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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- ^»M«^r»lX»« zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei $£l5lvlUBl Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

für den Kreis Hersfeld

ß f n Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im [ MtHSulnil amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-slnschlutz Nr. 8

Nr. 330.

Die amtlichen Bekanntmachungen befinden sich auf der letzten Seite. *

Verlustlisten

vorrätig bis Nr. 34« in der Geschäftsstelle des Tageblattes.

Strickt Strümpfe

für unsere Truppen im Felde!

Die wichtigsten Ereignisse, die in dieser ernsten Zeit fast jeder Tag bringt, machen für Jedermann das Lesen einer Tageszeitung un­entbehrlich.

Große Entscheidungen stehen bevor, und es sollte daher Jedermann rechtzeitig zum Quartalswechsel am 1. Oktober seine Zeitung bestellen.

Das 5ersfelder Tageblatt hat es sich bis jetzt stets angelegen sein lassen, in sachlicher Weise über alle Kriegsereignisse auf Grund neuester aus amtlichen Quellen stammender Meldungen zu berichten.

Wer daher eine zuverlässige Tageszeitung halten will, der bestelle vom 1. Oktober an dasHersfelder Tageblatt", welches auch die amtlichen Anzeigen enthält. Neu hinzutretenden Abonnenten wird das Blatt bereits von jetzt ab kostenlos zugestellt.

Auch die Postabonnenten wollen für rechtzeitige Erneuerung des Abonnements Sorge tragen, damit keine Unterbrechung im Bezüge des Blattes eintritt.

Bestellungen nehmen alle Postanstalten, Brief­träger, sowie unsere Austräger und die Geschäftsstelle des Hersfelder Tageblatts entgegen.

Der Bezugspreis beträgt bei freier Lieferung ins Haus vierteljährlich 1.50 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark.

Zu zahlreichen Bestellungen ladet ergebenst ein

Verlag des Hersfelder Tageblatt (Kreisblatt).

Bus der Heimat«

* (Freiwillige Radfahrer gesucht.) In Anschluß an den Erlaß des Generalfeldmarschalls von der Goltz beabsichtigt der Deutsche Radfahrerbund die Bildung von besonderen Radfahrer-Kompagnien der Jugendlichen vom 15. bis 20. Lebensjahre in die Wege zu leiten. Zu diesem Zwecke sind in sämtlichen Gauen Meldestellen eingerichtet, welche die Kompagnielisten den zuständigen Armeekorps übermitteln. Alle Jugendliche, welche gesund und kräftig sind, über ein starkes Fahrrad mit guten Reifen verfügen und ge­neigt sind, den freiwilligen Radfahrer-Kompagnien beizutreten, werden ersucht, sich im Gebiet des Gau Frankfurt schriftlich bei Gaufahrtwart O. Krause, Hanau, Limesstraße 6, zu melden. Herren, die sich als Führer geeignet halten, können gleichfalls als Freiwillige eingestellt werden.

* (FürWandergewerbetreibende.) Anträge auf Erteilung von Wandergewerbescheinen oder auf Erteilung der Erlaubnis zur Mitführung anderer Personen beim Gewerbebetrieb im Umherziehen können sowohl bei der Ortspolizeibehörde des Wohnorts, als auch bei der Ortspolizeibehörde des Aufenthaltsorts gestellt werden. Bei Stellung des Antrags hat der Antragsteller eine unaufgezogene Photographie in Visitenkartenformat beizubringen; bei gemeinsamen Wandergewerbescheinen ist eine Photographie des Unternehmers und, wenn ein solches nicht vorhanden, dre eines Mitgliedes einzureichcn. Die Photographie muß gut erkennbar, nicht älter als 5 Jahre und der Kopf mindestens 1,5 Zentimeter groß sein. Ferner Nr eine Bescheinigung der Ortskrankenkasse darüber oelzubringen, daß die im Wandergewerbebetriebe vom Gewerbetreibenden Beschäftigten bei der Ortskranken­kaste angemeldet und die Kassenbeiträge entrichtet und. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Anträge baldmöglichst zu stellen sind. Gewerbetreibende,

Donnerstag, den 1. Oktober

die die Anträge erst nach dem 20. Oktober d. J. stellen, können nicht darauf rechnen, daß sie vor Beginn des Jahres 1915 in den Besitz neuer Scheine gelangen.

