Die Kriegslage im Westen.
Gute Nachricht. Der beul
WTV. Großes Hauptquartier, 26. September, abös.
(Amtlich.) Der Fein- hat unter Ausnützung seiner Eisenbahnen einen weit ausholenden Vorstoß gegen -ie äußerste rechte Flanke -es -entschen Heeres eingeleitet. Eine Hierbei auf Bapaume vorgehende französische Division ist von schwächere» -entschen Kräften zuritck- geworfen worden. Auch sonst ist -er Vorstoß zum Stehen gebracht. In -er Mitte -er Schlachtfront ging unser Angriff an einzelnen Stellen vorwärts. Die angegriffene» Sperrforts ssi-lich Verdnn haben ihr Feuer eingestellt. Unsere Artillerie steht nunmehr im Kampfe mit Kräften, die -er Feind ans dem westlichen Maas-Ufev in Stellung brächte.
Anf den übrigen Kriegsschauplätzen ist die Lage unverändert.
Es war in engeren politischen Kreisen am Freitag schon bekannt, daß die Kaiserin einen Brief mit guten Nachrichten vorn Kaiser empfangen habe. Nun ist diese Tatsache als offizielle Nachricht durch das Telegraphenbureau verbreitet worden, eine Nachricht, die nach Form und Inhalt etwas aus dem Nahmen der bisherigen Berichterstattung herausfällt, die aber durchaus verständlich ist. Die gute Nachricht besteht natürlich darin, daß es auf der ausgedehnten Schlachtlinie in Frankreich für uns gut steht, und daß die während der langen Dauer teuer großen und schweren Kämpfe vom deutschen Volke bewahrte Ruhe und Zuversicht jetzt in absehbarer Zeit durch den Erfolg dieser entscheidenden Kämpfe gerechtfertigt und belohnt werden wird.
Die offizielle Berichterstattung über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz bleibt knapp und wortkarg: sie ist nie ruhmredig und vor allen Dingen nie voreilig, aber dies ist verständlich. Die kurze Mitteilung, daß das Forts Campöes-Romains, das Sperrfort, das so ziemlich in der Mitte zwischen Verdun und Toul liegt, gefallen ist, spricht eine deutliche Sprache und bildet einen Teil der guten Nachricht, denn durch den Fall dieses Forts, dem voraussichtlich bald die Nachbarforts folgen werden, ist, wie die „Frankf. Ztg." hervorhebt, die Sperre durchbrochen, auf die sich bisher der rechte Flügel der Franzosen stützte, und der Weg in den Rücken der feindlichen Stellungen ist dadurch erleichtert, denn er wird nur noch durch Feldtruppen verlegt sem. Dieser Durchbruch wird die Grundlage für weitere die fchlietz- ltche Entscheidung stark beeinflussende Erfolge sein.
Auch auf dem anderen Flügel der langen Schlachtlinie, unserem rechten, dem linken der Franzosen, steht es gilt, denn das amtliche Communique des französischen Generalstabes gibt jetzt selbst zu, daß auf diesem Flügel nördlich von Noyon die französischen Truppen einen Mißerfolg gehabt haben, was ein bescheidener Ausdruck für die Tatsache ist, daß dort unser rechter Flügel Fortschritte macht. Wir sind auf beiden Flügeln stark und in einer günstigen Position. Das wird für die Entscheidung jetzt sehr bedeutsam sein. Wann sie fällt, wieviel Tage darüber noch vergehen werden, ist nicht mit Sicherheit zu sagen, aber wohl kann man mit Sicherheit sagen, daß nach menschlichem Ermessen die Erwartungen, die das deutsche Volk au den Ausgang dieser Kämpfe knüpft, nicht werden enttäuscht werden.
Berliner Kommentare.
Die „Kreuzzettung" schreibt: Jeder Tag hat unsere Stellung im Westen mehr und mehr verbessert. Selbst von gegnerischer Seite, und zwar namentlich von England her wird dies anerkannt. Man hat dabei sowohl auf die Stärke unserer Verschanzungen wie auf das überlegene Feuer deutscher Artillerie hingewiesen.
Zu den neuesten Meldungen vom Kriegsschauplatz aus dem Hauptquartier heißt es im Lokalanzeiger: Die hartnäckigen, fast verzweifelten Versuche der Franzoien, unserm rechten Flügel noch in letzter Stunde zu werfen, scheiterten trotz weiterer Umgehung in der Richtung Ba- paume an dem Widerstand schwächerer Truppen. Daraus könnte man den Schluß ziehen, daß es der französischen Führung ernster mit diesem Vorstoß war, als den französischen Truppen, die vielleicht das Notwendige ihrer ständigen Angriffe einsehen. Im Zentrum sind unsererseits Fortschritte zu verzeichnen. Die wichtigste Meldung ist aber die, daß die südlich des genommenen Sperrforts angegriffenen Sperrforts ihr Feuer eingestellt haben. Damit ist die für uns so wünschenswerte Lücke tu dem Sperrfortgürtel gegeben und wir befinden
100 Uitsmetev von Paris
Aus einem Feldpostbrief.
