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Die allgemeine Kriegslage in West und Ost.

Beschießung der Forts von Antwerpen.

Festungskamps im Osten.

Französische Vorstöße zurückgeschlagen.

WTB. (Amtlich). Großes Hauptquartier, 29. Sep­tember, abends. Auf dem rechten Heeresflügel in Frank­reich fanden heute bisher noch keine entschiedene Kämpfe statt. Au -er Front zwischen Oise und Maas herrschte im allgemeinen Ruhe. Die im Angriff gegen die Sperr- forts stehende Armee schlug erneut französischen Vorstöße aus Ber-nu und Tonl zurück.

Gestern hat die Belagerungsartillerie gegen einen Teil -er Forts von Antwerpen das Feuer eröffnet. Ein Vorstoß belgischer Kräfte gegen die Einschlietzungslinie wurde zurückgewiesen.

Im Osten scheiterten rnssische Vorstöße, die über den

Njemen gegen Snwalki erfolgten. Gegen die Festung Ossowiec trat gestern schwere Artillerie in den Kampf.

Ein großer Ausfall aus Antwerken zurückgeschlagen.

Dem blutigen Ringen im Westen widmet General­leutnant z. D. Metzler in der „Magd. Ztg." folgende be­merkenswerte Worte:

Es entwickelt sich bei den gegenüberstebenden Teilen ein Ringen mit allen zur Verfügung stehenden und überhaupt heranzuziehenoen Kräften. Feldbefestigungs-- artig entwickelten sich die Schlachtfronten, hin und her wogten die Kämpfe. Durchbrüche versuchten die fran­zösischen Heere, gleichzeitig aber auch Ueberflügelung des rechten deutschen Flügels. Bis nach Verdun zogen sich im Osten die Schlachtfronten, im Westen bis über das rechte Ufer der Oise. Die größte Schlacht seit Be­stehen der Welt war seit dem 12. September im Gange, tage-, wochenlang! Und in wie vielen Nächten waren die Angriffe durchgeführt oder erwartet. Das ist eine An­forderung an die Nerven, eine Anspannung der Willens­kraft, wie sie in diesem Maße an die Kämpfer in unse­rem letzten großen Kriege nicht herantrat. Willig er­kennen diese das an, und überdies ist zu berücksichtigen, daß unsere Helden von 1870/71 durch die vorhergehenden, vom kleinen zum größeren sich auswachsenden Kriege kriegsvertraut waren. Unseren fetzigen Helden ging diese Kriegsvertrautheit vollkommen ab; und doch Er­folge in ungeahnter Schnelle und Ausdehnung! Der Siegeswille aller, von dem obersten Heerführer bis zum jüngsten Tambour, ist so unbeugsam und so groß, daß Mit ihm als mit einer sicheren Größe gerechnet werden kaun. Siegreich für die deutschen Waffen wird die jetzt im Gange befindliche große Schlacht im Westen enden. Das' ist gewiß. Nicht so gewiß kann die Zeit bestimmt werden, da die Entscheidung fällt. Auch nicht der Ort. Beide Heeresleitungen werden sich sagen, daß von der Entscheidung der jetzt tobenden Schlacht der Verlauf der noch folgenden Kriegshandlungen im Westen abhängt: und auch, daß diese das künftige Schicksal von Frankreich bstimmen. Verzweifelte Anstrengungen auf der feind­lichen, planvolles Vorgehen auf unserer Seite — das ist das Kennzeichen der eigentlichen Kriegslage. Als ein Synwtom verzweifelter französischer Anstrengungen ist der am 26. September eingeleitete Vorstoß gegen die äußerste rechte Flanke des deutschen Heeres anzusehen.

Weder die militärische noch die politische Lage zwingt die deutsche Heeresleitung, die Schlachtentscheidung zu einer Zeit zu erstreben, in der die Vorbedingungen zu einem Erfolg noch nicht ganz erfüllt sind. Aber sicher können wir sein, daß unsere Heeresleitung zum entschei­denden Schlage im richtigen Moment ausholen wird.

Glänzend erweist sich im Vertrauen und im Warten das deutsche Volk und die Presse. Ungewohnt des langen Wartens, etwas verwöhnt durch die großartigen und schnellen Erfolge unserer Heere trägt unser Volk jetzt würdig die Spannung während der Riesenschlacht.

Der Kampf um Verdun.