* (R ä u m u n g s u r t e i l e g e g e n E h e f r a u e n vonKriegsteilnehmern.) Der Justizminister hat folgende allgemeine Verfügung, betreffend das Gerichtsvollzieherwesen erlassen:Zur Herbeiführung eines einheitlichen Verfahrens bei der Vollstreckung von Räumungsurteilen, die auf Grund eines von einem Kriegsteilnehmer und seiner Ehefrau gemein­schaftlich geschlossenen Mietsvertrages erlassen sind oder werden, bestimme ich, daß die Gerichtsvollzieher die Vollstreckung eines solchen Urteils unbeschadet der auf Erinnernng des Gläubigers ergehende»! Ent­scheidung desVollstreckungsgericht abzulehnen haben, falls sich das Urteil gegen die Ehefrau allein richtet."

* (Die Totenscheine für die in» Felde verstorbene Mil i t ärpe r s o r» e n.) Wiederholt sind Gesuche um Ausstellung von Totenscheine für im Felde verstorbene Militärpersonen an das Kriegs­ministerium gerichtet worden. Für die Ausstellung von Sterbeurkunden in den erwähnten Fällen ist aber der Standesbeamte, in dessen Bezirke der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz gehabt hat, und rvenn fein Wohnsitz im In lande nicht bekannt ist, {bet Standes­beamte desjenigen Bezirks zuständig, in dem der Ver­storbene geboren ist.

* (Handwerkskammer.) Der Vorstand der Handwerkskammer zu Cassel beschloß in Ausführung der Beschlüsse der diesjährigen Kammertage zu Frankenberg und Eschwege die Anträge wegen Be­seitigung des § 100q der R.-G.-O. und Rückzahlung der Sicherheitleistungen nach Abnahme der Arbeit und Rückerstattung der Kosten für die Verdingungsunter- lagen an diejenigen Bewerber, die unberücksichtigt geblieben sind, dem Deutschen Handwerks- und Ge­werbekammertage zur weiteren Veranlassung zu über­geben. Der Antrag betr. Beibehaltung der Bürg­schaften bei Holzverkäufen in staatlichen Forsten soll an den Herrn Regierungspräsidenten mit der Bitte um Berücksichtigung eingereicht werden.

* (Personal-Nachrichen.) Ernannt: der Amtsgerichtssekretär Freytag in Großenlüder zum Stellvertreter des Amtsanwalts daselbst, die Probe­aufseherin Gertrud Opitz in Ziegenhain zur Aufseherin bei der Königl. Strafanstalt daselbst. In den Ruhestand versetzt: Der Direktor des Königl. Staats­archivs in Marburg, Geheimer Archivrat Dr. Reimer, vom 1. Oktober d. I. ab unter Verleihung des Roten Adlerordens 3. Klasse mit der Schleife.

8 Hersfeld, 30. September. In den Verlustlisten sind ferner folgende Kriegsteilnehmer aus dem Kreise Hersfeld aufgeführt: Unteroff. der Reserve Hermaun Wölbing-Hersfeld l. verw. Einj.-Freiw. Paul Steinhauer-Hersfeld verw. Gardist Georg Köhns-Petersberg verw. Res. Adolf Niebling- Philippsthal verm. - Jäger Georg Reinemann- Obergeis tot. Pionier Jacob Schlttt-Hattenbach schw. verw. Leutnant der Landw. Wilhelm B atten- berg-Frielingen tot. Musk. Wilhelm Faust- Kruspis l. verw. - Wehrmann Johann Prentzel- Unteraeis verm. Hauptm. der Res. Wilhelm Enaelhardt -Hersfeld tot. Grenad. Heinrich W e i tz - Heimboldshausen tot. Unteroffizier Gottlieb P l c t'f ch-Mengshausen schw. verw.

