Satte sich tief in die hölzerne'DMe eingeboyr^Währenv die Bombe auf diese Weise im Bureau des Osichexpor- teurs alles vernichtet und schließlich ein Loch von 2 Metern Tiefe in den Boden gerissen hatte, war im ersten Stockwerk ein kleiner Kamin, auf dem ein Christus stand, unversehrt geblieben. „Das ist alles, das von meinem Geschäft übrig geblieben ist," sagte Herr Willeinß. „Seit dreißig Jahren steht dieser Christus» da, und er hat sich auch heute nacht nicht gerührt." Jetzt werden Maschinengewehre in Aufstellung gebracht, die das furchtbare Raubtier bei einem neuen Angriff auf die Stadt vernichten
sollen."
Bevorstehende Riesenschlacht in Galizien.
Rotterdam, 3. Oktober. (Hann. Kur.) Der „Limes"- Berichterstatter in Petersburg meldet, daß mau sich am Vorabend wichtiger militärischer Ereignisse befinde. Polen sei nach dem Urteil eimes militärischem russischen Sachverständigen dazn bestimmt, der Schauplatz der größten Schlacht dieses Krieges zn werden. Die Absicht der Deutsche« sei, die Russen z» zwingen, entwedrx Galizien zu räumen oder eine entscheidende Schlacht zu liefern Soweit vorauszusehen ist, werden aber die Rnsien die Kollision vermeiden. Die Derrtschen, sagt der Berichterstatter weiter, zeigen große Kampflaft. Sie versuchten, Osiowicz zn erobern, welches am Endflägel der Krönt liegt. Anscheinend haben die Deutsche» das Vertrauen, daß sie in der Schlacht siegen werden. Jedenfalls sei die Ausführung des deutschen Planes nicht mehr fern.
Die Lage in Wilna.
Wien, 3. Oktober. Die »Rundschau" meldet: Die Lage in Wilna ist kritisch geworden. In der Stadt herrscht panikartige Unruhe. Die Banken sind ge- schlomn-lna .-t hje befestigte Gouvernementsstadt im gleichnamigen Gouvernement an der Eisenbahnlinie Petersburg-Warschau.
Die österreichische Offensive schreitet in
Serbien vorwärts.
WTB. Wien, 3. Oktober. Nach amtlicher Verlautbarung schreitet die Offensive der in Serbien befindlichen Truppen gegen den stark verschanzten Fernd zwar langsam aber günstig fort. Mit der Säuberung der von serbischen vnd montenegrinischen Truppe« beunruhigten Gebiete Bosniens werde energisch begonnen. Hierbei wurde eine serbische Patrouille gefangen genommen. Die von den Serben verbreiteten Gerüchte über die Vernichtung der 40. Honvedsdivision sind selbstverständlich unwahr.
Ungarische Flieger über Cetinje.
Budapest, 3. Oktober. Nach einer hier vorliegenden Meldung haben ungarische Flieger wiederholt in den letzten Tagen anf Cetinje Bomben geworfen. Mit welchem Erfolge, sei bisher nicht bekannt geworden.
Italien will Balona besetzen.
Das „B. T." meldet aus Rom: Das „Giornale d'Jtalia" schreibt: Die Okkupation Balonas stehe bevor. Sie sei dringend notwendig, um zu verhindern, daß der Schlüssel zur Adria in die Hände der Gegner falle. Es genüge eine Besitzergreifung von Balona und ^asseno durch Seeleute ohne große Expedition.
Rumäniens Haltung.
Budapest, 3. Oktober. Das Blatt „Diminevea" meldet: Der russische Gesandte in Budapest, Poklewsky, sei vom König Karol nicht mehr empfangen worden. Nachrichten aus zuverlässiger Quelle sprechen auch von seiner bevorstehenden Abberufung.
Die „Franks. Ztg." meldet aus Berlin: Aus Petersburg wird französischen Blättern gemeldet, die „Nowoje Wremja" erfahre, daß Rumänien, welches die Absicht kundgegeben habe, seine Neutralität aufzugeben, dafür so sonderbare Ansprüche gestellt habe, daß in den diplomatischen Kreisen Rußlands deswegen höchste Berwun- dernng und Staunen herrscht.