Nach unseren Eilmärschen durch Belgien glaubten wir schon, daß wir es uns bei Herbstanfang in Laufgräben vor der „Lichtstadt" an der Seine einigermaßen bequem machen könnten, denn wir waren kaum vierzig Kilometer davor, dock die Sicherung mit unseren rückwärtigen Verbindungen und die Heeresmassen, die der französische Generalissimus aus der Hauptstadt sandte, um die Belagerung noch etwas hinauszuschiebem anlatzte. wie Ihnen auch amtlich bekannt ist, den '
... ______ ,.....veranlaßte. wie Ihnen auch" amtlich bekannt ist," den Generalobersten von Kluck zur Zurücknahme seines Heeres. Ueber meinen heutigen Aufenthalt kann ich natürlich nichts schreiben, aber Sie wissen in der Heimat gewiß Genaueres als wir über die Kampfpause. Ich will diese zu einem Rückblicke über einige Kriegserlebnisse benutzen, denn bisher gab es wenig Zeit zum Spitzen des Bleistiftes, da wir fortdauernd mit dem Bajonett schreiben mußten. Es sind jetzt genau 4 Wochen, daß unsere Landwehr ausrückte, und unvergeßlich bleibt mir die Fahrt durch die deutschen Gesilöe. So viel opfer- mutcge Vaterlandsliebe, wie ich sie mitgenießen durfte, kann es nur in unserem Deutschland geben. 2lüe Klaffn und Berufe, Männer wie Frauen, wetteiferten, uns mit allem zu vnsehen, was nur das Herz sich wünschen kann. Meine Leute erklärten, wenn die Fahrt noch langer dauert, so kämen sie gemästet in Frankreich an.
Bei. . gings über die belgische Grenze. Es war füruns Äle ein ergreifender Augenblick, und seriell chweifte Die Erinnerung zurück an die Lieben, die wir in der Heimat gelassen hatten. Doch der Gedanke an d',e kommenden Ereignisse verschlang bald die Bergan- mnhett. Nur zu rasch sollte uns vergegenwärtigt wer- oen, daß Mars ine Stunde regiere. Zerbrochene Ge- Wrte aller Art, verbrannte Krastwagen, zerschossene Pferdeleichen bezeichneten schon die Marschstratze. Wa- gen mit Verwundeten zoaen an uns vorüber, miö mu- ^s^^s Ich"« von ihnen herab. Unser Dienst in Feindesland begann mit der Durchsuckuna der Dorfhäuser nach Waffen und Munition, 'unsere Landwehr- männer waren so eifrig bei der Arbeit, daß sie schon am ersten Tage einen Priester faßten, 6er seinen Keller voll von Zündschnuren hatte, die zur Brückensprengung
he Vormarsch in Rußland. „U 9" und se uns bereits in einem Artilleriekampf mit den westlich der Maas uns entgegengesandten Truppen.
Der amtliche Tagesbericht vom Sonntag.
Die Kriegslage unverändert.
WTV. (Amtlich). Großes Hauptquartier, 27. September, abends. Die Lage auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen blieb heute unverändert.
Die blutigste Schlacht -er Weltgeschichte.
Das Stockholmer Blatt „Dagens Nyheter" vom 24. d. M. entnimmt folgende Schilderung des Journalisten Philipp Gibbs Londoner Blättern:
Den ganzen Tag lang bin ich über Schlachtfelder gewandert mit fürchterlichen Trümmern üBerfät nach dem echstägigen Kampfe bei Vic sur Aisne, Noyon und Sois- ons. Es ist sicher -ie blutigste Schlacht -er Weltge- chichte, die hier geschlagen wird. Das Dröhnen der ranzösischen schweren Kanonen ertönt noch in der Luft und mischt sich mit dem dröhnenden Brummen der furchtbaren deutschen Kanonen, die bei dem Vormarsch der Deutschen gegen Paris auf den Höhen aufgestellt wurden mit einer Unterlage von Zement. Auch bei diesem dreisten Vormarsch waren die deutschen umsichtig genug, einen Rückzug sich zu sichern für den Fall, daß der Vormarsch mißlingen würde. Unsere Truppen haben durch diese Vorsicht des Feindes schwere Verluste erleiden müssen.