Hersfeld, 30. September. Arn 1. Oktober scheidet Herr Lehrer Hallenberger aus dem Volksschul- dienst aus, nachdem er um seine Pensionierung nach­gesucht hatte. In anerkennenden und ehrenden Worten wurde Herr Hallenberger am letzten Dienstag vor versammeltem Kollegium der evangelische»» Bürgerschule durch den Kgl. Kreisichullnspektor, Herrn Gonnermann in Cassel, verabschiedet. Derje^gedachte der langjährigen, gesegneten Lehrtätigkeit des Ge­nannten an der hiesigen Bürgerschule, sorv»e seiner nebenamtlichen Tätigkeit besonders auf dem Gebiete des Fortbildungsschulwesens und ferner v»elseittgen ehrenamtlichen Wirksamkeit für das Gemeinwohl, wodurch er sich in reichem Maße das Vertrauen der staatlichen und städtischen Behörde erworben habe. Er wünschte den Scheidenden einen ruhigen, aber reich- gesegneter» Feierabend. - Herr Hallenberger kann auf eine umfangreiche und arbeitsvolle Berufstatigkeit zurückblicken. 37 Jahre hindurch war er Lehrer an der hiesigen Bürgerschule. Im Nebenamt wirkte er 10 Jahre hindurch - 1880 bis 1890 - an der damaligen Kapitulantenschule und 18 Jahre an der früheren Privat-Mädchenschule. Dem Fortbildungs­schulwesen hat er einen großen Teil seiner Arbeitskraft gewidmet, seit 1877 als Lehrer und seit 1900 als Leiter der hiesigen Anstalt. Diesen Teil seiner Tätigkeit wird er auch noch in Zukunft beibehalten.

§ Hersfeld, 30. September. Bei dem jetziger» Tie fstande der Schweinepreise, dein vielleicht bald eine Steigerung der Preise und ein Mangel an Schweinen folgen wird, dürfte es sich sehr empfehlen,

1914.

------------------ -- ...... --------------r---tftb nin-isT- jetzt ben Genuß vor» Schweinefleisch zu bevorzuge»» und sich einen angemessenen Vorrat von Dauerwaren aus Schweinefleisch zuzulegen, zumal die Preise für Rind-, Kalb- und Hammelfleisch verhältnismäßig hoch sind.

Philippsthal, 28. September. Hauptmann und Batteriechef Friedrich von Rhöneck hat in einem außerordentlich heftige»» Nachtkampf auf französischem Boden, wo seine Batterie zwei feindliche Batterie»» niederkämpfte, sich das Eiserne Kreuz erworben.

Wanfried, 29. September. Für tapferes Verhalte»» vor den» Feinde erhielt das Eiserne Kreuz Leutnant Karl von Scharfenberg von hier. In einem Handge- menge mit französischer Kavallerie, bet welchen» er sein wertvolles Rennpferd verlor, erbeutete er das Pferd eines von ihn» erschossener» höherer» französischen Offiziers in dessen Packtaschen sich wichtige für unsere Heeresverwaltung willkommene Mitteilungen be­fanden.^'