Der Kriegsberichterstatter des „Neuen Wiener Tage­blatts" sendet seinem Blatt aus dem großen deutschen Hauptquartier folgenden Bericht über die Kämpfe um Verdun:

Ich wohnte gestern dem Kampf des rechten Flügels der Belagerungsarmee bei, deren Ziel es ist, die Maas- sperrforts zwischen Verdun und Toul zu durchbrechen. Die Operationen der Armee begannen vor etwa acht Ta­gen. Hierbei kam es zu großen Kämpfen. Der Gegner wurde überall geworfen. Heldenhaft war die Erstür­mung der französischen, schon im Frühjahr ausgebauten natürlichen Stellungen auf dem Ostrand der Cote Lor- raine trotz starker artilleristischer Gegenangriffe aus der Gegend von ... Die Deutschen warfen den Feind gegen Verdun derartig zurück, daß er zu großen Ouerationen unfähig war. Nach Sicherung der Flanken Wnnte das Vorgehen der deutschen schweren Artillerie und der öster­reichischen Motormörser kraftvoll und erfolgreich erfol­

Aus französischer Gefangenschaft entflohen.

Ein Angehöriger der fozialdemokratischen Partei, der im Westen gegen die Franzosen sümpfte, sich dann sechs Tage in französischer Gefangenschaft befand und aus der Verlustliste als „Vermißter" aufgezählt war, hat an seine Eltern in Jena einen Brief geschrieben, den wir hier nach der „Weimar. Volksztg." nnedergeben:

Liebe Eltern! Um Euch von der Betrübnis durch mein Vermitztsenr zu erlösen, will ich Euch mitteilen, daß ich sechs Tage in srauzösischer Gefangenschaft war, aber wieder entkommen bin. Es war am 24. August, als Leutnant v. W. und vier Dragoner, darunter ich, freiwillig eine Stellung feindlicher Futzartillerie erkun-

V)r Namen sehr starkes Feuer aus dichtem Wald. Plötzlich stießen wir auf feindliche Infanterie. Wlr hatten Glück und kamen durch. Als wir einen SÄ1 bester waren, standen wir direkt vor schwerer m^r^Mä AN lstachen, und nach der Flanke verziehen, formen mir wir ungefähr % Stunde geritten waren, kamen wir am eine Patrouille vom Infanterie-Regiment vom cYHfnmPT^ iiber noch zwei Patrouillen vom vkMamerie-Regrmeut . . . und ... Es waren im L"^ mmm'l",9^ SS Mann, und

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ix e* Jitwt einer der feindlichen Artillerie ist ankae- standen. Es war morgens aeaen 4 iifir ant h?m Rückmarsch; zwischen der Feldartillerie und Infanterie sind wir auf eine feindliche Koinpagnte aestotzen und diese schössen mW unsere Pferde weg Wenn wir die drei Patrouillen noch bei uns gehabt hätten wären wir sicher davongekommen; aber wir vier Mann und der Leutnant.konnten nicht weiter. Geschossen haben sie M nicht so viel, weil sie uns gern MÄ wott

gen. Am Donnerstag eroberten die Deutschen St. Mi- hiel. Gestern früh wurde das Fort Camp -e Romaine im Sturm genommen. Einige Schritte neben der öster­reichischen Motormörserbatterie gerieten wir Kriegsbe­richterstatter in ein scharfes Schrapnell- und Granat­feuer. Das sausende Pfeifen der Schrapnells hatte eine unheimliche Wirkung. Fünfzehn Schritte vor mir platzte ein Schrapnell im Walde. Ein früherer Schrapnellschuß tötete an der gleichen Stelle zwei Landwehrsoldaten. Wir suchten mit den österreichischen Soldaten im Walde Deckung vor der glänzend schießenden feindlichen Ar­tillerie.

Unsere Motormörser, so heißt es am Schlüsse des Berichts, arbeiteten, von den Deutschen bewundert, vor­züglich. 2 Kilometer vor uns fand ein Jnfanteriegefecht statt.

Neue Befestigungspläne in Frankreich.

