Einzelbild herunterladen
 

Vorbildung der Jugend.

Je länger der Riesenkampf dauert, den wir auszufechten haben, umso wichtiger wird die Aufgabe, die Heranwachsende Jugend für militärische Hilfs­leistungen und für ihren späteren Dienst in Heer und Flotte vorzubereiten. Ein kürzlich veröffentlichter Erlaß der zuständigen Minister macht auf die Richt­linien aufmerksam, die bei dieser militärischen Vor­bildung der Jugend vom 16. Lebensjahre ab zu befolgen sind und ruft alle Behörden zu kräftiger Förderung und Unterstützung auf. Wenn dabei der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß die Heran­wachsende Jugend es in weitestem Umfange als ihre Ehrenpflicht gegenüber dem Vaterlande ansehen wird, sich freiwillig zu den angesetzten Uebungen einzufinden, so wird auf ihre Erfüllung mit Bestimmtheit zu rechnen sein. In gewaltigen Massen haben die jungen Deutschen, die schon die Waffen gegen den Feind führen zu können glaubten, sich zum Heeresdienste gedrängt, und ihre jüngeren Brüder werden nicht weniger freudig das tun wollen, was sie für das Vaterland schon leisten können. Noch beben unsere Herzen, angesichts der Greuel, die im fernen preußischen Osten von rohen Feinden verübt sind, noch stehen unsere Heere in schwerem Ringen gegen starke und tapfere Gegner. Da fühlt ein jeder Deutscher die Pflicht, an seinem Teile Seist Vaterlande zu helfen, so gut er vermag.

Und wenn sie hierzu sich vorbereiten läßt, so leistet Sie Heranwachsende Jugend einen großen und wichtigen Dienst. Sie kann, auch ohne daß sie schon die Waffe führt, lernen, wie sie sich in militärischen Verbänden zu bewegen und zu verhalten hat, sie kann sich erziehen lassen zur Geistesgegenwart, zu schnellem Anpassen an das Gelände und an plötzliche Zwischenfälle, sie kann richtig beobachten und das Beobachtete zuverlässig wiedergeben lernen, sie kann im Kartengebrauch, im Vorpostendienst, im Anlegen von Schützengräben und in allen möglichen Hilfsdiensten geübt, kurz, nach den verschiedensten Seiten hin so vorbereitet werden, daß ihre spätere Ausbildung mit der Waffe wesentlich

erleichtert wird und sie, wenn nötig, schon vor dem Eintritt unter die Fahnen zum militärischen Hilfs- und Arbeitsdienst herangezogen werden kann. Vor allem aber kann und soll sie sich mit Mut und Entschlossenheit, mit dem Geist restloser Hingabe für das Vaterland erfüllen lassen, einem Geist, der sie zu ebenso leuchtenden Taten befähigt, wie sie ihre älteren Brüder heute ausführen sieht.

Ergeht jetzt der Ruf zur Sammlung an die Heranwachsende Jugend, so möge niemand zurückbleiben! Möge die Jugend sich sagen, daß in dem Kampf gegen eine so gewaltige Zahl von Feinden ein jeder sein Bestes daransetzen, daß auch der Vaterlandsverteidiger der Zukunft sich bei Zeiten in den Dienst der gemein­samen Sache stellen muß! Und mögen alle Eltern freudig dazu beitragen, ihre Söhne mit begeisterter Opferwilligkeit zu erfüllen! Um so sicherer wird der Sieg uns bleiben.

Durch die Lupe.

(Ein Stückchen Stammtischpolitik in Versen.)

Wenn mit Dunkelheit und Kühle jetzt im Herbst der Abend naht, füllt der Stammtisch sich wie früher, und bei Schafskopf oder Skat wird der Lauf der Weltgeschichte mit Begeist'rung diskutiert. Eine Probe der Gespräche sei dem Leser vorgeführü Mit dem Russen wird es diesmal nicht zum Federlesen kommen, Polen, Estland, Kurland, Liv- land werden einfach weggenommen. Bei Galizien die Ecke steckt sich sicher Oesterreich ein, in dem' Reste aber setzen wir 'nen Polenkönig ein, der für alle Zeiten dann sich an Deutschland lehnen kann. Hat für Frankreich sich die Wage erst zum Niedergang gekippt, müssen wir soviel verlangen, wie es überhaupt nicht gibt. Von den neuen Kruppkanonen bleiben zehn vor jedem Fortund die Anzahl der Soldaten schreiben wir ihm jährlich vor. Auch für Belgien wird es bitter; haben wir Antwerpen endlich, kommt zu Deutschland künftig alles, sowas ist doch selbstverständlich. England aber soll am meisten noch an diesem Krieg

sich laben, wenn wir erst fünfhunderttausend deutsche Truppen drüben haben. Englands Flotte zugegeben, ist vorläufig nicht zum Lachen, aber unsre blauen Jungens werden sie schon mürbe machen. Wenn dann alles erst vorüber, geht es mit der ganzen Flotte fern nach Asiens Gewässern, in das Land der gelben Rotte. Was mit Japan dann gescheh'n soll, ist zur Zeit noch nicht bestimmt,möglich ist, daß DeutschlandOesterreich jedes sich die Hälfte nimmt. Und so weiter, und so weiter. Zwischen diesen Geistesfunken wird zugleich mit wicht'ger Miene Skat gekloppt und Bier getrunken, und am Nebentisch indessen trinke ich das sechste Echte mit dem stillen Wunsch jm Herzen:Wenn es doch so kommen möchte!"