Eisenach, 28. Sept. In der Nacht vorn Sonrrabend zum Sonntag ist der Rohrmeister Heinrich Hesse von hier das bedauernswerte Opfer einer unerhört blutigen Tat geworden. Hesse war in den frühen Morgenstunden in einer Wirtschaft mit einem jungen Soldaten in Streit geraten. Der erregte Wortwechsel endete schließlich damit, daß der Soldat, der sich rüpelhaft benommen hatte, von dem Wirte an die Luft gesetzt wurde. Hesse begab sich kurze Zeit nach diesem Vor­gänge auf ben Heimweg. Später fanden Gäste, die vorher mit Hesse zusammen geweser» rvaren, diese»» in seinem Blute liegend vor und brachten den noch am Leben befindliche»» zur Polizeiwache, woselbst der Schwerverletzte noch angeben konnte, er sei von einem Soldaten meuchlings Überfälle»» »vorder» und dieser habe ihm mit dem Seitengewehr die schweren Ver­letzungen beigebracht. Auf Veranlassung des Arztes sollte H. gestern abend ins Diakonissenhaus gebracht werden, ist aber auf dein Transport dorthin gegen 7V2 Uhr seinen schweren Verletzungen erlegen. Den Bemühungen der Kriminalpolizei ist es gelungen, den Täter in der Person des 22jährigen Karl Suck von hier zu verhaften. Bei der Tat soll noch eine zweite Person bei Suck gewesen sei, die als ein Ar­beiter aus der Fahrzeugfabrik ermittelt rvurde. In einem Verhör gab der Arbeiter an, das Suck dem Hesse die Verletzungen mit dem Seitengewehr beige­bracht habe.

Gotha, 28. September. (Durch Unvorsichtigkeit erschossen.) Der auf dem Vorwerk Neufrankenroda seit Ostern d. Js. angestellte Lehrer Quand hantierte in einem Gasthof in Metebach mit einem geladenen Revolver. Plötzlich entlud sich ein Schuß und traf einem im Gastzimmer mit anwesenden Arbeiter so unglücklich, daß der Betreffende tot liegen blieb. Der unvorsichtige junge Mann, der verhaftet wurde, hatte erst Ostern seinen Staatsexamen gemacht.

Schönbach, 26. September. Von großen» Opfersin»» und Vaterlandsliebe zeugt die Tat unseres Herr»» Lehrers, der für jeden Krieger seiner Gemeinde je einen Anteil der hessischen Kriegsversicherung bezahlte.

Ketsch, 29. September. Einen schrecklichen Tod erlitt die Ehefrau des im Felde befindlichen Blechner­meisters Josef Rohrer.von hier. Die 33jährige lungen­leidende Frau erlitt einen Blutsturz, fiel dabei vor Schwäche zu Boden, und die Sterainkerze, die sie in der Hand hatte, entzündete die Kleider der Be­dauernswerten, die den schweren Brandwunden, die sie erlitt, erlag.

Fulda, 29. September. (Mit dein Eisernen Kreuz geschmückt.) Dem Oberleutnant Harnier im 2. Kurh. Feld-Art-Regt. Nr. 47 zu Fulda und dein Feldwebel Wilhelm Buske aus Cassel wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

Fulda, 29. Sept. Auf dem Schweinemarkt, der außer mit zahlreichen Spanferkeln, auch mit 200 Ferkeln und 9 Läufern befahren war, »nachte sich be­sonders bei den Ferkeln ein bedeutender Preisrück­gang bemerkbar. Während sonst für Ferkel bis 6 Wochen alt 56 Mk. das Stück bezahlt wurde, kostete diese heute nur 3-5 Mk. das Stück, 6-8 Wochen alte, die sonst 78 Mk. galten, waren mit 56,50 Mk. be­zahlt und 813 Wochen, für die sonst 10 13 Mk. be­zahlt wurden, standen heute im Preise von 7,5012 Mk. das Stück. Trotz der niedrigen Preise und des schwachen Angebots war der Handel nicht lebhaft. Läuferschweine, 45 Monate alt, kosteten 2580 Mk. über 5 Monate alte 3040 Mk. das Stück, je nach Qualität. Spanferkel wurden das Stück mit 28 Mk. bezahlt.

Strickt Pulswärmer

für unsere Truppen im Felde!