Rumänien dürfte, so bemerkt die „Franks. Ztg." dazu, vorausgesetzt, daß überhaupt solche Verhandlungen stattfinöen, Bessarabien verlangt haben, wozu bei einer Niederwerfung der Donaumonarchie selbstredend noch Siebenbürgen käme.
Bulgarien lehnt die Durchfuhr von Kriegsmunttion nach Serbien ab.
WTB. Sofia, 3. Oktober. Unter Hinweis anf die Haager Konferenz und die strenge Neutralität Bulgariens hat die bulgarische Regierung ein Ersuchen Rußlands abgelehnt, die Durchfuhr von Kriegsmuuition nach Serbien aus Rußland zu gestatte«.
Eine bnlgarische Note an Serbien.
„ WTB. Berlin, 3. Oktober. Der Täglichen Rnnd- scha« wird a«s Wie« gemeldet, der bulgarische Gesandte habe der serbischen Regierung eine Note überreicht, mit der Forderung, den Zuständen in Macedonien schleunigst eine Ende zu machen. widrigenfalls die bulgarische Regiernng sich genötigt sehe, eigene Maßregeln zu treffen. Dem gleichen Blatte wird nach der Wiener Reichspost gemeldet, daß Aegypten «»mittelbar vor einer Krise stehe. Das Ministerium weigere sich, die Maßnahmen der englische« Kommandanten anzuerkennen und zu veröffentlichen. Der englische Kommandant lasse alle öffentlichen Gebäude militärisch besetzen.
Hungersnot auch in Montenegro.
Aus Serajewo werden unbedeutende Grenzplänke- leien mit montenegrinischen Truppen und Banden gemeldet, die überall abgwiesen wurden. Zwei Banden wurden gefangen genommen. Sie erzählen von Hungersnot, da die über Antivart gelieferten französischen Lebensmittel ungenügend sind. Die Zahl der Ueber- länfer mehre sich täglich.
Persien vor der Revolution.
Wien, 3. Oktober. Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Konstautinopel, daß «ach dort einge- lanfenen Nachrichten in Persien der RevolutionsanSbrnch bevorstehe. An der Grenze in Afghanistan feien heftige Kämpfe mit russischen Truppen im Gange. In der Provinz Aserbeigschan bewaffneten sich alle Einwohner gegen Rußland. Der „Jkdam" berichtet unter dem Titel „Vor der Revolution in Persien", daß die russischen Be- satznngStrnppe« fluchtartig über die Grenze zurückgehen.
Albanische Muselmanen gegen die Serben.
WTB. Konstantinopel, 3. Oktober. Nach dem „Os- manischen Lloyd" haben die Muselmanen in Jpek, Prinzrend, Uesküb «ub anderen Orte« die Waffe« gegen die Serben erhoben. Die Serben hätten den etwa 90 000 Mann starken Albanesen drei Bataillone entgegen gesandt, von denen zwei Bataillone aufgerieben worden seien. 20 000 Albanesen standen vor Uesküb und hätten die Stadt zur Uebergabe avfgefordert. Gelegentlich einer serbenseiudlichen Versammlung in Monastir sei es z» Zusammenstößen gekommen, bei denen 12 serbische Gen- "drmen getötet worden seien.
Die russische „Kundgebung" in Ostpreußen.
Nachdem nun in Rußland die Kunde über die ge- waltiae Niederlage der russischen Armee in Ostpreußen Allmählich durchsickert und ein Verheimlichen nichts mehr nützt, ist man auf Mr glänzends Idee grromMu, halb
wegS die Wahrheit zu sagen und das Schlimmste doch zu verschweigen. Es war nur eine „Kundgebung", die ihren Zweck natürlich völlig erfüllt hat. Die „Voss. 3tg." berichtet darüber aus Petersburg vom 30. September:
Das „Militärblatt" schreibt: Unser Einmarsch in Ostpreußen bedeutete nichts als eine Kundgebung, die uns ebenso teuer zu stehen kam wie unserem Feinde. Wir haben in dieser Absicht die Kräfte des Feindes festgehalten, die sich sonst vielleicht den Weg auf Paris gebahnt hätten. Mit seinen dezimierten Reihen ist das deutsche Heer jetzt gezwungen, wieder von vorn anzu- fangen.
