Der Fortgang der Kämpfe im Westen
Wie Frankreich für den Krieg arbeitete. Unsere Zeppeline. Niederwerfung Serbiens.
r WTB. Großes Hauptquartier, 25. September, abös.
Der Fortgaug -er Operationen hat auf unserem äutzer- sten rechten Flügel zn neuen Kämpfen geführt, in denen eine Entscheidung bisher nicht gefallen ist. In -er Mitte
-er Schlachtfront ist heute, abgesehen von einzelnen Vorstößen beider Parteien, nichts geschehen. Als erstes der Sperrsorts südlich Verdnn ist heute Camp -es Romains bei St. Michel gefallen. Das bayerische Regiment von
-er Tann hat auf -em Fort -ie deutsche Fahne gehißt
«nv unsere Truppen haben dort die Maas überschritten.
Im Uebrigen weder im Westen noch im Osten irgendwelche Veränderungen.
Wie Frankreich für den Krieg arbeitete.
WTB. Wien, 26. September. Der aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich zurückgekehrte Ober- ingenieur Christen, -er bei -en staatlichen Kraftwerken an -er Rhon angestellt war, berichtet in der „Reichspost" über die Wahrnehmungen, die anf die französische Kriegsbereitschaft ein Licht werfen. Jaures teilte Christen schon zu Anfang -es Jahres mit, -atz Frankreich sich mit einer Land- und einer Seemacht verbunden habe, um iu naher Zukunft Deutschland niederzuringen. Bei Dienstreisen in den Bogtzsen bemerkte Christen schon am 18. Juli große Truppenansammlungen. Am 21. Juli wurde der Kriegszustaud verkündet. Am 27. Juli erhielt Christen den Ausweisungsbefehl, wurde -an» aber verhaftet nach Tonl gebracht und vom 2. August ab mit Schanzarbeiten beschäftigt. Der Prokurist einer deutschen Wollsavrik wurde erschossen, weil er sich geweigert hatte, 80 000 Franks seiner Firma Herauszu- geben. Am 18. August wurden zahlreiche schwerver- wundete deutsche Gefangene eingebracht, die von der Bevölkerung in der schamlosesten Weise behandelt wur- -en. Die Siegesnachrrchten der Regierung begegneten in der Bevölkerung aber allgemeinem Mißtrauen. Es herrschte eine allgemeine Mißstimmung. Das Volk hofft kaum auf einen glücklichen Ausgang des Krieges und verlangt nach einer neuen Regierung.
Bilder vom Schlachtfeld im Westen.
Nach einer Meldung aus Paris teilt ein dort erschienenes offizielles Kommunique über die Schlacht an der Aisne folgendes mit: Die Schlacht ist jetzt 8 Tage im Gange. Es besteht kein Grund, sich zu wundern, wenn man an den russisch-japanischen Krieg denkt. Die Schlacht an der Marne war ein Kampf in offenem Felde mit einer allgemeinen Wiederaufnahme der französischen Offensivbewegung gegen einen Feind, der dies nicht erwartet und keine Zeit gehabt hatte, seine Defensivstellung danach einzurichten. Der Feind ist auf dem Rückzug in Stellungen stehen geblieben, die von Natur an in vielen Punkten äußerst stark sind, die außerdem vom Feinde noch mehr verstärkt werden konnten. Die Schlacht an der Aisne hat deshalb auf einem großen Teile der Front den Charakter eines Festungskrieges gleicher Art wie die Operationen in der Mandschurei. Man kann hinzufügen. daß die ungewöhnlich schwere Artillerie, die deutscherseits angewandt wird, und die französischen 75 Millimeter-Kanonen in Feldbefestigungsanlagen dem Kampf einen besonderen Charakter geben. Es gilt, Trancheelinien und Laufgräben zu nehmen, eins nach dem anderen und sämtlich befestigt durch wett geförderte Arbeiten, namentlich durch Pechdrahtgitter und Mitrail- leusen. Bei einem Operieren unter diesen Bedingungen kann ein Fortschritt nur langsam erwartet werden. Es kommt sehr häufig vor, daß der Angreifer täglich nur 500 Meter oder einen Kilometer weiterkommt.
Die Annahme einer französischen 75 Millimeter- Sone muß wohl ein von Paris begangener Schreib- ;r sein, denn sie würden sich gegenüber unseren schweren Geschützen gar winzig ausnehmen.
