Einzelbild herunterladen
 

Prinz Wilhelm D Wie- tritt wieder in daS »Mische Heer ein.

WTB. »erlitt, 29. September. Der Wiederein­tritt des Prinzen Wilhelm zu Wied in die deutsche Ar­mee ist nach einer Wiener Meldung der Bofsischen Zei­tung dem Prinzen von Wien ans eurpfohlen woroen, nachdem -er Prinz sich informiert hatte, ob man dort eine Beteiligung am Kriege in den Reihen des deutschen

Heeres billigen würde.

Polnische Legionäre kämpfen für Oesterreich.

WTB. Wien, 28. September. Gestern nachmittag erfolgte unter lebhaften Hochrufen des Publikums die Aoreise einer zweiten Kompagnie der Wiener polnischen Legion nach Krakau. Der Obmann des Wiener polni­schen Komitees, Herrenhausmitglied Zgorski hielt eine Ansprache, in der er die Legion beglückwünschte, daß es ihr vergönnt sei, sich einen Anteil an dem Siege der ge­rechten Sache zu sichern. Nicht nur uns, so schloß er seine Ansprache, leisten sie einen Dienst, sondern auch der Sache des Vaterlandes. Es ist ein Kampf um die Ehre unserer nnd der deutschen Nation, ein Kampf gegen den Erbfeind der Kultur.

Kriegsallerlei.

Held Weddigeu.

Der König von Sachsen hat dem Kapitänleutnant Weddigen, Kommandant desU 9", das Ritterkreuz des Militär-St. Heinrichs-Ordens sowie noch zwei Ange­hörigen des Bootes sächsische Auszeichnungen verliehen. Aus Anlaß des Erfolges des U 9 fand zwischen dem österreichisch-ungarischen Kriegsministerium und dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes ein in herzlichen Worten gehaltener Depeschenwechsel statt.

Oberbürgermeister Scholz Ritter der Eisernen Kreuzes.

Der Oberbürgermeister Charlottenburgs, Dr. Scholz (früher in Cassel) ist durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden. Das Befinden des Ober­bürgermeisters, der, wie berichtet, einen Oberarmschuß erhalten hat und in seiner Amtsvilla zu Charlottenburg seiner Genesung entgegensieht, hat sich so gebessert, daß der Patient voraussichtlich bald wieder hergestellt sein wird.

Herr v. Hindenburg.

DerKonstanzer Zeitung" wird geschrieben: Als Generaloberst v. Hindenburg im Jahre 1903 noch Kom­mandeur der 28. Division in Karlsruhe war, kam er öfter morgens aus den Exerzierplatz geritten und schaute sich die Rekuten des Leib-Grenadier-Regiments an. Für uns war er besonders durch seinen mächtigen Schnurr- bart, den er damals noch trug, kenntlich. Eines Tages stellte er an einen Rekruten, der nicht gerade besonders geistreich aussah, einige Fragen, u. a. auch, wer er sei, worauf die Anwort folgte:Seine Exzellenz der Gene­ralleutnant v. Beneckendorf und Hindenburg, Komman­deur der 28. Division." Se. Exzellenz war wohl etwas verwundert, daß der Mann dies wußte, und fragte wei­ter:An was kennst Du mich denn, mein Sohn?" Ant­wort:Am Schnauz!" Se. Exzellenz lachte herzlich und ritt davon.

Kaiser Franz Josef im Spital.

Wien, 29. September. Gelegentlich eines Besuches im Spital in der Hegelstraße sprach Kaiser Franz Josef mit mehreren Pflegerinnen. Bei den Offizieren sprach er in der Muttersprache mit jedem einzelnen. Der Kai­ser besichtigte darauf noch mehrere Mannschaftsstuben und die Küche. Beim Abschied besuchte er noch eine Ab­teilung mit Leichtverwundeten. Der Monarch weilte über eine Stunde im Spital.