Ein unerhörter euglischer Schwindel aufgedeckt.
In englischen und französischen Blättern lvar behauptet, von deutschen Soldaten sei in Belgien eine englische Rote Kreuz-Schwester mißhandelt und verstüm- melt. Der Nanie dieser aus London stammenden Schwester sei Florence Walter. Londoner Bläter berichteten später, daß dieses arme Opser in sterbendem Zustande in das Hospital in London eingeliefert worden sei, aber durch eine Operation gesund werden könne. Aus diese Nachricht hin ließ sich ein Neuyorker Arzt, der sich zurzeit in Berlin aufhält, bei dem Direktor des Krankenhauses melden und bat, Florence Walter, die er aus seiner Krankenhauspraxis näher kannte, besuchen und ihr einen Blumenstrauß überreichen zu können. Er wurde auch vorgelassen. Die Kranke war sehr erstaunt, davon zu hören, daß sie überhaupt in Belgien gewesen sein solle. Sie hätte einen Krebs an der Brust und sei wegen dieses Krebsleidens wie jeder andere Kranke operiert worden.
Der Untergang der „Hela".
Ueber deu Untergang unseres kleine»: Kreuzers „Hela" geht der „Neuen Züricher Zeitung" von einem Teilnehmer folgender Bericht zu: „Die „Hela" war um 8^ Uhr morgens auf dem Wege nach Hause, da sie seit Dienstag in See war und abgetöst werden sollte. Plötzlich ein starker Stoß, dessen Mittelpunkt Steuerbord achtern liegend und von der Explosion eines großen Sprengkörpers herrührend sogleich erkannt wurde. Das Schiff legte sich achtern gleich um und lief schnell voll Wasser, da es schon über dem Panzerdeck eingerissen war. Der Schutz war gerade unter der Kammer des Komman- danten durchgegangen und hatte diese ausgerissen. Der Kommandant pflegte sonst um diese Zeit unten zu sein, um sich etwas zu waschen: in dem Moment aber war er auf der Brücke. Es wurde natürlich noch alles versucht, das Schiff yt retten; aber nach zwanzig Minuten mußte der Befehl gegeben werden: „Alle Mann aus dem Schiff." Die Haltung der Mannschaft war tadellos. Mit drei Hurras sprangen sie ins Wasser und sangen schwimmend patriotische Lieder. Einem von ihnen waren beide Beine gebrochen: er wurde auf ein Brett geschnallt ins Wasser geworfen und gerettet. Der Kommandant blieb noch so lange auf der Brücke, bis er sah, daß das Schiff im nächsten Augenblick sinken würde: dann sprang auch er mit dem Ingenieur und dem Arzt über Bord. Als er zehn Meter entfernt war, versank das Schiff restlos: wahrscheinlich war es in der Mitte durchgebrochen. So starb die brave „Hela", die bis zuletzt so wacker ihre Pflicht getan hatte, die in diesem Kriege, die Auslandskreuzer abgerechnet, vom ersten Tage an am meisten draußen war. Fast die ganze Mannschaft mit allen Offizieren ist gerettet: drei Mann fehlen, einer starb am Herzschlag, mehrere sind verwundet. Der Kommandant ist eine Stunde bei ziemlich hohem Seegang im Wasser gewesen, bis er den kleinen Schlepper erreichte, der schon 130 Mann ausgenommen hatte."
Die Beute der „Emden".
WTB. London, 2. Oktober. Der „Manchester Guardian" schätzt den Schaden, den der Kreuzer „Emdeu" der englischen Schiffahrt im Indischen Ozean zugefügt hat, auf eine Million Pfand Sterling. Der Tonnengehalt der zerstörten Schiffe betrug 50 000. Das Blatt rühmt den Kapitän der „Emden", der die Bemannung der Kauffahrer schonte, nnd bemerkt, die englische Marine habe in den asiatischen Gewässern kaum sechs Kreuzer, die an Schnelligkeit der „Emden" gleichkommen.
Abermals ein Minenopfer.