Der deutsche Angriff anf die Maashöhen.
Die Pariser Zeitung „Le Journal" bringt eine Bettung über die militärische Lage, in der es heißt: ihrende Schlacht habe noch kein
Die schon neun Tage währende Schlacht habe n Resultat gezeitigt, und es liegen ernste Gründe vor, zu glauben, daß die Situation noch einige Tage so anhalten werde. „Zu Beginn," schreibt das Blatt, „haben die Deutschen versucht, uns zwischen Craonne und Reims einzukeilen, seit einigen Tagen konzentrieren sie ihre Tätigkeit auf die Höhen, die im Osten das Plateau von Argonne begrenzen und die Maas beherrschen. Das Unterfangen ist kühn. Wenn es dem Feinde gelingt, unsere Linie zu durchbrechest, würde er die Armee von Nancy von ihrem Gros abschneiden und könnte dann mit den beiden getrennten Gruppen manövrieren. Liegt aber die Möglichkeit auf einen Erfolg vor? Ist nicht gerade der gewählte Angriffspunkt der stärkste unserer Linie? Der
Ein Hieift<twe»t.
Roman von Paul Beye.
(Schluß.) (Nachdruck verboten.)
Bitten kann ich Sie nicht darum. Ich habe mich zu lange gewunden, gebeugt und gebangt, ich bin es müde, vom Schicksal etwas erbetteln und erschleichen zu wollen — mögen die Dinge jetzt ihren Lauf nehmen, ich stelle mich ihnen nicht mehr entgegen."
„Auch um Ihrer Frau und Ihrer Kinder willen nicht? Ich begreife Sie nicht, Signor Gargiulo — nachdem Sie Ihrer Frau zu Liebe jenen Betrug verübt und das Relief beiseite geschafft haben, können Sie sich nicht überwinden, Ihren Hochmut —"
„Jeder Mensch handelt, wie er seiner Natur nach handeln muß und nicht anders kann. Meine Frau —" L ® AachMne stimme doch und er verbarg aufstöhnend
in den Händen. „Sie werden uns nicht an- zeigen — sprach er dann, sich aufrichtend, heiser. „Denn "^Sie die Absicht dazu haben, so werde ich nicht lebend diew Wohnung verlassen. Dann aber werden Sie meine Frau zu schonen wissen."
„Anselmo!" schrie Concetta auf, zu ihm hinstürzeud
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werde keine Anzeige erlassen und mein Au tragaeber wird es auch nicht tun. Ich verpflichte mich, ihn zu bewegen, daß er davon Abstand nimmt. Ziehen Sie frei von bannen, ich lege Ihnen nichts in den Weg."
Indes Concetta und Nina seine Hände erfaßten um ihm zu danken, was Frank abwehrte, wandte Frank tOme^ "Und was gedenken Sie
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Kraftaufwand der Deutschen ist allerdings nicht zu unterschätzen, sie haben in der Gegend von Verdun stire 420-Millimeter-Mörfer aufgestellt, deren gewaltige Verheerungskraft sich vor Lüttich, Namur und Maubeuge bewahrt hat." (Es ist das erstemal, daß die französische Presse die Wirkung der großen Mörser zugibt.) „Allerdings," setzt das Blatt hinzu, „fallen die Festungen nicht an einem Tage, und auf den Maashöhen werden die Deutschen jemanden finden, der mit ihnen reden wird."
Neues aus Paris.
Die französische Heeresleitung ist emsig bemüht, die Entwicklung der Schlacht wortreich und lehrhaft zn schildern, ohne aber etwas Bestimmtes zu sagen. Der Schlag des deutschen Unterseebootes „U 9" hat in Paris und London sprachlos gemacht. London weiß lediglich zu melden, daß die Telegramme aus den Kolonien den Entschluß ausdrückten, den Kampf befriedigend öurchzu- führen. Der Zufall will, daß in Paris jetzt gerade die Liverpooler Rede Churchills veröffentlicht wird, in derer behauptete, die englische Flotte werde die deutsche aus ihren Häfen heransbringen, wie man eine Ratte zwingt, ihr Loch zu verlassen. Inzwischen hat die Ratte gebißen und sitzt noch im Loch.