Der Feind, so schließt Gibbs seinen Bericht, hat hierdurch bewiesen, daß, wenn es auch den Anschein hat, als ob er alles auf eine Karte setze, er nie vergißt, sich einen Rückzug zu sichern für den Fall, daß ein Mißerfolg ein- tritt.
Die deutsche Stellung an der Aisne.
WTB. London, 27. September. „Manchester Gnar- dian" sagt: Die deutsche Stellung an der Aisne ist so stark, daß, wenn keine strategische Ueberraschnng ein- tritt, jeder Angriff zu einem Rückschlag führen muß und Erfolg nur haben kamu wenn der Gegner znr Erschöpfung gebracht ist. Die Deutschen brachten die Kunst der Felöbefestignng auf eine Höhe, die bisher nicht erreicht war. Sie machten eine Stellung von gewöhnlicher natürlicher Stärke zu einer Festungslinie, die stärker und widerstandsfähiger ist als eine erbaute Linie aus Stahl.
Der Kampf um Verdun.
Berlin, 28. September. (Privattelegramm.) Im „Lokal-Anz." schreibt ein alter oftprenßischer Offizier zu der Schließung des eisernen Ringes um Verdun, daß unsere Artillerie durch die Vernachlässigung der schweren französischen Artillerie in den letzten Jahren in dem 120s Millimeter- und 150-Millimeter-Geschütz kaum einen ebenbürtigen Gegner finden dürfte. Was die Mörser betrifft, so habe der größte französische Mörser kaum ein größeres Kaliber als 27 Zentimeter. So werde Verdnn seinen Todeskampf mit wenig Aussicht auf Erfolg aufnehmen müssen. Da wir auch mit einer tatkräftigen Verteidigung der Festung rechnen müssen, so möchten wir raten, nicht unverständig früh ein Resultat unserer 42-Zentimeter-Geschütze zn verlangen. Unsere Feldgrauen haben gerade an dieser Stelle an der Maas ein ganz besonderes Stück Arbeit zn verrichten.
Der deutsche Belagerungsring um Verdun.
Frankfurt a. M., 27. September. (Privattelegramm.) Die „Frkf. Ztg." meldet aus Stockholm: Londoner Meldungen geben zu, -atz -ie gefürchteten 42 Zentimeter- Geschütze vor Verdnn in Stellung gebracht worden sind und das; sich -er Belagerungsring merkbar enger um die Festung geschlossen habe.
Die Franzosen geben deutsche Erfolge zu.
Paris, 27. September. (Privattelegramm.) Die „Franks. Ztg." meldet ans Paris: Nach einem am 25. September abends ausgegebenen französische» Bulletin fanden im Zentrum heftige Kämpfe statt, bei denen es den Deutschen gelungen ist, sehr wichtige Erfolge davon- zutragen.
Den französischen Soldaten fehlt die Unterkleidung.
WTB. Paris, 28. September. Der Matin schreibt unter der Ueberschrift „Die andere Gefahr": Jeder Deutsche trägt im Tornister ein Paar wollene Socken und warnte Fausthandschuhe, nicht zu sprechen von Zeltbahn, Mantel nud Wolldecke. Den Grnnd hierfür glauben wir
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dienen sollten. Der Mann wurde seiner schlimmen Pläne überführt — und einige Kugeln waren sein Los.