WTB. Hartlepool, 3. Oktober. Der Dampfer Selby mit mehr als dreitausend Tonnen Kohlen von Shields nach Antwerpen unterwegs, ist vorgestern nacht auf der Nordsee auf eine Mine anfgelaufen und gesunken Die zwanzig Mann starke Besatzung rettete sich in die Boote und wurde gestern früh in Lowefioft an Land gebracht
H a r t l e p 0 0 l ist eine Stadt m der engli»chen Grafschaft Durham an der Nordseeküste.
Stimmungswechsel in Amerika.
Während in den ersten Woche»: des Krieges unter den: Eindruck der allein zur Leitung kommenden englischer: Lügeumeldungen die Stimmung in Amerika i^ Deutschland wenig günstig war, sodass vor allem auch die Deutsch-Amerikaner zu verzweifeln anfingen und zu glauben, daß tatsächlich das Ende für ,N"tschland gekommen wäre, hat s:S nunmehr ein sehr erfreuucher Umschlag vollzogen. Die großzügige Arbeit, die die Wahrheit nach Arnerika getragen hat, hat glänzenden Erfolg gehabt Die Deutschen verfolge»: frohgemut d»e wunderbaren Waffentaten der deutschen Truppe»: im Osten und Weste»:, und Tausende und Abertausc»:de melden sich, leider vergebens, zum Waffendienste in der Heimat. Es fehlt an der Möglichkeit, sie nach Deutschland befördern ^Die Amerikaner selbst aber erkenne»: jetzt Englands wahres Gesicht und sie empfInöen sehr mohl, mÄ™ ÄS ÄS S&*
- ^Ä^ÄMÄ B-rUn 8e? Gewiß man sab in ihm der: Bertrewr amerikanischen Volkes, aber. wahrend die
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gefeiert wurde? Gewiß man sah M wm oen ^erirerer des ganzen amerikanischen Volkes aver wahrend die Präsidenten in der Regel ihre Peinlichkeit hinter ihrem Amte zurücktreten lassen, war er durch und Dunf) Persönlichkeit. Allerdings mit einem starken Zug ms Groteske. Damals hatte er den Gipfel des Komnchen allerdings noch nicht erreicht, das war er,t, als er dieses Jahr in Brasilien einen Fluß entdeckte, der schon in jedem Schulatlas steht. Er kam aus Afrika, wo er sich nur als gewaltiger Jäger betatigt hatte und besuchte die Hauptstädte Europas, überall mit Ehren überbaust und überall Reden haltend, die nicht immer taktvoll waren. So, wenn er den Engländern ihre Mißwirtschaft in Aegypten vorhielt. Nur Deut,chland imponierte ibm. Schon ehe er Präsident wurde, hatte er sich bemüht, den Ehrgeiz der Amerikaner au, höhere Zeile als Dollar- jagd und Sportrekorde binzuwe sen. Damals erschien ihm Deutschland als Ideal, auf ihn geht ja auch die Einrichtung der Austauschprofessoren zurück. Und nun
Ker seine Meinung über den Krieg n die Worte zü
rnen: „Ein Friede, der den Militarismus bekräftigt, wird wenig Wert haben." Er ist überzeugt, dan Deutschland es auf die Vernichtung der Freiheit harmloier Völker abgesehen hat. Ein solches harmloses Volk sind ihm natürlich die Belgier. Kurz und gut, Roosevelt sieht die Dinge ganz und gar durch die englische Brille und ist so wieder ein Beweis für die Kraft der englischen Presse, die Auffassung Englands der ganzen Welt als dir einzig richtige aufzuzwmgen. Mit Worten ist gegen
. Damals erschien
„.... ihn gebt ja auch die
Austauschprofessoren zurück. Und nun
dieses Lügengewebe schwer aufzurommen, schon Desto« gen, weil Die Wahrheit nur eine ist, der Lüge»: unzählige. Hier helfen nur Taten, Taten, die selbst dem großen Kindskopf Roosevelt zu Gemüte stthreu, daß er damals aus Dem richtigen Wege war, als er in Deutschlands Zukunft das Heil der Welt erblickte.
firleflsalletlei.
Verurteilung eines Spiotts.