Die französische Regierung setzt zahlreiche Bürgermeister ab, die bei dem Durchmärsche deutscher Truppen ihren Posten verlassen haben. Sie würde besser tun, den berechtigten Klagen der Bevölkerung, wie zum Beispiel aus der Oise, abzuhelfen und sollte die Presse bändigen, die durch die gräßlichen Schilderungen angeblicher deutscher Gewalttätigkeiten dem Volke Entsetzen einjagte.
Abstecher Poincarees nach London.
Rom, 26. September. Alle in Bordeaux erscheinenden Zeitungen bringen übereinstimmend die Mitteilung, daß Präsident Poincaree, Ministerpräsident Viviani nnd Minister Briand am 25. September sich nach London be- geben haben, um mit den leitenden englischen Männern Rücksprache zu halten.
Deutsche Parlamentäre von Franzosen gefangen genommen.
Hamburg, 26. September. Unter gröbster Mißachtung der weißen Flagge haben, wie dem „Fremöenbl." gemeldet wird, die Franzosen drei deutsche Parlamentäre, die sich im Automobil einer Stadt näherten, um sie zur Uebergabe aufzufordern, gefangen genommen. Es handelt sich um drei in Berlin wohlbekannte Persönlichkeiten, nämlich den Major von Arnim, Ritt- meister Werner von Kummer und das Mitglied des Königlichen Schauspielhauses Carl Crewing.
Deutsche Verwundete nach Algier.
Rotterdam, 25. September. Die „Times" meldet aus Bordeaux, man erwäge dort die Rückkehr der Regierung nach Paris. In Bordeaux eingetroffene dentsche Verwundete sollen meist nach Algier weitergeschafft
rverden.
Clemenceau tadelt die Regierung.
Clemenceau schreibt, wie der Kopenhagener „Politiken" aus Paris gemeldet wird, daß die Abwesenheit der Regierung von Paris daran Schuld sei, daß sie keine Autorität mehr besitze und die Verwaltung zersplittert sei. Dies gebe-zu Konflikten Anlaß. Für die Verwundeten werde nur unzulänglich gesorgt.
Oberst Repingtons Strategengürtel.
Die „Times" läßt jetzt ihren Obersten Repington antreten, um Italien zu beweisen, wie vorteilhaft es auch vom militärischen Standpunkt sei, Oesterreich an- zugreifen. Alle Staaten, welche nicht mitgekämpft haben, werden beim Friedensschluß nichts zu verlangen haben. Die österreichische Flotte sei lahmgelegt, daher könne Italien seine Küstenverteidgung ganz vernachlässigen, alle Truppen könnten von der französischen Grenze zurückgezogen und das gesamte Landheer gegen Oesterreich konzentriert werden. Der Einmarsch ins Trentino sei verhältnismäßig leicht, da dieses zwar stark befestigt, aber ohne genügende Garnisonen sei. Desgleichen biete ein Marsch nach Kärnten und die Besetzung Jstriens unter den heutigen Umständen keine Schwierigkeiten.
Man begreift nicht recht, so bemerkt die „Franks. Ztg." zu dieser Meldung, woher der Schwätzer Repington, der das deutsche Heer schon mehrmals uit der Feder vernichtet und sich als Ignorant blamiert hat, den Mut bernimmt, immer wieder von Dingen zu reden, von denen er nichts weiß.
Unsere Zeppeline.
WTB. Amsterdam, 26. September. Reuters Bureau meldet aus Antwerpen: Ein Zeppelin wurde in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch längs der ersten Ver-
noch bessere Aussichten eröffnet. Mein Schwiegervater geht mit mir, mein Prinzipal wird ihn ebenfalls in sein Geschäft nehmen. Dann werden wir arbeiten, um allmählich Mr. Browning die Summe abzahlen zu können, um die wir ihn betrogen haben. Bevor wir Neapel verlassen, wird mein Schwiegervater einen Rechtsanwalt beauftragen, sein Geschäft und Warenlager sofort nach unserer Abreise zu verkaufen und seine Schuldner davon zu bezahlen. Reicht der Erlös nicht, so müssen wir auch dafür einstehen."
„Aber nun sagen Sie mir noch eins," bat Frank, „wie konnte es zugehen, daß ein so blühendes Geschäft wie das Ihres Schwiegervaters so rasch in Verfall kommen konnte. Er hatte doch auch die Summe, welche er von Mr. Browning erhalten — das war doch fast ein Vermögen."