Am Abend hatte ich die Leitung des Wachtdienstes beim Stäbe zu übernehmen, der sich in einem prächtigen Schlosse einquartiert hatte. Mein ziemlich geläufiges Französisch, das ich praktisch anwenden konnte, ver-
Ä mir die Gunst des Schloßherrn, der sich wahrlich rmpen ließ und für meine Mannschaften und mich die besten französifchen Rotweine und tadellose Zigarren heranschaffte. Die Nacht war sommerlich und sternenklar. Im Westen zeigte der Himmel ein Flammenmeer — es wütete die Schlacht von Namur. Im Norden, in nicht allzu weiter Ferne, mußte ein größerer Ort in Brand geraten sein — am nächsten Tage erfitf)r ich, daß es die Stadt Visee war, die infolge des nwrde- rischen Verhaltens ihrer Bewohner zum Teil angezündet wurde — dazu dröhnte fortwährend der tiefe Laut der schweren Kaliber und dazwischen schallte das Tak- Tak-Tak der Schlisse unserer Patrouillen aus der weiten Ebene herauf. Ja — ich war mitten im Krieg! — _
Am nächsten Tage kam unser Regiment Bet Vrsee an der Maas vorüber. Der Jndustrieort, der gegen 30 000 Einwohner gezählt hatte, war schwer mitgenommen. Links und rechts Bräunten die Häuser noch lichterloh. Viele Möbelstücke waren auf die Straße geschleudert, zerbrochen und verwüstet. Ueber brennende Trümmer und Barrikaden ging es nach dem Stadtinnern. Kaum machten wir auf einem breiten Platze Halt, zu dessen Seiten die Häuser noch ziemlich erhalten waren, da flog zu unserer Linken ein Haus in die Luft. Gleichzeitig begann aus den anliegenden Gärten eine wüste Schießerei auf uns. Ohne Kommarrdo ging es nun von unserer Seite über Hecken nnd Zäune in die in Gärten versteckten Häuser hinein. In einer Viertelstunde waren fast alle Ueöeltäter eingefangen. In der folgenden Nacht lagen wir, da es keine sicheren Quartiere gab, mit dem Degen oder dem Gewehr im Arm im Straßengraben vor der Stadt. Es war kalt — aber der „furor teuto- nicuS", der uns alle beseelte — ließ es uns vergessen. Einige Flaschen Sekt taten das Uebrige, um uns zu erwärmen. Ja — ja — der Sekt — geschlafen hat in dieser Nacht wohl kaum Jemand, denn es knallte fortwährend — aber zur Beruhigung sei es gesagt, nur von Champagnerpfrvpfen! Unendliche Vorräte lagerten in den Häusern, Die Landwehrleute entwickelten eine
e Helden. Die Zeppeline.
in der Absicht zu sehen, -ie Franzosen schnell zu besiegen, um nach Rußland zu gehen. Jedenfalls sind, wenn der Winter kommt, die Deutsche« gewappnet. Und wir? Ohne Zweifel beschäftigt sich unsere Leitung mit dieser Frage. Schon bei Ausbruch des Krieges war es sehr schwierig, genug Leinen für Soldatenhemden und Ber- wundetenpflege zu beschaffen. Jetzt kommt -er Winter täglich näher. Vergessen wir nicht, was wir im Tornister der Dentschen sahen! Frankreich hat nicht einen solchen Vorrat von Menschen, -atz es -as Leben seiner Soldaten ohne Sorge für sie und ohne Nutzen für sich selbst aufs Spiel setzen kann. Der französische Franen- verband des Roten Krenzes hat einen Aufruf erlasse«, ihm Wolle, Leinen und Stoff zu schenke» zum Zwecke der Schaffnng der dringend notwendigen Verwurideteu- kleidnug nnd warmer Sachen für die Soldaten.
Der deutsche Vormarsch nach Rußland.
Berlin, 28. September. Der Berichterstatter des Lokal-Anzeigers" meldet aus dem östlichen Hauptquartier vom 27. September:
Nach kurzer, den Truppen sehr notwendiger Nnhc- pause wird in allgemeiner energischer Offensive der Krica in das russische Land getragen. Lomscha, Byalisivt, Grodno, Orany, Olika, Kowno, Po»ewje;ch, Schawi! und Moschejki sind die ungefähre Marschrichtung und Angriffspunkte. Die gesamte Front wächst sich zn einer Breite von etwa 500 Kilometer aus. Nähere Einzel- heiten über die Verteilung der deutschen Strettkräsie können naturgemäß nicht gegeben werde».
Das Geschick von Ossowicz und Lieban dürfte sich bald erfüllen. Ununterbrochen rollt um den ersten, ziemlich modern gehaltenen Stützpunkt der Donner unserer schweren Geschütze. Die ostprentzische Seenplatte setzt sich in den Gouvernements Lomscha nnd Snwalki fort nnd zwingt die Operationen an verhältnismäßig wenig Straßen, deren wichtigste Punkte durch Befestigungen gesichert sind.
Seit der Niederlage von Tannenberg hat die Narew- Armee des Generals Samsanow aufgehört, zu existieren. Ihre wenigen abgesplitterten Teile sind von Festnngs- garnisonen und Reserveformationen in Warschau, Ostrs- lenka und Lomscha ausgenommen. Zwischen ihr und den znrzeit nicht operationsfätrige» Teilen der Wilna- Armee Rennenkampfs schließt die Festung Ossowicz eine breite Lücke. In Grodno sind Teile des zweiten kaukasischen nnd des 22. Armeekorps und mehrere Reserveformationen anzunehmen, die wohl nach der Niederlage von Lyck dorthin geflüchtet sind. In Orany und Olika werden Teile des vierten Armeekorps sein. Für die ziemlich modern gebaute Stromfestung Kowno sind von Hans aus wohl rechtzeitig besondere Besatzungstruppen ausgeschieden worden. Von der Rennenkamps-Aruree sollen sich Teile des dritten sibirischen Korps und einige Reservebrigaden hierher zurückgezogen haben.