Major Bates Begräbnis.

Auf dem Friebhofe des Dorfes Martinskirchen bei Mühlberg an der Elbe wurde in aller Stille der englische Major begraben, der am Sonnabend von Torgau ent­flohen war und in der Nähe des Dorfes Martinskirchen bei seiner Ergreifung sich die Kehle durchschnitt. Seine englischen Kameraden hatten eine große Blumenspende dorthin geschickt.

Ein fiegreicher Kampf in den Lüften.

Die deutschen Flieger haben in diesem Kriege ge- legentlich ihrer großen Zahl von Aufklärungsflügen vielfach gegen feindliche Flieger kämpfen müssen. Ein solcher Kampf wird auch wieder in dem folgenden Briefe anschaulich geschildert: Wir waren zu einem Erkun­dungsfluge aufgestiegen und befanden uns gerade über N., als wir von drei französischen Fliegern angegriffen wurden. Unser Apparat war einem starken feindlichen Feuer ausgesetzt, denn nicht nur die feindlichen Flieger, sondern auch die Festungsartillerie von N. beschoß uns mit schweren Geschützen. Mein Begleiter und Beobach­ter, Hauptmann ...... wurde neben mir getötet. Wir befanden uns in 2200 Metern Höhe. Plötzlich bemerkte M daß mein Benzintank undicht geworden war: zwei Schüsie hatten seine Wände durchlöchert und ein weiterer Schutz die Rohrleitung weggerisien. In diesem Moment versagte auch schon der Motor und ich war gezwungen, eine Notlandung vorzunehmen. Zu meiner Ueber- raschung sprang der Motor jedoch in 1400 Meter Höhe plötzlich wieder an, und es gelang mir, noch glücklich ®°0 eigene Lager zu gewinnen. Einen meiner Verfolger hatte ich mit einem wohlgezielten Schuß in die Tiefe oe- fürbert. Das Eiserne Kreuz wurde mir zu meiner freu­digen Ueberraschung vom Kronprinzen von...... persönlich überreicht."

Drei kriegsgefaugene Belgier entwichen.

Aus dem Gefangenenlager Soltau sind, wie der H. K." meldet, am Freitag drei belgische Gefangene ent­wichen. Sie sind wie folgt beschrieben: 1. Crama, 1,63 Meter groß, Gestalt untersetzt, 2. de Bare, 1,63 Meter groß, Gestalt Mittel, 8. Quartier, 1,63 Meter groß, Ge­stalt Mittel. Alter je 20 bis 24 Jahre, sämtlich ohne Bart, belgische Infanterie-Uniform. Es wird ersucht, nach den Entwichenen zu fahnden und sie in das Ge­fangenenlager Soltau zurückzuführen. Ein anderer bel­gischer Kriegsgefangener, von Beruf Kellner, wurde von einem Posten in dem Augenblick festgehalten, als er das Lager verlassen wollte, um zu fliehen. Obwohl er für diesen Fluchtversuch nur eine milde Strafe erhielt, er­hängte er sich in seiner Zelle.

Große Aufträge -er Militärverwaltung.

WTB. Berlin» 29. September. Nach dem Berliner Tageblatt erteilte die Militärverwaltung in einigen Fällen zur Linderung -er Arbeitslosigkeit der Weißen- felser Schuh^abrikation Aufträge in Höhe von 2 Mil­lionen Mark.

Kriegsbriefmarken in Oesterreich.

WTB. Wien, 29. September. Besondere Fünf- und Zehn-Hellerbriefmarken mit einem Aufschlag von zwei Hellern werden vom 2. Oktober ab ausgegeben. Der Mehrbetrag ist für Witwen und Waisen der Krieger be­nimmt.

Ein wackerer Streiter.