In Frankreich trägt man sich ernstlich mit dem Ge­danken, die der Hauptstadt benachbarten Städte zu be­festigen, damit diese nicht etwa, wie beim ersten Vor­märsche der Deutschen auf Paris, erneut mit Leichtigkeit in die Hände des Feindes fallen können. General Gal- lieni, der Befehlshaber der Pariser Besatzungstruppen, hat einen Plan zur Verteidigung des Seinedepartements ausgearbeitet, der von dem Generalissimus Joffre gut­geheißen wurde. Die Städte sollen so befestigt werden, daß der Vormarsch der deutschen Truppen erschwert und aufgehalten wird. Laufgräben werden angelegt, Ver­schanzungen geschaffen, und Geschütze sollen an geeig­neten Punkten ausgestellt werden. Die Rekruten der Jahresklasse 1914, die vorzeitig einberufen wurden, sollen gemeinschaftlich mit Teilen der von General Pau im Süden des Landes aufgestellten Armee zur Vertei­digung herangezogen werden.

Frankreich war vor uns mobil.

Berlin, 30. September. (Privattelegramm). Die Tägliche Rundschau berichtet: Bei den Gefangenen in Maubeuge wurden vielfach die französischen Einberu- fungsorders gefunden, die am 1. August ausgestellt sind. Der 1. Mobilmachungstag bei uns war der 2. August. Die Franzosen behaupten, lediglich infolge unserer Dro­hung ihrerseits mobil gemacht zu haben.

Die Beschießung Antwerpens.

WTB. Amsterdam, 30. September. Dem Telegraph wird aus Antwerpen von gestern gemeldet: Die Deut- schen begannen nachmittags die Beschießung der Forts aelm, St. Chatarin und d' Wavre. Nach offizieller scher Mitteilung zogen die Deutschen nachmrttags in Mecheln ein.

WTB. Brüssel, 30. September. Zwecks Schonung der Kathedrale in Mecheln hatte die deutsche Artillerie den ausdrücklichen Befehl, nicht auf die Stadt zn schießen. Die Belgier selbst aber warfen aus dem Fort Waethem schwere Granaten auf die Stadt.

Bet Waethem liegen Autzenforts von Antwerpen.

WTB. Brüssel, 30. September. Das Kommando der deutschen Truppen vor Antwerpen hat die belgische Regierung durch den amerikanischen und spanischen Ge­sandten in Brüssel wissen lassen, daß die deutschen Be- lagcrungstrnppen bereit sind, Kunstdenkmäler bei einer Beschießung tunlichst zn schonen, soweit die belgischen Militärbehörden diese nicht für militärische Zwecke nutz­bar zu machen suchen.

Ein großer Ausfall ans Antwerpen zurückgeschlagen.

Aus Rotterdam wird unterm 29. September ge­meldet: Um einen Versuch deutscher Truppen, bei Ter- monde den Uebergang über die Schelde zu erzwingen, zu vereiteln, machte das Antwerpener Festnugsheer einen großen Ansfall. Es gelang den Deutschen, die Ant­werpener Festungstruppen dreimal zurückzuschlagen, die nach den gestrigen Abenddepeschen mit über 70 000 Mann in das Gefecht verwickelt wurden. Auf beiden Seiten traten starke Abteilungen Artillerie und zahlreiche Ma­schinengewehre in Aktion. Die Belgier hatten sich in der Ortschaft Oodeghem festgesetzt, die in Brand geschossen wurde. Die Belgier bezeichnen den Kampf selbst als unentschieden, mit anderen Worten: sie sind mit blutigen Köpfen zurückgeschlagen worden. Arrch scheinen sie durch das deutsche Granatfeuer starke Verluste gehabt zu haben.

Besetzung von Moll in Belgisch-Limburg dnrch die deutschen Truppen.

Der „Neue Rotterdamsche Courant" meldet, daß deutsche Truppen Moll in Velgisch-Limbnrg besetzt haben. Die Belgier seien nach Turnhout zurückgetrieben worden. Ein Versuch der Belgier, nach dem Eintreffen von Verstärkungen Moll zurückzuerobern, sei durch die deutsche Artillerie abgeschlagen worden.