Gargiulo schwieg eine Weile, dann sagte er: „Es vereinigten sich da viele Umstände, aber ganz so weit wäre es doch nimmer gekommen, wenn nicht —" wieder stockte er und erst nach längerem Zaudern kam es von feinen Lippen, „was ihn von Anbeginn in Not und Schulden verstrickt, war seine Leidenschaft für das Lotto.
Es ist der Fluch der Nation."
Concetta nickte leise vor sich hin. Sie gedachte der Zeiten, in denen sie in unverantwortlicher Weise Geld verschwendet für Putz und Vergnügen, und ihr Vater, um ihre eitlen Wünsche zu erfüllen, unerhörte Summen im Lotto verspielt hatte. Ja, Anselmo hatte recht, das Lotto zu spielen, um dem Mommino sein Darlehen abzahlen zu können! Und vergebens, wie ihr Vater.
„Ich danke Ihnen, Signor," sagte Gargiulo zum Abschied nun doch. „Ich werde mich Ihrer Güte nicht unwürdig erweisen."
Frank reichte ihm und auch Concetta die Hand, s^nen!" Sie E Gott. Er möge Ihre ferneren Wege
teidigungslinie der befestigten Stellung von Antwerpen in der Richtung Moll-Liewe signalsiert. Wegen der starken Scheinwerfer kehrte das Luftschiff aber um.
WTB. London, 26. September. Nach einer Reuter- meldung aus Ostende vom 24. September überflog ein Zeppelinlnftschiff die Stadt um 11 Uhr abends nnd warf drei Bomben, die wenig Sachschaden angerichtet haben Niemand wurde getötet. Das Luftschiff kam von Thielt über Thorhout und kehrte in der Richtung nach Thielt zurück. Eine Bombe fiel ins Bois de Boulogne, die zweite auf den Fischmarkt und die dritte in ein Bassin.
Englische Flieger über Köln?
Daß ein englischer Flieger einen verfehlten Bombenanschlag auf die Düsseldorfer Luftschiffhalle unternommen hat, ist bekannt. Nach englischen Meldungen soll es aber bei dieser einen Tat nicht geblieben sein. Vielmehr wollen andere englische Flieger Cöln einen Besuch abgestattet haben. Es wird darüber berichtet:
WTB. London, 25. September. Der Korrespondent der „Morning Post" an der deutschen Grenze meldet, britische Flieger seien zuerst zu einem vorgeschobenen Posten an der Grenze geflogen,- dann Hütte sich eine Abteilung von ihnen getrennt, um nach Cöln zu fliegen. Letztere hätten 80 Minuten über Cöln gekreuzt, das ein dichter Nebel eingehüllt habe. Sie hätten sich gescheut, Bomben auf Cöln abzuwerfen, aus Besorgnis, Kirchen oder privates Eigentum zu beschädigen. Da sie außerstande waren, die Zeppelin-Luftschisshalle festzustellen, seien sie zurückgekehrt. Auch Düsseldorf sei von einem Dunstschleier, jedoch nicht von Nebel, eingehüllt gewesen. Ein Flieger habe Bomben abgeworfen. Er fürchte, daß die Bomben nicht explodiert seien, jedoch habe er Flammen aufschlagen sehen.
Die Meldung klingt nicht ganz unverdächtig. Die für die Düsseldorfer Halle bestimmte Bombe hat keinen Schaden angerichtet. Also kann der Flieger — noch dazu bei dem Dunstschleier — auch teilte Flammen bemerkt haben. Ueberwältigend aber ist das Verhalten der englischen Flieger, die angeblich über Cöln gekreuzt haben. Sie haben aus Achtung vor Kirchen und Privateigentum ihre Bomben gespart und sind unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Ist es möglich? Die Engländer bekennen sich in ihrer Kriegführung zu dem Grundsatz rücksichtslosester Vernichtung deutschen Privateigentums, sie schrecken nicht davor zurück — wie Helgoland beweist — gegen Rettungsboote mit deutschen Matrosen Bomben und Revolver spielen zu lassen. Und in der Luft erst offenbart sich das zarte englische Gemüt und ängstliche Gewissen? Man würde es kaum glauben, wenn es nicht in einer englischen Zeitung stünde.