WTB. Leipzig, 3. Oktober. Jr: Dem gestern vor Dem Reichsgericht verhandelten Spionageprozeß gegen Den Schreiber bei der Eisenbahndirektioi» Oppelr: Paul Czech wurde Der Angeklagte wegen versuchter: Verrates »nili- tärischer Geheimnisse in Tateinheit mit Diebstahl unter Anrechnung einer vom Schwurgericht Oppelr: gegen ihn erkannten iieunmonatigen Gefängnisstrafe zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren drei Monaten Zuchthaus, Verlust Der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von zehn Jahren und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht verurteilt. Als strafverschärfend kam in Betracht, daß Der Angeklagte Deutscher ist urrd daß er Die. mic er wußte, geheim zu haltenden Pläne über Bahnhöfe und Eisen- bahnstrecken, Die im Kriegsfalle zur Verweuduug fom= men sonnten, zu einer Zeit verrate»: rvollte, als allge- mein schor» mit einem Kriege gerechnet wurde. Wie aus der Urteilsbegrüttdung weiter hervorgeht, hatte Czech sich mit einem Angebot an den russische»: Militärattachee in Berlin gewendet.
Kameraden.
Vo»r einer erfreulicher: Episode aus diesen an Schrecknisse»: so reiche»: Kriegstagen weiß ein Leser irr Dliren z»: berichten. „Ein Zug mit Verwundeten," erzählt er, „fährt aus dem hiesigen Bahnhöfe ein. Wir von Der Sanitätskolonire öffneten Die Wagentüren, um Den Leidenden Erfrischungen anzubteten. In einem Abteil liegt ein verwundeter deutscher Offizier mit einem kriegs- gefangenen französischen verwuuDetcn Offizier. Auf meine Frage an den deutschen Offizier, ob er etwas an essen oder zu triukeu wünsche, antwortet er: „Ja, und auch für meinen Lebensretter. Das ist nämlich Dieser französische Offizier. Als ich hilflos am Boderr lag, rvoll- ten Weiber über mich herfallen: da hat Dieser französische Kamerad mich verteidigt. Seitdem sind wir wie Brüder. Jetzt nehme ich ihr: mit in meine Heimat, wo wir Aufammen uns ausheilen lassen »vollen." Angesichts der Verlogenheit, mit der die Pariser Presse Den Deutschen alle Grausamkeiten audichtet und von ihnen nur in Ausdrücken wie Barbaren, Hunnen, Mördern spricht, tut es wohl, zu konstatieren, daß »uanche französische Sol- Daten selbst ganz anderer Meinung sind. So hat man bei einem deutsche»: verwundete»: Krieger, Der gegenwärtig in Der Schweiz gepflegt wird, folgende in französischer Sprache abgefaßte „Empfehlung" gefunden. „Der Unterzeichnete, von Den Deutschen bei Mülhausen gefan- genaenommen, stellt feinem Pfleger das Zeugnis aus, ivahrhaft brüderlich behandelt worDen zu sein, und bittet, diesen Soldater», falls er verwundet oder gefangen wäre, »nenschlich zu behandeln. Wir Franzose»: haben hier nur Güte und Wohlwoller: kenne»: gelernt.
Vermischtes#
Brief eines Großvaters. Die '„TaunusD-Zeitung" veröffentlicht folgende»: Brief, Den ein Großvater beim Dienstantritt seines Enkels, eines siebjehnjährigcn Kriegsfreiwilligen, geschrieber: hat: „Ich halte es für einen großer: Gewinn, daß Rudi sich nun auch betätigen kann und zwar auf eine Weise, die seiner männlimen Entwicklung sehr zustatten fommen wird. Ich muh iinn auch wünschen, daß seine »nilijärische Ausbildung rechtzeitig beendet werde, so daß auch er noch für das Vaterland mit einzutreten hat. Die Sorgen, die uns daraus erwachsen, müssen wir auf uns nehmen. Wiederholt habe ich um das Leben von Töchtern gezittert, wenn sie in ihrem Berufe bedroht waren bei der Geburt ihrer Kinder. Jedes Geschlecht bat eben seine eigenen Gefahre»: zu bestehen. Und wie gut geht es dabei unseren deutschen Männern im Vergleich zu denen der Feinde: Gute Ausrüstung, volles Vertraue»: zur Führung, ei», gutes Gewissen der Kriegsentstehung gegenüber und die Heiligkeit des Kriegszweckes: Gilt es doch nicht nur, ein starkes Deutschland au erhalten, sondern auch Dem »deutsche»: Gedanke»: zum Siege zu verhelfen. Auch für Rudi ist dieses Wort ja keine leere Phrase. Ich weift, daß er schon mit Erfolg über seinen Sinn nachgedacht hat." __________________________
Sie sreigelassenen deutschen Parlamentäre.
