dem Kriege und in dessen Ver­lauf in einem ganz neuen Lichte erscheine lasse.« Wäh­rend man bisher angenommen hat, König Albert sei von feinst VrsiMwg und Leu in Mgisn mghgebLnden Po.

litikern auf den gefährlichen Weg gedrängt worden, den er eingeschlagen hat, sind Kreise, die mit den Verhält­nissen des belgischen Hofes vertraut sind, anderer An­sicht . DieFranks. Ztg." gibt im Folgenden die ihr ge­wordene Mitteilung unverändert wieder:

König Albert wurde von Paris aus für die Pläne Frankreichs und Englands gewonnen. Sein Vertrauter war in diesen Verhandlungen der belgische General Jungblout, der zwar deutscher Abstammung, aber ein großer Deutschenhasser ist. Von englischer Seite trat später Lord Curzon, der frühere Vizelönig von Indien hinzu, auf dessen Besitzungen sich zur Zeit die belgischen Königskinöer befinden. Sowohl in Paris als auch in London hatte König Albert zu verstehen gegeben, öaß er die politische Ansichten seines Onkels Leopold hin­sichtlich der Haltung Belgiens gegenüber Frankreich und England nicht teile und daß er sich seine eigene Kow- nialpvlitik zurechtgelegt habe. Hier setzen die englisch­französischen Versprechungen ein. Der König der Bel­gier hatte nicht geringe Mühe, sein Ministerium zu den neuen" Ansichten zu bekehre». Das gelang ihm erst im Frühjahr 1914, wo mit Frankreich und England eine Art Militärkonvention geschlossen wurde. Zur selben Zeit versuchte König Albert als Agent der Triple-En­tente einen Bund der neutralen Enropastaaten zu grün­den, nm den Deibnnd oder vielmehr Deutschland und Oesterreich-Ungarn, vollständig zu isolieren. Holland wurde merkwürdigerweise zuerst mißtrauisch, und dieser Umstand ließ den ganzen Plan scheitern. Als Ende Juli 1914 die Situation sich sehr verschärft hatte, schreckte das belgische Ministerium vor der drohende» Verantwortung zurück. Hinter dem Rücken seines Ministeriums sandte daher König Albert die bereits mit Lord Curzon verein­barte Depesche an den König von England mit der Bitte, die Neutralität Belgiens zu schütze«. Die Königi« war von Anfang an in die Pläne des Königs eingeweiht. Sie hat bisher nicht ein Wort des Tadels für die schreck­lichen Mißhandlungen gefunden, denen insbesondere hilflose deutsche Mädchen in Brüssel und Antwerpen ausgesetzt waren. Hingegen hat es die Königin über sich gebracht, dem Minister van der Beide einen eigenhändig geschriebenen Brief auf die Reise nach Amerika mitzu- geben. Um auf den Präsidenten Wilson den nötigen Ein­druck zu machen, sind in diesem Brief die Barbareien, welche die Deutschen in Belgien begangen haben sollen, eindringlich geschildert."

Die Stärke der deutschen Stellungen an der Marne.

Der Matin vom 1. Oktober bringt einen Leitartikel zum Verständnis der Schlacht an der Marne mit dem Querschnittbild eines deutschen Schützengrabens und schreibt: Betrachtet genau dieses Bild und ihr werdet verstehen, warum die Schlacht au der Marne so lange dauerte und die Schlacht an der Aisne noch dauert. So sehen die deutschen Gräben aus. Die Infanterie richtet sich in richtigen kleinen Festnngen ein, beschützt vor dem Gefehenwerden und vor den Kugeln. Das Regenwasser fließt in einem Hinteren Abflußgraben ab. Die Leute können sitzen und schlafen. Weder unsere Artillerie noch unsere Infanterie kann die so eingegrabenen Deutschen sehen. Die Granaten sind nur wirksam, wenn sie genau in den Graben fallen. Hier wird der Angriff zur Jagd. Die Gefahr wächst überall aus dem Boden heraus. Bevor man den Feind besiegt, muß man ihn ansgrabe». Bedenkt ferner, daß die deutsche Artillerie ebensolche be­festigte Stellungen hat, daß sie von Drahtverhauen um- gben und daß zwischen den Geschützen Maschinengewehre auf unsere Stürmer feuern, daß hinter dem Feldgeschütz schwere Artillerie steht, deren große Tragweite jeden Rückzug mit einer Feuermauer deckt. Denkt an alles und Ihr werdet ermessen können, was es für Anstrengungen kostet, eine Armee, welche so Fuß gefaßt hat, aus ihren Stettnngen z« vertreiben.