L» ,.^n Zufall führte einen Korrespondenten derKöln. Zeitung" den Landsturmmann Johann Seiger aus

Leoven in Steierntark au, der stolz bin Nachweis zu er­bringen in der Lage ist, daß er die deutschen Truppen in Lüttich vor großen Verlusten bewahrt hat. Der Landsturmmann erzählte, daß er, der in Loeben das Schlosserhandwerk erlernt hatte unb sich in Deutschland zum Feinmechaniker ausbildete, oft von Bremen aus zu Montagearbetten aller Art nach Belgien »nutzte. <L-o hatte er in Lüttich Gelegenheit, zu sehen, wie die Forts gegen etwaige Anstürme der Deutschen mit Landminen gesichert wurden. Die Zentrale dieser Minen war wie­der gesichert. Montag, den 27. Juli, mußte Seiger wie­der nach Lüttich zu Montagearbeiten, am 1. August wurde er mit 253 anderen Deutschen und Oesterreichern in Lüttich verhaftet und auf das Fort I 8 gebracht. Beim Sturm auf dieses Forts geriet ein deutsches Ulanen- regiment auf eine Landmine und erlitt schwere Verluste. Ein preußisches Infanterieregiment war nach der Er­stürmung des Forts das erste, was diese Festung betrat. Die deutschen und österreichischen Gefangenen winkten beim Anblicke der deutschen Truppen mit den Händen und schrienHurra". Seiger meldete seine Kenntnisse sofort dem Kommandeur des siegreichen Regiments und wurde unter Bedeckung zu der von den Belgiern für sicher gehaltenen und daher nur schwach bewachten Kabelminenzentrale geführt, die zerstört wurde. Tat­sache ist, daß die deutschen Truppen beim zweiten Sturm nur wenige Verluste aufzuweisen hatten. Für seine Dienste in Lüttich erhielt Seiger 20 Mark per Tag, er bat aber, nach Bremen reisen zu dürfen, um der Ein­berufung als österreichischer Landsturminsanterist folgen zu können. Dieser Bitte wurde entsprochen unö Seiger die Ursache seiner Verspätung amtlich bestätigt. Vier Tage und Nächte ununterbrochener Eisenbahnfahrt brach­ten Seiger von Bremen nach Graz.

Das Ehaos in Frankreich.

Urteil eines Bulgaren.

Unter der Ueberschrist: Paris und Wien, Eindrücke eines Unparteiischen, schildert Dr. Peter Stanew aus Sofia in derReichspost" die Zustände in Frankreich seit Ausbruch des Krieges und stellt fest, daß die fran­zösische Presse mit noch größerer Geschicklichkeit als der französische Generalstab bestrebt war, die Niederlagen der Franzosen zu verwischen. Er erklärt, vernünftige Offiziere und Politiker seien überzeugt, daß Frankreich nie die Deutschen besiegen werde und daß es sich nur so lange halten könnte, bis Rußland zur Hilfe komme. Man beschuldige Rußland aber bereits, eingegangene Verpflichtungen nicht gehalten zu haben, und selbst den Optimisten in Frankreich werde nach dem Zusammen- bruch der russischen Offensive in Ostpreußen und ange­sichts der Unmöglichkeit eines russischen Vordringens in Galizien, obwohl die Hauptmacht dorthin geworfen wor­den sei, jetzt bange. In Frankreich habe das ganze wirt­schaftliche und geistige Leben aufgehört zu bestehen. Der anfängliche Jubel sei längst einer Panik und hierauf einer tiefgehenden Depression gewichen. Kein Volk sei dem Stimmungswechsel mehr unterworfen als das fran­zösische. Heute dünkten die Franzosen sich noch als Sie­ger und pochten auf die Hilfe Rußlands und auf die Macht Englands, das die beiden Gegner aushungern werbe. Wenn aber in Frankreich im jetzigen Zeitpunkt bie Niederlage in ihren Wirkungen und die Ohnmacht Rußlands gleichzeitig erkannt würden, dann sei es schwer zu sagen, ob die Volkstümlichkeit Poincarees und die Kraft der vereinigten Parteien stark genug sein wür­den, um fortreitzende Gegenströmungen wie bisher zu verhindern.