Das Parkhotel in Mannheim hatte an den letzten Tagen deutsche Offiziere zu Gast, die wochenlang in französischer Gefangenschaft zugebracht hatten. Ueber ihre Abe »teuer erzählten fie u. a.:
Am 2. September erhielten sie, Rittmeister v. Kummer, Hauptmann v. Arnim und Leutnant der Landwehr-Kavallerie Schöller den Auftrag, als Parlanientäre die Festung Reims zur Ueber« gäbe aufzufordern. Als Trompeter begleitete si? der Kriegsfreiwillige Llewing (bas bekannte Mitglied des Kgl. Schauspielhauses Berlin). Zu der Mission benutzte man ein Auto, von dem die weiße Fahne flatterte. Vorposten wurden nicht bemerkt, erst kurz vor der Stadt stieß man aus eine Husarenpatrouille, welche die Parlamentäre trotz der ausdrücklichen Aulklärung über ihren Auftrag für Engländer hielt. Das Volk in Reims ivar anfangs auch dieser Meinung und begrüßte das Auto mit lebhaften Zu- rufen. Bald aber änderte es seine Haltung. Die Deutschen wurden mit wüsten Beschimpfungen überschüttet und der Mob warf mit Steinen und leeren Konservenbüchsen und spuckte nach ihnen. Ein Oberst schritt schließlich zu ihrem Schutze ein und verwies sie an den Gouverneur. Da dieser angeblich spaziere»» geritten war, bestimmten die Parlamentäre eine Frist von zwei Stunden und brachten die Bedingungen zu Papier.
Die Uebergabe wurde abgelehnt. Unter Begleitung einer Infanterie- und Kavallerieeskorte verließen sie wieder darauf die Stadt, wurden aber draußen von den inzwischen aufgestellten Vorposten angehalten. Im Augenblick waren zwei Automobile mit Infanterie zur Stelle, die deutsche Abordnung wurde trotz aller Proteste und obivohl sie sich durch eine Bescheinigung des französischen Kommandanten als Parlamentäre ausweisen konnte, festgenommen und mit verbundendn Augen in die Festung zurück- gebracht. Nach endlosen Verhören in R. wurden sie in einem offenen Wagen durch verschiedene Orte an der Marne gefahren bisweilen gefesselt. Die Fahrt währte die ganze Nacht. Am nächsten Tag wurde in einer andern Stadt das Aussragen »vieder ausgenommen. Es schien Aussicht vorhanden zu sein, zurückae- schickt zu werden, baun aber hieß es, wenn die Herren für ihr Auftauchen in R. keine bessere Erklärung geben könnten, würden sie als Spione behandelt und hätten bann die Folgen zu tragen
Der Fall wurde dem Instanzenweg übergeben. Der Brigadier schob ihn zum Divisionär, dieser zum kommandierenden General und am Ende lag die Entscheidung beim Generalissimus Ioffre, der verfugte, die Deutschen seien als Parlamentäre zu behandeln, sollten aber drei Wochen zurückbehalteir werden, damit ge nicht irgendwelche Beobachtungen zu früh ausplaudern könnten. Die Gefangenen wurden nach Orleans verbracht und saßen hier dre, Wochen lang bet schlechter Behandlung in Haft. Die Räume, die man ihnen im Rathause zuwies, waren klein und halbdunkel. Bewegung in freier Lust wurde nicht gestattet. Beköstigt wurden sie aus der Unteroffizierkantine. Zu bemerken ist, daß außer den Offizieren und dem Unteroffizier auch noch der Chauffeur in Be- fangenschaft war. Nach drei Wochen wurden die vier bet Belfort über die Grenze gebracht uub ihrem Schicksal überlassen-