Franzosen wurden wir abgeführt. Uns ging es aber nicht wie den Franzosen, die froh sind, wenn sie gefangen werden, die essen und trinken in Deutschland und lassen es sich gut gehen. Bei jedem Schritt und Tritt hatten war einen Gewehrkolben im Kreuz oder wir wurden mit Bajonettspitzen gepickt. Unter solchen Qualen sind wir gelaufen bis mittags 2 Uhr nach St. L. hinter E. Als wir E. passierten, sind wir von den Einwohnern mit Steinen beworfen wordem und alle Schandtaten ha­ben sie uns angehängt. Hier Habe ich das erste Blut auf französischem Boden verloren durch einen Steinwurf an den Kopf. In St. L. sollten wir verladen werden. Das war am 26. August. Wir kamen hier in eine Kaserne, i die allerdings nicht so gut eingerichtet war wie die itnfri= gen. Aber wir waren am 28. August auch noch da. Nach langem Ueberlegen faßten wir den Gedanken, aus der französischen Gefangenschaft zu entkommen. Der Leut- i nant wollte nicht daran. Aber wir ließen keine Ruhe. In dem Keller, in dem wir untergebracht waren, wur­den uns die Stricke von den Händen, die blau anaelau- fen waren, mittags eine Stunde und nachts 9 Uhr bis morgens 6 Uhr abgenommen. Es war die Nacht vom ! 28. auf 29. Augtrst, nachts ^12 Uhr. Der Posten, der das Kasernement, wo wir waren, bewachte, wurde ^12 Uhr abgelöst, und da mußte er vor die Hauptwache. Hier ist es nicht wie bei itn§, daß sie an Ort und Stelle, wo sie stehen, abgelöst werden. Wir konnten nirgens anders raus, wie zu einem Kellerloch, das in einer Höhe von 2 Metern mit Steinen zugesetzt war. Ich war Maurer, ich mußte den Anfang machen und das Loch freimachen. Als ich oben angelangt war, kam gerade der Posten ge­laufen. Mir klopfte das Herz, daß ich meinte, er hörte es. Aber er schritt kalt vorüber. Nun zog ich an den Bindesträngen, mit denen wir sonst gefesselt ivaren, ei­nen Kameraden rauf. Dieser stand Posten. Dann kam der Leutnant. Nachdem ich den Leutnant heraus hatte, mußten wir uns verduften, da der Posten wieder im Anzug war. Jetzt stutzte er, aber nach einer Weile ging er weiter. Ich holte mit dem Leutnant schnell die an- deren zwei Dragoner heraus und mit Blitzesschnelle verschwanden wir und fuchsten irgendeinen Pstsnieq Pf«»

Turnhout liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von Moll und nur etwa 10 Kilometer von der holländischen Grenze, sodatz die Belgier in eine üble Lage gekommen zu sein scheinen.

Die Lage in Galizien.

WTB. Wien, 29. September. Ans dem Kriegs- pressequartier wird amtlich gemeldet am 29. September mittags: Angesichts der durch die verbündeten deutschen und österreichischen Streitkräfte eingeleiteten neuen Ope­rationen sind beiderseits der Weichsel rückgängige Bewe­gungen des Feindes im Znge. Starke russische Ka­vallerie-Divisionen werden unsererseits bei Biesz zer­sprengt. Nördlich der Weichsel werden mehrere Ka­vallerie-Divisionen vor den verbündeten Armeen her­getrieben.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes, v. Höfer, Generalmajor.

Die österreichisch-ungarische Flotte vor Antivari.

Die englisch-französische Flotte kreuzt am Aöriati- schen Meer vor den dalmatinischen Küsten, doch vermag sie die Aktionsfähigkeit der österreichisch-ungarischen Kriegsschiffe nicht lahmzulegen. Letztere Schiffe manöv­rieren sozusagen vor dem Angesicht der feindlichen Ueber- macht, sind die Basis ihrer gegen Montenegro gerichteten Aktionen ist die Boche di Cattaro, deren Autzenforts von französischen Kriegsschiffen vor etwa Wochenfrist erfolg­los bombardiert wurden. Nach den letzten Telegram­men aus Brindisi erschienen die österreichisch-ungarischen Kriegsschiffe kurz nach den Angriffen, die von den fran­zösischen Kriegsschiffen ausgesührt wurden, an der mon­tenegrinischen Küste und bombardierten den Hafen von Antivari. Ein aus sechs größeren Torpedobooten und einem der „Monarch"-Klasse angehörenden Kreuzer be­stehendes Geschwader bombardierte bei Woljewitza die befestigte montenegrinsche Küste und gab Schüsse auf die Funkenstation von Antivari und etwa hundert Schüsse auf Antivari selbst ab. Die österreichisch-ungarischen Schiffe zogen sodann vor Spizza. Hier sichteten sie die neuerschienene französische Flotte, die in großer Ueber- macht herandampste. Das österreichische Geschwader zog sich sodann in eine geschützte Stellung zurück.

Japan als Kampfgenosse Rußlands.