Die Mobilmachung in der Schweiz.

WTB. Zürich, 5. Oktober. Die Mobilmachung in der Schweiz wird nach einem Beschluß des schwei­zerischen Bundesrats weiter aufrecht erhalten. In der 2. Septemberdekate betrugen die Volleinnahmen in der SchwAz nur rund 100 000 Franks, während sie in der 3. Dekate anf über 1 Million Franks gestiegen sind, weil Deutschland die Einfuhr von 2500 Wagen nahe am Rhein lagernden Kornes gestattete. Weitere Znfnhr wird ans Amerika erfolgen.

Die ersten Kämpfe in Indien.

London, 3. Oktober. Das Reutersche Bureau meldet ans Kalkutta vom 2. Oktober: Heute fand ein Zusam­menstoß zwischen Hindns und der bewaffnete» Macht statt. Die Hindns, die nach Britisch - Kolumbien aus- wandern wollten, aber in Kanada nicht zngelassen wor­den waren, waren znrückgekehrt, nnd wollten sich nach Baibai bei Kalkutta begeben. Die Auswanderer glaubten infolge eines Mißverständnisses, daß sie nicht direkt in die Heimat befördert werden sollten und weigerten sich, in Pandschab den bereitstehenden Zng zn besteigen. Sie beschlossen, zu Fuß nach Kalkntta zu wandern, worauf Polizei nnd Truppen ausgesaudt wurden, um dies zu verhindern. Die Auswanderer schössen mit Revolver» und töteten und verwundeten mehrere Polizisten. Bei den Kämpfen wurden 16 Auswanderer getötet nnd die übrigen gefangen genommen.

firiegsanetlel.

Deutschland ist stolz auf seine Fürsten.

München, 4. Oktober. Ans Anlaß der Verwundung des Prinzen Franz von Bayern hat der Reichskanzler Dr. v. Bethman-Hollweg an den König von Bayern fol­gendes Telegramm gerichtet: .... , ....

Ew Majestät bitte ich untertänigst, meinen anfrichtig- sten Wunsch zur baldigen Genesung des grinsen Franz ausspreche» zu dürfen. Dem Prinzen ist es vergönnt ge­wesen, für die große Sache zn bluten und der ruhmreichen Geschichte des Hauses Wittelsbach ein neues, ehrenvolles Blatt einznfügen. Dentschland ist stolz auf feine Fürsten.

Der Dank des Generalobersten von Hindenbnrg.

WTB. Berlin, 5. Oktober. Dem Generalobersten von Hindenburg sind z« seinem Geburtstage so zahlreiche freundliche Glückwünsche zugesandt worden, daß er sich zu seinem Bedauern ganz außerstande sieht, sie unmittel­bar zu beantworten. Er bittet daher herzlichst, mit dieser allgemeinen Danksagung vorlieb zu nehmen.

Graf Zeppelin vor der Front.

WTB. Christiania, 5. Oktober. Laut Aftenposten soll Graf Zeppelin nach Pariser Meldungen vor dev Front eingetroffen sein, nur selbst den Oberbefehl über das Flugwesen zu übernehmen. Die Schlachtlinie der Franzosen habe nunmehr eine Ausdehnung von über 500 Kilometer erreicht. Der Feind sei wieder zur Ossen- sive übergegangen.

Anf die Kriegsanleihe bereits 918 Millionen eingezahlt.

»a* Berlin, 4. Oktober. Bei der Reichsbank sind bis gestern abend auf die Kriegsanleihe bereits 918 Millionen eingezahlt worden, obgleich der 1. Einzahlungstag erst der 5. Oktoer ist.

Ei« deutscher Protest gegen die Lügen unserer Feinde.