Wenn man," sagt der Verfasser weiter,von Frank­reich kommend, seinen Weg durch Oesterreich nimmt, so erkennt man erst deutlich den traurigen Zustand der französischen Republik. Dort überall Unordnung, eine Woche der Bestürzung, eine Woche der Begeisterung, kurz: ein Chaos. Hier Ruhe, mitten im Kriege normale Preise, Arbeit, Ordnung und Zuversicht. Wo der Sieg wird? Mancher Franzose weiß es schon heute."

Vermischtes.

Das Weihnachtsschiff der amerikanischen Kinder für die Kriegswaisen. Ein schöner Gedanke ist von einem Unbekannten in Chicago angeregt und in den ganzen Vereinigten Staaten mit freudigem Eifer ausgenommen worden: die Kinder der Vereinigten Staaten sollen zu Weihnachten an alle Kinder in Europa, die ihren Vater auf dem Schlachtfelde verloren haben, Geschenke senden. Während Amerika sich des Friedens erfreut, so heißt es in der Begründung dieser Idee, und kein feindlicher Ein­fall den Frieden der Häuser stört, werben in dem vom Kriege schwer betroffenen Europa viele Tausende von Kindern vergeblich den Vater suchen, wenn Weih­nachten herannaht. Deshalb werden alle Knaben und Mädchen Amerikas aufgefordert, wenigstens einen Strahl der Freude in die vielen Häuser zu senden, die der Krieg in Trauer gestürzt hat. In ganz Amerika rüstet man sich, den Gedanken in großem Umfange zur Durch­führung zu bringen. Die Kinder werden Spielzeug selbst von ihrem eigenen Gelde kaufen. Viele einflußreiche Frauen geben ihre Unterstützung, die Zeitungen werden Geschenke sammeln, das Weiße Haus öilliat und fördert die Bewegung, unö die Botschaften aller im Kriege be­findlichen Länder haben versprochen,, daß. ihn Regie-

runaen dafür sorgen werden, daß die Geschenke sicher an ihren Bestimmungsort gelangen. Die Geschenke werden nicht auf den gewöhnlichen Handelsdampfern über den Ozean geschickt werden, sondern es soll ein besonders hierfür bestimmter amerikanischer Dampfer unter amerikanischer Flagge entsandt werden. Der Dampfer mit einem weißen Stern und den Worten ChristiLasset die Kindlein^u mir kommen" wird mit seiner Ladung in allen inBetracht kommenden Häfen Europas anlegen und sicher durch die Minenfelder ge­führt werden. So sorgfältig die Hafen gegen jeden Feind abgeschlossen sind, diesem Dampfer und. dem freundlichen Weihnachtsgruß der amerikanischen Kinder an die des eigenen Landes wird sich jeder von ihnen gern öffnen.

SiefranzöslschenSperrforls an dervslgrenze von denen schon mehrere der überlegenen deutschen schweren Artillerie zum Opfer gefallen sind, bestehen in der Regel aus einem geschlossenen Werke, in dem die Infanterie- und Artillerte-Berteidiaung vereinigt ist. Sie liegen auf erhöhten Punkten, die das Vorgelände beherrschen und die Verbindungen unter Feuer nehmen können. Alle Räume sind mit meterdicken Betondecken bombensicher eingedeckt, wenigstens dachten die Fran­zosen, daß das der Fall wäre, weil sie die neuen deutschen Angriffsmittel nicht kannten.