Der neue englische Völkerrechtsbruch.
Nach ihrer eigenen amtlichen Mitteilung haben die Engländer durch ihren kleinen Kreuzer „Pegasus" — den inzwischen sein Schicksal ereilte, denn der deutsche Kreuzer „Königsberg" hat ihn unbrauchbar gemacht — Dar-es-Salam beschossen und zerstört, obwohl diese Stadt unbefestigt und in jedem Sinne eine offene Stadt ist. Damit haben die über „deutschen Neutralitätsbruch" und „deutsche Kriegsbarbarei" zeternden englischen Feinde von neuem wider das Völkerrecht gehandelt. Maßgebend wird dabei für sie der allgemeine Plan gewesen sein, Deutschland so viel wirtschaftlichen Schaden wie nur immer möglich zuzufügen. Denn zur Erobe-" rung Ostafrikas, die sie planen, trägt die Zerstörung Dar-es-Salam nichts bei, ganz abgesehen davon, daß über das Schicksal der Kolonien nicht durch die dortigen Kämpfe, sondern durch die Entscheidung in Europa beim Friedensschluß das letzte Wort gesprochen wird. Jedenfalls aber wird es nützlich sein, festzustellen, daß England mit der Bombardierung und Zerstörung einer offenen Stadt, zu der es durch keinerlei militärische Notwendigkeit veranlaßt oder gezwungen war, den Anfang gemacht hat, und man wird sich dessen erinnern, wenn von englischer Seite später einmal geklagt werden sollte, sche Kugeln offene englische Städte erreicht
)er gezwungen war, den Anfang wird sich dessen erinnern, wenn
daß deut
haben.
Die Engländer kapern einen holländischen Dampfer.
Ueber einen Neutralitätsbruch Englands gegenüber Holland erfahren die Stettiner Neuesten Nachrichten von durchaus zuverlässiger Seite: Der Dampfer „Batama und der Dampfer „Katwijk", der erstere der Firma Müller, der andere der Firma Ehrhardt und Decker, beide in Rotterdam, gehörig, welche mit schwedischen Eisenerzen von Narwik (Norwegen) nach Rotterdam unterwegs waren, sind von englischen Kreuzern in der Nordsee gekapert worden. Beide Dampfer wurden nach Middles- borough geschleppt, wo sich die größten Hochöfen im Lande befinden.
„Nun, bist Du jetzt mit mir zufrieden?" fragte
Frank seine Nina, als die beiden fort waren.
Sie schlang stürmisch die Arme um seinen Hals. „Ach, Du mein Geliebter, mein Herr! Es gibt auf der Welt keinen, der so gut und so edel ist wie Du!"
Vier Wochen später stand an Bord der Elena, die dazumal Gargiulo über des Meer getragen, ein junges glückliches Paar — Frank Robinson und Nina. Sie hatten sich vor ihrer Abreise trauen lassen, um als Mann und Weib die Heimat verlassen zu können. Niemand hatte der stillen Hochzeit beigewohnt als Tante Laura, deren gutes Herz es nicht über sich Hatte gewinnen lassen, dem Neffen wegen seiner Wahl länger zu zürnen, und Ninas Mutter, die herbeigeeilt war, um noch Zeug«' von dem Glück ihres Kindes zu sein und dann von UM Abschied zu nehmen. Denn dazu hatte sich die einsam Frau doch nicht entschließen können, ihr sonniges Heimatland zu verlassen, in dem sie geboren war und null- zelte. Frank hatte ihr ein ausreichendes Jahrgeld ans- gesetzt, von dem sie bequem leben konnte, ohne den Verwandten zur Last zu fallen. .
Die beiden Frauen standen auch jetzt am Ufer uuo sahen tränenden Auges, wie das stolze Schiff, das Lieben trug, sich allmählich weiter und weiter von ihnen entfernte.
Jetzt war es so weit fort, daß Frank und Nina die beiden Gestalten nicht mehr erkennen konnten. .
„Wird das Heimweh Dich auch nicht überfallen drüben, mein Liebling?" fragte Frank zärtlich, sie sich ziehend.
Sie legte den Kopf an seine Schulter und sprach uralten Worte, die schon Millionen von Frauen, die ocu geliebten Mann folgten, gesprochen haben und sprechen werden in alle Ewigkeit: „Meine Heimat w wo Du bist!"