»-» Berlin, 4. Oktober. (T. U.) Eine große Anzahl der hervorragendsten deutsche« Gelehrte« und Künstler hat einen flammenden Protest erlasse« gegen die Lügen

und Verleumdungen unserer Feinde. ES beißt darin: Wir können die vergiftende Waffe der Lüge unseren Feinden nicht entwinden, wir können nur in alle Welt rufen, daß sie falsches Zeugnis ablegen wider uns. Euch, die Ihr uns kennt, rufen wir zu, glanbt, daß wir den Krieg zn Ende sümpfen werden als eine Kulturnation.

Ein Bittgottesdienst für die Erfolge der österreichischen Waffen.

WTB. Wien, 5. Oktober. In der hiesigen griechi­schen Kirche fand ein Tedenm und ein Bittgottesdienst für den Erfolg der österreichischen Waffen statt. Der Feier wohnte auch der griechische Gesandte nnd der griechische Generalkonsul bei. Nach dem Tedeum wurde die Volkshymne gesungen und Hochrufe wurden auf Kaiser Franz Joseph ausgebracht.

Freispruch eines französischen Offiziers wegen Desertion.

WTB. Genf, 5. Oktober. Das Kriegsgericht in Pa­ris hat den Sohn des Direktors der Pariser Humanitären Anstalten, den Leutnant Motnreanx, der wegen Deser­tion angeklagt war, freigesprochen, weil dieses annahm, daß eine zeitweilige Siunesverirrnng vorlag. Dieser Freispruch rief einen heftigen Straßentumult hervor, so- daß mehrere Bcrhaftnngen vorgenommen werden "Fntnzösische Erregnng über die Ausfuhr norwegischer

Pferde.

WTB. Christiania, 5. Oktober. WieAftenposten" meldet, herrscht in Paris große Erregung, weit Nor­wegen Pferde nach Norddeutschland ausgeführt habe. Hierzu bemerkt das Blatt, daß das zeitweilig aufgehobene Ausfuhrverbot wieder voll in Kraft getreten sei, «achdenr die Höchstzahl der ausgeführten Tiere, nämlich 1000, er­reicht worden war. Die ganze AuSfnhr ist übrigens Dänemark zugnte gekommen.

Englischer Besuch in Lissabon.

Paris, 4. Oktober. Nach einer Meldung desDaily Mail" traf ein englisches Kriegsschiff am Montag in Lissabon ein. Der Präsident der Republick Portugal bc- gab sich von Cascaes nach Lissabon, um den Kapitän zu empfangen. Man bringt den Besuch in Berbindung mit einer vorangegangeue« Konferenz in der französischen Gesandtschaft, der sowohl der englische wie der fran­zösische Gesandte, sowie der portugiesische Ministerprä­sident betgewohnt hatten.

Belästigung der Dentschcn in Kanada.

w Hamburg, 4. Oktober. Nach einer Neuyorker Meldung desHainb. Fröbl." haben die zahlreichen in Kanada lebenden Deutschen große Belästigungen zu er­dulde«. Da mcf)r als 20 Prozeut der Äevölkeruug Ka- uadas Deutsche sind, rufen die Maßnahmen große Er­regung hervor.

Heldentod de^s Generals von Trotha.