iDie hauptsächlichsten Geschütze stehen unter Panzer: vielfach ist dabei «r versenkbare Panzer zur Anwendung

gekommen. Bei diesem ragt im Zustande der Ruhe nur die flache Kuppel des Panzerturms über den Betonklotz hervor, die Geschütze sind zurückgezogen und der Panzer- turm soweit versenkt, daß die Schießscharte verschwunden ist. Soll ein Schutz abgegeben werden, so wird der Pan- zerturnl auf elektrischem ober hydraulischem Wege soweit gehoben, öatz die Schießscharte über den Betonklotz ytnüberragt. Gleichzeitig wird, soweit erforderlich, das Geschützrohr aus der Mündung herausgeschoben. Das findet aber nur in Ausnahmefällen bei Flachbahn- geschützen statt. Bet Steilfeuergeschützen liegt die Geschütz- mündung in der Scharte und bildet zugleich den Dreh­punkt für das Nehmen der Erhöhung lMinimalscharten- lafette). Sehr wichtig ist es, daß bet den meisten fran­zösischen Sperrforts auch die für die Abwehr des Stur­mes bestimmten Maschinengewehre und Schnellfeuer- geschütze unter sehr starkem Panzer stehen, um sie bis zum Augenblick des Sturmes unversehrt zu erhalten. Ehe sie nicht zerstört sind, kann auch der Sturm nicht ausgeführt werden.

Neben dem eigentlichen Hauptwerke sind in der Regel noch besondere Autzenbatterien vorhanden, die mit dem Werke durch unterirdische Gänge in Verbindung stehen. Auch einzelne Jnfantertestützpunkte sind vorge­schoben, um die Annäherung des Gegners zu verhindern und die Sturmfreiheit zn erhöhen. Ausgedehnte Hinder- nisaulaaeu umgeben die ganzen Werke. Sofort bei Aus­spruch der Mobilmachung sind diese permanenten An­lagen noch durch provisorische Bauten ergänzt worden. So stellt ein solches Sperrfort eine ganze Gruppe von Befestigungen dar, die sich gegenseitig unterstützen.

Der Allgriff gegen ein Sperrfort besteht zunächst in dem Vorschteben einer Schutzstellnng, die das Auffahren und die Entwicklung der schweren Artillerie sichert. Die Panzertürme werden von Mörsern, die übrigen Teile des Werkes und die offenen Batterien von den Haubitzen unter Feuer genommen. Die FeldartiNerte beschießt die agnzen Anlagen, um jeden offenen Verkehr zu unter» binden. Während dieser Beschietzulig arbeitet sich die In­fanterie näher an die Werke heran. Der Angriff ist deshalb so schwierig, weil die Werke nicht von allen Seiten eingeschlosse», und das Feuer von verschiedenen Richtungen vereinigt werden kann, da die Sperrforts so Italic beieinander liegen, MR die Trupen nicht zwi­schen ihnen hindurchkommen sönnen.

Ein Feldbries von der Marne.

Aus einem Feldbrief, dessen Absender im Westen steht, teilt man uns einige Stellen mit:Die Stimmung bei ullseren Leuten ist vortrefflich. In der ganzen Ar­mee zweifelt keiner, vom höchsten bis zum niedrigsten, an der Gewißheit des Steges. Man muß es mitansehen, wie unsere Jungens unter dem Gesang derWacht ant Rhein" in die feuchten Schützengräben ziehen, um dort stunden- oder tagelang unter feindlichem Feuer auszu- halten. Das feindliche Jnfanteriefeuer macht uns über­haupt kaum einen Eindruck mehr, den»» die Franzosen legen, ohne zu zielen, an der Hüfte an und schießen fast immer zu hoch. Daher stürmen unsere Soldaten, sobald sie jnfanteriefeuer bekommen, vorwärts gegen derr Beind, das ist die beste Deckung. Schon in ben ersten ämpfen war zu beobachten, daß den Franzosen eine wichtige Eigenschaft fehlt: der Angriffsnerv. Sobald wir ihnen mit dem Bajonett zu Leibe gehen, heben sie die Hände hoch, und wenn unserHurra" ertönt, können wir sehen, wie nicht nur die vorderen, sondern auch die rück­wärtigen Schützenlinien sich bei ihnen erheben und fliehen.