Walter-Walter.

Verzeichnis

der bei L. Pfeiffer, Depositenkasse Hersfeld ferner eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

Für das Rote Kreuz, Sektion hersseld

von Männergesangverein Tann Kr. Hersf. M. 30.

Gemeinde Mecklar 3. Spende . . . 75. Meckbach 3. . . . . 75. Herrn Walther Gliemeroth, Obere Frauenstraße 21 .... 20. Jagdgesellschaft Niederthalhausen Erlös für einen Hirsch . . . . 74. Herrn Förster Badenbach, Niederthalhausen 5. Hospitalpfründnerin hier..... 10.- M 289^ Bestand 21.561.95 heutiger Bestand M. 21.850.95

Für die Notleidenden in Ostpreußen gingen ein: von Gemeinde Mecklar.......M. 50. Ungenannt.......... 3. 53^

Bestand 312.70

heutiger Bestand M. 365.70

Hersfeld, den 30. September 1914.

Nachstehend veröffentliche ich den Fahrplan der Hersfelder Kreisbahn, gültig vom 1. Oktober 1914 bis 30. April 1915.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

I. A. Nr. 7679. I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfelder Kreisbahn.

Uigl. Bymnasium in Hersfeld mit Reaiameiiunoen

für Ersatzunterricht (statt des Griechischen), durch deren erfolgreichen Besuch das Zeugnis für den einjährigen Dienst erworben wird.

Das Winterhalbjahr beginnt

W inter=Fahrplan

gültig- vom 1. Oktober 1914 bis 30. April 1915

Richtung Hersseld-Heimboldshausen.

Stationen

Richtung Heimboldshaufen-Hersfeld.

km.

23 1

13

23

23

Klasse

Klasse

23

23

23

23

2

4

6

8

Zug No. Zug No.

1

3

5

7

00

B 5-

850

2°°

82

ab

I Serslelb )

(°n

52

8'°

ll37

02

5

§52

901

212

9-

ab

Sorgn

ab

5«

800

ll26

ß-

10

i607

912

224

9-

ab

Malkomes

ab

5-

^49

11

62

11

ß s

8°

23°

9-

ab

Scheaksolz

ab

522

J45

11

62

15

R 019

8

238

9-

an

Schenklengsselb

ab

522

^36

10

62

6

925

245

ab

Schenklengsselb

an

«

J35

10

62

18

r

932

252

ab

Wehrsbaulen

ab

e

^29

1049

62

20

g3

9

258

ab

Ransbach

ab

^23

1048

5M

26

r

T

3

an

f heimbolbshanlen f

1 °b

<J10

1030

540

N

mum n 14. Omar. M morgens 8 Uhr mit der Aufnahmeprüfung. Das für die An­meldung neuer Schüler Erforderliche weisen die Melde­scheine nach, die durch den Gymnasialpedellen kostenlos zu erhalten sind.

Die Wahl der Wohnung oder Pension für aus­wärtige Schüler unterliegt der Genehmigung des Unter­zeichneten.

Der Königliche Dymnaslaiöireiiior.

Die Besohlanstalt mit elektrischem Betrieb von Johs. Otterbein, ^"T empfiehlt sich zum Besohlen und Reparieren aller Arten von Schuhen unter Verarbeitung von nur guten Zutaten. Schnelle Bedienung Fachmännische Ausführung. In Eilfällen kann gewartet werden.

Die Anfertigung, An- I lieferung u. Aufstellung I der eiferuen Dachkon 1 struktion u. Tore (rd. 25 t 1 Nußeisen, 6 schmiedeiserne ! Tore pp.) für die Erwei- terung des Lokomotiv-

Bebra soll in einem Lose vergeben werden. Die Ver- dingungsunterlagen u. Zeich­nungen können auf dem unterzeichneten Amt einge­sehen und gegen Einsendung von 3,05 M. bezogen werden.

Verdingungstermin am 21. Oktober 1914 vor- . mittags 11 Uhr im Dienst­gebäude des Belriebsamtes. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

H ers feld.

Königliches Eisenbahn- Betriebsamt.

Kriegs-

Cigarren und Cigaretten portofreie Feldpostbriefe offeriert

M. S. Nussbaum,

Hersfeld

Bahnhofstraße 11. Telephon 235.

Wiederverkäufer hohen Rabatt.

3«lerl. Wbmsche

sofort gesucht.

Näh. in der Exped. d. Bl.

Ein gutes

Arbeitspferd

zu verkaufen, unter drei die Wahl.

Zu erfr. in der Expedition.

V ersand-Kästchen^1

zu

Liebesgaben

empfehlen für Wiederverkäufen

Becher & MarKhausen, Dassel

Kartonnagen-Fabrik. >

a

Seschäflskuverts

Ludwig Funks Buchdruckerei,

Zigarren- Beutel

liefert in den verschiedensten Mustern und Größen zu billigsten Preisen

l Funks Buchdruckerei.

kaufen gut und billig ihren Bedarf in hyg® nischen Gummiwaren Unterlagen, Irri­gatoren, Steckbecken, Leib- und Monatsbinden u. s. w. bei

H Reinhard Nach f-

Inh.: E. Körting, Hersfeld, Klausstr 17.

Auf Wunsch Frauen-Bedienung.