Unter den Offizieren, die für Ostpreußens Befrei­ung den Tod gefunden haben, verdient mit in erster Linie der Kommandeur der 1. Infanterie-Brigade General- »iajor von Trotha genannt zu werden. Er fiel im Ge­fecht bet Malgaofen, nordöstlich Neidenburg. DieHar- tungsche Zeitung" berichtet: Die Bewegungen der 1. Infanterie-Brigade in den letzten Angusttagen bildeten ein Glied in der Kette der nmttammeruiig der russi­schen Armee auf ihrem Stidflügel in dem Waldgelände nordöstlich Neidenburg. Alle Versuche des verzweifelten Gegners, aus Den Wäldern hervorzubrechen, wurden überall mit eiserner Gemalt zunichte gemacht. Die Kata­strophe näherte sich von Tag zu Tag ihren, Höhepunkt. Am 31. August ging schließlich die Brigade dem Gegner auf den Leib in Mei Kolonnen, die eine, anf Malgaofen angesetzt, unter persönlicher Führung des Gc"nerals von Trotha. Bald war man dein Gegner an der Klinge. Das Dorf Ulleschen wurde mit stürmender Hand genom­men, der Vormarsch fortgesetzt. Tausende von Gefan­gene», uttzähltge Geschütze. Maschinengewehre, Muni- tionswagen usw. waren der Erfolg, als der Abend zu dämmern begann und die Kolmine aus dem Wald süd­lich Malgaofen heraustrat. Hier rangierte sie sich und sammelte die Gefangenen. Da flackerte der Kampf im Walde erneut auf. Ein neuer, zurückflutender Gegner begann zu feuern, ein heftiger Waldkanipf war die Folge. Dieser Kampf nahn, bej der einbrechenden Dnnkelheit und der Dichte des Waldes, in dem Freund und Feind nicht mehr zu unterscheiden waren, ernstesten Charakter an. In diesem Augenblick hielt es General v. Trotha für seine Pflicht, persönlich mit einer Schützenlinie tu den Wald einzudringen, um festzustellen, was dort vor- ginge. Die Befürchtung, daß Truppen anderer Kolon­nen auf die eigene feuerten, war nicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich war der Verzweiflungskampf der letzten Russen um ihr Fortkommen aus dem Walde im Gange. General v. Trotha wurde im dichtesten Walde von einem Artilleriegeschvtz getroffen, sein Tod muß in wenigen Minuten erfolgt sein. Bezeichnend für sein Verhalten in allen Känipfen mag sein Ausspruch sein: Die Mannschaften müssen ihren General in vorderster Linie sehen, dann wird es ihnen nie an Mut zum Draus- gehen fehlen!"

Zu einem rührenden Wiedersehen kam es im Marienhospttal zu Soest. Ein dort einge­lieferter verwundeter Franzose war im Operationssaal unter den Händen des Arztes. Als er den Saal ver- lassenwollte, erblickte er einen Leidensgenossen und zwar seinen eigenen Bruder. Sie dienten bei zwei verschiede­nen französischen Regincentern sümpften eund wurden in verschiedenen Schlachten verwundet, kamen in getrenn­ten Transporten nach Soest und trafen sich im Ope­rationssaal. Beide waren hocherfreut und das noch mehr, als sie beide ein gemeinsames Krankenzimmer erhielte».

Das Erbe Franks im Reichstag,

m Mannheim, 5. Oktober. (WTB.) Wie die Landeszeitung" meldet, stellt die Sozialdeinokratie an­stelle des im Felde gefallenen Reichstagsabgeordneten Dr. Frank den Redakteur Oskar Göck als Kandi­daten auf.

Deutsche Post in Brüssel.

Seit Anfang Oktober hat die deutsche Postverwal­tung den seit sechs Woche» unterbrochenen Postverkehr in Brüssel wieder eingerichtet. Es werden offene Briefe nach und von Deutschland mit Auslandsporto befördert. In Brüssel müssen die Briefe im Postamt- abgeholt wer­den, da die belgischen Briefträger den Dienst verweigern.

Schandtaten belgischer Soldaten im eigenen Lande.

** Rosendaal, 5. Oktober. (H. Erdbl.) Ein aus Antwerpen geflüchteter Holländer erzählt: In Belgien fürchtet man sich auf dem offenen Lande vielmehr vor den eigenen Soldaten, als vor den Deutschen, die sich sehr korrekt und menschenfreundlich benehmen. Dagegen be­gingen die belgischen Soldaten unglaubliche Schandtaten. Viele von ihnen betreiben das Handwerk der Leichen­fledderer. Das sei allgemein bekannt. Bei verhafteten belgischen Soldaten sollen beringte Frauenfinger im Tornister gefunden sein. Mehrere dieser Banditen wur­den auf der Stelle erschossen.

Wie führen die Großmächte den Krieg?

Der Deutsche mit dem Mut, Der Franzmann mit der Wut, Der Russe mit der Knut', Der Brite mit der Schnut'!"