Etwas sehr hübsches passierte jüngst in unserer un­mittelbaren Nähe. Es war dunkel geworden und die Franzosen hatten uns bereits mit ihremAbendsegen" beehrt. So nennen wir nämlich ihre Gewohnheit, das Gefecht ungefähr um 6 Uhr abzubrechen, nachdem sie uns mit einem Hagel von etwa 500 schweren Granaten bedacht haben, der sich überall hin richtet, wo sie uns vermuten. Eine Kompagnie war im Begriff, an der Feldküche zur Mahlzeit anzutreten, als plötzlich über dem feindlichen Schützengraben eine Gestalt erschien und mit einem weißen Tuche winkte. Es war ein französischer Kapitän, der sich langsam näherte. An einen Offizier, der ihm entgegenging, richtete er in gebrochenem Deutsch die Frage:Habe»» Sie genug Essen, um auch meinen Leuten etwas zn gebe»:? Auf die Gegenfrage, wieviel Leute er hätte, erwiderte er:Ungefähr hundert." Mini wurde ihm be­deutet, seine Mannschaft herbeizuholen, und das tat er ^svu guch gleich. Sie legten, der Rest einer Kompagnie, hie Gewehre fort, mtb nahmen an dem Essen der deut- teil. Der Kapitän entschuldigtesich damit, dau sie seit vier Tagen nichts im Leibe hatten und unter solchen Umftänben jedes wet»

Kämpfen unmöglich wäre. Später erzählte er den Deutschen Offizieren, seine Soldaten, die schon einmal im G^echt gegen d»e Deutschen gestanden hätten, wären nicht wieder aus den Schützengräben zum Angriff vor­wärts zu bringen gewesen.

s - Die Bevölkerung unterscheidet sich in Frankreich auf das günstigste von den heimtückischen Belgiern durch ihr friedfertiges,Benehmen. Sie enthält sich jeder Feind- seligkett und tragt dabei eine gewisse, sympathisch be­rührende Würde zur Schar», die vorteilhaft absticht von der Katzenfreundlichkeit, mft der die Belgier uns enwTinaen, um baun aus Dem Hinterhalt über uns her- mit der französischen Einwohner- Mast vollzieht sich in der ruhigste»», höflichsten jorm. Ammer wiederhört man Klagen über den Krieg. So­viel ist sicher, daß der Krieg vollkommen unpopulär in Frankreich i»t. Die »chwarzer» Scharfschützen, welche die Mika herangezogen haben, scheinen bei thuen selbst in feinem großen Ansehen zu stehen, den», hinter ihrer Front beobachtet man stets eine ausge- schwarmte Schützenlulie, die doch nur den Zweck haben sann, etwame Mretßer niederzuknallen. Kurz und gut, wir linb alle, bis zum letzten Man»» hinab, durchdrunge»» vor» dem Bervußtsetn, einen tapferen, uns aber nicht ae nunmehr erlahmen^ zu haben, dessen Kräfte mehr Den Engländer»» haben wir selbst nicht gegenüber- 6^M^?Eu, aber von Kameraden gehört, daß sie sich schlechter ichlagen als die Fra»»zosen und noch viel »chneller davon laufen, wenn ihnen ein 9?nhnnnriff englische überhaupt nicht nennen. Es sind grüne Bur­schen von kaum 15 und graubärtiae Männer von 56 Also: lieb Vaterland, »nagst ruhig was über eine absichtliche Beschießung der ^tms durch unsere Artillerie behauptet ÄÄ,I?M^gter Schwindel, absichtliche Lüge. Unsere bemüht, die Kathedrale zu scho- bts sie von den Franzose»» selbst unter dem Schutze 3ur Beobachtung mißbraucht würbe. Sa i SflLl MM)' wie die Granaten rechts und fNg vermiede ^^ale einschlugen, sie selbst aber sorg.