Die deutschen Trnppen sind voller Siegeszuversicht und höchsten Vertrauens auf ihren Feldherrn, den Generalobersten von Hindenburg, der sie bisher von Erfolg zu Erfolg geführt. Einer seiner Unterführer hat seinen Tuppen gesagt, die bisherigen Operationen sino aufs vollkommenste gelöst, sie sind aber noch nicht zu Ende und müssen von unerschütterlichem Dränge zu rücksichtsloser Offensive getragen werde».
Der deutsche der englischen Kreuzer.
Berliner Blätter bringen über die Vernichtung der drei englischen Kreuzer bei Hoek van Holland folgende Darstellung: ., „ ...
Am 22. September in der Frühe befand sich „U 9 20 Seemeilen nordwestlich von Hoek van Holland, mit annähernd südwestlichem Kurse dampfend. Die See war ruhig, das Wetter klar, teils neblig. Gegen 6 Uhr lichtete man von „U 9" aus drei feindliche große Kreuzer, ine bet weiten Schiffsabständen in Dwarslinie sich in entgegengesetzter Richtung näherten. „U 9" beschloß, zuerst den in der Mitte fahrenden der drei Kreuzer anzugrer- fen, führte diese Absicht aus und brächte dem Kreuzer — es war die „Abonkir" — einen tödlichen Torpedotreper bei. Der Kreuzer sank nach wenigen Minuten, «w nun die beiden anderen Kreuzer nach der Stelle dampften, wo die „Abonkir" gesunken war, machte „U 9 et? neu erfolgreichen Torpeooangriff auf die „Hogue". ÄM) dieser Kreuzer verschwand nach kurzer Zeit in den Fluten. Nun wandte „U 9" sich gegen die „Cressy". Ms- nahe unmitelbar nach dem Torpedoschuy kenterte mr
fabelhafte Findigkeit, um die besten Marken aufzu- spüren.
Beim Morgengrauen sah es in der Stadt wüst aus. Auf den noch beschreitbaren Straßen herrschte ein wn- reS Durcheinander von Betten und Geschirr. Fortway- renü brachen neue Brände aus, stürzten Mauern zusammen. Hell und scharf gellte hin und wieder ein durch die Straßen. Das Ganze ein furchtbares ZeiaM des Krieges. Doch unsere Sinne sind schon betäubt, 1»- daß wir alle die furchtbaren Vorgänge kaum fuhnu- Bor der Türe einer Villa lag ein belgischer GeistlE im Schmutz, den Revolver in der Hand. Eine deusiM Kugel hatte den Franktireur hingestreckt. Ich trat uv» ihn hinweg — stieg in die Zimmer hinein — da W ein wundervolles Instrument. Der Deckel war sprengt, aber sonst war es unversehrt. KriegssttM' mung! — Ich kann es mir nicht versagen, die Taste anzuschlagen: Es zogen drei Burschen wohl über 9H)ein — klang es über das Chaos hinweg auf Straße hinaus, und der Chor der hinzukommenden meraden stimmte ein .... Auch Künstler vom W C finden sich ein — ein Lied nach dem anderen s — und mit den wuchtigen Klängen des alten. SciMs und Trutzgesanges: Lieb Vaterland magst rühm sew- — endet das unvorbereitete Morgenkonzert. .
Eine Viertelstunde später wurde angetreterr, auf staubiger Straße ging es nach .... zu. Die gische Brücke war gesprengt, aber unsere wackeren Niere hatten bereits einen neuen Uebergang •
Sogar eine Fernsprecheinrichtung ist am Brückenr^! vorhanden, — eine alte Droschke diente als raum. Auch jenseits der Maas Brennen viele Ham^ Unser Weg führt nun immer bergauf. Mancher vv den Kameraden, der der Riesenanstrengung na® ni gewachsen ist, bleibt zurück, aber die Truppe hm Abend das Marschziel erreicht. Bald Brennen d e f wakfeuer, brodeln die Kochkessel. Bei einer ^^nef) zigarre gedenken wir wieder der Heimat ■— aver u der glücklichen Kameraden, die bereits am Feinde n Doch schon in den nächsten Tagen war unser erfüllt. Manchen unserer Streiter, der in Bisee mu Klaviere sang, deckt schon Frankreichs Erde. Wann 1 5 den wir Uebrigen für das teure Vaterland bluten sterben? Morgenrot — Morgenrot! —