WTB. Wien, 30. September. Die Korrespondenz „Rundschau" meldet: Die Einziehnng neuer japanischer Kämpfer erregt in militärischen Kreisen in Petersburg die Besorgnis, Japan werde seine Bnndesgenossenschaft in diesem Kriege benutzen, um die Aufmerksamkeit Ruß­lands in Ostasien abzulenken, nm sich bis an die rus­sisch-sibirische Grenze vorzuschieben. Japan sei als Freund für Rußland gefährlicher denn als Feind.

England und die Türkei.

Frankfurt a. M., 30. September. (Privattelegramm). Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." ist die Schließung der Dardanellen dadurch veranlaßt morden, daß gestern beim Anslaufen eines türkischen Kriegsschisfes ein eng­lisches Torpedoboot es aufsorderte, sich zurückzuzie^en unter der Drohung, es sonst zu beschießen. Die Au,M- derung des englischen Kriegsschiffes wird -kör als ein feindlicher Akt angesehen.

Die Schließung der Dardanellen vollzogen.

Aus Konstantinopel wird vom 28. September ge­meldet: Die Hafenprüfektur teilt amtlich mit, daß die Dardanellen heute früh gesperrt worden sind, da die Not­wendigkeit der Maßregel erkannt worden sei. Kein Schiff werde in die Dardanellen einlaufen oder sie ver­lassen können.

Englisches Ultimatum an den Khediven.

Frankfurt a. M., 30. September. (Privattelegramm.) Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Konstan­tinopel verlangte der englische Botschafter eine Audienz bei dem Khedrven in seiner am Bosporus gelegenen Sommerresidenz. Die Audienz wurde für gestern be­willigt. In Konstantinopel verlautet zuverlässig, Eng­land überreichte d"m Khediven ein Ultimatum, Ko«- stanttnopel innerhnlo 48 Stunden zu verlassen.

Euglandfeindliche Stimmung in Jerusalem.

WTB. London, 30. September. Daily Mail ver­öffentlicht einen Brief aus Jerusalem vom 8. Septem­ber. Danach fei die Masse der Mohammedaner für die Deutschen, ebenso die türkischen Beamten. Damaskus, Beirut, Aleggo, Haifa und Jerusalem seien zu große» Militärlagern geworden. Die Soldaten trügen deutM Kopfbedeckung. Die Mohammedaner bezeichnen die Eug-

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die Mauer, bis wir endlich an einen Dunghaufen stießen; dieser zeigte uns den Weg über die Mauer.

Wir zogen uns rechts von E., um zu den Unsrigen zu kommen. Nachdem wir bis gegen 4 Uhr morgen« qc- laufen waren, stießen wir plötzlich auf eine FeldwaW von dem Fort ...... Der Posten rief uns an, w^r legten uns sofort. Einer unserer Kameraden blieb leioer stehen und nach wenigen Sekunden durchbohrte enn Kugel seine Brust. Unser Leutnant, der noch bei uns war, holte seinen Revolver aus der Reithose, den er bei der Gefangennahme am 24. unter das Reitleder feni” Hose versteckt hatte, und schoß den Posten, als er naher kam, weg. Jetzt hatten wir wieder ein Gewehr bei oer Hand. Nun gingen wir auf die Feldwache vor um stürmten sie, wobei wir gut davonkamen. Wenn man 5 bis 6 Tage nichts im Magen hat, bekommt man Ä dampf. Als wir im besten Essen waren, mußten M durch den Wald flüchten, da die neue Wache aufz'.cy^ wollte. Jetzt hatten wir Gewehre und Patronen genu»' Wir sind gelaufen bis in den späten Nachmittag, bis wir in die Nähe des Feindes kamen, der von unseren pen zurückgeschlagen war und sich auf dem Rückurarim'- befand. Hier mußten wir uns vor unseren eigen Truppen versetzen, damit wir nicht getroffen wuroc«- Wir haben uns eine Heine Vertiefung gesucht, Aeu'- losgehaueu nnö uns zugedeckt. Von außen war uns nichts zu sehen. Hier lagen wir, bis die Trupps vorbei waren und unsere Infanterie sich näherte. dessen graute der Morgen und wir meldeten uns amy beim Infanterie-Regiment .... Wir besamen v i -' kunft über die Division, der wir arrgehörten.

mittags 2 Uhr, als wir zum General v. I. kamen. Leutnant erzählte den Vorgang. Der General uns kräftig die Hand, indem er sagte, er wolle für unsere Belobigung beim Kommando sorgen.